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  • Epidemiologie

    Allgemeine Virologie – SS 2019

    Rainer G. Ulrich

    Friedrich-Loeffler-Institut

    Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger

    D-17493 Greifswald - Insel Riems

    rainer.ulrich@fli.de

  • Allgemeine Virologie – SS 2019

    03. 04. 19 Klassifikation und Taxonomie von Viren R. Ulrich

    10. 04. 19 Virusdiagnostik R. Ulrich

    17. 04. 19 Epidemiologie R. Ulrich

    24. 04. 19 Virusaufnahme und Replikation T. Mettenleiter

    01. 05. 19 Feiertag

    08. 05. 19 Meilensteine der Virologie J. Stech

    15. 05. 19 Pathogenese und Virus-Zell-Interaktionen T. Mettenleiter

    22. 05. 19 Genetik und Evolution der Viren S. Finke

    29. 05. 19 Immunantwort und Impfstoffe S. Finke

    05. 06. 19 Tumorviren, Transformation und Tumorbildung S. Finke

    12. 06. 19 Projektwoche

    19. 06. 19 Viren als Werkzeuge T. Hoenen

    26. 06. 19 Ultrastruktur von Viren J. Stech

    03. 07. 19 Chemotherapie und Zytokine S. Finke

    10. 07. 19 Führung FLI Insel Riems T. Mettenleiter

    Klausur: 26.07. 2019 (Nachklausur: 29.10. 2019)

  • Zusammenfassung

    Die Epidemiologie* wird definiert als

    Untersuchung der Verteilung und

    der Determinanten von gesundheitsbezogenen Zuständen

    oder Ereignissen

    in umschriebenen Bevölkerungsgruppen und

    Anwendung der Ergebnisse zur Steuerung von

    Gesundheitsproblemen.

    *griechisch: epi = auf, über; demos = Volk; logos = Lehre

    Die Epidemiologie einer Virusinfektion wird durch die

    Kontagiosität und Virulenz des Erregers, die Übertragung und

    den Verlauf der Infektion und die Suszeptibilität der

    „Empfänger-Population“ bestimmt.

  • Gliederung der Vorlesung

    1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

    Grundbegriffe und Methoden

    2. Übertragung und Verlauf von Virusinfektionen

    3. Neue und wiederkehrende Viren

    4. Molekulare Epidemiologie

  • Gliederung der Vorlesung

    1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

    Grundbegriffe und Methoden

    2. Übertragung und Verlauf von Virusinfektionen

    3. Neue und wiederkehrende Viren

    4. Molekulare Epidemiologie

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    August September

    N o

    . o

    f c a s e s

    Ursache der Cholera-Epidemie in London 1854?

    Geschichtlicher Beginn der Epidemiologie

  • John Snow, 1854: Erste epidemiologische Studie mit Hypothese, gezielter

    Datenerhebung und Auswertung der Cholerafälle

    Ursache der Cholera-Epidemie in London 1854? – zwei Theorien -

    J. Snow W. Farr

  • Definition der Epidemiologie

    Die Epidemiologie wird definiert als

    Untersuchung der Verteilung und

    der Determinanten von gesundheitsbezogenen

    Zuständen oder Ereignissen

    in umschriebenen Bevölkerungsgruppen und

    Anwendung der Ergebnisse zur Steuerung von

    Gesundheitsproblemen.

    aus GORDIS: Epidemiologie, 2003

  • Ziele der Epidemiologie

    • Bestimmen des zeitlichen und räumlichen Ausmaßes von

    Erkrankungen in der Bevölkerung

    • Untersuchen des natürlichen Verlaufes und der Prognose von

    Krankheiten

    • Erkennen der Entstehung und Ursache(n) einer Erkrankung (Ätiologie)

    sowie möglicher Risikofaktoren

    • Bewerten von neuen präventiven und therapeutischen Maßnahmen

    sowie Änderungen in der medizinischen Versorgung

    • Schaffen der Grundlagen für die Entwicklung der Gesundheitspolitik

    und von behördlichen Entscheidungen

    Prävention und Intervention!

    aus GORDIS: Epidemiologie, 2003

  • Die 5 W-Fragen der Epidemiologie

    WER?

    WO?

    WANN?

    WIE?

    WARUM?

    Bevölkerungsgruppe

    Ort des Ereignisses

    Zeitpunkt des Ereignisses

    Ursachen und

    Umstände

  • Inhalt epidemiologischer Studien

    - Risikostudien: Evaluierung eines ätiologischen Faktors

    - Diagnosestudien: Vergleich eines neuen diagnostischen

    Tests mit „Goldstandard“

    - Prognosestudien: Verlauf einer Krankheit bis zu einem

    Endereignis

    - Therapiestudien: Vergleich von zwei Therapien

    - Präventionsstudien: Evaluierung des Nutzens einer

    präventiven Maßnahme

  • Deskriptive Epidemiologie

    1. Datensammlung

  • - Erkennen und Überprüfen von Krankheitsursachen

    - Erfassen von Risikogruppen

    - Quantifizierung von Risikofaktoren

    Analytische Epidemiologie

    Analytische Studien:

    - Kohortenstudien (Follow up-Studien, Longitudinalstudien)

    - Fall-Kontroll-Studien

    - Querschnittsstudien

    2. Suche nach kausalen Zusammenhängen

  • Klassifizierung epidemiologischer Studien

  • Kausale Assoziation zwischen Exposition und Erkrankung?

    Kohortenstudie

    -prospektiv-

    Exposition Erkrankung kausal?

    Assoziation

    Fall-Kontroll-Studie

    -retrospektiv-

    Querschnittsstudie

    -prospektiv-

  • Epidemiologie: Intervention und Prävention

    - Erkennen neu auftretender Probleme

    - Vorhersage möglicher Auswirkungen

    - Festlegung von Interventions- und Präventionsmaßnahmen

    - Politikberatung

    3. Schlußfolgerungen: Intervention und Prävention

  • Epidemiologischer Studienzyklus

    1. Deskriptive Studien (Sammlung & Analyse)

    Erarbeiten einer Hypothese

    2. Analytische Studien Hypothesetestung

    Fall-Kontroll-Studien

    Kohortenstudien

    Analyse der Resultate

    3. Interventions- Studien

  • Morbidität: Prävalenz und Inzidenz

    Prävalenz: Gesamtzahl der Krankheitsfälle in einer definierten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt (in einer bestimmten Zeitperiode)

    Inzidenz: Zahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum und einer definierten Population

    Mortalität und Letalität

    Mortalitätsrate: Verstorbene pro Zeitraum/Bevölkerungszahl

    Letalitätsrate: Verstorbene/Zahl der Erkrankten

    Maße der Erkrankungs- und Sterbehäufigkeit

  • Epidemie: Häufung einer Erkrankung

    in einem begrenzten Gebiet und Zeitraum

    Tardiv-Epidemie

    langsamer Anstieg der Zahl der

    Erkrankten

    (durch Kontakt ausgelöst)

    Explosiv-Epidemie

    steiler Anstieg der Zahl der

    Erkrankten

  • kann auch zwischen Epidemiephasen

    vorkommen

    Endemie: Erkrankungshäufung

    zeitlich unbegrenzt in einem bestimmten Gebiet

    Kumulative Inzidenz von humanen

    Hantavirus-Infektionen 2001-2010

    (SurvStat, http://www.3.rki.de/SurvStat,

    Datenstand: 21.4. 2010)

    http://www.3.rki.de/SurvStat

  • Weltweit massenhaftes Auftreten von Erkrankungen

    innerhalb eines bestimmten Zeitraumes

    z.B. Influenza

  • Epidemie, Endemie, Pandemie

    Endemie: Erkrankungshäufung

    in einem bestimmten Gebiet, zeitlich unbegrenzt

    Epidemie: Erkrankungshäufung

    in einem bestimmten Gebiet und Zeitraum

    Pandemie: Erkrankungshäufung

    weltweit, zeitlich begrenzt (weltumspannende Epidemie)

  • Gliederung der Vorlesung

    1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

    Grundbegriffe und Methoden

    2. Übertragung und Verlauf von Virusinfektionen

    3. Neue und wiederkehrende Viren

    4. Molekulare Epidemiologie

  • Epidemiologische Triade von Erkrankungen

    Wirt

    Vektor

    Umwelt Agens

    Die Epidemiologie einer Virusinfektion wird durch die Kontagiosität

    und Virulenz des Erregers, die Übertragung und den Verlauf der Infektion

    und durch die Suszeptibilität der „Empfänger-Population“ bestimmt.

    One Health-Konzept

  • 1. EINLEITUNG Hantavirusübertragung: Einfluss von Umweltfaktoren

    Stabilität des

    Erregers in der

    Umwelt

    Einatmen der

    Erreger

    Überlebensrate der Nagetiere

    Baumsamen

    (Nahrung für

    Nagetiere)

  • „Eisberg“-Konzept für Infektionskrankheiten

    aus GORDIS: Epidemiologie, 2003

    Subklinische

    Erkrankung

    Klinische

    Erkrankung

  • Inkubationszeit von Virusinfektionen

    Klinische Schweregrade von Infektionen

  • Arten der Erregerübertragung

    A. Direkt

    Mensch-zu-Mensch-Kontakt

    B. Indirekt

    1. gemeinsame Quelle (Wasser, Luft, Lebensmittel) 2. Vektor

  • Zoonoseerreger

    Erreger-Reservoire in der Natur:

    Wildtiere (Nagetiere, andere Kleinsäuger, Flede