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BGHM-Information Mensch und Arbeitsplatz in der Holz- und Metallindustrie Oktober 2013 101 BGHM-Information 101

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  • BGHM-Information

    Mensch und Arbeitsplatz in der Holz- und Metallindustrie

    Oktober 2013

    101BGHM-Information 101

  • Impressum

    Herausgeberin

    Berufsgenossenschaft Holz und MetallIsaac-Fulda-Allee 1855124 Mainz

    Telefon: 0800 9990080-0Fax: 06131 802-20800E-Mail: [email protected]: www.bghm.de

    Servicehotline bei Fragen zum Arbeitsschutz: 0800 9990080-2Medien Online: [email protected]

    Eine entgeltliche Veruerung oder andere gewerbliche Nutzung bedarf der schriftlichen Einwilligung der BGHM.

    Ausgabe: Oktober 2013/Druck August 2016

  • BGHM-Information 101

    Mensch und Arbeitsplatzin der Holz- und Metallindustrie

  • 5

    Inhalt

    Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

    1 . Menschengerechte Gestaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

    1.1 Der Begriff Ergonomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

    1.2 Zielstellungen menschen gerechter Gestaltung der Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

    1.3 Belastung und Beanspruchung . . . . . . . . . . . . . . 8

    1.4 Ergonomie und Gesundheit . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

    1.5 Ergonomie und Wirtschaftlichkeit . . . . . . . . . . . 10

    2 . Leistungsvoraussetzungen des Menschen . . . . . . . 12

    2.1 Die Variabilitt mensch licher Eigenschaften . . 12

    2.2 Altersabhngigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

    2.3 Der Tagesgang der Leistungsbereitschaft . . . . . 14

    2.4 Einfluss des Geschlechtes . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

    3 . Die Schnittstelle Mensch-Technik . . . . . . . . . . . . . . . 15

    3.1 Gestaltungsschwerpunkte . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

    3.2 Arbeitsplatztypen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

    3.3 Krpermae . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

    3.4 Verwendung von Krpermaschablonen . . . . . 19

    3.5 Sehbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    3.6 Wirk- und Greifrume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

    3.7 Krperkrfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

    3.8 Anzeigen und Stellteile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

    3.8.1 Sinnflligkeit der Anordnung . . . . . . . . . . 26

    3.8.2 Anzeigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

    3.8.3 Stellteile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

    3.9 Ergonomische Handwerkszeuge . . . . . . . . . . . . 28

    4 . Arbeitsumgebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

    4.1 Klima . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

    4.1.1 Thermische Behaglichkeit . . . . . . . . . . . . 31

    4.1.2 Klimasummenmae . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

    4.2 Licht und Sehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

    4.2.1 Lichttechnische Grundgren . . . . . . . . . 34

    4.2.2 Die Gte einer Beleuchtung . . . . . . . . . . . 35

    4.2.3 Farbgebung im Arbeitsraum . . . . . . . . . . 37

    4.3 Lrm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

    4.4 Mechanische Schwin gungen . . . . . . . . . . . . . . . 40

    5 . Physische Belastungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43

    5.1 Handhaben von Lasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

    5.2 Beurteilung der Belastung . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

    6 . Psychische Belastungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48

    7 . Systematische Arbeitsgestaltung . . . . . . . . . . . . . . . 53

    8 . Quellen- und Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . 55

    8.1 Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55

    8.1.1 Regelwerke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55

    8.1.2 Weiterfhrende Schriften . . . . . . . . . . . . . 58

    8.2 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59

    9 . Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .60

  • 6

    Vorwort

    Wenn es um die Gestaltung von Arbeits-prozessen geht, wird der Beitrag der menschlichen Arbeit zum Gesamt er-geb nis oft unterschtzt. Besonders bei automatisierten Systemen scheint es, dass der Mensch nicht mehr bentigt wird. Dabei entscheidet auch hier der menschliche Beitrag ber Qualitt und Quantitt der Produktion.

    Menschliche Arbeit ist teuer, insbeson-dere aus der Sicht der am Arbeitsergeb-nis interessierten Unternehmer oder Auftraggeber. Darum ist es wirtschaft-lich vernnftig, die menschlichen Ressourcen optimal einzusetzen. Dies ist nicht mg lich, ohne die Belange der Beschftigten zu bercksichtigen.

    Die Frderung der menschlichen Leis-tungsfhigkeit durch gestalterische Manahmen ent wickelt sich dabei auch zu einem immer bedeut sameren Wettbewerbsfaktor.

    Ergonomisch, d. h. nutzergerecht, ge-staltete Produkte erhhen die Attrak-tivitt beim Kunden und die ergono-mische Optimierung der Produktion verbessert die Arbeitsbedingungen. Sie wirkt nachteiligen Auswirkungen auf Gesund heit und Leistung entgegen, erhht die Zuverlssigkeit und fhrt zu Produk tivittssteigerungen.

    Die Prventionsdienste der Berufsge-nossenschaft Holz und Metall bieten Beratungen und Seminare zur men-schengerechten Gestaltung und damit zur Vermeidung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren an.

    Ziel der Broschre ist es, einen ber-blick zur Ergonomie fr einen vorwie-gend praktisch orientierten Leserkreis bereitzustellen. Sachverhalte sind daher berwiegend vereinfacht und ver-krzt dargestellt. Verbindlich sind die Originalquellen.

  • 7

    1 . Menschengerechte Gestaltung

    1 .1 Der Begriff Ergonomie

    Der Begriff Ergonomie setzt sich aus zwei griechischen Worten zusammen:

    ergon = das Werk, die Arbeit, die Kraft nomos = das Gesetz, die Lehre.

    Wrtlich bersetzt bedeutet Ergonomie die Lehre von der Arbeit oder auch die Lehre von der Kraft.

    Das Technische Komitee Ergonomie der Internationalen Standard Organisation (ISO) definiert die Ergonomie sehr um-fassend:

    Die Ergonomie erarbeitet und verarbei-tet humanwissenschaftliches Wissen mit dem Ziel, eine Anpassung von Ar-beit, Arbeits sys tem und Umgebungen an die phy sischen und psychischen F-higkeiten des Menschen herbeizufh-ren und damit Sicherheit, Gesund heit und Wohlbefinden sicherzustellen, in-dem gleich zeitig die Leis tungsfhigkeit erhht und das Arbeits ergebnis verbes-sert wird.

    Ergonomie hat damit zwei Zielrichtun-gen:

    Humanitt: Gestaltung beeintrchtigungs-freier und gesundheitlich unbe-denklicher Arbeits bedingungen.

    Produktivitt: Erhhung von Qualitt und Rentabilitt.

    Durch das Eingehen auf die Ansprche der Beschftigten lsst sich auch eine hhere Motivation und Arbeitszufrie-denheit erreichen.

    Grundanliegen ist die Anpassung der Arbeit an den Menschen durch Gestal-tung des Arbeitssystems, bestehend aus Arbeitsplatz, Arbeitsraum, Arbeits-mittel, Um gebungs bedingungen und die Gestaltung der Organisation der Ablufe (Bild 1-1).

    Notwendig ist auch die Weiterentwick-lung und Anpassung des Menschen an die Erfordernisse der Arbeits ttigkeit durch die Auswahl von Personen mit erforderlicher Eignung sowie durch bung und Gewhnung, Einarbeitung, Training und Ausbildung.

    1 .2 Zielstellungen menschen gerechter Gestaltung der Arbeit

    .

    Die Gestaltung der Arbeit sollte folgenden Forderungen gengen:

    Arbeit muss ausfhrbar und ertrglich sein und

    Arbeit sollte zumutbar und zufriedenstellend sein.

    Ausfhrbarkeit Es ist zu beurteilen, ob die Ausfhrung der Arbeit mglich ist.

    Hierbei stellen sich beispielsweise fol-gende Fragen:

    Sind Krpermae so bercksichtigt, dass Stellteile ohne Hilfsmittel er-reicht werden knnen?

    Sind die Krperkrfte grer als die maximale erforderliche Muskelkraft?

    Zur Beantwortung dieser Fragen sind Methoden der Ergonomie und der Arbeits medizin anwendbar, z. B. Nor-men ber Krpermae und Krperkrfte sowie Sicherheitsvorschriften.

    Ertrglichkeit im Sinne von Schdigungslosigkeit

    Es ist zustzlich zu beurteilen, ob die Arbeit bei tglicher Wiederholung ber das gesamte Arbeitsleben ohne Gesund heitsschdigung mglich ist. Beispiels weise muss hinterfragt werden:

    Ist die Belastung durch Lrm sicher unterhalb der schdigenden Grenze?

    Ist die krperliche Belastung auf Dauer ohne Schdigung zu ertragen?

    Erkenntnisse der Ergonomie und der Arbeitsmedizin sind anzuwenden.

    ArbeitsgegenstandArbeitsmittel

    Mensch

    UmgebungseinflsseArbeitsumfeld, soziales Umfeld

    ErgebnisQualittQuantitt

    MaterialEnergieInformation

    Arbeitsplatz

    Arbeitsraum

    Bild 1-1: Vereinfachte Darstellung eines Arbeitssystems. Die Ergonomie betrachtet ein Arbeits-system stets als Ganzes

  • Menschengerechte Gestaltung

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    Zumutbarkeit im Sinne von Beeintrchtigungsfreiheit

    Es ist zu beurteilen, ob die vorhan-denen Erschwernisse und Beeintrch-tigungen von den Betroffenen als zu-mutbar empfunden werden, ober ob Beeintrchtigungen bestehen. Die Beant wortung dieser Frage ist mit Methoden der Sozialwissenschaften, nicht mit Met hoden der Ergonomie und Arbeits medizin mglich.

    Zufriedenheit im Sinne von Persnlichkeitsfrderlichkeit

    Es ist zu beurteilen, ob die Betroffenen mit der Arbeit zufrieden sind. Der kom-plexe Begriff der Zufriedenheit wird heute in der Praxis vielfach mit der Fra-ge nach der Persnlichkeitsfrderlich-keit oder den Mglichkeiten zur Persn-lichkeitsent faltung konkr