Candide oder die beste Welt • Das Erdbeben von Lissabon ...· Inhaltsverzeichnis Einleitung...

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  • Voltaire

    Candide oder die beste Welt

    Das Erdbeben von Lissabon

    oder Prfung des Satzes

    Alles ist gut.

    und die zeitgenssische Kritik an diesen Werken

    minifanal.de

  • Voltaire

    Candide oder die beste Welt

    Das Erdbeben von Lissabon oder Prfung des Satzes

    Alles ist gut.

    und die zeitgenssische Kritik an diesen Werken

    minifanal-Verlag, August 2012

    www.minifanal.de

    info@minifanal.de

    Leseprobe

    Version 1.0

    Coverdesign: Marian Jaworski (marianjaworski.de)

    Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der mechanischen,

    elektronischen oder fotografischen Vervielfltigung, der Einspeicherung

    und Verarbeitung in elektronischen Systemen, des Nachdrucks in

    Zeitschriften oder Zeitungen, des ffentlichen Vortrags, der Verfilmung

    oder Dramatisierung, der bertragung durch Rundfunk, Fernsehen oder

    Video, auch einzelner Text- und Bildteile sowie der bersetzung in

    andere Sprachen.

    Die vorliegende Ausgabe basiert auf den bersetzungen von Adolf

    Ellissen. Der Text wurde in Rechtschreibung und Zeichensetzung den

    heute gltigen Regeln angepasst.

  • Inhaltsverzeichnis

    Einleitung

    Voltaire

    Candide oder die beste Welt

    I.

    Wie Candide in einem schnen Schlosse erzogen wurde und wie man ihn

    von dannen jagte.

    II.

    Wie es Candide bei den Bulgaren erging.

    III.

    Wie Candide aus den Hnden der Bulgaren entkam

    und was weiter aus ihm wurde.

    IV.

    Wie Candide seinem alten Lehrer der Philosophie, dem Doktor Pangloss,

    begegnete und was weiter geschah.

    V.

    Sturm, Schiffbruch, Erdbeben und was aus dem Doktor Pangloss, Candide

    und dem Wiedertufer Jakob wurde.

    VI.

    Wie man zur Verhtung der Erdbeben ein schnes Autodaf feierte.

    VII.

    Wie eine Alte sich Candides annahm, und wie er wiederfand, was er liebte.

    VIII.

    Kunigundes Geschichte.

    IX.

    Was aus Kunigunde, Candide, dem Groinquisitor und einem Juden wurde.

    X.

    In welcher Bedrngnis Candide, Kunigunde und die Alte nach Cdiz

    kommen und wie sie sich einschiffen.

  • XI.

    Geschichte der Alten.

    XII.

    Fortsetzung der Leidensgeschichte der Alten.

    XIII.

    Wie Candide sich von der schnen Kunigunde

    und der Alten trennen musste.

    XIV.

    Wie Candide und Cacambo von den Jesuiten in Paraguay

    empfangen wurden.

    XV.

    Wie Candide den Bruder seiner geliebten Kunigunde umbrachte.

    XVI.

    Erlebnisse der beiden Reisenden mit zwei Mdchen, zwei Affen

    und den wilden Orechons.

    XVII.

    Ankunft Candides und seiner Dieners im Lande Eldorado

    und was sie dort sahen.

    XVIII.

    Was sie ferner im Lande Eldorado sahen.

    XIX.

    Was ihnen in Surinam widerfuhr und wie Candide mit Martin

    bekannt wurde.

    XX.

    Was Candide und Martin auf dem Meere begegnete.

    XXI.

    Candide und Martin nhern sich der Kste von Frankreich und

    philosophieren darber.

    XXII.

    Was Candide und Martin in Frankreich erlebten.

  • XXIII.

    Candide und Martin besuchen die Kste von England; was sie dort sahen.

    XXIV.

    Von Pakette und Bruder Leucojo.

    XXV.

    Besuch bei dem venezianischen Nobile, Signor Pococurante.

    XXVI.

    Wie Candide und Martin mit sechs Fremden zu Abend speisten

    und wer diese waren.

    XXVII.

    Candides Reise nach Konstantinopel.

    XXVIII.

    Schicksale des Freiherrn und des Magisters Pangloss.

    XXIX.

    Wie Candide Kunigunde und die Alte wiederfand.

    XXX.

    (Schluss)

    Voltaire

    Das Erdbeben von Lissabon oder Prfung des Satzes Alles ist gut.

    Jean Jacques Rousseau u.a.

    Zeitgenssische Kritik an den Werken Voltaires

  • Leseprobe: Voltaire - Candide oder die beste Welt

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    Einleitung

    Voltaire (1694-1778) gehrte zu den wichtigsten Autoren und

    Philosophen der franzsischen Aufklrung. In seinen zahlreichen

    Werken setzte er sich mit Politik, Gesellschaft und Denken seiner Zeit

    auseinander; Satire, Spott und beiende Kritik, die auch vor hohen

    Wrdentrgern und Herrschern nicht Halt machte, brachten ihm

    Verbannungen und Haftstrafen ein. Er lebte schlielich in Genf, als 1755

    ein gewaltiges Erdbeben und seine Folgen die portugiesische Hauptstadt

    Lissabon und die nordafrikanische Kste verwsteten. Geschockt von

    diesen Ereignissen verffentlichte Voltaire im Folgejahr das Gedicht Das

    Erdbeben von Lissabon oder Prfung des Satzes Alles ist gut. (Originaltitel

    Pome sur le dsastre de Lisbonne, ou examen de cet axiome Tout est bien), in

    dem er die Ereignisse verarbeitete und sich deutlich gegen die Vertreter

    des sogenannten Optimismus positionierte. Diese Denkart hatte ihre

    Wurzeln in Gottfried Wilhelm Leibniz' (1646-1716) Werk Theodizee, das

    zu dem Ergebnis kam, Gott habe die beste aller mglichen Welten

    erschaffen. Diese Lehre wurde spter, ursprnglich im Spott, als

    Optimismus bezeichnet und behielt anschlieend diesen Namen, jetzt

    vom spttischen Unterton befreit. Der englische Autor und Philosoph

    Alexander Pope (1688-1744) stand in dieser Tradition und verdichtete

    die Essenz des Optimismus in seinem Werk An Essay on Man in dem

    Satz Whatever is, is right.

    1759 setzte Voltaire nach und verffentlichte seine satirische Erzhlung

    Candide, ou l'optimisme. Das Werk erschien anonym auf franzsisch, eine

    deutsche Autorenschaft vortuschend. Als erste deutsche bersetzung

    gilt J.A. Philipps Candide oder die beste aller Welten von 1779. Vermutlich

    gab es aber schon deutlich frher eine (anonyme) bertragung ins

    Deutsche. Diese nennt als Verffentlichungsdatum das Jahr 1762 und

    wartet auf den ersten Seiten mit offensichtlich erlogenen

    Genehmigungen durch die Zensur auf. Diese Genehmigungen von der

  • Leseprobe: Voltaire - Candide oder die beste Welt

    Theologischen und der Philosophischen Fakultt zu W** - unterzeichnet mit

    den Namen Salamander Fuchs bzw. Xaverius Justi datieren vom

    1. April 1758, also aus dem Jahr vor der Erstverffentlichung des Werkes

    im franzsischen Original. Auch der Titel dieser deutschen bersetzung

    ist gezielt irrefhrend, er lautet Die beste Welt. Eine theologische,

    philosophische, praktische Abhandlung aus dem spanischen Grundtext des Don

    Ranudo Maria Elisabeth Francisco Carlos Immanuel de Collibradoz, Beisitzer

    der heiligen Inquisition, bersetzt und mit einer Vorrede, auch Zuschrift und

    Register begleitet von Johann Albrecht Ralph, der beiden Rechte Doktor und

    ffentlicher Lehrer zu W***, 1762. Diese Person des Dr. Ralph wurde auch

    in der 1759 erschienenen Originalausgabe als angeblicher Autor des

    (deutschen) Originaltextes genannt, auf dem die franzsische Ausgabe

    angeblich basiere.

    Entstanden unter dem Eindruck des Lissabonner Erdbebens von 1755

    und des 1756 ausgebrochenen Krieges (spter als Siebenjhriger Krieg

    betitelt), richtete sich Voltaires Werk gegen die optimistische

    Weltanschauung und die Idee, in der besten aller Welten zu leben. Der

    Titel-Held Candide, naiv, gutmtig und von der optimistischen

    Philosophie seines Lehrmeisters Pangloss durchdrungen, erlebt darin

    eine endlos scheinende Odyssee auf der Suche nach seiner Geliebten

    Kunigunde, Tochter aus adligem westflischem Hause. Trotz aller

    Misshandlungen, Katastrophen und Herzlosigkeiten, die Candide,

    seinen Freunden und seinen vorbergehenden Begleitern dabei

    widerfahren, halten er und besonders sein Meister der optimistischen

    Lehre die Treue. Voltaire setzte hier den Optimismus mit Naivitt gleich

    und gab ihn der Lcherlichkeit preis.

    Dass Leibniz die Welt nicht fr grundstzlich gut hielt, sondern eben nur

    fr die beste aller mglichen Welten, und dieser auch die Fhigkeit und

    Notwendigkeit zuschrieb, sich weiter zu entwickeln, ignorierte Voltaire,

    der sich daher den Vorwurf gefallen lassen musste, an einer

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    wissenschaftlichen philosophischen Auseinandersetzung kein Interesse

    zu haben.

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    Voltaire

    Candide oder die beste Welt

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    I.

    Wie Candide in einem schnen Schlosse erzogen wurde und

    wie man ihn von dannen jagte.

    Im Schlosse des Freiherrn v. Thundertentronckh in Westfalen lebte

    um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein junger Bursche, der von Natur

    die Sanftmut selbst war. Seine Gesichtszge waren der Spiegel seiner

    Seele. Er besa eine ziemlich richtige Urteilskraft und ein Gemt

    ohne Arg und Falsch; aus diesem Grunde vermutlich nannte man

    ihn Candide. Die lteren Bedienten des Hauses hatten ihn in starkem

    Verdacht, der Sohn einer Schwester des Freiherrn und eines braven,

    ehrenwerten Edelmannes aus der Nachbarschaft zu sein, zur

    Vermhlung mit welchem sich das Frulein nicht hatte entschlieen

    knnen, weil er nur einundsiebzig Ahnen aufzuweisen vermochte,

    und die Wurzel seines Stammbaums durch den zerstrenden Zahn

    der Zeit verloren gegangen war.

    Der Freiherr war einer der ansehnlichsten Landedelleute Westfalens,

    denn sein