Bibel-Info Sommer 2006

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Aus der Werkstatt des Übersetzers - Aus unserer Korrespondenz - Buchbesprechung - Das HdB auf «Swisseglise» - Kurzporträt Ehrenamtliche - Jahresbericht 2005 - Neue Projekte - Versteckte Wörter - Gebetsplan - Pierre Viret

Transcript of Bibel-Info Sommer 2006

  • Sommer 20066 4 . J A H R G A N G - N R . 2

    Stiftung Genfer Bibelgesellschaft

    BIBELBIBEL

    InhaltEditorial ............................................ 2

    Pierre Viret ....................................... 4

    Neue Projekte .................................. 6

    Kurzportrt Ehrenamtliche .................. 8

    Jahresbericht 2005 ........................... 9

    Buchbesprechung ...................... 12

    Das HdB auf Swisseglise .............. 13

    Aus der Werkstatt des bersetzers ... 14

    Versteckte Wrter ............................ 14

    Aus unserer Korrespondenz ............. 15

    Gebetsplan ..................................... 16

    Wozu wir auch gelangt sein mgen, lasst uns nach derselben Richtschnur wandeln und dasselbe erstreben!

    Ph. 3,16

    PHDA

  • 2-3

    Editorial

    In der vorliegenden Ausgabe von Bibel-Info nden Sie das Lebensbild von Pierre Viret. Von dem Trio Calvin, Farel und Vi-ret haben die beiden Ersteren ihre Zeit durch strenge Disziplin und ihre aussergewhnlichen und brillanten Reden gekenn-zeichnet. Sie haben Spuren in der Geschichte hinterlassen, die heute im Petit Larousse1 nachzulesen sind Die Erinne-rung an Pierre Viret dagegen ist verblasst. Seinen Namen n-det man nicht im Lexikon. Doch zu Lebzeiten war er beliebt aufgrund von seiner Sanftmut und seiner Art, das Wort Gottes zu leben. Viele Mnner und Frauen aus Genf, Lausanne und spter aus Sdfrankreich, folgten ihm.

    Seid aber Tter des Wortes und nicht bloss Hrer, die sich selbst betrgen.

    Jak. 1,22

    Seit jeher haben wir Mhe damit, dieser Aufforderung zu fol-gen. Wir tendieren eher dazu, das Wort zu verteidigen, als es zu leben. Gott wird jedoch stark genug sein, sein Wort zu verteidigen, ohne dass wir ihm dabei Hilfe leisten mssten (Stecke dein Schwert in die Scheide Joh. 18,11).

    Im Gegenteil, Jakobus ermutigt uns im Vers 25 dazu, in das vollkommene Gesetz der Freiheit, das Gesetz des Evangeli-ums, hineinzuschauen, damit wir uns mit Freude daran ma-chen, das Wort in die Tat umzusetzen. Er stimmt mit Paulus berein, der uns dazu auffordert, dem bsen Tag zu wider-stehen, indem wir mit Eifer vorangehen, gestiefelt mit der Bereitschaft fr das Evangelium des Friedens (Eph. 6,15).Je nach Epoche wurde das Wort vielleicht verschiedenartig ausgelebt. Doch das, was die Menschen stets motiviert hat, nmlich das vollkommene Gesetz der Freiheit, verndert sich nicht. Es erinnert uns bestndig daran, die Schwchsten, unseren Nchsten und im Besonderen unsere Geschwister in Christus zu lieben.Dass die beiden grossen evangelikalen Verbnde der Schweiz, FREOE und AER, sich vereinen, und in Frankreich die evangelikalen Verbnde FEF und AEF zusammen arbeiten mchten, zeigt, dass die Christen einander schtzen und sich gegenseitig respektieren. Dies wiederum ist ein starkes Zeugnis des Evangeliums fr die Menschen unserer Zeit.

    Das Wort leben

    Das vollkommene Gesetz der Freiheit...

    1 Franzsisches Lexikon

  • Jean Pierre Bezin

    Die Zeitungen berichten hu g ber die evangelikalen Christen und die Kinder Got-tes rcken zusammen. Freuen wir uns! Wir mssen nun der Versuchung widerstehen, auf unsere Mitgliederzahlen zu schauen, der Versuchung, uns zu organisieren, um durch Grsse und Kraft beein ussen zu wol-len. Doch der Geist Jesu Christi wird uns be-wahren und Gott wird alles besser fhren,

    Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr. (Sach. 4,6)

    Open Doors in Romanel

    Im Januar 2006 hat die Organisation Open Doors (Offene Tren) Rume in Romanel bezogen und teilt sich nun das Gebude in der Praz-Roussy 4bis mit dem Team des Hauses der Bibel.Dadurch sind heute alle Bros im Gebude belegt. Auch wenn die Aufgaben-felder der beiden Missions-organisationen recht ver-

    schieden sind, erinnern uns unsere Nachbarn von Open Doors doch an die Frbitte fr unsere Ge-schwister in der Ferne, die ihren Glauben unter Schwierigkeiten und Verfolgungen bekennen.

    1955 begann der Hollnder Anne van der Bijlt seinen Dienst, der zur Grndung von Open Doors fhrte. Er wurde bekannt unter dem Namen Bruder Andrew, der Schmugg-ler Gottes. Im Mittelpunkt steht der Dienst an verfolgten oder benachtei-ligten Christen. Das Ziel ist, sie in ihrem Glauben zu strken, damit sie auch in einer feindlich gesinnten Umwelt das Evangelium verknden. Diese Unter-sttzung gilt christlichen Kirchen aller Bekenntnisse.

    1. Strkung der Kirche, des Leibes Christi, wo sie verfolgt und un-terdrckt wird, indem fr ihre Be-drfnisse gesorgt wird: mit Bibeln,

    Schulungsmaterial, Ausbildungskursen sowohl sozialer und humanitrer Hilfe.

    2. Untersttzung der Kirche in unsicheren und be-drohten Gebieten, um sich auf bevorstehende Verfolgungen vorzubereiten und Ermutigung, im Dienst der Verkndigung zu bleiben.

    3. Information der Kirche in der freien Welt und Er-mutigung, sich fr die verfolgte Kirche einzu-setzen. Der Grundsatz: Wenn ein Glied leidet, leiden die anderen Glieder mit. 1 Kor. 12,26.

    Weitere Informationen nden Sie auf den Inter-netseiten von Open Doors: www.portesouvertes.ch (Schweiz); www.portesouvertes.fr (Frankreich); www.opendoors-de.org (Deutschland).

    Pierre Tschanz, Direktorvon Open Doors, beim Willkommensdrink

    als wie wir es uns ausdenken knnten. Wir mssen unsererseits darauf achten, die Lie-be zu p egen, die uns vereint. Noch bevor wir das Evangelium weitersagen, sollte die-se Liebe fr unsere Mitmenschen ein Zeug-nis des gelebten Wortes sein.

    jpb@bible.ch

    1 Franzsisches Lexikon

  • 4 - 5

    Sein Vater, ein Schneider und Re-tondeur, ist so wohlhabend, dass er seinen Sohn zum Studium nach Paris auf das Collge Montaigu schicken kann, das auch Erasmus, Calvin und Loyola besuchten. Da Viret Priester werden will, nimmt er nicht nur sehr motiviert am Unterricht der Rhetorik teil, sondern stu-diert auch eifrig die Werke der Kirchen-vter und grossen Denker. Mit grossem Interesse liest er viele Schriften und lernt dabei das Evangelium besser kennen, von dem ihm bereits sein Lehrer Marc Romain in Orbe erzhlt hatte und das einer seiner Mitstudenten, Antoine Sau-nier, fleissig weitersagt. Letzterer wird pltzlich aufgrund seines Briefkontakts mit Farel verhaftet. In den Papieren, die man bei ihm findet, taucht auch Virets Name auf. Daher ist Viret in Paris nicht mehr sicher und kehrt nach Orbe zu-rck. Es ist Frhjahr 1530.In seiner Geburtsstadt, in welcher die Kantone Bern und Fribourg gemeinsam Hoheitsrechte ausben, fhren die refor-matorischen Gedanken zu Unruhen. Ab-gesehen von einigen Standespersonen, bereitet die Bevlkerung den Reformato-ren einen eher khlen Empfang.Am Palmsonntag des Jahres 1531, wird ein grosser Aufruhr angestiftet um Farel whrend seiner Predigt zu bertnen. Am nchsten Tag wird er von einer Gruppe wtender Frauen beschimpft und ge-schlagen. Farel, der an solche Zwischen-flle gewhnt ist, bekmmert das nicht.

    Geboren in Orbe in der Nhe des Neuenburger Sees, gehrte Viret einem Trio sehr guter Freunde an, das man auch Dreifuss nannte. Diese drei ergnzten sich hervor-ragend: Calvin, der gelehrte Theologe, Farel, der donnernde Prediger und Viret, der durch Sanftmut berzeugte.

    Reformationsmauer in Genf(6)

    Pierre Viret (1511-1571)

    Fr ihn ist es vielmehr bedeutsam, dass er am Tag zuvor unter den Zuhrern zwei junge Menschen bemerkt hat, die von seinem Wort gefesselt waren. Einer von ihnen ist Pierre Viret, dem er bald sein begonnenes Werk anvertraut, da er fr andere Aufgaben gebraucht wird. Der zurckhaltende Schler schreckt vor die-ser Aufgabe zurck, da er daran zweifelt, diese Herausforderung gut meistern zu knnen. Farel nimmt jedoch keine Rck-sicht auf dessen Zgern. Er sprt, dass die-ser junge Bruder eine echte Berufung hat, lsst ihn alleine und zieht weiter.Pierre Viret hlt am 6. Mai 1531 seine ers-te Predigt. Er versteht es, sich durch seine sanfte Art Anerkennung zu verschaffen. Seine wohlklingende Stimme berzeugt. Die Zahl der Glubigen nimmt zu und er freut sich, auch seine Eltern dazu zh-len zu knnen. Aufgerufen durch ihren Landsmann, scharen sich die Bewohner des Stdchens um das lebendige Wort. Die Gemeinschaft festigt sich und als Viret weiterzieht, um das Evangelium in das 40 Kilometer entfernte Payerne zu bringen, wo er die Nachfolge von Antoine Saunier antritt, stellt er mit Stolz fest, dass sich die Anzahl der Glubigen verdreifacht hat; sein Dienst war nicht umsonst.In Payerne ist der Kampf gross, da die Mn-che der Abtei einen entschiedenen Wider-stand organisieren. Sie sind zu allem bereit, um Viret zu vertreiben. Man verbietet ihm den Zugang zu Kirchen, so dass er ge-

  • zwungen ist, in Husern und Gasthusern zu predigen. Eines Tages lauert ein Priester aus-serhalb der Stadt auf ihn, berfllt ihn und verletzt ihn gefhrlich mit dem Schwert.Kaum von seinen Verletzungen erholt, beglei-tet er Farel auf dessen Reise mit einer Berner Delegation nach Genf. Kurz darauf brechen Unruhen aus und der Plan, die Reformatoren durch Vergiften zu tten, wird geboren. Ge-kauft durch Priester, serviert eine Magd eine mit tdlichem Gift vermischte Speise. Doch nur Viret isst davon und wird schwerkrank. Er berlebt, behlt aber lebenslang eine insta-bile Gesundheit.In Orbe, Payerne, Neuchtel und Lausanne, wo er 22 Jahre bleiben wird, zeigt sich, dass Viret ein berzeugen-der Redner ist. So berzeu-gend, dass seine Feinde ihre Anstrengungen ver-doppeln, um ihn fortzu-jagen. Ausserdem wird die Kirche in Lausanne von nicht enden wollenden Kon ikten geplagt und ndet nicht zur Ruhe. Es gelingt ihm nicht, eine lebendige Gemeinde zu grnden. Er gibt seine ganze Kraft und sucht die Auseinandersetzung mit den politisch Ver-antwortlichen. Denn wie auch Calvin, hofft er auf eine grssere Autonomie der Kirche gegenber dem Staat. Letztlich wird er aus seinem Amt enthoben