Bericht zum Forschungsvorhaben · PDF fileSchweinfurt: Helene & Karl Günzel,...

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  • Bayerisches Landesamt fr Umwelt

    Bericht zum Forschungsvorhaben Bestandsentwicklung und Schutz von Fledermusen in Nordbayern

    Fortschreibung 2011

    Dezember 2011

    Auftraggeber: Bayerisches Landesamt fr Umwelt Brgermeister-Ulrich-Str. 160 86179 Augsburg http://www.lfu-bayern.de

    Auftragnehmer: Universitt Erlangen-Nrnberg Department Biologie, Lehrstuhl fr Tierphysiologie Staudtstrae 5 91058 Erlangen Tel.: 09131 / 852 87 88 Email: [email protected]

    Bearbeitung: Matthias Hammer (Dipl.-Biol.), Ute Fehn (Dipl.-Biol.)

    Unter Mitarbeit von Sabine Kfner, Rudolf Leitl, Markus Schmidberger, Georg Knipfer, Bernhard Walk

  • HAMMER & FEHN (2012): Fledermausschutz in Nordbayern: FTortschreibung 2011

    2 Bayerisches Landesamt fr Umwelt 2012

    Inhaltsverzeichnis

    B Aufgabenstellung, Danksagung 4

    B.1 Aufgaben der Koordinationsstelle 4

    B.2 Danksagung 6

    C Landkreisbetreuung 7

    C.3 Landkreis- bzw. Gebietsbetreuung 7

    D Bestandserfassung 9

    D.1 Monitoring der Sommer- und Winterquartiere 9

    D.2 Weitere Quartierkontrollen 9

    E Ergebnisse der Bestandserfassung 10

    E.1 Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie 10

    E.1.1 Groes Mausohr (Myotis myotis) 10

    E.1.1.1 Verbreitung 10

    E.1.1.2 Quartiergren 11

    E.1.1.3 Bestandsentwicklung 13

    E.1.1.4 Temperatureinfluss auf Wochenstuben 17

    E.1.1.5 Quartierdokumentation Mausohr-Quartiere 19

    E.1.2 Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) 42

    E.1.2.1 Verbreitung und Koloniegren 42

    E.1.2.2 Bestandsentwicklung 43

    E.1.3 Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) 45

    E.1.4 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) 45

    E.1.4.1 Verbreitung 45

    E.1.4.2 Bestandsentwicklung 49

    E.1.4.3 Verbreitung und Bestandsentwicklung in Winterquartieren 50

    E.1.5 Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) 51

    E.1.6 Groe Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) 53

    F ffentlichkeitsarbeit 55

    F.1 Allgemeines 55

    F.2 Aufbau eines Betreuerrings, Initiierung von Fledermausschutzgruppen 56

  • HAMMER & FEHN (2012): Fledermausschutz in Nordbayern: FTortschreibung 2011

    Bayerisches Landesamt fr Umwelt 2012 3

    F.3 Jahrestagungen der Fledermausschtzer Nordbayerns 57

    F.4 Aktion Fledermuse willkommen! 57

    F.5 Fledermausrundbrief 58

    G Erfassung des berwinterungsbestandes in nordbayerischen Winterquartieren mittels Lichtschranken und Fotofallen 58

    H FFH-Monitoring 60

    I Literatur 63

    J Anhang 68

    J.1 Programme der Jahrestreffen der Koordinationsstelle fr Fledermausschutz in Nordbayern 68

    Zitiervorschlag: Hammer, M. & U. Fehn (2011): Bericht zum Forschungsvorhaben Bestandsentwicklung und Schutz von Fledermusen in Nordbayern: Fortschreibung 2011. Unverffentlichtes Gutachten im Auftrag des Bayerischen Landesamtes fr Umwelt (LfU), 78 S., Augsburg

  • HAMMER & FEHN (2012): Fledermausschutz in Nordbayern: FTortschreibung 2011

    4 Bayerisches Landesamt fr Umwelt 2012

    B Aufgabenstellung, Danksagung

    B.1 Aufgaben der Koordinationsstelle Der Freistaat Bayern hat als erstes Bundesland die Bedeutung einer langfristigen Bestandsbeobachtung und der Frderung ehrenamtlicher Aktivitten zum Schutz der Fledermuse erkannt und fhrt seit 1985 ohne Unterbrechung das Forschungsvorhaben Bestandsentwicklung und Schutz der Fledermuse in Bayern durch (vgl. RUDOLPH et al. 2001, MESCHEDE & RUDOLPH 2004). In Nordbayern wird diese Aufgabe von der Koordinationsstelle fr Fledermausschutz in Nordbayern wahrgenommen, die am Department Biologie, Lehrstuhl Tierphysiologie (vormals Lehrstuhl fr Zoologie II), der Universitt Erlangen-Nrnberg angesiedelt ist. Wissenschaftlicher Leiter dieses Vorhabens war bis zu seiner Pensionierung im Sptsommer 2008 Prof. Dr. Otto von Helversen.

    Der vorliegende Bericht schliet an die Dokumentation von HAMMER (2001) an und fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zur Bestandsentwicklung und zum Schutz der Fledermuse in Nordbayern fr den Zeitraum vom Winter 2001/02 bis zum Sommer 2011 zusammen. Die Koordination der Ttigkeiten lag im Berichtszeitraum bei Matthias Hammer, untersttzt durch Ute Fehn. Zustzliche Werkvertragsnehmer sind Bettina Cordes, Georg Knipfer, Rudolf Leitl, Robert Mayer und Bernhard Walk. In der Vergangenheit waren auch Gunna Asch, Maria Bhme, Sabine Kfner, Thomas Malkmus, Volker Runkel, Corine Schoebel, Christiane Stemmer, Dr. Irmhild Wolz und Markus Zweier fr die Koordinationsstelle ttig.

    Das Bearbeitungsgebiet umfasst die vier nordbayerischen Regierungsbezirke Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken und die Oberpfalz.

    Die Aufgabenbereiche der Koordinationsstelle bestehen vor allem in der

    Bestandserfassung von Fledermausvorkommen. Hierzu zhlen die Organisation und Durchfhrung des Mausohr-Monitorings, also die i.d.R. jhrliche Kontrolle der bekannten Wochenstuben dieser Art unter dem Aspekt langfristiger Bestandsnderungen, der Winterquartiererfassungen sowie die Dokumentation der langfristigen Bestandsentwicklung weiterer Arten und die Kartierung neuer Quartiere. Neben dem Bestand an Fledermusen werden dabei auch der vorgefundene Quartierzustand und mgliche Gefahren fr die Vorkommen festgehalten und ggf. an die zustndigen Naturschutzbehrden weitergeleitet. Zugleich werden alle Kontakte zur Quartierbesitzern oder -nutzern genutzt, um fr die Akzeptanz der Tiere und die ungestrte Erhaltung der Vorkommen zu werben.

    Ein Schwerpunkt des Forschungsvorhabens lag im Berichtszeitraum auf den in Anhang II der FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) aufgefhrten Arten soweit sie in Nordbayern vorkommen: Groes Mausohr (Myotis myotis), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), Groe Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum), Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus). Fr die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) liegen bislang nur wenige Einzelbeobachtungen vor. Die FFH-Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, besondere Schutzgebiete fr diese Arten auszuweisen, ihre Bestandsentwicklung sowie die Entwicklung ihrer Lebensrume zu beobachten und auch die fr die Erhaltung der Arten notwendige Grundlagenforschung durchzufhren (vgl. RUDOLPH 2000).

  • HAMMER & FEHN (2012): Fledermausschutz in Nordbayern: FTortschreibung 2011

    Bayerisches Landesamt fr Umwelt 2012 5

    Mitarbeit an der Erstellung von Publikationen zur Verbreitungssituation einzelner Arten, z.B. zur Mopsfledermaus (RUDOLPH et al. 2003). Mitarbeit an der Vorbereitung des Bayerischen Fledermausatlas. In den Bearbeitungszeitraum fiel die Schlussbearbeitung und Fertigstellung des Standardwerkes ber die bayerischen Fledermuse, des Buches Fledermuse in Bayern (MESCHEDE & RUDOLPH 2004). Dies umfasste die bernahme notwendiger Korrekturen in das Datenbankprogramm sowie das Lektorat einzelner Kapitel. Mitarbeit an Fachverffentlichungen des LfU (z.B. MESCHEDE & RUDOLPH 2010, MESCHEDE et al. in prep.) sowie an weiteren Publikationen (HAMMER 2004, SCHNEIDER & HAMMER 2006, LUDWAR & HAMMER 2008, ZAHN et al. 2010, SIMON et al. in Druck a und b, PUECHMAILLE et al. 2011).

    Darstellung des Fledermausschutzes in der ffentlichkeit durch die Erarbeitung von Informationsmaterialien und Presseberichten, sowie durch das Halten von Vortrgen, Seminaren und Fhrungen. Von den Koordinationsstellen wurden mehrere fachliche Handreichungen zu verschiedenen Aspekten des praktischen Fledermausschutzes (Windenergie, Gebudesanierungen, Eingriffsregelung, Baumfllungen) erarbeitet.

    Bewerbung und Umsetzung der Aktion Fledermuse willkommen! des Bayerischen Landesamtes fr Umwelt im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen auf lokaler Ebene.

    Ausrichtung der jhrlichen Tagung der nordbayerischen Fledermausschtzer an der Universitt Erlangen (2002, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2011). Organisation der Jubilumsveranstaltung zum 25-jhrigen Bestehen der Koordinationsstellen fr den Fledermausschutz in Bayern am 26.09.2010 in Weienburg in Bayern.

    Koordination der fledermausfachlichen Belange i.R. von Begasungen oder Holzschutzbehandlungen in Kirchen oder sonstigen Gebuden.

    Fachliche Begleitung sowie berprfung und Beobachtung von Umbau- oder Schutzmanahmen, die in Fledermaussommer- oder -winterquartieren durchgefhrt wurden. Hier liegt der Schwerpunkt der Ttigkeit der Koordinationsstelle auf den bedeutenden Vorkommen, also z.B. individuenstarken Wochenstuben des Groen Mausohrs oder arten- und/oder individuenreichen Winterquartieren, die wiederum grtenteils in der Kulisse von NATURA 2000 enthalten sind.

    Fachliche Beratung der Naturschutzverwaltungen (Landratsmter, kreisfreie Stdte, Bezirksregierungen) sowie weiterer Behrden (z. B. Landesanstalt fr Wald und Forstwirtschaft, Autobahndirektion Nordbayern, Staatliche Hochbaumter, Bergamt Nordbayern, Immobilien Freistaat Bayern, etc.) einschlielich gemeinsamer Ortseinsichten und Meldung bekannt gewordener Probleme an die zustndigen Behrden.

    Qualittsprfung der fledermausbezogenen Fachbeitrge zu FFH-Managementplnen der regionalen Kartiererteams der Forstverwaltung. Erarbeitung der Bewertung von Winterquartieren von Anhang II-Arten innerhalb der FFH-Kulisse sowie von Mausohrwochenstuben im Umkreis der FFH-Gebiete (vgl. LWF & LFU 2009).

    Aufbereitung und Eingabe des gesammelten und berprften Datenmaterials in die Datenbank Fledermuse der Koordinationsstelle und Weiterleitung zur bernahme in die Artenschutzkartierung (ASK) am Bayerischen Landesamt fr Umwelt (LfU). Die Pflege des Datenbestandes war insbesondere als Grundlage fr die Auswertungen zum

  • HAMMER & FEHN (2012): Fledermausschutz in Nordbayern: FTortschreibung 2011

    6 Bayerisches Landesamt fr Umwelt 2012