Das Grosse Buch Des Swing- Und - FinanzBuch Verlag

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JOHN F. CARTER

Das große Buch desSWING- UNDDAYTRADINGSErfolgreich an den internationalenBörsen handeln

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FBV

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Bibliografische Information der DeutschenNationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnetdiese Publikation in der DeutschenNationalbibliografie; detaillierte bibliografischeDaten sind im Internet über http://d-nb.deabrufbar.

Für Fragen und Anregungen:[email protected]

2. Auflage 2013© 2009 FinanzBuch Verlag, ein Imprint derMünchner Verlagsgruppe GmbHNymphenburger Straße 86D-80636 MünchenTel.: 089 651285-0

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Fax: 089 652096

Original edition Copyright © 2006 by TheMcGraw-Hill Inc. All rights reserved.Die Originalausgabe erschien unter dem Titel»Mastering the Trade« bei The McGraw-HillCompanies, Inc.

Alle Rechte, insbesondere das Recht derVervielfältigung und Verbreitung sowie derÜbersetzung, vorbehalten. Kein Teil desWerkes darf in irgendeiner Form (durchFotokopie, Mikrofilm oder ein anderesVerfahren) ohne schriftliche Genehmigung desVerlages reproduziert oder unter Verwendungelektronischer Systeme gespeichert,verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitetwerden.

Übersetzung: Jürgen Skuda, baerenundbullen

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Ltd.Lektorat: Hagen Thorn, Dr. Renate Oettinger,Jörg WegerSatz & Layout: Druckerei Joh. Walch,AugsburgDruck: Interpress Kft., Ungarnebook by ePubMATIC.com

ISBN Print 978-3-89879-845-7ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-579-6ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-580-2

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www.finanzbuchverlag.deBitte beachten Sie auch unsere weiterenImprints unterwww.muenchner-verlagsgruppe.de

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Dieses Buch ist all jenengewidmet,die sich mutig der Aufgabestellen,ein professioneller Traderzu werden.

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INHALTSÜBERSICHT

Danksagung

Vorwort

Einleitung

Teil 1: Die Grundausbildung fürTrader

1. Kapitel: Die Märkte bewegen sichnicht, weil sie wollen,sondern weil sie müssen

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2. Kapitel: Das kleine Einmaleins derPsychologie: Was manüber Trading in der Schulenicht lernt

3. Kapitel: Hardware und Software –die besten Tools für dasTrading

4. Kapitel: Das kleine Einmaleins derMärkte: DieGrundmechanismen der indiesem Buch besprochenenMärkte

5. Kapitel: Der Aktienmarkt isteröffnet – siebenGrundregeln für breit

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gefächerten Intraday-Handel

Teil 2: Spezielle Intraday- und Swing-Setups für Futures, Aktien,Optionen und Forex

6. Kapitel: Das Opening Gap: dieerste und besteWahrscheinlichkeit desTages

7. Kapitel: Pivot Points – toll anTrendtagen und noch besseran unsteten Tagen

8. Kapitel: Scalper Buys und Scalper

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Sells – wenn nur eineschnelle Bestätigung hilft

9. Kapitel: Tick Fades – die andereSeite der Newbieseinnehmen

10. Kapitel: Der Squeeze – die richtigePositionierung für großeMärkte und derenBewegungen

11. Kapitel: Brick Plays – die Märkteaufschichten lassen

12. Kapitel: Das Ping-Pong-Play – dieMärkte auf- und abschlagen– den ganzen Tag lang

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13. Kapitel: Das 3:52-Play – den Tagmit einer schönen Zigarreausklingen lassen

14. Kapitel: Box Plays – schauen Sie anTagen, an denen derAktienmarkt tot ist, auf dieWährungen

15. Kapitel: HOLP & LOHP – TrendReversals ohne Schadeneinfangen

16. Kapitel: Propulsion Plays – SwingPlays bei Aktien, Single-Stock-Futures undAktienoptionen

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17. Kapitel: Market Profile – einGeheimnis wird gelüftet

Teil 3: Zurück in die echte Welt desHandels

18. Kapitel: Die vorbörslicheCheckliste – entwerfen Sieeine Strategie für dennächsten Handelstag

19. Kapitel: Der Geschäftsplan einesTraders

20. Kapitel: Tipps und Tricks fürZeiten, in denen nichts inIhrem Sinne funktioniert,

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egal was Sie tun

21. Kapitel: Meistern Sie den Trade

Über den Autor

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S

Danksagung

chreiben und Trading haben vielgemeinsam. Beide sind imWesentlichen einsame Tätigkeiten,

die durch die Hilfe anderer vielangenehmer werden. Was dasvorliegende Projekt angeht, möchte ichzuerst Hubert Senters und PriyankaRajpal dafür danken, das sie dieStellung gehalten haben, während ich andiesem »Albtraum« arbeitete. VielenDank auch für Eure Beiträge, die mirhalfen, nicht durchzudrehen, als es gegenEnde ein wenig verrückt wurde. Obwohl

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es eine verbindliche Deadline für dasBuch gab, konnte ich dieKursbewegungen bei den Juli-Sojabohnen einfach nicht ignorieren.

Ich danke Kira MacCaffrey Brecht,Gail Osten und allen anderen vom »SFOMagazine« dafür, dass sie mich daraufgebracht haben, dass sich die Mühe,über Trading zu schreiben, lohnenkönnte. Larry Connors und Eddie Kwongvon Trading Markets danke ich für dieRatschläge, die sie mir die ganze Zeitüber gaben, und dafür, dass sie dafürsorgten, dass das ursprüngliche Konzeptdes Buchs einhielt und nicht zu viel Zeitmit einer »Neuerfindung des Rads«verschwendete. Kelly Christiansen vonMcGraw-Hill danke ich dafür, dass sie

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es war, die mich ursprünglich für diesesProjekt begeisterte, und dafür, dass siedie Idee in die Tat umsetzte. Ich dankedem Executive Editor Stephen Isaacsvon McGraw-Hill für seine Hilfe, dassich bei diesem Buch nicht den Überblickverlor.

Ich hätte gedacht, ich könnte nach derVollendung der ersten Fassung ruhigschlafen. Aber ich hatte keine Ahnungdavon, dass die eigentliche Arbeit jetzterst richtig losgehen würde. Mein Dankgeht an Bill Shugg, Tim Sambrano,Pamela Snelling und Don Allen für ihrFeedback nach dem Lesen der erstenEntwürfe. Ebenso danke ich denMitarbeitern von McGraw-Hill, die dieHerkulesaufgabe meisterten, dieses Buch

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Wirklichkeit werden zu lassen: ScottKurtz (Editing Supervisor), MaureenHarper, (Production Supervisor), RobertMantus (Copy Editor) und EricLowenkron (Proofreader). Ich dankeauch Mark Douglas für seinaufschlussreiches Feedback in denspäteren Phasen dieses Unternehmens.

Was mein Trading und damitverbundene Projekte angeht, möchte ichMarcia Webber, meiner Angebeteten ausMaui, dafür danken, dass sie die Dingebezüglich meines Abschieds vonCorporate America ins Rollen gebrachthat, so dass ich ein Vollzeit-Traderwerden konnte. Scott Sether, derwirklich von Anfang an an diesemProjekt beteiligt war, danke ich für seine

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Hilfe bei der Neudefinition des Begriffs»Marktanalyse«. Tracy Alderman, RosaHernandez und Michael Duwe möchteich für ihre Hilfe beim Start des Projektsdanken, Page Rossiter für dieUnterstützung bei der Durchführung.Danke an Skip Klohn, einem frühenMentor in diesem Prozess. Eric Corkhill– wo soll ich nur anfangen? Danke fürDeine Unterstützung als Berater inunzähligen Dingen und danke fürausreichend Rotwein, der dafür sorgte,dass ich mich am nächsten Morgen nurnoch an die guten Sachen erinnernkonnte.

Danke auch an Barbara Schmidt-Bailey und Jeff Campbell an dem»Chicago Board of Trade« für ihre guten

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Ideen, an Marty Doyle von »OneChicago« für gute Ideen und großartigesFeedback sowie an John Conolly füreine Menge hilfreicher Einblicke in dasBusiness. Danke an die ganze Bande beiMirus für ihre andauernde Unterstützung.Danke an die Leute bei Newport, die mirklarmachten, was man nicht tun sollteund wie man es nicht tun sollte, sowie anSteve Patrow und Becky Herman, diedas Projekt unterhaltsam gestalteten, alsich mich am Beginn dieses Abenteuersbefand.

Es ist selbstverständlich, denFamilienmitgliedern an geeigneter Stellezu danken. Mein Dank geht also anmeine Mutter Francie Cobb für ihreUnterstützung, während ich »mein Ding

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machte«, auch wenn es manchmal einwenig gefährlich aussah. Danke anmeinen Stiefvater Lace Cobb, der einechter Vater war und mich schon inmeinen jungen Jahren in die Welt derFinanzmärkte einführte. Danke anmeinen Bruder Jason Carter, einfachdafür, dass er ein großartiger Bruder ist.Es ist schön, einen Menschen zu haben,der einen versteht. Danke an meine FrauMaria Carter für ihre bedingungsloseUnterstützung. Sie hat ihre Leidenschaftfür den Heimdekorationskanal imFernsehen entdeckt, während ihr Mannam Wochenende »Schreib endlich dasBuch weiter« spielte. Nächstes Malfahren wir einfach nach Hawaii. Ichverspreche es Dir. Ich bin mir ziemlich

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sicher, dass ich schreiben undgleichzeitig Mai-Tais trinken kann.

Danke auch an meinen verstorbenenVater Bill Carter, der viel zu früh vonuns genommen wurde. Dadurch abererteilte er seinen Kindern wertvolleLektionen. Ein großer Dank geht auch andie verstorbene Joanne Wolfram, einegute Freundin, die uns alle daranerinnert, dass man das Leben lebensollte, solange man kann.

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I

Vorwort

m Frühjahr 2003 nahm ich an einerKonferenz zum Thema Online-Trading teil, um aktive Trader auf

eine neue Produktklasse namens»Security-Futures« aufmerksam zumachen. Nach mehr als 20 Jahren imMoney Management habe ich beiOneChicago angeheuert, weil ich meine,dass diese Produkte das Trading auf denCash-, Futures- und Optionsmärktenverbessern werden. Ich war wirklichüberrascht, auf dieser Konferenzjemandem zuhören zu dürfen, der sich so

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wunderbar ausdrücken konnte und sogeistreich war. Ich dachte: »Der hat eswirklich drauf«.

John Carter sprach nicht überSecurity-Futures – er präsentiertevielmehr seinen intellektuellen Ansatzsowie seine Trading-Methode. Dieseentsprach sehr meinen Ansichten – alsostellte ich mich vor. Wir sprachenausführlich über diverse Themen, unteranderem über die Idee, dass unsereMethode auch auf Security-Futuresangewendet werden könnte und dasserfolgreiches Trading eine lange Reiseund kein Ziel sei. John wurde zu einemder ersten Unterstützer und Trader beiOneChicago – ein weiterer Beweis fürseinen innovativen Geist. Wir haben

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unseren Gedankenaustausch immerweiter fortgesetzt, und eben deshalbfühlte ich mich geehrt, als John michfragte, ob ich ein Vorwort zu Masteringthe Trade1 verfassen wolle.

Ich beurteile ein Buch zum ThemaTrading nach einem einfachen Kriterium:Habe ich etwas Neues gelernt?Mastering the Trade bietet einem nichtnur neue Konzepte – es ist auch nochäußerst hilfreich und leicht zu lesen.Dies ist in der Trading-Literatur eineseltene Kombination. Zusätzlich gibtJohn zu bedenken, dass es weder eineeinzige Methode, noch eine einzigeLösung für erfolgreiches Trading gibt.Seiner Überzeugung nach kann nurderjenige erfolgreich handeln, der seine

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eigene Persönlichkeit genau kennt.Jede Entscheidung, von der

Haltedauer für einen Trade bis hin zurGeldmenge, die der Investor bei einemTrade riskieren möchte, ist eineReflektion seiner angeborenenVorlieben. Deshalb betont Masteringthe Trade bereits zu Beginn, wie wichtigeine passende Herangehensweise an dasTrading ist, bevor die Methodenbesprochen werden.

Wenn sich das Buch dann demeigentlichen Prozess des Tradingszuwendet, so glänzt es auch hier. Egal,wie lang der Leser sich schon mit denMärkten beschäftigt hat, er findet dochstets neue Methoden oder Zusätze zubereits existierenden Methoden, die ich

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für äußerst nützlich halte. Ein Beispiel:Einem aktiven Teilnehmer auf demMarkt der Futures ist Johns Methode desextremen »Tick Readings« sehrhilfreich. Ich kann nun entscheiden, obich diese Methode anwenden, sieweiterentwickeln oder sie einfachignorieren möchte. Das Schöne amTrading ist, dass es keinen Masterplangibt. Und John versucht auch nicht, seineIdeen als eben diesen Masterplananzupreisen. Sie werden präsentiert,diskutiert und dann demonstriert. Sehrschön ist die Tatsache, dass nicht jederTrade erfolgreich endet. Das Setup istdas Ergebnis von Wahrscheinlichkeiten,die bei richtiger Behandlung zum Erfolgführen sollten. Das ist Johns essenzielle

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Botschaft: Schlechte Trades gibt es dieganze Zeit; es kommt darauf an, wie manmit ihnen umgeht.

Ein weiterer Punkt in Mastering theTrade ist, dass es eben keine einzigeAntwort auf die Frage gibt: Sollte manauf einem Markt long oder short sein? Esgibt für beide Handlungen vernünftigeAntworten. Die Märkte liefernbestimmte Hinweise, aber der Rest hängtvom eigenen Trading-Stil ab. Das ist derGrund, warum John aufzeigt, wie alleMöglichkeiten zur Verwendung gelangen– von Monatscharts bis zu Ein-Minuten-Pivots. Ein Vollzeit-Trader wird andereMaßstäbe in Sachen Volatilität undRisiko setzen als jemand, der den Marktnur vor der Eröffnung und nach der

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Schließung beobachten kann.Trading ist eine nervenaufreibende

Angelegenheit. Man kann das Gesternimmer perfekt erklären. Der Wochen-Trader sagt: »Wäre ich doch nur demEin- Minuten-Chart gefolgt, dann wäreich jetzt nicht in dieser Situation«. DerEin-Minuten-Intraday-Trader sagt:»Hätte ich mich doch nur auf denwöchentlichen Pivot-Punkt verlassen,dann wäre ich nicht ausgestoppt wordenund hätte hohe Profite gemacht«. Johngeht anders vor. Er wendet ein ehrliches,intellektuelles System beim Trading an,schlägt Risiko-Ertrag-Setups vor undlässt dann die Märkte ihren Teilerledigen. Denken Sie daran: Der Markthat immer recht. Die Analyse oder das

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Setup ist falsch.Mastering the Trade untermauert

das, was erfolgreiche Trader intuitiv tun,wenn sie eine Position platzieren: imRahmen der finanziellen Möglichkeitenhandeln, lange dabeibleiben undzusehen, dass die Zeit zum eigenenVerbündeten wird. Verluststreckenwerden sicher stattfinden, und zu wissen,dass sie stattfinden werden, und sie zudurchleben, sind zwei verschiedeneDinge. Streuen Sie Ihre Trades aufverschiedenen Märkten. Einige Setupswerden auf einem Markt gutfunktionieren und dann plötzlich nichtmehr. Der Markt hat sich nichtverändert. Auch das Setup ist nichtgescheitert: Je mehr Möglichkeiten es

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gibt, desto besser sind dieErfolgsaussichten. Wer aber zu großhandelt, wird vielleicht nicht mehr in derLage sein, den nächsten Trade nach einerReihe von Verlusten zu starten. Johnmacht hilfreiche Vorschläge zur Größeeines Trades.

Ich schlage vor, die Liste derempfohlenen Märkte zu studieren undsich darauf vorzubereiten, auf vielen vonihnen zu agieren. Wir alle neigen dazu,die Setups auf den Märkten zu wählen,zu denen wir von vornherein eineAffinität haben. Die Botschaft vonMastering the Trade ist, dass Setupsobjektiv sind und helfen können, dieinneren Kämpfe, die ständig ausgetragenwerden, zu eliminieren. Heute könnte ein

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Single-Stock-Future auf einem Chartgroßartig aussehen. Das Setup könnteaber anzeigen, dass es Zeit ist zuverkaufen. Wenn Sie auf der Suche nacheiner Entschuldigung dafür sind, denSignalen nicht zu folgen, sollten SieMastering the Trade nicht kaufen. WennSie es aber satt haben, immer sagen zumüssen: »Ich wusste, dass das passierenwürde!«, und dieses Wissen nichtbegründen zu können, dann ist JohnCarters neues Buch ein großartigerAusgangspunkt für eine realistische,bodenständige Methode, den Trade zumeistern!

Peter BorishChairman OneChicago

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Ehemaliger Forschungs-Chef beiPaul Tudor Jones

1) Mastering the Trade ist der Buchtitel derenglischsprachigen Originalausgabe.

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D

Einleitung

ie beste Lektion, die ich jemalsüber Short-Term-Trading gelernthabe, fand während eines

Raftings statt. Wir saßen zu acht ineinem Boot, als wir gegen einen Felsenfuhren und wie durch ein Katapult in dieLuft geschleudert wurden. Das führtedazu, dass wir alle kopfüber imeiskalten Wasser landeten. Die Hälftevon uns konnte sich an die Anweisungerinnern, in einem solchen Falle ruhig zubleiben und sich auf den Rücken zulegen, mit den Füßen stromabwärts. Wir

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rasten also zwischen Felsen undWasserfällen hindurch, bis wir unsschließlich ans Ufer ziehen konnten. Esverging eine ganze Stunde, bis uns klarwurde, was mit dem Rest der Gruppepassiert war. Für sie organisierten wireine Rettungsaktion. Das Ergebnis derHavarie: eine klaffende Beinverletzung,eine Gehirnerschütterung und einePerson, die beinahe ertrunken wäre.Später, als ich mit den Betroffenensprach, sagten sie mir, dass sie alle eineArt »Gehirnstarre« erlebt hätten. Siekonnten die Gefahr, die sie umgab,wahrnehmen. Sie wussten, dass sie sichin Schwierigkeiten befanden. Siewussten sogar, dass sie etwas tunmüssten, irgendetwas. Sie konnten sich

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jedoch nicht entscheiden, was. Alsotaten sie das, was ihnen als einzigeMöglichkeit noch übrig blieb: Sieverharrten in Schockstarre und taten garnichts. Wegen ihrer Apathie packte derFluss sie am Schlafittchen und schlug siebewusstlos.

Ich kann mich an den Kommentareines Gruppenmitglieds erinnern:»Dieser Fluss wollte mich umbringen!«Doch der Fluss wollte sicherlichniemanden umbringen. Er tat einfach,was er immer tut: schnell durch einenCanyon fließen, um den Ozean zuerreichen. Die Mitglieder der Gruppe,die das Naturell des Flusses verstandenhatten, waren auf diese kleineAchterbahnfahrt vorbereitet. Diejenigen,

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die darauf nicht vorbereitet waren,bezogen Prügel.

Die Ähnlichkeit dieses Ereignissesmit einem typischen Trading-Tag istdeutlich: Der unvorbereitete Trader(Newbie) befindet sich in der gleichenSituation wie der unvorbereiteteWildwasserfahrer. Im Fall extremerUmstände werden beide in Schockstarreverfallen und können von Glück reden,wenn sie diese Erfahrung überleben. Eineinziger Verlust-Trade kann dieGewinne von Monaten oder gar Jahrenverschlingen.

Professionelle Trader erzielenGewinne nicht, weil sie öfter richtigliegen als andere, sondern, weil sie esverstehen, aus dem »Frischfleisch« an

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Amateuren und schlecht vorbereitetenTradern ihren Vorteil zu ziehen.»Frischfleisch« ist die Bezeichnung füralle Trader, die weniger als zehn Jahredabei sind. Angesichts dessen wirdschnell klar, dass viele Trader überdiese Opferrolle erst gar nichthinauskommen. Die Minderheit, diediese Phase überlebt und in die Reihender konstant Gewinne erzielendenTrader aufsteigt, sind die Investoren, dieFolgendes verstanden haben:

Die Finanzmärkte sind naturgemäßdarauf ausgelegt, die menschliche Naturauszunutzen. Das Ergebnis: Die Märktevollziehen massive Intraday- und Swing-Bewegungen, von denen so wenigeMarktteilnehmer wie möglich

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profitieren. Ein Trader, der diesenZusammenhang nicht verstanden hat,wird verlieren.

Trader können mehr über den Marktwissen als irgendjemand sonst. Wenn sieaber die falsche Methode bei ihrenTrading-Setups anwenden, werden sieGeld verlieren.

Trader können mehr über einenIndikator oder eine Gruppe vonIndikatoren wissen als irgendjemandsonst. Wenn sie aber die falscheMethode bei diesen Indikatorenanwenden, werden sie Geld verlieren.

Trader können ganz genau wissen,was sie tun. Wenn sie aber auf einemMarkt traden, der nicht zu ihremCharakter passt, werden sie Geld

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verlieren.Trader können genau wissen, was sie

tun. Wenn sie aber die gleichenStrategien anwenden, die sie in anderenLebensbereichen erfolgreich angewendethaben, werden sie Geld verlieren.

Ohne dieses Wissen ist ein Traderwie eine verwundete Antilope inmitteneines Löwenrudels, wo es nicht um dieFrage geht, »ob« die Antilope getötetund gefressen wird, sondern »wann«.Für einen Händler, der über diesesWissen nicht verfügt, ist die Frage nachdem potenziellen finanziellen Ruin keineFrage von »ob«, sondern von »wann«.

Nichtsdestotrotz überschwemmenjedes Jahr Tausende neuer,unvorbereiteter Trader die Märkte –

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auch wenn alles gegen sie spricht. IhreKöpfe sind voll vom Gedanken des»Easy Cash«, des schnellen Geldes, vonFirst-Class-Flugtickets und von derVorstellung, ihrem Chef endlich sagen zukönnen, er könne sich seine Arbeitsonstwohin stecken. Zu dem Zeitpunkt,an dem die meisten unter ihnen denersten Hauch einer Idee verspürt haben,die es ihnen erlaubt hätte, endlich zuverstehen, wie Trading wirklichfunktioniert, sind sie bereis über dieKlippen gesprungen und fallen auf diedahinterliegenden Felsen. Alles, was sieals Ergebnis ihrer harten Arbeitvorweisen können, sind große Mengenan Frustration und Verzweiflung,vielleicht auch ein Wutausbruch – und

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natürlich ein Trading-Konto, das voneinem Profi abgeräumt wurde.

Im Trading geht es nicht darum,Händchen zu halten, John Lennons»Imagine« zu säuseln und gemeinsamGeld zu erwirtschaften. DieFinanzmärkte sind die demokratischstenOrte auf der ganzen Welt. Es ist völligirrelevant, ob ein Trader männlich oderweiblich, weiß oder schwarz,Amerikaner oder Iraker, Republikaneroder Demokrat ist. Es geht ausnahmslosum seine Fähigkeiten.

Der einzige Weg, ein professionellerTrader zu werden, besteht darin,diejenigen Fähigkeiten abzurufen, dieeinen vom Rest der Schafherdeunterscheiden. Dieser Unterschied wird

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durch die Verwendung spezifischerChart-Setups und Trading-Methodengeschaffen, welche die fünf obenaufgeführten Grundregeln und diePersönlichkeit des Tradersberücksichtigen. Sonst werden sich dieRaubtiere die Lefzen lecken, wenn siesehen, wie Sie voller Elan undBegeisterung die Drehtür zu denFinanzmärkten hereinkommen. Denn siewerden das besagte Frischfleischwittern, das zum Verzehr freigegeben ist.Es wird ein Festmahl für sie sein.

WER SOLLTE DIESESBUCH LESEN?

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In diesem Buch wird eine ganzbesondere Herangehensweise an dieMärkte erörtert, deren Fokus auf dentatsächlichen Ursachen liegt, welche dieMärkte in Bewegung halten, und die aufAktien-, Option-, Future- und Forex-Trading angewendet werden kann. In derRealität bewegen sich Kurse nicht, weilsie es so wollen, sondern weil siemüssen. Margin-Calls, Stopp-Runs undpsychische Kapitulation sind Dinge, dieinnerhalb kürzester Zeit unweigerlich zueinem Schnellfeuer von Market-Ordersführen. Sie sind Ursache für steileIntraday-Bewegungen, die zwischen einpaar Minuten und ein paar Stundendauern, oder in einem größeren Rahmenfür Swings, die ein paar Stunden oder

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ein paar Tage anhalten. DieseBewegungen bereiten jenen TradernKopfschmerzen, die nicht verstandenhaben, wie dieser Prozess funktioniert.Doch es gibt immer eine Gruppe vonTradern, die von diesen Bewegungenprofitiert. Das vorliegende Buchbeleuchtet Wege, wie man sich »auf deranderen Seite des Trades« positionierenkann, um aus diesen Bewegungen auf derGrundlage einer ganz besonderenInterpretation klassischer technischerAnalyse und Chart-Patterns Vorteile zuziehen. Im Speziellen befasst sich dasBuch mit Strategien, die einen genauenEinstieg, einen genauen Ausstieg sowieStopp-Loss-Levels für das Intraday-Trading von Aktien, Optionen, ETFs, E-

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Mini-Futures, Bonds mit 30-jährigerLaufzeit und den Forex-Währungsmarktumfassen. Außerdem behandelt esSwing-Trade-Setups, die imZusammenhang mit Aktien, Optionen,Single-Stock-Futures und E-Mini-Stock-Index-Futures erörtert werden.

Ich hoffe, dass Trader allerErfahrungsstufen den Überblick über denbreiten Markt sowie die spezifischenTrading-Strategien in diesem Buchbegrüßen werden. Anfänger werden miteinem Blick auf die Realität versorgt,der Hypes außer Acht lässt, einem Blickdarauf, wie die Märkte wirklichfunktionieren. Sie werden in klareKonzepte und Trade-Setups eingeführt,und sie lernen zu verstehen, warum

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weniger erfahrene Trader so lange Geldverlieren, bis sie die grundlegendenMarktmechanismen erfasst haben, dieständig hinter den Kulissen ablaufen. Siewerden außerdem lernen, diesenUmstand immer wieder zu nutzen.

Es ist mein erklärtes Ziel, dass auchTrader, die bereits ein wenig Erfahrunggesammelt haben, von den Informationenin diesem Buch profitieren, denn diesesBuch soll sie auf die nächste Stufe desTradings heben. Zusätzlich hoffe ich,dass professionelle Trader einige derWahrheiten, die sie selbst erfahrenhaben, in diesem Buch wiederfinden.Außerdem soll dieses Buch auchdenjenigen Tradern neue Ideenvermitteln, die ihren Gewinn steigern

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können. Aktien-Trader, die bisher nochnie mit E-Mini-Futures oder Forexgehandelt haben, werden lernen, wiediese Märkte funktionieren und wie mansich ausreichend Informationenbeschafft, um entscheiden zu können, obdiese Märkte für ihr persönlichesTrading geeignet sind. Sie werdenlernen, wie die Future-Märkte bestimmteAktien beeinflussen – und dadurchwerden sie sich besser positionierenkönnen, um höhere Gewinne beimAktien-Trading zu erzielen.

Day-Trader werden lernen, warumes nicht viel nützt, sich allein auf dieIndikatoren zu verlassen. Sie werdenspezifische Strategien kennenlernen,frühzeitig in einen Trade einzusteigen,

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und sie werden lernen, zu unterscheiden,wann der richtige Zeitpunkt zumAussteigen ist und wann man diePosition halten sollte. Swing-Trader undreine Aktienhändler werden lernen, wieman die »Gezeiten« auf den Märktenliest und ob es besser ist, long oder shortzu gehen. Investoren, die einen Blick aufihre Altersversorgungskonten werfen,erhalten detaillierte Anregungen, ihreInvestitionen auf monatlicher odervierteljährlicher Basis zu planen, umdadurch die Erträge zu verbessern.Obwohl dieses Buch auf Vollzeit-Traderausgelegt ist, gibt es auch Textpassagen,die sich an solche wenden, die einenanderen Hauptberuf haben und nur inTeilzeit traden können. Letzteres hat

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auch seine Vorteile – wenn man esrichtig macht.

Obwohl ich meine, dass dieses Buchein willkommenes Produkt für alle seinwird, die sich für die Finanzmärkteinteressieren, so ist es doch auch wichtigzu sehen, dass das Buch lediglich einegrundlegende Kenntnis der Arbeitsweisevermittelt. Es gibt kein Kapitel, das dieDetails des Unterschieds vonUnterstützung und Widerstand erklärt,und auch kein Kapitel mit 25 Beispielenzur Erklärung des Unterschieds zwischeneinem Aufwärts- und einemAbwärtstrend. Es gibt zwar ein Kapiteldarüber, wie mit Optionen zu verfahrenist, doch es gibt keins darüber, wieOptionen funktionieren. Anders

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ausgedrückt: Wenn über ein Themabereits geschrieben wurde oder allesWissenswerte bei Google zu erfahrenist, habe ich es in vorliegendem Buchnicht berücksichtigt. Dieses Buchkonzentriert sich auf neue Konzepte,über die bislang noch nicht geschriebenwurde. In diesem Zusammenhang bietetdas Buch ein Kapitel als Einführung zumThema »Trading von Futures und Forex«sowie in die verschiedenen Arten vonMärkten, auf denen der Schwerpunktdieses Buches liegt. Sollten Sie sichnicht sicher sein, was ein Bond-Tickwert ist oder was zehn Euro-Pips für IhrP&L bedeuten, dann ist dieses Kapiteldas richtige für Sie. Ich werde außerdemüber Webseiten und andere Bücher

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schreiben, die einem helfen, stets aufdem neuesten Stand zu sein.

Zusätzlich zu spezifischen Trading-Setups behandelt das Buch praktischeAspekte des Tradings. So etwa dieverwendete Hard- und Software, MoneyManagement und die Entwicklung einerStrategie, die dem Charakter desTraders entspricht. Den Schluss bildenspezifische Informationen, die sich amnächsten Handelstag verwenden lassen.

Legen wir also los.

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TEIL 1

DieGrundausbildung

für Trader

Ich möchte den Käse gar

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nicht,ich möchte nur aus der Fallerauskommen.

– Spanisches Sprichwort

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1. KAPITEL

Die Märktebewegen sichnicht, weil siewollen, sondernweil sie müssen

DAS PROFIL EINES

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DURCHSCHNITTS-TRADERS: MIT DENFALSCHEN FÄHIGKEITENZUR FALSCHEN ZEIT AMFALSCHEN ORT

Trader sind ständig den Kräften derzwei Welten ausgesetzt, zwischen denensie festhängen und die einerseits dasBeste und andererseits das Schlimmstedarstellen, was das Trading zu bietenhat. Einerseits können sie mitLeichtigkeit und Effizienz auf einemMarkt ein- und wieder aussteigen,wovon bei großen Fonds nur zu träumenist. Sie können für sich besondere

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Nischen gestalten, wie sie einRentenmanager niemals zu Standebringen oder gar kopieren würde. Aufdiese Weise haben sie die Möglichkeit,ein unabhängiges Leben

zu führen, ohne den alltäglichenÄrger von Otto Normalverbraucher.Dies sind äußerst verlockende Anreize,die sich mit keiner anderen Tätigkeiterreichen lassen.

Die Gründe, warum sich Menschenfür Trading in Voll- oder Teilzeitentscheiden, sind vielfältig. Es könnteder Wunsch nach einer beruflichenVeränderung, nach mehr Unabhängigkeitsein, der Wunsch, der Verantwortungeiner Führungsposition in einemUnternehmen zu entkommen, oder die

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Möglichkeit, zu Hause bei den Kindernzu bleiben. Dieser »Job« bietet dieChance eines ansehnlichen Einkommensund ist wesentlich interessanter undunterhaltsamer als jeder andere Beruf –außer Rockstar vielleicht. Aber falls dieMöglichkeit, gemeinsam mit U2 aufeiner Bühne zu stehen, ein bisschenunerreichbar zu sein scheint, dann istTrading eine gute Alternative.

Traden lässt sich überall, wo eseinen zuverlässigen Internetzugang gibt.Kein Chef erteilt alberne und ständigwechselnde, widersprüchlicheAnweisungen, während er sich miteinem System abmüht, das ihn an denRand seiner Fähigkeiten (oder darüberhinaus) gebracht hat. Angestellte sind

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nicht notwendig. Für diejenigen unteruns, welche die Welt der Unternehmenüberlebt haben, gibt es nichts, waseinem so ein Freiheitsgefühl verschafftund so schön ist, wie wenn man keinegroße Gruppe von leidenschaftslosenmenschlichen Wesen mehr leiten muss.Dank der Leasingprogramme von Firmenwie Dell sind die Startkosten minimal.Es ist völlig in Ordnung, im Bademanteloder gar nackt zu traden. Das Beste aberist die flexible Arbeitszeit. Beispieleeiniger erfolgreicher Trader, mit denenich zusammenarbeite: Aktiv Traden vonOktober bis April, danach fünf MonateUrlaub. Oder: Lediglich während derersten beiden Stunden des Handelstagshandeln und dann den Rest des Tags

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freimachen. Oder: So lange traden, bisman 50 Prozent seines Kapitals neuerwirtschaftet hat, und dann den Rest desJahrs frei nehmen. Diese Liste lässt sichbeliebig erweitern. Bei allem, wasdieser Beruf zu bieten hat, ist es alsokein Wunder, dass Zehntausende ihrGlück versuchen und in diesemreizvollsten aller Berufe zu arbeitenbeginnen. Er verkörpert densprichwörtlichen »amerikanischenTraum«.

So viel Freiheit hat freilich einengrausamen Preis. Einfach ausgedrückt:Die Märkte können eine(n) Trader(in)nicht vor sich selbst schützen.Individuelle Trader sind – anders alsFondsmanager – unbeaufsichtigt, und es

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steht ihnen frei, ungehindert nacheigenem Gutdünken zu agieren. Und beimanchen Tradern bedeutet das, dass siesich aufführen wie Siebenjährige, dienach dem Ex-Trinken von zwei Dosen»Mountain Dew« bei Toys’R’Usabgesetzt worden sind. Leider verstärktdiese Freiheit schlechteAngewohnheiten. Die Folge ist einMarkt, der sich so bewegt und sogedeiht, dass möglichst viele Menschenständig kein Geld verdienen. Warum dasso ist? Es hat damit zu tun, dass Traderdie besten Verkäufer der Welt sind.

Obwohl Gebrauchtwagenhändlernder zweifelhafte Ruf anhaftet, penetrantund unehrlich zu sein, ist das nichts imVergleich zu einem Durchschnitts-

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Trader. Ein(e) Trader(in), der/die einePosition eingegangen ist, kann sichselbst derart belügen, dass er/sie allesglaubt, was den Glauben verstärkt, dasser/sie Recht hat.

Wenn er sich einem Verlustgegenübersieht, wird unserDurchschnitts-Trader einen Blick aufden Chart werfen und jedem in Hörweitemitteilen, dass es so aussehe, als ob esbald zu einer Kursumkehr käme. Mitdem Ergebnis, dass er nicht aus seinerPosition aussteigt und seine Verlusteweiter wachsen.

Mit einem möglichen Gewinnkonfrontiert, wird unsere Durchschnitts-Traderin zögern, auszusteigen, und ihrerKatze erzählen, dass »… der Markt gut

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performt. Es ist zu früh, um jetzt zuverkaufen«. Das Ergebnis: Sie bleibt imTrade, und der verwandelt sich in einenVerlust.

Der Fehler, den die beiden gemachthaben, ist eine weit verbreitete,verhängnisvolle Krankheit bei denmeisten Tradern. Sie sind sich nichtdarüber im Klaren, wie der Marktnaturgemäß ihre Reaktionen soprogrammiert, dass sie Verluste machen.Und sie sind sich nicht derSchlüsselfaktoren bewusst, die dieMärkte wirklich bewegen und die ichbereits in der Einleitung erörtert habe.Die Folge sind Trader, »die wie Spatzenessen, aber wie Elefanten sch….n.«Dieser Situation kann natürlich kein

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Konto standhalten. Schlimmer noch:Dieser Kreislauf, den eigenen Gefühlenausgeliefert zu sein, kann nurdurchbrochen werden, wenn er frontalangegangen wird. Leider verstehenprofessionelle Trader diese Situationnur zu gut und setzen deshalb ihreParameter so, dass sie davon profitieren.Sie beuten insbesondere die Trader aus,die nicht verstanden haben, warum sieverlieren. Das Unheil des einen Tradersist des anderen täglich Brot.

ALLES DREHT SICH UMSCHMERZ UND LEIDEN

Das Problem ist einfach und doch

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zwiespältig. Erstens: Obwohl Tradersicherlich wissen, dass nicht alle Tradesgut ausgehen können, bekommen siedoch bei jedem das »sichere Gefühl,dass es diesmal klappt«. Eine Studie vonkanadischen Psychologen dokumentiertdiesen faszinierenden Aspekt desmenschlichen Verhaltens. Gleich nachdem Setzen einer Pferdewette sind dieLeute wesentlich zuversichtlicher, dassihr Pferd gewinnt, als sie es noch kurzvor dem Setzen waren. Es ist klar, dasssich an dem Pferd selbst nichts geänderthat. In den Köpfen der Wettenden aberhaben sich die Chancen des Pferds nachder Wettabgabe immens erhöht. Ohne zuweit in psychologische Abhandlungenabzuschweifen: Dieses Verhalten hat mit

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der sozialen Prägung zu tun, dass wirmöglichst zu unseren eigenenEntscheidungen stehen sollen. Wenn wiruns einmal entschieden haben, soreagieren wir nach innen und außen stetsdamit, unsere früheren Entscheidungenzu rechtfertigen. Wenn wir eine richtigeEntscheidung getroffen haben, gehtdieser Prozess gut für uns aus, und wirsteigern unser Selbstvertrauen. Wennwir aber eine falsche Entscheidunggetroffen haben – ob es sich dabei umeinen Trade, einen Job oder den Partnerhandelt –, dann wird dieserpsychologische Prozess alles noch vielschlimmer erscheinen lassen. Wirweigern uns schlicht und einfach,loszulassen und weiter nach vorn zu

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schauen, und konzentrieren uns zu sehrdarauf, unsere frühere Entscheidung zurechtfertigen. Manche Menschenverschwenden ihr ganzes Leben damit,eine falsche Entscheidung zurechtfertigen. Was für eineZeitverschwendung!

Zweitens: Viele Trader meinen, siekönnten sich auf ihr Urteilsvermögenverlassen, wenn sie einen Tradeeingegangen sind. Auf dem Papier istdas sicherlich sinnvoll. Tatsache istjedoch, dass Trader dann amobjektivsten sind, bevor sie in einenTrade einsteigen. Ist der Trade ersteinmal gestartet, fällt der Grad anObjektivität direkt proportional zurAnzahl der über dasselbe Konto

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gehandelten Anteile oder Kontraktestetig ab. Stellen Sie sich das so vor:Wenn ein Trader, der ein 10.000-Dollar-Konto hat, mit 10 E-Mini-S&P-Futures long ist, und ein anderer, der ein100.000-Dollar-Konto besitzt, mit einemE-Mini-S&P-Future long ist – wer vonbeiden wird dann bei jedem Tick Blutund Wasser schwitzen? Nicht nur, dassder erste Trader schon das Gefühl hat,»dass dieser Trade funktionieren wird«,er ist jetzt auch noch unweigerlich demzusätzlichen Druck ausgesetzt, einePosition managen zu müssen, die beijedem Tick riesige Equity-Percentage-Schwankungen erzeugt. Trader, die sichauf ihr Urteilsvermögen verlassen, wennsie eine Position eingegangen sind, die

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sie emotional sehr aufwühlt, handeln so,als wollten sie ein Boot mit einemPaddel aus Emmentaler flussaufwärtsrudern – es funktioniert einfach nicht.

Die oben genannten Faktoren halteneinen Teufelskreis am Laufen, dessenFolge Trader sind, die sich ständigselbst – wie schlechteGebrauchtwagenhändler – eine ganzeReihe falscher Vorstellungen verkaufen.Anstatt einen Schlachtplan zu verfolgen,anhand dessen sie aus einer Positionaussteigen könnten, verbringen sie ihreZeit damit, zu begründen, warum sieRecht haben. Und es gibt nur ein oderzwei Gründe, die sie dazu bringenkönnen, eine Position glattzustellen. Dererste wäre, dass der Schmerz durch das

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Halten der Position so übermächtigwird, dass sie es nicht länger aushalten.Wenn dieser Punkt des Aufgebenserreicht ist, fangen sie an, wie verrücktauf ihre Tastatur einzuhacken, um »zumbestmöglichen Kurs« zu verkaufen(beziehungsweise sich einzudecken), undauf diese Weise den Schmerz zu lindern.Der zweite Grund ist ein so genannter»Margin Call« ihres Brokers, der ihnenhöflich anbietet, ihnen zu helfen, undihnen freundlich mitteilt, dass sieaussteigen sollten. Dieser Trade wirdebenfalls »zum bestmöglichen Kurs«platziert. In solchen Situationen existiertkein Plan, kein klarer Gedanke und keineObjektivität, nur ein Haufenerzwungener Sell- beziehungsweise

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Buy-Orders, wenn jemand short ist.Dieser Akt der Kapitulation, bei dem dieTrader aussteigen, weil sie müssen,nicht, weil sie es so wollen, istemotionsgesteuertes Trading inReinform – und das ist es, was dieMärkte in Bewegung hält. Egal ob essich um einen monatelangenAbwärtstrend auf Grund von anhaltendenKapitulationsverkäufen oder um einezehnminütige Rallye auf Grund vonDeckungskäufen handelt – dieseHandlungsweisen sind Ursache dergroßen Bewegungen auf allen Märktenund in allen Zeitfenstern. Die Märktebewegen sich nicht, weil sie wollen,sondern weil sie müssen.

Der Druck, den sich die Trader

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machen, die versuchen, »im Einklang mitihrer ursprünglichen Entscheidung« zuhandeln, sowie die Trader, die ihrefinanziellen Möglichkeiten bei Weitemüberschreiten, führen mehr als allesandere zu Katastrophen beim Trading.Katastrophen für die meisten zumindest.Auf zehn bis 20 Trader, die ihrenKontorahmen sprengen, kommentypischerweise ein bis zwei Trader, dieein Vermögen verdienen. Schließlichverschwindet das Geld nicht einfach. Esfließt nur auf ein anderes Konto – vonjemandem, der mit seinen Setups gezieltdie menschliche Natur ausnutzt.

EINE FALLSTUDIE, DIE

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BEIM STUDIUM AN DERHARVARD BUSINESSSCHOOL NICHTVORKOMMT

Abbildung 1.1 zeigt den Chart eineraktiv gehandelten Aktie, deren Name unsvorerst nicht interessieren soll. Währenddes Jahrs 2004 wurde die Aktie voneiner Seite der Trader-Gemeinde gekauftund von der anderen energischgeshorted. Beide Parteien hattenreichlich Gelegenheit zumGeldverdienen. Am 29. Dezember 2004markierte die Aktie ein neues 52-Wochen-Hoch und erreichte am nächstenHandelstag 33,45 US-Dollar. Im Verlauf

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der folgenden fünf Börsensitzungen gabes einen Pullback zur Supportlinie bei27,62 US-Dollar (Punkt 3). Dies stellteeine solide Kaufgelegenheit dar, die dieKaufgelegenheit bei Punkt 1 mit dergleichen Oversold-Wahrscheinlichkeitwie in Punkt 2 nachbildete.

Dieser Chart stellt einen klassischenFall eines Wendepunkts dar, an demeinige Trader eine Entscheidung treffenmüssen. Einem Trader, der die Aktiegekauft hat, als sie zum Höhenflugansetzte, wird es wehtun, während einer,der bei dem Hoch short gegangen ist, einHochgefühl empfinden wird. Investoren,die bei schon bei 10,00 US-Dollar longgegangen sind, werden begeistert seinund sich überlegen, ob sie bei dem

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Pullback ihre Position ausbauen sollen.Ein Trader, der bei der Aktie flat ist,wird besorgt sein, weil er die nächsteKursbewegung nicht verpassen will, undversuchen, bei dem Pullback zurSupportlinie zu kaufen. Nehmen Sie sicheinen Augenblick Zeit, um sich denChart genau anzusehen. Was würden Siein dieser Situation tun? Gehen Sie shortoder kaufen Sie? Wie viel würden Sieriskieren? All das muss ein Traderwissen, bevor er einen Trade platziert.

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Abbildung 1.1

Lassen Sie uns einen fiktiven Traderals Beispiel nehmen, den ich Joe Tradernennen will. Joe tradet schon seit einerWeile und hat eine Menge über Risk-Reward-Ratios gelernt; auch dass es

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heißt, geduldig auf hochprofitable Setupszu warten. Er wirft also einen Blick aufunseren Chart und bemerkt eineanständige Kaufgelegenheit bei dieserAktie. Sein Tradingkonto weist einenStand von 100.000 US-Dollar auf. Kurzvor Börsenschluss kauft er für etwa dieHälfte seines Budgets 2.000 Anteile zu27,80 US-Dollar, ohne dass auch nur imGeringsten eine zusätzlicheSicherheitsleistung notwendig wäre. Erplatziert eine Stopp-Limit-Order bei26,20 US-Dollar sowie eine GTC-Sell-Order (Good-till-cancelled) bei 32,60US-Dollar, also knapp unter demjüngsten Höchststand. Er riskiert 1,60US-Dollar (3.200 US-Dollar), um 4,80US-Dollar (9.600 US-Dollar) zu

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verdienen, eine sehr angenehme Risk-Reward-Ratio von 3:1. Wenn erausgestoppt wird, verliert er 3,2 Prozentseines Kontostands, was er angesichtseiner Rendite von 9,6 Prozent für einannehmbares Risiko hält.

Am nächsten Tag, am 7. Januar 2005,eröffnet die Aktie mit einerAbwärtslücke bei 23,78 US-Dollar, unddamit deutlich unter Joes Stopp-Limit-Order (siehe Abbildung 1.2). Damit hältJoe die Position, seine Stopp-Limit-Order wird erst ausgelöst, wenn derKurs wieder bei 26,80 US-Dollar steht.

Aber Joe verfällt nicht in Panik. Erhat das alles schon einmal erlebt. Essieht nicht gut für seinen Trade aus, aberdas ist nicht so schlimm, der Kurs steht

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nur um einen US-Dollar über seinemursprünglichen Stopp. Joe weiß, dassdie Kurse, bevor sie einbrechen, stetsnoch einmal ein Stück weiter ansteigen,bevor sie endgültig sinken. Die Aktie istnach der Tages-Stochastik auchüberverkauft, was einen Kurssprungnach oben erwarten lässt, auch wenn essich vielleicht nur um einen Dead-Cat-Bounce handelt. Er entscheidet sich,seine Stopp-Limit- Order für diesenmöglichen Wiederanstieg des Kursesstehen zu lassen und beabsichtigt, kurzvor Börsenschluss noch einmalnachzusehen, wo der Kurs dann steht.

Etwa 15 Minuten vor derSchlussglocke wirft er noch mal einenBlick auf die Aktie und stellt fest, dass

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sie sein Stopp-Limit niemals erreichthat, sich aber während des Tages vondem Tief wieder ein wenig erholt hat. Ermeint, die Chancen stünden gut, dass derKurs sich am nächsten Börsentag nochein gutes Stück weiter nach obenbewegt. Joe ist ruhig. Er ist objektiv. Erentscheidet sich dranzubleiben.Unglücklicherweise ist der nächsteHandelstag erst Montag, und somitverbringt er den Großteil desWochenendes damit, über die Aktienachzudenken, und reagiert kaum aufseine Umwelt. Am Sonntag fällt seinerFrau auf, dass Joe das ganzeWochenende über sehr ruhig war, fastschon apathisch, und dass er dauernd aufirgendwelche Charts auf seinem PC-

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Bildschirm starrt. Sie blättert nochmalsdie letzte Ausgabe der Cosmopolitandurch in der Hoffnung, Tipps zubekommen, wie man ihn aufmunternkönnte, aber bis sie die Zeitschriftfertiggelesen hat, stellt sie sich bereitsdie Frage, warum sie diesen Wichtüberhaupt geheiratet hat. Die Kerle inden Zeitschriften sind einfach vielverwegener und lustiger! Als sie amSonntagabend schlafen geht, ist siewütend.

Joe, der das alles gar nicht bemerkthat, starrt immer noch auf seinen Chart.

Endlich kommt der Montagmorgen.Joe hüpft nach grauenhaftem Schlaf ausdem Bett und kommt genau rechtzeitig,um zu sehen, dass die Aktie im

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vorbörslichen Handel niedriger steht.Bei der Eröffnung des regulären Handelsgibt es eine Abwärtslücke von fast 3,00US-Dollar (siehe Abbildung 1.3). Joeschüttelt ungläubig den Kopf. Wiekonnte das passieren?

Als Joe seinen Morgenkaffee trinkt,schaut er sich den Chart »objektiv« anund sieht all die Gründe dafür, warumder Kurs nach oben springen sollte. DieAktie hat mittlerweile mehr als 40Prozent ihres Allzeithochs eingebüßt –und das nur binnen sieben Tagen. Aufden Tagescharts hat der Kurs fast dieSupportlinie erreicht. Der Tages-Stochastik nach ist die Aktie hochgradigüberverkauft. Joe ist Realist. Er weiß,dass diese Aktie am Ende ist. Er weiß

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aber auch, dass sich die Aktie früheroder später ein wenig erholen wird, undes wird ihm dann möglich sein, miteinem blauen Auge davonzukommen. Erbeobachtet den ganzen Tag nägelkauendund Kaffee trinkend den Chart undunternimmt nichts. Der Kurs schließt miteinem Verlust von mehr als sechs US-Dollar unter seinem Stopp. Erschrockenüber diese Tatsache entscheidet sichJoe, einen weiteren Tag im Trade zubleiben, da ein Kurssprung überfälligist.

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Abbildung 1.2

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Abbildung 1.3

Erst als er die Garagentür hört, fälltihm wieder ein, dass er für seine Fraueinen Stapel Wäsche bei der Reinigunghätte abgeben sollen. Er packt dieKlamotten und rennt aus der Haustür.

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Am Dienstag, 11. Januar, eröffnet dieAktie (okay, es ist TASR) weitere dreiPunkte niedrigerer, bei einem Stand von17,01 US-Dollar (siehe Abbildung 1.4).Joe atmet tief durch und beißt die Zähnezusammen. Er hat keine Lust mehr, nichtschlafen zu können, und zu allemÜberfluss benimmt sich seine Frauplötzlich auch noch ausgesprochenablehnend. Er fragt sich, ob sie wohlsein P&L auf dem Bildschirm gesehenhat, ist sich aber sicher, dass er es gutversteckt hat, weil er die Anzeige seinerTrading-Plattform immer minimiert,wenn er das Zimmer verlässt. Er weiß,dass er mit seiner Frau sprechen muss,und das wird er auch, sobald er flat ausder Position ausgestiegen ist. Er schaut

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auf den Chart.Er redet sich selbst ein, jetzt bloß

nicht in Panik zu verfallen und sich nichtzu benehmen wie ein Anfänger, sondernwie ein professioneller Trader. Er istsich sicher, dass er nie mehr in so eineSituation kommen wird – in derZwischenzeit aber muss er einen kühlenKopf bewahren und aus demSchlamassel herauskommen.

Joe stellt fest, dass es ihm in denvergangenen vier Monaten gelungen ist,durch Trading ein monatlichesDurchschnittseinkommen von 5.000 US-Dollar zu generieren. Wenn er nun, bei17,00 US-Dollar, aus dem TASR-Tradeaussteigt, hat er allein damit 21.600 US-Dollar verloren. Es würde also länger

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als vier Monate dauern, bis er dasKapital wieder zusammen hätte. Er fragtsich selbst: »Okay, vergiss dieursprüngliche Order. Nehmen wir an, duwärst gerade erst eingestiegen. Waswäre ein vernünftiges Ziel?« Er setztrasch eine Reihe von Fibonacci-Linienein, um zu sehen, wo beim gesamtenKursabfall der 50-Prozent-Retracement-Level liegt. Dieser Wert befindet sichbei 22,79 US-Dollar, also deutlich unterJoes ursprünglichem Stopp. Wenn aberdie Aktie wieder auf diesen Wert stiege,so wäre das ein Gewinn von 11.580 US-Dollar, und das würde wiederum einenVerlust von lediglich 10.200 statt 21.600US-Dollar bedeuten. Joe setzt also seineneue Sell-Order, im sicheren Glauben,

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dass es nun klappen wird, lehnt sichzurück und wartet, was geschieht.

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Abbildung 1.4

Sonderbarer Weise setzt sich derAbwärtstrend der Aktie im Verlauf desTags weiter fort. Joe starrt auf den Chartund erinnert sich immer wieder daran,einen kühlen Kopf zu bewahren – die

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Aktie sei hoffnungslos überkauft undwerde demnächst nach oben springen.Habe Geduld, warte auf die Erholung,sei kein Dummkopf und verkaufe nichtam schlimmsten Tiefpunkt.

Als sich die Märkte demTagesschluss nähern, bricht TASR zuneuen Intraday-Tiefpunkten ein und fälltunter die 14,00-Dollar-Marke. Joespringt von seinem Schreibtisch auf undschreit angewidert auf. Das istunmöglich! TASR hat in acht Tagen fast60 Prozent verloren. Er ist kurz davor,vor Wut zu explodieren, er merkt, dasser es nicht länger aushalten kann. Er istmit seinen Nerven am Ende, und seinNacken ist so verspannt, dass er sichhart wie Sperrholz anfühlt. Joe verkauft

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kurz vor Börsenschluss bei 14,02 US-Dollar. Das bedeutet einen Verlust von27.560 US-Dollar. Er kann es immernoch nicht fassen, wie weit und wieschnell TASR gefallen ist. Wie vieltiefer kann der Kurs denn noch sinken?Spontan wirft Joe einen Blick auf denWochenchart und stellt fest, dass esoberhalb von 10,00 US-Dollar keineSupportlinie gibt. Er ändert sofort seineTaktik und geht kurz vor derSchlussglocke mit 4.000 Anteilen bei14,04 US-Dollar short. Obwohl er vonsich selbst angewidert ist, fühlt er sichnun doch ein Stück besser bei demGedanken, eine Maßnahme ergriffen zuhaben. So wird er wenigstens denweiteren Kursabfall der Aktie nicht

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verpassen. Er hat Angst davor, zu sehen,wie TASR am nächsten Tag eröffnet.

Joe entschließt sich, seiner Fraunichts von alledem zu sagen, schreibtsich aber selbst einen Erinnerungszettel,um am folgenden Tag die Kleidung ausder Reinigung zu holen.

TASR eröffnet flat am nächsten Tag,und fängt dann an, kontinuierlich zusteigen (siehe Abbildung 1.5). Joe istsich sicher, dass die Rallye nicht langeandauern wird. Er setzt trotzdem einenStopp knapp über den gestrigenHöchstständen. Dieses Mal setzt er eineStopp-Market-Order, weil ihn in ersterLinie die Stopp-Limit-Order in solcheSchwierigkeiten gebracht hatte. Er istsich sicher, dass dieser Trade

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funktionieren wird. Er hat auf ein gutesPferd gesetzt!

TASR schließt in der Nähe derRekordstände vom 12. Januar,überschreitet aber nicht dieHöchststände des Vortags – Joes Stoppgreift also nicht. Er kann sein Pech kaumnoch fassen und hofft, dass die Aktie amnächsten Tag mit einer Abwärtslückeeröffnen wird. Seine Frau ruft an, umihm zu sagen, dass sie mit ihren Mädelsausgeht. Joe besorgt sich ein SixpackBier und sieht sich auf HBO TonySopranos Sendung an, um zu sehen, wiedieser mit den Problemen in seinemLeben umgeht.

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Abbildung 1.5

Nun, der nächste Tag bricht an, unddie Aktie eröffnet mit einerAufwärtslücke von fast 4,00 US-Dollar.Joe wird durch seine Stopp-Orderausgestoppt, da diese, wenn sich der

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Kurs über seinen Stopp, also 20,83 US-Dollar, bewegt, zu einer Market-Orderwird. Joe verliert dabei 6,79 US-Dollar.Auf 4.000 Anteile gerechnet, bedeutetdas einen Verlust von 27.600 US-Dollar– fast genauso viel wie bei seinemersten Trade. Sein Trading-Konto vonursprünglich 100.000 US-Dollar stehtnun noch bei 45.280 US-Dollar. Er mussnun 121 Prozent erwirtschaften, umüberhaupt seinen Break-even zuerreichen. Er ist so wütend, dass er nichtweiß, was er tun soll. Schließlich packter seine Tastatur und schleudert siegegen die Wand. Etwa eine Stundespäter ruft seine Frau an und teilt ihmmit, dass sie zur Eheberatung gehensollten. Joe gönnt sich einen großen

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Whiskey und denkt über den Sinn desLebens nach.

Joe war long in der Aktie. Er wählteeinen Einstiegspunkt mit niedrigemRisiko, hatte ein tolles Risk-Reward-Ratio, und wagte lediglich drei Prozentseines Portfolios dran. Er hatte nichteinmal einen Margin Call erhalten, wieviele andere Trader in dieser Situation.Unterm Strich war es ein guter Plan,aber er endete in einem Desaster.

Für jemand anderen aber war es eintoller Trade. Dieser Chart von TASRzeigt eine andere Sichtweise (sieheAbbildung 1.6). Dies ist ein häufiganzutreffendes Setup, das dann entsteht,wenn große Fonds aus einer Aktieaussteigen wollen. Sie schieben den

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Kurs auf neue Höhen, verführen diePrivathändler und beginnen dann damit,abzustoßen. Sie wissen, dass diePrivaten bei den neuen Höchstständenkaufen werden, und ihnen ist auchbewusst, dass die Privaten bis hinunterzur Support-Linie kaufen werden. Dasgibt den Unternehmen reichlich Zeit, ihreBestände zu verkaufen. Ich nenne diesesSetup deshalb »Fake and Break«(Vortäuschen und Abhauen), und ichverwende es als Fade für Swing-Tradesbei Aktien. (»To fade a market« heißt,einen Trade in die entgegengesetzteRichtung der eigentlichen Kursbewegungzu führen.) Anders ausgedrückt: Wenneine Aktie bei diesem Setup eine Rallyehinlegt, versuche ich, sie zu shorten.

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Abbildung 1.6

TRADING-GRUNDSÄTZEFÜR VERKÄUFE BEISHORT-POSITIONEN BEI

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KÄUFEN INUMGEKEHRTERRICHTUNG

Nach folgenden Grundsätzenverfahre ich beim »Fake-and-Break«-Setup, welches ich beiindividuellen Aktien verwende:Sehen Sie sich nach Aktien um,die neue 52-Wochen-Hochserreichen: Am 30. Dezember,nachdem es tags zuvor ein 52-Wochen-Hoch bei Punkt 1 erreichthatte, eröffnete TASR mit einerAufwärtslücke und erreichte einAllzeithoch bei 33,45 US-Dollar(Punkt 2).

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Halten Sie bei Aktien, die neueHöchststände erreichen, mit Hilfeeines RSI (Periode 7) nachbearishen DivergenzenAusschau: Als TASR am 30.Dezember einen neuen Höchststanderklomm, erreichte der RSI 72,35(Punkt 4) und lag damit deutlichunter dem Wert des jüngsten 52-Wochen-Hochs am 15. November(Punkt 3). Wenn der Index aufimmer neue Hochpunkte steigt undder RSI gleichzeitig fallendeHochpunkte ausbildet, ist die Redevon einer bearishen Divergenz.Der RSI misst die relative Stärkeder Kursbewegungen und zeigt demTrader in diesem Fall, dass die

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Aktie an Stärke verliert.Achten Sie bei Aktien, die neueHöchststände erreichen, aufsignifikante Volumenrückgänge:Als TASR neue 52-Wochen-Hochserreichte, besaß sie nur noch einViertel des Volumens vomvorherigen Anlauf. Das ist so, wiewenn bei einem Auto das Benzinausgeht. Ohne Volumen gibt eskeinen anhaltende Kursbewegung.Shorten Sie die Aktie an demTag, an dem sie unter demvorvergangenen 52-Wochen-Hoch schließt: Am 3. Januarschließt TASR unter 30,98 US-Dollar, dem vorvergangenen 52-Wochen-Hoch vom 15. November.

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Mit diesem Setup geht dieTraderin, nennen wir sie Joanne,mit 2.000 Einheiten, die bei 30,27US-Dollar ausgeführt werden, beider Eröffnung am 4. Januar short.Sie platziert einen Stopp 25 Centoberhalb des Allzeithochs. Dadieses bei 33,45 US-Dollar liegt,wird der Stopp bei 33,70 US-Dollar platziert. Es handelt sichdabei um eine Stopp-Market-Order,nicht um eine Stopp-Limit-Orderwie bei Joe.Benutzen Sie zum Aussteigen einBackup, das nur wenig oberhalbdas Höchststands dieses Tags,aber über der Hauptsupportlinieliegt: Wenn die Hauptsupportlinie

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durchbrochen wird, halten Sie diePosition so lange offen, bis sichein Backup zum Ausstieg überdem Höchststand eines 60-Minuten-Charts der letztenHandelsstunde gebildet hat. Ichspreche dieses Thema hier nur kurzan, aber ich werde in einemspäteren Abschnitt dieses Buchsdas Konzept detaillierter erklären.Ziehen Sie keine Stopps nach.Der Ausstieg ist dasKursumkehrsignal.

Nachdem der Einstieg bei TASR shorterfolgt ist, steigt der Kurs nie hochgenug, um über dem Höchststand desVortages abzuschließen. Daher ist

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Joanne bei der Aktie immer noch short,als diese auf dem Tageschart dieHauptsupportlinie in Form derHauptuptrendlinie durchbricht. Nachdemdiese Hauptsupportlinie durchbrochenwurde, wird aggressiv verkauft.

Abbildung 1.7 ist ein 60-Minuten-Chart, der den Volumenanstieg beiTASR nach dem Durchbrechen derTageschart-Hauptsupportlinie bei Punkt1 anzeigt.

Während des dreitägigenAusverkaufs (Punkte 2, 3 und 4) steigtder Kurs niemals weit genug, um überdem Höchststand des unteren 60-Minuten-Balkens zu notieren. Amnächsten Tag, bei Punkt 5, steigt TASRweit genug an, um über dem

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vorhergehenden 60-Minuten-Balken,dem untersten Balken der gesamtenAbwärtsbewegung, zu notieren. DieserKurs ist das Signal zum Glattstellen. Beider Eröffnung des nächsten Balkensstellt Joanne ihre 2.000 TASR-Anteilebei 16,17 US-Dollar glatt und verdientdabei 28.200 US-Dollar. Jetzt geht siezum gleichen Kurs mit 4.000 Anteilenlong, wobei sie einen Stopp beimTiefstkurs des 60-Minuten-Intervallssetzt.

Sie hält die Position so lange, bis derstündliche Kursverlauf unterhalb desTiefstkurses des oberen 60-Minuten-Balkens notiert. Das geschieht amnächsten Tag bei Punkt 6, und Joannestellt ihre Long-Position bei 20,54 US-

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Dollar glatt und verdient dabei 17.400US-Dollar. Während Joe mit sich selbsthadert und seine ersteEheberatungsstunde absolviert, zähltJoanne ihre Gewinne von 45.680 US-Dollar und verwendet einen Teil ihresProfits für einen einwöchigen Trip nachMaui. Wenn ein Trader Geld verliert, istes nicht verschwunden. Es ist nur auf dasKonto eines anderen Traders gewandert.

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Abbildung 1.7

ES LIEGT NICHT AN DERWIRTSCHAFT, DU IDIOT!

TASR verlor sicherlich nicht innerhalb

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von acht Handelstagen 60 Prozent ihresWertes, weil die Aktie es so wollte.Hilflose Trader und Offene Fonds, diesich diese Aktie besorgten, um CoveredCalls zu verkaufen, waren dieHauptleidtragenden. Covered CallWriting war während des größten Teilsdes Jahrs 2004 eine der verlässlichstenQuellen zum Geldverdienen. Das lagdaran, dass die Märkte unruhig undunentschlossen waren. Weil dieMethode so gut funktionierte, kündigtedie Wall Street Pläne zur Auflageeiniger auf Covered Calls spezialisierterOffener Fonds an. Obwohl es auf denMärkten keine Garantien gibt, kann mansich einer Sache fast hundertprozentigsicher sein: Sobald die Wall Street ein

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spezielles Vehikel für einen bestimmtenMarkt oder eine bestimmte Strategieankündigt, dann war es das für diesenMarkt oder diese Strategie. Nachdemdie Offenen Fonds aufgelegt wordenwaren, gab es in den letzten zweiMonaten des Jahres 2004 ein großesGeschrei, das diese Strategie als besteMethode zur Ausnutzung der damaligenMarktsituation unbrauchbar machte. Einweiteres Beispiel gefällig? 2004kündigte die Wall Street einen HoldersTrust für Gold namens GLD exakt zudem Zeitpunkt an, als Gold einenHöchststand bei 450 US-Dollar proFeinunze erreichte. Und die Moral vonder Geschichte? Wenn die Wall Streetanfängt, Packages zu schnüren und sie

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mit einer Zierschleife der Öffentlichkeitverkauft, dann ist die Kursbewegungschon vorbei. Aber ich fange an, vomThema abzukommen.

TASR verlor 60 Prozent ihresWertes, weil es viele Leute erwischte,die in der Aktie waren und darin»einfroren«, so wie es auch Joe Tradererging. Viele von ihnen konnten dieeigentlich vernünftige Entscheidung nichtfällen, die Aktie zu verkaufen. Sieblieben dabei, bis sie den Schmerz nichtmehr aushielten, oder so lange, bis ihrBroker sie durch Margin Callsherausholte. Eben diese Margin Callsverursachten den schlimmsten Teil desVerfalls von TASR, als die Aktie nahebei 14,00 US-Dollar schloss. Diese

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erzwungenen Market-Ordersverursachten starke Bewegungen derAktie, die noch schlechter für Traderwie Joe endeten, die versuchten, ihreFähigkeiten zu nutzen, um auf möglichstschlaue Weise aus dem Tradeauszusteigen.

Von sich selbst angewidert und mithochrotem Kopf stolzierten die Opferaus diesen Trades hinaus und sinniertenüber den Irrsinn des Universums. Wirhaben gesehen, dass mittlerweile eineandere Gruppe von Tradern dieentgegengesetzte Seite dieses»Kapitulations-Trades« eingenommenund hohe Profite erzielt hat. Wie schafftes ein Trader auf die Gewinnerseite?Nun, um das richtig zu verstehen, müssen

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wir zuerst einen Schritt zurück machenund verstehen, wie die Märkte wirklichfunktionieren und warum sich Traderständig und instinktiv selbst sabotieren.

Der erste Teil ist einfach: DieMärkte sind nicht so komplex undfunktionieren sehr einfach. Märktesteigen auf täglicher Basis, weil dieaktuelle Nachfrage das aktuelle Angebotübersteigt – Punkt. Das hat nichts damitzu tun, in einem bearishen Sekulärmarkt,einem zyklischen Bullenmarkt, in hohenKurs-Gewinn-Verhältnissen oder MariaBartiromos2 Halskette zu sein. (Fürjeden, der während der Dotcom-Blaseaktiv gehandelt hat: Die Tradererwarteten eine Rallye, wenn MariaPerlen trug. Sehr rational gedacht, nicht

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wahr?) Es geht einzig und allein darum,was Trader heute bereit sind, für einenbestimmten Markt oder eine bestimmteAktie zu zahlen.

Es ist nicht relevant, ob dieNachfrage fälschlicherweise von einemHedge-Fonds generiert wurde, der »dieMacht übernimmt« (er kauft großeMengen einer Aktie und zehrt an denVorräten des Market-Makers. Damitzwingt er die Market-Maker, die Aktiezu einem höheren Preis zurückzukaufen).Auch ein Market Squeeze, der die Shortsrichtig verprügelt und sie zwingt zucovern, ist ebenso irrelevant wie einGerücht, eine Aktie derBiotechnologiebranche sei von MarthaStewart unter Druck gesetzt worden.

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Nachfrage ist Nachfrage, und Nachfragetreibt die Märkte nach oben. Auch dasGegenteil ist wahr: Wenn das Angebotauf dem Markt zu groß ist, werden dieKurse sinken. Der beste Hinweis auf »zuviel Angebot« sind die Margin Callsoder andere Varianten erzwungenerVerkäufe, wie beispielsweise die JoeTraders dieser Welt, die das Handtuchwerfen und ihre Position unter Wertverkaufen. Das ist der Grund, warumMärkte ihre Gewinne so schnell wiederverlieren können: Sie nehmen dieTreppe nach oben, fahren aber mit demLift wieder nach unten. Für den Traderist es immens wichtig, diesen Umstandvor Augen zu haben. Ja, die Aktie maggerade sehr gut performen, und die

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Aussichten mögen rosig sein. Aber wenn1,5 Millionen Aktien gleichzeitig zumKauf angeboten und nur 50.000 Aktiengekauft werden, dann wird das Papiereine Bruchlandung hinlegen. Es ist nichtso kompliziert. Es geht einfach umAngebot und Nachfrage in ihrer reinstenForm.

Long oder short zu traden ist sehreinfach, wenn der Investor erst einmalgelernt hat, seine eigene Meinung zuignorieren. Das bedeutet, alle, undwirklich alle, Vorurteile über dieMärkte beiseite zu schieben und sich aufdie aktuelle Angebots- undNachfragesituation zu konzentrieren. Hatein Trader dies begriffen, muss er alsErstes an seinen eigenen seelischen

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Voraussetzungen arbeiten und daran, wieer mit dieser Information umgeht, und ermuss vollständig begreifen, wie dieFunktionsweise des menschlichenGehirns die Trader naturgemäß immerwieder dazu bringt, auf den MärktenGeld zu verlieren. Egal, ob einRiesenverlust wie im Fall von JoeTrader oder eine Serie kleinererVerluste das Tradingkonto aufzehren –immer ist es das menschliche Gehirn,das all dies zulässt.

Und davon wird im nächsten Kapiteldie Rede sein.

2) Star-Reporterin, die beim WirtschaftskanalCNBC die Börsennachrichten moderiert.

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2. KAPITEL

Das kleineEinmaleins derPsychologie:Was man überTrading in derSchule nichtlernt

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Nur ein Narr testet mit beidenFüßen die Tiefe des Wassers.

– afrikanisches Sprichwort-

GEFÜHLE SIND EINESCHÖNE SACHE – BEIHOCHZEITEN UNDBEERDIGUNGEN

Trading ist die wohl trügerischsteTätigkeit der Welt. Kennen Siejemanden, der kürzlich in einenFlughafen gelaufen ist, sich in dasCockpit eines Jumbo-Jets vollerPassagiere gesetzt hat und einfach mal

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ohne Training losgeflogen ist? Esgeschieht aber ständig, dass Menschenein Tradingkonto eröffnen und ohneirgendeine Anleitung anfangen zu traden.Das ist mindestens genauso verrückt.Diese Trader haben kaum einBewusstsein dafür, wie ihre Gefühle unddie naturgegebenen Funktionen ihresGehirns vom Läuten derEröffnungsglocke an gegen sie arbeiten.

So wie ein geschwätziger Masseureiner entspannendenWellnessbehandlung im Weg steht, sinddie Gefühle der Feind des Erfolgs beimTrading. Die Märkte sind daraufausgelegt, sich die menschliche Naturzunutze zu machen. Sie bewegen sich nurdann deutlich, wenn genügend Investoren

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in die gleiche Falle tappen und auf derfalschen Seite eines Trades stehen. Dasspült eine Welle von Furcht, Frustrationund Wut auf die Märkte – und schafftdadurch günstige Tradinggelegenheitenfür denjenigen, der darauf vorbereitetist. Sich ohne die leiseste Ahnung davon,wie die menschlichen Gefühle dieMärkte bewegen und wie die Gefühledas eigene Trading sabotieren, kopfüberin dieses Abenteuer namens Trading zustürzen, ist so aussichtslos wie derVersuch, während eines Wolkenbruchsin Manhattan ein Taxi zu bekommen.

Mit diesem Kapitel sollen Trader aufdie Setups vorbereitet werden, die wirspäter in diesem Buch besprechenwerden. Auf Grund dieser Vorbereitung

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werden die Trader verstehen, wie sichbeim Trading die »bösen Geister inseinem Inneren« unter Kontrolle haltenlassen, diese Geschöpfe, die einenTrader mental blockieren, sobald er ineinen Trade eingestiegen ist. DieserZustand ist der eingangs beschriebenen»Gehirnstarre« bei dem Rafting-Unfallsehr ähnlich. musses gilt auch zubedenken, dass bei jedem Trader andereCharakterzüge vorherrschen, auf Grundderer er Informationen aufnimmt undsich in Beziehung zu seiner Umweltsetzt. Manche Trader sind eher visuellveranlagt, andere auditiv und wiederandere kinästhetisch – ihre Beziehungzur Welt beruht auf durch äußereEreignisse hervorgerufenen Gefühlen.

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Diese drei unterschiedlichenCharaktereigenschaften können einenentscheidenden Einfluss auf dasTrading-Verhalten eines Menschenhaben. Vorwiegend kinästhetischveranlagte Trader sind schon beimEinstieg in einen Trade verloren –zumindest so lange, bis sie ihreBeziehung zur Welt durchschauen underkennen, wie sie ihr Tradingbeeinflusst. Gegen Ende des Buchs gibtes ein Kapitel, das Tipps für den Fallenthält, »dass Trading für Sie einfachnicht funktioniert«. In diesem Kapitelgibt es einen Persönlichkeitstest, mitdessen Hilfe Sie feststellen können, wasfür ein Persönlichkeitstyp Sie sind undwelche die jeweiligen Vor- und

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Nachteile beim Trading sind. DieNachteile werden den Trader so langebehindern, ohne dass er es überhauptmerkt, bis er etwas über sie erfährt undbegreift, was da in ihm vor sich geht.

Darüber hinaus wird der Tradererkennen, wie wichtig es ist, für jedesSetup eine spezielle Methodeanzuwenden, da sich jedes Setupbestimmte Aspekte menschlicherEmotionen zunutze macht. Ein Traderdarf keinesfalls bei jedem Setuppauschal nach den gleichenGrundsätzen verfahren. Das ist einerder größten Fehler, die ich beiAnfängern immer wieder beobachte. EinZwei-Punkt-Stopp beim E-Mini S&Pmag bei einem Setup gut funktionieren,

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aber nur, weil jeder Trade von einemanderen gestoppt wird. Fünf Lots à50.000 US-Dollar zu handeln mag beidem einen Setup sehr gut funktionieren,könnte aber bei einem anderen fataleAuswirkungen haben. Wenn man dieeinem Trade zu Grunde liegendePsychologie versteht, kennt man auch fürjedes Setup die passenden Parameterund die passende Allokation. JedesSetup ist einzigartig und mussdementsprechend behandelt werden.

Am Ende dieses Kapitels sollten Siein der Lage sein, das zu entwickeln, wasich als professionelle Einstellung beimTrading bezeichne. Obwohl wir indiesem Buch größtenteils Setupsbesprechen, müssen Trader die

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Psychologie des Tradings unbedingtverinnerlicht haben. Sonst wird ihre Zeitals Trader nur kurz und sehr schmerzhaftsein.

ZEIGEN SIE MIR EINENTYPEN DER EIN SYSTEMHAT, UND ICH WERDEIHN IN MEINEM KASINOWILLKOMMEN HEISSEN

Dieses alte Sprichwort aus Las Vegaspasst auch wunderbar zu denFinanzmärkten. Ein System zu haben gibtden Leuten ein Gefühl von Sicherheit –es kann nichts schief gehen. Jedes Mal,

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wenn ich das »Mandalay Bay« oder das»Bellagio« in Las Vegas besuche, wirdmir wieder bewusst, dass all dieserPrunk von Leuten bezahlt wurde, diemeinten, sie könnten die Blackjack-Tische schlagen. Die Besitzer desLuxor-Kasinos nahmen einen Kreditüber 550 Millionen US-Dollar mit einerLaufzeit von 20 Jahren auf, um ihrKasino bauen zu können. Sie konnten ihninnerhalb von nur drei Jahrenabbezahlen. Gehen Sie an den Empfangund sagen Sie, Sie hätten eine Strategie,und es ist sehr wahrscheinlich, dass Siedie Präsidentensuite und einen Spieltischnur für sich bekommen.

Warum funktionieren Strategien inLas Vegas nicht? Dafür gibt es zwei

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Gründe: Das Haus hat prozentualgesehen einen Vorteil, und sobald einSystem ein paar Mal ins Wankengekommen ist, fängt der menschlicheGeist an, es zu verändern, um es zuperfektionieren. Das vermasseltirgendwann das Verfahren. In denKasinos – wie auch beim Trading –muss man nur einmal falsch setzen, umsein ganzes Geld zu verpulvern.Kasinobesitzer wissen das, und genaudeshalb verkaufen sie ihreStrategieratgeber direkt im ans Kasinoangrenzenden Souvenir-Shop. Dies istein neues Niveau des sprichwörtlichenFuchses, der den Hühnerstall bewacht.

Der gleiche Prozess spielt sich auchauf den Märkten ab. Die Chancen stehen

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gegen den Trader, weil der Markt imVorteil ist: Er kennt keine Gefühle.Genauso, wie sich der Fluss seinen Wegzum Ozean bahnt, legen die Märkte zuund nehmen ab, ohne sich um dieIndividuen zu kümmern, die in ihnenschwimmen. Menschen haben dieNeigung zu versuchen, dem Markt ihrenWillen aufzuzwingen. Das ist ebensoaussichtslos wie einen Tornadoanzuschreien, um ihn in eine andereRichtung zu lenken.

SCHALTEN SIE IHRENCOMPUTER OHNE DIERICHTIGE INNERE

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EINSTELLUNG BEZÜGLICHDER MÄRKTE GAR NICHTERST EIN

Derjenige, der sein Leidenverheimlicht, kann nichtgeheilt werden.

– Äthiopisches Sprichwort -

Zuerst muss ein Trader die Psychologieverstanden haben – dann kann er sichden Setups zuwenden. Das ist wie beizwei Teilen eines Puzzles. Diese müssenzusammenpassen, bevor der Traderdamit rechnen darf, seinenLebensunterhalt nun durch Trading zuverdienen, ohne dass er immer wieder

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denselben Fehler macht.Ich habe einen großen Teil meiner

Karriere damit verbracht, mich auf diePsychologie der Trader zu konzentrieren– nicht nur in Selbstversuchen, sondernauch in der Zusammenarbeit mitHunderten anderer Trader. Ich habe vielZeit in riesigen Trading Rooms mitHedge-Fonds-Tradern und Prop-Tradernaufgewendet, die Seite an Seite mitHunderten anderer Trader ihre Ordersausgeführt haben. Ich habe die Furcht,die Begeisterung und die Habgiergesehen, die diese Räume und dieTrader wie eine Krankheit einhüllen. Ichhabe erlebt, wie buchstäblich Geld voneinem Konto auf ein Konto auf deranderen Seite des Raums geflossen ist,

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weil sich jede Gruppe von Tradern aufandere Setups und Parameterkonzentriert hatte. Zusätzlich habe ichmit mehr als 100 Händlern gearbeitet,die in mein Büro gekommen sind, ummir beim Traden zuzusehen und sich vonmir bei ihren Trades über die Schulterschauen zu lassen. Ich will keinesfallsbehaupten, dass ich ein Seelenklempnersei, aber ich kenne mich inzwischenzweifellos sehr gut mit dem Prozess aus,den die meisten Trader am Anfang ihrerKarriere durchlaufen. Jede Person isteinzigartig. Aber wenn es um Geld geht,treten die Unterschiede oft ganz schnellin den Hintergrund. Eine Herde durstigerRinder wird bald alle Einwände fallenlassen und losstürmen, um Wasser zu

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bekommen.Zusätzlich zu meinen Erfahrungen aus

der Zusammenarbeit mit anderenHändlern wird es Sie nicht überraschenzu hören, dass ich vieles aus erster Handdurch den besten Lehrer gelernt habe,den der Markt zu bieten hat: erheblicheAngst und massive Schwierigkeiten.Mein Stiefvater Lance – er war Brokerbei Morgan Stanley – hat mich zumTraden gebracht, als ich im zweiten Jahrder Highschool war. Ich bin mir nichtsicher, ob er mich mitnahm, um meineKarriere zu unterstützen, oder nur, umgenug Gebühren sammeln zu können, dieer brauchte, um seine Hypothek zubezahlen zu – aber letztlich ist damalsalles gut ausgegangen.

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Ihm war seinerzeit aufgefallen, dassich bereits damals eine beachtlicheMünzsammlung beisammen hatte, meineeigene Mail-Order am Laufen hielt undaktiv damit beschäftigt war, mitHändlern und anderen Sammlern mitalten Münzen und anderen Raritäten zuhandeln. Das Ganze war natürlich nurein kleines Unternehmen – aber meinGeschäftssinn war eindeutig erkennbar.Er sagte mir, ich könne genau dasGleiche mit bestimmten Aktien machen,aber anstatt die eigentlichen Aktien zuhandeln, könne ich meine Positionendurch Optionshandel in Schwungbringen. Ich habe ungefähr achtSekunden darüber nachgedacht und dannentschieden, es zu versuchen. An

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meinem ersten Trading-Tag kaufte ichzehn »Out-of-the-Money«-Call-Optionenvon INTC für 50 Cent – eine Wochespäter verkaufte ich sie für 1,35 US-Dollar und nahm damit 850 US-Dollarabzüglich der Provisionen zur Bezahlungunserer Hypothek ein. Meinemonatlichen Ausgaben als Schüler lagenbei etwa 150 US-Dollar. Ich brauchtealso nicht lange, um herauszufinden, dassman seinen Lebensunterhalt auch durchTrading verdienen konnte. Mein Kapitalwurde folglich zu einer Art Angestelltemfür mich. Und der Job war besser, als imKaufhaus zu arbeiten. MeinAbschlussjahr war zufälligerweise 1987– ein tolles Jahr für Trader. Durch puresGlück besaß ich während des Crashs

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vom 19. Oktober, als der Dow Jones aneinem Tag um

22 Prozent einbrach, Put-Optionen.Ich hatte also ein wenig Geld zurVerfügung, als ich aufs College kam.

Ich setzte mein aktives Tradingwährend meiner College-Zeit fort, alsich Betriebswirtschaft in Kalifornienstudierte. Dabei nutzte ich meinerwirtschaftetes Geld für einAuslandssemester in Cambridge,England, und schloss mein Studiumschließlich an der Universität vonAustin, Texas, ab. Während dieser Zeithabe ich recht bald eine sehr beständigeArbeitsweise beim Traden entwickelt:Ich verwandelte regelmäßig im Laufeines Jahrs mein Tradingkonto von

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10.000 US-Dollar in eine hohefünfstellige oder sogar in eine niedrigesechsstellige Summe. Davon kaufte ichmir dann eine Mietimmobilie und einpaar schöne Dinge. Dann setzte ich michhin und überlegte, welche größeren undbesseren Sachen ich noch kaufen wollte.Als ich meine Entscheidung getroffenhatte, wandte ich mich wieder demTraden zu. »Bewaffnet« mit meinenVisionen der »größeren und besserenSachen« tauchte ich wieder in dieMärkte ein – und verlor prompt inweniger als einem Monat den Restmeines Trading-Kontos. Das geschahnicht nur einmal, sondern gleich dreimal.Der denkwürdigste Trade erfolgte, kurznachdem ich das College abgeschlossen

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hatte, als ich es auf wundersame Weiseschaffte, ein Trading-Konto von 150.000US-Dollar in weniger als einer Wochezu verlieren. (Das passiert, wenn man200 OEX-Puts zum Preis 7,20 US-Dollar kauft und sie eine Woche späterfür 75 Cent wieder verkauft.)Glücklicherweise besaß ich zu diesemZeitpunkt genügend Immobilien undkonnte eine davon verkaufen, um wiedereinen neuen Einsatz zum Traden zuhaben.

An diesem Punkt musste ich natürlichherausfinden, was ich falsch gemachthatte. Ich wusste, dass ich mit TradenGeld verdienen konnte – aber warumvermochte ich es nicht zu halten? MeinStudium der Geschichte war hierbei eine

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große Hilfe. Ich konnte deutlicherkennen, dass die Welt seit demAnbeginn der menschlichen Zivilisationimmer wieder ähnliche, durchmenschliche Entscheidungen ausgelösteEreignisse durchgemacht hatte. DieseEinsicht verschob meinen Fokus sowiedie Art und Weise, wie ich auf denMärkten nach Gelegenheiten suchte. Ichsuchte nicht mehr nach dem nächstentollen Indikator, sondern richtete meinInteresse stattdessen auf sichwiederholende Muster, die aufmenschlichem Verhalten beruhten.

Während dieser Zeit las ich ein Buchvon Mark Douglas mit dem Titel »TheDisciplined Trader«. Dieses Buchöffnete mir die Augen, da Mark

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aufzeigte, wie man die alltäglichen undsehr stressigen Trading-Situationen innormales«, erfolgreiches Trading-Verhalten umwandelt. SeinNachfolgebuch Trading in the Zone istebenfalls empfehlenswert. Seine Werkehaben mich sehr stark beeinflusst undsind Pflichtlektüre für die Leute, mitdenen ich zusammenarbeite. MarksErkenntnisse, gepaart mit meiner eigenenlangen Entdeckungsphase, gaben mirschließlich die Antwort: Jedes Mal,wenn ich mich auf die Setups und nichtauf die Ergebnisse konzentrierte, gingalles gut. Wenn ich mich aber auf dieErgebnisse und nicht auf die Setupsstürzte, wurde ich gekillt. Wieso ist dasso? Hatte ich meine Finger einmal an

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einem beträchtlichen Trading-Konto,dachte ich sofort: »Ich möchte diesesKonto auf eine Million US-Dollaraufstocken.« Statt mich auf die Setups zukonzentrieren, richtete sich mein Blickauf die eine Million US-Dollar. Dasbrachte mich dazu, genau jenes Trading-Verhalten an den Tag zu legen, das soviele ruiniert: alles auf einen Trade undkeine Stopps zu setzen, da der Trade jaohnehin »funktionieren« werde, und sichdarauf zu konzentrieren, eine Million zumachen, anstatt auf ein hochprofitablesTrade-Setup zu warten. Sicher wäre eseinfacher gewesen, dieses Verhalten aufmeine Mutter zu schieben, die mich alsKind immer mit einem Löffel zuschlagen pflegte. Es gibt aber einen

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Punkt im Leben, an dem wir selbst dieVerantwortung für unser Handelnübernehmen müssen.

Nachdem diese Erkenntnis sich beimir gesetzt hatte, änderte ich zweiDinge: Zuerst räumte ich alle meineGewinne am Ende einer Woche vonmeinem Trading-Konto ab. Dies sorgtedafür, dass ich mich auf ein konstantesEinkommen anstatt auf einen großenWurf konzentrierte. Es war außerdemeine tolle Möglichkeit, die Gewinne zuschützen – die Märkte können sich deineProfite nicht holen, wenn du sie außerReichweite in Sicherheit gebracht hast.Als zweite Maßnahme setzte ich dieverschiedenen Setups, die ichverwendete, in einer Art Wettbewerb

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ein. So konnte ich am Ende des Monatsderen Performance miteinandervergleichen. Diejenigen, die Geldverloren hatten, fanden ab sofort keineVerwendung mehr. Diese Maßnahmewar enorm wichtig für mein Trading.

Die einzige Möglichkeit, wie ichmeinen kleinen Wettbewerb am Lebenhalten konnte, war, meine Trade-Setupsstets gleich auszuführen. Jedes Mal,wenn ich auch nur eine Kleinigkeitveränderte, notierte ich das in meinemTrading-Tagebuch als »Impuls-Trade«.Auch bei diesen Trades verfolgte ich diePerformance ganz genau. Nach etwasechs Monaten der Beobachtung (Wow,der Markt steigt immer weiter, ich musseinsteigen!) wurde mir klar, dass diese

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Impuls-Trades keinerlei Gewinnbrachten und mich davon abhielten,meinen Lebensunterhalt als Trader zuverdienen.

Durch die Arbeit mit anderenTradern habe ich gesehen, dass Impuls-Trading einer der am weitestenverbreiteten Gründe dafür ist, dass sichdie Leute ruinieren. Sie haben einfachkeinen Plan. Je nachdem, was sich fürsie gerade richtig anfühlt, gehen sie longoder short. Ich hatte Trader in meinemBüro, die buchstäblich nur zu mirgekommen waren, um gezielt an ihrenImpuls-Trades zu arbeiten und ihreOrders heimlich zu setzen, wenn ichgerade nicht hinsah. So stark ist derDrang einzusteigen, um an einer

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Kursbewegung teilzuhaben. Es ist wieeine Drogensucht. Und wie die meistenSuchten zahlt es sich langfristig gesehennicht aus. Ich habe meine eigene Art undWeise entwickelt, mit solchen Leutenumzugehen: Ich sitze einfach nebenihnen, schaue ihnen beim Trading zu undmache schlicht das genaue Gegenteil vondem, was sie gerade tun. Am Ende desTags oder der Woche vergleichen wirunsere Gewinne und Verluste – und dassagt meist alles. Dieser Vergleich ist füruns beide eine Win-Win-Situation: Fürden Impuls-Trader ist es eine großartigeLektion – es gibt tatsächlich Leute, diemit dem genauen Gegenteil von dem,was sie selbst tun, Geld verdienen – undfür mich war es eine profitable Übung.

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Das Heilmittel gegen Impuls-Tradingheißt Geduld. Geduld ist eine äußerstwichtige Eigenschaft für einen Trader –sei es beim Erlernen der richtigenSetups oder dabei, auf eben diese Setupszu warten. Impuls-Trader, die sichdiesen Charakterzug nicht zu Eigenmachen können, sollten das Trading anden Nagel hängen und nach Las Vegasgehen. Das Ergebnis wird das gleichesein – sie werden ihr ganzes Geldverlieren. Aber in Vegas sindwenigstens die Drinks kostenlos.

Wenn man eine Beziehung zu einemMenschen hat, der einen nur beschimpftund die gemeinsamen Träume untergräbt,sollte man diese Beziehung beenden undseiner eigenen Wege gehen. Auf diese

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Weise habe ich mit den Impuls-Trades»Schluss gemacht«. Ich mochte meineImpuls-Trades. Sie machten Spaß. Siegaben mir ein gutes Gefühl. Es waraufregend. Aber unterm Strich höhltendie Impuls-Trades meine finanziellenMöglichkeiten aus und hielten mich vonder Verwirklichung meines Traums vomTrading in Vollzeit ab. Als mir das klargeworden war, entfernte ich dieses»Geschwür« sofort aus meinem Leben.Dies schloss auch ein »Belohnungs- undBestrafungssystem« mit ein, über das ichspäter im Buch, im Kapitel über dieAufstellung eines Businessplans, nochgenauer berichten werde.

Am Schluss blieb ich also beimeinen Freunden, die an mich geglaubt

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hatten – meinen Setups, diefunktionierten, wenn ich ihnen nurhalbwegs eine Chance gewährte. Sobaldich in der Lage war, meine Setupskonstant und immer wieder gleichauszuführen, schaffte ich den Sprung zumVollzeit-Trader. Ein großer Teil dieserWandlung fand auf mentaler Ebene statt,und ich entwickelte das, was ich eine»professionelle Gemütsverfassung«nenne.

Bevor es so weit war, durchlief ichallerdings in meiner Trading-Karrieredrei ausgeprägte Phasen. Ich habeherausgefunden, dass die meisten Traderauf die eine oder andere Art diese dreiPhasen durchmachen. Leider geht denmeisten in Phase III das Geld aus. Diese

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drei Phasen gestalten sich wie folgt:Phase I: Zum Verlieren verdammt– sechs Monate bis ein JahrPhase II: Trading auf derGrundlage von Angst – zwei bissechs MonatePhase III: Die Suche nach demheiligen Gral – sechs Monate biszum Tod

Phase IV steht natürlich für die Zeit, inder ein Trader konstant profitabelarbeitet. Es ist entscheidend, dassTrader diesen Prozess verinnerlichenund herausfinden, in welcher Phase siesich zurzeit befinden. Das ist für dieEntwicklung des Traders vonessemzieller Bedeutung. Es gibt aber

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einen noch wichtigeren Grund, warumdieses Konzept verstanden werdenmuss: Nur so kann ein Händler lernen,einen anderen Trader auszustechen, derin einer dieser Phasen steckt. Dies istdas wohl größte Pokerspiel der Welt,und das Geld auf Ihrem Konto tauchtnicht auf magische Weise aus demNichts auf. Es kommt von jemandem, dernoch lernt, wie die Märkte funktionieren,und dabei seinem Bauchgefühl gefolgtund auf der falschen Seite gelandet ist.

TRADING-PHASE I:ZUM VERLIERENVERDAMMT –

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EIGENSCHAFTEN, DIEEINEM IM LEBEN ERFOLGBRINGEN, VERNICHTENEINEN AUF DENMÄRKTEN

Derjenige, der nach Hoffnungstrebt, wird verhungern.

– Benjamin Franklin -

Jemand hat einmal gesagt, der Weg zurHölle sei mit guten Vorsätzengepflastert. Dieses Sprichwort trifftwohl nirgendwo besser zu als in derWelt des Tradings. Die Person, dietradet, um dabei Geld zu verlieren, muss

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ich erst noch kennenlernen. Jeder willgenau das Gegenteil. Und das Erste, wasdie Menschen machen, nachdem sie indie Welt des Tradings eingestiegen sind,ist, sich das zu Nutze zu machen, wassich für sie in der Vergangenheit bereitserfolgreich bewährt hat. Das Problem istnur, dass die Taktiken, die einer Personzu Erfolg im alltäglichen Lebenverhelfen, beim Traden einfach nichtfunktionieren. Im Gegenteil, sie sindeiner der Hauptgründe für das Scheitern.Obwohl ein gutes Urteilsvermögen beider Gründung eines Unternehmens oderbeim Aufstieg in einer Firmaunerlässlich ist, haben wir ja bereitsgesehen, warum dieses »guteUrteilsvermögen«.

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in der Mitte des TASR-Trades nichtfunktioniert hat. Dies bringt uns zur wohlschmerzhaftesten Lektion, die deroptimistischen Natur des Menschen jeerteilt wurde: Die Taktiken, die imalltäglichen Leben zum Erfolg führen,funktionieren beim Traden nicht,sondern stellen einen der Hauptgründefür das Scheitern eines Traders dar.Die Zielstrebigkeit, das positive Denkenund der Eigensinn, der Menschen ineinem bestimmten Lebensbereicherfolgreich macht, liefert sie beimTraden ans Messer. Es sind eben dieseTrader, die an einer verlorenen Positionfesthalten, im Abschwung noch Zukäufetätigen und Techniken des Positiv-Denkens verwenden, um sich selbst

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davon zu überzeugen, dass dieses Fiaskonoch ein gutes Ende nehmen werde. Esist mir egal, wie viele Kassetten desamerikanischen MotivationskünstlersTony Robbins die Mitarbeiter von Enronschon gehört haben: Das wird ihre Aktienicht auf einen Stückpreis von 90 US-Dollar zurückbringen. Für den Trader,der sich dieses Phänomens nicht bewusstist, sind die Verluste programmiert. Dasheißt nicht, dass man nicht daraufvertrauen sollte, dass man letztlich einguter Trader werden könnte. Weitgefehlt. Ein Trader wird aber sicherbesser damit fahren, bei jedem Trade,den er tätigt, davon auszugehen, dass ernicht funktionieren wird. Auf dieseWeise lernt er, sich auf den Schutz vor

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Verlusten zu konzentrieren. Die Gewinnesorgen für sich selbst. Seien Sie imLeben optimistisch – aber seien Siepessimistisch, was Ihren nächsten Tradeangeht.

Investoren, deren Denkweise beimTrading darauf beruht, wie dieGesellschaft »Gut« und »Böse« belohntoder bestraft, werden vom ersten Tag anverlieren. Ein Beispiel: Die Verlustegering zu halten ist äußerst schwer, wenndie Möglichkeit besteht, dass der Marktseinen Weg zurück zum Break-even-Point schafft. Ab diesem Punkt ist derTrader kein »Verlierer« mehr. Demnach,und gemäß den Richtwerten derGesellschaft, ist ein Händler»erfolgreich«, wenn er mit Gewinn aus

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einer Position aussteigt. Das führt zurLöschung einiger Stopps, »immer malwieder«, in der Hoffnung, am Break-even-Point aussteigen zu können, um inden Augen der Gesellschaft alsGewinner dazustehen (ach wie schön).Das kann zehn Mal hintereinanderfunktionieren. Es wird jedoch derZeitpunkt kommen, an dem es nicht mehrfunktioniert, und dann ist es für denTrader fatal. An solchen Tagen wird derTrader einer von den vielen sein, dieeinen Kurssprung verursachen, indem sieangewidert in die Tastatur hacken, umaus dem Trade auszusteigen, der geradeihr Konto vernichtet. Dieses Verhalten,Stopps zu löschen – auch wenn mandiese Taktik nur selten einsetzt –, wird

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von dem Gedanken darüber getragen,wie die Gesellschaft Gewinner undVerlierer definiert. Ein solchesVerhalten wird das Konto des Tradersschneller als alles andere vernichten.Dadurch, dass der Trader harte Stoppssetzt und sie konsequent beibehält, hat erwenigstens eine Chance, für einenLebensunterhalt durch Vollzeit-Tradingzu kämpfen. Wenn er nicht einmal dasschafft, wird er als Trader keinen Erfolghaben. Punkt.

Der Fehler, den Trader am Anfangmachen, besteht darin, dass sie normalerWeise in eine Phase kommen, in der siesich an guten und ertragreichen Tagenals guten Trader, an schlechten undverlustreichen Tagen aber als schlechten

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Trader bezeichnen. Dies ist ein normalesVerhalten, das auf gesellschaftlicherPrägung beruht. Demnach ist einEinserschüler erfolgreich, ein Schülermit Sechsern im Zeugnis aber nicht,richtig? Wenn es etwas gibt, das ich indiesem Buch ganz deutlich zumAusdruck bringen möchte, dann ist esFolgendes: Die Märkte haben nichtsmit der Gesellschaft zu tun! Die Märktesind so ausgerichtet, dass sie das, wasden Menschen lieb und teuer ist, zuihrem Vorteil ausnutzen. Die Märkteflorieren durch die gesellschaftlichenRegeln und Ideale, die siezusammenknüllen, anzünden und einemTrading-Neuling in den Hals stopfen.Jeder Trader, dem dieses Phänomen

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nicht geläufig ist, hängt schon von derEröffnungsglocke an am Angelhaken.

Die Gesellschaft sagt uns, dass derVerlust von Geld einem Scheitern unddas Erwirtschaften von Geld einemErfolg gleichkommt. Der Trader, der aneinem Tag Geld verloren hat, denkt also:»Ich habe Geld verloren. Ich kann dasnicht. Hätte ich doch nur meinen Stoppgelöscht … der Markt wäre wiedergestiegen, und ich hätte am Break-even-Point aussteigen können, und ich wärejetzt noch handlungsfähig.« Daraufhinfängt er an, nach Gelegenheiten zurEntfernung seines Stopps zu suchen, umnicht mit einem Verlust-Trade zu enden.Das macht er natürlich nicht bei jedemTrade, nur hin und wieder. Und wie

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entscheiden diese Trader dann, wann derrichtige Zeitpunkt wäre, dies zu tun?Indem sie sich ganz einfach auf ihr»Urteilsvermögen« verlassen. Und genauan diesem Punkt schlagen dieprofessionellen Trader zu.

Dieser gesellschaftliche Blickwinkelin Bezug auf Geld treibt Trader zu ebenjenen Verhaltensweisen, die sieruinieren. Einen Stopp in der Hoffnungauf eine Erholung des Kurses bis zumBreak-even zu entfernen ist eine derschlechtesten Angewohnheiten, die einTrader entwickeln kann. Sicher wird esdas eine oder andere Mal gut ausgehen –es muss aber nur ein einziges Mal schiefgehen, um die Hälfte eines Kontos odersogar mehr zu vernichten. Während der

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Rest der Welt Verluste als etwasSchlechtes ansieht, sind kleine Verlustebeim Traden ein Zeichen von Erfolg.Niemand, der nicht selbst tradet, wirddas verstehen. Verschwenden Sie alsoIhre kostbare Zeit nicht damit, IhrenFreunden und Verwandten zu erklären,dass der gestrige Verlust von nur 2.000US-Dollar ein Teil Ihres Erfolgsplanswar. Ja, das bedeutet, dass Sie Ihren Jobmachen – aber solange die Sonne imOsten aufgeht, werden das andereMenschen nicht verstehen. Die einzigenMenschen, die Trader verstehen, sindandere Trader. Wenn ich auf einerCocktailparty gefragt werde, was ichdenn beruflich mache, sage ich einfach,ich sei ein Aussätziger. Das verstehen

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die Leute wenigstens und zeigenMitgefühl.

Die größte Aufgabe fürNeueinsteiger ist, ihr Gehirn so zuprogrammieren, dass ihnen klar ist, dassbeim Trading Verlieren auch Gewinnenheißen kann. Zum Job einesprofessionellen Traders gehört es, auchkleine Verluste zu machen. Punkt. Diemeisten Trader verstehen nicht, dass espro Monat nur wenige Tage gibt, andenen man wirklich große Profiteerzielen kann. Für den Rest der Zeit gilt:Wenn der Trader seinen Kopf überWasser halten kann, hat er einen gutenJob gemacht. Ziel ist, das Trading-Kontoin einem guten Zustand zu halten, umbereit zu sein, wenn die großen

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Bewegungen einsetzen. Wenn einigeTrader an einem Montag drei kleineVerluste in Folge hinnehmen müssen undden Tag mit Verlusten beenden, machensie also lediglich ihren Job und habendie Chance, erfolgreiche Profi-Tader zuwerden, weil sie den Großteil ihresKontos zusammengehalten haben, um aneinem der wenigen Tage, an denen sichdie Märkte wirklich bewegen,handlungsfähig zu sein. Darum geht esbeim Trading. Es geht um Trader, diesich an die Parameter halten, die sie sichselbst gesetzt haben, und an die Setups,die sie selbst aufgestellt haben. Es gehtnicht um Reaktionen oder darum, dasletzte Fitzelchen an Information aufCNBC zu erhaschen. Denn das ist der

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Weg zur Vernichtung des eigenenTradings.

Ich kann mich an einen Anruf einesManns Mitte 2003 erinnern, der fürseine Familie einen Hedge-Fonds imWert von zehn Millionen US-Dollarverwaltete. Mir ist nie ganz klargeworden, wie er sich für diese Aufgabequalifiziert hatte, obwohl ich meine,dass er erwähnte, er wisse, wie man dasInternet nutze. Er schickte mir eine E-Mail zum Thema YHOO und fragte michnach meiner Meinung. Ich sah mir dieCharts an. Die Aktie stieg mitbeträchtlichem Tempo nach oben, undich berichtete ihm von verschiedenenSetups, die ich verwenden würde, umlong zu gehen. Offensichtlich war das

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allerdings nicht die Antwort, die ererwartet hatte, denn am nächsten Tag riefer mich an und erzählte mir, ich hätte denChart falsch gelesen. Als ich ihm sozuhörte, wie er über Charts und Kurs-Gewinn-Ratios wetterte, ging mir einLicht auf. Ich unterbrach ihn und fragte:»Wo haben Sie die Aktie geshortet?«Nach einem Moment der Stille undeinem Hüsteln wurde die Geschichteklar. Er hatte das Papier bei 12,00 US-Dollar auf Grund einer Newsletter-Empfehlung geshortet. Als die Aktie zusteigen begann, shortete der Newsletterweiter, und mein Telefonpartner machtees nach. Zu der Zeit, als wir miteinandersprachen, hatte er 400.000 Aktien zumDurchschnittspreis von 16,25 US-Dollar

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und mit einem Gesamtvolumen von 6,5Millionen US-Dollar geshortet.

Ich fragte ihn also, ob der Newsletterimmer noch short empfehle. Er sagtenein. Ich warf einen Blick auf meinenBildschirm und sah, dass YHOO zumPreis von 22,50 US-Dollar gehandeltwurde und gerade neue 52-Wochen-Hochs erreicht hatte. Er fragte mich, ober noch mehr Anteile shorten sollte, umseine Durchschnittskosten zu erhöhen,»damit der Kurs nicht so lange wiedersinken muss, bis ich meinen Break-evenerreiche«.

Er hatte gerade 2,5 Millionen US-Dollar verloren, seine Familie wusstenoch nichts davon, und er versuchte,seine Karriere als Finanzguru seiner

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Lieben zu retten. In seinen Ansichtenwar keinerlei Vernunft vorhanden. Ichsagte ihm, er müsse aus dem Tradeaussteigen oder wenigstens Call-Optionen für einen Hedge kaufen. Ichsagte ihm sogar, dass YHOO weitersteigen würde, bis alle Leute, die shortinvolviert waren, nach ihrer Mamaschreien und covern würden.Offensichtlich war auch dies nicht dieInformation, die er sich erhofft hatte. Erkaufte also weitere 100.000 Aktien shortund gab schließlich mit einem Verlustvon 6,5 Millionen US-Dollar klein bei,als YHOO auf 30 US-Dollar fiel. Das isteine entsetzliche Geschichte, aber solcheDinge passieren dauernd auf Kontenverschiedenster Größenordnungen.

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Dieser Trader wollte keinen kleinenVerlust hinnehmen, um vor seinerFamilie nicht als Loser dazustehen. SeinMotto lautete: »Solange ich in dieserPosition bleibe, ist es nicht wirklich einVerlust.« Das ist in etwa so, also würdeman aus allen Körperöffnungen bluten,aber nicht zum Arzt gehen, getreu demMotto: »Solange ich nicht zum Arztgehe, weiß keiner, dass ich sterbe.«Vertrauen Sie mir: Sind Sie erst mal tot,werden es die Leute auch mitkriegen.

Ein Staffelkauf bei einerVerlustposition ist in etwa so, alswürden Sie in ein sinkendes Schiff nochmehr Wasser hineinpumpen. Als unserFamilien-Fondsmanager seine Taktikweiter fortsetzte, während YHOO neue

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Höhen erreichte, hätte er auch genausogut Nägel in die Mona Lisa schlagenkönnen. Beides sind willkürliche Akteder Zerstörung. Finanzplaner reden oftvon Dollar Cost Averaging. Ich nennees Dollar Loss Averaging. Zusatzkäufezu einem gewinnbringenden Trade sindin Ordnung, aber bei einemverlustbringenden Trade ist es der pureSelbstmord. Wenn Sie einige IhrerAngestellten dabei erwischen, wie sieSie beklauen – würden Sie ihnen eineGehaltserhöhung geben oder sie feuernund sich neue Arbeitskräfte suchen? DerTyp, der mit YHOO handelte, hätte ihneneine Gehaltserhöhung gewährt undWohngeld und eine komfortable Rente.

Wenn Trader das Ende von Phase I

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erreichen – vorausgesetzt, sie verfügennoch über Kapital –, konnten sie bereitswichtige Erfahrungen sammeln. Siehaben allerdings noch nicht ganzherausgefunden, warum sie von denMärkten so fertig gemacht werden. Siehaben aber nicht bei jedem Trade Geldverloren. Tatsächlich haben sie einigegroßartige Trades durchgeführt.Unglücklicherweise wurden sie aberauch bei einigen Anlässen hart getroffen,und ihr Konto steht nun unter Wasser.Sie hatten optimistisch angefangen – jetztaber möchten sie ein wenig vorsichtigeragieren. Und ihr Grundsatz ist ab sofort:nicht noch mehr Geld zu verlieren.Willkommen in Phase II.

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TRADING-PHASE II:»TRADING AUFANGSTBASIS«, ODER:»ALLES, WAS ICHANFASSE, GEHT SCHIEF«

Viele Trader meinen, dass sich ihrTrading verbessere, sobald sievorsichtiger werden. Doch da liegen siefalsch.

Wenn sich Trader dazu entschließen,kein weiteres Geld mehr verlieren zuwollen, küren sie sich damitunwillkürlich zu den »Late Entry«-Champions der Trading-Welt. Siewarten und warten und versichern sich

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dabei doppelt und dreifach, dass einTrade auch wirklich gute Aussichten hat,bevor sie einsteigen. In dieser Szenerielegen die Märkte eine Rallye hin, und zudem Zeitpunkt, an dem unser Traderendgültig davon überzeugt ist, dass dieseRallye tatsächlich stattfindet, steigt erein – kurz vor Erreichen derHöchststände. Trader, die so verfahren,haben für den Treibstoff gesorgt, der denMarkt nach unten bringen wird. Warum?Weil es nun plötzlich viele Stopps gibt,die unter dem aktuellen Kurs liegen, und,ähnlich wie Wind bei einem Waldbrand,diese Stopps nun einen Sell-offentfachen. Dieser vermeintlich sichere,vorsichtige Einstieg wird bald zu einemVerlustgeschäft. Mit dem Unterschied,

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dass diesmal die vorsichtigen Traderpeinlichst darauf bedacht sind, ihreStopps beizubehalten. Das Problem liegtdarin, dass ein übervorsichtiger Einstiegextrem schlechte Voraussetzungenschafft, und dass die Wahrscheinlichkeitsehr hoch ist, dass er ausgestoppt wird.Ja, kleine Verluste sind gut, aber wennfast jeder Trade mit kleinen Verlustenendet, wird das Konto letztlichaufgebraucht.

Phase II dauert für gewöhnlich nichtallzu lang. Trader verlieren währenddieser Phase nicht viel, aber dennochgenug Geld. Sobald sie herausgefundenhaben, dass sie an ihren Stoppsfesthalten können, aber dass ihreEinstiege zu wünschen übrig lassen,

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erreichen sie den Punkt, denAlkoholabhängige als den »Moment derKlarheit« bezeichnen. Wenn dieEinstiege schlecht sind, sindlogischerweise auch ihre Indikatorenschlecht. Also schauen sich dieInvestoren nach besseren Indikatorenum. Und damit beginnt die Suche nachdem heiligen Gral.

TRADING-PHASE III:DIE SUCHE NACH DEMHEILIGEN GRAL – DENATEM ANZUHALTENWÄRE UNKLUG

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Die Suche nach diesemhundertprozentigen Indikator, der fastjedes Mal funktioniert, führt den Traderauf einen Pfad voller Leichen,zerbrochener Träume und stotternderNarren. Viele Trader verbringen denRest ihres beruflichen Lebens mit dieserSuche. Die Ironie liegt darin, dassPersonen in dieser Phase der Meinungsind, sie würden sich als Traderweiterentwickeln, wobei sie inWirklichkeit keinerlei Fortschrittemachen und schneller gestoppt wurdenals Monica Lewinsky im Weißen Haus.Trader in Phase III stecken im Treibsandfest, verwickelt in ein Verlustgeschäft,das Jahre, Jahrzehnte oder sogar längerdauern kann. Das Ergebnis ist ein

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Trader, der seine Zeit damit verbringt,denselben Fehler immer wieder zumachen oder mit wehenden Fahnen neueFehler zu entdecken.

In dieser Phase halten Trader immernach der nächsten großen SacheAusschau. Sie sind auf der Suche nachdem ach so speziellen Indikator oderSystem, mit dem sich die Gewinnegeradezu magnetisch anziehen lassen.

In einer typischen Szene bedeutetdas, sich kopfüber in eine Reihe vonTrading-Programmen oder -Ideen zustürzen und so lange an ihnenherumzuschrauben, bis sie ihren Zauberpreisgeben. Typisch dafür sind Trader,die eine Reihe einfacher mechanischerRegeln entwickelt haben – streng geheim

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natürlich –, die ihnen dabei helfensollen, jährlich einen beachtlichen Profitquasi ohne Risiko und unter Verwendungvon möglichst wenig Kapital zuerwirtschaften. Sie sind besondersbegeistert, wenn sie sehen, dass ihreMethoden bei ausgewählten Kursen ausder Vergangenheit erstaunlich gutfunktionieren. Diejenigen, bei denen dieMethode nicht funktioniert, lassen sichleicht »herausfiltern«. Diese Art vonTrader verfasst eine einseitigeZusammenfassung darüber, wie gut derTrade funktioniert, und bringt einenStapel von 68 Seiten zusammen, indenen er erklärt, wann man in den Tradenicht einsteigen sollte.

Andere Trader, die sich in Phase III

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befinden, besuchen Seminare underlernen neue Einsichten über Trends,unter anderem die Erkenntnis, dass manniemals gegen den Trend kämpfen sollte.Oh, diese Kraft! Wenn der Markt einenTrend an den Tag legt, funktionierendiese Methoden prächtig. Schließlichwerden sie aber dann doch durch denUmstand entmutigt, dass ein Markt sichzu 75 Prozent der Zeit seitwärts bewegt,während die Profis die Gralssucher zuKleinholz verarbeiten.

Das kann einige Trader in die Weltder Optionen verschlagen, und siefangen an, auf Spreads zu schauen, umdie Risiken zu begrenzen, sowieAufschläge zu bezahlen, um einmonatliches Einkommen zu generieren.

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Das funktioniert sehr gut, solange dieMärkte unruhig sind. Wenn die Märktewieder einen Trend aufzeigen, könnendiese Positionen vernichtet werden –was oft genug geschieht.

Die Liste setzt sich immer weiterfort. An verschiedenen Stellen dieserReise – nachdem die Trader eine Reihevon Systemen, Strategien undIndikatoren studiert haben – setzen sichdie Trader hin und entwickeln das, wassie für den perfekten Chart mit denperfekten Indikatoren halten. Dannfangen sie an, diese Strategie zuverwenden. Sie wird in den erstenTagen, oder vielleicht sogar Wochen,gut funktionieren, aber dann verbrenntsich der Trader seine Finger an dem,

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was er für das perfekte Setup gehaltenhatte. Anstatt also den MACD (MovingAverage Convergence/Divergence) miteinem Setting von 12-26-9 zuverwenden, haben sie irgendwo gelesen,dass ein Setting von 12-17-10 schnellersei. Sie steigen ein und definieren alleihre Charts unter Verwendung des neuenSettings neu – und können den nächstenTrading-Tag kaum erwarten. Ihre Setupsgehen einige Tage oder gar Wochen langgut, und dann werden einige Setups nichtmehr funktionieren. Doch die Tradertauchen erneut in den Cyberspace ein.Sie sind entschlossen. Sie sindkonzentriert. Sie vernachlässigen ihreFamilie, verpassen das Softballspiel derTochter und verlieren das Zeitgefühl.

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Aber das ist es alles wert, denn siebenTage später, exakt um 3:45 Uhr,entdecken sie endlich das, was siegesucht haben: In ihren Stochastikenverwenden sie die Settings 14-3-3,obwohl sie 15-3-1 hätten verwendensollen! Sie zeichnen es auf einen Chartund wenden es auf Daten derVergangenheit an. Es funktioniert vielbesser! Die Trader können einmal mehrihre Charts neu formatieren und wiedervoller Vorfreude auf den nächstenTrading-Tag warten.

Und wenn das alles nichtfunktioniert, wechseln sie eben voneinem 15-Minuten- auf einen 13-Minuten-Chart. Und wenn auch das nichtfunktioniert, wechseln sie vom Handel

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des E-Mini-S&P zum E-Mini-Nasdaq.Und sollte das ebenfalls keinen Erfolgzeitigen, wird ihnen klar, dass der Eurodas Ding der Stunde ist. Und wenn dasauch wieder nicht funktioniert, steigensie ins Goldgeschäft ein, denn, wie Siesicher wissen, ist Gold ja das einzigwahre Geld, nicht wahr? Es geht immer,immer um das nächste große Ding.Dieser Zyklus wiederholt sich so lang,bis der Trader durch dieseAchterbahnfahrt krank wird und beimnächsten Halt abspringt. Die meistenjedoch kommen nie so weit, sondernbleiben für den Rest ihrer Trading-Karriere in diesem Zyklus stecken. Die»Kids« gehen ihren Weg raus aus denWindeln in die Schlafsäle, ohne zu

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verstehen, dass sie immer noch verlorensind. Sie schreien nach dem nächstengroßen Ding, ohne einzusehen, dass siemit ihrer Strategie ein willkommenerGast in jedem Kasino wären. Der Ort, andem sich diese Trader jetzt befinden, istso schrecklich wie Duluth, Minnesota imFebruar.

Diese ganze Situation wird voneinem der Hedge-Fonds-Charaktere inBen Mezrichs sehr unterhaltsamem Buch»Ugly Americans: The True Story of theIvy League Cowboys Who Raided theAsian Markets for Millions« wunderbarzusammengefasst: »Diese ganzeArbitrage-Geschichte zielt darauf ab,das A… zu finden. Wenn Sie das A…nicht finden können – dann sind Sie

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selbst das A…. «

ANZEICHEN DAFÜR, DASSEIN TRADER IN DENPHASEN I, II ODER IIIFESTSTECKT

Ich präsentiere Ihnen hier einige weitereAnekdoten und Situationen, die Tradernklar machten, dass sie noch immer in denAnfängen ihres Tradings steckten.

Good till CloseEine sehr beliebte Order-Variante beiSwing-Tradern ist die GTC-Order oder

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»Good till cancelled«. Dies bedeutetgenau das, was der Wortlaut vermutenlässt: »Halten Sie meine Order, bis meinZiel erreicht ist, oder bis ich die Ordercancele.« Meine Partner und ich –genauso wie viele andere Broker –sprechen in diesem Zusammenhang gernvon »Good Till Close«. Wir tun das,weil viele Trader ihre Order so langehalten, bis der Kurs »close«, also in derNähe ihrer Order ist. Sie schauen sichdie Aktie an und denken: »Wow, dieseAktie läuft super! Ich möchte nichtaussteigen, denn die Aktie wird weitersteigen!« Sie rufen also ihren Broker anund entfernen ihre GTC-Sell-Order. DieAktie steigt, durchbricht dieursprüngliche Marke der Sell-Order,

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fällt schließlich, und ein Sell-off setztein. Der Trader verfügt über keineStrategie für einen Ausstieg, und dieAktie fällt immer weiter – undverwandelt sich in einen Verlust-Trade.Was ursprünglich ein Spielzug ausHabgier war, wird zu einem Spielzugder Angst. Wenn dies einem Trader oftgenug widerfährt, fängt er an, so richtigAngst davor zu haben, Geld zu verlieren.

Das Volumen spielt wirklicheine RolleWenn Trader Angst bekommen undbeginnen, ihr Augenmerk darauf zulegen, möglichst nicht falsch zu liegen,geschehen einige wirklich schlimme

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Dinge. Das gängigste Ereignis ist, dassTrader in eine neue Position einsteigenund sie mitnehmen, sobald sie einenkleinen Profit erkennen. Sie kaufen denDow bei 10.100, und er steigt auf10.104. Obwohl es ganz deutlicheKaufsignale und keinerleiVerkaufssignale gibt: Sie haben einenProfit, und sie werden sich diesen nichtwieder von den Märkten zerstörenlassen. Also schieben sie die vier Punktedes Dow ein, die etwa 20 US-Dollar proKontrakt oder 14 US-Dollar nach Abzugder Provision ausmachen. Sie habenauch keinen Blick für die Tatsache, dassder Dow um weitere 40 Punkte nachoben klettert – dann, und nur dann,erscheint ein Exit-Signal.

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Folgendes trägt sich zu: Die Tradernehmen einen Gewinn von drei, vieroder sechs Punkten mit, und am letztenTrade des Tags steht es 30 Punkte gegensie. Die Trader haben also die dreiGewinne, beenden den Tag aber mitVerlusten. Das widerfährt meist jenenTradern, die den Schmerz nicht ertragenkönnen, eine profitable Position zurückin die roten Zahlen rutschen zu sehen.

Viele Broker analysieren die Kontenihrer Kunden, um vorhersagen zukönnen, wann diese es sprengen werden.Auf diese Art und Weise können sie dieTrader absichern, bevor die Verlusteoffenbar werden, und gegen sie traden.Der wichtigste Indikator dafür, dass einKonto bald gesprengt wird, ist die

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steigende Frequenz des Tradings,kombiniert mit der zunehmendenVerwendung von Market-Orders stattLimit-Orders. Unternehmen, die hedgen,sehen diese Entwicklung, lecken sich dieLippen, faden die Konten ihrer Kundenund übernehmen die Gegenseite desTrades. Generell gilt, dass Trader, diekleinere Profite anstreben, nun auchwesentlich öfter traden als zuvor. Es istwichtig zu verstehen, dass einigeUnternehmen diese Aktivitäten bemerkenund spezielle Maßnahmen einleitenwerden, da dies in 90 Prozent aller Fällebedeutet, dass die Trader ihr Kontosprengen werden. Stellen Sie sicher,dass Sie nicht der Trader sind, der aufdem Radarschrim des Brokers als

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Hedging-Kandidat erscheint.Ja, das Volumen spielt hier eine

Rolle. Größere Verluste sind schlechterals kleinere Verluste. Ein Trader aber,der aus Furcht vor Verlusten nur kleineGewinne erwirtschaftet, folgt keinemPlan. Ein Trader, der keinem Plan folgtund nur emotional reagiert, wirdverlieren. Nicht vielleicht. Nichtwahrscheinlich. Sicher!

Habgier ist keine guteGehirnnahrungEs gibt viele Wege, auf denen derTrader sein eigenes Konto sabotiert. Derfolgende ist besonders gut. Tradererreichen eine bequeme Routine in ihrer

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Tätigkeit. Vielleicht generieren sie 250US-Dollar täglich durch den Handel mitdem geschrumpften Dow auf einem50.000-US-Dollar-Konto. Das ist ausihrer Sicht ein vernünftiges Ziel,gemessen am Kontovolumen, mit demsie handeln. Eines Abends geht derTrader also mit seiner Gattin aus, undsie fragt, wie es denn beim Traden solaufe. »Nun, da dein Trading ja sowunderbar funktioniert, habe ich mirgedacht, dass ich eigentlich ganz gerneeinen BMW hätte. Können wir uns einenzulegen?«

Am nächsten Tag wacht der Traderauf und denkt: »Okay, wenn ich diesenBMW kaufen soll, muss ich meinTrading auf 750 US-Dollar pro Tag

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heraufschrauben. So kann ich eine großeAnzahlung leisten und das Auto in sechsbis acht Wochen bekommen.« In demMoment, in dem der Trader dies denkt,legt sich in seinem Gehirn ein Schalterum, und es bricht eine Phase an, in derder Trader überhaupt nichts richtigmachen wird. Anstatt bei denursprünglichen Parametern zu bleiben,wird er versuchen, mehr zu erreichen.Was bisher wie ein komfortablerGewinn von 20 Punkten beim Dowaussah, wirkt nun kümmerlich – diesesPlus wird dem Trader beim Kauf desBMW nicht viel weiterhelfen. Also wirddie Position nicht verkauft, da derTrader sich zurücklehnt und daraufwartet, dass ihm der Markt mehr Geld

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schenkt. Es ist dann unvermeidlich, dassder Markt fällt, und der Trader wird miteinem Verlust ausgestoppt. Mit diesemGedankengang, bei dem ein ursprünglichvernünftiger Gewinn plötzlich als zuklein erscheint, wird der gesamteTrading-Plan über Bord geworfen.

Ich kann mich an die Zusammenarbeitmit einem Trader erinnern, der sich ineiner sehr ähnlichen Situation befand. Erwar ein guter Mann, hatte aber geradeeine Reihe von Verlusten hinnehmenmüssen und verstand nicht, warum. Ichfragte ihn, ob er seine Trades aktuell fürdie Finanzierung einer größerenAnschaffung erhöhe. Die Antwort war:Ja. Aha, etwas für seine Frau. Wirsprachen eine Zeit lang über dieses

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Phänomen und auch über denPelzmantel, der in Edwin Lefevres BuchReminiscences of a Stock Operator –eine Pflichtlektüre für jeden Trader! –erwähnt wird. Mein Freund sagte einenMoment lang gar nichts und kratzte sicham Kinn. Ich weiß jetzt, wie ich diesesProblem lösen werde, sagte er, »ichwerde mich scheiden lassen.«

Das ist die Home-Run-Mentalität,und es ist der Ruin eines jeden Traders.

Es ist wichtig, dass der Trader weiß,dass der Markt nirgendwo hingeht. Wieein All-you-can-eat-Buffet in Las Vegaswird der Markt immer da sein. Es gibtalso keinen Grund, seinen Teller beimersten Gang zum Buffet bis zumÄußersten zu füllen. Die Menschen

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können sich einen Teller schnappen, zumBuffet hinüberschlendern, ein paarShrimps auf ihren Teller legen, zurückzu ihrem Tisch schlendern und das Essengenießen. Wenn sie fertig sind, könnensie wieder ans Buffet gehen und sich einwenig von dem Brie-Käse holen. Es gibtkeinen Grund, sich wie ein Schwein zubenehmen und den Teller vollzutürmen.Das Buffet wird immer da sein. Es istmöglich, den ganzen Tag da zu sitzen undsich immer wieder kleine Häppchen zuholen, den ganzen Tag lang. BedenkenSie: Auf den Märkten können Bullengewinnen, können Bären gewinnen.Schweine aber werden geschlachtet.

Apropos Jesse Livermore

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Viele Trader wissen, dassReminiscences of a Stock Operator vonEdwin Lefevre ein Buch über JesseLivermore ist, jenen berühmten Trader,der während des Schwarzen Freitags1929 100 Millionen US-Dollar – fürdamalige Verhältnisse eine unglaublichhohe Summe – erwirtschaftete (heutewäre das etwa eine Milliarde US-Dollar). Was viele Menschen nichtwissen, ist die Tatsache, dassLevermore am 5. März 1934 Konkursanmeldete und sich am 28. November1940 im Bad seines Hotelzimmersumbrachte. Auch wenn das nicht sehr fürdieses Buch zu sprechen scheint, stellt esfür jeden ernsthaften Trader einePflichtlektüre dar. Während sich dieses

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Buch mit den Strategien befasst, die ihmzu einem Vermögen verhalfen, befasstsich Richard Smittens Werk JesseLivermore, World’s Greatest StockTrader auch mit den Jahren danach, biszu seinem Selbstmord.

Ich habe Geschichte als Hauptfachstudiert und dadurch gelernt, mir aus denBruchstücken historischer Daten eine aufTatsachen beruhende Meinung darüberzu bilden, was sich in der Vergangenheittatsächlich abgespielt hat. Nach allem,was ich über Jesse Livermores Lebenund sein Ende gelesen habe, bin ich derMeinung, dass er nach dem Crash von1929 eine Zeit lang zu euphorisch war.Diese Euphorie veranlasste ihn dazu, ingroßem Umfang unbesonnen zu traden,

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und das wiederum führte dazu, dass ersein Vermögen in weniger als fünfJahren wieder verlor. Obwohl er schondreimal zuvor pleite gegangen war unddanach wieder ein Vermögen gemachthatte, erlitt er durch den Umfang desdiesmaligen Verlustes einen dauerhaftenpsychischen Schaden, und der Druck, zuversuchen, alles wiederzugewinnen,machte ihm schließlich den Garaus.Lassen Sie uns einen Blick daraufwerfen, was Euphorie mit einem Traderanrichten kann.

Euphorie: ein neuer Begrifffür DummheitEuphorie ist die schlimmste aller

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Emotionen, denen ein Trader erliegenkann, schlimmer noch als die Habgier. Inder Euphorie ernennt sich ein Tradernach einem Handelstag, der für ihnfantastisch gelaufen ist, zum König derTrading-Welt. Angenommen er tradetnormalerweise zehn Kontrakte. Jetzt, daer der »King« ist, fängt er an, mit 50Kontrakten zu handeln, oder sogar mitnoch mehr, wenn ihm danach ist.Schließlich ist er jetzt »der beste Traderder Welt« und damit über jeden Fehlererhaben.

Dieses Phänomen trifft man häufigan, und das Ergebnis dieserSelbstüberschätzung ist genauso, alswürde man einfach den Einsatz beimRoulette verdoppeln. Die Leute setzen

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auf Rot und verdoppeln ihren Einsatz,bis sie gewinnen. Das geht so lange gut,bis sie ihr komplettes Kapital auf Rotgesetzt haben, und Schwarz wiedergewinnt. Die Verdoppelung oder garVerdreifachung von Positionen nur ausdem Grund, dass der Trader vorSelbstvertrauen nur so strotzt, ist einSpiel für Trottel. Was aber nochschlimmer ist, ist die Tatsache, dassdiese Strategie den Tradern all jeneGewinne wieder aus der Tasche zieht,die sie ursprünglich in diese Euphoriegetrieben haben. Das setzt die Traderweiter unter Druck – nun müssen siehandeln, um wieder dahin zu kommen,wo sie schon waren. Das ruft natürlicheine Unmeng schlechter Angewohnheiten

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hervor.Das Steigern des Trading-Volumens,

nur weil Sie Ihr Trading für fantastischhalten, ist in etwa so, als würden Siesich in einer perfekten Ehe befinden. DieUnterhaltungen sind brillant, dergegenseitige Respekt schier grenzenlos,und auch im Bett läuft alles nach Plan.Sie sind mit Glück gesegnet. Wie könnenSie das alles verbessern? VerdoppelnSie! Haben Sie eine Affäre. In derTheorie also eine gute Idee – die abernur auf eine Art enden kann, nämlichsehr, sehr schlecht.

PAPER-TRADING –WARUM ES WENIGER

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WERT IST ALS EINIRAKISCHER DINAR

Es gibt nur wenige gute Gründe, warumman Paper-Trading betreiben sollte.Dadurch lernt der Trader eine neueTrading-Plattform kennen. So kann ermit Hilfe eines Demo-Kontosherausfinden, wie die Software zuverwenden ist, ohne dabei kostspieligeFehler zu machen. Die treten gern beidem Versuch auf, Orders in einemSystem zu platzieren, mit dem man nochnicht vertraut ist. Außerdem ist Paper-Trading eine gute Möglichkeit, neueSysteme und Strategien auszuprobieren,um deren Wirkung zu sehen, bevor

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»echtes« Geld zum Einsatz kommt.Paper-Trading hat allerdings einenentscheidenden Nachteil – es ist insofernwertlos, als diese Art des Tradingskaum Auskunft darüber gibt, wie sichder Trader verhalten wird, wenn echtesGeld im Spiel ist. Genau das ist es aber,was einen Trader ausmacht. Es ist völligin Ordnung, in kleinerem Maße zutraden, aber ohne echtes Geld wird derTrader nie etwas über sein Verhalten beigrößeren Beträgen lernen. Allerdingslässt sich beim Paper-Tradingherausfinden, wie weit der Weg vomPaper- zum »echten Trading« noch ist.Ein Trader sollte das gleiche Gefühlbeim Paper-Trading haben, das er auchbeim normalen Trading hat. Wenn Sie

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beim Handel im echten Trading stärkereEmotionen haben als beim Paper-Trading, gibt Ihnen das einen Einblick inIhren Status auf der psychologischenSkala – anders ausgedrückt, dass Siepsychisch kaputt sind, wenn Sie insechte Trading einsteigen. Wenn einTrader beim echten Trade den Verstandverliert, so sollte das ein Zeichen sein,dass er – gemessen an seinemKontostand – mit einem zu großenVolumen handelt. In diesem Fall sollteer so lange mit kleinerem Volumenhandeln, bis sich die gleiche Emotionwie beim Paper-Trading einstellt.

Das dramatischste Beispiel, das ichin diesem Zusammenhang je erlebt habe,ist ein Ereignis in Asien, genauer gesagt,

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in Taipei, Hongkong, Tokio undShanghai. Asiaten gelten als fanatischeSpieler und stets bereit, große Summeneinzusetzen. Dies kann beim Trading einProblem sein, und meist reicht eineinziger schlechter Trade aus, um einKonto zu ruinieren. Ein Trader, mit demich zusammenarbeitete, handeltegleichzeitig 100 Lots bei einem Kontovon 100.000 US-Dollar. Jede Steigerungdes S&P um nur einen Punkt bedeutetefür ihn einen Gewinn von 5.000 US-Dollar. Am ersten Tag stieg der Indexum fünf Punkte (25.000 US-Dollar), amfolgenden Tag verlor er sieben Punkte(35.000 US-Dollar). Für ihn waren dasnormale Schwankungen. Er wurdeimmer begeisterter und motivierter, bis

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ich dachte, er werde platzen. Ich brachteihn dazu, nur noch zehn Tradesgleichzeitig zu handeln. Am Anfang fander das langweilig – aber dann geschahetwas Bemerkenswertes. Er war nichtbegeistert. Also handelte er objektiv –und erzielte höhere Gewinne. Wirbrachten ihn dazu, genauso zu traden,wie er beim Paper-Trading agierenwürde, und genau das machte denUnterschied aus. Die Möglichkeit, mitausländischen Tradern zu arbeiten, stelltfür mich eine Win-Win-Situation dar, daich lerne zu verstehen, wie andereMenschen die US-amerikanischenMärkte betrachten. Und da ich sehe, wieUS-amerikanische Nachrichten gefiltertwerden, bevor sie die lokalen News-

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Sender erreichen. Werin der Lage ist,sich in einen fremden Menschenhineinzuversetzen, versteht einfachbesser, wie die Welt wirklichfunktioniert. Das mag Ihnen vielleichtnicht bei der Entscheidung über Ihrnächstes Trading-Setup helfen, aber eshilft Ihnen beim Überblick über die Welt– und macht das Leben ein Stück weitinteressanter.

Gute Ideen, die man imKopf behalten sollteDie Beziehung eines Traders zum Marktkommt einem Tanz gleich – und es istbesser, den Markt führen zu lassen. Esist wichtig, nicht bei bullishen oder bei

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übermäßig bearishen Aussichten auf demMarkt einzusteigen. Je stärker ein Traderan eine Idee glaubt, desto schnellerlandet er auf der falschen Seite desTrades. In einem der folgenden Kapitelzeige ich Ihnen, wie sich dieMarktinterna lesen lassen – eine tolleMöglichkeit, einen Einblick in dieMärkte zu bekommen. Statt wie einwilder Bulle oder ein brummender Bärauf den Markt zu stürzen, steige ich ersteinmal als interessierter Beobachter ein.Der »Radarschirm«, den ich ständigbeobachte, hält mich auf dem Laufendenund bietet mir Chancen auf dem Weg desgeringsten Widerstands an. Solange wiralso gemeinsam tanzen, möchte ich gernewissen, wann mein Partner versuchen

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wird, mich zu foppen.Es gibt einen Spruch, an den ich mich

immer wieder gerne erinnere: »Disziplinist wichtiger als Vision«. Zum erstenMal habe ich diesen Spruch von PeterBorish gehört, dem ehemaligen Head ofResearch bei Paul Tudor Jones. Ich magvielleicht der Meinung sein, dass derMarkt heute zusammenbricht – ich mussaber immer noch einen Stopp gesetzthaben, für den Fall, dass ich falschliege. Die Vision, während eines Crashskurzfristig zu handeln, ist sehr beliebt,und der Gedanke einer großenBewegung bringt Trader dazu, dummeDinge zu tun. Beispielsweise zuverdoppeln und Verlust-Positionenauszubauen. Disziplinierte Trader leben

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dafür, an einem anderen Tag zu kämpfen.Während der Jahre 2004 und 2005 habeich viele Trader erlebt, die »für dienächste, unvermeidliche Terrorattacke inihren Positionen bleiben« wollten. Nachden Ereignissen des 11. Septembersahen sie, wie fragil der Markt ist, undwollten sich vor dem nächsten Anschlagin Position bringen. (Ja, das ist eineschreckliche Betrachtungsweise einerKatastrophe, aber so denken Trader nuneinmal. Wenn ein Hurrikan über Floridahinwegfegt, ist es Zeit, bei Holz long zugehen, da ja die zerstörten Häuserwieder aufgebaut werden müssen.) DasBemerkenswerte daran ist, dass dieVision, für einen eventuellen Crashrichtig positioniert zu sein, das

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Urteilsvermögen der Trader starkeinschränkt. Das Einzige, was der Markthasst, ist Ungewissheit. Die Ereignissedes 11. September kamen unerwartet,und der Markt brach zusammen.Heutzutage ist es freilich Alltag, dass esterroristische Aktivitäten gibt. Sie sindkeine unerwarteten Ereignisse mehr, unddeshalb hat der Markt künftigeAnschläge bereits eingepreist. Klingtverrückt? Am 7. Juli 2005 wachteAmerika zum Zeitpunkt derBombenanschläge von London geradeauf. Der Dow fiel vor der Eröffnung desHandels um mehr als 200 Punkte. DieLeute gingen massiv short. Die Märktezeigten eine Rallye und schlossen andem Tag mit einem Plus, und jene

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Trader, die »auf den nächsten Anschlaggewartet« hatten, verloren. Disziplin istwichtiger als Vision.

Erinnern Sie sich: Es besteht absolutkeine Veranlassung dafür, jahrelang aufkomplizierte Setups oder gar auf dasErscheinen des heiligen Grals zu warten,im Gegenteil: Es gibt viele sehr simpleund nützliche Setups. Einige der bestenTrader, die ich kenne, handeln seit 20Jahren mit den gleichen Setups, dengleichen Time Frames, auf dem gleichenMarkt. Sie kümmern sich um nichtsanderes, und sie wollen auch nichtsNeues lernen. Für sie funktioniert das,und sie sind die Meister dieser Setups.Sie lassen nichts zu, das ihren Fokusverschieben könnte. Wenn das Setup an

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einem Tag nicht vorkommt, steigen sieeinfach in keinen Trade ein.

Andere mir bekannte erfolgreicheTrader haben gelernt, sich über ihreVerluste zu freuen. Wenn sie in einenTrade einsteigen und ausgestopptwerden, springen sie auf und klatschenin die Hände. Sie machen das genaueGegenteil von dem, was alle anderenmachen, und verdienen Geld. Als JesseLivermore seine Gewinne erzielte, wareines seiner berühmtesten Zitate: »Wennich eine Aktie kaufte und sie gegen michlief, habe ich sie sofort verkauft. Manhat keine Zeit, darüber zu sinnieren,warum die Aktie falsch läuft. Fakt ist,dass sie falsch läuft, und das reicht fürden erfahrenen Spekulanten als Signal

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zum Glattstellen aus.« Kleine Verlustemachen den Unterschied, und die Tradermüssen lernen, sich für richtigeEntscheidungen in diesem Bereich zubelohnen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Tradernicht mit Aktien, Futures oder Optionenhandeln. Trader handeln mit anderenTradern. Es gibt irgendwo da draußeneine andere Person oder ein System, die/ das die Gegenseite des Tradeseinnimmt. Nur eine der beiden Seitenwird Recht behalten. Der Trader mitdem besseren Setup gewinnt. Ist derTrader auf der anderen Seite des Tradesein Amateur oder ein Profi? Das Gleichesollte sich eben jener Trader auch überSie fragen. Das nächste Mal, wenn Sie

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wieder einmal der Habgier erliegen,sollten Sie sich daran erinnern, dass esirgendwo einen Profi gibt, der schonsehnsüchtig auf dieses Setup gewartethat und das Gegenteil tut.

Ich habe herausgefunden, dass dererste Schritt zum professionellen underfolgreichen Trading darin besteht zulernen, einen Verlust ohne Wut, Frustoder Scham zu akzeptieren. Es gehörteinfach dazu. Keine große Sache. Ichmuss jeden Tag mit Verlustenklarkommen, und ich mache keinGeheimnis daraus.

Es ist einfach nur ein Teil desProzesses. Okay, dieser Trade hatmeinen Stopp erreicht. Der Nächstebitte. Es ist wie Tom Hanks in seiner

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Rolle in »Eine Klasse für sich«, als erdie Spielerin anschreit und sie zumWeinen bringt. »Weinst du?«, fragt ersie schockiert. »Man weint nicht beimBaseball!«

Man weint auch beim Trading nicht,und man wirft auch nicht seineKaffeetasse gegen die Wand oder brülltseinen Monitor an. Verluste undverpasste Trades gehören einfach dazu.An manchen Tagen läuft es eben nicht.Wenn ich ein Setup verwende undzweimal in Folge ausgestoppt werde,dann verwende ich dieses Setup eben fürden Rest des Tages nicht mehr. Auswelchen Gründen auch immer: DasSetup funktioniert an diesem Tag auf denMärkten eben nicht. Das ist keine große

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Sache. Es gibt keinen Grund, den MACDneu zu formatieren. Er ist nur ein Teildes Tradings.

Die Lösung besteht darin, über zweispezielle Regelwerke zu verfügen.Zuerst muss man eine Trading-Methodehaben. Steigen die Trader bei diesemSetup alle ein, oder machen sie einenScale-in? Machen sie einen Scale-out,oder steigen sie alle bei einembestimmten Ziel aus? Ziehen sie ihreStopps nach, oder lassen sie diesestehen? Wo werden die Stopps inHinblick auf das Ziel platziert? Das sindalles Dinge, die einem klar sein müssen,bevor man einen Trade platziert. Wennman erst einmal eingestiegen ist, gibt eskeinen Raum mehr für rationales

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Denken. Das Setup muss jedes Malgleich ausgeführt werden, oder dieTrader werden nie wissen, ob ihr Setupihnen bei ihrem Trading nun hilft oderschadet, sonst tätigen sie nur Impuls-Trades, und das sind Trades für Trottel.Zweitens: Es muss ein Regelwerk zumMoney Management geben. Wie vieleAktien oder Kontrakte handelt derTrader mit diesem Setup? Wie viel istder Trader bei diesem Setup zu riskierenbereit – in einem Zeitraum von einemTag, einer Woche, einem Monat, einemJahr? Wenn die Trader das eine Weilelang gemacht haben, gewöhnen sie sichan, ihren Regeln zu folgen, und lernenschließlich, sich selbst zu vertrauen.

Wenn man sich erst einmal selbst

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vertraut, ist der Kopf frei, um sich aufdie sich bietenden Gelegenheiten aufdem Markt zu konzentrieren, anstatt vonAngst, Frustration und Zweifelnvollkommen besetzt zu sein. Das ist derPunkt, an dem der Trader die ersten dreiPhasen geschafft hat und zum ersten Malwirklich die Möglichkeit hat, vomTraden zu leben. Zu diesem Überganggehört es auch, sich auf die Entwicklungder eigenen Fähigkeiten beim Trading zukonzentrieren, anstatt nur aufs Geld. Unddiese Fähigkeiten sind nicht sokompliziert: Man muss nur seineEmotionen im Zaum halten und seineSetups diszipliniert verfolgen.Konzentrieren Sie sich vielmehr darauf,Ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln

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und Ihre Setups immer wieder auf diegleiche Weise auszuführen. Das klingtsehr einfach – ich habe aber mit genugTradern gearbeitet, um zu wissen, dassdie meisten von ihnen das auf langeSicht nicht durchhalten. Sie werdenungeduldig und verlangen nach einbisschen Action, also steigen sieunüberlegt und ohne klares Setup ein.Sobald sie das tun, befinden sie sichwieder auf dem Niveau der Amateure.

Trading besteht zu großen Teilen ausWarten. Erst heißt es, auf ein Setup zuwarten. Wenn es auftritt, steigt der Profi-Trader ohne zu zögern ein. Die Fähigkeitliegt darin, auf das Setup warten zukönnen und nicht der Versuchung einesImpuls-Trades zu erliegen. Wenn er

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dann in ein Setup eingestiegen ist, mussein Trader die Disziplin aufbringen, aufdie Ausstiegsparameter zu warten, erdarf nicht einbrechen und zu frühaussteigen. Warten stellt die wohlhärteste Aufgabe für viele Trader dar, esunterscheidet die Gewinner von denVerlierern. Sogar bei einem Day-Tradekann es Stunden dauern, bis ein Setupauftaucht oder ein Parameter ausgelöstwird. Und das ist der springende Punkt:Seien Sie einfach geduldig und wartenSie. Wer nach zu vielen Dingengleichzeitig greift, bekommt am Schlussgar nichts.

Es ist außerdem wichtig, sich klar zumachen, dass professionelle Tradernicht jede Kursbewegung mitmachen. Es

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ist okay, den Markt auch einmal ohneeigene Teilnahme ziehen zu lassen. JedeBewegung mitzumachen ist unmöglich –aber genau das versucht der Amateur.Darum ist es für den Traderunerlässlich, Regelwerke für Ein- undAusstiege aufzustellen, statt sich bei derVerwaltung einer Position auf dasBauchgefühl zu verlassen. EntwickelnSie ein Regelwerk, und halten Sie sichdiszipliniert daran. Es dient zu IhremSchutz.

Die wichtigste Veränderung inmeinem Trading fand statt, als ich lernte,mein Gehirn zu ignorieren und mich nurnoch auf eine Handvoll guter Setups zukonzentrieren. Sobald ich die Setupskannte, bestand die nächste

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Herausforderung darin, ihnendiszipliniert zu folgen – jedes Mal aufdie gleiche Art und Weise. KeinNachdenken, kein Hin und Her. Ich löstedieses Problem, indem ich über meinTrading genau Buch führte und michselbst lobte, wie gut ich jedes Setupdurchgeführt hatte, anstatt mich übereventuell verlorenes Geld zu ärgern.Während eine Konzentration aufGewinne und Verluste die schlechtenVerhaltensweisen fördert, unter denenviele Trader leiden, unterstützt eine aufSetup basierende Methode jeneVerhaltensweisen, die einem Trader zukonstanter Profitabilität verhelfen.

Zusammengefasst bedeutet das fürSie Folgendes: Profi-Trader

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konzentrieren sich auf eine Begrenzungdes Risikos und auf den Schutz desKapitals. Amateure konzentrieren sichstattdessen darauf, wieviel Geld sie miteinem Trade verdienen könnten.Professionelle Trader nehmen immerden Amateuren ihr Geld ab. Amateur-Trader werden zu Profis, wenn sie nichtmehr nach dem nächsten tollentechnischen Indikator Ausschau haltenund stattdessen beginnen, das Risiko beijedem Trade zu kontrollieren.

Man kann sich nicht beigroßen Dingen diszipliniertund bei kleinen Dingenundiszipliniert verhalten.Mutige, undisziplinierte

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Männer haben keine Chancegegen die Disziplin und denHeldenmut anderer Männer.Haben Sie schon einmal einpaar Polizisten zugeschaut,wie sie eine Menschenmengein Schach halten?

– General George S. Patton -

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3. KAPITEL

Hardware undSoftware –die besten Toolsfür das Trading

Kleide eine Ziege in Seide –und es ist immer noch eineZiege.

– Keltisches Sprichwort -

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HARDWARE – DERARBEITSSPEICHERMACHT’S

Dieses Kapitel befasst sich damit, wiesich, was die nötige Hard- und Softwarebetrifft, um die Märkte in den Griff zubekommen, »ein Spielfeld ohneUnebenheiten« beschaffen lässt. Wennein Trader diesbezüglich das Richtigetut, hat er zumindest eine Chance, sichmit allen anderen auf diesem ebenenSpielfeld zu messen. Wenn ein Tradertechnisch gesehen nicht auf dem neuestenStand ist, ist er deutlich im Nachteil.Trader ohne Vorsprung hinsichtlichAusrüstung, innerer Einstellung und

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Methoden sind wie junge Gnus, dieversuchen, aus einem Tümpel zu trinken,der voll mit Krokodilen ist – sie werdenes nicht lange machen. Wozu also wegenveralteter Software oder Technologieeinen Nachteil beim Traden hinnehmen?Das wäre, als würden Sie das Daytona-500-Rennen mit einem Oldtimer fahren.Das hier ist der leichteste Teil einessoliden Trading-Plans – und er ist zu100 Prozent kontrollierbar.

Umfang und Beschaffenheit desverwendeten Trading-Equipmentshängen natürlich von den zur Verfügungstehenden finanziellen Mitteln ab – undvon der Art Trading, die Sie betreibenmöchten. Top-Systeme mit drei odervier Monitoren sind von Firmen wie

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etwa Dell schon ab 150 US-Dollarmonatlich erhältlich – der Kostenfaktorist also unerheblich. Wenn der Rechnereines Traders älter als drei Jahre ist,sollte er die eine oder andereKomponente erneuern oder einfach einenneuen kaufen.

Die wichtigste Komponente einesTrader-Computers ist derArbeitsspeicher, also die Kapazität, diedem PC zur Ausführung vonProgrammen in Echtzeit zur Verfügungsteht. Trader, die einen älteren Computerbesitzen, müssen in diesem Punktsicherlich aufrüsten, da derArbeitsspeicher großen Einfluss daraufhat, wie schnell Sie ihreKursnotierungen und andere

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Echtzeitinformationen erhalten. Dies istallerdings auch der teuerste Teil einesComputers – obwohl die Preise stetigfallen. Der Rechner eines Traders solltemindestens ein Gigabyte (1 GB) RAMhaben, und fast alle Basissystemewerden mit weniger Arbeitsspeichergeliefert. Realistisch gesehen, ist mit2.500 US-Dollar für einen High-Performance- Rechner mit mindestens 1GB RAM, mehreren Flat-Screen-Monitoren und einer vernünftigen damitkompatiblen Grafikkarte zu rechnen. Esgibt Hersteller, die »Trading-PCs« zueinem wesentlich höheren Preis anbieten– den gleichen PC erhalten Sie aber auchbei Dell für wesentlich weniger Geld.Dell verfügt außerdem über den besten

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Kundenservice, den ich je erlebt habe.Ich besaß Monitore, die kaputtgingenund mir von Dell kostenlos undinnerhalb von 24 Stunden ersetztwurden. Die gleiche Situation hatte ichauch einmal mit einem anderen Anbieter– die Frist, bis der Monitor ersetzt war,betrug hier allerdings sechs Wochen.Das Wichtigste ist, dass der PC, mit demSie arbeiten, speziell für das Tradingaufgesetzt ist und nur ein Minimumsonstiger Programme enthält. Wenn SieKinder haben, sollten Sie ihnen eineneigenen PC zur Verfügung stellen, mitdem sie im Internet surfen oder Spielespielen können – und drohen Sie ihnenmit drakonischen Strafen für den Fall,dass sie Ihren Trading-PC anfassen!

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Eine Frage, die mir viele Traderstellen, lautet: »Wie viele Monitorebenötige ich?« Nun, das kommt ganzdarauf an, was Sie traden. Ich persönlichverwende zehn Monitore für dieBeobachtung von Charts und zweiweitere ür andere Anwendungen wieetwa E-Mail, Instant-Messaging und zumSurfen im Internet. Diese Monitore sindan vier verschiedene Computerangeschlossen. Die meisten Traderbenötigen nicht so viele Monitore, undich kenne viele, die mit nur zweiBildschirmen ein großartigesEinkommen generieren. Ich persönlichtrenne Day- und Swing-Trading undverwende für beide Artenunterschiedliche Konten, Monitore und

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Trading-Plattformen.Abbildung 3.1 zeigt einen Screenshot

meiner Day-Trading-Ausführungsplattform. Diese verbuchtlaufend meine aktuelle Performance aufjedem Markt mit der entsprechendenGesamtsumme. An dem Tag, von demder Screenshot in Abbildung 3.1 stammt,verzeichneten der DAX und der S&Peinen schönen Anstieg, während ichbeim Euro ausgestoppt wurde. DiePunkte im Chart zeigen meine Ein- undAusstiege. Meine Swing-Trades werdenalle von einer anderen Plattform ausdurchgeführt.

Diese Strategie, zwischen Day- undSwing-Trading klar zu trennen, hilft mirauch dabei, die verschiedenen Setups zu

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separieren – denn ich könnte ja in Mini-Sized-Dow-Futures in meinem Swing-Konto short, aber im selben Kontrakt inmeinem Day-Trading-Konto long sein.Beide finden in verschiedenenZeitrahmen statt und benötigen andereParameter. Durch die Trennung inverschiedene Konten gibt es keineVerwirrung, und die Performance beiderArten von Setups ist leichter zuanalysieren. Da ich außerdem währenddes Trading-Tags Newsletter undUpdates verfasse, brauche ich Zugriffauf mehr Daten als die meisten Trader.

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Abbildung 3.1

Für Trader besteht die Gefahr, sichzu viele Informationen zu beschaffen. Ichhabe mal einen Trader gesehen, der 25Monitore besaß, die ihm aus allen

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Richtungen Informationen zuwarfen. Erkonnte sich nie entscheiden, wann er ineinen Trade einsteigen sollte. Es gilt zubedenken, dass Trader nicht über allesBescheid wissen müssen, was auf denMärkten vor sich geht. Sie benötigenlediglich genügend Informationen, umentscheiden zu können, ob sie ihr Setupverwenden oder nicht. Alleerfolgreichen Trader, die ich kenne,konzentrieren sich nur auf eine Handvoll Setups. Sie brauchen keinen Winkmit dem Zaunpfahl, um das Buy-Signalim S&P zu erkennen. Wenn ein Traderein oder zwei erfolgreiche Setupsgefunden hat, dann kann er – und solltees auch – viele der Informationen dadraußen einfach ignorieren. Ein klarer

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Fokus auf einen kleinen Teil der Märkteverschafft dem Trader Spezialwissenund ein besseres Gespür dafür, wann erin einen Trade einsteigen sollte.

Abbildung 3.2 zeigt das Computer-Setup, das ich beim Traden verwende.Ich brauche einen Rechner, mit dem ichausschließlich E-Mails, Instant-Messaging und das Surfen abwickle.Dieser PC wird am ehesten von einemVirus angegriffen werden, und deswegenmöchte ich ihn von den anderen trennen.Zusätzlich habe ich einen Laptop alsBackup, der an ein Modemangeschlossen ist. Erfreulicher Weisemuss ich diesen nur selten benutzen. Esist jedoch beruhigend zu wissen, dassich selbst dann noch Zugang zu meinen

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Konten und zu den aktuellen Notierungenhabe, wenn der Strom ausfällt odermeine Breitbandverbindungzusammenbricht.

Abbildung 3.2

Monitore, Grafikkarten undCo. – was Sie wo kaufensollten

Die Entwicklungszyklen bei

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entsprechender Hardware werden immerkürzer, die Preise dafür immergünstiger. Deshalb empfiehlt es sich, voreiner Neuanschaffung einen Experten zuRate zu ziehen. Gerade Grafikkartenlassen sich sehr günstig über eBay®

(www.ebay.com) erwerben. Das kleineGeheimnis im Hardwaregeschäft bestehtdarin, dass es die meiste Hardware zumhalben Preis oder sogar für weniger beieBay® zu kaufen gibt. eBay® ist diePlattform, auf der sich Produkte ausLagerbeständen billiger kaufen oderProdukte in einem semi-

legalen Feld des Weitervertriebsohne Herstellergenehmigung oder -garantie verkaufen lässt. Mittlerweileverwenden Hersteller selbst einfach

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einen anderen Namen und verkaufen ihreProdukte auf eBay®, um die»Auktionärsmeute« mitzunehmen. Ichhabe Produkte wie Grafikkarten immergleich bei eBay® gekauft, und ich hattebisher das Glück, nie über den Tischgezogen worden zu sein oder einfehlerhaftes Produkt erworben zu haben.Das Wichtigste beim Kauf einesProdukts über eBay® ist die Bewertungdes Verkäufers. Wenn dieser schlechteBewertungen hat oder, noch schlimmer,gar keine, sollten Sie die Finger vondem Geschäft lassen. Ich bin wahrlichkein Computerspezialist, aber es war garnicht schwer, die alte Grafikkarte aus-und die neue einzubauen. Sollten Siedies nicht selbst machen können oder

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wollen, dann suchen Sie sich in denGelben Seiten einen Spezialisten, derdies zu einem vernünftigen Preis für Sieerledigt. Lassen Sie ihn zu sich ins Hausoder ins Büro kommen. Was immer Sietun – bringen Sie Ihren Computerkeinesfalls zu einem Discounter odereinem nichtspezialisierten Händler, weildas Personal dort nur selten überausreichend Fachwissen verfügt.

Bei den Monitoren, haben sichmittlerweile die großen Flatscreensdurchgesetzt. Die LCD-Monitore sindum mehr als ein Drittel leichter als dieBildröhrenmonitore. Obwohl LCDsmehr kosten als Röhrenmonitore, wirdder Preisunterschied immer kleiner. BeiSystemen mit mehreren Bildschirmen ist

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die LCD-Variante ebenfalls von Vorteil,da ein solcher Monitor einen kleinerenRahmen besitzt und somit die Lückezwischen zwei Bildschirmflächenkleiner wird. Wenn man bei der Größedes Monitors einige kleineZugeständnisse macht, wirkt sich dassofort massiv im Preis aus. 17-Zöllersind günstiger als solche mit 19 Zoll(oder größer). 19 Zoll ist allerdings eineideale Größe für Trader, und wenn esdie finanziellen Mittel erlauben, so sinddie größeren Monitore sicher sehr gut.

Es gibt zwei Websites, wo man tolleAngebote für Monitoren und andereHardware finden kann:www.slickdeals.net undwww.techbargains.com. Diese Seiten

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durchsuchen das Internet nach Angebotenfür alles, was mit Computertechnologiezu tun hat, inklusive Monitore,Festplatten, DVD-Player usw.Irgendjemand hat immer etwas zuverkaufen. Bekannte Unternehmen wieDell werden gegen Ende eines Quartalsaußerdem spezielle Angebotebereithalten, um die Verkäufe nocheinmal anzukurbeln. Auch diese tauchenauf den genannten Websites auf. Es gibtkeinen Grund, irgendwofür den vollenListenpreis zu zahlen. Das ist ein gutererster Test für einen Trader. VerfallenSie nicht in Panik, und kaufen Sie nichtdas Erstbeste.

Ein anderer Bereich, für den sich einTrader interessieren sollte, ist der

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Aufbau eines Multimonitorsystems. Essollte auf einen Schreibtisch passen,nicht allzu viel Platz einnehmen undeinfach zugänglich sein. Eine Website,die ich zu diesem Thema gerneempfehle, ist www.lcdarms.com. Hiererhalten Sie verschiedene Lösungen fürdie Wand- und Tischmontage. Wenn esum Tische und Stühle geht, ist dasSpektrum breit. Eine Tür, über zweiAktenschränke gelegt, funktioniert alsTisch wirklich gut. Es gibt Schreibtischebei Anbietern von medizinischem Gerät,die auf Grund ihres Aufbaus sehrinteressant sind. Trotzdem ist derArbeitstisch kein großes Problem.Trader brauchen lediglich einen Platz,um ihre Computerausrüstung

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aufzustellen. Der Stuhl ist da schon eineandere Sache. Ein Trader wird sehrviele Stunden darauf verbringen. Einegute Sitzgelegenheit zu kaufen istsicherlich keine Geldverschwendung.Ich persönlich bevorzuge die Aeron-Stühle von Herman Miller.

BÄNDIGEN SIE DIETECHNIK:SO HALTEN SIE IHRENRECHNER IN SCHUSS

Wenn der Trader die richtige Hardwarebesitzt, wird es Zeit, sich der Softwarezuzuwenden. Die Auswahl ist groß – für

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die meisten Interessenten läuft es auf einChartprogramm und ein Paket zurAusführung hinaus. Das ist schon einmalwichtig. Aber es gibt noch eine weitereSoftware, die ein Trader braucht: eine,die den PC in Schuss hält. Dies wirdunter Tradern am stärkstenvernachlässigt. Lassen Sie uns zuerstdarüber sprechen, bevor wir uns dannder Trading-Software widmen. KeineAngst, ich bin kein Technik-Freak, Siekönnen mir leicht folgen. Und ich machees kurz.

Trading kann eine der psychisch amstärksten belastenden Beschäftigungenüberhaupt sein. Der Ausgang eineseinzelnen Trading-Tags kann darüberentscheiden, ob Ihr Kind in Oxford

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inklusive aller Gebühren und Kostenstudieren darf oder ob es mit der lokalenUniversität vorliebnehmen und inTeilzeit im Callcenter arbeiten muss, umdie Bücher bezahlen zu können.Technische Probleme undUnterbrechungen steigern die psychischeBelastung und verringern das finanzielleund auch das psychische »Kapital«.Trader, die der technischen Entwicklunghinterherhinken, sind gegenüberdenjenigen, die auf dem neuesten Standsind, stark benachteiligt. Von veralteterSoftware bis hin zu speziellen Taktikenvon Unternehmen, prozesshemmendeSpyware auf die Systeme ihrer Kundenzu installieren – Trader, die dieTechnologie nicht ernst nehmen, sind

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zum Scheitern verurteilt. Ein auf Grundvon technischen Problemen gescheiterterHandel ist für den ernsthaften Trader,der seinen Lebensunterhalt verdienenmöchte, unentschuldbar.

Wer im Trading-Geschäftkonkurrenzfähig bleiben möchte, musssich dieser technischen Gefahren zuersteinmal bewusst sein. Sobald ein Traderdiese Hindernisse erkannt hat, muss ervon sich aus die Initiative ergreifen undsie frontal angehen, wenn er es ernstmeint. Die drei heutzutage am häufigstenauftretenden technischen Probleme sind:

Viren: Der PC ist das wichtigsteWerkzeug des Traders. Durch dieVerbindung zum Internet wird derRechner ohne sein Wissen

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missbraucht. Das ist heutzutage diehäufigste Ursache fürFehlfunktionen. Der Trader musswissen, wie man den »Dreck«entfernt und sich für die Zukunftdavor schützt.Process Cloggers: UnternehmenSie etwas, um die Effizienz IhresPCs zu steigern und einenSystemabsturz zu verhindern.Allgemeine technische Probleme:Überlegen Sie, was Sie tun sollten,wenn Ihre technische Ausrüstungversagt – denn das wird geschehen.

Diese vermeidbaren Schwierigkeiten zuignorieren ist wie Trading ohne Stopp-Loss. Nehmen Sie sich die Zeit, sich

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darum zu kümmern, und ermöglichen Siesich ein reibungsloses Trading.

Entfernen Sie den Dreck,der Ihren Computerlangsam machtSie können über die beste Trading-Software verfügen, aber wenn IhrComputer nicht gepflegt und geschütztwird, dann hilft Ihnen diese auch nichtviel. Jeden Tag wird der Trading-Computer mit verstecktem Müllbombardiert, und es ist wirklicherschreckend, wie gefährlich einigedieser Attacken sind. Ein Trader, derernsthaft in Vollzeit handeln möchte unddiese Problematik ignoriert, verhält sich

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wie ein Profi-Footballspieler, der amAbend vor dem Super Bowl zwölf Biertrinkt. Das ist schlecht für sein Team.Warum den anderen Tradern also einenVorteil verschaffen? Im Tradingversuchen »die anderen da draußen«, anIhr Geld zu kommen. Es gibt keinenGrund, ihnen das zu erleichtern.

Das größte technische Problem, dasTradern heutzutage begegnet, wird vonden meisten gar nicht wahrgenommen:den Computer frei von Spyware zuhalten. Das ist eine der wichtigstenMaßnahmen, die Trader ergreifenmüssen, um ihren PC sicher undreibungslos am Laufen zu halten.Spyware führt zu Systemabstürzen,ruiniert die Internetverbindung und

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macht das Surfen im Internet unsicher.Spyware kommt nicht in Form vonCookies auf den PC, auf die ich in Kürzeauch noch eingehen möchte. Spyware istSoftware, die Unternehmen auf PCs ohnedas Wissen der Nutzer platzieren.Manchmal findet das auch mit dem -unbewussten – Einverständnis des Usersstatt, beispielsweise dann, wenn er dasKleingedruckte in den AllgemeinenGeschäftsbedingungen nicht genaugelesen hat, bevor er eine Softwareherunterlädt. Diese Spyware übernimmtdie Kontrolle über den Internetbrowser,sammelt Daten Ihrer Surfgewohnheiten,schafft Pop-up-Werbeanzeigen beimBesuch bestimmter Websites und machtden PC generell langsamer. Hinzu

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kommt, dass viele Spyware-Programmeschlecht geschrieben sind undInkompatibilitäten verursachen, wichtigeSystemfunktionen zerstören sowie dieStabilität des PCs gefährden können.Trader, die dafür sorgen möchten, dassihr PC reibungslos funktioniert, nicht»einfriert« und abstürzt, müssenzurückschlagen und jegliche Spywarevon ihrem Computer entfernen – unddann dafür sorgen, dass sie nichtwiederkommt.

Als ich das erste Mal intensiv nachdieser tückischen Software gesuchthabe, fand ich mehr als 50 Spyware-Programme auf meinem Computer.Nachdem ich sie entfernt hatte, lief meinPC wesentlich schneller und stürzte

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nicht mehr ab. Diese Spyware wird»hinter den Kulissen« heruntergeladen,also unsichtbar für den Benutzer. Bevorich nach dieser Software gesucht hatte,war ich fest davon überzeugt, dass sichkeinerlei Spyware auf meinem PCbefinde, da ich nur selten im Internetsurfte. Ich muss wohl nicht betonen, dassich sehr überrascht war.

Es gibt zwei exzellenteAnwendungen zur Entfernung vonSpyware, und beide sind kostenlos – esgibt also keinen Grund, sie nichtregelmäßig zu verwenden. Sie heißenSpybot Search & Destroy und AdAware. Es ist wichtig, dass der Traderbeide Programme verwendet, da dieeine Anwendung das findet, was die

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andere verpasst hat – der Computer istbei Nutzung nur eines dieser Programmenicht sicher. Um diese Programmedownzuloaden, geben Sie die Begriffeeinfach bei Google ein. DieSuchmaschine wird Ihnen eine Reihevon Websites präsentieren, auf denendie Anwendungen zum kostenlosenDownload bereitstehen.

Nachdem Sie diese beidenProgramme, deren Besitz Pflicht ist,installiert haben, müssen Sie sie auf demneuesten Stand halten. Ich empfehleIhnen wöchentliche Updates. Ähnlichwie bei Antiviren-Software müssen Siesich auch vor der neuesten Spywareschützen. Um SpyBot updaten zu können,müssen Sie das Programm starten

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(verwenden Sie die Option »AdvancedMode«); wählen Sie dann »NachUpdates suchen«. Das Programm wirdIhnen dann anzeigen, welche Updateserhältlich sind. Ein weiteres Feature vonSpyBot heißt »Immunisieren«. WählenSie diesen Icon und klicken Sie unter»Permanente Internet ExplorerImmunität« auf »Immunisieren«. Diessorgt dafür, dass neue Spyware geblocktwird. Außerdem haben Sie so dieMöglichkeit, Ihre Dateien vor Hackernzu schützen – ein Feature, das ichdringend empfehle. Um »Ad Aware« zuaktualisieren, öffnen Sie einfach dasProgramm und wählen »Nach Updatessuchen«.

Alles, was diese Programme finden

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und anzeigen, ist Spyware und sollteentfernt werden. Trader, die sich dafürentscheiden, diese Anwendungen nichtzu löschen, sind selbst für den vonSpyware verursachten Absturz desComputers verantwortlich. Was nochschlimmer ist: Spyware kann auf IhrePrivatsphäre zugreifen und Daten überIhre Kaufgewohnheiten im Internetgemeinsam mit IhrenKreditkarteninformationen sammeln. Ichempfehle daher wöchentliche Scans und– wie bereits erwähnt – alles zu löschen,was diese Programme finden, damit IhrPC sicher bleibt.

Eine weitere, einfache Möglichkeit,Spyware zu blocken, besteht darin, einenanderen Browser als den Internet

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Explorer zu verwenden. Nahezu alleSpyware-Programme sind für diesenBrowser geschrieben, da er von 95Prozent der User verwendet wird. Esgibt einen neueren Browser namensFirefox, der von der Firma Mozilla(www.mozilla.org) entwickelt wurde.Der Browser bietet mehr Features alsder Internet Explorer, ist schneller undwesentlich sicherer.

Cookies und Spam sindschlecht für IhrenComputerEin anderes Mittel, mit demUnternehmen Informationen über ihreKunden sammeln möchten, sind so

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genannte Cookies. Ein Cookie ist einekleine Textdatei, die entweder gut oderschlecht ist. Gut sind Cookies für denBesuch der Lieblings-Website,beispielsweise Amazon.com. Wenn einCookie installiert ist, kann sich Amazon»merken«, wer der User war, und manmuss sich nicht bei jedem Besuch neueinloggen. Schlecht sind Cookies, wennsie, beispielsweise bei Unternehmenwie Doubleclick, die Seitenaufruferegistrieren, Pop-ups generieren undgenerell die Privatsphäre des Tradersverletzen. Das Beste ist, Sie löschen alleCookies auf Ihrem PC. Hierfür gehen Siein das Startmenü, Einstellung, ControlPanel, Internetoptionen. Unter»Temporäre Internetdateien« gibt es

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einen Button »Cookies entfernen«.Klicken Sie darauf. Nachdem dieCookies gelöscht wurden, klicken Sieauf »Privat«, »ErweiterteEinstellungen«. Setzen Sie einen Hakenin das Kästchen neben »AutomatischesCookie-Management aufheben«.Darunter setze ich »Zulassen« fürCookies, die aus erster Hand kommen,und »Blocken« für Cookies, die ausdritter Hand kommen. Bei dieserEinstellung erscheint beim Besuch derAmazon-Website die Frage, ob der Userdas Cookie akzeptieren möchte. Ich sageja, denn diese Seite besuche ich sehr oft.Alle Cookies von Dritten wie etwaDoubleclick werden automatischgeblockt. Das verhindert Pop-ups und

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hält den PC des Traders in einem Top-Zustand. Wenn ich gefragt werde, ob ichein Cookie von einer Websiteinstallieren möchte, die ich seltenbesuche, sage ich nein, und das Cookiewird nicht installiert.

Spam ist für jedermann ein großesProblem. Mail Washer Pro(www.mailwasher.net) und Cloud Mark(www.cloudmark.com) sind –gemeinsam verwendet – die beste mirbekannte Lösung des Spam-Problems.Mail Washer Pro hält Spam-Mail schonauf, bevor sie Ihr Postfach erreicht.Wenn doch etwas durchkommt, setzenSie Cloud Mark darauf an, und dieseMail wird nie wieder erscheinen. BeideProgramme kosten miteinander etwa 80

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US-Dollar. Ich verwende für dieAbwicklung meiner E-Mails MicrosoftOutlook, und die Anwendungen sinddamit kompatibel. Ich bekamursprünglich jeden Tag rund 100 Spam-Mails. Nachdem ich Cloud Markinstalliert hatte, bekam ich gar keinemehr. Es war wie ein Wunder.

Last, but not least ist es natürlichwichtig, dass der PC vor Viren geschütztwird. Norton AntiVirus ist gut, brauchtaber viel Arbeitsspeicher. Eine guteVariante dazu ist PC-cillin InternetSecurity von Trend Micro(www.trendmicro.com). An sonstigerSoftware schätze ich Copernic DesktopSearch (www.copernic.com). Diesekostenlose Software bietet die

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Möglichkeit einer einfachen undschnellen Suche nach E-Mails undDateien auf dem Computer. Das spartZeit. Alles, was man tun muss, ist, einWort oder den Namen einer Dateieinzugeben, und die Software findet esbeziehungsweise sie binnen Sekunden.Dies ist besser als eine stundenlangemanuelle Suche. Während derBörsenzeiten hat ein Trader nicht vielZeit für Dinge wie die Suche nach einervermissten Datei.

Dies sind also die Grundkenntnissefür die allgemeine Computersoftware.Lassen Sie uns nun einen Blick daraufwerfen, wie man einen Computer inSchuss hält, und dann schauen wir unsdie spezielle Trading-Software an.

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WIE SIE IHREN TRADING-PC ÜBERTAKTEN

Es gibt drei Dinge, die Sie als Traderwöchentlich tun sollten, umsicherzustellen, dass Ihr PC mitmaximaler Effizienz arbeitet. Erstens:unnötige Dateien löschen. Öffnen Siedazu den Papierkorb auf dem Desktop,Rechtsklick, »Papierkorb leeren« undlöschen Sie damit die Dateien. JedeDatei, die der User löscht, wird nichtwirklich entfernt – sie wird lediglich inden Papierkorb verschoben. Um dieDatei endgültig zu löschen und damitSpeicherplatz freizugeben, muss derPapierkorb geleert werden.

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Der zweite Ort, an demSpeicherplatz verschwendet wird, istder Cache. Dies ist derZwischenspeicher für alle Websites, dieder Trader besucht, um kürzere

Ladefristen zu ermöglichen. In Zeitender Breitbandverbindungen ist diesallerdings unnötig. Um den Cache zulöschen, öffnen Sie das Startmenü,Einstellungen, Control Panel,Internetoptionen. Unter »TemporäreInternetdateien« klicken Sie auf»Dateien löschen«. Ein Pop-up-Fensterwird erscheinen und fragen, ob der Useralle Offline-Dateien entfernen möchte.Das ist wichtig, denn so muss derAnwender auf »OK« klicken und kannsich zurücklehnen. Wenn der PC diesen

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Vorgang noch nie vorgenommen hat,kann es fünf bis zehn Minuten dauern,bis der ganze Müll vom PC entfernt wird– vielleicht aber auch länger. Es kannder Eindruck entstehen, der Computersei abgestürzt. Das ist er aber nicht.Stehen Sie auf, und kommen Sie späterwieder. Ein gewissenhafter Tradersollte diesen »Hausputz« mindestenseinmal die Woche durchführen.

Schließlich, wenn diese beidenAufgaben erledigt sind, sollte eingewissenhafter Trader seine Festplattedefragmentieren.Festplattenfragmentierung verlangsamtden Computer und ist oft die Ursache fürandere Probleme wie Aufhänger,Abstürze und Fehlermeldungen. Eine

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Fragmentierung erfolgt schnell durch dienormale Verwendung des PCs, dieLadezeiten steigen, die Probleme häufensich, und die Lebenszeit des Computerswird dadurch um Jahre verkürzt. DieDefragmentierung einer Festplatte bringtalles wieder in die richtige Ordnung undsteigert die Effizienz des Computers.Trader sollten sie wöchentlich, wennnicht täglich, durchführen: Startmenü,Programme, Zubehör,Systemprogramme, Defragmentierung.Stellen Sie sicher, dass die richtigeFestplatte markiert ist (normalerweiseist das C:), und klicken Sie auf»Defragmentieren«. Das kann 20 bis 30Minuten dauern, wenn dieser Vorgangnoch nie durchgeführt wurde. Es gibt

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außerdem ein Programm namensDiskeeper, das den Rechner imHintergrund defragmentiert, damit dasProblem erst gar nicht auftaucht.

DER BACKUP-PLAN: WASSIE TUN MÜSSEN, WENNIHR SYSTEMZUSAMMENBRICHT ODERDER STROM AUSFÄLLT –DENN DAS WIRDPASSIEREN!

Wenn der PC bestens läuft, gibt estrotzdem noch technische Probleme, die

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immer mal wieder auftreten können.Meiner Erfahrung nach gibt es vierHauptprobleme, auf die Tradervorbereitet sein sollten:

1. Stromaus- oder Spannungsabfällein der Stromversorgung

2. Die Internetverbindung brichtzusammen

3. Schwierigkeiten bei derKontaktaufnahme mit einem Broker

4. Der Datenstrom bricht ab, oder dieTrading-Plattform stürzt ab

Diese Probleme können jederzeitauftreten. Gewissenhafte Trader habenaber auch hier die Möglichkeit, sich aufalle Eventualitäten vorzubereiten.

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Stromaus- oder Spannungsabfälleereignen sich immer dann, wenn man sieam wenigsten erwartet. Das letzte Malpassierte mir dies, als ich geradeTermine mit drei anderen Tradernausmachte, die eine Woche lang nebenmir traden wollten. Einen Termin zuvereinbaren gestaltet sich ohne Stromsehr schwierig. Das Timing einesStromausfalls ist nie gut. Ich habepersönlich ein halbes Dutzend davon inden vergangenen zwei Jahren erlebt, diealle aus unterschiedlichen Gründenauftraten. Es kann mit dem Wetter, demStromnetz oder einem Autounfall miteinem Telefonmast zusammenhängen.Das kann alles ganz plötzlich geschehen,und schon hat der Trader keinen Strom

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mehr und verliert damit die Möglichkeit,den Markt zu beobachten und Tradesdurchzuführen. Um einer solchenSituation entgegenzuwirken, sollte derTrader auf folgende Weise vorsorgen:

Ersatzbatterien für denComputer: Diese sind in jedemgrößeren Elektro- undBürobedarfshandel zu haben. Fälltder Strom aus, geben sie demTrader etwa 30 Minuten lang»Saft« – genug Zeit, um Positionenglattzustellen oder die Parameterzurückzusetzen für den Fall, dassder Strom länger ausbleibt.Außerdem hat der Trader dieMöglichkeit, den Computer manuellherunter-zufahren – das ist viel

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sicherer, als wenn der PC wegeneines Stromausfalls ausgeht.Kabelgebundene Telefone: Dassind altmodische Telefone, beidenen der Hörer mit einem Kabelan das eigentliche Telefonangeschlossen ist. Wenn der Stromausfällt, funktioniert auch dasFunktelefon nicht mehr. Mit einemSchnurtelefon jedoch kann derTrader trotzdem noch mit seinemBroker telefonieren. Ein Handywürde in diesem Fall natürlichauch funktionieren – diesen Dingerngeht aber bekanntlich in denungünstigsten Momenten der »Saft«aus.Dial-Up-Backup: Kabel- und DSL-

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Verbindungen können auch trotzvorhandenem Strom ausfallen.Auch das ereignet sich fürgewöhnlich in den ungünstigstenMomenten – der clevere Tradermöchte aber auch hieraufvorbereitet sein. Die beste Lösungfür dieses Problem ist ein vollaufgeladener Laptop, der an eineTelefonleitung angeschlossen ist.So verfügt der Trader auch dannüber eine Internetverbindung, wennDSL oder Kabel ausfällt – und auchdann, wenn der Strom wegbleibt.Durch die Bereitstellung eines vollaufgeladenen und einsatzbereitenLaptops kann wertvolle Zeitgewonnen werden.

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Ein weiterer technischer Trend inunserer Branche ist es, dass Broker alleArbeit durch Computer erledigen lassen.Obwohl dies die Effizienz steigert undKosten spart, möchte ich doch lieber mitmeinem Broker persönlich sprechenkönnen, wenn es ein Problem gibt. Wennich meine Broker anrufe und sie nicht andie Strippe kriege, bekomme ich Schaumvorm Mund – ein Zeichen für mich, dasses Zeit ist, die Broker zu wechseln.Wenn ich in der Warteschleife landenmöchte, rufe ich Fluglinien an, nichtmeine Broker. Mein Vorschlag ist, sichdie Technik zunutze zu machen und dieBroker in ein Instant-Messaging-Programm aufzunehmen. Auf dieseWeise ist es sehr einfach, den ganzen

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Tag über in Kontakt zu bleiben. Wennmeine Informationsquelle ausfällt, kannich meinem Broker eine IM (InstantMessage, »Sofortnachricht«) senden undihn um Hilfe bitten. Ich erwarte voneinem Broker, dass ich ihn sofort, perTelefon oder IM, erreichen kann. Ist ernicht erreichbar, habe ich die Nummerund die Message als Backup. Im Tradinggibt es keine Entschuldigung dafür, esnicht zu schaffen, von einem Brokerunverzüglich Hilfe bei einer Order odereiner Frage zu erhalten. Warum sonstbezahlen wir ihnen die Provisionen?

Wenn der Datenstrom des Tradersversagt, wird vieles von dem, wasbisher besprochen wurde, hilfreich sein.Die Möglichkeit, einen Broker zu

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kontaktieren und eine Order auszuführenoder Informationen zu erhalten, istjedoch essenziell. Yahoo Finance bietetauch noch kostenlose Notierungen fürAktien, Optionen und Futures.

Der wohl am meisten vernachlässigteAspekt im Umgang mit Computern istdas Backup der Daten. Ich empfehleIhnen, sich eine externe Festplattezuzulegen. Wenn diese angeschlossenist, müssen Sie lediglich noch auf einenButton klicken, und die gesamteFestplatte wird als Backup gespeichert.Es wäre lebensmüde, so lange mit demBackup zu warten, bis der PC tatsächlichabstürzt.

Erfolgreiches Trading hat Ecken undKanten. Trader, die es vorziehen, alles,

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was mit ihrem PC gerade geschieht, zuignorieren, haben einfach »Pech gehabt«,wenn der Strom ausfällt, und sindgegenüber Tradern, die auf solche Fällevorbereitet sind, entschieden imNachteil. Auf dem technischen Sektorauf dem neuesten Stand zu bleibenverschafft Ihnen einen Vorteil gegenüberjenen, die dies nicht sind. Und einenVorteil gegenüber anderen Tradern zuhaben ist das Einzige, was Sie in diesemGeschäft zu einem Gewinner macht.

NICHT ALLENOTIERUNGEN SINDGLEICH

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Nachdem wir jetzt die technischenAspekte, die nicht direkt mit demeigentlichen Trading in Zusammenhangstehen, behandelt haben, wollen wir unsnun mit den Punkten befassen, die sichdirekt auf das Trading beziehen. Dieseteilen sich für gewöhnlich in dreiBereiche auf:

1. Quote-Software2. Orderplattform3. Marktbezogene Abos und Dienste

Sehen wir uns zunächst die Quote-Software an. Viel hängt bei derEntscheidung für ein typischesChartpaket davon ab, worüber man »beiBeginn des Tradings als Erstesgestolpert ist«. Für die meisten Trader

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ist das nicht gut. Ich erinnere mich daran,dass ich immer »Refresh« drückenmusste, um neue Quotes zu bekommen,als ich Ende der 80er-Jahre begann,online zu traden. Das machte ich etwadrei Wochen mit – drei Wochen zu lang.Es ist für den Trader äußerst wichtig,über ein robustes Quote-System zuverfügen, das in Echtzeit arbeitet und soflexibel ist, dass sich leichtverschiedene Indikatoren und Toolshinzufügen lassen. Das ultimative Zieldes Traders ist es, einen Trading-Stilzu entwickeln, der zur Persönlichkeitdes Traders passt. Ein flexibles Quote-System bietet den Tradern dieMöglichkeit, verschiedene Dingeauszuprobieren, bis sie die Setups und

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Methoden gefunden haben, die für siepersönlich am besten funktionieren. Esgibt nur wenige Quote-Lieferanten, diewirklich gut sind – die meisten sind esnicht. Unterm Strich sind gute Quotesnicht kostenlos, sondern können leichtein paar Hundert US-Dollar im Monatkosten. Dennoch: Sparen Sie amSchreibtisch, nicht an den Quotes.

Die zwei Hauptsysteme, die ichverwende, sind TradeStation(www.tradestation.com) und eSignal(www.esignal.com). TradeStationermöglicht es mir, meine eigenenIndikatoren und Beobachtungenhinzuzufügen, und ich mag dieChartfunktionalität und die Möglichkeitzum Backtest, spezieller Setups und

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Daten. Ich schätze es, zwei Quote-Anbieter zu haben – für den Fall, dasseiner von beiden Probleme hat. Für meinpersönliches Trading ein absolutesMuss. Während ich gerade diesen Textschreibe, führt eSignal Daten über dendeutschen DAX, während TradeStationdies nicht anbietet. Allerdings offeriertTradeStation Daten zur Put-Call-Ratio,eSignal wiederum nicht. Es ist wichtig,alles zu wissen, was ein Quote-Lieferantanbietet, bevor man sich anmeldet.Natürlich wird TradeStation keine großeHilfe sein, wenn ein Trader lediglichdem DAX folgt. Irgendwann wirdTradeStation dies auch mit in dasAngebot aufnehmen, und wer weiß,vielleicht ist dies auch schon geschehen,

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wenn Sie dieses Buch lesen. Ich werdeauch weiterhin eSignal damit nerven, diePut-Call-Ratio mit aufzunehmen, denn abeinem bestimmten Punkt muss sich derHersteller dem Druck der Trader-Gemeinde beugen und es anbieten.Interessanterweise offerieren diemeisten Anbieter das Put-Call-Rationicht, obwohl es ein wichtiges Tool beider Messung der Stimmung auf demMarkt darstellt.

Eine weitere gute Quelle fürKursnotierungen, die ich gerneverwende, sind die Marktdaten auf derWebsite des Chicago Board of Trade(CBOT, www.cbot.com). Natürlich gibtes noch andere gute Quote-Systeme. Mansollte einfach eine robuste und flexible

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Version verwenden, die denBedürfnissen des Traders entspricht.Zum Großteil werden die Trader indiesem Bereich das bekommen, wofürsie auch bezahlt haben. Der beste Weg,ein gutes Quote-System zu finden, ist es,zunächst einmal das ganzeWerbematerial, das von denUnternehmen selbst herausgegeben wird,zu ignorieren. Denn das ist in etwa so,als würde man glauben, eine Kannevoller Limonade sei gut, nur weil »Diät«draufsteht. Eine der größtenMarketingspielereien im Trading ist»free level II data«. Level-II-Daten sindwertlos und sollten erst einmal gar nichtbeachtet werden. Größere Traderverwenden Level II, um kleinere Trader

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auszutricksen, indem sie ein falschesVolumen schaffen und alles Möglicheunternehmen, um zu verschleiern, wassie tatsächlich machen. Level II bringtTrader außerdem dazu, über ihrenVerhältnissen zu handeln – der häufigsteGrund, warum sie bald scheitern. Traderkönnen sich selbst viel Frustrationersparen, indem sie diese Daten einfachnicht beachten. In wenigen Worten:Ignorieren Sie das Marketing und fragenSie andere Trader, die seit mindestensfünf Jahren mit Aktien und Futureshandeln.

EINE SCHLECHTEORDERPLATTFORM KANN

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SIE KOPF UND KRAGENKOSTEN

In den später 90ern und den erstenJahren des neuen Jahrtausends drehtesich alles um schnellere Ausführungen.Ein Trader, der über eine schnellereOrderplattform verfügte als andere, warim Vorteil. Via Internet operierendeBroker sprangen auf den Zug auf undboten eine »60-Sekunden-Ausführungsgarantie« an. Diejenigenunter uns, die Direct Accessverwendeten, konnten nur laut lachen.Zwischen 60 Sekunden und einer Wocheliegt kaum ein Unterschied. Heuteverfügt fast jeder Trader über schnelle

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Orderplattformen. Welche Plattform hatalso die Nase vorn?

Denken Sie zurück an das, was ich inKapitel 2 über die Psychologie derTrader geschrieben habe. Die meistenihrer Fehler sind emotionaler Natur. Ichhabe – vor allem beim Futures-Trading– erlebt, wie Trader aus Aufregung beiihren Orders Fehler machten. DieseTrader gehen fünf Kontrakte des Mini-Sized Dow long und machen dann einenFehler bei der Platzierung ihrer Stopp-Order, der mit der Liquidierung dieserPosition endet. Ein anderes Mal fassensie ein Ziel ins Auge und enden aufGrund eines mechanischen Fehlers mitder Verdoppelung ihrer Position. Odernoch schlimmer: Sie haben keine Lust,

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durch den ganzen aufwändigen Prozess,zuerst einen Stopp zu platzieren, dannein Gewinnziel festzulegen undschließlich daran zu denken, die nochoffene Order zu streichen, sobaldentweder der Stopp oder dasGewinnziel erreicht wurde, zu gehen –also legen sie keinen Stopp oder keinZiel fest. Diese Trader, die sich »auf ihrUrteilsvermögen verlassen, wenn siesich in einem Trade befinden«, schaffengroßartige Gelegenheiten für uns andere,wenn sie irgendwann ausflippen, wassich nicht vermeiden lässt. Die manuelleÜbermittlung von Orders und dasmanuelle Trade-Management sindnervtötende, fehleranfällige Vorgänge.Gepaart mit unkontrollierten Emotionen,

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ergeben sie das Gemisch, das denTrader ruiniert. Vielleicht nicht heute,vielleicht auch nicht morgen. Aber derTag wird kommen.

Dazu gesellt sich noch, dass einigeTrader nicht über ausreichendeComputerkenntnisse verfügen. Sie sindim Umgang mit einem Rechner nichtsicher, und es ist ein Leichtes für sie,eine Order zu vermasseln. Die bestenPC-Benutzer sind Kinder, weil sie mitComputerspielen aufgewachsen sind. Ichkenne einige Trader, die gelernt haben,einen Ego-Shooter zu spielen, umdadurch ihre Schnelligkeit an derTastatur zu verbessern. Das beliebtestedieser Spiele heißt »Call of Duty«.Dieses versetzt den Spieler in

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verschiedene Schlachten des ZweitenWeltkriegs, und es geht gelinde gesagtum Leben oder Tod – ein bisschen alsowie beim Trading. Wenn der Spielerdieses Game durchgespielt hat, habensich seine Fähigkeiten am PC zurKoordination von Augen, Maus undTastatur sicherlich deutlich verbessert.Meine Trading-Kollegen und ich habendieses Spiel absolviert, und es hatunsere Hand-Augen-Koordination enormverbessert.

Order-Plattformen haben sichmittlerweile zu Werkzeugen entwickelt,um den Trader zu schützen – und zwarvor sich selbst. Stellen Sie sich einentypischen Trade vor. Sagen wir, ich gehemit zehn Kontrakten der Mini-Sized-

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Dow-Futures bei 10.814 long. Ich setzeeinen 20-Punkte-Stopp und möchte dieHälfte meiner Positionen bei einemZehn-Punkte-Anstieg auf 10.824loswerden. Für den Rest werde ich denStopp modifizieren – jedes Mal, wennder Dow um zehn Punkte steigt, werdeich meinen Stopp um zehn Punkte nachoben nachziehen. Diese Taktik verlangtein aktives Trade-Management mitvielen Knöpfchen, die zu drücken sind,und unzähligen Mausklicks. Ein Fehler,und dieser Gewinn- Trade wird zueinem Loser.

Was wäre, wenn meine Order-Plattform jedes Mal, wenn ich den Mini-Sized Dow gekauft hätte, wüsste, dassich einen 20-Punkte-Stopp und ein 10-

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Punkte-Ziel für die Hälfte meinerPositionen setzen würde? Nun, wenn diePlattform das wüsste, könnte sieautomatisch Orders für mich erledigen,und ich müsste keinen Finger mehrrühren. Was wäre, wenn sie außerdemwüsste, dass ich meinen Stopp auf dasBreak-even-Niveau nachziehen möchte,wenn das erste Ziel erreicht ist? Waswäre, wenn sie dann meinen Stoppnachziehen könnte? Was wäre, wenn ichein Ziel hätte und die Plattform meinenStopp löschen könnte, sobald mein Zielerreicht wäre? Alles automatisch? Alles,was ich also tun müsste, wäre, in einenTrade einzusteigen, und danach könnteich mich anderen Dingen widmen, denndie Software kümmert sich für mich um

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den Trade – nach meinen Vorgaben?Mein Tag würde darin bestehen, michzurückzulehnen, auszuspannen und michdarauf zu konzentrieren, hochprofitableEinstiege zu finden, statt nervösherumzutänzeln und meinen Trade aktivund manuell zu managen – denn das istein Prozess, der nervlich sehr belastetund starke emotionale Schwankungenhervorrufen kann.

Diese Art von Software gibt es heutebereits. Alles, was Trader tun müssen,ist, geduldig auf ein angemessenesEinstiegs-Level zu warten, einzusteigen,und der Rest wird von der Softwarenach den programmierten Vorgabenerledigt. Dieser Vorgang erlöst denTrader von einem großen Teil seiner

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mentalen Anspannung und bewahrt ihngleichzeitig davor, in die üblichenFallen zu tappen, die ihn womöglichruinieren könnten. Diese Funktionalitätbieten bisher nur wenige Broker an, ichbin mir aber sicher, dass die übrigenauch auf den Zug aufspringen werdenund sich dieser Bereich immer weiterverbessern wird.

Heutzutage ist diese Art vonSoftware über Zwischenhändlererhältlich, die einen Code einbauen, unddie Broker entscheiden dann, ob sieihren Kunden diese Plattform zurVerfügung stellen möchten oder nicht.

Drei dieser Plattformen, mit denenich mich auskenne, sind in diesemBereich TradeMaven

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(www.trademavenllc.com), StrategyRunner (www.strategyrunner.com) undNinjaTrader (www.ninjatrader.com).Meiner Erfahrung nach sind das allesfantastische Weiterentwicklungen in derTrading-Technologie. TradeMavenbenötigt viel Arbeitsspeicher und kannden PC verlangsamen. Daher sollte maneinen eigenen schnellen PC nur für dieseSoftware verwenden. Strategy Runner istebenfalls gut, ich habe es eine Weileverwendet, hier wird allerdings proTrade abgerechnet, was sich sehrschnell zu einer beachtlichen Summeaddiert. Für Ninja Trader wird einegeringe Monatsgebühr verlangt, es istnicht so arbeitsspeicherintensiv, und eswird ebenfalls pro Trade eine geringe

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Gebühr fällig. Diese Software verwendeich zurzeit. Abbildung 3.3 zeigt, wie dasSystem funktioniert.

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Abbildung 3.3

Abbildung 3.3 zeigt einen Screenshotdes »Strategy Manager«-Fensters, in

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dem Trader ihre vorgefertigten Ein- undAusstiegspunkte für einen Handeleingeben können. Der Strategy Managerist geöffnet, und der »PositionStrategies«-Tab ist ausgewählt. DieStrategie, die farblich hervorgehoben ist,heißt TradeTheMarkets – eine von mirentwickelte Strategie. Im Kasten»Position Type« (Pos Type) habe ichdie unterste Möglichkeit gewählt(Stopp/3T). Das bedeutet, dass dieseStrategie drei Gewinnziele und eineStopp-Order enthält. Andersausgedrückt: Ich kann sechs Lots des E-Mini S&Ps kaufen und jeweils zwei anden zuvor bestimmten Ausstiegspunktengestaffelt wieder verkaufen. Die Detailswerden in der Mitte des Fensters

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eingegeben. Wenn ich bei dieserPosition short oder long gehe, platziertdas Programm automatisch einen Zwei-Punkte-Stopp und die Orders, mit denenich mit jeweils zwei Lots pro Anstiegum einen Punkt gestaffelt aus derPosition aussteigen kann. Zusätzlichwird der Stopp automatisch gelöscht,sobald ich aus dem Trade ausgestiegenbin.

Im Mittelpunkt dieser Anzeige stehtmeine »Target-Exit-Strategie«. Meine»Stopp-Exit-Strategie« unterscheidetsich davon, und in Abbildung 3.4 könnenSie sehen, dass eine Stopp-Strategienamens »John Carter« angewählt ist.

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Abbildung 3.4

Der »Stopp-Strategies«-Tabermöglicht es dem Trader, einen

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einzelnen Stopp oder einen Trailing-Stopp zu setzen. Der Trailing-Stoppwird automatisch nach denvorgegebenen Werten verändert. Wenndie verschiedenen Gewinnziele(Targets) erreicht werden, wird derStopp-Loss um eine bestimmte Markeangehoben und damit sichergestellt, dassein zunehmender Teil deserwirtschafteten Gewinns geschütztwird.

Manche Trader haben nur ein Setup,das sie verwenden, oder ein halbesDutzend oder mehr, die sie über dieJahre hinweg entwickelt haben. JedesSetup sollte eigene Regeln dafür haben,wie man aus einem Trade aussteigt.Einige Setups können ein Risk-Reward-

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Ratio von 3:1 haben (einen Punktriskieren, um drei zu gewinnen),während andere bei 1:2 liegen (zweiPunkte riskieren, um einen zu gewinnen).Einige der Setups verwenden Trailing-Stopps und mehrere Ziele, anderewiederum können feste Stopps undEinzelziele haben. All die verschiedenenAusstiegs- und Stopp-Strategien lassensich für jedes Setup neu definieren, aufden jeweiligen Markt abstimmen undzusammenfügen.

Sobald das alles erledigt ist, mussder Trader seiner Software nur nochmitteilen, welches Setup auf welchemMarkt verwendet werden soll, und dannauf den richtigen Einstiegsmomentwarten. Wenn er schließlich in den

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Trade einsteigt, erledigt die Softwareden Rest dieser oft sehrnervenaufreibenden und fehleranfälligenArbeit. Schön ist auch, dass der Tradermehrere Trades auf unterschiedlichenMärkten simultan laufen lassen kann,ohne den Überblick zu verlieren. DieseTechnologie bringt automatisch mehrDisziplin und Konzentration in dasBerufsleben des Traders und macht denBeruf allgemein entspannter undbedächtiger – und hinterlässt damit amEnde des Tags keinen ausgepowerten,sondern einen entspannten Trader.

Ein weiterer Vorteil der Softwareist, dass alle Orders, nachdem der Tradeplatziert wurde, leicht nachzuverfolgensind und sichtbar am den Markt

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zeigenden Bildschirm markiert werden.In dem Fenster, das in Abbildung 3.5

dargestellt ist, ist zu sehen, dass eineOrder über sechs Lots des E-Mini S&Pbei 868,76 ausgeführt wurde. DieAnzahl der gehandelten Kontrakte wirdin der oberen Spalte angezeigt. Auf derlinken Seite sehen Sie drei Profit-Target-Orders für je zwei Anteile, diebei einem, zwei und drei Punkten überdem Einstiegskurs liegen (869,75,870,75 und 871,75). Unterhalb desEinstiegskurses gibt es eine Stopp-Orderfür alle sechs Kontrakte bei 866,75 –also zwei Punkte unter dem Einstieg. Eineinziger Mausklick war erforderlich, umdie Markt-Buy-Order bei 868,75 zuplatzieren. Alle anderen Orders wurden

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gleichzeitig automatisch von derSoftware und exakt nach der gewähltenStrategie platziert. Zusätzlich wird, daes sich hierbei um OCO-(One- Cancels-the-Other)-Orders handelt, beimErreichen jedes einzelnen Gewinnzielsder Stopp-Loss um die entsprechendeAnzahl von Kontrakten reduziert undentsprechend nachgezogen.

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Abbildung 3.5

Dies ist eine neue Generation vonTrading-Software, und jeder Händlersollte ernsthaft in Erwägung ziehen, sichein solches System zuzulegen. Nurwenige Broker bieten diese Dienste an.Ein Beispiel: Ich liebe das Charting beiTradeStation, aber die Ausführung derOrders bleibt ein bisschen hinter meinenErwartungen zurück. Das Unternehmenarbeitet sicherlich daran, und es könntein diesem Bereich bereits aufgeholthaben, wenn Sie dieses Buch in Händenhalten. Zum jetzigen Zeitpunkt aber sindes Programme wie NinjaTrader, dieführen.

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MEINUNGEN SIND WIEBAUCHNABEL: JEDERHAT EINEN

In diesem Abschnitt geht es nicht umEmpfehlungen guter Abo-Services, diebezüglich der Finanzmärkte erhältlichsind, sondern darum, wie man sie nutzt.Es gibt heutzutage viele Dienste,Newsletter und Chats, die sich mit denMärkten beschäftigen. Diese Plattformenbieten üblicher Weise Meinungen zu denMärkten, und gemeinhin ist eine Gebührzu bezahlen, um an diese Informationenzu kommen. Sie bieten Überlegungen zuden Kursbewegungen und manchmalauch ausgewählte Empfehlungen. Früher

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war ich regelrecht süchtig nachNewslettern – und bin es in gewissemMaß immer noch. Heute interessiere ichmich wesentlich weniger fürindividuelle Meinungen, sondernvielmehr für Websites, die mir einenÜberblick über die aktuelleMarktsituation mit Hilfe verschiedenertechnischer Daten bieten. Die wohl besteSeite im Internet ist hierfür zurzeitDecision Point(www.decisionpoint.com), die von CarlSwenin betrieben wird. Diese Seiteermöglicht es dem Trader, schnell dieStimmung an den Märkten zu erfassen,und bietet außerdem schier unendlicheDetailinformationen, die ich bevorzugtam Sonntag durcharbeite. Das sind

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wahrscheinlich die am besten angelegten20 US-Dollar, die ich dafür jeden Monatausgebe. Ich lese außerdem gern dieKommentare von John Mauldin inseinem wöchentlich erscheinendenNewsletter Thoughts from the Frontline(www.2000wave.com). Was erschreibt, ist deutlich, weit reichend undunterhaltsam. Die meiner Meinung nachbesten Newsletter, um immer auf demneuesten Stand bei weltwirtschaftlichenTrends, speziell in Asien, zu sein, findensich auf www.gavekal.com. DieGründer dieser Seite sind AnatoleKaletsky, Charles Gave und sein SohnLouis-Vincent Gave. Sie besitzen Bürosin allen Regionen der Welt, bleibenweltwirtschaftlich stets auf dem neuesten

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Stand, diskutieren aktiv Auswirkungenund Trends – und schreiben dann aufsehr informative und unterhaltsameWeise darüber.

Ich halte es auch für sinnvoll, überdie Meinung jener zu lesen, die meinen,der Dow gehe zurück auf 3.000 Punkte,sowie die Ansichten anderer, diemeinen, der Dow gehe auf die 30.000 zu– und diese Äußerungen zu bewerten. Esgibt für beide Ansichten vernünftige undlächerliche Argumente. Ich persönlichhabe allerdings keine Meinung dazu, inwelchem Zustand der Aktienmarkt am27. März 2023 sein wird. Ichinteressiere mich mehr dafür, wo erEnde kommender Woche steht.Außerdem ist es wichtig, all diese

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Meinungen mit Vorsicht zu genießen.Wenn alle an der Wall Street dasselbeerwarten, wird das Erwartete nichteintreffen. Es ist sicherlich wichtig, stetsüber die wichtigsten Trends, die dasWeltgeschehen beeinflussen, Bescheidzu wissen, wie zum Beispiel diealternde Gesellschaft, die Ölpreise unddas rasante Wirtschaftswachstum inChina und Indien. Dabei handelt es sichum tatsächliche Trends, die unseralltägliches Leben auf der ganzen Liniebeeinflussen. Und wo es Trends gibt,lässt sich Geld verdienen.

Die wichtigste Sache, über die es zubeachten gilt, ist, dass jeder eineMeinung hat und diese kundtut –besonders dann, wenn es sich um eine

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bestimmte Trade-Empfehlung handelt.Der Verfasser kann total überzeugtdavon klingen, dass es sich um denbesten Trade der Welt handelt, und dieseÜberzeugung kann sich leicht auf denLeser übertragen. Das Resultat: Wennein Trader einer Empfehlung aus einemAbo-Service nachgeht, muss er immernoch passende Risikoparameter setzenund entscheiden, wie viel er bereit ist,bei diesem Trade zu verlieren. Nur weilirgendein Guru meint, es werde einenCrash geben, muss das nichtzwangsläufig geschehen. Ich habe vieleGeschichten über Leute gehört, die ihreKonten gesprengt haben, weil sie »einerEmpfehlung« gefolgt sind. Traderscheinen einen Hang dazu zu haben, sich

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in einem Trade wohler zu fühlen, weil ervon jemand anderem empfohlen wurde.Hier ein kleiner Tipp: In Wirklichkeithandelt es sich um ein Setup wie jedesandere, und es ist wichtig, dass einTrader nicht durch ein falsches Gefühlvon Sicherheit in eine Falle gelocktwird, wonach genau dieser Trade exaktnach Plan verlaufen wird. Ob ein Tradernun ein eigenes Setup entwickelt hatoder ein Setup aus einem Newsletterverwendet: Die Verantwortung liegtletztlich beim Trader selbst. Fühlen Siesich nicht zu sicher, nur weil Sie imInternet irgendetwas gelesen haben.

SETZEN SIE

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PRIORITÄTEN: ANUNTERBRECHUNGENWÄHREND DER ERSTENZWEI STUNDEN DESHANDELSTAGS SIND SIESELBST SCHULD

Ich werde gegen Ende des Buchs mehrzu dieser Thematik sagen, nämlich dann,wenn es um den Businessplan geht, aberdieses Thema hat auch ein wenig mit derTechnik zu tun. Im Endeffekt muss einTrader fokussiert und konzentriert sein,um erfolgreich handeln zu können. Dieschwierigsten Zeiträume an Trading-Tagen sind stets die ersten beiden

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Stunden. Hier erscheinen die meistenSetups. Es ist nun an den Tradern, sichmit Kollegen auszutauschen oder, wennsie von zu Hause aus arbeiten, der Gattinund den Kindern zu sagen, dass Sie nichtgestört werden möchten. Wenn ich trade,kümmere ich mich nicht um E-Mails,gehe nicht ans Telefon und lasse keineuneingeladenen Besucher herein. Wennmeine Frau möchte, dass ich sie vor demTrading-Tag noch am Fitnesscenterabsetzen soll, kennt sie den Zeitraum, indem dies möglich ist. Fragt sie mich zuspät, lautet meine Antwort immer gleich:»Schatz, du weißt, dass ich dich liebe,aber jetzt geht der Trade los.« (Ichvergesse nie, an diesem Tag nochBlumen zu besorgen.)

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Es kann schwer sein, solche Dingedirekt auszusprechen. Es dürfte hilfreichfür Sie sein, einen komplett entwickeltenTrading-Plan aufzuschreiben und diesenden Familienmitgliedern zu präsentieren.Wenn sie einmal verstanden haben, dassdies wichtig für Sie ist und dass Sie esernst meinen, werden sie ihre Grenzenrespektieren.

Für alle, die noch keinen Instant-Messaging-Client benutzen: Hinsichtlichder Kommunikation mit anderenMenschen während des Tags ist das eineunglaublich effiziente Methode, um inKontakt zu bleiben. Ein Anruf kann einengenau im ungünstigsten Moment währendeines Trades erreichen. Beim Instant-Messaging können die Leute ihre Fragen

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oder Anliegen eintippen, und der Traderantwortet, wenn er gerade Zeit dazu hat.Instant-Messaging wurde für Tradererfunden. Hierbei handelt es sich umFreeware, und ich verwende die dreigängigsten unter ihnen: MSN, Yahoo undAOL. Ich setze außerdem ein Programmnamens Trillian(www.ceruleanstudios.com) ein, dasalle drei Messager kombiniert. DerVorteil dieser Instant-Messager ist, dassman alle Personen blocken und nur mitTradern sprechen kann, die man vorherauf seine Kontaktliste gesetzt hat. Wennalle wissen, dass Sie gerade online sind,werden sie auch alle ein Anliegenhaben. Instant-Messaging ist besonderszwischen Tradern und Brokern nützlich.

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Es ist allerdings für alle ungeeignet, dieIhren Arbeitstag unterbrechen möchten –dies umfasst auch Familienmitgliederund Kunden. Auf meiner Liste befindensich nur wenige Kontakte, diese abersind alle enorm wichtig für meinenTrading-Alltag. Meine Frau ist nicht aufmeiner Liste, und die Liste hat sich alsausgezeichneteKommunikationsplattform erwiesen,wenn sich die Märkte bewegen.

WARUM EINE HARRY-POTTER-DVD NACH 12UHR MITTAGS BESSER ISTALS CNBC

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Ich schneide dieses Thema an, weil eseinfach zu viele Trader gibt, die ihreJobs gekündigt haben und dem gefolgtsind, was ich das »CNBC-Setup« nenne.Sie sind begeistert davon, endlich inVollzeit traden zu können. Sie haben dasGefühl, all diese Jahre benachteiligtgewesen zu sein – Kursnotierungen ausdem Internet, Trades zwischenirgendwelchen Meetings, die wichtigstenNachrichten immer erst nachHandelsschluss erfahren. Was machensie also? Sie platzieren einen Fernseherdirekt neben ihrem PC, schalten CNBCein, starren auf den Bildschirm undhalten nach Trading-MöglichkeitenAusschau.

CNBC hat eine besondere Aufgabe:

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Es muss unterhaltsam genug sein, um dieZuschauer vor den Fernseher zu locken.Wenn viele Menschen zusehen, verdientder Sender mehr Geld durchWerbeeinnahmen. So einfach ist das. Esmacht Spaß, CNBC anzuschauen, undwenn es ernst wird, bringen sie guteReportagen. Ich habe vom 11.September durch die Live-Reportagevon Mark Haines erfahren.Zwischendurch habe ich auch auf andereSender geschalten, bin am Schluss aberdoch wieder bei CNBC gelandet, denn –Hand aufs Herz – sie brachten die bestenStorys. Wer könnte Maria Bartiromovergessen, wie sie mit Asche und Rußbedeckt vom Einsturz des ersten Turmesberichtete? Es war eine für mich

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herzzerreißende Erfahrung, und dieJournalisten und der Sender machteneine hervorragende Arbeit.

Einem Trader muss allerdings klarsein, dass er seinen Lebensunterhaltnicht mit dem Traden »nach den News«irgendeines Wirtschaftssendersbestreiten kann. Wenn eine Nachricht imFernsehen auftaucht, ist es schon viel zuspät, um zu reagieren. Das Parkett hatdie Nachricht bereits gehört, und sobaldsie öffentlich gemacht wird, stellen dieParketthändler schon ihre Positionenglatt und verkaufen, idealerweise an jeneIdioten, die gerade die Nachrichten imTV gesehen haben. Wenn überhaupt,dann kann CNBC als so genanntesFading Tool verwendet werden – man

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nimmt die Gegenseite zu denNachrichten ein. Wenn der Sender damitbeginnt, immer und immer wieder überdie gleichen Dinge zu berichten, macheich den Ton aus und schalte stattdessenlieber das Radio ein oder schaue mireine DVD an. Wer wird schon müdedavon, »Gladiator« zu gucken?

Vollzeit-Trader verbringen ihre Tagedamit, auf spezielle Setups zu warten,um dann zuzuschlagen. Zu den größtenFehlern, die Trader machen, gehört es,dem »Zwang« zu folgen, in jederKursbewegung involviert zu sein. Wenndie Märkte zum Höhenflug ansetzen,können viele Trader einfach nichtanders, als einzusteigen – in der Angst,etwas zu verpassen. Dies ist ein fataler

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Fehler, der schon viele Trader, die sichnicht unter Kontrolle hatten, ruiniert hat.Wenn es irgendetwas gibt, das ich Ihnenförmlich ins Gehirn hämmern möchte,während Sie dieses Buch lesen, dann istes Folgendes: Es ist okay, Bewegungenauszulassen. Profis lassen Moves aus.Nur Amateure versuchen, an jederBewegung teilzuhaben. Indem derTrader Musik hört oder im Hintergrundeine DVD laufen lässt, kann er sich dieZeit vertreiben, während er daraufwartet, dass ein bestimmtes SetupGestalt annimmt. Dadurch ist er wenigeranfällig dafür, sich impulsiv in einenTrade zu stürzen, bloß weil er sichgerade langweilt oder es nicht erträgt,eine Kursbewegung zu verpassen. Sonst

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verhält er sich wie ein Revolverheld.Und früher oder später wird jederRevolverheld umgelegt.

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4. KAPITEL

Das kleineEinmaleins derMärkte: DieGrundmechanismender in diesemBuchbesprochenen

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Märkte

Für einen mutigen Mann istjedes Land Heimat.

– Griechisches Sprichwort -

DIE WELT JENSEITS DERAKTIEN – UND WARUMSIE SO WICHTIG IST

Wir haben darüber gesprochen, warumKursbewegungen stattfinden, wie Tradersich selbst sabotieren und was man wie

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mit seinem Computer machen kann. Daswar Ihr Vorbereitungskurs. Jetzt ist es ander Zeit, sich auf den Abschlussvorzubereiten. Widmen wir uns nun alsoden Märkten.

Ich schreibe dieses Kapitel speziellfür jene Aktien-Trader, die noch nieeinen Blick in die Welt der Bonds, derStock-Index-Futures, der Währungen, indie Welt von Getreide, Gold oder Ölgewagt haben. Es ist mein Ziel, einenüberschaubaren Leitfaden für dieseMärkte aus der Sicht eines Traders zubieten. Ich möchte niemandemanimieren, auf diesen Märkten aktiv zuwerden – dort (wo es natürlichzahlreiche gute Gelegenheiten zumTrading gibt) werden mehr individuelle

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Trader als irgendwo sonst »zumFrühstück verspeist«. Ich möchte garnicht den Versuch unternehmen zuerörtern, wie diese Märkte globalgesehen einander beeinflussen, denn daswürde eine Riesendiskussion darübernach sich ziehen, wie die Weltfunktioniert – und das würde denRahmen dieses Buchs sprengen. Ichmöchte Ihnen lediglich zeigen, wie ichauf diesen Märkten meinenLebensunterhalt verdiene.

All jenen, die Interesse haben aneinem weiter reichenden Überblick überdie Zusammenhänge aller Finanzmärkte,über die kommenden Trends, die ausdiesen Zusammenhängen entstehen,sowie darüber, wie man sich am besten

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für diese Trends positioniert, empfehleich das Buch Bull’s Eye Investing vonJohn Mauldin (erschienen bei JohnWiley and Sons, 2005). John erklärt indiesem Buch zwei wichtige Dinge.Erstens, was man für die kommendenJahre erwarten kann und wie man sichdarauf vorbereitet. Dies tut er aus einerganz besonderen Perspektive heraus, daseine Informationsquellen äußerst weitreichend sind. Zweitens erklärt Johndenjenigen Lesern, die erkennen, dasssie einen Teil ihrer Fonds von Profisverwalten lassen sollten, wie Hedge-Fonds funktionieren, wie man dierichtigen Fonds findet und wie man eineDue Diligence durchführt. Eingroßartiges Buch, das faszinierende

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Recherchen enthält.Jenen Tradern, die sich mit diesen

Märkten schon einmal befasst haben,stelle ich frei, dieses Kapitel einfach zuüberspringen – obwohl ich an ihrerStelle trotzdem den nächsten Abschnittlesen würde sowie den Abschnitt, derdas Traden des Mini-Sized Dow (YM)mit dem Traden des E-Mini S&Ps (ES)vergleicht.

Obwohl ich in der Einleitunggeschrieben habe, dass ich mich nichtmit grundlegendem Trading-Vokabularwie etwa Uptrend befassen möchte,werde ich doch die anderen Märkteneben den Aktienmärkten erklären, aufdie ich in diesem Buch Bezug nehme. Ichtue das deshalb, weil die meisten

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Trader, die ich kenne, reine Aktien-Trader sind. Einige haben vielleicht einwenig Erfahrung mit den E-Mini-Futures– aber der Fokus der meisten liegtausschließlich auf »echten« Aktien. Umdie Verhältnisse zu verdeutlichen: Esgibt in den USA 25 Millionen Konten fürdas Trading mit Aktien, aber nur450.000 Konten für Futures. Leuten, diesich ausschließlich mit Aktien befassen,erscheinen Kontrakte wie etwa eine 30-jährige Bundesanleihe, Sojabohnen,S&Ps, Euro und Gold nebulös,furchterregend und außerhalb ihrerReichweite. Ist das wirklich so?

Abbildung 4.1 zeigt einen gutenGrund, warum man wissen sollte, wieall diese verschiedenen Märkte

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funktionieren: Es wird immer Märktegeben, die gerade einen Trend erleben,und Märkte, die gerade irgendwofeststecken. Generell bieten Trendmärktemehr Gelegenheiten zum Trading alssolche, auf denen kein Trend stattfindet.Während in der Abbildung einen eherstagnierenden Dow zu erkennen ist, istauch zu erkennen, dass sich die 30-jährigen Anleihen zu diesem Zeitpunkt ineinem deutlichen handelbarenAbwärtstrend befanden. Obwohl derMini-Sized Dow (YM) einer meinerLieblingsmärkte ist, gibt es doch vieleZeiten, in denen er eher stagniert undeinfach gar nichts geschieht. ObwohlAbbildung 4.1 auf Tageszeitfensternbasiert, zeigt sich das gleiche Phänomen

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bei allen Intraday-Zeitfenstern. Währendein Markt stagniert, steigt ein andererMarkt. Ich verfüge über Setups für beideArten von Märkten, über die ich späternoch sprechen werde. Während unruhigeMärkte bestimmte Setups für Traderbieten, handelt es sich hierbei dochimmer nur um Scalp-Trades, die mehrTransaktionen verlangen, dadurch dieKosten erhöhen und nicht in einergrößeren Kursbewegung resultieren, wieman sie auf einem Trendmarkt findet.

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Abbildung 4.1

DIE MÄRKTE SIND DASABBILD IHRER TRADER.

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HANDELN SIE OHNESYSTEM ODER MIT EINERKLAREN METHODE?

Wer sich einem breiteren Spektrumpotenzieller Trendmärkte öffnen will,muss wissen, wie diese funktionieren;und zwar aus drei Gründen.

Erstens: Sie beeinflussen dieAktienkurse. Eine anhaltende Rallye beiBonds kann große Fonds zwingen,Aktien zu kaufen, um ihre Allokationennachzujustieren. Ein Anstieg desÖlpreises kann Druck auf die Aktienausüben. Steigende Preise bei Holz undStahl können die Gewinnsituationeiniger Unternehmen beeinträchtigen,

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dafür aber anderen Unternehmen zugutekommen. Zweitens: Es wird immerZeiten geben, in denen sich auf demAktienmarkt gar nichts bewegt – undeben diese Märkte bieten dann tolleMöglichkeiten für den Trader, seinenLebensunterhalt zu verdienen. Drittens:Jeder Markt hat seinen eigenenCharakter. Trader, die bisher nur mitAktien gehandelt haben, werden allesdarauf wetten, dass der Aktienmarkt ambesten zu ihrer Persönlichkeit passt.

Es könnte aber auch noch einenanderen Markt geben, der perfekt zuihnen passt – und das würde die Arbeitdes Traders wesentlich erleichtern.

Letztlich funktionieren alle Chartsund Märkte gleich. So war es immer,

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und so wird es immer sein, denn alleChartmuster bilden das Gleiche ab:emotionale Reaktionen und menschlicheEntscheidungen. Selbst wenn einProgramm die Trades automatischausführt, wurde es doch von Menschenerdacht. Ein Trader handelt immerandere Trader, egal auf welchem Markt.

Dennoch hat jeder Markt seineeigenen Trader. Was machen diese?Wenn es S&P-Trader sind, kann es gutsein, dass sie überdreht sind und äußerstaggressiv agieren. Wenn sie Bondshandeln, kann es gut sein, dass sie sichzwischen zwei Trades mit demsystematischen Ausfüllen einesKreuzworträtsels beschäftigen. Wenn siemit Mais traden, kann es sein, dass sie

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an ihrem Schreibtisch ein Nickerchenhalten. Gegen welchen dieser Spezieswürden Sie am liebsten antreten? Sichmit ihm messen? Einer der größtenUnterschiede zwischen einemerfolgreichen und einem erfolglosenTrader ist folgender: ErfolgreicheTrader handeln auf Märkten, die zu ihrerPersönlichkeit passen.

Ein gutes Beispiel für diese Aussageist ein Freund von mir, der zehnjährigeSchuldverschreibungen handelt. JedesJahr erwirtschaftet er in diesem Bereichin der Regel einen siebenstelligenBetrag. Vor einigen Jahren wurde ihmlangweilig, also fing er an, den S&P zuhandeln. Ihm gefielen die Aufregung unddie Spannung, und er wollte dieses Spiel

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auch einmal mitmachen. Das Ergebnis?Es war vom ersten Trade an ein Kampf,und er verlor Hunderttausende von US-Dollars. Um seine Wunden zu lecken,ging er zurück zu seinen zehnjährigenAnleihen – und erreichte wiederum einesiebenstellige Rendite am Ende desJahrs. Langeweile ist also nichtunbedingt etwas Schlechtes. Ich kann garnicht oft genug betonen, wie wichtig esist, auf einem Markt zu traden, der demeigenen Charakter entspricht.

Bedenken Sie auch, dass esUnternehmen gibt, denen sehr wohlbewusst ist, dass es viele neue Tradergibt, die sich mit der neuesten und bestenSoftware ausrüsten, um »die Märkte zuschlagen«. Diese Firmen kaufen einfach

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die gleichen Programme und handelndann gegen die »Newbies«. DieUnternehmen verfügen über eineAbteilung, die sich ausschließlich mitRecherche befasst, und haben damitZugang zu tonnenweise Informationen.Für gewöhnlich konzentrieren sich dieseFirmen auf die S&P-Futures. Sind Siebereit, bei den S&Ps gegen diese Leuteanzutreten und und Ihren Lebensunterhaltdamit zu verdienen, dass dieseMenschen gelegentlich Fehler machen?

Ich habe als Aktien- und Options-Trader angefangen. Ich mochte dieseMärkte, habe dabei gut verdient undimmer weiter auf diesen Märktengetradet. Dennoch war ich auch immerneugierig auf all die anderen Märkte, die

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es sonst noch so gab. Eine lange Zeit gabich dieser Neugier aber nicht nach.Warum? Ich hatte wohl Angst. Doch ichwollte wissen, wie diese Märktefunktionierten und wie ich mich aufihnen schlagen würde. Vielleicht gab esja etwas, das mir besser gefiel alsAktien. Ich hatte allerdings das Gefühl,dass Futures und der Devisenmarkt(Forex) etwas für Leute seien, die ineiner großen Bank oder in eineminstitutionellen Trading-Unternehmen aneinem Schreibtisch sitzen. Es dauertealso eine Weile, bis ich mich auf dieseMärkte wagte. Heute ist das nicht mehrso, denn diese beiden Märkte sindleichter zugänglich geworden.Ironischerweise besuchen mich nun

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einige dieser Trader aus den obengenannten Unternehmen, um von mir dieverschiedenen Trading-Setups zu lernen,die ich auf diesen Märkten verwende.Sie hatten kein Problem damit, dieseInstrumente mit dem Geld desUnternehmens zu handeln, aber als siekündigten, um es mit ihrem eigenenKapital zu versuchen, kamenpsychologische Aspekte ins Spiel, undsie hatten zu kämpfen.

Ich habe Mitte der 90er-Jahre miteinigen Tradern auf diesen Märktenzusammengearbeitet, und sie haben mirdabei geholfen, all die falschenAnnahmen loszuwerden, und mir gezeigt,wie diese Märkte funktionieren und wieman sein Risiko mindert und solide

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Trading-Möglichkeiten schafft. Beimeinem Kampf, die Futures- und Forex-Märkte zu verstehen, musste ich vieleMonate lang bruchstückhafteInformationen aus verschiedenenQuellen zusammensetzen, um endlich zuverstehen, wie diese Trading-Instrumente arbeiten. Die meistenInformationen waren bestenfalls schwernachvollziehbar – anders kann man esnicht beschreiben. Ich konnte nie einebeständige, verständlicheZusammenfassung finden, die mir allesvermittelte, was ich über diese Trading-Instrumente wissen wollte – dieserProzess war für mich äußerstfrustrierend und ärgerlich. Als Tradermöchte ich nur über die Grundlagen

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Bescheid wissen: Wie handle ich, wieviel Geld brauche ich, und inwieweitbeeinflusst eine Kursbewegung meineGewinnbilanz? Ich werde den Restdieses Kapitels darauf verwenden, jeneZusammenfassung zu schreiben, die ichmir damals so gewünscht hätte. Dennochbin ich froh, diese Märkte ausprobiert zuhaben – gerade sie, die »anderen«Märkte waren es, durch die ich denSprung zum professionellen Vollzeit-Trader schaffte.

DAS KLEINE EINMALEINSDER FUTURES

Sehen Sie die folgenden Ausführungen

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als eine Kurzanleitung an, die einemTrader helfen soll, die Future-Märktebesser zu verstehen. Diese Beschreibungist also nicht allumfassend – es gibt zudiesem Thema ganze Bücher. Wer bishernur Aktien gehandelt hat, mag dieFuture-Märkte für ein leichtbedrohliches Mysterium halten. Traderallerdings, die bereits gelernt haben,dass ein striktes Money Managementwichtig ist, werden zu schätzen wissen,was mit Futures möglich ist.Typischerweise beenden Trader ihreAktivitäten in Aktien, sobald sieanfangen, mit Futures zu handeln. DerUmstand, auf einfache Weise long odershort einsteigen zu können, dieMöglichkeit, sich auf einige wenige

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Märkte anstatt auf unzählige Aktien zukonzentrieren, das Fehlen von Market-Makern – all das bietet eine wunderbareAbwechslung zur Aktienwelt. Fangenwir also an.

Zuerst einmal: Es gibt viele Artenvon Future-Kontrakten. Ein Trader kannmit allem Möglichen handeln: Kupfer,Kaffee, Aktienindizes, Silber,Schweinebäuche oder Palladium. AmAnfang muss man sich über die meistendieser Kontrakte keinen Kopf machen,aber es ist sehr wichtig, eineKerngruppe dieser Kontrakte zuverstehen und über derenFunktionsweise Bescheid zu wissen. Ichkenne viele Trader, die sich nur aufeinen dieser Kontrakte konzentrieren und

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damit recht erfolgreich sind. Aber auchsie brauchten ihre Zeit, um den richtigenMarkt und das richtige Setup auf diesemMarkt zu finden, der am besten zu ihremCharakter passt. Das kann oft eine langerund beschwerlicher Weg sein. Aberwenn man erst einmal die für sich eineperfekte Mischung gefunden hat, schautman nicht mehr zurück. Hier finden Siedie wichtigsten Future-Märkte, die ichneben den Aktien verfolge und handle:

Mini-Sized Dow (YM)E-Mini-S&P (ES)E-Mini-Nasdaq (NQ)E-Mini-Russell (ER)Full-Sized 100-oz. Electronic Gold(ZG)Mini-Sized Gold (YG)

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Full-Sized 30-Year Bond (US-pit,ZB-electronic)Zehnjährige Schuldverschreibungen(TY-Pit, ZN-electronic)Sojabohnen (S)Weizen (W)Mais (C)Euro (EC)Rohöl (CL)Mini Rohöl (QM)Verschiedene Single-Stock-Futures(später im Buch als SSFsbezeichnet)

Beachten Sie bitte, dass einige deraufgeführten Kontrakte »Mini« undandere »Full-Sized« sind. Das Kürzel inder Klammer ist das Symbol, das bei

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den Notierungen verwendet wird. Esgibt so genannte Full-Sized-Kontraktebeim Dow (DJ), beim S&P 500 (SP)und beim Nasdaq (ND); diese werdenaber im Parkett-Trading gehandelt, undich ziehe es vor, die kleineren Mini-Electronic-Kontrakte zu handeln.Warum? Weil Orders aus dem »Parkett«länger brauchen, bis sie ausgeführtwerden, und Market-Orders oft in Fillsresultieren, die im echten Leben miteinem Hausdurchsuchungsbefehl endenwürden.

Die Mini-Futures auf dieAktienindizes verfügen über eingewaltiges Volumen und über eine großeLiquidität. Der neue Kontrakt Full-Sized100-oz. Electronic Gold (ZG) ist eine

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erfrischende Abwechslung zum Pit-Traded-Gold-(GC)-Kontrakt. Um esnoch einmal zu sagen: Ich ziehe dieelektronisch gehandelten Varianten denam Parkett gehandelten Versionen beiWeitem vor. Es gibt auch Mini-Gold-(YG)- und Mini-Silber-(YI)-Kontrakte,mit denen man gut traden kann. Mit aufdem Parkett gehandelten Produkten, wiebeispielsweise den verschiedenenGetreidesorten, lässt sich ausgezeichnettraden. Es besteht allerdings eindeutlicher Trend, nach dem das Volumenimmer mehr von den auf dem Parkettgehandelten zu den elektronischenKontrakten übergeht. Bei den»elektronischen« spielt die Musik, undda sollten Sie traden.

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Um Charts zu diesen Themen zubekommen, muss der Trader seinenQuote- Anbieter darüber informieren,dass er nun auch die Notierungen desCBOT (Chicago Board of Trade – fürMini-Sized Dow, Bonds, zehnjährigeSchuldverschreibungen, Gold undGetreide), der CME (ChicagoMercantile Exchange – für E-Mini S&P,E-Mini Nasdaq, E-Mini Russell undEuro) und der Nymex (New YorkMercantile Exchange – für Öl und Pit-gehandeltes Gold) braucht. Es gibt einebilligere »E-Mini Only«-Variante – derTrader möchte aber wahrscheinlich dieVollversion haben, um auch Einblick indie Full-Sized-Kontrakte zu haben. Daskostet etwa 80 US-Dollar im Monat, für

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die Vollversion von CME und CBOT.Übrigens: Die Bezeichnung E-Mini isteine geschützte Markenbezeichnung derCME. Daher heißt der YM Mini-SizedDow und nicht E-Mini Dow, weil er ander CBOT, einer anderen Börse,gehandelt wird.

KURZ UND KNAPP – WASTRADER WISSEN MÜSSEN

Wenn Trader Futures kaufen, kaufen siephysisch gesehen gar nichts. Es isteinfach eine Möglichkeit, auf denMärkten ihrer Wahl an Kursbewegungenteilzuhaben. Wenn der Trader meint,dass es auf einem Markt demnächst eine

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Kursbewegung um zehn Punkte gebenwird, kann er mit einem Future-Kontraktlong oder short gehen und Geldverdienen, wenn er auf die richtigeRichtung setzt. Natürlich kann er auchverlieren, wenn sich der Kurs in dieandere Richtung bewegt. Wenn maneinen Aktienindex-Future-Kontraktbesitzt, der ausläuft, wird einem auchkein Stapel von Aktienindex-Futuresnach Hause geliefert. Man kann natürlichauch Geld verlieren, wenn der Movesich in die andere Richtung bewegt.Wenn man außerdem im Besitz einesStock-Index-Futures ist, der ausläuft,wird man wohl nicht einen HaufenStock-Index-Zertifikate vor seinerHaustür finden. Der ausgelaufene

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Kontrakt wird in Geld umgewandelt, unddas Geld wird auf das Konto desTraders überwiesen. Andere Kontrakte,wie etwa bei Sojabohnen, sind»Deliverables«. Das bedeutet, dass manbeim Auslaufen der Kontrakte stolzerBesitzer von 5.000 ScheffelnSojabohnen pro Kontrakt ist. Muss mandavor Angst haben? Broker haben esnicht gern, wenn ein Kontrakt ausläuft.Sie werden den Trader anrufen und ihndrängen, den Kontrakt glattzustellen –man kann ihn also nahezu nichtvergessen. Und wenn es aus irgendeinemGrund doch geschieht, dann werden Siekeine Wagenladung Sojabohnen vorIhrer Haustür finden. Alles beruht aufVermittlungsgeschäften, und die Broker

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können Ihr Konto wieder auf einennormalen Stand bringen.

Was die Kursbewegungen angeht:Wenn ein Trader einen Kontrakt der E-Mini S&P-Futures besitzt und der Kursbewegt sich um einen Punkt(beispielsweise von 1032,75 auf1033,75) schlägt sich das mit 50 US-Dollar in seiner Gewinn- Verlust-Rechnung nieder. Beim Nasdaqentspricht eine Bewegung um einenPunkt fünf US-Dollar. Wenn ein Traderalso drei E-Mini-S&Ps-Kontrakte kauftund eine Bewegung um zwei Punkteerfolgt, entspricht das 50 US-Dollar × 2Punkte × 3 Kontrakte = 300 US-DollarGewinn beziehungsweise Verlust. Esgibt hier zwar einen Hebel, aber der ist

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leichter zu managen, als die meistenglauben. Ein Trader bekommt dannSchwierigkeiten, wenn er – gemessen anseinem Konto – zu viele Kontraktehandelt. Das ist ein Thema, auf das ichspäter noch näher eingehen möchte.Nebenbei: Wenn der S&P um einenPunkt steigt, steigt der Dow um etwazehn Punkte – diese beiden Kontraktelassen sich also nahezu identisch traden.Wenn Händler sagen, sie hätten gerade50 Punkte im YM (Mini-Sized Dow)gemacht, dann ist das genauso, als hättensie fünf Punkte im ES (E-Mini S&P)erzielt.

Abbildung 4.2 zeigt einen Trade desMini-Sized Dow mit zehn Kontrakten.Der Chart zeigt einen Anstieg um 27

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Punkte – das entspricht einem Wert von1.350 US-Dollar in der Gewinn-Verlust-Rechnung. Ich fasse alle Spezifikationender Kontrakte in den Bereichen Bonds,Euro, Sojabohnen etc. am Ende diesesKapitels zusammen. Natürlich könnendie Kursschwankungen in beideRichtungen verlaufen – MoneyManagement hat beim Future-Handelalso allerhöchste Priorität. Es ist sehrwichtig, seinen Stopp festzulegen, bevorman in einen Trade einsteigt, und dassman an diesem Stopp auch festhält undsich nicht auf psychologische Spielcheneinlässt. Wie bei den Aktien können –und werden – Hoffen und Beten einen inden Ruin führen. Dennoch ist es geradedas Tolle an Futures, dass sie so schnell

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und die Fills so sauber sind, dass einTrader ausgestoppt werden kann und einpaar Augenblicke später wiedereinsteigen kann. Man darf keine Angstdavor haben, kleine Verlusteeinzustecken. Punkt. Der Wiedereinstiegdauert nur so lang, wie man braucht, umdie neue Order abzugeben.

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Abbildung 4.2

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Überdies wurden elektronischeKontrakte speziell für Traderentwickelt: Sie sind äußerst liquide, unddie Fills werden sofort ausgeführt. Esgibt keine Spielchen Market-Maker, wiesie jeden Tag bei den Einzelaktienvorkommen. Noch befindet sich derTrader bei elektronischen Kontraktennicht auf dem Parkett, wo Unwissendekaum besser als eine Kakerlakebehandelt werden. Hier noch einigeandere Dinge, die ich an Futures mag:

Wenn die Trader meinen, der Marktwerde demnächst ausbrechen,können sie eine Aktie wie INTC(Intel Corp.) kaufen und zusehen,wie der Markt ohne sieweiterdonnert. Sie waren auf dem

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richtigen Markt – ihre Aktie machteden Anstieg aber nicht mit. BeiAktienindex-Futures handelt derTrader den Markt, anstatt ihm nurzuzusehen. Das macht denUnterschied aus.Ein Trader kann innerhalb einesDownticks short gehen – das ist eingroßer Unterschied zu demVersuch, einen Fill während einesBreakdowns zu bekommen. Werversucht, KLAC (KLA-TencorCorp.) »auf dem« während einesBreakdowns zu shorten, wird solange keinen Fill für 20 Centerhalten, bis ein Uptick entsteht.Wer die Futures »auf dem Markt«während eines Breakdowns shortet,

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bekommt schnell einen Fill zumaktuellen Kurswert. Dies verliertaber in letzter Zeit immer mehr anBedeutung, da an den Börsen immerAktien innerhalb von Downticksgeshortet werden können.Ich war früher stark im Day-Trading von Optionen im OEX(S&P 100 Index) engagiert. Als ichdann Futures kennen lernte, stiegich aus dem Optionshandel aus. DieSpreads und Zuschläge bei OEX-Optionen erscheinen mir heutelächerlich. Wo sonst kann einMensch bei einem Intraday Movevollkommen richtig liegen undtrotzdem noch Geld verlieren? Aufdem OEX-Options-Markt! Obwohl

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ich OEX-Optionen beim Swing-Trading durchaus verwende, würdeich sie beim Day-Trading nichteinmal mit dem Konto meinerSchwiegermutter handeln. Nicht,solange die Futures des Mini-SizedDow und des E-Mini S&P sosauber und effizient sind.Man kann die meisten seinerTrades »auf dem Markt« ausführenund gute Fills erhalten; das ist beiAktien und insbesondere beiOptionen nicht möglich.Beim Aktienhandel benötigt manetwa 25.000 US-Dollar, um amDay-Trading teilnehmen zu können;bei Futures reicht ein Betrag von5.000 US-Dollar (oder weniger)

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aus. Es gibt keine besonderenRegeln oder Klassifizierungen.Dennoch empfehle ich natürlich,mit einem größeren Betraganzufangen. Mir ist aber auch klar,dass jeder irgendwo anfangenmuss. Mein erstes Trading-Kontobelief sich auf 2.000 US-Dollar. Istes also möglich, seinen Job zukündigen, ein Future-Trading-Konto in Höhe von 5.000 US-Dollar zu eröffnen und in Vollzeitzu traden? Sicher nicht. Daraufwerde ich später noch eingehen.

Um einen jener Future-Kontrakte zukaufen, die wir in diesem Buchbehandeln, ist ein Konto von etwa 2.000

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US-Dollar nötig. Das ist natürlich vonBroker zu Broker verschieden, und eskann auch ein kleinerer Betrag sein, aberes ist ein guter Durchschnittswert.Dieses Geld nennt man Margin. Nehmenwir an, ein Trader leistet für ein Hausim Wert von 50.000 US-Dollar eineAnzahlung von vier Prozent. Durch dieseAnzahlung gehört ihm sozusagen dasHaus, und er profitiert von jederWertsteigerung, leidet aber auch untereiner etwaigen Wertminderung. Verfügtein Trader also über ein Konto in Höhevon 10.000 US-Dollar, kann er fünfKontrakte des Mini-Sized Dows (wasfünf Häusern entspricht) kaufen, beigünstigen Intraday-Margin-Kursenmanchmal sogar mehr. Mit Blick auf das

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Money Management empfehle ich Ihnen,sich über die Menge der gehandeltenKontrakte Gedanken zu machen. Dies istein wichtiger Teil Ihres Trading-Plans,auf den ich an späterer Stelle ausführlicheingehen werde. Man kann sichsicherlich entschließen, fünf Kontraktein einem 10.000-US-Dollar-Konto zuhandeln. Man kann auch Hals über Kopfnach Indien reisen – fragt sich nur, obdas alles eine gute Idee ist. (MeineAssistentin Priyanka kommt aus Indienund droht mir immer, mich dorthin zuschleppen.)

Normalerweise trade ich pro 10.000bis 15.000 US-Dollar auf meinem Kontoje einen Kontrakt. Auf diese Weisebleiben die Kontoschwankungen

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moderat, und ich kann kühlen Kopfeshandeln. Ein Freund von mir handelt nureinen Kontrakt pro 50.000 US-Dollarauf seinem Konto. Er verdient Gelddamit und ist niemals übermäßiggestresst. Es gibt auch Konzepte, dieempfehlen, fünf Kontrakte mit 5.000 US-Dollar zu handeln; damit könne derTrader einen sechsstelligen Betrag imJahr erwirtschaften. Das ist einfachverrückt, und der Trader täte besserdaran, diese 5.000 US-Dollar einerwohltätigen Einrichtung zu spenden,denn er wird das Geld beim Tradenverlieren. In der Futures-Branche gibt esnur wenige Sicherheiten. Dass Sie Ihrganzes Geld verlieren werden, wenn Siedermaßen am Limit traden, ist allerdings

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sicher. Hier noch einige weiterewichtige Tatsachen hinsichtlich Futures:

Es gibt mittlerweile auch Futuresauf Aktien. Diese nennt man Single-Stock- Futures. Sie sind eine tolleSache bei Swing-Trades inKombination mit den Index-Futures.Obwohl einige dieser Symbole nurwenig Volumen besitzen, basiertdas »reale Volumen« auf der zuGrunde liegenden Aktie. (Ich werdeim Kapitel zu Propulsion Playsnoch detaillierter auf Single-Stock-Futures eingehen.)Bei den Futures müssen die Traderzum Jahresende keine Liste überalle Future-Trades erstellen, wiesie es für die Steuererklärung bei

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Aktien tun müssten. Der Tradererhält von seinem Broker einFormularauf dem alle Gewinne undVerluste des Jahrs aufgeführt sind.Alles, was Sie dann auf IhreSteuererklärung setzen müssen, istdie entsprechende Zahl aus demFormular. Das ist wesentlicheinfacher und weniger zeitraubend,als jeden Trade einzelnaufzuführen. Man sollte auch diesteuerliche Behandlung in Betrachtziehen. Bei Aktien muss man einPapier länger als ein Jahr besitzen,um in die günstigere »Longterm-Gain«-Klasse eingestuft zu werden.Bei den Futures bekommt man dasFormular 1099, das beispielsweise

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besagt: »Jahresgewinne in Höhevon 20.000 US-Dollar«. Davonwerden 60 Prozent als »LongtermGain« betrachtet (niedrigererSteuersatz), 40 Prozent als»Shortterm Gain« – das ist die60/40-Regel. Sie gilt auch dann,wenn Sie am Ende eines jedenTrading-Tages auf Null herauskommen. Angewendet wird dies aufalle Future-Kontrakte außer auf dieSingle-Stock-Futures, die in diesemBereich wie Aktien behandeltwerden. Es ist möglich, Futures ineinem IRA (Individual RetivementAccount) oder Rentenkonto mitHilfe einer Treuhändergesellschaftzu handeln. Ich empfehle dies

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jedoch nicht, es sei denn, derTrader kann eine beachtlicheErfolgsbilanz in seinen eigenenSpekulationskonten vorweisen.Doch selbst wenn das der Fall ist,empfehle ich, nicht mehr als 15Prozent für dieses Vorhabenbereitzustellen. Ein Trader machtkein gutes Geschäft, wenn eranfängt, seine Altersversorgungzum Traden einzusetzen. Das wäreso, als würde man ohnekugelsichere Weste oder ohneWaffe in die Schlacht ziehen.

Jedes Aktienindex-Future-Vehikelbesteht aus vier Kontrakten, die jedesJahr gehandelt werden: März (H), Juni

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(M), September (U) und Dezember (Z).Der Trader wird wohl dennächstliegenden Monat wählen, denndarauf wird sich das Volumenkonzentrieren. Ein Beispiel: Heute istder 15. Februar 2005, dernächstliegende Kontraktmonat ist alsoMärz. Um eine Notierung für denKontrakt des Mini-Sized Dow für März2005 zu bekommen, muss man dasSymbol, den Monat und das Jahreingeben. In diesem Fall wären das YM(Symbol), H (Monat = März) und 09(Jahr = 2009). Das vollständige Symbolwäre YMH09. Das gilt für dasProgramm TradeStation. Bei eSignalwäre es YM H9, jeder Quote-Anbieterarbeitet ein wenig anders. Wenn ein

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Kontrakt ausläuft, fängt man einfach mitdem nächsten an. Die vier Termine imJahr, an denen Kontrakte auslaufen, sindimmer ein wenig doof.

Denken Sie daran: Obwohl die E-Mini Futures am selben Tag auslaufenwie die Optionen, nämlich am 3. Freitagdes Ausgabemonats, geht das Volumenin Wirklichkeit am Donnerstag derWoche davor in den nächsten Kontraktüber.

Im Jahr 2005 beispielsweise war der3. Freitag des Monats März, an dem dieOptionen und Futures für März ausliefen,der 18. März. Das Volumen ging amDonnerstag, 10. März, in dieAktienindex-Futures für Juni über. BeiBonds geschieht das noch drei Wochen

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früher. Bei jedem Kontrakt ist es einbisschen anders. Wenn sich ein Tradernicht sicher ist, sollte er seinen Brokerfragen, sich die Antwort aufschreibenund sie in greifbarer Nähe seinesRechners aufbewahren. Es ist auch so,dass es bei Futures immer leichteKursunterschiede zwischen zweiKontrakten gibt. Wenn der März-2005-Kontrakt für den Mini-Sized Dowbeispielsweise bei 10.686 notierte,könnte der Juni-Kontrakt beispielsweisegleichzeitig bei 10.698 notiert haben.Das sollte einen Trader nicht zu sehrverwirren. Future-Kontrakte beruhentatsächlich auf künftigen Kursen, daherder Unterschied. Denken Sie einfachdaran, dass jeder Future ein bisschen

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anders ist. Futures basieren wirklich aufkünftigen Kursen – das ist der Grund fürdie Differenzen. Berücksichtigen Sie,dass jeder Kontrakt seine Eigenheitenbesitzt.

Bedenken Sie bitte außerdem, dasses normalerweise einen Unterschied vonzehn bis 20 Punkten zwischen demFuture-Kurs des Mini-Sized Dow unddem Kurs des Dow Jones Industrial gibt.Hierfür existiert eine extremkomplizierte Erklärung, die die Begriffe»Basis« und »Future-Price-Projektionen« enthält und für den Short-Term-Trader nicht relevant ist. Manmuss nur grundlegend darüber Bescheidwissen, damit man nichtfälschlicherweise annimmt, es stimme

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irgendetwas mit dem Quote-Systemnicht.

Das war sie also, dieZusammenfassung der Funktionsweisendes Future-Tradings. Der Schlüssel liegtdarin, sich mit einer Orderplattform fürFutures auseinanderzusetzen und zulernen, wie sie funktioniert. Einen Mini-Sized Dow zu kaufen, ist von derVorgehensweise her genauso einfach,wie Aktien von International BusinessMachines (IBM) oder Google (GOOG)zu kaufen. Ich empfehle Ihnen, amAnfang nur ein Lot gleichzeitig zu traden.Ein Neuling macht beim Future-Tradingunweigerlich Fehler, und ein Fehler miteinem Lot kostet wesentlich weniger alsein Fehler bei zehn oder mehr Lots. Ein

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Trader, der noch nie zuvor einen Future-Broker in Anspruch genommen hat,sollte sich mit anderen Tradernunterhalten, um die Gebührensätze,Service-Levels usw. unter die Lupe zunehmen. Im Internet kann man aufwww.razorfutures.com außerdem eineListe aller Trading-Plattformen und -ausführungssysteme einsehen.

EIN VERGLEICH: MINI-SIZED DOW GEGEN E-MINIS&P 500

Nun, da wir die Futures besprochenhaben, möchte ich auf einige

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grundlegende Unterschiede zwischendem Mini-Sized Dow und dem E-MiniS&P eingehen.

Ich wähle diese beiden Kontrakte,weil sie meiner Erfahrung nach ebenjene sind, mit denen die Leute, diedieses Buch lesen, gerade handeln odereinen Einstieg in Betracht ziehen. Ichtrade beide Kontrakte aktiv – der Mini-Sized Dow hat jedoch einige Vorteilegegenüber dem E-Mini S&P, auf die ichhier näher eingehen möchte.

Der YM verfügt überbessere Spreads als der E-Mini S&P und der E-Mini

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NasdaqDer Mini-Sized Dow (YM) besitztdieselben Spezifikationen wie derbeliebte E-Mini-S&P-(ES)-Kontrakt:

Ein Punkt des E-Mini S&Pentspricht circa zehn Punkten imMini-Sized Dow.Ein Punkt des E-Mini S&Pentspricht 59 US-Dollar, zehnPunkte des Mini-Sized Dowentsprechen 50 US-Dollar.

Abbildung 4.3 zeigt eine Entwicklungdes Dow und des S&P über den exaktgleichen Zeitraum. Der Dow ist um 13Punkte gefallen (vom Höchststand beiPunkt 1 auf Tiefststand bei 2),gleichzeitig ist der S&P um 1,5 Punkte

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zurückgegangen. Der Dow fiel um 13Ein-Punkte-Schritte, der S&P hingegenmachte die gleiche Entwicklung in sechsAbstiegen von jeweils einemViertelpunkt durch. Einfacher gesagt:Wenn der Dow um zehn Punkte steigt, tuter das in zehn Schritten à einem Punkt.Wenn der S&P entsprechend um einenPunkt steigt, tut er das in vierViertelpunkten. Das bedeutet einenSpread-Unterschied von 60 Prozent.Trader, die den YM anstatt den EShandeln, können die Differenz desSpreads gleich einstreichen.Kommissionen und Spreads sindKostenfaktoren, und man sollte alles tun,um die Kosten gering zu halten und damitdas Ergebnis zu verbessern. Der Spread

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des NQ ist sogar noch größer als der desES.

Ein anderes interessantes Phänomenist die Tatsache, dass alle Setups für denES auf gleiche Art und Weise auch beimYM angewendet werden können. Ichbeobachte häufig den ES und suche nachTrades, die ich dann im YM ausführe.Wenn man den YM für diese Setupsverwendet, wird man nicht so oft vonStopp Runs herausgeworfen. Warum istdas so? Das hängt mit dem Spreadzusammen. Ein Zwei-Punkte-Stopp beimES entspricht einem 20-Punkte-Stoppdes YM. Es geschieht häufig, dass derES bei einem Stopp Run um zwei Punktesteigen wird – dadurch steigt der YM um18 oder 19 Punkte und verpasst den

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Stopp. Bei einem Move von 20 Punktenbietet der YM also zwölf zusätzlichePlätze, an denen sich ein Stopp setzenlässt. Aus diesem Grund wickle ichmeine Pivot-Trades fast ausschließlichim YM ab.

LIQUIDITÄT IST ALLESWAS ZÄHLT

Als der Mini-Sized Dow erstmalsemittiert wurde, war sein Trading-Volumen sehr gering. Der Kontraktwuchs dennoch rasant und wird heutenahezu jeden Tag im sechsstelligenBereich gehandelt. Der ES ist immernoch der Platzhirsch, wenn es um

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Volumen geht. Das sollten sich einigeTrader ins Gedächtnis rufen. Nämlichjene, die gleichzeitig einen großenUmfang handeln, oder die äußerstschnell traden; für sie wird das großeVolumen des ES nützlich sein. Für diemeisten individuellen Trader spielt diesallerdings keine Rolle. Obwohl er fürden kleinen Einzeltrader fast perfekt ist,ist der YM in jüngster Zeit in denVordergrund getreten und verfügt nunüber die Liquidität, um sein Volumen zuverändern. Im Trading erzeugt einVolumen das nächste, und der YM wirdimmer noch stärker steigen, solangeTrader, Terminhandelsberater undgemanagte Fonds ihren Nutzen aus denVorteilen dieses Kontraktes ziehen.

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Abbildung 4.3

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Bleiben Sie auf dem Pfaddes geringsten WiderstandsDer Trader kann sich die 30 Aktien desDow ansehen und dadurch leichterkennen, wie sich der Index verhältoder verhalten wird. Ich persönlichplatziere alle 30 Aktien des Dow ineinem Fenster und lasse sie täglichautomatisch auf der Basis derprozentualen Netto-Kursveränderungvon stark nach schwach anordnen. EinGefühl für alle 500 Aktien des S&P 500auf einmal zu bekommen ist unmöglich.Beim Dow habe ich die Möglichkeit, miteinem Blick auf meine sortierte Liste zuerkennen, dass 26 von 30 Aktien imroten Bereich stehen, also an diesem Tag

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gefallen sind.Abbildung 4.4 zeigt alle 30 Aktien

des Dow, sortiert von schlecht nach gutauf Basis der prozentualen Netto-Kursveränderung. Ich kann also einenBlick auf diese Liste werfen undfeststellen, dass derzeit 4 Aktien steigen,während 26 Aktien fallen. Später amTag werde ich vielleicht sehen, dass 11steigen und 19 fallen, und daran soforterkennen, dass der Dow stärker wird –auch dann, wenn der Index immer nochunruhig ist. Wenn einzelne Bestandteiledes Dow stärker werden, wird auch dergesamte Index früher oder später nachoben ziehen. Dieser Filter bietet mirstets eine saubere Tendenz nach untenoder oben, während ich weiterhin dabei

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zusehen kann, wie Aktien rot (fallen)oder grün (steigen) werden, wenn dieMärkte fallen oder stärker werden.Diese Art von »Auf-einen-Blick-Analyse« ist bei den 500 Aktien, die imS&P 500 gelistet sind, äußerst schwierigumzusetzen.

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Abbildung 4.4

Bei den Komponenten des Dow istes außerdem einfacher zu erkennen,welche Aktien mehr Gewicht haben.

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Wenn CAT (Caterpillar Inc.), IBM(International Business Machines),MMM (3M Co.) und UTX (UnitedTechnologies Corp.) alle gemeinsam aneinem Tag fallen, wird das ein größeresGewicht haben, als wenn INTC (IntelCorp.), SBC (SBC CommunicationsInc), PFE (Pfizer Inc) und HPQ(Hewlett-Packard Co.) auf einmal nachunten gehen.

Abbildung 4.5 zeigt eine Liste allerDow-Aktien und ihre aktuelleGewichtung innerhalb des Index’. Undwieder wäre eine solche Liste mit allen500 Aktien des S&P 500 schwer zugestalten.

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Einfacher zu traden alsAktienWenn ein Trader gerade mit einereinzelnen Aktie handelt, so muss er mitdiversen äußeren Einflüssen rechnen,die den Kurs bewegen können.Vielleicht verschleudern Insider geradeihre eigene Aktie. Vielleicht hat einAnalyst soeben ein Upgradeveröffentlicht, während sein Trading-Department Aktien an ein ahnungslosesPublikum verramscht. Vielleichtveröffentlicht das Unternehmen geradegute Zukunftssaussichten als letzteHoffnung, den Bankrott doch nochverhindern zu können. Die Faktoren, dieeine einzelne Aktie beeinflussen, sind

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nicht zu zählen.

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Abbildung 4.5

Wenn Investoren aber generellAktien verkaufen wollen, geht der Dowin den Keller, und wenn sie Aktienkaufen möchten, steigt er. Dieser »Dow-

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Effekt« enthält die Aktivitäten vonEinzelinvestoren, Hedge-Fonds,Program-Tradern und Arbitrage-Tradern. Zusätzlich bewegt sich derDow aktiv bei allen Buy- und Sell-Programmen. Das sind Angebot undNachfrage in Reinkultur, und genaudieser Umstand macht den Mini-Sized-Dow-Future-Kontrakt zu einem soattraktiven Trading-Instrument. Nochbesser: Wenn eine einzelne Aktiestagniert, steigt der YM dennoch weiter.Sogar an Tagen, an denen der YM einTageskurslimit erreichen könnte – diesesliegt zurzeit bei einer Steigerung desgesamten Index um zehn Prozent –, ließesich das immer noch auf dem Geldmarktunter Verwendung des Dow Exchange

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Traded Funds (DIA) gegenrechnen.Wenn der Trader eine Aktie besitzt, diegerade stagniert, kann er nichts weitertun, als zu warten – meistens auf denSchmerz.

Unerfahrene Trader fahrenmit dem YM besserEs ist keine Vermutung, wenn ichbehaupte, dass Anfänger-Trader mit demYM besser fahren. Diese These basiertauf meinen Beobachtungen, die ich beiHunderten von Tradern gemacht habe,die vom Aktienhandel auf den mitFutures umgesteigen sind. Sie fingen mitdem Handel des ES an und verlorenGeld. Dann wechselten sie zum YM, und

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die Sache nahm allmählich konkreteFormen an: Sie verdienten Geld. Ichhabe sogar Trader gesehen, die beimYM angefangen haben, dann den ESversucht haben, dann den NQ und dannden ER – sie kamen alle wieder zumYM zurück. Wieso? Ein Teil ihreBeweggründe ist psychologischer Natur:Es klingt einfach besser, einen Profit von13 Punkten zu generieren anstatt 1,25Punkte im ES. Ich habe gesehen, wie einTrader im ES einen »kleinen« Profit von1,25 Punkten zu einem Verlust werdenließ, während ein Trader des YM mitgleichwertigen 13 Punkten automatischund ohne zu zögern einige Kontrakteverkaufte und Gewinne mitnahm.Schließlich und endlich ist es wichtig zu

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wissen, dass die besten Trader der Weltmit dem ES handeln. Als Neu- Trader istes keine gute Idee, sich sofort mit denBesten der Besten zu messen. Wenn Siegerade mit Taekwondo angefangenhaben, wollen Sie mit Ihrem weißenGürtel wirklich der Sparringspartnereines Kämpfers mit schwarzem Gürtelsein? Der YM hat nicht die Intensität derLeute im ES. Beachten Sie: Traderhandeln keinen Markt – sie handelnandere Trader.

Es mag nun so wirken, als möchte ichden ES schlecht machen- das möchte ichnicht. Es ist ein toller Kontrakt, undweiter hinten in diesem Buch folgenunzählige Beispiele für Setups, die ichauch beim ES verwende. Dennoch ist

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dies ein Kontrakt für Profis. Und fürAnfänger und Fortgeschrittene wäre esbesser, erst einmal beim YM zu bleiben,um die Erfolgschancen zu verbessern.

KONTRAKTSPEZIFIKATIONEN– WAS MAN FÜR DASTRADING IN DENSCHLÜSSELMÄRKTENWISSEN MUSS

Ich möchte nun näher auf dieSpezifikationen der Kontrakte jenerMärkte eingehen, über die wir bishergesprochen haben. Das Verwirrende anden Futures ist für unerfahrenere Trader,

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dass – anders als bei Aktien – jederFutures-Markt eigene, spezielleEigenschaften der Preisermittlung besitztund während verschiedener Monategehandelt wird. Das macht es schwierigherauszufinden, wie viel ein Move fürdas P&L des Traders wert ist. Und es istnahezu eine Qual, eine Notierung zuorganisieren. (Bedenken Sie, dass ich imKapitel zu Propulsion Plays alleMonatscodes aufgelistet habe; ich werdeauf einige von ihnen hier nochmalseingehen.)

Wenn ein Aktien-Trader IBM oderRIMM kauft, funktionieren beidePapiere genau gleich, obwohl es sich umunterschiedliche Aktien handelt. EineKursbewegung von einem US-Dollar hat

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bei beiden Aktien die gleicheAuswirkung auf die Gewinn-Verlust-Bilanz des Traders. Unglücklicherweisefunktionieren die Futures-Märkte nichtauf diese Art und Weise. Auch hier giltwieder: Wenn Sie bereits Bescheidwissen, überspringen Sie diesen Teileinfach. Meine Absicht ist es, wenigererfahrenen Tradern eine Anleitung zumSchnelleinstieg zu bieten, die sie immerwieder konsultieren können, wenn sieauf der Suche nach neuen Kontrakten fürdas Trading sind. Bitte bedenken Sie,dass die hier verwendeten Zeitangabender Eastern Time Zone entsprechen.

MINI-SIZED DOW (YM) – DerYM wird an der CBOT bis 17 Uhrgehandelt und dann gut drei Stunden

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später, um 20:15 Uhr, wieder eröffnet.Gehandelt wird in den Monaten März(H), Juni (M), September (U) undDezember (Z). Der YM bewegt sich inAbständen von einem Punkt – dasentspricht fünf US-Dollar pro Kontrakt.Eine Bewegung um 30 Punkte würde beieinem Kontrakt eine Summe von 150US-Dollar bedeuten. Man sollte überetwa 2.000 US-Dollar verfügen, umeinen YM-Kontrakt traden zu können.Obwohl dieser Kontrakt nahezu rund umdie Uhr gehandelt wird, konzentriere ichmich nur während der regulären CashMarket Session von 9:30 bis 16:15 Uhrauf ihn. Die Kürzel für Kontrakte ausdem Jahr 2005 bei TradeStation:YMH05, YMM05, YMU05, YMZ05.

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@YM ist das Kürzel für den Endlos-Chart. Die Kürzel für Kontrakte aus dem

Jahr 2005 bei eSignal: YM H5, YMM5, YM U5, YM Z5. YM #F ist dasKürzel für den Endlos-Chart. DieLeerzeichen in den Kürzeln bei eSignalsind beabsichtigt. »Endlos« bedeutet,dass der Chart an den Rollover-Dayseinfach automatisch weitergeführt wird,also vom März zum Juni, vom Juni zumSeptember usw. Für die folgenden Jahrewechseln Sie einfach die letzte Ziffer imKürzel aus, zum Beispiel wird für dasJahr 2006 bei TradeStation 05 zu 06 undbei eSignal 5 zu 6.

E-MINI S&P (ES) – Der ES wirdan der CME bis 16:15 Uhr gehandelt underöffnet dann um 16:30 Uhr bereits

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wieder die nächste Session. Von 17:30bis 18:00 Uhr findet außerdem eineweitere Handelsunterbrechung statt. DieKontraktmonate sind März (H), Juni(M), September (U) und Dezember (Z).Der ES bewegt sich in Schritten von0,25 Punkten – das entspricht 12,50 US-Dollar pro Kontrakt und 50 US-Dollarbei einer Bewegung um einen ganzenPunkt. Ein Move um drei Punkte im ESentspricht 150 US-Dollar. Auch hiersollte man über 2.000 US-Dollar aufseinem Konto verfügen, um einen ES-Kontrakt traden zu können. Obwohl derKontrakt nahezu rund um die Uhrgehandelt wird, liegt mein Fokus fürgewöhnlich auf der regulären CashMarket Session von 9:30 bis 16:15. Die

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Kürzel bei TradeStation für dieKontrakte von 2005: ESH05, ESM05,ESU05, ESZ05; @ES ist das Kürzel fürden Endlos-Chart. Die Kürzel beieSignal: ES H5, ES M5, ES U5, ES Z5;ES #F ist das Kürzel für den Endlos-Chart.

E-MINI NASDAQ (NQ) – Der NQwird an der CME bis 16:15 Uhrgehandelt und dann 15 Minuten späterum 16:30 Uhr wieder eröffnet. Auch hierfindet zwischen 17:30 und 18:00 Uhreine Handelsunterbrechung, statt. DieKontraktmonate sind März (H), Juni(M), September (U) und Dezember (Z).Der NQ bewegt sich in Schritten von0,50 Punkten – das entspricht zehn US-Dollar pro Kontrakt oder 20 US-Dollar

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für einen Move um einen ganzen Punkt.Einer Bewegung von drei Punktenentsprechen beim NQ 60 US-Dollar.Auch hier sollte der Trader über einKonto von 2.000 US-Dollar verfügen,um einen ES-Kontrakt handeln zukönnen. Obwohl auch dieser Kontraktnahezu 24 Stunden gehandelt wird, liegtmein Fokus für gewöhnlich auf derregulären Cash Market Session von09:30 bis 16:15 Uhr. Die Kürzel für dieKontrakte von 2005 bei TradeStation:NQH05, NQM05, NQU05, NQZ05;@NQ ist ds Kürzel für den Endlos-Chart. Bei eSignal lauten die Kürzel wiefolgt: NQ H5, NQ M5, NQ U5, NQ Z5;NQ #F ist hier das Kürzel für denEndlos-Chart.

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E-MINI RUSSELL (ER) – Der ERwird an der CME bis 16:15 Uhrgehandelt und eröffnet eine Viertelstundespäter, um 16:30 Uhr, wieder. Es gibtebenfalls eine Unterbrechung von 17:30bis 18:00 Uhr. Ich verwende denRussell sehr gern als Leitindikator. Erbricht oft vor den anderen drei obengenannten Indizes nach oben oder untenaus. Die Kontraktmonate sind März (H),Juni (M), September (U) und Dezember(Z). Der ER wird in Schritten von 0,10Punkten notiert, was 10 US-Dollarbeziehungsweise 100 US-Dollar für eineBewegung um einen ganzen Punktentspricht. Eine Bewegung um dreiPunkte entspricht beim ER bei einemKontrakt 300 US-Dollar. Man sollte

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ebenfalls mindestens 2.000 US-Dollarauf seinem Tradingkonto haben, umeinen ER-Kontrakt zu traden. Obwohldieser fast rund um die Uhr gehandeltwird, liegt mein Fokus bei ihm auf derregulären Cash Market Session von 9:15bis 16:15 Uhr. Die Kürzel beiTradeStation für die Kontrakte 2005:ER2H05, ER2M05, ER2U05 undER2Z05. @ER ist das Kürzel für denEndlos-Chart. Kürzel bei eSignal für dieKontrakte 2005: AB H5, AB M5, AB U5und AB Z5. AB #F ist das Kürzel fürden Endlos-Chart. Ich habe keineAhnung, warum beide Anbieter hier sounterschiedliche Kürzel verwenden.Dieser Kontrakt ist sehr interessant, daer unter allen vier elektronischen

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Aktienindex- Kontrakten die größteP&L-Spanne bietet.

DER DAX – Ich möchte auf diesenIndex kurz eingehen, weil ich in jüngsterZeit über diesen Kontrakt viel in derPresse gelesen habe. (Ich schreibe diesam 29. März 2005.) Der DAX ist dasdeutsche Äquivalent zum Dow Jones –ein guter Markt, um zu traden, aber nichtfür Anfänger geeignet. Ich habe beivielen Tradern, die normalerweise zehnYM- bzw. ES-Kontrakte handeln (was jaaustauschbar ist), erlebt, dass sie sichauf den DAX stürzten und ebenfalls zehnKontrakte tradeten. Sie hatten gehört,dass sich der Dax wie der Dow verhält,weil er eine Trading Range wie derDow besitzt und ebenfalls auf 30 großen

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Aktien basiert. Daher setzten sie einfacheinen 20-Punkte-Stopp, so wie sie esbeim Dow auch gemacht hätten. Wirdder Stopp ausgelöst, meinen sie, nur1.000 US-Dollar verloren zu haben.Aber dann stellt sich heraus, dass derVerlust 6.500 US-Dollar beträgt. Diesliegt daran, dass der DAX ein großerKontrakt ist. Er wird ähnlich wie derYM gehandelt, aber anstelle von fünfUS-Dollar ist jeder Punkt hier 25 Eurowert. Heute, am 29. März 2005, beträgtder Wechselkurs 1,2937 – jeder Punktist also 32,34 US-Dollar wert. Dasentspricht einem Volumen von ein wenigmehr als sechs YM- oder ES-Kontrakten. In unserem Beispiel mit zehnKontrakten würde das einem Volumen

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von 65 Kontrakten von ES oder YMentsprechen.

Das zu wissen, ist natürlich vongrößter Wichtigkeit. Der DAX wird imWinter von 2:00 Uhr bis 13:00 Uhrgehandelt. Durch die Zeitumstellung inDeutschland wird er dann im Sommerentsprechend von 3:00 Uhr bis 14:00Uhr gehandelt. Um Kurse für diesenKontrakt zu bekommen, ist es notwendig,sich kostenpflichtig bei der Eurex zuregistrieren – die Kosten liegen bei neunUS-Dollar monatlich. Dieser Kontraktwird in den Monaten März, Juni,September und Dezember gehandelt. BeiTradeStation gibt es zum jetzigenZeitpunkt keine Kurse zu diesemKontrakt. Das Kürzel bei eSignal für

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Juni 2005 lautet wie folgt: AX M5-DT.Bei der CBOT denkt man darüber nach,ein elektronisches DOW-Produkt zu 25US-Dollar pro Punkt zu veröffentlichen– das wäre eine schöne Alternative zumDAX.

FULL-SIZED 100-oz.ELECTRONIC GOLD (ZG) UNDPIT-TRADED GOLD (GC) – Ich habeviel über die Stock-Indizes-Futuresgeschrieben, lassen Sie mich also auchkurz auf Gold eingehen. Beim Gold-Trading befinden Sie sich in besterGesellschaft. Kein anderer Marktweltweit hat eine solcheAnziehungskraft. Gold ist seitJahrhunderten begehrt, weil es selten,schön und nahezu unzerstörbar ist.

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Staaten verwendeten es gern alsWertaufbewahrungs- und alsinternationales Zahlungsmittel. EinzelneMenschen strebten nach dem Besitz vonGold als Sicherheit gegenüber denWertschwankungen beim Papiergeld.Gold spielt auch für die Industrie eineRolle, da es eine hervorragendeelektrische Leitfähigkeit besitzt, extremkorrosionsbeständig ist und unter denchemischen Elementen zu den stabilstengehört. Diese Eigenschaften machenGold in der Elektronik und in anderenHightech-Anwendungen sehr wertvoll.Klingt alles schön und gut, nicht wahr?Als Trader jedoch interessiert mich nurdie Frage, ob der Markt guteHandelsmöglichkeiten für mich bietet. In

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den zurückliegenden Jahren hat sich derGoldmarkt zu einem attraktiven Marktmit hoher Volatilität und großenKursbewegungen entwickelt. Derelektronische Kontrakt wird an derCBOT gehandelt, der Pit-traded-Kontrakt an der COMEX (CommodityExchange Center Inc.). Diese gehört zurNew York Mercantile Exchange(NYMEX). Ich habe zum elektronischenKontrakt gewechselt, als dieser Ende2004 erstmals ausgegeben wurde. Es istallerdings wichtig zu wissen, wann diePit Session zu Höhenflügen ansetzt. DiePit Session beginnt um 08:20 Uhr undendet um 14:00 Uhr. Die elektronischeVersion an der CBOT hingegen startetum 08:16 Uhr und endet um 17:00 Uhr,

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immer von Sonntag bis Freitag. DieKontraktmonate können bei Gold sehrkompliziert werden. Die offiziellenMonate sind »der laufende Monat, diefolgenden zwei Monate, jeder Februar,April, August und Oktober innerhalbeines Zeitraums von 23 Monaten sowiejeder Juni und Dezember innerhalb einesZeitraums von 60 Monaten«. Für dieSetups, die ich verwende, werfe ichlediglich einen Blick auf den Front- oderden darauffolgenden Monat, wasbedeutet, dass jeder Monat infragekommt. Die restlichen Handelsmonatesind lediglich für Leute interessant, diees auf Hedging über die kommendenJahre abgesehen haben. Ich steige gernwährend der Pit-Zeiten in Trades ein.

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Gold bewegt sich in Schritten à zehnCent, und jeder Zehn-Cent-Move ist zehnUS-Dollar pro Kontrakt wert. EineBewegung des Goldkurses um einen US-Dollar entspricht zehn US-Dollar proKontrakt. Auch hier benötigen Traderwieder ein Kontovolumen von 2.000US-Dollar, um einen Kontrakt handelnzu können. Die Kürzel für die Endlos-Kontrakte des Jahrs 2005 lauteten beiTradeStation @ZG und @GC.P. DieKürzel für die Endlos-Charts für dieKontrakte des Jahres 2005 lauteten beieSignal ZG #F und GC #F. BeachtenSie, dass Sie für die Kurse der Pit-traded-Kontrakte über ihren Kurs-Provider bei der COMEX angemeldetsein müssen.

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MINI-SIZED GOLD (YG) –Grundsätzlich ist dies der gleicheKontrakt wie Gold. Der einzigeUnterschied besteht darin, dass es keinenPit-Traded-Kontrakt gibt. YG wird ander CBOT gehandelt und besitzt einDrittel des Volumens des regulärenKontrakts. Ein Move um 0,10 Punkteentspricht 3,32 US-Dollar pro Kontrakt;ein Move um einen US-Dollar entsprichtalso 3.320 US-Dollar pro Kontrakt.

FULL-SIZED 30-YEAR BOND(US – Pit, ZB – elektronisch) – Zins-Futures wurden erstmals von der CBOTim Jahr 1975 angeboten als Antwort aufein wachsendes Marktinteresse anAnwendungen, die Schutz vor denhäufigen starken

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Kapitalkostenschwankungen bietensollten. US-Treasury-Bond-Futureswurden als erstes eingeführt, gefolgt vonzehnjährigen, fünfjährigen undzweijährigen Staatsanleihen. In denzurückliegenden beiden Jahrzehnten istdas Volumen des Kontraktesexplosionsartig angeschwollen, was dasWachstum der zu Grunde liegendenInstrumente sowie die tief greifendenVeränderungen am Markt widerspiegelt.Wer sich hauptsächlich auf denAktienmarkt konzentriert, für den ist eswichtig, über Bonds Bescheid zuwissen. Der Bondmarkt lässt denAktienmarkt klein erscheinen. Deshalbist die Information essenziell, wannGeld aus den Bonds fließt und wann

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Geld in die Bonds fließt. DieBondmärkte und die Aktienmärkte stehenaußerdem in einer interessantenBeziehung zueinander. Manchmal gehensie in exakt gegensätzliche Richtungen,beispielsweise während einer Periodeder Neu-Allokation der Portfolios. Dasgeschieht, wenn große Fonds Aktienverkaufen und Bonds kaufen müssen, umdas Kapital, das in beide Bereicheinvestiert wird, wieder neu zu justieren.Während dieser Zeit führen neueHöchststände auf den Bondmärkten zuneuen Tiefständen auf denAktienmärkten, und dadurch werdenBonds zu einem interessantenLeitindikator. Der Pit-Kontrakt wird vonMontag bis Freitag von 8:20 bis 15:00

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Uhr gehandelt. Die elektronischeVersion wird bis 17:00 Uhr gehandeltund drei Stunden später wieder eröffnet.Gehandelt wird von Sonntag bisDonnerstag. Ich trade stets dieelektronische Version. DieKontraktmonate sind März (H), Juni(M), September (U) und Dezember (Z).Die Bonds bewegen sich in Schrittenvon 1/32 eines Punkts, so genannten»Ticks«, die 31,25 US-Dollar proKontrakt entsprechen. 32/32 Punkte, alsoein ganzer Punkt, entsprechen 1.000 US-Dollar pro Kontrakt. Trader solltencirca 2.000 US-Dollar auf dem Kontohaben, um einen Kontrakt handeln zukönnen. Die Kürzel bei TradeStation fürdie Kontrakte des Jahrs 2005: USH05,

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USM05, USU05 und USZ05. @US istdas Kürzel für den Endlos- Chart. DieKürzel bei eSignal für die Kontrakte von2005: AB H5, AB M5, AB U5 und ABZ5. AB #F ist das Kürzel für denEndlos-Chart.

TEN-YEAR NOTES (TY – pit, ZN– elektronisch) – ZehnjährigeSchuldverschreibungen werdenebenfalls an der CBOT gehandelt; inSachen Trading- Zeiten undKontraktmonaten gleichen sie den 30-jährigen Anleihen. Diese Notes bewegensich in 1/64-Punkt-Schritten, sogenannten Ticks – ein Tick ist 15,625US-Dollar wert. Hier benötigt derTrader etwas weniger als 2.000 US-Dollar, um einen Note-Kontrakt handeln

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zu können. Die Kürzel bei TradeStationfür die Kontrakte des Jahrs 2005:TYH05, TYM05, TYU05 und TYZ05.@TY ist das Kürzel für den Endlos-Chart. Die Kürzel bei eSignal für dieKontrakte von 2005: ZN H5, ZN M5, ZNU5 und ZN Z5. ZN #F ist das Kürzel fürden Endlos-Chart.

SOJABOHNEN (S) – MeineWertschätzung für die Getreidemärkterühren eigentlich von einem Unfall her.Ich besitze eine 1.000 Morgen Landumfassende Farm in Palisade, Nebraska– und aus diesem Grund habe ich damitangefangen, mich mit denGetreidemärkten auseinanderzusetzen.Ich mochte die Art, wie sie gehandeltwerden. Und als ich über die

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Spezifikationen des Kontrakts Bescheidwusste, wurde mir klar, dass sie denendes E-Mini S&P und des Mini-SizedDow sehr ähnlich waren. Sojabohnenwerden von Montag bis Freitag in derPit von 10:30 bis 14:15 Uhr gehandelt.Außerdem gibt es eine elektronischeSession von 8:31 bis 19:00 Uhr. DasSymbol hierfür ist ZS, aber ichbeobachte weder diese Session, nochtrade ich diesen Kontrakt. Das ist einerder wenigen Kontrakte, die ich in der Pittrade. Sojabohnen bewegen sich miteinem Schritt von einem Viertel-US-Cent, und jeder dieser Viertel-Cents ist12,50 US-Dollar wert. Ein ganzer Centist also 50 US-Dollar wert. Es ist wiebeim E-Mini S&P, wo eine Bewegung

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einen Viertelpunkt umfasst, der 12,50US-Dollar wert ist. Ein ganzer Punkt istauch hier 50 US-Dollar wert. Ein Moveum acht Cent bei Sojabohnen entsprichteinem Anstieg um acht Punkte beim ESoder einem 80-Punkte-Move beim YM –mit einem Wert von 400 US-Dollar. Umeinen Kontrakt kaufen zu können, mussder Trader über ein bisschen mehr als2.000 US-Dollar verfügen. Die Kürzelauf TradeStation und eSignalentsprechen denen des E-Mini S&P,außer, dass sie nun »S« statt »ES«verwenden. Sojabohnen werden imSeptember (U), November (X), Januar(F), März (H), Mai (K), Juli (N) undAugust (Q) gehandelt. Es gibt außerdemMini-Sojabohnen (YK); ich handle

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allerdings nicht mit diesem Kontrakt, daer mir zu illiquide ist. Der Markt derSojabohnen weist die größte Volatilitätder drei Getreidemärkte auf. DerKursbereich ist im Allgemeinen 1,5 Malso groß wie beim ES und beim YM.

MAIS (C) – Auf Mais trifft dasGleiche zu wie auf die Sojabohnen,außer, dass die Monate, in denengehandelt wird, Dezember, März, Mai,Juli und September sind. Es ist derruhigste der Getreidemärkte. Ein Moveum einen Cent entspricht 50 US-Dollar –genau wie bei den Sojabohnen. Umeinen Kontrakt kaufen zu können,benötigt ein Trader für gewöhnlichweniger als 1.000 US-Dollar. DieKürzel auf TradeStation und eSignal

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sind genau wie die des E-Mini S&P –statt ES nennt man sie hier aber C.Generell ist es ein sehr stabiler Markt,der schöne Trends aufweist; der täglicheKursbereich beträgt im Allgemeinen dieHälfte von ES und YM. Unter Traderngibt es folgendes Sprichwort: »WennSie beim Trading kein Geld verdienen,versuchen Sie’s mit dem Trading vonMais«.

WEIZEN – Hier funktioniert allesexakt so wie bei Mais, und auch hier istein Move um einen Cent 50 US-Dollarwert. Ein Kontrakt kostet in der Regelweniger als 1.000 US-Dollar. DieKürzel auf TradeStation und eSignalsind die gleichen wie beim E-Mini S&P,hier heißen sie aber W, und nicht ES.

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Die Volatilität dieses Markts liegt genauzwischen denen von Sojabohnen undMais. Es gibt noch weitere, kleinere US-Börsen, die ebenfalls mit Weizenhandeln – ich handle jedoch stets mitdem CBOT-Kontrakt. Bedenken Sie,dass alle Moves auf denGetreidemärkten in Achteln gewertetwerden. Ein Kurs von 3414 bedeutetalso 3,41 1/2 (3,41 und 4/8), und 3416bedeutet 3,41 3/4 (3,41 und 6/8).

EURO FX (EC) – Dieser Kontraktwird ebenso wie Futures des britischenPfunds, des japanischen Yen, derSchweizer Franken und andererWährungen an der CME gehandelt. Ichkonzentriere mich nur auf den Euro. Esist nicht genauso, als würde man den

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Euro in den Forex-Märkten handeln,über die ich als Nächstes sprechenmöchte. Außerdem möchte ich den Eurodiskutieren und die Euro-Futures mitdem Forex in einem späteren Kapitelvergleichen. Zum jetzigen Zeitpunkt aberist alles, was der Trader wissen muss,Folgendes: Es gibt eine Pit-TradedSession, die von 8:20 bis 15:00 Uhrdauert, und eine elektronische Session,die 24 Stunden dauert und nur von 17:00bis 18:00 Uhr unterbrochen wird. DerEuro FX bewegt sich in 1/100-Schritten(Ticks), und jeder Tick ist 12,50 US-Dollar wert. Der Euro FX wird imMärz, Juni, September und Dezembergehandelt. Hier die Kürzel beiTradeStation für die Kontrakte von

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2005: ECH05, ECM05, ECU05, ECZ05;@EC ist hier das Endlos-Chart. BeieSignal lauten die Kürzel wie folgt: 6EH5, 6E M5, 6E U5, 6E Z5; 6E #F isthier das Kürzel für den Endlos-Chart.Bitte beachten Sie, dass es bei eSignalnur einen Kurs für den in der Pitgetradeten Kontrakt gibt, während @ECbei TradeStation den Kurs derelektronischen Variante aufzeichnet.

ROHÖL (CL) – Öl hat sich zueinem zentralen Gegenstand hinsichtlichder Aktienkurse entwickelt, seit derÖlpreis pro Barrel die 40-US-Dollar-Marke überschritten hat und auchweiterhin steigt. Öl ist kein Markt fürAnfänger, es ist aber hilfreich, seineFunktionsweise aus der Perspektive des

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Traders zu kennen. Der Kontrakt wird ander Nymex (New York MercantileExchange) gehandelt. Der Ölmarktbewegt sich in Ein-Cent-Schritten. EinSchritt von einem Cent entspricht zehnUS-Dollar pro Kontrakt, eine Bewegungdes Ölpreises um einen ganzen US-Dollar entspricht also 1.000 US-Dollar.Die Pit wird um 10:00 Uhr eröffnet undschließt um 14:30 Uhr. Dernachbörsliche Handel startet dann um15:15 Uhr und dauert bis 09:30 Uhrmorgens. Es gibt Kontrakte für jedeneinzelnen Monat sowie über Jahreverteilt.

MINI-ROHÖL (QM) – Der Mini-Rohöl-Kontrakt funktioniert genauso wieder große. Der einzige Unterschied

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besteht darin, dass der Ein-Cent-Movefünf US-Dollar pro Kontrakt wert ist,und eine Bewegung um einen ganzen US-Dollar somit 500 US-Dollar proKontrakt entspricht. Rufen Sie sich beimÖl stets ins Gedächtnis, dass dieKontrakte hier sehr schnell auslaufen –ein September-Kontrakt läuft schon imAugust ab.

VERSCHIEDENE SINGLE-STOCK-FUTURES – Über diesewerden wir ausgiebig im Kapitel überdie Propulsion Plays sprechen. EinKontrakt entspricht 100 Anteilen aneiner Aktie – eine Bewegung von einemPunkt eines Kontrakts entspricht 100 US-Dollar im P&L eines Traders.

Das waren also die grundlegenden

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Informationen für einen Trader dieserFuture-Kontrakte. Es ist zu beachten,wie sich all diese Kontrakte bei einerKursbewegung in Bezug auf dasRisikomanagement verhalten, das derTrader in seinem Plan anwendet. LassenSie uns einen Blick auf ein Stopp-Loss-Beispiel beim NQ werfen.

Abbildung 4.6 zeigt einen Verlustvon zwölf Punkten im NQ, also einenVerlust von 240 US-Dollar proKontrakt. Wenn ein Trader plant, einenmonetären Stopp von etwa 240 US-Dollar bei jedem Trade auf jedem Marktzu verwenden, dann ist es hilfreich, einReferenzblatt zu erstellen, wie dieseTaktik auf den einzelnen Märktenangewendet wird. Auf diese Weise ist

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der Trader weniger gefährdet, einenPricing-Fehler zu machen, wenn esdarum geht, passende Stopp-Losses aufverschiedenen Future-Märkten zu finden.Auf unserem Chart sehen wir, dass einZwölf-Punkte-Stopp beim Nasdaq einem4,75-Punkte-Stopp bei den S&Psentspricht, was wiederum einem 48-Punkte-Stopp beim YM entspricht, waswiederum einem 2,40-Punkte-Stoppbeim Russell entspricht, was wiederumeinem Acht-Tick-Stopp beim Rohöl undeinem 48-Cent-Stopp im Mini-Rohöl,einem 2,40-Stopp bei Gold, einem 7,20-Stopp bei Mini-Gold und schließlicheinem 4,75-Cent-Stopp bei denGetreidemärkten entspricht.

Das war doch nicht so schwer, oder?

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Lassen Sie uns jetzt einen kurzen Blickauf die Forex-Märkte werfen.

Forex für AnfängerDer folgende Abschnitt richtet sich anTrader, die wenig oder gar nichts überdie Forex-Märkte wissen. ErfahrenereHändler dürfen diesen also gernüberspringen, obwohl der Teil »Wieman sein eigenes Leben in den Forex-Märkten schützt« auch für sie interessantsein könnte. Dieser Abschnitt warursprünglich sehr lang – wie jeder, dermit »Es war einmal« beginnt. Einbefreundeter Trader, Todd Gordon, hatmir dabei geholfen, ihn auf dasWesentliche zu beschränken.

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Der Foreign Exchange Market, auch»Forex« oder »FX« genannt, ist dergrößte Finanzmarkt der Welt. Täglichwird hier im Durchschnitt eine BillionUSD umgesetzt – 30-mal so viel wie aufallen amerikanischen Aktienmärkteninsgesamt. »Foreign Exchange« bedeutetschlicht und einfach, eine Währung zukaufen und gleichzeitig eine andereWährung zu verkaufen. Währungenwerden in Paaren gehandelt,beispielsweise Euro/US-Dollar(EUR/USD) oder japanische Yen/US-Dollar (JPY/USD). Die Währungen mitder höchsten Liquidität nennt man»Majors«; sie sind Ursache für mehr als85 Prozent des Umsatzes auf diesemMarkt. Die Majors bestehen aus den

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folgenden Währungen:

USD – US-DollarJPY – japanischer YenEUR – EuroGBP – britisches PfundCHF – Schweizer FrankenCAD – kanadischer DollarAUD – australischer Dollar

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Abbildung 4.6

Jeden Tag beginnt der Forex-Handel inSydney und wandert dann um denErdball, während der Geschäftstag injedem Finanzzentrum beginnt. Erst

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Tokio, dann London und schließlichNew York. Hier handelt es sich also umeinen wirklichen 24-Stunden-Markt, unddie Investoren können sofort aufWährungsschwankungen, beispielsweiseverursacht durch wirtschaftliche, sozialeoder politische Ereignisse, reagieren –Tag und Nacht.

An den Forex-Märkten schätze ich,dass der 24-Stunden-Handelstag vierMarkteröffnungen umfasst, die alle diegleiche Volatilität und Liquidität bietenwie eine einmalige Markteröffnung beiAktien um 09:30 Uhr EST. Zuerst öffnetder japanische Markt um 20:00 UhrEST, dann die Euro-Zone um 00:00 UhrEST, es folgt London um 3:00 Uhr ESTund schließlich New York um 08:30 Uhr

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EST. Obwohl ich mich für gewöhnlichan den Öffnungszeiten in New York undmanchmal an Japan orientiere, kenne ichdoch viele Trader, die an allenEröffnungszeitpunkten handeln und ihreArbeitspläne dementsprechendanpassen, was für manche Leute auchschon einmal seltsame Arbeitszeitenbedeuten kann. Da es also vier möglicheEinstiegspunkte gibt, passt dieser Marktin nahezu jeden Trader-Zeitplan.

Die FX-Märkte sind außerdem dietiefsten und teilnehmerstärksten Märkteder Welt. Der tägliche Umsatz liegt oftbei 1,2 Billionen US-Dollar – das 16-fache Volumen von Nasdaq und NYSEzusammengerechnet! (siehe Abbildung4.7)

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Die Forex-Märkte sind die wohl»technischsten« Märkte der Welt, wasbedeutet, dass sie gut auf den größtenTeil der technischen Analyse reagieren.Es ist nicht ungewöhnlich, einen 300-Pip-Ausbruch zu erleben, der dannanhält, die Richtung ändert und bei fünfPips landet. Ein Pip ist im Forex das,was in den Future-Märkten ein Punkt ist.

Auf dem Forex-Markt muss sich derTrader auch keine Sorgen überKontraktverlängerungen (Rollovers)machen. Es ist möglich, ein paarKontrakte (EUR/USD, GBP/USD,AUD/USD) zu kaufen, einen Stopp zusetzen und sich monatelang nicht mehrdarum zu kümmern. FX-Händler führenIhre Position von Tag zu Tag fort, um ein

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»Event of Delivery« zu verhindern.Zusätzlich bieten die meisten FX-

Händler eine »Negative BalanceProtection Guarantee« an, diesicherstellt, dass Ihr Konto niemals innegative Werte gerät dies kann auf denAktien- und den Futures-Märkten leichtgeschehen. Es gibt einen interessantenWeg, sich das zu Nutze zu machen: Maneröffnet bei verschiedenen AnbieternFX-Konten und platziert dort jeweilseinen kleinen Teil des Gesamtkapitals.Es ist möglich, mit einem Konto long ineiner Währung einzusteigen, mit einemanderen Konto in derselben Währungshort zu gehen und beide Konten einfacharbeiten zu lassen, ohne Stopps oderKursziele. Während diese beiden

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Positionen arbeiten, werden sie sichgegenrechnen – ein perfekter Schutz, ein»Hedge« also. Wenn die Währung eineandauernde Bewegung zeigt, so wirdeins der beiden Konten glattgestellt,sobald der Kontostand bei null ist. Andiesem Punkt befindet sich der Traderimmer noch in der Gewinnzone, da dieVerluste auf dem einen Konto von denGewinnen auf dem anderen Kontoaufgefangen werden. Wenn die Währungnun also den Trend fortsetzt, profitiertder Trader davon, schon im »Move« zusein.

Ich persönlich wende eine solcheTaktik nicht an, kenne aber einigeTrader, die auf diese Weise aus 20.000US-Dollar stolze 400.000 US-Dollar

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gemacht haben. Das Geheimnis ist, dasssie in Positionen einsteigen und diesedann buchstäblich ein halbes Jahr lang»vergessen«. Die Währung muss nureinen Trend in die eine oder die andereRichtung zeigen.

Das setzt natürlich ein QuäntchenGlück voraus, und ich würde dieseStrategie nicht unbedingt als »sichereAltervorsorge« bezeichnen. DerHauptgrund für mich, Forex-Märkte zuhandeln, ist, dass sie bessere Trends anden Tag legen als jeder andere Markt.Wenn ein Markt erst einmal begonnenhat, so kann der Trend Wochen oderMonate, mehr oder minder stark,weitergehen. Anders als beimAktienmarkt, entstehen auf den Forex-

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Märkten andauernd Trends.Aktienhändler sprechen davon, diegroßen Moves in der Dotcom-Zeitverpasst zu haben. Heute ereignen sichdiese Dotcom-Moves auf den Forex-Märkten.

Der größte »Mangel«, der imZusammenhang mit dem Forex ins Feldgeführt wird, ist, dass die FX-Händlerstets die andere Seite des Tradeseinnehmen. Normalerweise höre ich soetwas von Leuten, die ihr Kontoüberzogen und ihr ganzes Geld verlorenhaben. Das ist auf jedem Markt der Fall– es gibt immer jemanden, der dieandere Seite des Trades einnimmt.Meiner Erfahrung nach sind es auf denForex-Märkten die High-Frequency-

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Day-Trader, die nicht durchhalten. Aufder anderen Seite ergeht es denHändlern, die die gleiche Positionbelegen und diese für ein paar Tage,Wochen oder gar länger halten, sehr oftbesser. Wie in jedem anderen Trade,können die Market-Maker eine Positionkurzfristig beinflussen – langfristiggesehen haben sie aber keine Chance.Als George Soros short im britischenPfund war und dann erfuhr, dass diebritische Regierung weitere 20Milliarden US-Dollar zur Stabilisierungder Währung bereitstellen werde,schüttelte er den Kopf und sagte: »Daswird ihnen vielleicht 30 Minuten langhelfen. Und was machen sie dann?« Erverdiente an diesem Trade mehr als eine

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Milliarde US-Dollar.

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Abbildung 4.7

WIE DIE BEWEGUNGEN

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GEMESSEN WERDEN

Der Forex-Handel ist, wie alles Neue,verwirrend, aber letzlich einfach. Wennder Kurs für EUR/USD bei 1,23 notiert,bedeutet dies, dass ein Euro 1,23 US-Dollar entspricht. Ein Wert von 109,50bei USD/JPY bedeutet, dass ein US-Dollar 109,50 japanischen Yenentspricht (siehe Abbildung 4.8).

Die Forex-Märkte bewegen sich inPips. Zur Erinnerung: Ein Pip(Price Interest Point) ist diekleinste Kurseinheit derWährungen.EUR/USD bewegt sich von 1,2300auf 1,2301 = eine Steigerung um einPip.

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USD/JPY bewegt sich von 108,01auf 108,09 = eine Steigerung umacht Pips.GBP/USD bewegt sich von 1,8302auf 1,8311 = eine Steigerung umneun Pips.EUR/USD bewegt sich von 1,2300auf 1,2401 = eine Steigerung um101 Pips.

Eine Bewegung der Währung umein Prozent entspricht also 100Pips.

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Abbildung 4.8

Wie die Pip-Werteberechnet werdenZuerst einmal werfen wir einen Blickauf die komplizierte Berechnungsweisevon Pips

(ein Pip inklusiveDezimalstelle/aktueller

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Wechselkurs) x (fiktive Menge):Bei EUR/USD gestaltet sich dieswie folgt:(0,0001/1,2935) x (100.000 Euro)= 7,73096 EuroWir wollen die Werte des Pipsaber in US-Dollar und nicht in Euroangezeigt bekommen. Also gehenwir noch einen Schritt weiter:7,73096 x aktueller Wechselkurs(1,2930) = 10,00 US-Dollar proPip.

Die Essenz dieser Formeln ist: JederForex-Kontrakt, der in US-Dollargemessen wird, besitzt einen Wert vonzehn US-Dollar pro Pip oder 1.000 US-Dollar für jeden Move um einen ganzen

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Cent (also 100 Pips). Der Eurobeispielsweise bewegt sich in einemBereich von 80 bis 150 Pips pro Tag.Unsere Kalkulation von zehn US-Dollarpro Pip enthält den Euro (EUR/USD),das britische Pfund (GBP/USD) usw. –also die Kontrakte, die von den meistenTradern gehandelt werden. Es wird erstdann schwieriger, wenn das nicht mehrder Fall ist. Ein Beispiel: Am

29. März 2005 hatten der KontraktUSD/JPY und alle weiteren auf Yenlautenden Kontrakte einen Wert von 9,35US-Dollar pro Pip. Am selben Tagbesaß jeder auf CHF lautende Kontrakteinen Wert von 8,29 US-Dollar pro Pip.EUR/GBP hatte einen Wert von 18,70US-Dollar pro Pip und so weiter. Das

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alles basierte natürlich auf denverschiedenen Wechselkursen. Undwieder scheinen sich die Trader auf jeneKontrakte zu konzentrieren, die auf USDlauten, so dass der Wert von zehn US-Dollar pro Pip zu einer allgegenwärtigenZahl im Forex geworden ist. Es gibtaußerdem eine Mini-Version dieserKontrakte, bei denen jeder Pip einenUS-Dollar wert ist.

Was geschieht bei denWährungen, wenn sich derKurs verändert?Wenn eine Quote für USD/JPY bei108,00 steht, so bedeutet das, dass einUS-Dollar nötig ist, um 108 japanische

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Yen zu kaufen. Wenn sich der Kurs auf109,00 verändert, bedeutet dies, dassder Yen gegenüber dem US-Dollarschwächer geworden ist, weil nun ebenmehr Yen nötig sind, um diesen einenUS-Dollar zu bekommen. WennEUR/USD bei 1,20 gehandelt wird, sobedeutet das, dass man mit einem Euro1,23 US-Dollar kaufen kann. Ein Moveauf 1,22 ergibt in der Folge, dass derEuro gegenüber dem US-Dollar anStärke gewonnen hat, da nun mehr US-Dollar erforderlich sind, um dieseneinen Euro zu bekommen.

WIE SIE IHR LEBEN AUFDEN FOREX-MÄRKTEN

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SCHÜTZEN

Es gibt viele Trade-Setups im Forex-Handel, die in kleineren Zeitfensternfunktionieren. Auf sie werde ich späterim Buch zurückkommen. Dennoch liegtdie Faszination der Forex-Märkte in derFähigkeit des Traders, an Ereignissender Welt in verschiedenenGrößenordnungen teilzunehmen undwirklich »sein Leben zu schützen«.

Ein Beispiel: Meine Frau und ichmachten vom 18. Dezember 2003 biszum 14. Januar 2004 Urlaub in Spanien,Frankreich und Italien. (Ja, zu dieserZeit ist es kälter, aber es gab sonst keineFlüge.) Die Flugpreise außer Achtlassend, habe ich eine Kostenschätzung

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in Euro durchgeführt. Am 30. September2003, dem Tag, an dem wir unsere Reisebuchten, lag der Wechselkurs bei1,1675. Basierend auf diesem Kurs,schätzte ich, dass uns der Trip 15.000US-Dollar kosten werde. Diese Kostenwürden geringer, wenn der Euro fällt,und größer werden, wenn der Eurosteigt. Ich habe dazu einen Charthochgeladen (siehe Abbildung 4.9).

Auf diesem Chart zeigt Punkt 2, wosich der Markt an unserem Buchungstagbefand. Punkt 1 zeigt das Allzeithochvon 1,1932, das am 27. Mai 2003erreicht wurde. Bei unserer Reise wollteich also, dass der Euro falle, damit auchunsere Kosten geringer würden. Abernur weil mir das so gefallen hätte, heißt

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das natürlich nicht, dass der Eurowirklich fallen würde. Als erschließlich zum Höhenflug ansetzte,konnte unsere Reise erheblich teurer füruns werden. Da ein regulärer Kontraktfür 100.000 US-Dollar steht, war er vielzu groß, um ihn als »Schutz« zuverwenden. Die Minis haben einVolumen von 10.000 US-Dollar – daserschien mir als die bessere Variante,und ich begab mich in diese Position.

Nachdem ich den Chart an diesemTag genau betrachtet hatte, entschied ichmich, eine Stopp-Order für zwei Mini-EUR/USD-Kontrakte bei 1,1933 zuplatzieren, also einen Pip über denRekordständen. Diese Buy-Stopp-Orderbedeutet, dass ich nur auf den Markt

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einsteigen werde, wenn er sich nachoben entwickelt und die Marke von1,1933 überschreitet. Anstatt also beieiner Short-Position ausgestoppt zuwerden, würde ich in eine Long-Position»hineingestoppt«, da ich momentan flatwar.

Ich entschied mich für dieses höhereLevel und nicht für einen mittlerenKurswert für den Fall, dass der Euro einRoll-over zeigen und wieder fallenwürde. Würde er von dem Tag an fallen,an dem wir unsere Tickets gebuchthatten, wäre das ein Plus für uns, daunsere Reise mit jedem Abstieg billigerwerden würde. Falls der Euro aber zuneuen Höhenflügen ansetzte, konnte daseine Rallye hervorrufen und unseren

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Reisepreis erheblich steigern. Ein Mini-Kontrakt hat ein Volumen von 10.000US-Dollar, also schützte ich im Prinzip20.000 US-Dollar in US-Währung mitzwei Mini-Kontrakten. Da ich dieKosten der Reise völlig unterschätzte,funktionierte diese Taktik wirklich gut.

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Abbildung 4.9

Am 18. November, also fast zweiMonate später, wurde mein Buy-Stoppbei Punkt 3 erreicht. Zu dem Zeitpunkt,als wir bei Punkt 4 bereits unsere Reiseangetreten hatten, war der Euro seitmeinem Einstieg um mehr als 500 Pips

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gestiegen. Zu dem Zeitpunkt, als wirwieder nach Hause zurückkamen (beiPunkt 5), stieg ich bei 1,2665 – eineSteigerung um 732 Pips – aus derPosition aus. Die Mini-Kontrakte warfeneinen Gewinn von 1.464 US-Dollar ab,und das reichte, um die zusätzlichenKosten durch den höheren Wechselkurszu kompensieren. Hätte der Euro meinenBuy-Stopp erreicht und wäre dann auf1,10 zurückgefallen, hätte ich bei diesemTrade Geld verloren – das wäre aberwiederum von dem während der Reisedurch den höheren Wechselkursgesparten Geld aufgefangen worden.Hätte ich dies als »normalen« Trade mitfünf regulären Kontrakten durchgeführt,hätte dieser Move um 732 Pips 36.600

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US-Dollar bedeutet.Es gibt noch viele andere Wege, wie

man hier »sein Leben schützen« kann.Für jene, die denken, dass der Wert desUS-Dollars gegenüber der anderenWährung von Weltbedeutung weiterhinabnehmen wird, gibt es die Möglichkeit,seine Ersparnisse durch eine langfristigeAnlage in EUR/USD zu schützen. Wennjemand 24.000 US-Dollar angespart hat,kann er zwei reguläre Kontrakte und vierMini-Kontrakte kaufen – ein perfekterSchutz.

ALLES, WAS FOREX-TRADER WISSEN MÜSSEN

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Die wohl am meisten verbreitete Frageunter Tradern ist folgende: »Wie vielGeld brauche ich, um einen Kontraktkaufen zu können, und was geschieht,nachdem ich ihn gekauft habe?« Bei derForex kann die Antwort darauf vonBroker zu Broker verschieden sein.Generell gilt aber, dass etwa 1.000 US-Dollar nötig sind, um einen Kontrakt zukaufen, und etwa 100 US-Dollar, umeinen Mini-Kontrakt zu erwerben. Dashängt von dem Hebel ab, den der Brokeranbietet. Hier ein typisches Szenario:Ein Trader eröffnet ein kleines Kontomit 500 US-Dollar und bekommt einenHebel von 200 zu eins. Der Trader kauftnun also zwei Mini- EUR/USD-Kontrakte – das kostet ihn 130 US-

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Dollar. Auf seinem Konto verfügt er nunalso noch über ein Kapital von 371 US-Dollar, nachdem der Einschub von 129US-Dollar abgezogen wurde. Imschlimmsten Fall (und so etwas kommtvor!) läuft der Trade komplett schief.Der Trade fällt um 185 Pips (dasvernichtet die restlichen 371 US-Dollarauf dem Konto), bevor die Positiondurch den Händler glattgestellt wird –sofern es keine Balance Protection gibt.Die 130 US-Dollar, die dafür verwendetwurden, in diese Position einzusteigen,kommen wieder auf das Konto zurück –und drücken damit den Kontostand von500 auf 130. Wenn der Tradefunktioniert, er bei beiden Kontrakten um55 Pips zulegt und dann verkauft wird,

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fließt ein Gewinn von 110 US-Dollarauf das Konto – zusätzlich zurursprünglichen Marge. Die Bilanz weistnun ein Plus von 610 US-Dollarabzüglich der Transaktionskosten auf.Wenn der Trader in diesem Szenario diegroßen Kontrakte verwendet, bleibt imPrinzip alles gleich, nur die Beträgemüssen mit zehn multipliziert werden.

Wie viel kostet das alles anTransaktionsgebühren? Nun, der Spreadbeträgt bei den meisten Forex-Dealernnormalerweise drei Pips bei EUR/USD– das berappt der Trader anstelle vonKommissionszahlungen. Es bleibt abereine Gebühr für Transaktionen – jeder,der dies »kommissionsfrei« nennt, solltedafür aufgehängt werden. Bei den Minis

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macht das also drei US-Dollar proTrade, bei den großen Kontrakten 30US-Dollar. Die Spreads werden immerkleiner und die Gebühren niedrigerwerden. Hier gibt es kaum einenUnterschied zum Handel mit dem ES. Indiesem Fall beläuft sich der Spread auf12,50 US-Dollar. Legen Sie noch achtUS-Dollar Bearbeitungsgebühr drauf,und wir reden über eine Gesamtgebührvon 20,50 US-Dollar. Ein Trader sollteden Spread stets zu seinenTransaktionskosten hinzuaddieren.

Ich verbringe die meiste Zeit damit,die im Folgenden genannten achtWährungspaare zu beobachten. In denKlammern stehen die gängigenSpitznamen der jeweiligen Kontrakte,

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dahinter die Kürzel bei TradeStation undeSignal:

1. EUR/USD (Euro) TS: EURUSDeSignal: EUR A0-FX

2. GBP/USD (Cable) TS: GBPUSDeSignal: GBP A0-FX

3. AUD/USD (Aussie) TS: AUDUSDeSignal: AUD A0-FX

4. USD/JPY (Dollar Yen) TS:USDJPY eSignal: JPY A0-FX

5. USD/CHF (Swissy) TS: USDCHFeSignal: CHF A0-FX

6. USD/CAD (Loonie – als Referenzzur kanadischen Dollar-Münze) TS:USDCAD eSignal: CAD A0-FX

7. EUR/GBP (Euro Sterling) TS:EURGBP eSignal: EURGBP A0-FX

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8. EUR/JPY (Euro Yen) TS: EURJPYeSignal: EURJPY A0-FX

Obwohl es sehr viele andere, wenigerwichtige Währungspaare gibt, werdenIhnen diese acht ausreichendGelegenheiten für eine Trade bieten –und alle diese Paare tendieren dazu, sichgemeinsam zu bewegen. Es ist wichtig,einen Chart des Dollar Composite Indexzu haben ($DXY bei TradeStation,$DXC bei eSignal). Generell gilt: Wennder Dollar-Index steigt, steigen auchUSD/JPY, USD/CHF und USD/CAD.Dieser Vorgang wird EUR/USD,GBP/USD und AUD/USD nach untendrücken. Wenn die Finanzsendererwähnen, dass »Warren Buffett short

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beim Dollar ist«, so bedeutet dies, dasser in Wirklichkeit long bei EUR/USD,GBP/USD und/oder AUS/USD sowieshort bei USD/CHF, USD/JPY und/ oderUSD/CAD ist. Wenn der Dollar fällt,werden die ersten drei Währungspaaresich entgegengesetzt verhalten undsteigen, und die restlichen drei Paarewerden dem Dollar nach unten folgen.Es gibt keine klare »Dollar-Währung«,um long oder short zu gehen. AlleWährungen werden stets paarweisegegeneinander gehandelt. Für weitereInformationen zu den Forex-Märkten undwie sie zusammenarbeiten empfehle ichIhnen, sich aufwww.tradethemarkets.com undwww.razorforex.com umzuschauen.

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Nun, da wir wissen, wie all dieseMärkte und ihre Trading-Möglichkeitenfunktionieren, lassen Sie uns loslegenund uns anschauen, worauf ich als Erstesachte, wenn die Eröffnungsglocke derMarktsession erklingt.

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5. KAPITEL

Der Aktienmarktist eröffnet –siebenGrundregeln fürbreitgefächertenIntraday-

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Handel

Wenn du nicht in denTigerkäfig steigst, kannst duauch kein Pfadfinder werden.

– Japanisches Sprichwort -

MUSIKER KÖNNENNOTEN LESEN – TRADERMÜSSEN DIE MÄRKTELESEN KÖNNEN

Für jeden, egal ob er individuelle Aktien

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handelt oder ETFs (Exchange TradedFunds), QQQQ (Nasdaq 100 Trust),DIA (Dow Diamonds Trust) oder SPY(Standard & Poor’s Depositary Receiptsfür den S&P 500) oder Stock-Index-Futures auf Intraday-Basis, könnte dasnun folgende Kapitel das wichtigste desganzen Buchs sein. Ohne dieses Kapitelzu verstehen und diese Instrumentedennoch auf Intraday-Basis zu handelnwäre so, als würden Sie sich, ohneschwimmen zu können, für die 100-Meter-Rücken-Strecke qualifizierenwollen. Obwohl ich fast alles im Swing-Trade-Modus abwickelte, ist doch eingroßer prozentualer Anteil meinesIntraday-Tradings an Instrumentegebunden, welche die Bewegungen der

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Aktienindizes anzeigen. Das hat einenguten Grund: Es gibt tonnenweiseInformationen darüber, was jeden Taghinter den Kulissen der Aktienmärktepassiert. Wer weiß, wie diese Zahlen zulesen und zu interpretieren sind, wirdsich wesentlich besser fühlen, wenn derDruck der Märkte auf der Kauf- oderVerkaufsseite liegt. Der kann dannpassende Entscheidungen treffen. Es gibtgenügend Trader da draußen, die nureine vage Idee davon haben, wie siediese Informationen zu interpretierenhaben. Noch größer ist die Gruppe derNewcomer, die erst gar nichts von derExistenz solcher Daten wissen. DieseSituation bietet also einen großen Poolan Geld, das man nur an sich nehmen

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muss – und dieses Wissen bringt denTrader weiter in Richtung Erfolg.

Es gibt einen weiteren wichtigenGrund, warum es wichtig ist, überdieses Material Bescheid zu wissen:Jeder einzelne Trading-Tag bietet Setupsfür die Long Side und auch für die ShortSide. Wer diese Interna zu interpretierenweiß, wird folgende Informationenerhalten:

An welchen Tagen sind alle Short-Setups zu ignorieren?An welchen Tagen sind alle Long-Setups zu ignorieren?An welchen Tagen muss man sichauf Setups konzentrieren, die aufwackeligen Märkten funktionieren?An welchen Tagen muss man sich

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auf Setups konzentrieren, die aufTrendmärkten funktionieren?

Dieses Wissen ist essenziell und hateinen großen Einfluss darauf, ob derTrader einen guten oder einen schlechtenTag hat oder ob nach einigen Wochenoder Monaten eine Trending EquityCurve entsteht oder etwas – na ja –weniger Erfreuliches. Fangen wir an.

TICKS – SIE KÖNNENDAVONLAUFEN, ABER SIEKÖNNEN SICH NICHTVERSTECKEN

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Die Ticks der NYSE (TradeStation-Symbol: $TICK) fassen die Anzahl derAktien der NYSE zusammen, deren Kurszulegt, und stellen ihnen jene Aktien, dieim Vergleich zur jüngsten Quoteverloren haben, entgegen. Oft handelt essich hier nicht um reines Kaufen undVerkaufen, da ein Uptick nur anzeigt,dass die Nachfrage (»Ask«)angeschlagen hat, während ein Downticknur zeigt, dass das Angebot (»Bid«)reagiert. Diese Information ist in etwaso, als würde man erfahren, dass BritneySpears schwanger ist – weninteressiert’s? Ich habe Trader gesehen,die wie gebannt auf die Ticks starrenund wie hypnotisiert sind von einemMove von minus 300 auf plus 200 Ticks

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und dann auch noch meinen, dass das gutsei für die Märkte. In Wirklichkeit ist soein Move überhaupt nicht gut – er istbedeutungslos und die Informationdadurch nutzlos. Das bringt mich zurersten Grundregel, die ich stets befolge,wenn ich einen Blick auf die Tickswerfe:

Jede Tickbewegung, die unter plus400 oder über minus 400 liegt, ist nurRauschen und sollte ignoriert werden.

Ich schenke den Ticks meineAufmerksamkeit, wenn sie über plus 600oder unter minus 600 liegen. So eineSituation sagt mir, dass die Märkte baldvon andauernden Käufen und Verkäufenbetroffen sein werden. Das veranlasst

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mich noch nicht, irgendwelcheMaßnahmen zu ergreifen – aber ich binwachsam. Wenn die Ticks sichfortsetzen und plus 800 oder minus 800erreichen, werde ich aktiv, denn nur einandauerndes Programm von Käufen oderVerkäufen kann solche Wertehervorrufen. Und das bringt mich schonzur nächsten Grundregel bei den Ticksim Tagesgeschäft:

Wenn ich auf Intraday-Basis longbin, mein Stopp noch nicht erreichtwurde und die Märkte minus 800produzieren, steige ich aus meinerPosition und dem Markt aus.Umgekehrt: Wenn ich short bin, dieMärkte plus 800 generieren und meinStopp nicht erreicht wurde, steige ich

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ebenfalls aus.

Derart hohe Werte sagen dem Trader imIntraday-Handel klar und deutlich, ob sierichtig oder falsch liegen – je nachPosition. Wenn ich short bin und mir derMarkt durch einen Wert von plus 800sagt, dass ich falsch liege, folge ichdiesem Wink mit dem Zaunpfahl undsteige aus. Diese Taktik erhöhtaußerdem das Risiko-Ertrag-Verhältnisdes Traders, da es oft möglich ist, schonfrüh aus Trades auszusteigen, aus denenman ansonsten ausgestoppt wordenwäre.

Bevor ich weitermache, möchte icheines klarstellen: Ich steige niemals auseinem Trade aus, nur weil ich meine,

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dass ich falsch liege. Ich habe über alldie Jahre auf die harte Tour gelernt, dassman zu seinen eigenen Parametern stehenmuss – zumindest solange man keinspezielles, messbares Ereignis entdeckthat, das Alarm schlägt und einem einenfrüheren Ausstieg geradezu aufzwingt.Werte von plus 800 oder minus 800 sindsolche Alarmsignale. MeineEntscheidung, schon früher aus einemTrade auszusteigen, hat nichts mitBauchgefühl oder Interpretation zu tun –ich habe bereits in Kapitel 2geschrieben, wie unzuverlässig diemenschliche Natur in solchenSituationen ist. Glücklicherweise gibt esbei Werten von plus 800 und minus 800keinen Ausweg: Entweder erreichen die

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Märkte einen solchen Level, oder sieerreichen ihn nicht. Hier sind keinerleiEmotionen im Spiel.

Ich hebe diesen Punkt hervor, weilich die Möglichkeit hatte, neben vielenTradern zu sitzen, die mich in meinemBüro besucht haben. Wir handelnnebeneinander, Seite an Seite, eineWoche lang. Die ersten beiden Tageläuft alles einfach und locker. Ich machemeine Trades, sie machen ihre. Allesscheint locker und entspannt zu sein. Ichhabe aber einen guten Grund, dies inmeinem Büro zu veranstalten: Ich kannwesentlich mehr über den Menschenneben mir lernen, dem ich einen Taglang bei seinen Trades zusehe, wennsein eigenes Geld involviert ist.

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Außerdem kann ich durch normaleKonversation während der fünf Tage dieLeute noch besser beobachten undkennen lernen. In einer Unterhaltungzeigt sich jeder immer von seiner bestenSeite – in dem Image, das er für dasrichtige hält, oder so, wie er eben meint,dass er sein sollte. Wenn aber seineigenes Geld im Spiel ist, hält diesFassade gefühlte zwölf Minuten – dannkommt die Persönlichkeit zumVorschein. Manchmal ist das keineschöne Angelegenheit.

Ich arbeite mit so vielen Tradernzusammen, dass ich schon oft gesehenhabe, warum es die meisten in diesemBusiness nie schaffen werden. AmSchluss scheitern die meisten Trader am

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Management ihrer Ausstiege. Das istohne Zweifel das, was die meistenTrader davon abhält, mit Handeln ihrGeld zu verdienen. Einfach gesagt: VieleTrader verfahren mit ihren Ausstiegennach Gefühl. Noch schlimmer: Wenn siean einem Tag verlieren, werden sie ihreTrades in Zukunft anders managen und esnicht einmal bemerken. Um diesen Punktzu verdeutlichen: Es geschieht oft, dassich einen Trade machen möchte, und dieanderen um mich herum steigen mit ein.Wir steigen also zum selben Zeitpunkt indenselben Trade ein, und eine halbeStunde später sehe ich, wie die anderendie Hälfte ihrer Position verkaufen.Natürlich bin ich überrascht darüber, dasie doch vorher gesagt hatten: »JC, bei

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dem Trade bin ich mit dabei.« Die nunfolgende Konversation könnte dann inetwa so lauten. denselben Trade ein, undeine halbe Stunde später sehe ich, wiedie anderen die Hälfte ihrer Positionverkaufen. Natürlich bin ich überraschtdarüber, da sie doch vorher gesagthatten: »JC, bei dem Trade bin ich mitdabei.« Die nun folgende Konversationkönnte dann in etwa so lauten.

ICH: Steve, ich dachte, du würdest mirbei diesem Trade folgen. Hast dugerade etwas von deiner Positionverkauft?

STEVE: Äh, öh, nun, nein, ich …ICH: Ich habe die Orderplattform »Sell«

sagen hören.

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STEVE: Ach so, das … ja, äh, ichverkaufe ein paar, um Gewinneverbuchen zu können …

ICH: Warum?STEVE: Hast du nicht mal gesagt, es sei

eine gute Idee, aus einer Position auchwieder auszusteigen, wenn sie in dierichtige Richtung geht?

ICH: Ja, aber das gilt nur, wenn du einespezifische Ausstiegsstrategie parathast. Du kannst doch nicht nachGutdünken aus einem Tradeaussteigen. Warum hast du also jetztverkauft?

STEVE: Äh … die Ticks gingen nachoben, und ich wollte diese Stärkeunterstützen.

ICH: Die Ticks liegen momentan bei

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plus 300.STEVE: Sie waren aber vorher bei plus

284.

So geht das eine Weile weiter. Ich lassediese Trader dann versuchen, michdavon zu überzeugen, dass sie richtighandeln – mein Ziel ist es aber, sie dazuzu bringen, dass sie sich eingestehen,was sie da gerade tun – sie verkaufen,weil sie nervös sind oder Angst habenoder was auch immer –, und dass esdieser Einfluss der Emotionen war, dersie zu diesem Schritt bewegte. Andersausgedrückt: Es gab eigentlich überhauptkeine Veranlassung, so zu handeln.

Trading ist für viele Leute eine sehrprivate Angelegenheit – die Freunde und

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Lebenspartner werden aus denemotionalen Achterbahnfahrtenherausgehalten, die der Trader jedenTag erlebt und erleidet. Einen Traderdazu zu bringen, sein Innerstes nachaußen zu kehren, ist wohl genausoschwierig, wie eine Walnuss mit bloßenHänden zu öffnen. Es ist eineHerausforderung, denn die meistenTrader sind wahre Meister derVerschleierung ihrer Gefühle. DieAußenwelt wird nicht erfahren, ob derTrade mit 25.000 US-Dollar im Plusoder im Minus ist. Ich kenne dieseSituation aus eigener Erfahrung nur zugut. »Bewaffnet« mit diesem Wissenspiele ich die Freundlichkeitskarte undbringe die Trader schließlich meistens

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dazu, eine Beichte abzulegen. Ich werdenicht unfreundlich oder bevormundend.Ich erzähle ihnen, dass niemandseine/ihre Probleme im Trading besserverstehen kann als ein anderer Trader.Sprechen Sie jetzt – oder mögen Sie fürimmer schweigen. Für gewöhnlichfunktioniert diese Methode, und derTrader öffnet sich und stellt sich seinenTrading-Dämonen – Trading-Therapie inReinkultur. Lassen Sie uns jetzt einenBlick auf die verbleibenden Tickregelnwerfen, mit denen ich mich befasse.

Als Nächstes schaue ich mir dieTicks an, wenn sie plus 1.000 oderminus 1.000 erreichen. Das ist diewichtigste Analyse des Tages, und dasaus zwei Gründen: Zuerst einmal zeigt

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dieser Wert in der Regel das Maximuman andauerndem Kauf- undVerkaufsdruck an, das der Markt fassenkann. Das ist wie bei einem 100-Meter-Sprinter, der durchs Ziel läuft undanhalten muss, um erst einmal Luft zuholen. Außerdem bietet dieser Wert eineneue, spezifische Trading-Möglichkeit.Diese extremen Werte bilden ein »Fade-Play«, auf das ich reagiere. Wenn wirplus 1.000 Ticks erreicht haben, werdeich short gehen. Wenn wir minus 1.000erreicht haben, werde ich long gehen.Ich werde in Kapitel 9 nochausführlicher über diesen Spielzugsprechen. Und schon sind wir bei dernächsten Grundregel der Ticks:

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Wenn ich long bin und dieMärkte plus 1000 erreichen,werte ich das als Signal, ausmeinen verbliebenen Positionenauszusteigen.Wenn ich short bin und dieMärkte minus 1.000 erreichen,werte ich das als Signal, ausmeinen verbliebenen Positionenauszusteigen.

Abbildung 5.1 zeigt einen Ausschnitt derTicks vom 29. März 2005. So lasse ichsie mir von TradeStation anzeigen. Ichverwende Fünf-Minuten-Charts. DasZeitintervall ist allerdings nicht sowichtig – ausschlaggebend ist für mich,dass ich Daten im Wert eines ganzen

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Trading-Tags einsehen kann. (Hinweis:Alle Charts in diesem Buch haben einenhellgrauen Hintergrund. Am PC färbe ichden Hintergrund schwarz, und die Chart-Farben sind normalerweise grün beiAufwärts- und rot bei Abwärtstrends.)

In diesem Chart sehen wir, dass anden Punkten 1 und 2 horizontale Linienbei plus 1.200, plus 1.000, plus 800 undplus 600 eingefügt wurden, ebenso beiminus 1.200, minus 1.000, minus 800und minus 600. Diese Linien haben einenbesonderen Zweck, und das bringt michzur vierten Tick-Regel:

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Abbildung 5.1

Ich stelle Audio-Alarmsignale beiallen wichtigen Tick-Levels ein. Somuss ich nicht immer den Chartanstarren, und ich verpassetrotzdem keinen Move.

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Diese Audio-Alarmsignale sind einwesentlicher Bestandteil meinesTrading-Plans. Ich kann geradetelefonieren oder unten in der Diele oderim Badezimmer sein und werde estrotzdem hören, wenn sich die Märktebewegen. Denken Sie daran, dass ich beiLevels von 800 oder 1.000 aktiv werde– ich möchte diese Levels also nichtverpassen, egal was ich gerade mache.Ja, es gab Momente, da ich einen neuenTrade beginnen musste und dabei meineHose an meinen Fesseln hing und ich ausdem Badezimmer sprichwörtlichherausstolperte. Ich verbringe viel Zeitdamit, Computerbildschirmeanzustarren, also mag ich es, wenn dieseAlarmsignale ein wenig unterhaltsamer

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sind. Wenn die Ticks plus 1.000erreichen, höre ich Duffy Duck »Ich binreich! Ich bin reich!« schreien. Wenn dieTicks minus 1.000 erreichen, höre ichdie verrückte Hexe aus dem Zauberervon Oz jammern: »Ich schmelze! Ichschmelze!« Trader, die mich geradebesuchen, ziehen verwundert dieAugenbrauen hoch, wenn sie dieseSignale hören – aber immerhin ziehendie Signale ihre Aufmerksamkeit aufsich. Und darum geht es ja.

Ich möchte klarstellen, dass ich hierbewusst einen Bar-Chart oder einenCandlestick-Chart für alles verwende,was mit Audiosignalen zu tun hat. Einweiterer beliebter Chart, die »Line OnClose«, ist ebenfalls gut geeignet, um die

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Ticks zu beobachten, da dieser Chartdabei hilft, wenn der Trader unüberlegthandelt. Diese Charts können jedoch –und werden es auch – vieleAudiosignale verpassen, da die Linienam Ende des Bars gebildet werden unddadurch die hohen und niedrigenFluktuationen verpassen – diese abersetzen die Signale erst frei.

In diesem Chart sehen wir, dass beiPunkt 3 die Ticks den Wert plus 800erreichen. An diesem Tag war ich shortim Mini-Sized Dow mit einem 20-Punkte-Stopp. Als die Ticks plus 800erreichten, deckte ich meine Short-Position mit einem Verlust von neunPunkten. Als die Ticks 25 Minutenspäter plus 1.000 erreichten, hörte ich

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das Alarmsignal und setzte eine neueShort-Position im YM ein. (DiesesTrade-Setup wird ebenfalls in Kapitel 9beleuchtet.)

Zwischen etwa 10:30 und 12:30 Uhrpassierte gar nichts. Die Ticksschwankten hin und her wie auf einemSchiff. Ungefähr um 13:30 Uhr passierteetwas, und die Ticks fielen auf minus800, später sogar auf minus 1.000.Lassen Sie uns einen Blick auf ebendiesen Chart mit der aktuellenMarktsituation werfen (siehe Abbildung5.2).

1. Die Ticks sind bei Markteröffnungnormalerweise eher ruhig, und anPunkt 1 können wir erkennen, dass

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sie den größten Teil der erstenStunde stark schwankten. Währenddieser Zeit geschah auf denMärkten rein gar nichts.

2. Um 10:25 Uhr sehen wir den erstenTick, der Beachtung verdient, beiplus 600. Das treibt die Märktehöher, und die Ticks erreichen plus1.000. (Denken Sie daran: Das isteine Möglichkeit zum Shorting, diespäter im Buch behandelt wird.)

3. Die Mini-Sized-Dow-Futureserreichen einen Level von 10.542,als die Ticks über plus 1.000springen – das sind die absolutenTageshochs.

4. Ich halte es für nützlich zu sehen,wie die Märkte reagieren, wenn die

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Ticks stufenweise steigen und neueHöchst- und Tiefststände erreichen.Um 12:00 Uhr schossen die Ticksauf plus 600, aber die Märktebewegten sich nicht nach oben. Alsdie Ticks aber nach unten gingen,ging der Markt diesen Weg mit.Diese Information ist essenziell.Wenn selbst Ticks von über plus600 den Märkten nicht nach obenverhelfen können, ist dies eindeutliches Anzeichen dafür, dassder Verkaufsdruck sehr hoch ist.

5. Diese Aneinanderreihung vonTiefstständen der Ticks führen amEnde zu einer jähen Glattstellung.Der Markt zeigt generell plötzlichstartende Rallyes oder

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Glattstellungen (Sell-offs) – unddie Ticks können dem Trader eineVorstellung davon geben, in welcheRichtung diese »Reise aus demNichts« wahrscheinlich gehenwird.

6. Hier sehen wir, wie die Ticksimmer neue Höchststände erreichenund dadurch einen Aufwärtstrendproduzieren.

7. Als die Ticks jedoch neueHöchststände erklommen, erreichteder YM immer neue Tiefstände.Dieses Phänomen ist eine bearisheDivergenz und ein Signal dafür,dass die Rallye bald enden könnte,weil nicht genügend »Schmieröl«vorhanden ist, um den Motor zum

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Laufen zu bringen.

Es gibt selten Tage, an denen die Märktenach oben schnellen und diesen Trendfortsetzen oder ein Gap-down zeigen undden Abwärtstrend fortsetzen werden. Ansolchen Tagen werden andauerndextreme Tick-Statistiken produziert, diesich für gewöhnlich in einem Bereichzwischen 1.200 und 1.400 befinden.Diese konstant hohen Werte sind selten,aber wenn eine solche Situation eintritt,wehre ich mich nicht dagegen. Und dasbringt mich zu meiner letzten Grundregelim Zusammenhang mit den Ticks – dasFolgende rufe ich mir nach 10:30 Uhrins Gedächtnis und behalte es denganzen Tag:

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Abbildung 5.2

Wenn die Ticks 90 Prozent der Zeitüber null verbringen und wiederholtextrem hohe Werte erreicht werden,ignoriere ich alles, was mit Short-Day-Trading zu tun hat und

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konzentriere mich darauf, long zugehen.Wenn die Ticks 90 Prozent der Zeitunter null bleiben und wiederholtextreme Tiefstände auftreten,ignoriere ich alles, was mit Long-Day-Trading zu tun hat undkonzentriere mich darauf, short zugehen.

Die Ticks bieten eine tolle Möglichkeit,zu sehen, was »hinter den Kulissen derKursbewegungen« vor sich geht. DieCharts können einem sagen, ob Kursesteigen oder fallen – sie können einemaber nichts darüber sagen, ob der Kauf-oder Verkaufsdruck nur vorübergehendoder dauerhaft ist. Überlassen Sie das

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den Ticks.

TIKI – WENN NUR DIESCHNELLSTENVORWARNUNGEN NOCHHELFEN

Der Tiki (Kürzel auf TradeStation:$TIKI) ist den Ticks sehr ähnlich, misstaber die Netto-Aufwärts- und -Abwärts-Ticks der 30 Dow-Aktien und nicht desgesamten NYSE. Da diese Werte nur 30Aktien behandeln, ist dieser Indikatorder erste, der loslegt, wenn ein Buy-oder Sell-Programm auf den Märktenstattfindet (siehe Abbildung 5.3).

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Tiki-Charts sind voller Rauschen undMüll und sehen auf den ersten Blicknutzlos aus. Sie werden wie die Ticksbenutzt, um Alarmsignale einzusetzen. ImTiki setze ich meine Alarmsignale beiplus 26, plus 28 und plus 30 auf derpositiven Seite sowie bei minus 26,minus 28 und minus 30 auf der negativenSeite ein. Wenn nun Buy- oder Sell-Programme auf den Märkten stattfinden,gehen diese Alarmsignale sofort los.Generell produzieren kleinereProgramme das Level 26, mittlereProgramme 28 und große Programme 30– das bedeutet, dass sich alle 30 Aktiendes Dow in dieselbe Richtung bewegen.Diese Werte sind sehr selten und hebeneindeutige Kauf- oder Verkaufsphasen

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deutlich hervor.Überraschenderweise verwende ich

diese Signale für keine meinerAusstiegsstrategien. Wenn ich short binund ein Tiki-Level von 28 erreicht wird,liege ich vielleicht bei diesem Movefalsch – ich werde aber warten, bis dieTicks einen Wert von plus 800 erreichthaben, bevor ich aussteige. Ich tue das,weil ein Buy-oder Sell-Programminnerhalb eines Augenblickes vorbeisein kann und dadurch dafür sorgt, dasssich die Tikis sprunghaft verhalten. Unddas bringt mich zu meiner ersten Tiki-Regel:

Bei den Exits sind Tikis nurVorwarnungen – die Ticks sind dieBestätigungen.

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Abbildung 5.4 zeigt die Tikis am 29.März 2005. Verglichen mit den Ticksfällt einem als Erstes auf, dass die Tikissehr unübersichtlich und schwerverständlich zu sein scheinen. Beigenauerer Betrachtung erkennt manjedoch ihren Wert.

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Abbildung 5.3

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Abbildung 5.4

1. Ich möchte immer gern wissen,welche Art von Programm dieMärkte als Erstes erfasst – einKauf- oder ein Verkaufsprogramm.

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Das steht für den ersten richtigen»Try« des Tags, und ich möchtesehen, wie dieser aussieht. Indiesem Chart ist das ersteProgramm ein Buy-Programm, dasum 10:25 Uhr startet.

2. Das treibt den Dow zu neuenHöhen.

3. Dieses nächste Programm istebenfalls ein Buy-Programm undstartet um 11:30 Uhr.

4. Dennoch erreicht der Dow keineneuen Höchststände, sondern sinkteigentlich weiter ab. Das ist eineVorwarnung dafür, dass nichteinmal ein Buy-Programm es fertigbringt, dem Markt nach oben zuverhelfen.

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5. Hier sehen wir ein weiteres Buy-Programm um 12:45 Uhr – es istdas Buy-Programm nach dem erstenSell-Programm.

6. Dieses Buy-Programm verursachteinen kleinen Anstieg der Märkte –der verläuft aber bald schon wiederim Sand.

7. An den Punkten 7, 8, 9 und 10werden die Märkte vonverschiedenen Sell-Programmengetroffen, und mit jedem Sell-Programm erreicht der Markt neueTiefstände. Wenn dieser Falleintritt, dann ist das nächsteentgegengesetzte Signal eine letzteMöglichkeit.

8. An Punkt 11 erfolgt ein solches

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Signal in Form eines Buy-Programms – eine Möglichkeit,short zu gehen.

Dies bringt mich zur nächsten und auchletzten Tiki-Regel:

Wenn Buy-Programme die Märkteauf neue Höchststände treiben, istdas auftauchende Sell-Programmeine Kaufmöglichkeit.Wenn die Sell-Programme dieMärkte auf neue Tiefständedrücken, ist das auftauchende Buy-Programm eine Möglichkeit zumShorten.

Ich möchte stets wissen, wohin diemeisten dieser Programme führen. Sind

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es mehr Buy- oder mehr Sell-Programme? Das ist wichtig zu wissen,da die meiste Zeit an den Märkteneinfach gar nichts geschieht. Sieschwanken nach vorn und wiederzurück. Wenn die Buy-Programme aneinem Tag überwiegen und dieseProgramme den Markt zu neuenHöchstständen treiben, möchte ich diefast verborgene Verkaufsmöglichkeitdazu nutzen, long zu gehen. Auf dieseWeise steige ich auf dem Markt ein,wenn er gerade ruhig ist, vor demnächsten Move nach oben, und nicht,wenn dieser Move bereits eingesetzt hat.Ein schönes Beispiel für ein in dieserSituation gut funktionierendes Setup sinddie Pivot Plays, über die wir in Kapitel

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7 sprechen werden.

TRIN – ES IST WIE IN DERHIGHSCHOOL: DRUCK ISTALLES

Der Trin (Symbol bei TradeStation:$TRIN), wegen seines SchöpfersRichard W. Arms auch Arms Indexgenannt, misst die relative Rate, mit derVolumen an der NYSE in steigende oderfallende Aktien fließt. Um den Trin zuberechnen, wird die folgende Formelverwendet: (steigende/fallende Aktien) /(steigendes/fallendes Volumen). Wennmehr Volumen in die steigenden Papiere

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fließt als in die fallenden, fällt der ArmsIndex unter 1,0. Wenn mehr Volumen indie fallenden Aktien als in diesteigenden fließt, steigt der Arms Indexauf über 1,0. Fachliteratur zu diesemThema lehrt den Trader: »Über 1,0 istbearish, also denken Sie über Shortingnach, und unter 1,0 ist bullish, alsodenken Sie über Käufe nach. « DieseAussage ist ärgerlich undmissverständlich und bringt michdeswegen zu meiner ersten Trin-Regel:

Ich interessiere mich nicht dafür,wie der momentane Wert aussieht.Ich interessiere mich lediglich fürden aktuellen Wert im Vergleich zudem Wert, wo er vorher stand.

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Anders ausgedrückt: Mich interessiertnicht der Trin-Wert an sich, sondern derTrend des Trin. Ein Wert von 1,50 magbearish sein – wenn der Wert aber bei2,0 gestartet ist, der Trading-Tag nuneine Stunde dauert und 1,50 der neueTiefstand ist, dann ist das bullish. Dasbedeutet, dass Volumen in steigendeAktien fließt und dass auf den Märktenein andauernder Kaufdruck herrscht.Umgekehrt gilt analog: Ein Wert von0,85 mag bullish erscheinen, aber wennder Wert bei 0,45 begann und zweiStunden später 0,85 der neueHöchststand ist, dann ist das bearish.Das bedeutet wiederum, dass Volumenin fallende Papiere fließt und auf denMärkten ein andauernder Verkaufsdruck

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herrscht. Schauen wir uns Abbildung 5.5an.

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Abbildung 5.5

1. Abbildung 5,5 zeigt den Mini-SizedDow am 29. März 2005 – amselben Tag wie der Chart zum Tiki.An Punkt 1 können wir sehen, dass

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der Trin bei 1,40 in den Taggestartet ist. Die ersten 15 bis 20Minuten sind sehr volatil, da diegelisteten Papiere an der NYSEteilweise zeitversetzt starten. Ausdiesem Grund lasse ich den Balkender ersten fünf Minuten weg,möchte aber die Eröffnungswertetrotzdem auf Basis der ersten fünfMinuten belassen.

2. Der Trin setzt ein, und um 10:40Uhr befindet er sich in der Näheseiner Tagestiefstände bei 0,81.

3. Der YM erreicht seinenTageshöhepunkt in»Zusammenarbeit« mit demniedrigen Trin-Wert.

4. Um 12:00 Uhr befindet sich der

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Trin in einem andauerndenAufwärtstrend und erreicht neueTageshöhepunkte (nach Abzug desersten Fünf-Minuten-Balkens).

5. Der YM ist ruhig und sprunghaftund wird zu einem mittlerenTageswert gehandelt. Doch obwohldie Märkte ruhig sind, steigt derTrin weiter. Auf dieses Phänomenhabe ich gewartet – in welcheRichtung geht der Trend des Trin?Ein Aufwärtstrend impliziert, dassVolumen in die fallenden Aktienfließt, und das bedeutet, dass einZusammenbruch des Markts sehrwahrscheinlich ist, bei dem dasVolumen auf der »Down-Seite«steht. Wie wir im Chart erkennen

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können, brach der Markt später amTag tatsächlich zusammen.

6. Der YM versucht hier eine Rallye,müht sich jedoch vergebens ab, dader Trin weiterhin einen schönenAufwärtstrend hinlegt. Bald zeigtder YM ein Roll-over und fällt biszum Schluss.

Das bringt mich zu meiner nächstenTrin-Regel:

Wenn der Trend Trin nach obengerichtet ist und er neueTageshöchststände erreicht, werdeich alle Long-Setups ignorieren.Wenn der Trend Trin nach untengerichtet ist und neueTagestiefstände erreicht, werde ich

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alle Short-Setups ignorieren.

Lassen Sie uns einen Blick auf einenweiteren Mehrtageschart und auf dieBewegungen des Trin werfen (sieheAbbildung 5.6):

Abbildung 5.6 ist ein gutes Beispielfür das, was man verschiedene Trin-Patterns nennt. Am ersten Tag, dem 22.Februar 2005, startete der Trin niedrig.Einige würden es bullish nennen. DerTrin zeigte jedoch den ganzen Tag langeine Rallye, und der Dow fiel um mehrals 120 Punkte. Die Regel »An solchenTagen nicht long gehen« ist dem Traderhier sehr nützlich. Umgekehrt gilt: Wennich in einer Short-Position bin und derTrin neue Höchststände erreicht, wird

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mir klar, dass es keinen guten Grund zumCovern gibt, da der finaleZusammenbruch des Markts für michgroße Möglichkeiten bietet.

Am 23. Februar 2005 startete derTrin sehr hoch, dann aber setzte einAbwärtstrend ein, der den ganzen Tagandauerte. Obwohl viele Trader noch inden Verkäufen des Vortags gefangenwaren und diese plötzliche Stärke alsMöglichkeit zum Shorting nutzten, wäreihnen irgendwann aufgefallen, wieaberwitzig diese Idee war, wenn siegewusst hätten, dass sie dem Trend desTrin hätten folgen müssen. Bei einemfallenden Trin stabilisieren sich dieMärkte schon früh in der Session, undeine schöne Rallye setzt ein. Da der Trin

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immer weiter sank und neueTagestiefststände erreichte, konzentrierteich mich nur auf die Long-Setups. Am24. Februar 2005 begann der Trinwiederum hoch und fiel den ganzen Tagüber. Auf der Grundlage dieserInformation habe ich Short-Setups andiesem Tag nicht beachtet. Der YMbrach deutlich höher später am Tagzusammen. Am 25. Februar 2005 starteteder Trin ein weiteres Mal stark – undfiel wiederum den ganzen Tag über. Am28. Februar schließlich startete er hoch– und stieg weiter. Während er immerneue Tageshöchststände erreichte,schenkte ich den Long-Setups keinerleiBeachtung, sondern konzentrierte michauf Short-

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Setups. Während der letzten beidenStunden des Trading-Tags kehrte derTrin um, und die Märkte zeigten eineRallye bis zum Schluss. Die bullishstenTage zeigen Gap-ups dort, wo der Trinniedrig startet, etwa bei 0,50, und denganzen Tag über ungefähr auf diesemWert bleibt. An diesem Tag geht derTrend nicht nach unten, da es einfachnicht niedriger geht – ein Wert von nullwird niemals erreicht. Diese andauerndniedrigen Werte sehen wie eineKonsolidierung auf dem Chart aus undsind extrem bullish. An solchen Tagenignoriere ich alle Short-Setups – einDurchbruch zu neuen Höchstständen isthier eine Kaufgelegenheit.

Der Zweck der Beobachtung des

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Trin ist es zu sehen, ob er an einem Tagneue Höchst- oder Tiefstände produziert.Wann immer das passiert, ignoriere ichalle entgegengesetzt laufenden Setups.Ich habe Artikel gelesen, in denenempfohlen wird, ein Level von 1,50 alsüberverkauft zu behandeln und nacheinem Bounce Ausschau zu halten odereinen Wert von 0,50 als überkauft zubehandeln und glattzustellen. Ich bin keinFan von Oversold- undOverboughtsignalen und ignoriere siebei den meisten meiner Indikatorengenerell. Der Trin ist hier keineAusnahme. Die größten Rallyes findendann statt, wenn der Trin während desganzen Tags unter 0,50 bleibt. Nur weiletwas überkauft ist, heißt das nicht, dass

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es umkehren wird (Reverse). BeiReversals werde ich mich auf dieKursbewegungen konzentrieren – dieseSetups werden wir später noch genauerbesprechen.

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Abbildung 5.6

Obwohl ich, wie gesagt, generellkein großer Fan von Overbought- undOversold-Signalen bin und mir aufIntraday-Basis keine allzu großenSorgen darüber mache, möchte ich doch

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wissen, wo diese Werte am Ende desTags schließen. Dieser Schlusskurs istbei der Bewertung extremerÜberverkauft- oder Überkauft-Wertenützlich. Diese Werte sind sehr seltenund erscheinen etwa ein Dutzend Mal imJahr – und das bringt mich zu meinerTrin-Regel:

Wenn der Trin über 2,0 schließt, hatder Markt eine Chance von 80Prozent, am nächsten Tag eineRallye zu produzieren.Wenn der Trin unter 0,60 schließt,besteht eine Chance von 80 Prozentauf eine Glattstellung am nächstenTag.

Die Moves des nächsten Tags müssen

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nicht zwangsläufig groß sein – siewerden aber definitiv »OpposingMoves«, also Bewegungen inentgegengesetzter Richtung sein. Dasbehalte ich im Hinterkopf, während ichmeine Setups für den nächsten Trading-Tag betrachte. Wenn der gestrigeSchlusskurs über 2,0 lag, werde ichmich am folgenden Tag auf Long-Setupskonzentrieren und Short-Setupsignorieren. Und an dieser Stelle wird esinteressant: Wenn der Markt nach einemWert von 2,0 am nächsten Tag keineRallye zeigt, dann haben die Märkte eingroßes Problem und bereiten sich aufeinen massiven Kursrutsch vor. Dasereignete sich beispielsweise in derersten Juli-Woche 2004 (siehe

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Abbildung 5.7).Auf diesem täglichen Chart des Trin

und des Mini-Sized Dow schloss derTrin am 1. Juli mit einem Wert von 2,80(Punkt 1). Am nächsten Tag versuchtendie Märkte bereits früh in der Sessioneine Rallye, die aber verpuffte und amSchluss mit einem Verlust endete. Dasist immer ein ominöses Signal, und derDow verlor weitere 673 Punkte, bevorer am 6. August 2004 seinen Tiefstpunkterreichte. Am 6. Juli schloss der Trinbei 2,12 (Punkt 3), und der Dow zeigteam nächsten Tag eine Rallye (Punkt 4).Doch der Triumph der Bullen dauertenicht lang. Das Gleiche spielte sich amzweiten Trading-Tag des Jahrs 2005, am4. Januar, ab: Die Märkte schafften die

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Rallye nicht, und am Ende des Monatsstand ein Minus von 410 Punkten.

TRINQ – DER TRIN FÜRDEN NASDAQ

Der Trinq (TradeStation-Kürzel:$TRINQ) funktioniert wie der Trin, nurdass er eben für den Nasdaq gilt. DieGrundregeln sind die gleichen – alles,was mich interessiert, ist der Trend desTrinq.

Abbildung 5.8 zeigt den Chart, denwir schon einmal betrachtet haben,nämlich den Chart vom 29. März 2005 –nun haben wir aber noch den Trinq und

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den Nasdaq hinzugefügt. Wenn der Trinqsteigt, fällt der Nasdaq. Generell messeich dem Trinq mehr Gewicht bei, weißaber auch gerne darüber Bescheid, wasbeim Nasdaq vor sich geht. Es gibtZeiten, in denen der Trinq den Moveanführt, neue Höchst- oder Tiefständeerreicht – noch vor dem Trin. An Tagen,an denen der Trinq unentschlossen agiertund der Trin einen Trend zeigt, richte ichmeine Aufmerksamkeit auf den Trin. Diestärksten Bewegungen auf den Märktentreten dann auf, wenn beide, Trin undTrinq, mehr oder weniger parallelagieren.

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Abbildung 5.7

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Abbildung 5.8

PUT-CALL-RATIO – DERSCHLÜSSEL ZUMKÖNIGREICH

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Eine Frage an Sie als Trader: Waswürden Sie dafür geben, stets zu wissen,was alle anderen Marktteilnehmer zujedem Zeitpunkt machen? Wenn einBroker mir erzählte, er könne mir dieseInformationen beschaffen, wäre ich sodankbar, dass ich ihm auch 25 US-Dollar pro Abwicklung eines E-Mini-Futures-Kontraktes zahlen würde.Nachdem eine derart geheimeInformation nicht einfach auf magischeWeise in mein E-Mail-Postfach kommt,meine ich, dass das Put-Call-Ratio(TradeStation-Kürzel: $WPCVA – imweiteren Verlauf dieses Kapitels als PCbezeichnet) der Weg ist, mit dem mandieser Information am nächsten kommt.

Das PC-Ratio misst, wie viele Put-

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Optionen verglichen mit den Call-Optionen gekauft wurden. Die Formel isteinfach zu berechnen: Man nehme dasVolumen der Puts und dividiere es durchdas Volumen der Calls. (Für alle, diesich mit Optionen nicht auskennen: EinenPut zu kaufen heißt, darauf zu wetten,dass der Markt fällt. Einen Call zukaufen heißt, darauf zu wetten, dass derMarkt steigt.) Wenn es 50.000 verkauftePuts und 100.000 Calls sind, beträgt dasRatio somit also 50.000/10.0000 oder0,5. Wenn es sich um 125.000 verkauftePuts und 85.000 Calls handelt, beträgtdas Ratio 1,47.

Es gibt drei Hauptarten des PC-Ratios, die im Tagesverlauf generiertwerden: das Equity PC-Ratio, das Index

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PC-Ratio und das kombinierteEquity/Index PC-Ratio. Das Equity PC-Ratio ist generell sehr niedrig und zeigtdie Privathändler, die dazu neigen, longzu gehen (mehr Call-Käufe). Das IndexPC-Ratio ist normalerweise sehr hoch(mehr Put-Käufe). Dies zeigt eineinstitutionelle Denkweise, die für denFall eines unvorhersehbaren Moves nachunten geschützt bleiben will. Daskombinierte Equity/Index PC-Ratiorepräsentiert beide Gruppen und bietetdem Trader den besten Einblick in das,was die Mehrheit der Maktteilnehmerdenkt und – noch wichtiger – wo sie ihre»Wetten« platzieren. Eben dieseskombinierte Equity/Index PC-Ratiobeobachte ich während des Trading-

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Tags.Um zu verdeutlichen, wie ich diesen

Indikator verwende, lassen Sie unseinfach annehmen, dass der Markt exakt100 Teilnehmer hat. Lassen Sie unsaußerdem annehmen, dass jeder dieser100 Marktteilnehmer eine bearisheEinstellung den Märkten gegenübervertritt und auf Grund dieser Einstellungseine Short-Positionen in Aktien, ETFsund Idex-Futures gelegt hat (und nochden Kauf von Puts). Sind alle 100Teilnehmer bearish und short, geschehensehr interessante Dinge: Es gibtniemanden mehr, der verkauft. Wennniemand verkauft, gibt es keinerleiAbwärtsdruck auf den Markt, und sosteigt er. Dieser Aufschwung trifft früher

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oder später die erste Welle von Stopp-Orders, die von den 100 Teilnehmern,die short sind, an einer bestimmtenStelle gesetzt wurden. Egal, um welcheGruppe von Tradern es sich handelt:Einige werden enge Stopps, manchemittlere und manche weite Stoppsverwenden. Die Gruppe der engen trifftes zuerst, und das generiert frischenKaufdruck in Form von Short Covering –was wiederum die Märkte in die Höhetreibt, direkt zum nächsten Level derStopps. Diese neue Serie an Stopps löstwiederum eine Welle an Short Coveringaus, die die Märkte noch höher treibt –in die nächste Welle. Das wiederholtsich so lang, bis alle Stopps ausgelöstwurden.

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An diesem Punkt werden die 100Teilnehmer bullish und beginnen damit,Aktien- und Index-Futures und Call-Optionen zu kaufen. Wenn sie ihrePositionen wieder eingenommen haben,ereignet sich wiederum etwas sehrKurioses: Es gibt niemanden mehr, derkauft. Wenn niemand kauft, fallen dieMärkte und löschen die erste Stufe derStopps, was wiederum genugVerkaufsdruck generiert, um die Märkteweiter nach unten zu drücken, und soweiter und so fort. Ein Teufelskreis.

Natürlich ist dieses Szenario starkvereinfacht, und in der Realität existiertnatürlich kein Markt, in dem alle nurbearish oder alle nur bullish sind. DieMenge an Bären und Bullen variiert

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dennoch regelmäßig, und dieser»Einstellungswandel« bringt den Marktdazu, in ähnlicher Weise zu reagieren,wie in unserem Szenario dargestellt. Dasbringt mich zu meiner ersten PC-Ratio-Regel:

Wenn die kombinierte Equity/Index-Ratio beim Intraday-Handel über1,0 steigt, ignoriere ich alle Short-Setups und wende mich den Long-Setups zu.

Eine PC-Ratio von über 1,0 ist einHinweis auf eine extrem pessimistischeEinstellung und auf Put Buying und bietetso, als Ergebnis des oben genanntenSzenarios, eine Basis für den Markt –allerdings keine sofortige. Es ist nicht

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so, dass die Ratio auf 1,0 steigt und dieMärkte sofort ihren Abstieg beenden undeine Rallye starten. Das ist ein Prozess,und es gibt einen sichtbaren Support-Level, der eben deshalb sichtbar wird,weil es einfach zu viele Bären auf demMarkt gibt – es gibt viele Buy-Stopps,die nur darauf warten, herausgenommenzu werden. Diese Werte von 1,0 undhöher treten meist dann auf, wenn dieMärkte einige Tage in Folge gefallensind, schlechte Gewinne oderwirtschaftliche Daten den Markterschüttern und viele Marktteilnehmereine bearishe Zukunftserwartung haben.Es geschieht tatsächlich oft, dass dieMärkte so lang fallen, bis die PC-Ratioüber 1,0 liegt. Das entgegengesetzte

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Extrem trifft ebenfalls zu, und das bringtmich zu meiner nächsten Regel:

Wenn das kombinierte PC-Ratio aufIntraday-Basis unter 0,60 fällt,ignoriere ich alle Long-Setups undkonzentriere mich auf die Short-Setups.

Eine PC-Ratio von weniger als 0,60steht für extremes Call-Buying und zeigtdem Markt seine Grenzen auf. Dies isteine Situation, in der es zu viele Bullengibt und nur wenige Leute, die bearishgestimmt sind. Nun gibt es viele Sell-Stopps unterhalb des aktuellen Kurses,die nur darauf warten, ausgelöst zuwerden. Das ereignet sichnormalerweise dann, wenn auf den

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Märkten eine Rallye über einige Tagestattgefunden hat oder wenn großeGewinne oder schwer wiegendeWirtschaftsmeldungen die Märktebeeinflussen. Außerdem kann es nochLeute geben, die den Move verpassthaben und nun Angst haben,zurückgelassen zu werden. Es ist in derTat so, dass ein Markt mehrmals eineRallye zeigen wird, bevor die PC-Ratiounter 0,60 fällt.

Abbildung 5.9 zeigt einen 15-Minuten-Chart des Mini-Sized Dow undder Equity/Index PC-Ratio. Am 22.Februar 2005 blieb die PC-Ratio fastden ganzen Tag über niedrig und fielunter 0,60. Das zeigt bullishe Aussichtenan und deutet auf den Kauf von Aktien,

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Index-Futures und Calls hin. Es kam zudiversen Stopps unterhalb des aktuellenMarktkurses, und der Dow schmiertefolgerichtig um mehr als 120 Punkte ab,um diese Stopps wieder loszuwerden.Am 23. Februar verbrachte die PC-Ratioeine bestimmte Zeit über 1,0 – einebearishe Aussicht. Short-Positionenwurden erstellt, Puts wurden gekauft –und viele Stopps wurden oberhalb desaktuellen Markts platziert. Das reichteaus, um eine Rallye bis zurSchlussglocke auszulösen, da die weitoben angesetzten Stopps wie Benzin fürden Rallye-Motor wirkten. Am 24.Februar brachte es die PC-Ratio aufeinen extrem hohen Wert, während dieMärkte fielen und die gesamte Session

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lang unter Druck blieben. Da aber soviele Teilnehmer bearish waren und soviele Buy-Stopps über dem Marktkurslagen, konnte der Markt gar nicht anders,als eine Rallye an den Tag zu legen. Am25. Februar startete die PC-Rationiedrig in den Tag, stieg aber bis auf0,80 und blieb für den Rest des Trading-Tags bei diesem Wert. Am 28. Februarstartete die PC-Ratio wiederum niedrigund blieb fast eine Stunde lang unter0,60. Das bedeutete, dass alle begeistertwaren und wegen der Rallye vom 25.Februar Calls kauften. Und nun, da soviele Sell-Stopps auf dem Markt waren(durch all die neuen Long-Positionen),fiel der Markt zurück und lösteebendiese Stopps aus.

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Ich wiederhole: Der Hauptzweck derPC-Ratio besteht für mich darin zusehen, ob der Bereich, in dem sich allesbewegt, groß ist oder nicht. DieserIndikator verbringt nicht allzu viel Zeitin extremen Wertbereichen, hat aberdennoch einen Einfluss auf die Märkte.Was geschieht, wenn die PC-Ratio keineextremen Werte generiert?

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Abbildung 5.9

Die PC-Ratio verbringt viel Zeit ineinem von mir als eher »neutral«bezeichneten Wertebereich. Dieserbefindet sich etwa zwischen 0,70 und0,90. Bei solchen Werten spielt die PC-

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Ratio für gewöhnlich keine Rolle fürmeine Entscheidungen im Trading. Esgibt allerdings noch einen weiterenAspekt, den ich während des Tagsbeobachte: den „Trend« des PC. Unddas führt mich zu meiner nächstenGrundregel:

Wenn der Markt eine Rallye zeigt,möchte ich die steigende PC-Ratiosehen, die den Move bestätigt.Wenn der Markt fällt, möchte ichdie fallende PC-Ratio sehen, dieden Move bestätigt.

Wenn die PC-Ratio eine Rallye zeigt,bedeutet das, dass mehr Menschen einebearishe Position einnehmen und sieAktien und Indizes shorten sowie Putskaufen. Dies macht deutlich, dass die

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Leute nicht an die Rallye glauben undihre Stärke dazu nutzen, Short-Positioneneinzusetzen. Sie wissen fast nichts überdie Tatsache, dass ihr Shorting nur alsTreibstoff für die aktuelle Entwicklungdient, da es nun eine Reihe von Stopp-Orders oberhalb des aktuellen Kursesgibt, die nur darauf warten, erreicht zuwerden. Wenn der Markt nun aber docheine Rallye zeigt und die PC-Ratio fällt,dann deshalb, weil die Menschen an dieRallye glauben und sie unterstützen – einZeichen dafür, dass der Markt auf Kursliegt. Natürlich ist auch das Gegenteilkorrekt. Wenn der Markt und die PC-Ratio fallen, bedeutet das, dass mehrMarktteilnehmer eine bullishe Positioneingenommen haben und die Schwäche

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des Markts ausnutzen, um Aktien undCalls zu kaufen. Sie bieten dem Markt»Benzin« für die Fortsetzung desAbwärtstrends und tun dies in der Formvon neuen, unter dem Markt liegendenSell-Orders. Wenn der Markt fällt unddie PC-Ratio eine Rallye zeigt, sobedeutet das wiederum, dass dieTeilnehmer Angst haben und den Marktnach unten drücken – ein Zeichen dafür,dass der Abstieg bald zu Ende sein wird(siehe Abbildung 5.10).

1. Am 29. März 2005 zeigen dieMini-Sized-Dow-Futures eineAbwärtlücke und versuchen zufallen.

2. Die PC-Ratio zeigt eine Rallye,während die Marktteilnehmer

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Short-Positionen eingehen und Putskaufen.

3. Das verstärkt das Put-Buying.Obwohl es die PC-Ratio nicht über1,0 schafft, reicht das dennoch aus,um die Märkte umkehren zu lassenund die oberhalb platzierten Stopp-Orders zu löschen.

4. Trader halten diese Rallye des YMfür eine gute Sache, und kaufenCalls, als die Märkte wieder fallen.Dieses Call-Buying wird nochintensiver, als die PC-Ratio unter0,65 fällt.

5. Durch dieses aggressive Call-Buying fällt der YM währendeiniger Stunden und bricht dann ein.Er verliert mehr als 120 Punkte.

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6. Durch diesen Absturz bekommendie Trader Angst, dass sie dieAbwärtsbewegung verpassenkönnten, shorten ihre Aktien undkaufen Puts. Das treibt die PC-Ratio auf ihren Tageshöchststand.

7. Obwohl die Märkte nicht bis zumSchluss steigen, stabilisieren siesich dennoch, da eine hohe PC-Ratio eine Basis auf den Märktenlegt.

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Abbildung 5.10

Abbildung 5.11 zeigt die Märkte amdarauffolgenden Tag. Auf Grund derTatsache, dass die Märkte am 29. Märznahe den Tiefpunkten schließen, nehmendie Leute am nächsten Morgen eine

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bearishe Position ein, shorten beim Gap-up aggressiv und kaufen Puts für den»unvermeidlichen« Abwärtstrend. DiePC-Ratio steigt in extreme Höhen,während die Trader versuchen, sich aufder Short-Seite zu positionieren. Wiereagiert der Markt darauf? Nun, erschließt mit einem Plus von 140 Punktengegenüber dem Vortag.

Ich muss betonen, dass ich die PC-Ratio vor 10:00 Uhr vormittagsweitgehend nicht beachte. Es gibt vieleAktien im Index, die ihre Zeit brauchen,bis sie eröffnet sind. Außerdem gibt esviele Overnight-Orders, die nunausgeführt werden müssen. Das allesverursacht erdrutschartige Bewegungenin der PC-Ratio. Außerdem befasse ich

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mich an Tagen, an denen die Optionenauslaufen, nicht mit der PC-Ratio, da siedazu tendiert, durch alle dieseOptionsaktivitäten verrückt zu spielen.

Die PC-Ratio ist ein wertvollesIntraday-Trading-Tool. Während ichdies schreibe, gibt es viele Kurs-Anbieter, die diesen Indikator nicht imAngebot führen. Bei TradeStation mussman für »Opra« zugelassen sein, um diePC-Ratio einsehen zu dürfen. Währendsie bei TradeStation wenigstenserhältlich ist, ist sie beispielsweise beieSignal nicht im Programm. Ich meine,dass mehr Anbieter die PC-Ratio in ihrAngebot aufnähmen, wenn mehr Kundendanach fragten. Sie ist aber auchkostenlos auf www.cboe.com im

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Bereich »Market Data« erhältlich.Dieser Chart wird alle 30 Minutenaktualisiert.

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Abbildung 5.11

DIE SECTOR SORTER LIST– SCHÖNHEIT KOMMTVON INNEN

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Die Sector Sorter List (SSL) ist eineinfaches Tool, das ich verwende, um zusehen, was »zwischen den Indizes«geschieht. Ich liste alleSchlüsselbereiche auf und lasse sie miralle paar Sekunden automatisch nachihrer Netto-Prozent-Bewegung sortieren.Dadurch kann ich auf einen Blickerkennen, welche Sektoren die Märkteanführen und welche am Schluss stehen,und das führt sogleich zur ersten Regelim Zusammenhang mit der Sector SorterList:

Jeder Move ohne die BranchenBank (BKX), Broker (XBD) undHalbleiter (SOX) ist ungewöhnlichund wird nicht lang anhalten.

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Am 1. April 2005 waren die einzigenBranchen, die über den größten Teil desTags stiegen, Energie, Immobilien undGold (siehe Abbildung 5.12). Einer derschlechtesten Sektoren dieses Tags warder Halbleitersektor, und die Bankenund Broker waren nur unwesentlichbesser dran. Ich möchte wissen, wiediese Märkte stehen. Dafür gibt es dreiGründe:

Erstens ist der Bankensektorderjenige mit der größten (oder einer dergrößten, je nach Kursen)Kapitalausstattung auf dem Markt. DieMärkte brauchen die Unterstützungdieses Index’, um auf anhaltendepositive Entwicklungen hoffen zukönnen. Zweitens sind Broker ein

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signifikantes Spiegelbild der Märkte. Indie Richtung, die die Brokereinschlagen, wird auch der Markt gehen.Und schließlich drittens: Jeder hatAnteile an Halbleiter-Aktien. Siebesitzen eine große Gefolgschaft unterden privaten und institutionellenAnlegern. Wenn ich einen Markt fallensehe und einer dieser drei Sektoren ander Spitze der Verlierer steht, bin ichmir sicher, dass dieser Abwärtstrendandauern wird. Dies gilt auch für dieentgegengesetzte Richtung.

Ich verwende diese Liste auch danngern, wenn die Märkte ruhig oder unstetsind. Oft geschehen auf den Märkten»getarnte« Moves. Das geschieht, wennsich alle Indizes im gleichen Bereich

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bewegen, es aber unter der Oberflächeeinige Schlüsselsektoren gibt, die fallenoder steigen. Dies wird vom Indexselbst nur selten angezeigt. Und dasbringt mich zur nächsten Regel:

Während ruhiger Marktperiodengilt: Je mehr Sektoren im rotenBereich sind, desto größer ist dieWahrscheinlichkeit, dass sie auchbeim Zusammenbruch des Marktsrot sein werden.Gleichzeitig gilt: Je mehr Sektorenim grünen Bereich sind, destogrößer ist die Wahrscheinlichkeit,dass sie auch beim Zusammenbruchdes Markts im grünen Bereich sind.

So wie ein Arzt die Krankenakte seines

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Patienten einsieht, sieht der Traderdurch die Sector Sorter List, in welchemZustand sich die aktuelle Marktsituationbefindet.

SO WISSEN SIE, DASS ESEIN UNSTETER TAGWERDEN WIRD

Eines der frustrierendsten Dinge, die einTrader erleiden muss, sind engeKursbereiche – ein unsteter Tag in denAktienindizes. Solche Tage treten dannauf, wenn die Aktienindizes denGroßteil des Tags in einem kleinen,engen Bereich gehandelt werden und nur

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über eine minimale Volatilität verfügen.Die meisten Trader merken gar nicht,dass der Tag sehr bewegt sein wird –bis er schon zur Hälfte vorbei ist. Dasist durch einen Blick auf den Chart zuerkennen, und an der Anzahl schlechterTrades zu erahnen.

Zusätzlich gibt es spezielle Trade-Setups, die auf unsteten Märktengroßartig funktionieren. Wenn ein Traderunverbesserlicherweise ein Setupverwendet, das auf Trendmärktenfunktioniert, wird er sich damit selbstumbringen. Zwei meinerLieblingsstrategien für unstete Märktehabe ich in den Kapiteln 7 und 9beschrieben (Pivots und Tick Fades).

Mein Ziel ist es, so früh wie möglich

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herauszufinden, welcher Markt es dennsein wird. Damit dies gelingt, beschaffeich mir einen Fünf-Minuten-Chart der E-Mini-S&P-500-Futures, und der einzigeIndikator, den ich für diesen Chartverwende, ist das Volumen. Ich setzeeine horizontale Linie beim Level10.000 an den Volumenchart (oder ichplatziere die Linie so nah wie möglichbei 10.000).

In Abbildung 5.13 können wir sehen,dass der Handel während der erstenStunde den größten Anteil anVolumenwerten über 1.000 aufweisenkonnte. Das bedeutet, dass alle fünfMinuten mehr als 10.000 Kontraktegehandelt wurden. Der Kursbereich waran diesem Tag extrem weitläufig und

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befand sich im Bereich von 14 Punkten(oder 140 Dow-Punkten). In Abbildung5.14 können wir sehen, dass dasVolumen von Anfang an bei oder unter10.000 lag und nur einmal kurzzeitig imZusammenhang mit einerBörsennachricht über 10.000 stieg. Derdaraus resultierende Bereich diesesTrading-Tags befand sich also zwischen1.209,00 und 1.206,00 – ein Bereich vondrei Punkten (oder 30 Dow-Punkten).Und das bringt mich zu meiner erstenRegel für den Volumen-Chart:

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Abbildung 5.12

Wenn die ersten sechs Bars einesFünf-Minuten-ES-Charts das größte

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Volumen bei oder unter 10.000Kontrakten besitzen, ist eineunstete, in einem engen Bereichablaufende Session zu erwarten.Wenn die ersten sechs Bars einesFünf-Minuten-ES-Charts das größteVolumen bei oder über 10.000Kontrakten besitzen, ist einevolatilere Session mit besserenTrends zu erwarten.

Das ist eine einfache Möglichkeit, schonfrühzeitig zu sehen, ob die Märkte andiesem Tag unstet oder volatiler seinwerden. Und das ermöglicht es denTradern wiederum, besser passendeSetups für den Morgen an diesenMärkten auszuwählen.

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Abbildung 5.13

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Abbildung 5.14

ZUSAMMENFASSUNG –DEN TRADING-TAG BEIDER ERÖFFNUNGEINSCHÄTZEN

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Es geschieht schnell, dass man von zuvielen Daten und Informationenerschlagen wird. Der Schlüssel dabei istes, diese Daten so zu lesen, dass dasGehirn die Informationen so schnell undeffizient wie möglich verarbeiten undauswerten kann. Ich tue das, indem ichdie Informationen in einer bestimmtenReihenfolge betrachte – in zwei Spalten,von oben bis unten, von links nachrechts.

Abbildung 5.15 zeigt, wie ich alleInformationen auf einem Bildschirmaufteile. Der Trin und der Trinqbefinden sich oben links – diese beidenschaue ich mir immer als Erste an. Dannwandern meine Augen nach unten zurPC-Ratio. Danach betrachte ich die

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Ticks, die sich am linken unteren Endedes Bildschirms befinden. Von hier ausspringen meine Augen nach rechts obenzur Sector Sorter List. Schließlich werfeich noch einen Blick auf den Tiki. Ichmuss also keinen Chart ansehen, um zuerkennen, dass der Markt den ganzenTag gefallen ist.

Abbildung 5.16 zeigt dieseSchlüsselindikatoren vor demHintergrund eines starken Markts. Aufeinen Blick ist hier zu erkennen, dass derTrin und Trinq einen Abwärtstrenderleben und die PC-Ratio bei weit über1,0 in den Tag gestartet ist. Ich kannsehen, dass die Ticks einen Großteil derZeit über null verbracht haben und dasssich die meisten Sektoren im grünen

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Bereich befinden. Durch den Tiki kannich außerdem erkennen, dass es zurzeitwesentlich mehr Buy- als Sell-Programme gibt. An einem solchen Tagkonzentriere ich mich ausschließlich aufLong-Setups.

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Abbildung 5.15

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Abbildung 5.16

Diese Methode gibt einem ein Gefühldafür, ob auf dem Markt AufwärtsoderAbwärtsdruck herrscht; ferner ist zubemerken, wann die Märkte unstet sind.Dies werden sie, wenn all diese

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verschiedenen Indikatoren untereinanderin Konflikte geraten. Ein Beispiel: DerTrin erreicht neue Höhen (bearish), aberdie Ticks bleiben unter null (bullish).Eine der besten Artenzu sehen, ob essich um einen unsteten Markt handeltoder nicht, ist gleichzeitig eine dereinfachsten Methoden: Man schaut sichdie Sector Sorter List an, und wenn dieHälfte aller Sektoren grün und dieandere Hälfte rot ist – nun, neutraler gehtes nicht.

Ich habe den Fünf-Minuten-ES-Volumenchart nicht mit in dieses Layoutgenommen, weil einfach nicht genugPlatz vorhanden ist. Ich beobachtediesen Chart auf einem anderenBildschirm.

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Ich habe dieses Layout mitTradeStation entwickelt. Sie können esnachmachen, indem Sie die Abbildungen5.15 und 5.16 betrachten oder aufwww.tradethemarkets.com gehen undeine komplette Kopie mit allen Audio-Alarmsignalen herunterladen.

AUF DAS PARKETTHÖREN – DER WERT DESPARKETTLÄRMS

Es gibt Informationsdaten von Leuten,die direkt neben den Brokern für S&P-Futures an der Chicago MercantileExchange stehen. Sie sitzen dort und

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werden die Bid-Ask-Kurse ausrufen unddie Aktionen auf dem Marktkommentieren. Ich mag es lieber, wenndiese Informationen leise im Hintergrundlaufen. Einer meiner Trading-Partner,Hubert Senters, möchte dieseInformationen sofort präsentiertbekommen, während er alle Nuancenbeobachtet, die aus der Pit kommen.Hubert führte mich in die Welt des PitNoise ein, ich hörte diesem Lärm(Noise) eine Zeit lang zu, er machtemich verrückt, und ich hasste ihn. Alsoschaltete ich ab. Nach drei Tagen wurdemir klar, dass ich viel mehr kämpfenmusste, um herauszufinden, in welcheRichtung die Märkte gehen – und icherkannte, dass ich unwissentlich das Pit

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Noise wieder berücksichtigte. Heutewürde ich den Aktienindex keinesfallsohne das Pit Noise handeln. Ich erklärenun, wie es funktioniert und wie ich esverwende.

Zuerst einmal: Es ist wichtig zuwissen, worüber die Leute in den Pitsreden. Den ganzen Tag lang hört derTrader die Bid-Ask-Quotes, und dasklingt in etwa so: »Sechs-Zwanzig zurHälfte, Sechs-Zwanzig zur Hälfte« undso weiter. Das ist eine Quote des S&P-Kontraktes, der in Zehnteln anstatt inVierteln (wie die E-Minis) gezählt wird.Das bedeutet, dass die aktuellenBids/Asks 1.136,20 zu 1.136,50 sind.Die Quotes konzentrieren sich auf dieletzten Ziffern anstatt auf den gesamten

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Kurs.Die Person, die diese Aufrufe macht,

wird stets »paper versus local« rufen.Wenn Papiere auf die Märkte kommen,bedeutet dies, dass es sich um eineRetail-Order handelt, die von Brokernwie etwa Goldman Sachs oder MerrillLynch erteilt wurde. »Local Market«bedeutet, dass die Locals untereinanderhandeln; das geschieht, wenn wenigeAktionen zu verzeichnen sind und wenigVolumen zur Verfügung steht. Hubert undich haben bereits viele Pit-Sprechergehört, und der beste ist ganz klar BenLichtenstein vonwww.realtimefutures.com. Man merktihm an, dass er das liebt, was er tut. ImJuli 2005 hielten Hubert und ich ein

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viertägiges Seminar im Sears Tower inChicago. Wir konnten Ben dazu bringen,ebenfalls zu kommen und eine Stundelang darüber zu referieren, wie er wasmacht und welche Hörer er ansprechenmöchte. Am nächsten Tag dann nahmenwir 50 Seminarteilnehmer mit zumCME, damit sie Ben in Aktionbeobachten konnten, während er den PitNoise live ausrief. Sie konnten genauverfolgen, was er beobachtete, was errief und warum es es rief. Es war einewunderbare Erfahrung, und die ChicagoMercantile Exchange erteilte uns dieErlaubnis, ein Film-team mitzunehmenund die Floor Events zu filmen – alsZusatz zum ohnehin auf Filmfestgehaltenen Seminar. Das allein war

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schon eine tolle Sache, weil der CMEsolche Anfragen normalerweise stetsablehnt und kaum Film-Crews auf dasParkett lässt. Ich habe ihnen ausführlichdafür gedankt, dass wir dort drehendurften. Natürlich gaben die Jungs in denPits Ben Saures, weil er denParkett-»Rundgang« anführte – ein Teildavon wurde auch auf Film gebannt. Zudem Zeitpunkt, an dem dieses Buch indie Läden kommt, wird es von demSeminar eine DVD geben sowie einezusätzliche DVD, die sich auf Ben, denBesuch bei der CME und das Pit Noisekonzentriert. Für diejenigen, die andiesem Seminar teilnahmen, war es dieTrading-Erfahrung ihres Lebens. Wirarbeiten mittlerweile eng mit Ben

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zusammen. Für jeden, der sich BensDienste sichern möchte: Erwähnen Sieeinfach, dass ich Ihnen Ben empfohlenhabe, und Sie erhalten einen Rabatt von40 Prozent auf die Preise, die er aufseiner Website anbietet. Ich habe keineVerbindung zu Bens Kundengeschäften.Ich liebe einfach seine Arbeit und freuemich, wenn ich anderen Leuten davonerzählen kann. Lassen Sie uns nochweitere Dinge betrachten, die beachtetwerden sollten, wenn man das Pit Noise»abhört«.

Ein »Thin Top« bedeutet, dass esnicht allzu viele Bids auf diesemKurslevel gibt – gehen Sie davon aus,dass die Rallye scheitern wird. WennBen einen Scale Buyer oder Scale Seller

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erwähnt, interessiere ich mich dafür,was der Seller an welchen Levels tut.

Wenn Ben »Top Tener« erwähnt,bedeutet das, dass eines der zehn»höchsten Tiere« in der Pit irgendetwastut. Immer mal wieder hört man, dass einTop Tener short feststeckt, und dasbietet tolle Möglichkeiten, auf einenTrade aufzuspringen, da sie gezwungensind, Hunderte von S&P-Kontrakten zucovern, um aus ihren Positionenaussteigen zu können. Eine solcheInformation bekommt man nicht durchdas Betrachten eines Charts.

Ich höre auch gerne dem allgemeinenGeräuschpegel zu. Ist der Level ruhigund bedacht oder laut und schnell? Wennder Lärm explodiert, ist es fast so, als

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würden die Ticks einen Level von plus1.000 erreichen. Dieser Aktivitätsleveldauert nicht lang an, und die Märktewerden umkehren. Wenn der Ton leiseund ruhig ist und kontinuierlich lauterwird, werde ich der Richtung desMarkts so lang folgen, wie der Lärm»explodiert«, und dann aussteigen.

Ich höre dem Pit Noise am liebstenzu, um herauszufinden, ob das Noise fürdie Aufwärts- oder für dieAbwärtstrends lauter ist. Wenn einMarkt eine Rallye zeigt und das PitNoise laut ist, der Markt dannzurückfällt und das Pit Noise leiser wird– dann ist das ein glasklares Zeichendafür, dass das Momentun höher ist, undich werde deshalb alle Pullbacks an

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diesen Tagen kaufen. Das Gegenteil trifftauch hier wieder zu. Als ich mich daranerst einmal gewöhnt hatte, fiel es mirsehr schwer, einen Chart anzusehen unddiesen »Pit-Noise-Indikator« nicht imHinterkopf zu haben.

Es gibt viele andere Wege, das PitNoise zu nutzen. Wenn jemand über oderunter dem Markt ist, was die Größeangeht, und die Locals diesen Platzeinnehmen, sollten Sie in Richtung desMoves mitgehen. Das bedeutet, dass dieLocals die Märkte vorantreiben undnicht zurückdrängen.

Wenn Ihnen der Pit-Moderator sagt,was der Tiefpunkt ist und dass dieserTiefpunkt unter dem Tiefpunkt des Tagsliegt, den Sie auf dem Chart erkennen

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können, wird der Markt weiter fallenund an diesem Tag immer neueTiefpunkte erreichen. Wenn der Pit-Moderator sagt: »Halten Sie nach einemStopp Run bei 1.136 Ausschau!«, solltenSie auf diese Zahl achten, wenn Sie sichnoch darunter befinden.

Das Wichtigste beim Pit Noise ist es,nicht in Begeisterung zu verfallen. Es isteinfach, etwas für den heiligen Gral zuhalten, wenn man es das erste Mal in denHänden hält. Das ist es aber nicht. Es istnur ein weiteres Tool. Trader, die inBegeisterung verfallen, kaufen dieHöchststände und verkaufen dieTiefpunkte – wie jeder andere Amateurauch.

Es dauert etwa zwei Monate, in

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denen man dem Pit Noise regelmäßigzuhören muss, bis man sich darangewöhnt. Wenn man sich dann darangewöhnt hat, ist es schwer, ohne zuhandeln. Wir haben die DVDzusammengestellt, um den Lernprozessabzukürzen, und auf dieser DVDerklären wir sehr viel detaillierter, wieman dieses Tool verwendet.Informationen zu dieser DVD erhaltenSie auf www.tradethemarkets.com.

Es ist wichtig zu wissen, dass dieMärkte den Großteil des Tags mitKonsolidieren und Nichtstun verbringen.Trader, die auf einen Move warten undihm dann hinterherrennen müssen,werden immer benachteiligt seingegenüber denen, die bereits in dem

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Move sind. Die beste Art, dies zukompensieren, ist, eben dieseInsiderinformationen zu beobachten undnach Anhaltspunkten für geringenWiderstand zu suchen. Wenn die Märkteruhig sind, sollten Sie sich für dennächsten Move in eine Richtungpositionieren. Wenn der Move dannstattfindet, werden die Amateure ihmhinterherlaufen, und Sie können ihnenIhre Position verkaufen.

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TEIL 2

SpezielleIntraday- und

Swing-Setups fürFutures, Aktien,Optionen und

Forex

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Habe keine Angst davor, nurlangsam voranzukommen –habe Angst davor,stehenzubleiben.

– chinesisches Sprichwort

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6. KAPITEL

Das OpeningGap: die ersteund besteWahrscheinlichkeitdes Tages

TRADING OHNE EIN

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SPEZIFISCHES SETUP ISTWIE EINE REISE AN DENAMAZONAS OHNEKOMPASS

Bevor wir uns auf das erste Setup, dasOpening Gap-Play, stürzen, möchte ichan dieser Stelle eine Tatsache desBusiness anführen. Diese lautet wiefolgt: Trader, die ihren Lebensunterhaltmit Trading verdienen, werden in dreiKategorien eingeteilt:

1. Trader, die ein System haben, dassie jeden Tag anwenden

2. Trader, die ein System entwickelnund noch auf der Suche nach dem

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heiligen Gral sind3. Trader, die nie an spezifische

Systeme geglaubt haben undinstinktiv traden – und ihren Frauenimmer noch erklären müssen, wiesie so viel Geld verlieren konnten

Der Grund, warum ich dies hier nocheinmal wiederhole, ist folgender: Ichmöchte betonen, wie wichtig es ist, fürjeden Trading-Tag einen speziellen Plandafür zu haben, wie man ein Trade-Setup positioniert. Zusätzlich zumeigentlichen Setup muss außerdem einegewisse Basis existieren, von der ausman das Setup operieren lässt. DieseBasis besteht aus folgendenBestandteilen: Trading-Methode, Money

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Management und das Wissen über diebesten Märkte, auf denen dieses Setupam besten funktionieren könnte. Andersausgedrückt:

Es geht um viel mehr als nur »Wie istder Einstieg?« Tasten sich Trader ineinen Handel, oder werfen sie gleichalles hinein? Tasten sich Trader ihrenWeg aus einem Handel heraus, odersteigen sie auf einen Schlag aus? Ist esbesser, einen Tight Stopp und eingrößeres Volumen oder einenweiterläufigen Stopp und ein kleineresFinanzvolumen zu verwenden?Funktioniert dieser Trade besser imMini-Sized Dow oder im Euro? JederMarkt ist einzigartig. Jedes Setup istsingulär. Jeder Zeitrahmen ist speziell.

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Ohne diese zusätzlichen Daten sindTrader geradezu dazu verdammt zuscheitern und führen sich nur selbst ander Nase herum, wenn sie meinen, siekönnten mit dieser Strategie ihrenLebensunterhalt verdienen. Diese Leutemögen vielleicht ein paar Monate oderein Jahr lang ihren Spaß haben, und siekönnten vielleicht aus einem tollenTrade viel Geld mitnehmen – aber auflange Sicht funktioniert ihr System nicht.Der Sinn ist es doch, eine Situation zuschaffen, in der eine Person dieseTätigkeit als Hauptberuf ausüben kann –jeden Tag.

Diese Sektion befasst sich mit einerReihe von Setups für den aktiven Traderund ist eine Sammlung von Strategien,

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die ich derzeit in meinem Tradingebenfalls benutze. Spezifische Setupssind hervorgehoben mit genauenAngaben zu Einstieg, Ausstieg undStopp-Loss-Levels und konzentrierensich meist auf Intraday-Setups. Ichspreche auch über Swing-Setups, diesesind auch als solche ausgewiesen.Generell lässt sich jedes Setup, das beiStock-Index-Futures verwendet wird,auch bei individuellen Aktienverwendeen. Ausnahmen, die von dieserGrundregel abweichen, sindgekennzeichnet. Ich persönlich mag es,Day-Trading-Strategien in einem Konto,und Swing-Trading-Strategien in einemanderen Konto zu verwalten. Damit habeich einen besseren Überblick. Ich habe

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es vorgezogen, Setups zu präsentieren,die sehr erfolgreich waren, umdemonstrieren zu können, wie es ambesten gelingt, aus diesen Setupsauszusteigen. In Beispielen, in denen dieSetups ausgestoppt werden – und daswiderfährt einem –, ist das eine einfacheMethode des Ausstiegsmanagements –der Stopp wurde getroffen. Für einenTrader ist es wichtig zu wissen, dassnicht jeder Handel funktionieren wird.Es ist gut möglich, zwei oder drei Malausgestoppt zu werden, bevor er einenerfolgreichen Move erwischt. Das ist einnormaler Teil des Tradings, und es istwichtig, dass sich der Trader davonnicht frustrieren lässt. Eine typischeSituation, die ich schon mit eigenen

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Augen gesehen habe, ist, dass Trader auseinem Setup ausgestoppt werden unddann zögern, in ein nächstes einzusteigen– ein Setup, das natürlich erfolgreich ist.Oder sie werden ausgestoppt, und beimnächsten Setup nehmen sie die Gewinnezu schnell mit. Der Punkt ist, dass einTrader wie eine Maschine funktionierenmuss. An jedem Tag nehme ich an fünfIntraday-Setups teil. Eins dieser Setupswird ausgestoppt werden, zwei werdenanderweitig fehlschlagen, und zweiwerden Gewinne einbringen. An Tagen,an denen die ersten drei Trades bereits»Winner« waren, höre ichnormalerweise auf und verbuche meineGewinne.

Ich verwende eine Vielzahl

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spezifischer Setups in meinem Trading-Alltag. Ich habe am Anfang Aktien undAktienoptionen gehandelt, also befassensich die meisten Setups mit einemAspekt der Aktienmärkte, ob es sich nundabei um individuelle Aktien oder umMini-Stock-Index-Futures handelt. Ichspreche aber auch über Setups fürandere Märkte wie den Euro oder Bondsund auch über einige Forex-Setups.Einige dieser Setups habe ich selbstentwickelt, andere sind von Leuten, mitdenen ich zusammenarbeite. Ziel diesesTeils des Buchs ist es, Ihnen spezifischeSetups zu bieten, die Sie schon amnächsten Trading-Tag verwendenkönnen. Diese Sektion soll Ihnenaußerdem eine Vorlage bieten, Ihre

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eigenen Setups zu entwickeln. Dergrößte Unterschied beim Traden ergabsich in dem Moment, als ich lernte, meinGehirn auszuschalten und mich nur aufeine Hand voll Setups zu konzentrieren.Hatte ich die Setups erst einmal erlernt,bestand die nächste Herausforderungdarin, die Disziplin aufzubringen, diesenSetups immer auf die gleiche Art zufolgen – jedes Mal. Ich habe diesesProblem gelöst, indem ich über meineTrading-Aktivität ein Jahr lang Buchführte und mich mit jedem Setupgenauestens beschäftigte. Wenn ich vomSetup abwich, versuchte ich, das genaudurchzuplanen, und bin dann zu früh aus-oder zu spät eingestiegen – all dasschrieb ich mir in meiner Statistik unter

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der Rubrik »Impulse Play« auf. Nacheiner Weile fiel mir auf, dass dieseImpulse Plays mir kein Geldeinbrachten. Ich bekam sozusagen dieErleuchtung, und mein Fokus beimTrading verschob sich dramatisch.Anstatt mich auf potenzielle Gewinneeines Trades zu konzentrieren oder mirSorgen zu machen, ich könnte einenMove verpassen, konzentrierte ich michdarauf, ein einwandfreies Setupauszuführen. Und genau das ist derUnterschied zwischen einem Profi-Trader und einem Trader, der einruhiges Leben voller Frust lebt. Das istsehr hart. Aber es ist der Unterschiedzwischen Leben und Tod.

Es ist, als würde man mit dem

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Rauchen aufhören. Entweder entschließtman sich, eine neue Zigaretteanzuzünden, oder man tut es eben nicht.Man rechnet von Tag zu Tag. Mit jedemTag, an dem man sich keine Zigaretteansteckt, wird die Chance größer, niewieder zu rauchen. Genauso ist es beimTraden: Mit jedem Tag, an dem derTrader seine Setups diszipliniertausführt – auch wenn das bedeuten kann,sich aus einem Market Raceherauszuhalten –, steigen seine Chancen,es in diesem Business zu etwas zubringen. Wenn Sie Action mögen:Fahren Sie nach Disneyland.

Obwohl ich nicht hinter Ihnen stehenund Ihnen bei Ihrem Ringen um Disziplinhelfen kann, kann ich Ihnen dennoch die

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Setups zeigen, die ich für mein Tradingverwende. Ich habe sie in etwa sosortiert, wie ich sie an einem Trading-Tag verwenden würde. Wenn Sie dieseSetups dann austesten, werden Siefeststellen, dass Sie zu einem Setup mehrtendieren als zu einem anderen. LassenSie das nicht außer Acht, da ein Traderimmer dazu neigt, Setups und Märkte zuhandeln, die zu seiner oder ihrerPersönlichkeit passen. Lassen Sie unsalso einen Blick auf das erste Setupwerfen, das gleichzeitig eines meinerLieblings-Setups ist: das Opening Gap-Play.

NICHT ALLE GAPS SIND

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GLEICH

Ich halte Gap-Plays für die beste Art, ineinen Trading-Tag zu starten. Sie sindnicht nur die ersten Trades der Sessionder Aktienmärkte, sondern können auch– und das ist viel wichtiger – viel überdie an diesem Tag stattfindendeMarktaktivität aussagen. Deshalb werdeich über dieses Setup mehr sprechen alsüber die anderen.

Gaps sind »Contrarian-Plays« oder»Fade-Plays«, wie ich sie gerne nenne.Opening Gaps bringen viel Begeisterungund Emotionen der Marktteilnehmer mitsich, und ich will einsteigen und dieandere Seite dieser Emotioneneinnehmen. Dieses Play ist komplett

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gegen die »Menge« der Leute gerichtet –etwas, was ich sehr gern mag – undeiner der Trades mit dem wohlniedrigsten Risikofaktor. Was genau istein Gap? Gaps treten auf, wenn derEröffnungskurs einer Session höher oderniedriger ist als der Schlusskurs desVortags. Das schafft ein Gap (eineLücke) in den Kurslevels auf den Charts.Es ist wichtig zu wissen, dass derTrader diese Gaps nicht sehen wird, biser einen speziellen Gap-Chart aufgestellthat. Bei einem 24-Stunden-Chart wirdder Trader das Gap nicht sehen. Überdieses Phänomen werden wir in Kürzenoch sprechen.

Bei Gaps sind nicht alle Märktegleich. Gaps auf »Single-Item«-Märkten

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verhalten sich anders als Gaps auf»Multi-Item«-Märkten. Beispiele fürSingle-Item-Märkte sind Bonds,Währungen, Getreide oder einzelneAktien. Die Gaps hier treten an einembestimmten Punkt auf – aber nichtzwingendermaßen am gleichen Tag. Beidiesem Play interessiere ich michbesonders für Gaps, bei denen dieWahrscheinlichkeit groß ist, dass sie amgleichen Tag auftreten, an dem siegeschaffen wurden. Bei den Single-Item-Märkten kontrolliert ein News-Item dengesamten Verlauf eines Tags, statt nureinen kleinen Teil des gesamten Index’zu beeinflussen.

Das trifft speziell auf einzelne Aktienzu. Diese sind wie Politiker: Jeden Tag

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zaubern sie ein neues Skelett aus ihremWandschrank. Gewinnnachrichten,Unternehmensskandale und Insider-Deals können Gaps hervorrufen, die niewieder geschlossen werden. Ken Layund Bernie Ebbers wünschen sichsicher, dass ihre Enron- und WorldCom-Aktien ihre Overhead-Gaps schließenwürden. Unglücklicherweise sind dieChancen, dass dies geschieht, in etwa sogroß wie die, dass sich die EuropäischeUnion auf eine einheitliche Verfassungeinigt. Mit anderen Worten: Es wirdnicht geschehen. Auf Grund derunberechenbaren Natur der Aktien sindsie schlechte Kandidaten für Gap-Fills.Die Ausnahme von dieser Regel stellenGaps bei einzelnen Aktien dar, die

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wegen des Markts »gappen«, und nichtwegen einer bestimmten Meldung. Wieerkennt man so etwas? Wenn eine Aktieum zehn Cent für jeden Move um einenPunkt am S&P gappt und es keine neuenMeldungen für diese Aktie gibt, darf sieals Gap-Play angesehen werden. EinBeispiel: Wenn KLAC ein Gap von 42Cent zeigt, der S&P ein Gap-up von 4.00Punkten zeigt und es keine Nachrichtenvon KLAC gibt, kann man es als Gap-Play bezeichnen. Die Aktie bewegt sicheinfach gemeinsam mit dem allgemeinenMarkt.

Verglichen mit Single-Item-Märktenstellen Multi-Item-Märkte wie der E-Mini S&P, der Mini-Sized Dow Futuresoder ihre äquivalenten ETFs (Exchange

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Traded Funds) über die Spiders (SPY)oder Diamonds (DIA) tolle Kandidatenfür Gap-Plays dar. Der Grund hierfürist, dass es individuelle Komponentendieser Indizes gibt, die auf verschiedeneNachrichten unterschiedlich reagieren:Gute Nachrichten für Öl- sindgleichzeitig schlechte fürTransportunternehmen, und guteNachrichten für Rüstungs-Aktien könnenschlechte für die Tourismusbranche sein.Das bedeutet: Obwohl der Markt aufGrund einer Meldung ein Gap-up zeigt,gibt es immer noch einzelne Aktien aufdem Markt, welche die Meldungignorieren oder wegen dieser Meldungabfallen. Diese Reaktion, kombiniert miteinem plötzlichen Pullback bei den

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starken Papieren, die ein Gap-up zeigen,wertet den gesamten Index ab und schafftso eine Möglichkeit für den Markt, dasGap zu schließen. Zusätzlich beobachtenviele Fondsmanager die Gaps. Sie habendas schon lang getan und wissen, dassdie Märkte es hassen, »unvollständigeCharts« mit offenen Gaps zuhinterlassen. Wenn die Märkte ein Gap-up zeigen, werden sie generell longgehen, bis ein Pullback eintritt und dieGaps schließt. Hier handelt es sich alsofast um eine Prophezeiung, die sich zurHälfte selbst erfüllt.

Was ist mit dem Nasdaq oder demRussell? Ich habe auch diese Märktebeobachtet, und obwohl sie ihre Gapsoft füllen, ist die Anzahl der gefüllten

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Gaps doch geringer als im Dow oder inden S&Ps. Meine Lieblings-Gap-Playsfinden in den Mini-Futures und denETFs statt und repräsentieren damit alsoden Dow und den S&P 500.

Die Magie des PremarketVolumeDas Tolle an Gaps ist, dass sie wie einoffenes Fenster funktionieren. Und wiealle Fenster werden sie zu einembestimmten Zeitpunkt wiedergeschlossen. Die Krux ist nun also,genau vorhersagen zu können, wann dasGap (Fenster) aufgefüllt (geschlossen)wird. Ebenso wichtig wie die Analysedes Gaps an sich ist die Analyse der

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Marktumstände, die das Gaphervorgerufen haben. Es gibt unzähligeGründe für ein Gap.Gewinnüberraschungen,Terrordrohungen, Übernahmemeldungen,Wirtschaftsberichte – jeden Morgenwerden die Märkte mit Nachrichtenbombardiert. Es geht gar nicht so sehrum die Neuigkeit an sich, sonderndarum, wie der Markt darauf reagiert.Alles, was man tun muss, um dieseReaktion zu erkennen, ist, einen Blickauf das Premarket Volume zu werfen.Zusätzlich zu den News Gaps, die mehroder weniger ein Kindergeburtstag sind,gibt es auch noch professionelle Gaps.Diese werden gemacht, um Privatanlegeraus den Märkten herauszuhalten. Das

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geschieht, wenn der Dow ein Gap-up um100 Punkte zeigt und dann für den Restdes Tags in oberen Bereichen bleibt.Der Move fand also im Wesentlichenstatt, bevor der Markt eröffnet wurde.Die Profis, die vorbereitet waren,profitieren davon, während diePrivatanleger vor dem Nichts stehen undkeine Möglichkeit haben, an dem Moveteilzunehmen. Und wiederum kann dasPremarket Volume einem Trader sagen,ob es sich bei diesem Gap um einprofessionelles Gap handelt oder ob eszu einer Kurssteigerung führt, bei dereine große Chance besteht, dass das Gapam gleichen Tag noch geschlossen wird.Gaps als Reaktion aufNachrichtenmeldungen oder kleine Gaps

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sind allerdings viel häufiger. Sie sindvon Natur aus kleiner und besitzen einniedriges bis moderates PremarketVolume, schließen sich und verblassenschnell.

Nun stellt sich die Frage, ob ich denGrund für das Gap ignoriere und nachwas ich suche, um herauszufinden, obich das Setup ausführen soll oder nicht.Premarket Volume wobei genau? DieHauptsache, die ich beobachte, ist dasPremarket Volume in einem bestimmtenSet von Cash Stocks. Ich beobachte gernauch jene Cash Stocks, die auch Single-Stock-Futures (SSFs) handeln. EineListe dieser Aktien ist aufwww.oncechicago.com erhältlich.Während ich hier schreibe, gibt es etwa

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120 Aktien – allesamt große – die eingroßes Volumen handeln. Bedenken Sie,dass ich mich nicht auf das Volumen desSSF-Kontraktes konzentriere, sondernauf das der eigentlichen zu Grundeliegenden Aktie (Cash Stock).Besonders gern beobachte ich KLAC(KLA Tencor Corp.), MXIM (MaximIntegrated Products Inc.), NVLS(Novellus Systems Inc.) und AMAT(Applied Materials Inc.). Ich schätzediese Aktien, weil sie in der PremarketSession schon aktiv getradet und sowohlvon privaten Investoren als auch vonFondsmanagern aggressiv gehandeltwerden. Obwohl diese Komponentennicht Teil des Dow sind, sagen siedennoch viel darüber aus, wie der Markt

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mit einer bestimmten Nachricht umgeht.Wenn das Volumen dieser Aktien sehrhoch ist, ist es offensichtlich, dass derMarkt diese Meldung sehr ernst nimmt.Ist das Volumen bei diesen Aktien ehergering – was öfter der Fall ist –, hat derMarkt entweder kein Interesse an derMeldung oder, und das istwahrscheinlicher, er hat bereits daraufreagiert. Eben an diesen Tagen habendie Gaps gute Chancen, noch an dem Tagaufgefüllt zu werden, an dem sie auchentstanden sind.

Ich suche nach dem PremarketVolume dieser Aktien um 9:20 Uhr, alsozehn Minuten vor Eröffnung derregulären Session. Die PremarketSession eröffnet um 8:00 Uhr – die

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Daten haben also den Wert von einerStunde und 20 Minuten Trading. Wenndiese Aktien unter 30.000 Anteilen proAktie gehandelt werden, hat das Gap (upoder down) eine Chance von 85 Prozent,dass es am selben Tag wiedergeschlossen wird. Wenn es sich aber um50.000 Anteilen pro Wertpapier handelt,schrumpft diese Chance auf 60 Prozent.An diesen Tagen hat der Wechselpunkteiner Aktie eine Chance von 85 Prozent,getroffen zu werden – ich berücksichtigediesen Umstand also und passe meinZiel an. Ein Beispiel: Wenn das Gap 50Punkte am Dow beträgt und dasPremarket Volume eher moderat ist,wird mein Ziel 25 Punkte von meinemEinstieg betragen anstatt 50 Punkte –

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denn das würde einem Gap-Fillentsprechen. Wenn das PremarketVolume aber über 70.000 Anteile proAktie steigt, fallen die Chancen für dasGap auf 30 Prozent. Diese Tageenthalten für gewöhnlich einProfessional Break-away Gap. Andiesen Tagen halte ich mich raus: Ichstehe am Rand und warte darauf, dasssich eines meiner anderen Setupsentfaltet.

Warum funktioniert dieser Indikatordes Premarket Volume? Das ist so, alswürden Sie mit einem Auto bergauffahren – einmal mit fast leerem undeinmal mit vollem Tank. Wenn derMarkt einen Move zeigen wird, wird esechtes Volumen geben, das in den Cash-

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Markt fließt und das Auto über den Berghievt. Wenn der Markt einen Bluff spielt,wird das Volumen in den Cash-Märktenniedrig sein, da keine echte Überzeugungin dem Move herrscht. Ignorieren Siedie Nachrichten, und folgen Sie demGeld. Tabelle 6.1 zeigt, wie ich dieseInformationen zum Managen meinerTrades nutze:

Premarket-Volumen beiSchlüsselaktien

Positionsgröße Handelsziel

Weniger als30.000 Gesamtgröße Ausstiegsposition

zum Gap füllen

Zwischen30.000 und70.000

2/3 Größe

Ausstieg mit derHälfte, um 50 %des Gap zu füllen,die andere Hälfte

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füllt das Gap

Über 70.000nichtnachlassenderHandel

nichtnachlassenderHandel

Tabelle 6.1

Es gibt viele Tage, an denen drei derAktien unter 30.000 Anteilen und eineweitere Aktie über 95.000 Anteilengehandelt werden. In solchen Fällenschaue ich zuerst nach, ob esirgendwelche speziellen Nachrichten fürdiese Aktie gibt. Ist dem so, verwerfeich es. Wenn es keine Meldung gibt,sehe ich es als durchschnittlich an undnenne es ein »moderates« Gap und»spiele« dementsprechend. Dasbedeutet, dass mein Ziel für die erste

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Hälfte 50 Prozent des Gap-Fills beträgt,anstatt die ganze Position für einkomplettes Gap-Fill zu halten. Beimoderaten Gap-Plays bleibe ich nichtbei meinem ursprünglichen Stopp, auchdann nicht, wenn ich aus der Hälftemeiner Position aussteige.

Die besten Tage der Wochefür diesen TradeEiner meiner Trading-Partner, HubertSenters, hat über die vergangenenviereinhalb Jahre Daten auf Basis vonungenauen Gaps gesammelt und dabeialle Werte des Premarket Volumeignoriert. In Tabelle 6.2 sind dieseDaten nach Wochentagen sortiert und

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zeigen Prozentsätze dafür, an welchenTagen die Gaps mit welcher Häufigkeitam selben Tag komplett geschlossenwerden konnten.

Wie durch diese Daten belegt, habenGaps eine große Chance, am selben Tagwieder geschlossen zu werden. Würdejemand an einem Blackjack-Tisch überdie gleichen Wahrscheinlichkeitenverfügen, dann wäre Las Vegasinnerhalb von drei Monaten pleite. Vordiesem Hintergrund ist es wichtig, sichbewusst zu machen, dass der Montag derTag mit der geringsten Anzahl angefüllten Gaps ist. Der Hauptgrundhierfür ist, dass die meisten Break-away-Gaps am Montag auftreten – esgibt viele Dinge, die sich über das

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Wochenende entwickeln können. AnMontagen nehme ich immer noch Gapsmit niedrigem Volumen, aber wenn dasVolumen moderat ist, werde ich Gapsignorieren, die über 50 Dow-Punktenoder fünf S&P-Punkten liegen.Schließlich habe ich herausgefunden,dass der Expiration Day (jeder dritteFreitag im Monat) und der ersteTrading-Tag des Monats nur niedrigeWahrscheinlichkeiten von 55 bis 60Prozent aufweisen. An diesen beidenTagen lasse ich alle Gaps unberührt. Dieeinzige Ausnahme besteht dann, wenndas Premarket Volume sehr niedrig ist.Selbst wenn das Premarket Volumeverwirrend wird und der Trader dieWerte des Tags nicht versteht, sind die

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Chancen da, und der Trade ist es wert,ausgeführt zu werden.

TRADING-REGELN FÜRGAP-DOWN-KÄUFE (GAP-UP-VERKÄUFE INUMGEKEHRTERRICHTUNG)

TagGefüllteGaps inProzent

Montag 65 %Dienstag 77 %Mittwoch 79 %

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Donnerstag 82 %Freitag 78 %Tabelle 6.2

Die Regeln für Gap-down-Käufe(Gapdown Buys) basieren auf einemniedrigen Premarket Volume Gap. Wenndas Volumen moderat ist, mache ichgenau das Gleiche, außer, dass ich ausder Hälfte meiner Position aussteige,wenn die Märkte jenes Kurslevelerreichen, das 50 Prozent des Gap-Fillsausmacht. Wenn das Premarket Volumehoch ist, lasse ich dieses Trade-Setupsein. Denken Sie daran, das hier ist einFade-Play. Ich werde ein Gap-downkaufen und ein Gap-up shorten. Diefolgenden Regeln gelten für ein Gap-

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down:1. Zuerst stelle ich einen Intraday-

Gap-Chart auf, der die Daten von9:30 bis 16:15 Uhr sammelt. Sokann ich die Gaps sehen. Diesewürde man auf 24-Stunden-Chartsoder »Regular Session«-Daten derFuture-Märkte nicht erkennen.

2. Ein Gap muss mindestens zehn YModer einen ES-Punkt betragen, sonstlasse ich es aus.

3. Wenn ein Gap über 70-YM odersieben ES-Punkten liegt, schaue ichmir das Premarket Volume genauan. Die meisten Break-away-Gapssind sehr groß. Wenn dasPremarket Volume dennoch niedrigbis moderat ist, werde ich

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einsteigen.4. Bei einem Gap-down kaufe ich den

YM oder ES auf dem Markt, wennder reguläre Markt um 09:30 Uhreröffnet. Der DIA oder SPY lässtsich ebenfalls verwenden. Es istgar nicht wichtig, welcher Marktverwendet wird. Dazu gibt es aberzwei Ausnahmen: Wenn einer derStocks aus dem Gleichgewichtgeraten ist, werde ich das Gap inden S&Ps spielen. Aus demGleichgewicht heißtbeispielsweise, dass IBM durchGewinne um zehn Punkte gestiegenist – die Aktie ist nicht imGleichgewicht mit dem Rest derMärkte. Die andere Ausnahme:

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Wenn ich den Dow speziell ineinem anderen Setup nutze, sagenwir dem Squeeze oder dem PivotPlay (diese werden in denkommenden Kapiteln besprochen),dann spiele ich das Gap in denS&Ps. Auf diese Weise bin ichimmer noch im Gap-Play, wenn dasnächste Setup bereits loslegt – ichkann es einfach in den Dowaufnehmen und meinen Gap-Tradearbeiten lassen.

5. Wenn die Gaps geschlossenwurden, setze ich einenschützenden Sell-Stopp mit denfolgenden Parametern ein:

Bei Gaps unter 40 YM odervier ES-Punkten verwende ich

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eine Eineinhalbzu-eins-Risk-Reward-Ratio. (Beispiel: Beieinem 20-Punkte-Gapverwende ich einen 35-Punkte-Stopp.)Bei Gaps über 40 YM odervier ES-Punkten verwende icheine Eins-zueins-Risk-Reward-Ratio. (Beispiel: Beieinem 45-Punkte-Gap setzeich einen 45-Punkte-Stopp.)

6. Mein Ziel ist der Gap-Fill an sich.Wenn der gestrige Schlusskurs1.058,50 an den S&Ps betrug, istdas mein Ziel für den Gap-Fill. Beieinem moderaten Volume Gapwerde ich dieses Ziel aufsplitten:Mein halbes Ziel bei 50 Prozent

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des Gap-Fill, und den Rest lasseich für einen eventuellenkompletten Gap-Fill.

7. Ich verändere bei diesem Setupkeine Stopps.

8. Wenn ich ausgestoppt werde, istdas Gap-Play für diesen Tagvorbei.

9. Wenn zur Schlussglocke weder dasZiel noch der Stopp getroffenwurde, steige ich aus meinerPosition auf dem Markt aus.

10. Beim Gap-Play gibt es nur einmögliches Setup pro Trading-Tag.

WER KRIEGT DENHINTERN VERSOHLT UND

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WARUM?

Einer der wichtigsten Schritte für Traderist es zu verstehen, warum sie in einembestimmten Trade Geld verdienen – wasgleichbedeutend damit ist, zu verstehen,wer auf der anderen Seite des TradesGeld verliert. Wem tut es weh – undwarum?

Wenn die Märkte ein Gap-downzeigen, gibt es für gewöhnlich zweiGruppen, die »verletzt« werden. Da gibtes zum einen die Leute, die vom Vortagnoch »long« sind. Wenn die Märkte einGap-down zeigen, werden sie entwederausgestoppt, oder sie bekommen Panikund verkaufen. Zum anderen gibt es dieLeute, die flat sind, das Gap-down

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sehen, meinen, das sei das Ende derWelt, und anfangen zu shorten. In diesemSetup möchte ich auf der anderen Seitebeider Gruppen stehen, weil beide starkemotional auf die Märkte reagieren unddiese Emotionen sie dazu veranlassen, ineinen Trade einzusteigen. Wenn sieverkaufen, kaufe ich. Eben diese beidenGruppen werden der Antrieb für dieRallye sein: die erste durch Panikkäufeund den Versuch, ihre Verlustewettzumachen, und die zweite Gruppedurch Short Covering über die Stopps,die sie gesetzt haben, als sie ihren Short-Trade begonnen haben. Lassen Sie unseinen Blick darauf werfen. Diefolgenden Charts sind an speziellenPunkten gekennzeichnet, an denen

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Kursaktionen laufen. Jede der Listen, diezum jeweiligen Chart gehören, ist sonummeriert, dass der Text nach »2«Punkt 2 im Chart beschreibt.

SPEZIFISCHE BEISPIELEFÜR GAP-TRADING

Mini-Sized Dow –Dezember-2003-Kontrakt,15. Oktober 2003

1. Der Mini-Sized-Dow-Kontraktschließt bei 9.717 am 14. Oktober(siehe Abbildung 6.1).

2. Am 15. Oktober liegt der

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Eröffnungswert um 09:30 Uhr bei9.762 – ein Opening Gap von +45Punkten. Ich »fade das Gap« gleichbei Eröffnung und shorte den YMauf dem Markt. Mein schützenderStopp ist 45 Punkte von meinemEinstieg entfernt bei 9.807, undmein Ziel ist das Gap-Fill, also derVortagsschlusskurs von 9.717.

3. Das Gap-Fill ist komplett, wennder Kurs den Vortageswerterreicht. Das geschieht 35 Minutennach Markteröffnung. Das hier istein ziemlich gelassener Trade. Ichnenne diese schnellen Gap-Fills»Bahama Gaps«, weil sie relativgelassen, schnell und stressfreisind. Dieser Trade bringt einen

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Netto-Profit von 225 US-Dollarpro Kontrakt ein.

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Abbildung 6.1

Mini-Sized Dow –

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Dezember-2003-Kontrakt,16. Oktober 2003

1. Der Markt schließt bei 9.704 am15. Oktober (siehe Abbildung 6.2).

2. Der Markt eröffnet um 09:30 Uhram 16. Oktober mit 9.645 – einGap-down um 59 Punkte. Ich kaufezu diesen Levels und setze einenStopp bei 9.586 ein.

3. Viele Leute, die Gaps handeln,wären hier bei Punkt 3 ausgestopptworden, weil sie ihren Stopp nachoben korrigiert haben, um ihreGewinne zu schützen. Für dieseLeute ist das Gap-Play nun vorbei.

4. Ich bleibe mit den speziell für Gapsentwickelten Parametern im Trade,

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und damit bleibe ich in einemprofitablen Handel, der vieleandere Tader bereits abgeschüttelthat (siehe Abbildung 6.3). DerGrund hierfür ist, dass die anderenTrader für jedes Play Blanko-Parameter verwenden, anstatt sichspezielle Parameter für speziellePlays zu entwickeln. Obwohl vieleGaps innerhalb der ersten Stundewieder geschlossen werden, kannes bei anderen viele Stunden odersogar länger dauern. Ich setze gerneinfach die Parameter und widmemich etwas anderem, während derMarkt »sein Ding durchzieht«. Ichnenne diese Art von Gap »SomaliaGaps«. Anders als bei den Bahama

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Gaps verursachen sie viel Stressbei den Leuten, die sie beobachten.Es ist okay, Stress zu haben.Professionelle Trader reagiereneinfach nicht drauf und verlassensich auf die Parameter, die siegesetzt haben. Dieser Trade brachteeinen Nettogewinn von 295 US-Dollar pro Kontrakt ein.

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Abbildung 6.2

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Abbildung 6.3

Bedenken Sie: Eins der deutlichsten

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Anzeichen dafür, dass man es mit einemAmateur-Trader zu tun hat, ist einePerson, die bei jedem Trade TightStopps und ein Risk Reward Ratio vondrei zu eins verwendet. Die meistenAnfänger werden von ihren Brokernangewiesen, diese Formel zu verwendenund einen Punkt zu riskieren, um dreigewinnen zu können. Während sich derTrader wundert, warum er immer dannausgestoppt wird, wenn der Markt zudrehen beginnt, zählt der Broker seineKommissionseinnahmen. Generell gilt,dass weiter reichende Stopps mehrerfolgreiche Trades produzieren. DerSchlüssel bei diesen weit entferntliegenden Stopps liegt natürlich darin,nur Setups auszuführen, die eine größere

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Gewinnchance als 80 Prozent besitzen.Das Gap-Play, das ich beschreibe, mitden Parametern, die ich verwende,besitzt eine Chance auf Gewinn, dieüber 80 Prozent liegt. Durch dieVerwendung eines Tight Stopps beieinem Gap-Play fallen dieErfolgschancen eines Trades dramatisch– auf weniger als 30 Prozent.Grundsätzlich ist einer der Gründe,warum viele Trader es in diesemGeschäft nicht schaffen, dass sie Stoppsverwenden, die einfach zu eng (tight)sind. Das mag wie ein Gegensatzwirken. Aber wenn nahezu jeder Tradeausgestoppt wird, ist es schwer, Geld zuverdienen.

Was bei den Gap-Plays ebenfalls

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sehr wichtig ist, ist die Tatsache, dassein aktives Nachziehen der Stoppsnegative Auswirkungen auf die Gewinn-Verlust-Ratio hat. Wenn die Parametererst einmal eingesetzt sind, ist das Beste,was ein Trader tun kann, sichzurückzulehnen und die Orders ihren Jobmachen zu lassen. Obwohl eineOptimierung beispielsweise beim Auto-Tuning eine gute Sache ist, funktionierteine Optimierung bei Gaps leider nicht.

Mini-Sized Dow –September-2004-Kontrakt,2. August, 2004Ich habe herausgefunden, dass sich vieleTrader viel zu sehr mit den Ursachen

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eines Gaps beschäftigen. In Wirklichkeitist die Ursache aber bedeutungslos.Gaps treten auf, weil eine Welle vonEmotionen auf die Märkte trifft – unddas zur Eröffnungsglocke. Dennoch hatdie eigentliche Ursache des Gaps wenigAuswirkungen darauf, ob das Gapgeschlossen wird oder nicht. AmSonntag, 1. August 2004, sprach die US-Regierung eine Terrorwarnung aus undgab bekannt, dass es Gerüchte übereinen geplanten Flugzeugangriff auf einFinanzzentrum gebe. Die Märkte wurdennervös und zeigten ein massives Gap-down am Morgen des 2. August (sieheAbbildung 6.4).

1. Am Freitag, 30. Juli 2004,schlossen die Mini-Sized-Dow-

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Futures bei 10.142.2. Am Montag, den 2. August 2004,

eröffnen die Märkte bei 10.091 –ein Minus von 51 Punkten. Ichkaufe bei der Eröffnung um 09:30Uhr und platziere einen Stopp bei10.040. Einen Großteil des Tagswaren die Märkte unstet, und ichsprach mit anderen Tradern, diesich wegen der terroristischenBedrohung Sorgen machten. Lasseich diese »Nervosität« meinTrading beeinflussen? Sollte ichden Gründen für das Gap mehrAufmerksamkeit schenken?

3. Später am Tag streben die Märktenach oben, und ich steige am Gap-Fill aus (siehe Abbildung 6.5).

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Gaps sind das ultimative Spiel derGegensätze: Lassen Sie sich nichtvon der Masse mitreißen. DieserTrade brachte einen Nettogewinnvon 255 US-Dollar pro Kontraktein.

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Abbildung 6.4

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Abbildung 6.5

E-Mini S&P – September-

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2004-Kontrakt, 24. August2004

1. Am 23. August schloss der ES bei1.097,00 (siehe Abbildung 6.6).

2. Am nächsten Morgen steht der ESbei Eröffnung bei 1.101,00 – vierPunkte über dem Schlusskurs. Ichshorte bei Eröffnung und platziereeinen Stopp bei 1.105,00.

3. Ein wenig länger als eine Stundespäter ist mein Ziel getroffen, alsder E-Mini S&P das Gap schließtund mir einen Gesamtgewinn von200 US-Dollar pro Kontraktbeschert.

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Abbildung 6.6

E-Mini S&P – September-

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2004-Kontrakt, 4. August2004

1. Am 3. August 2004 schließt der ESbei 1.097,50 (siehe Abbildung 6.7).

2. Am nächsten Morgen zeigt derMarkt ein Gap-down und eröffnetbei 1.094,25 – ein Gap von 3,25Punkten. Ich verwende also eineRisk-Reward-Ratio von eineinhalbzu eins und platziere meinen Stoppbei 1.089,25

3. Ich kaufe bei Eröffnung. Der Marktsteigt und fällt dann wieder aufneue Tiefpunkte. Ein wenig längerals eine Stunde später hat sich derMarkt erholt, und ich steige beimGap-Fill aus meiner Position aus.

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Die Märkte verbringen einengroßen Teil des Tags in einemkleinen, engen Bereich und zeigennur gegen Schluss eine Rallye. Anvielen Tagen ist das Gap-Play nichtnur der sicherste, sondern auch dereinzige Trade, den man eingehensollte. Man nennt den Markt unstet,wenn er sich in einem engenBereich mit geringem Volumenbefindet, weil er neuere Traderdem Tod näher bringt. DieserHandel brachte einen Gewinn von162,50 US-Dollar pro Kontrakt ein.

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Abbildung 6.7

E-Mini S&P – September-

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2004-Kontrakt, 14. Juli2004

1. Am 13. Juli schlossen die E-MiniS&Ps bei 1.114,75 (sieheAbbildung 6.8).

2. Am nächsten Morgen eröffnet derMarkt mit einem Minus von 5,75Punkten bei 1.109,00.

3. Ich kaufe bei Eröffnung undplatziere einen Stopp bei 1.103,25.

4. Das Gap schließt sich nach knappeiner Stunde – ein weiteresBeispiel für ein »Bahama Gap«, daes mit einem Minimum an falschenMoves sehr entspannt zu traden ist.Dieser Handel brachte einenGewinn von 287,50 US-Dollar pro

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Kontrakt ein.

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Abbildung 6.8

WAS MAN MIT NICHT

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GESCHLOSSENEN GAPSMACHEN SOLLTE

Eines muss man sich immer wieder insGedächtnis rufen: Wenn 80 Prozentdieser Plays Gewinn einbringen,bedeutet das, dass 20 Prozent Verlusteeinfahren. Es gibt sogar einenbestimmten Grund, warum ich esmanchmal irgendwie mag, Trades zuverlieren: Es bleibt ein Open Gap in denMärkten. Ein Open Gap ist wie einschwarzes Loch, das die Kurseschließlich wieder zurück auf ihrAnfangsniveau zieht. Wann immer dieMärkte ein Open Gap offen lassen,markiere ich mir dieses Level auf einem

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Notizblock und klebe den Zettel anmeinen PC. Schauen wir uns dasBeispiel in Abbildung 6.9 an:

Gehen wir ein wenig näher daraufein, wie man dies hier unter Verwendungeines Kontos mit 100.000 US-Dollarspielt und die neuen Kontrakte als vollePosition verwendet – ein Kontrakt füretwa 11.100 US-Dollar im Konto. Klar,ein Trader kann wesentlich mehrKontrakte handeln als die in einemKonto von 100.000 Dollar, und es gibtviele Broker, die ihn dazu ermutigenwürden.

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Abbildung 6.9

Mit einigen Brokern kann es einTrader schaffen, 100 Kontrakte in einem100.000-US-Dollar-Konto zu traden.Das ist jedoch schlicht und einfachverrückt. Nur weil man etwas tun kann,

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heißt das nicht, dass man es auch tunsollte. Der Hebel hier ist viel zu groß.Trader, die einen bescheidenen Zwei-Punkte-Stopp in den S&Ps verwendeten,könnten viermal in Folge ausgestopptwerden. Was geschieht also mit ihnen?Zwei Punkte x 50 US-Dollar x 100Kontrakte = 10.000 US-Dollar. VierStopps nacheinander = 40.000 US-Dollar. Ich habe mehr als genug vondiesen Leuten gesehen, ihr Verhalten isteinfach unentschuldbar. Es gibt vieles,was ein Mensch in seinem Leben tunkann. Er kann ein Glas oder eine ganzeFlasche Wein trinken. Er kann eineTasse Kaffee oder die ganze Kannetrinken. Er kann jeden Tag Sport treibenoder nur vor dem Fernseher sitzen. Das

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ist alles eine Frage der Auswahl. Nurweil man etwas tun kann, heißt das nicht,dass es auch eine gute Idee ist, es zu tun.Wählen Sie nach bestem Gewissen aus.Widmen wir uns wieder unseremBeispiel.

Am 18. August erlebten wir ein Gap-up von 44 Punkten im Dow, das aufverschiedene Wirtschaftsdatenzurückzuführen war. Ich shortete beiEröffnung. Der Markt zeigte eine Rallye,es fand ein Sell-off statt, und als dieZahlen veröffentlicht wurden, stieg derMarkt noch einmal weiter an. Ich hatteeinen 44-Punkte-Stopp, und die Märkte»rannten« durch dieses Level hindurchund generierten damit Verluste von 220US-Dollar pro Kontrakt oder 1.980 US-

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Dollar.Ich starte in den nächsten Trading-

Tag mit dem Wissen, dass ein»schwarzes Loch« existiert – ich kannförmlich sein »Schlucken« hören. Amnächsten Tag erleben wir einbescheidenes 13-Punkte-Gap-up, dasdurch wenig Volumen verursacht ist.Das Gap-up funktioniert schnell undbringt 65 Dollar pro Kontrakt (585Dollar). Am nachfolgenden Tag sehenwir ein schönes 52-Punkte-Gap-down,das einige Stunden braucht, um wiedergefüllt zu werden, aber es bereitet wenigKopfschmerzen (260 Dollar proKontrakt = 2.340 Dollar). Am wiederumfolgenden Tag sehen wir ein 44-Punkte-Gap-up mit einem moderaten Volumen.

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Man nähert sich unserem Stopp, aber dasGap wird schließlich mit 255 Dollar proKontrakt bei vier Kontraktengeschlossen. Ich hatte die ersten fünfKontrakte gecovert, als wir bei 50Prozent des Gap-Fill-Levels standen,also bei 22 Punkten. Vier Kontrakte x 44Kontrakte x 5 Dollar = 880 Dollar, und5 Kontrakte x 22 Punkte x 5 Dollar =550 Dollar. Gesamt: 1.430 Dollar fürden Play. Am 22. August bekommen wirendlich unser »Sucker Gap«, als Intel»schwer wiegende Gewinnkorrekturen«bekannt gibt. Der Markt explodiert undzeigt ein Gap-up von 62 Punkten, direktin die Key Resistance – bei niedrigemPremarket Volume.

Ich shorte das Gap. Sechs Bars

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später wird mein Ziel bei 62 Punktenund 310 Dollar pro Kontrakt getroffen(2.790 Dollar). Die Gier des schwarzenLochs wird größer. Während derNachmittags-Session erleben wir einevon Bären geleitete Konsolidierung. Ichsetze einen Sell-Stopp bei 9.392 ein, umdie Märkte dazu zu bringen, mich ineinen Zusammenbruch dieser Flag-Information mitzunehmen. Ich bekommeden Fill und setze meinen Stopp über derIntraday Resistance bei 9.455. Mein Zielist das »Black Hole Open Gap« vom 18.August bei 9.304. Der Markt verbringtden Rest des Tags gekrümmt am Bodenund versucht, dem internen Druck zuwiderstehen. Dieser Druck erweist sichschließlich als zu groß, und wie ein

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Anfänger am College, der das erste Jahrweg von zu Hause ist, fällt der Marktirgendwann um und übergibt sich. DasGap füllt sich mit einem 88-Punkte-Sprung und 440 Dollar pro Kontrakt(3.960 Dollar).

Wenn es auf dem Markt übriggebliebene Open Gaps gibt, schreibe ichsie mir immer auf und markiere sie inmeinem Chart. Die Märkte werden sieirgendwann kompensieren –normalerweise innerhalb von fünf biszehn Tagen.

STRATEGIEN FÜRTEILZEIT-TRADER

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Gaps sind eine der besten Strategien fürLeute, die einem anderen Vollzeitjobnachgehen. An der Westküste der USAist dies besonders einfach, da dieMärkte dort viel früher eröffnen, als dieLeute zur Arbeit müssen. Es ist zubedenken, dass ein Trader gern einSystem wie NinjaTrader (siehe Kapitel4) verwenden würde, das einen Stoppautomatisch löscht, wenn ein Zielerreicht wurde. Eine weitere, oftübersehene Möglichkeit ist es, einenBroker zu haben, der Anweisungen zuParametern entgegennimmt.Normalerweise kosten diese Broker einwenig mehr, aber es lohnt sich,jemanden zu haben, der die Tradesüberwacht. Der größte Vorteil, diese

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Trades als Teilzeit-Händler zuverrichten, liegt darin, dass man nichtzwangsläufig die gleichen Fehler macht,die ein Vollzeit-Trader vielleichtmachen würde, während er denfortschreitenden Trade beobachtet. Siewerden hibbelig und unruhig und steigenzu früh aus. Jemand, der in seinem Bürositzt und schlicht und einfach keine Zeithat, den Trade zu beobachten, hat einenVorteil gegenüber jenen Vollzeit-Tradern, die ihre Emotionen nicht imGriff haben.

Eine weitere Möglichkeit bestehtdarin, das Setup durch einen Broker»automatisch« handeln zu lassen. Es gibteine Reihe von Brokern, die dieseSetups – basierend auf erhaltenen

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Parametern – automatisch handeln.Weitere Informationen über dieseMöglichkeit erhalten Sie aufwww.tradethemarkets.com.

POSITION SIZING BEIEINEM 10.000-DOLLAR-KONTO

Eine häufig gestellte Frage lautet: »Wieviele Kontrakte oder Aktien handeln Siemit dieser Strategie?« Diese gleichenPlays können auf fünf verschiedenenMärkten durchgeführt werden. Siefunktionieren im Mini-Sized Dow, beiden E-Mini-Futures, SPY- und DIA-

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ETF-Anteilen, und es gibt außerdemnoch Futures auf den DIA bei OneChicago. Die folgende Tabelle zeigt dieverschiedenen Instrumente und dieAnzahl der Anteile oder Kontrakte, dieich in einem 100.000-Dollar-Konto mitdiesem Setup handeln würde. Die DIA-Futures sind schön, wenn ein Trader einkleineres Konto verwendet. Sie sind diegoldene Mitte zwischen hohem Leveragebeim Mini-Dow und den E-Mini-S&P-Futures und keinem Leverage bei DIA-und SPY-Aktien. Das Beispiel inTabelle 6.3 enthält ein Gap, das am 24.Juli auftrat.

ZUSAMMENFASSUNG DER

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GAPS

Gaps sind der Moment des Trading-Tags, an dem alle »Spieler« ihre Kartenoffen legen müssen, und das schafft dengrößten Vorteil für den Short-Term-Trader. Das Verständnis derPsychologie hinter den Gaps istessenziell, um täglich erfolgreich mitihnen handeln zu können. Die Gaps sindso kraftvoll, dass viele Trader ihrenLebensunterhalt ausschließlich mit ihnenverdienen. Der Schlüssel ist zu wissen,wie sie funktionieren, und eine solideMethode zu entwickeln – und Regelnaufzustellen.

Nachdem Sie über dieses SetupBescheid wissen und die Spezifikationen

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hinter dem Setup kennengelernt haben,werden Sie als ernsthafter Trader einenbesseren Plan haben, um sich in Vollzeiterfolgreich auf den Märkten zu bewegen:Ein bewährtes Setup, die Märkte, die ambesten zu diesem Setup passen, und einSchlachtplan, um das Play zumaximieren – das ist so ziemlich alles,was ein Trader braucht, um in diesemgrößten aller Berufe zu bestehen und zuüberleben.

Tabelle 6.3

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7. KAPITEL

Pivot Points –toll anTrendtagen undnoch besser anunsteten Tagen

SCHLAGEN SIE DIE AUF

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INDIKATORENBASIERENDEN TRADERKLAR UND DEUTLICH

Eine der einfachsten und effizientestenTechniken zum Einstieg in eine Position,die ich verwende, nenne ich die Multi-Pivot-Levels. Hierbei handelt es sich umein Setup, das auf verschiedenenMärkten Verwendung finden kann. Ichsetze es normalerweise beim Mini-SizedDow (YM), bei den E-Mini S&Ps (ES),dem E-Mini Nasdaq (NQ) und den E-Mini-Russell-Futures-Kontrakten (ER)ein, außerdem bei einigen einzelnenAktien. Das Setup lässt sich aber auchbeim zugehörigen Aktienindex-ETF über

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DIA, SPY, QQQQ und IWM verwenden.Der größte Vorteil dieses Systems

ist, dass es auf Kursen und nichtIndikatoren basiert. Zu dem Zeitpunkt, andem die meisten Indikatoren Buy- oderSell-Signale erstellen, ist der Movebereits in vollem Gang. Durch diese aufKursen basierende Methode kann ichfrüher in einen Trade einsteigen als dieTrader, die sich an Idikatorenorientieren, und für gewöhnlich stoßeich meine Position schon bald nacheinem Buy- oder Sell-Signal auf einemstochastischen oder Oszillator-Systemwieder ab. Das trifft besonders aufunruhige Tage zu. Sobald die anderenTrader einsteigen, schließe ich meinePosition und suche nach dem nächsten

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Setup. An unsteten Tagen sind es die anIndikatoren orientierten Trader, die inder Schusslinie stehen. Ihre Buy-Signalelassen sie am Höhepunkt des Moveseinsteigen, und ihre Sell-Signale lassensie bei den Tiefpunkten wiederaussteigen – das führt zu einemfrustrierenden Tag mit negativen P&L-Pivots und Leuten, die aus diesenFehlern Kapital schlagen und Geld vonden Konten dieser Trader auf das eigenetransferieren möchten.

Dieses System ist außerdem sehr gutfür Trader, die nicht die Zeit haben, denganzen Tag lang den Chart anzustarren,oder – wenig überraschend – für Trader,die dazu neigen, dem Markthinterherzuhetzen. Die Pivots zu spielen

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zwingt den Trader automatisch zuDiszplin, da die Ein- und Ausstiegeschon festgelegt sind, bevor derTrading-Tag beginnt.

Der andere Aspekt, den ich an denPivots mag, ist, dass sie sich als Toolverwenden lassen, um schnellherauszufinden, um welche Art Trading-Tag es sich handeln wird. An einemTrendtag bewegen sich die Märkte bisauf ein Pivot-Level, konsolidieren für 15bis 20 Minuten und marschieren dannweiter in die Richtung des Trends. Ansolchen Tagen warte ich auf den Movedurch den Pivot-Level und kaufe dannbeim ersten Pullback von diesem Level.An unruhigen Tagen aber werden dieMärkte auf ein Pivot-Level steigen, dort

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ein wenig verweilen und dann den Wegwieder zurückgehen, auf dem siegekommen sind. Viele Trader werden ansolchen Tagen regelrecht »zerhackt«,verlieren Geld und machen dadurch ihreBroker reich. Die Pivots sind natürlichso aufgestellt, dass man sie an solchenTagen besser in Ruhe lassen sollte, undsie sind eine der wenigen profitablenMöglichkeiten, in einem engen Bereichmit niedrigem Volumen zu traden.

Es gibt zwei einfache Wege, umsagen zu können, ob der Markt einenTrend zeigt oder unstet ist. Zum Erstenmuss man sich ansehen, wie der Marktauf die Pivot-Levels reagiert, wenndiese erst einmal erreicht sind. ZumZweiten sollte man einen Fünf-Minuten-

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Chart des E-Mini S&P aufstellen unduntersuchen, welche Art von Volumennach 10:00 Uhr morgens auf die Märktekommt (siehe Kapitel 5). Wenn dasVolumen bei jedem Balken mehr als10.000 beträgt, ist der Markt kraftvollund besitzt eine hohe Volatilität. SolcheTage werden meist in weiten Bereichengehandelt und zeigen starke Trends.Wenn das Volumen aber nach 10:00 Uhrkonstant unter 10.000 bleibt, ist nichtausreichend Kraft vorhanden, und dasErgebnis wird ein langsamer, unsteterTag sein. An den starken Tagen warteich, bis die Märkte durch die Pivot-Levels gegangen sind, und platziere danneine Order, um beim ersten Pullbackdabei zu sein. An unsteten Tagen

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platziere ich Buy- und Sell-Orders gegendie Pivots und verfüge über stehendeOrders, um diese Moves während desTags zu »faden«. An solchen Tagen gibtes nichts zu beobachten, also lasse ichmeine Orders die Arbeit erledigen undverbringe ein Stück wertvolle Zeit aufder Driving Range.

NICHT ALLE PIVOTS SINDGLEICH

Was sind denn nun eigentlich Pivots?Nun, ihnen haftet kein großes Mysteriumoder Geheimnis an, und viele Leserhaben vielleicht bereits von ihnen gehörtund sie beim Traden schon regelmäßig

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benutzt. Ich erkläre Ihnen im Folgenden,wie ich die Pivots aufstelle und warumsie funktionieren, und dann werden wiruns Setups zuwenden, in denen ich sieeinsetze.

Pivots sind leicht erhältlich undgeistern schon eine Zeit lang auf denMärkten umher. Sie stellenUnterstützungs- und Widerstands-Levelsdar, die Parketthändler mit Hilfe einereinfachen mathematischen Formelkalkulieren. Diese Levels sindmittlerweile sehr bekannt und haben dasParkett bereits verlassen. Heute kennenviele Trader die Pivots und verwendensie – meiner Erfahrung nach aber vieleauf eine falsche Art und Weise. Um dieVerwirrung komplett zu machen: Es gibt

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verschiedene Formeln und verschiedeneZeitrahmen, die zur Kalkulierung derPivots zum Einsatz kommen. Lassen Sieuns für den Anfang einen Blick daraufwerfen, was ich bevorzuge – eine derStandard-Pivot-Formeln:

R3: R1 + (Hoch – Tief)R2: Pivot + (Hoch – Tief)R1: 2 x Pivot – Tief

PIVOT: Hoch + Tief + Schlusskurs/3S1: 2 x Pivot – HochS2: Pivot – (Hoch – Tief)S3: S1 – (Hoch – Tief)

Wenn ein Trader erst einmal über dieseFormeln verfügt, braucht er nur noch denHöchst- und Tiefstand sowie den

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Schlusskurs der vorangegangenenSession. Wenn ich trade, verwende ichgern 24-Stunden-Daten, um dieHöchststände und Tiefstpunkte miteinzufangen. Es ist aber äußerst wichtig,den Schlusskurs zu verwenden, da diesder einzige Kurs ist, der wirklichinteressiert. Ein 24-Stunden-Chartbedeutet oft »Mitternacht zuMitternacht«, und das zerstört den Wertder Daten. Darüber werden wir in Kürzedetaillierter sprechen.

Wenn ich also meine relevantenDaten gesammelt habe, gebe ich sie inmeine Excel-Tabelle mit den Formelnein. Diese Information generiert siebenLevels, die für den nächsten Trading-Tag wichtig sind: einen zentralen Pivot,

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dann drei Levels darüber (R1, R2 undR3) und drei Levels darunter (S1, S2und S3). Der zentrale Pivot hat von allensieben das größte Gewicht. Zusätzlich zudiesen Tages-Levels verwende ich auchdie mittleren Levels zwischen diesenPunkten. Zum Schluss möchte ich nochwissen, wie die wöchentlichen und diemonatlichen Levels stehen. Diesewerden unter Zuhilfenahme der Hoch-,Tief- und Schlusskurse der vergangenenWoche beziehungsweise desvergangenen Monats kalkuliert. Währendsich die täglichen Pivots natürlich jedenTag ändern, verändern sich diewöchentlichen Pivots nur einmal proWoche und die Monats-Pivotsentsprechend einmal pro Monat.

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Bitte beachten Sie: Es kommt äußerstselten vor, dass ein Index R3 oder S3erreicht. Das ist aus folgendem Grundwichtig: Wenn ein Markt eine Rallye bisR2 zeigt und dann auf S2 zurückfällt,stellen diese beiden Werte fürgewöhnlich die absoluten Hochs undTiefs des Tags dar. Dieses Wissen solltedem Trader helfen, seine Emotionen zukontrollieren und ruhig dem Setup zufolgen.

GENAUSO SETZE ICH SIEIN MEINE CHARTS EIN

Ich werde nun den Prozess erklären, wieich die Pivots auf meinen Charts jeden

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Tag aktualisiere. Ich mache das heute,am Samstag, 19. März 2005, und ichmöchte die aktualisierten Pivot-Levelsfür den Moment kalkulieren, an dem derMarkt am Montag wieder eröffnet wird.Um die täglichen Pivot-Levels zukalkulieren, verwende ich die folgendenDaten, um meine Hochs, Tiefs undSchlusskursdaten zu ermitteln:

YM: Start:Donnerstag, 20:15Uhr ET;

Ende: Freitag,17:00 Uhr

ES: Start:Donnerstag, 16:30Uhr ET;

Ende: Freitag,16:15 Uhr

NQ: Start:Donnerstag, 16:30Uhr ET;

Ende: Freitag,16:15 Uhr

ER: Start:

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Donnerstag, 16:30Uhr ET;

Ende: Freitag,16:15 Uhr

Diese Datenreihe zeigt mir alleKursaktivitäten auf, wenn diese Märktegehandelt werden, und ichberücksichtige auch die vor-undnachbörslichen Aktivitäten. DieZeitspannen unterscheiden sich ein kleinwenig auf den oben genannten Märktenin Bezug auf die Zeiten, an denen sie ander Börse gehandelt werden. DerSchlusskurs ist der Schlüssel. Wenn sichein Trader im Zusammenhang mit demSchlusskurs nicht sicher ist, kann er ihnam YM auf www.cbot.comnachschlagen – einfach auf Market Dataklicken, dann auf Settlement Prices. Für

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den ES, NQ und ER bekommt man dieseInformation auf www.cme.com – TradeCME Products, Market Data, HistoricalData, View More, Settlement Prices,Equity Index. Es ist ein bisschenschwierig, auf der CME-Webseite zumZiel zu kommen. Der direkte Link lautet:http://www.cme.com/trading/dta/hist/daily_settle_prices.html?type=idx

Der einfachste Weg, die Zahlen derHochs, Tiefs und Schlusskurse zuerhalten, ist es, einen Tageschart zuerstellen, an dem für jeden Kontrakt dieZeitrahmen angegeben sind. BeiTradeStation ist das sehr einfach. GebenSie einfach nur das fortlaufende Symbolein, wie etwa @YM oder @ES, undsetzen Sie es auf einen Tageschart. Die

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Daten werden auf die »ReguläreSession« angewandt, die sich auf dieoben genannten Zeitrahmen bezieht. Beivielen anderen Charting-Programmenmuss der Trader alles manuell erstellen,da viele sich nur mit den regulärenSessions von 09:30 bis 16:00 Uhrbefassen. Wenn der Chart erst einmalerstellt ist, heißt es, einfach bis 16:15(für den ES, NQ, ER) beziehungsweisebis 17:00 (YM) zu warten. Nach dieserFrist entnehmen Sie die Werte einfachaus dem Tages-Balken, der für diesenTrading-Tag erstellt wurde, und schonhaben Sie die korrekten Zahlen. DieserSchlusskurs wird fast immer gleich demSettlement Price sein – ich kontrollierees aber lieber noch mal nach. Am

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Montag möchte ich dann die Hochs,Tiefs und Schlusskurse vom Freitaghaben. Schauen wir uns das Ganze inAbbildung 7.1 an.

Am Freitag, 18. März 2005, habenwir einen Tages-Balken für den YM, deram Donnerstag, 17. März, um 20:15 Uhrbeginnt und am Freitag, 18. März, um17:00 Uhr endet. Dieser Bereich liefertuns die folgenden Daten:

Hoch: 10.679Tief: 10.579Schlusskurs: 10.635

Durch den Wechsel auf einen Wochen-Chart sind auch die Hochs, Tiefs und-Schlusskurse des abgeschlossenenWochen-Balken zu verwenden und somit

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die Zahlen zu erhalten, die für diewöchentlichen Pivots benötigt werden.

Hoch: 10.870Tief: 10.579Schlusskurs: 10.635

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Abbildung 7.1

Am Montag sind der tägliche und derwöchentliche Schlusskurs gleich, da siebeide auf dem Schlusskurs vomvergangenen Freitag basieren. In diesem

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Beispiel sind auch die Tiefs gleich – ausebendiesem Grund. Dieser Prozess lässtsich auch mit monatlichen Levelsdurchführen – ich brauche aber keineneuen monatlichen Inputs bis zum erstenTrading-Tag im April.

Nun, da ich über meine Key-Levelsverfüge, möchte ich die Key-Pivot-Points herausfinden, die ich für Montag,21. März 2005, verwenden werde. AlsErstes nehme ich meine Werte und gebesie in die Formel ein. Um den täglichenPivot zu bekommen, rechne ich Hoch +Tief + Schlusskurs und teile dasErgebnis durch drei. 10.679 + 10.579 +10.635 = 31.893; 31.893 : 3 = 10.631.Jetzt haben wir unseren Pivot Point fürden Tag. Um R1 zu berechnen- also den

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nächsten Level über dem Pivot –,multipliziere ich den Pivot mit 2 undziehe dann das Tief ab. 10.631 x 2 =21.262 – das Tief 10.579 = 10.683.

Wir beenden diesen Prozess underhalten die folgenden Levels:

R3: 10.783R2: 10.731R1: 10.683Pivot: 10.631S1: 10.583S2: 10.531S3: 10.483

Wenn ich diese Levels erhalten habe,platziere ich sie in meinem Chart. Ichnehme auch gern die Mittelpunkte mit

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hinein. Diese werden sehr einfachberechnet, da sie wirklich dieMittelpunkte sind. Der Pivot ist 10.631,und der R1 ist 10.683 – 52 Punkteentfernt. Die Hälfte von 52 ist 26. Ichaddiere das zum Pivot und erhalte einenMittelpunkt bei 10.657. All dieseFormeln können in Excel ausgeführtwerden, was die Sache ungemeinvereinfacht. Für die Wochen- undMonats-Levels berechne ich dieMittelpunkte nicht.

Nun, da wir den Chart erstellt unddie passenden Pivot-Levels eingesetzthaben, müssen wir uns zuerst ansehen, inwelcher Beziehung der tägliche Pivotzum Schlusskurs steht. Der täglichePivot steht bei 10.631, und der Markt

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schloss bei 10.635. Die zweite Sache,die ich beobachte, ist, wo die Märkte amMontag um 09:30 Uhr stehen. Wie weitsind sie vom täglichen Pivot entfernt?Das funktioniert im Zusammenhang mitdem Gap-Play. Die Märkte testen dasLevel des Tages-Pivots zu 90 Prozentirgendwann im Lauf des Tags. Ich fadestets den ersten Move zum Tages-Pivot.Ein Beispiel: Wenn die Märkte überdem zentralen Tages-Pivot gehandeltwerden und auf dieses Levelzurückfallen, fade ich den Move, indemich kaufe, wenn der Pivot erreicht wird.Wir werden gleich über spezielleEintrittsmethoden sprechen.

Durch das Einstellen dieser Formelnin Excel kann ich schnell alle Key-

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Levels für den YM, ES, NQ und ERabrufen. Alles, was ich also heute nochtun muss, ist, die Hochs, Tiefs und denSchlusskurs einzugeben. Wenn ich dasgetan habe, füllt die Tabelle den Restautomatisch für mich aus. Ich brauchealso nur ein paar Minuten, um die Wertezu suchen, sie einzugeben und mir dasErgebnis anzusehen. Und schon habe ichmeine Levels für den kommendenTrading-Tag. Die Tabelle für den Chart,an dem wir gerade arbeiten, können Siein Abbildung 7.2 sehen.

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Abbildung 7.2

Ich schreibe mir auch gern auf, wodie Extrem-Levels liegen, da es sehrselten ist, dass der Aktienindex R3 oderS3 erreicht. Das ist wichtig zu wissen,weil R2 und S2, wenn sie erreicht sind,meist die absoluten Hoch- undTiefpunkte markieren. Wie bereitsgesagt, hilft dieses Wissen dem Trader,seine Emotionen zu kontrollieren. Wennein Markt nach oben geht, ist es einfachzu denken, dass er einfach immer weiternach oben gehen wird. Oder umgekehrt:Wenn der Markt schnell fällt, neigenmanche dazu, diesen Prozess für dasEnde der Welt zu halten. Das Gefühl derHabgier stellt natürlich ein Desaster für

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jeden dar, der ihr verfällt – wegen desAdrenalins, das den Körper durchströmt.Durch das Verständnis derWahrscheinlichkeiten eines Moves mitHilfe der Pivot-Levels bewahrt sich derTrader mehr Objektivität und kann Geldderer verdienen, die in Panik verfallen.

Die Pivots helfen dabei, den Traderauf dem Boden der Tatsachen zu halten.Anstatt sich übermäßig zu begeistern undauf einen Zusammenbruch des Markts zuhoffen, weiß der Pivot-Trader, dass eseine Chance von 90 Prozent gibt, dassdie Märkte nicht über beziehungsweiseunter R2 oder S2 schließen werden. EinMove zu diesen Levels signalisiert demTrader, dass es Zeit ist, Gewinnemitzunehmen, anstatt eine noch größere

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Position aufzubauen, die ins Verderbenführt.

Lassen Sie uns in einem Fünf-Minuten-Chart einen Blick auf die Pivot-Levels werfen, die wir für Montag, 21.März 2005, errechnet hatten (sieheAbbildung 7.3).

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Abbildung 7.3

Dieser Chart sieht sehr beschäftigtaus, mit den täglichen Pivot-Levelslinks, den Mittelpunkten der täglichenLevels in der Mitte und denwöchentlichen Pivot-Levels rechts. Aus

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Platzgründen habe ich die Monats-Levels weggelassen. Ich möchte mirdiesen Chart erst allgemein ansehen, umfestzustellen, wo sich die Extrem-Levelsfür das Trading am Montag befinden.

Wenn ich das getan habe, werde ichden Chart auf ein übersichtlicheresLevel zurückschrauben (siehe Abbildung7.4).

In diesem Chart habe ich näherhingezoomt, damit ich sehen kann, wodie Key-Close-Levels für Montagliegen.

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Abbildung 7.4

DIE PSYCHOLOGIEHINTER DEN PIVOTS –WER VERBRENNT SICH

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DIE FINGER?

Bevor wir uns auf die Regeln undspezifischen Setups stürzen, die ich fürden Handel mit Pivots verwende,möchte ich kurz darauf eingehen, warumsie überhaupt funktionieren. Der ersteund wohl offensichtlichste Grund ist,dass viele Trader sich diese täglichenLevels anschauen – sie enthalten alsoeine sich selbst erfüllende Prophezeiung.Das Gleiche lässt sich auch über dieFibonacci-Levels sagen, sie sind abernicht halb so nützlich wie die Pivots.Warum? Das werde ich in den nächstenbeiden Absätzen erläutern.

Auf dem Parkett ist es generell dasZiel des Traders, kleinere Moves

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mitzumachen – normalerweise zweiPunkte im S&P 500. Das entspricht etwa20 Punkten im Dow oder auch weniger –abhängig von dem, was gerade im Pitvor sich geht. Da es einfacher ist, zutraden, wenn man jemanden vor sich hat,ist der Hauptplatz der Locals innerhalbder Top Rail, die die Top Step Brokervon den Locals unterscheidet. Erfahrung,Politik (die Sie kennen) und dieFähigkeit, Orders allerGrößenordnungen (nicht nurGrößenordnung eins) durchzuführen,können einem Local einen Platz direktneben den Top-Brokern sichern.Normalerweise wird dieser Platzdadurch ermittelt, wie lang der Localsich schon »hält« und inwieweit er

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weiter die Märkte »macht«. Neue Tradermüssen den Platz nehmen, der frei ist.Der ist für gewöhnlich am weitestenweg von den Brokern, die im Zentrumdes Pit stehen. Auf Grund dieses Layoutsgibt es verschiedene Szenarien desTradings zur gleichen Zeit. Die Localsauf der einen Seite des Parketts handelnauf den Märkten, und ihr Handeln basiertauf dem Orderfluss, der von den Brokernauf deren Seite des Pits kommt. Wennein Broker in einer Ecke eine großePosition verkauft, während ein Broker ineiner anderen Ecke kauft, hören einanderdie beiden Broker gar nicht, obwohl siesehr wohl wissen, was der andere tut. Eswäre ein Leichtes für sie, sich beidiesem Trade zusammenzuschließen,

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wenn sie wüssten, dass sie einanderhelfen würden. Stattdessen fangenLocals neben dem Käufer an, von allenumliegenden Brokern zu kaufen, drehensich dann um und verkaufen ihm diePositionen. Das verursacht starkeKursschwankungen und endet oft damit,dass die meisten schon ausgestopptwerden, bevor sich wieder etwas tut. Inder reinsten Form werden die Tradervon außen in einen Trade einsteigen(sagen wir, es ist eine Long-Position)und diese Position den Tradern imInneren verkaufen, da diese nicht sehenkönnen, was sich auf den obersten Stufenabspielt. Was geschieht? Nun, dieTrader im Inneren sehen den Move aufMarkt als Letzte und sind somit die

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Letzten im Pit, die in den Tradeeinsteigen. Wenn sie Glück haben,können sie sich umdrehen und es denPrivaten verkaufen.

Während die Trader im Inneren andie Privaten verkaufen und Positionenschließen, verkaufen auch die Äußerenan die Privaten, eröffnen aber auch neueShort-Positionen und faden damit diePrivaten. Dieser Kreislauf spielt sichjeden Tag von Neuem ab. Dasverursacht eine spezielle Dynamik aufden Märkten, die spezifische Tempi undPausen auf Intraday-Basis schafft. Mankonzentriert sich auf die Pivot-Levels,um die Einstiege festzulegen und dieMarktaktivitäten messen zu können. EinDow-Pivot liegt normalerweise etwa 30

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bis 50 Punkte darunter, und das ist dieseArt von Momentum, die den ebenbeschriebenen Kreislauf am Leben hält.Die Parketthändler im Inneren desKreises fangen die Hälfte des Movesein, dumpen ihn und warten auf dennächsten Level, der getroffen wird. DerSchlüssel ist es, einzusteigen, wenn derMarkt ruhig ist, und sich für die nächsteRunde in Position zu bringen.

Einer der Hauptgründe dafür, dassPivots funktionieren, hat mit derübermächtigen Mehrheit unerfahrenerTrader zu tun. Die Floor-Trader starteneinen Handel, und die Unerfahrenheitvieler Trader führt den Handel mit ihremSchwung zu Ende. Warum? Weil sichdurchschnittliche Trader auf viele

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verschiedene »Indikatoren« verlassen.Sie steigen viel zu spät in ihrePositionen ein beziehungsweise ausihren Positionen aus, und das verursachtschlechte Trades und einen besonderenMarktkreislauf, während ihr Stopp-Management langsam, aber sicher dieGeschwindigkeit der Marktbewegung indie Richtung ihrer Stopps antreibt.Indikatoren sind lediglich ein»Hinweis«. Das ist, als würde ihnenjemand ins Gesicht schlagen, und Sienehmen es als »Hinweis« darauf, dassdieser jemand wütend auf Sie seinkönnte. Wenn Sie einen Schlag insGesicht benötigen, damit Sie dasmerken, folgen Sie den falschenIndikatoren. Nebenbei: Alle

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Marktindikatoren sind falscheIndikatoren, weil sie verzögert auftreten.Kursaktivität ist alles. Das übermäßigeSich-Verlassen auf Indikatoren, das vonder Mehrheit der Trader betrieben wird,sorgt dafür, dass das Systemfunktioniert. Wenn der durchschnittlicheTrader ein Buy-Signal erhält, ist dasPivot Play fast schon vorüber, und dieTrader, die unser System verwenden,werden ihre Positionen nun an den anIndikatoren orientierten Traderverkaufen. Das folgerichtige Reversal,dass nun stattfindet, ereignet sich wegenall dieser Stopp-Losses da draußen – alswürde sich eine Forelle an derWasseroberfläche eines Sees sonnen –ein einfaches Ziel für den Falken, der

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von oben herabstürzt. Der Markt legteine Pause ein, fällt nach unten, wirdimmer schneller, rennt durch alle Stopp-Losses hindurch und macht erst dannwieder eine Pause. Diese findet fürgewöhnlich am Pivot-Level statt. Andieser Stelle bringen sich die Floor-Trader wieder in die richtige Positionfür den nächsten Kreislauf.

Lassen Sie uns zu den Trading-Regeln und einigen Setups weitergehen:

TRADING-REGELN FÜRPIVOT BUYS ANTRENDTAGEN (FÜRVERKÄUFE GILT DIE

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UMGEKEHRTE RICHTUNG)

1. Anders als bei den Gap-Chartsmöchte ich hier 24-Stunden-Datenhaben, damit ich alle Übernacht-Hochs und -Tiefs sehen kann. JedenTag aktualisiere ich meine Pivot-Levels auf den Charts, um dieAktivitäten des vorigen Tagsbetrachten zu können. An Montagenaktualisiere ich außerdem diewöchentlichen Pivots, und amersten Trading-Tag des Monatsaktualisiere ich die monatlichenPivots.

2. Das erste Pivot Play wirdgemeinsam mit dem Gapdurchgeführt – wenn es eins gibt.

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Wenn es sich um ein Gap-downhandelt, kaufe ich einen Abstiegzum nächsten Pivot-Level. Wennkein spielbares Gap existiert (überzehn YM-Punkte oder ein ES-Punkt), warte ich bis 09:45 Uhr,bevor ich das erste Play starte.

3. Wenn das Volumen im Fünf-Minuten-Chart über 10.000Kontrakten liegt, warte ich, bis dieMärkte ein Pivot-Level erreichthaben und mindestens um einweiteres Viertel in Richtung desnächsten Pivot-Levels steigen.Wenn das geschieht, setze ich einBid, um den ersten Abfall zurückzum ersten Pivot-Level zu kaufen.

4. Ich steige in meine Trades immer

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nur mit Limit-Orders ein. Ichplatziere Orders »genau vor« demPivot. Beim YM verwende ich dreiPunkte, beim ES 0,25 Punkte, NQ0,50 Punkte, ER 0,20 Punkte, beieinzelnen Aktien 0,05 Cent. EinBeispiel: Wenn ich den YM tradeund der Pivot-Level 10.000 beträgt,würde ich bei einem Kursabfall bis10.003 kaufen und eine Rallye bis9.997 shorten. Manchmal wird derPivot einfach eine unbequeme Zahlsein, wie etwa 1.117,38 am ES. Indiesem Fall runde ich immer in dieRichtung des Trades auf oder ab.Wenn ich also long bin, runde ichhier auf 1.117,50 auf, und mein Bidwird sich auf 1.117,75 belaufen.

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Wenn ich short bin, werde ich von1.117,38 auf 1.117,25 abrunden,und mein Angebot wird sich auf1.117,00 belaufen. Meine Stoppsund Ziele wären dann »ganz kurzvor« den passenden Long und ShortLevels.

5. Wenn das Gap gefüllt ist, platziereich eine Order, um die erste Hälftebeim nächsten Pivot-Level zuschließen und die zweite beimdanach folgenden Pivot-Level,unter Verwendung derselben»Ganz-kurz-davor«-Parameter.

6. Ich setze einen 20-Punkte-Stopp fürden YM ein, zwei Punkte für denES, vier Punkte für den NQ und1,50 Punkte für den Russell. Bei

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Aktien verwende ich einen Stopp,der grob auf dem Aktienkursbasiert. Wenn die Aktie bei unterzehn Dollar pro Anteil liegt,verwende ich einen Stopp von 20Cent. Wenn der Kurs zwischen zehnund 20 Dollar liegt, verwende icheinen Stopp von 30 Cent. Zwischen20 und 30 Dollar verwende icheinen Stopp von 40 Cent und soweiter. Für jede Steigerung desKurses um zehn Dollar verwendeich zehn Cent mehr als Stopp. (EineAktie von 75 Dollar hätte demnacheinen Stopp von 80 Cent und soweiter.)

7. Wenn das erste Ziel erreicht ist,werde ich den Stopp auf den Level

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meines Einstiegs am Pivot heben.Abgezogen werden die »Ganz-kurz-davor«-Fraktionen aus Punkt 3. EinBeispiel: Wenn ich long in den YMbei 10.003 einsteige und der Pivot10.000 beträgt, wäre mein neuerStopp 9.997, sobald das erste Zielerreicht ist.

8. Wenn ich bei Marktschluss noch ineinem Trade bin und weder meinStopp noch mein Ziel erreichtwurde, steige ich aus dieserPosition »am Markt« um 16:10 Uhr(Futures) beziehungsweise um15:58 Uhr (Aktien) aus.

9. Ich steige bis 15:30 Uhr in keineneuen Positionen ein, werde aberbereits existierende Positionen bis

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zum Schluss managen.10. Die Märkte haben selten einen

konstanten Move über R3 oderunter S3 gezeigt. Wenn ich mich insolchen Sphären wiederfinde, fadeich den Move.

11. Nach zwei verlorenen Tradeshintereinander höre ich mit denPivots für diesen Tag auf.

TRADING-REGELN FÜRPIVOT BUYS ANUNRUHIGEN TAGEN (FÜRVERKÄUFE GILT DIEUMGEKEHRTE RICHTUNG)

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Die Regeln für unstete Tage sind diegleichen, mit Ausnahme der Regeln fürdie Ziele. An unsteten Tagenkonzentriere ich mich ausschließlich aufYM und ES. Mein erstes Ziel ist klar:zehn Punkte im YM und ein Punkt im ESauf der Hälfte meiner Position. Wenndieses Ziel erreicht ist, werde ichmeinen Stopp genauso verschieben, wieich es an einem Trendtag tun würde. Daszweite Ziel stellt der »Ganz-kurz-davor«-Level für den eigentlichennächsten Pivot-Level dar. Durch dieZusammenarbeit mit anderen Tradernhabe ich herausgefunden, dass diese mitLeichtigkeit das Konzept des Setups fürunruhige Tage aufgreifen, aber Problememit dem Setup für Trendtage haben.

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Deshalb konzentriere ich mich als Ersteshauptsächlich auf die Beispiele für dieseSetups.

Spezifische Beispiele für Pivot-Trading

E-Mini S&P – Kontrakt fürSeptember 2004, 10.September 2004

1. Die S&Ps zeigen ein Gap-down biszum täglichen S1 (siehe Abbildung7.5). Ich habe eine Limit-Order fürmeinen Kauf bei 1.114,00 gesetzt,also knapp über S1. Der Marktkommt diesem Markt sehr nahe,aber nicht nahe genug. Das Gapwird nicht geschlossen, und der

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Markt zeigt eine Rallye – ohnemich. Als der Markt durch denMittelpunkt hindurchsteigt,verschiebe ich meinen Bid zumKauf beim nächsten Pullback aufden Mittelpunkt. Der steht bei1.115,88, und ich gehe ein Stückweiter und platziere eine Order fürden Kauf bei 1.116,25. DieserLevel wird schnell erreicht. Ichplatziere einen sofortigen Zwei-Punkte-Stopp bei 1.114,25, undmein erstes Ziel ist »ganz kurz vor«dem nächsten Pivot. Der Pivotbeträgt 1.118,00, also ist meinerstes Ziel 1.117,75.

2. Mein erstes Ziel ist erreicht, undich verändere meinen Stopp auf

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1.115,50 (knapp unter demMittelpunkt, bei dem icheingestiegen war). Kurz danachwird mein zweites Ziel bei1.119,75 erreicht, und ich bin rausaus dem Trade.

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Abbildung 7.5

3. Ich platziere eine Order für denKauf eines Pullbacks auf den Pivot

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bei 1.118,25. Das trifft ein, und ichsetze einen Zwei-Punkte-Stopp bei1.116,25. Der Markt zeigt eineRallye zurück durch den Pivot, undich platziere eine weitere Orderzum Kauf des Pullbacks zu1.118,25. Auch das trifft ein, undich setze den gleichen Zwei-Punkte-Stopp bei 1.116,25.

4. Mein Ziel wird erreicht – »ganzkurz vor« dem nächsten Pivot-Levelbei 1.119,75.

5. Ich verändere meinen Stopp für denzweiten Teil meiner Position auf1.117,75 – nur knapp unter demPivot, zu dem ich eingestiegen bin.

6. Ich schließe die zweite Hälftemeiner Position bei 1122,00, knapp

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vor dem nächsten Pivot-Level.Sobald der Markt über demkommenden Pivot-Level liegt,platziere ich eine Bid, um bei1.122,50 kaufen zu können – knappüber R1. Das trifft nicht ein, und derMarkt erreicht immer neue Höhen.Zu diesem Zeitpunkt ist es 15:30Uhr, und ich habe meine Pivot Playsfür diesen Tag beendet.

E-Mini S&P – Kontrakt fürSeptember 2004, 9.September 2004

1. Die S&Ps zeigen ein Gap Open,und ich setze eine Order, um knappunter dem Mittelpunkt bei 1.121,00

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zu shorten (siehe Abbildung 7.6).Das trifft ein, und ich platziereeinen Zwei-Punkte-Stopp bei1.123,00. Mein erstes Ziel istknapp unter dem nächsten Pivot-Level bei 1.120,00. Dieses Zielwird erreicht, und ich veränderemeinen Stopp und setze ihn auf1.121,75 herab – knapp über demPivot-Level, bei dem icheingestiegen bin. Mein zweites Zielliegt knapp unter dem nächstenPivot-Level bei 1.118,00.

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Abbildung 7.6

2. Mein Ziel wird bei der zweitenHälfte meiner Position erreicht. Der

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Markt springt und bewegt sich inRichtung des täglichen Pivots, undich setze die Order, bei 1.119,25 zushorten. Das findet nicht statt, unddie Märkte zeigen ein Roll-over undbewegen sich hinab bis zu S1.

3. Ich verändere meine Order, um zumnächsten Pivot-Level zu shorten, undmeine Order beläuft sich nun auf1.117,25. Dies trifft ein, und ichsetze einen Stopp bei 1.119,25.Mein erstes Ziel ist 1.116,00.Dieses Ziel wird erreicht, und ichverändere meinen Stopp auf1.118,00.

4. Mein zweites Ziel wird bei1.114,25 erreicht, und ich platziereeine Order, um eine Rallye zurück

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zu S1 bei 1.115,25 zu shorten.5. Das trifft ein, und ich setze einen

Zwei-Punkte-Stopp bei 1.117,25ein. Ich werde ausgestoppt, als dieMärkte eine starke Rallye zeigen.

6. 1.118,00 trifft ein. Ich setze einenStopp bei 1.116,00.

7. Der Markt zeigt eine Rallye zumnächsten Pivot-Level, und ich binzur Hälfte bei 1.119,25 raus. Ichverändere meinen Stopp nach oben,auf 1.117,25. Mein nächstes Ziel bei1.121,00 wird schnell erreicht.

8. Normalerweise würde ich eineOrder setzen, um beim nächstenPullback bei 1.120,00 zu kaufen.Mache ich aber nicht. Warum? Weilich die Regeln befolge! Es ist nun

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nach 15:30 Uhr, und ich fange keineneuen Trades mehr an!

9. Dieser Trade wäre ausgestopptworden.

E-Mini S&P – Kontrakt fürSeptember 2004, 8.September 2004

1. Die Märkte zeigen ein Gap-down,und ich setze eine Order ein, um bei1.118,75 zu kaufen (sieheAbbildung 7.7). Diese Order wirdnicht ausgeführt. Als die Märkteeine Rallye durch den Tages-Pivot-Point zeigen, erhöhe ich mein Bidauf 1.120,75. Das klappt, und ichplatziere einen Stopp bei 1.118,75.

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Mein erstes Ziel ist 1.123,00.2. Mein erstes Ziel wird erreicht. Ich

hebe meinen Stopp auf 1.120,25 an.3. Ich werde aus meiner zweiten

Hälfte ausgestoppt und warte aufdas nächste Setup.

4. Der Markt geht weiter nach unten,also möchte ich den nächsten Movezum Overhead Pivot shorten.

5. Der Markt zeigt eine Rallye, undich gehe bei 1.120,25 short. Ichsetze einen Stopp bei 1.122,25, undmein erstes Ziel ist 1.118,75.

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Abbildung 7.7

6. Mein erstes Ziel wird erreicht, undich verändere meinen Stopp auf

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1.120,75. Kurze Zeit später wirdmein zweites Ziel bei 1.116,75erreicht. Ich setze eine Order, umdie nächste Rallye zum OverheadPivot mitzumachen, und werde bei1.118,25 geschlossen. Ich setzeeinen Stopp bei 1.120,25. Meinerstes Ziel wurde bei 1.116,75erreicht, und ich hebe meinen Stoppauf 1.118,75 an. Der Markt zeigt biszur Schlussglocke eine Rallye, undich werde bei der zweiten Hälfteausgestoppt.

E-Mini Russell – Kontraktfür September 2004, 10.September 2004

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1. Die Russell-2000-Futures zeigenein Gap-down, und ich setze meineBid bei 561,90 (siehe Abbildung7.8). Das trifft ein, und ich setzeeinen Stopp bei 560,40. Meinerstes Ziel ist 563,80, und das wirdschnell erreicht. Ich hebe meinenStopp auf 561,50 an.

2. Mein zweites Ziel ist 566,50, undder Markt zeigt eine andauerndeRallye durch diesen Mittelpunkt.

3. Als die Märkte durch denMittelpunkt stoßen, setze ich eineBid am unteren Pivot bei 564,20.Der Markt erreicht diesen Levelnie, im Gegenteil: Er erreicht neueHöchststände. Wenn das geschieht,hebe ich mein Bid auf den nächsten

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Pivot-Level an – hier auf 566,90.Kurz vor 14:00 Uhr tritt dies ein.Ich habe meine Bids nundreieinhalb Stunden langbearbeitet. Bei den Pivots hatGeduld oberste Priorität!

4. Ich setze einen Stopp bei 566,40,und mein erstes Ziel ist 569,30.Dies wird erreicht, und ich bewegemeinen Stopp hinauf auf 566,50.Der Markt verweilt bis zumSchluss auf etwa dem gleichenLevel. Da weder mein Stopp nochmein Ziel getroffen wurde, steigeich »am Markt« um 16:10 Uhr bei569,40 aus.

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Abbildung 7.8

E-Mini Russell – Kontrakt

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für September 2004, 2.September 2004

1. Der Russell 2000 eröffnet flat undsteigt an, direkt auf den täglichenR1 (siehe Abbildung 7.9). Ich stelleein Bid, um beim nächsten Pullbackzum Mittelpunkt bei 554,90 zukaufen. Das tritt ein, und ich setzeeinen Stopp bei 543,40. Meinerstes Ziel ist der nächste Pivot-Level bei 557,20. Dieser wirderreicht, und ich hebe meinen Stoppauf 554,40.

2. Die Märkte verbringen die nächstenvier Stunden mit derKonsolidierung, steigen schließlichund erreichen mein zweites Ziel –

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was wiederum beweist, wiewichtig Geduld bei den Pivots ist.

3. Der Markt steigt durch denMittelpunkt hindurch und zeigteinen Pullback. Ich setze ein Bidbei 560,10. Der Markt kommtmeinem Wert sehr nahe, erreichtihn aber nicht ganz. Der Russellsteigt durch den täglichen R2hindurch, und ich hebe mein Bid auf562,60 an. Dieser Wert tritt ein,und ich setze einen Stopp bei561,10. Mein erstes Ziel ist 564,90.

4. Mein erstes Ziel ist erreicht. Ichhebe meinen Stopp auf 562,10 an.Der Markt geht auf die Zielgerade,ohne dass mein Stopp oder meinzweites Ziel erreicht wurde. Ich

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steige um 16:10 Uhr »am Markt«bei 566,30 bei der zweiten Hälftemeiner Position aus dem Trade aus.

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Abbildung 7.9

E-Mini Nasdaq – Kontrakt

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für September 2004, 3.September 2004

1. Der Nasdaq zeigt ein Gap-down,und ich platziere ein Bid beimtäglichen S1 bei 1.380,50 (sieheAbbildung 7.10). Dies tritt nichtein, und als die Reise durch denMittelpunkt geht, erhöhe ich meinBid auf 1.386,50. Dies tritt ein, undich setze einen Stopp bei 1.382,50.Mein erstes Ziel sind 1.391,00. Daswird erreicht, und ich hebe meinenStopp auf 1.385,50 Euro an.

2. Ich werde bei der zweiten Hälfteausgestoppt. Der Markt erreichtneue Tiefpunkte, und ich platziereeinen Short bei 1.385,50. Das tritt

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nicht ein.3. Der Markt fällt weiter und trifft auf

den nächsten Pivot-Level.4. Ich senke mein Short Bid auf den

nächsten Level bei 1.379,50. Dastritt nicht ein, und auch sonstereignet sich nicht mehr viel. Einguter Tag, um den Sockenschrankneu zu organisieren.

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Abbildung 7.10

E-Mini Nasdaq – Kontrakt

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für September 2004, 5.August 2004

1. Der Nasdaq zeigt ein leichtes Gap-up bis zum Mittelpunkt, und ichshorte bei 1.383,50 (sieheAbbildung 7.11). Ich setze denStopp bei 1.385.50, und mein erstesZiel ist 1.379,50.

2. Mein erstes Ziel wird erreicht, undich hebe meinen Stopp auf1.384,50. Der Markt zeigt eineRallye, und ich werde bei derzweiten Hälfte ausgestoppt.

3. Der Nasdaq fällt zurück bis zumPivot-Level.

4. Nachdem er einmal durch diesenLevel gefallen ist, setze ich eine

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Order, um eine Rallye zurück zudiesem Level bei 1.373,50 zushorten. Das tritt ein, und ich setzeeinen Stopp bei 1.377,50; meinerstes Ziel ist 1.369,50 Das ersteZiel wird schnell erreicht, und ichsenke meinen Stopp auf 1.369,50.Mein Ziel in der zweiten Hälfte ist1.364,50.

5. Mein Ziel für die zweite Hälfte istzur Hälfte getroffen, nun gehe ichflat.

6. Ich setze eine Order ein, um eineRallye zum oberen Pivot-Level bei1.368,50 zu shorten. Das tritt ein,und ich setze einen Stopp bei1.372,50. Mein Ziel ist der unterePivot bei 1.364,50. Dieser wird

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getroffen, und ich senke meinenStopp auf 1.369,50 ab.

7. Mein zweites Ziel wird bei1.359,50 getroffen. Ich setze eineOrder ein, um eine Rallye zumnächsten Overhead-Pivot-Level bei1.364,00 zu shorten. Ich kommediesem Level sehr nahe, aber esreicht nicht ganz, und das ist fürmich das letzte Pivot Play desTags.

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Abbildung 7.11

Mini-Sized Dow – Kontrakt

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für September 2004, 5.August 2004

1. Die Mini-Sized-Dow-Futureseröffnen gemischt und fallen früh inder Session (siehe Abbildung7.12). Ich setze eine Order ein, umdie nächste Rallye zum Mittelpunktbei 10.118 zu shorten, aber diesetritt nicht ein. Als ich durch denTages-Pivot falle, verändere ichmeine Order so, dass ich bei10.091 shorte. Dieses Mal klapptes, und ich setze einen Stopp bei10.111 ein sowie eine Order, umdie Hälfte meiner Positionen bei10.069 zu covern. Ich stelle dieerste Hälfte meiner Order glatt und

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senke dann meinen Stopp auf10.097. Mein nächstes Ziel ist10.041.

2. Mein nächstes Ziel ist erreicht, jetztgehe ich flat.

3. Der Markt fällt immer weiter undtestet den nächsten Pivot-Level an.Ich setze eine Order, beim oberenPivot zu shorten, genau bei 10.035.Der Markt agiert sehr langsam. Ichgebe meine Orders ab und gehe zumMittagessen. Als ich zurückkomme,ist der Level immer noch nichterreicht. Das ist es, was ich amTrading im August so schätze. Esdauert einige Stunden, aberschließlich ereignet sich am spätenNachmittag doch noch das, was ich

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mir erhofft hatte. Ich setze einenStopp bei 10.055, und mein erstesZiel ist 10.015. Dieses wird balderreicht, und ich senke meinenStopp auf 10.041.

4. Mein zweites Ziel, das erreichtwird, ist 9.988, und nun gehe ichflat. Da der Markt einen klarenTrend nach unten zeigt, platziereich ein Bid zum Shorting beimnächsten Overhead-Pivot-Level undsetze ein Angebot bei 10.008 ein.

5. Der Markt handelt bis zu diesemLevel, aber es reicht nicht für mich.Als der Markt zusammenbricht,senke ich mein Angebot auf 9.982,aber auch das klappt nicht mehr.

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Abbildung 7.12

Mini-Sized Dow – Kontrakt fürSeptember 2004, 2. September 2004

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1. Die Märkte eröffnen gemischt undzeigen eine Rallye bis zumMittelpunkt bei 10.189 (sieheAbbildung 7.13). Ich möchte beimersten Pullback kaufen undplatziere eine Order bei 10.163.Dieser Level wird fast erreicht,aber es reicht nicht ganz für mich.Der Markt zeigt eine Rallye durchden nächsten Pivot-Level hindurch,und ich erhöhe mein Bid auf10.192. Der Markt wirft keinenBlick zurück und schießt schondurch den nächsten Pivot-Levelhindurch.

2. Ich erhöhe mein Bid nochmals auf10.221. Dieses Mal klappt es, undich setze einen Stopp bei 10.201,

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mein erstes Ziel ist 10.238. Daswird schnell erreicht, und icherhöhe meinen Stopp auf 10.215.

3. Mein zweites Ziel wird bei 10.261getroffen, und ich gehe flat.

4. Der Markt zeigt eine Rallye, undich setze eine Order für den Kaufbei 10.267. Es klappt nicht, und derMarkt schließt im Bereich seinesHöhepunkts.

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Abbildung 7.13

Mini-Sized Dow – Kontrakt fürSeptember 2004, 25. August 2004

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1. Der Dow zeigt ein Gap-down, undich platziere ein Bid bei 10.077(siehe Abbildung 7.14). Es klappt,und ich setze einen Stopp bei10.057, mein erstes Ziel ist 10.090.Das wird getroffen, und ich erhöhemeinen Stopp auf 10.071.

2. Der Dow zeigt eine anhaltendeRallye, und mein zweites Ziel wirdbei 10.104 erreicht.

3. Ich platziere eine Order bei 10.096,um beim nächsten Pullback zukaufen. Alles klappt wunderbar,und ich setze einen Stopp bei10.076. Der Markt wird solangsam, dass er fast kriecht, unddie nächste Stunde tut sich nichts.Dann nimmt der Markt Fahrt auf,

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und ich bin aus meiner ersten Hälftebei 10.104 raus. Ich erhöhe meinenStopp auf 10.090.

4. Mein zweites Ziel wird bei 10.118erreicht.

5. Der Dow zeigt eine Rallye in dennächsten Pivot-Level. Ich platziereeine Order, um den Pullback bei10.124 zu nutzen. Das klappt leidernicht.

6. Der Markt steigt auf den nächstenLevel, und ich erhöhe meinAngebot auf 10.144. Diesmalklappt es, und ich setze eine Stopp-Order bei 10.124 mit meinemersten Ziel bei 10.157. Das ist balderreicht. Ich erhöhe meinen Stoppauf 10.138.

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7. Mein zweites Ziel wird bei 10.171getroffen, und ich gehe flat. DerMarkt zeigt eine Rallye bis R3. Dasgeschieht selten: Die Märktesteigen fast nie über R3, und ichfade normalerweise Moves aufdiesen Levels. Ich platziere eineOrder, um bei 10.185 zu shorten.Das klappt, und ich setze einenStopp bei 10.205. Der Markt steigtbis auf 10.200 und fällt dann biszum Schluss. Da kein Parametervon mir getroffen wurde, covereich um 16:10 Uhr bei 10.176.

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Abbildung 7.14

KLAC (KLA Tencor Corp.),

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10. September 20041. KLAC zeigt an diesem Tag ein

Gap-down, und ich platziere eineOrder, um bei 38,48 zu kaufen(siehe Abbildung 7.15.). Dasklappt, und ich setze einen Stoppbei 37,93. Mein erstes Ziel ist bei38,89 getroffen, und ich erhöhemeinen Stopp auf 38,38.

2. Die Aktie steigt weiter, und meinzweites Ziel wird bei 39,39erreicht.

3. Ich platziere eine Order, um denersten Pullback bei 38,99 zukaufen. Diese Order wird nichtausgeführt, und die Aktie läuftdavon.

4. Als der Kurs in den nächsten Pivot-

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Level bricht, erhöhe ich mein Bidauf 39,49. Es dauert eine Weile,aber die Order wird ausgeführt undich setze einen Stopp bei 38,99.

5. Mein erstes Ziel wird bei 39,72erreicht, und ich erhöhe meinenStopp auf 39,39.

6. Zum Zeitpunkt der Marktschließungwurde keiner meiner Parametererreicht, und ich steige um 16:00Uhr bei 39,78 aus.

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Abbildung 7.15

Trendmärkte vs. unruhige

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MärkteZum Großteil betreffen die Setups, diewir gerade besprochen haben, dieTrendmärkte. Ich wollte aber auch einenBlick auf die unruhigen Märkte werfen,um zu zeigen, wie die Pivots untersolchen Umständen funktionieren.Abbildung 7.16 zeigt den Mini-SizedDow an einem Tag, an dem er starklimitiert war und sich in einem engenBereich aufhielt. In der Tat fand dergrößte Teil des Abstiegs vor 09:30 Uhr,also vor Eröffnung des Cash-Markts,statt. Ich habe außerdem einigegrundlegende Indikatoren mit in denChart genommen, um zu zeigen, wieverzögert diese an unsteten Tagensichtbar werden, verglichen mit einem

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Setup, dass sich nur auf Kurse beruft.Die Indikatoren, die ich mir anschaue,sind zu Grunde liegende ExponentialMoving Averages und auch der RSI. Dasheißt nicht, dass diese Indikatorenkeinen Wert besäßen – es ist nurwichtig, sich immer wieder insGedächtnis zu rufen, dass ein aufIndikatoren basierender Trading-Ansatzmeistens eine verzögerteHerangehensweise einschließt – und aneinem unruhigen Tag fällt dieserUmstand erst so richtig ins Gewicht.

1. Wenn die Märkte unstet sind unddas Volumen der ES-Chartanhaltend unter 10.000 Kontraktenliegt, ist das der richtige Zeitpunkt,die Pivot Plays auf die »Chop-

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Enhanced«-Weise aufzustellen(siehe Abbildung 7.17). Bei Punkt1 ist der YM ruhig, und ich sehe zu,dass ich einen Move am nächstenPivot-Level faden kann. Ich willnicht dasitzen und die Märkteanstarren, während sich diesehirnamputierten Aktionenabspielen. Deshalb setze ich einBuy-Limit am nächsten Pivot-Levelunterhalb des aktuellen Kurses plusdrei Punkte, so dass ich gerade sovor dem Pivot bin. Außerdem setzeich ein Sell-Limit beim nächstenLevel oberhalb des aktuellenKurses.

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Abbildung 7.16

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Abbildung 7.17

2. Die Sell-Limit-Order wird zuerst

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ausgelöst. Ich kam nahe an meinBuy-Limit heran, schaffte es aberdoch nicht ganz. Wenn das Sell-Limit ausgelöst ist, setze ich einen20-Punkte-Stopp. Mein erstes Zielist zehn Punkte weg von meinemEinstieg, und mein zweites Ziel istder nächste Pivot-Level unterhalbdavon. Es handelt sich hier um einenwöchentlichen Pivot-Level bei10.532 – ich würde also eine Buy-Limit-Order bei 10.535 einsetzen,um die zweite Hälfte meiner Shortszu covern.

3. Meine beiden Ziele werdenerreicht, und ich bin raus aus demTrade. Bedenken Sie, dass sich dieMärkte fast bei unserem ultimativen

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Ziel befanden, als die MovingAverages schließlich fielen.Indikatoren wie Moving Averagesfunktionieren an Trendtagenwunderbar – an unsteten Tagen sindsie aber tödlich. Der Kurs ist anunsteten Tagen alles.

Dieses Beispiel zeigt etwas, dasTradern sehr oft begegnen wird, wennsie dieses System verwenden: Siewerden die gleichen Levels mehrmalsam Tag traden. Der Level, an dem derTrader bei einem Kursabstieg longgehen würde, ist auch der Level, an demder Trader ein Short schließen würde.Lassen Sie uns einen weiteren Blick aufden gleichen Chart werfen (Abbildung

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7.17); wir schauen uns nun alle Setupsan, die an diesem Tag auftraten:

1. Bei Punkt 1 fällt der YM auf einender wöchentlichen Levels, aber erfällt nicht komplett auf diesesNiveau. Mir gelingt es, long auf denMarkt zu kommen, weil meineLimit-Buy-Order denwöchentlichen Level plus dreiPunkte besitzt. Der Wochen-Levelliegt bei 10.532 – meine Limit-Buy-Order beträgt also 10.535. Ichbin auf plus zehn Punkte in derersten Hälfte aus und bringe dannmeinen Stopp auf »Pivot-3«, wasBreak-even bei minus 6 Punktebedeutet.

2. Bei Punkt 2 steigen wir ein und

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schaffen es gerade so über denTages-Mittelpunkt. Ich steige ausder zweiten Hälfte meiner Long-Position durch eine Limit-Order beidiesem Level aus. Beachten Sie,dass die Moving Averages fast garnicht gestiegen sind, als die Märktedas Ziel erreichten. Ich versuche zureversen und zu shorten, aber derMarkt bewegt sich so schnell, dassich den Short verpasse. EinAusweg wäre hier, eine Resting-Order für den Stopp oder auch alsneue Position zu behalten. WennTrader zehn Long-Kontrakte habenund beim Ausstieg umkehren undshort gehen möchten, setzen sieeinfach Sell-Limit-Orders für 20

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Kontrakte. Auf diese Weise werdendie Trader aus ihren Long-Positionen aussteigen undgleichzeitig neue Short-Positionenerstellen.

3. Bei Punkt 3 biete ich long für einenAbstieg zurück auf den Wochen-Level plus drei Punkte. DerWochen-Level beträgt 10.532, meinBid ist also plus drei Punkte, also10.535. Wenn zwei solche Levelsnahe beieinanderliegen (mindestenszehn Punkte – in diesem Fall derwöchentliche Level und dertägliche Pivot), werde ich mein Bidmit einem Level setzen, der deraktuellen Kursentwicklung amnächsten kommt. Mein Long hat

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geklappt. Der Markt steigt undtradet für etwa eine halbe Stundeauf diesem Niveau. Mein Stoppwird nicht getroffen, obwohl eszeitweise eng wird. Mein erstesZiel »zehn Punkte zur Hälfte« wirdschnell erreicht, und ich verschiebemeinen Stopp. Es dauert einigeStunden, bis mein zweites Ziel amMittelpunkt getroffen wird. Hierkommt eine wichtige Notiz: Einigedieser Trades werden einigeStunden in Anspruch nehmen,während andere nur zehn Minutendauern können. Es ist wichtig,Geduld zu haben und auf die Levelszu warten und nicht zu versuchen,die Sache voranzutreiben oder aus

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Angst oder Langeweileauszusteigen. MenschlicheEmotionen sind eine gute Sache,wenn es um zwischenmenschlicheBeziehungen geht, aber beimTraden müssen sie ignoriertwerden.

4. Ich bin mehr als drei Stunden späteraus meiner zweiten Hälfte longausgestiegen, bei einem Tages-Mittelpunkts-Level. Da wir es miteinem unruhigen Tag zu tun haben,kehre ich um, gehe short undplatziere mein Ziel für die ersteHälfte meiner Position zehn Punktevon meinem Einstiegspunkt entfernt.Mein zweites Ziel ist der nächsteLevel unter plus drei Punkte.

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5. Der Markt bewegt sich schnell, undich bin nach nur 15 Minuten aus derersten Hälfte und nach weiteren 15Minuten auch aus der zweitenHälfte meiner Position draußen. Ichkehre um, gehe long und setze diegleichen Parameter, plus zehnPunkte für die erste Hälfte, undzurück zum anderen Pivot mit derzweiten Hälfte.

6. Ich bin schnell aus der ersten Hälftedraußen, und der Markt steigt gegenEnde weiter. Er schafft es nichtganz bis zu meinem zweiten Ziel,und um 16:15 Uhr steige ich »amMarkt« einige Punkte unterhalbmeines Ziels aus. Bedenken Sieauch hier, dass ich bereits aus der

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Hälfte meiner Position draußenwar, als die Moving Averagesstiegen.

DER SCHLÜSSEL IST ESHIER, DIE STOPPS ZUVERSCHIEBEN

Ich bin kein großer Fan davon, aggressivdie Stopps zu verschieben. Damit meineich, dass ich meine Stopps behaltenwerde, wenn der YM um lediglich einenPunkt steigt. Diese »Auto-Trailing«-Stopp-Strategie wird den Trader beimersten kleinen Pullback ausstoppen, unddiese Moves möchte ich abwarten.

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Dennoch habe ich mehrere Ziele, undwenn mein erstes erreicht ist, werdeauch ich meine Stopps modifizieren, ummeine Gewinne oder gleich den ganzenTrade zu schützen. Bei Pivot Playsbehandle ich mein Stopp-Management anTrendtagen und unruhigen Tagen gleich.Ich warte nur darauf, bis mein erstesZiel erreicht wird. Wenn das geschehenist, dann – und nur dann – verändere ichmeinen Stopp.

1. Hier haben wir unseren Original-20-Punkte-Stopp aus unseremLong-Einstieg an einem Decline imwöchentlichen Pivot plus dreiPunkte (siehe Abbildung 7.18).

2. Wäre das ein Trendtag, würde ichwarten, bis mein erstes Ziel – der

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nächste Pivot-Level – erreichtwird. Dann würde ich meinenStopp verändern. An einemunruhigen Tag wäre mein erstesZiel plus zehn Punkte am YM. Indiesem Beispiel würde dasbedeuten, dass ich meinen Stoppfrüher hätte verändern müssen –nämlich gleich, nachdem meinerstes, kleineres Ziel erreicht war.

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Abbildung 7.18

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TIPPS UND TRICKS FÜRDIE VERWENDUNG DERPIVOTS

Der Schlüssel bei diesem Setup – undbei allen anderen Setups, die ichverwende – ist, dass der Trader allesvor der Eröffnung des Markts auf einemChart sehen kann. Wenn alles vorbereitetist, muss er nur noch zuschauen undwarten oder, noch besser, Audiosignaleverwenden, die ihm anzeigen, ob einSetup funktioniert oder nicht.

In Bezug auf die Pivots könnenTrader Orders schon im Vorfeld tätigen,da die exakten Ziele, Einstiege undStopps schon vorher bekannt sind. Auf

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diese Art können sich die Trader auchauf andere Dinge konzentrieren – wenndenn welche auftreten sollten. Wenn derTrader das Alarmsignal hört, weiß er,dass es Zeit ist, sich wieder den Chartszu widmen und nachzusehen, was denngerade vor sich geht. Es gibt keineHektik. Entweder werden die Ordersgetroffen, oder sie werden nichtgetroffen. Dieses System – wie alleanderen von mir verwendeten Systemeauch – ist so konstruiert, dass es zurDenkweise eines Profi-Traders passt,denn nur so kann man auf Dauer auf denFinanzmärkten Geld verdienen.

Das Wichtigste im Zusammenhangmit den Mittelpunkten ist, dass man sienicht dauernd verwenden muss. Ich setze

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sie an Tagen ein, an denen die Distanzzwischen zwei YM-Pivot-Levels mehrals 40 Punkte beträgt. Das ist einegenerelle Regel, und es ist natürlichauch okay, sie zu verwenden, wenn derAbstand nur 30 Punkte beträgt. Wenn diePivots näher als 30 Punkte beieinandersind, spielen die Mittelpunkte einfachkeine so wichtige Rolle mehr, weil dieMärkte direkt zum nächsten Pivot Pointwandern werden.

In meinen Charts verwende ich fürgewöhnlich einen schwarzenHintergrund, der in dem vorliegendenBuch natürlich nicht angezeigt werdenkann. Dann färbe ich die täglichen Pivotsgelb, die wöchentlichen blau (cyan), diemnoatlichen lila und die Mittelpunkte

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weiß. Ich verwende außerdem zentralePivots-Solid- und auch andere Linien.So ist es einfach, herauszufinden, wasdie Märkte als Nächstes vorhaben.

Die Verwendung der Pivots ist inden vergangenen Jahren immer einfachergeworden. Ich berechnete sie früherimmer mit einem Taschenrechner, bisich zu Excel wechselte, wo ich nur nochdie einzelnen Werte eingeben musste.Dennoch musste ich jeden Tag diehorizontalen Linien auf meine Chartszeichnen, und dafür benötigte ich stetsfast eine halbe Stunde. Es gibt Software,welche die Pivots automatisch berechnet– diese Programme verwenden aber oftdie falschen Zeitrahmen und könnenwegen übler Ticks im System böse

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Fehler machen. Hier versperre ich michdem Fortschritt und zeichne meinePivots jeden Tag selbst – ich möchtesichergehen, dass sie korrekt sind. Ichhabe einen Programmierer gefunden, dermir hier weiterhelfen konnte, und dasErgebnis ist nun das, was ich fürTradeStation und eSignal verwende. DieSoftware besteht aus den Farben, die ichmag, sie weist die Levels als täglich,wöchentlich, Mittelpunkt und so weiteraus, und ich kann die Hochs, Tiefs undSchlusskurse manuell eingeben. Ist diesgeschehen, platziert die Software allePivots an den richtigen Stellen – binnenSekunden. Für weitere Informationen zudiesem Thema besuchen Sie bittewww.tradethemarkets.com.

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WAS IST MIT DENFIBONACCI-ZAHLEN?

Im Zusammenhang mit den Pivots wirdmir oft die Frage nach deren Beziehungzu den Fibonacci-Retracement-Levelsgestellt. Für diejenigen unter Ihnen, diesie nicht kennen: Fibonacci-Zahlenwerden von Tradern verwendet, umUnterstützungs- und Widerstands-Levelszu ermitteln. Die gängigsten Werte sind0,382, 0,50 und 0,618. Meiner Erfahrungnach funktioniert das manchmal ganzexzellent, und manchmal weiß der Marktnicht mal, dass diese Zahlen existieren,und ignoriert sie. Dennoch möchte ichimmer gerne wissen, wo die Fibonacci-

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Zahlen am Tag stehen. Diese sindwertvoller als »normale« Fibonacci-Zahlen, weil hier mehr Datenpunkteverwendet werden. Diese Zahlen zubekommen ist ein hartes Stück Arbeit,und eine Zeit lang habe ich sie mir selbstberechnet. Doch dann entdeckte ichCarolyn Borodens Arbeit aufwww.syncmt.com, und von da an habeich einfach ihre Dienste in Anspruchgenommen, da sie auf diesem Gebieteine echte Expertin ist. Sie arbeitet aufder Zeit- und Kursachse der Märkte undverwendet dabei die Fibonaccis Ratios.Bei den Kursen nutzt sie Retracementsvon vorangegangenen Swings, und sieverwendet die Ratios 0,382, 0,50, 0,618und 0,786. Sie bietet auch Price

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Extensions von vorangegangenen Swingsan, die schlicht und einfachRetracements von mehr als 100 Prozentdarstellen. Bei den Extensionsverwendet sie die Ratios 1,272 und1,618. Carolyn bietet auchKursvorhersagen im Vergleich zuSwings in derselben Richtung an. Dafürverwendet sie 100 Prozent und 1,618.Wenn sie einen Zusammenfluss sieht, sowerden diese zu den Key-Levels in denMärkten, gegen die man kaufen oderverkaufen muss.

Ich persönlich bin mehr an dengrößeren Levels interessiert, die sich aufeinem 60-Minuten-Chart oder einemTageschart finden, und ich verwende siemeistens für das Swing-Trading.

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Dennoch gibt es Tage, an denen dieseWerte mit den täglichen Pivot-Levelsgleich sind, und dann werden dieseWerte an jenen Tagen natürlich vielstärker. Ich beobachte auch gern dieFibonacci-Cluster-Levels auf anderenMärkten, da sie Key-Levels für alleMärkte bieten. Schauen wir uns einigeBeispiele aus Carolyn Borodens Arbeitan:

Mini-Sized Dow – Kontraktfür Juni 2005, 6. April 2005Abbildung 7.19 zeigt den 15-Minuten-Mini-Sized-Dow-Futures-Kontrakt. Hierist der offensichtliche Aufwärtstrend zuerkennen, der aus einem Swing-Tief am

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4. April ausgelöst wurde. Aus diesemGrund wollten wir uns auf das Erstellender Clusters auf der Buy-Seite desMarkts konzentrieren. Wir konntenfeststellen, dass sich zwischen 10.489und 10.492 eine schöne Zoneentwickelte. Diese enthielt dasZusammentreffen einer 1,618-Price-Extension, eines 0,50-Prozent-Retracements, eines 0,382-Retracementseines anderen Swings und einer 100-Prozent-Price-Projection einer früherenKorrektur. Der Tiefpunkt wurdeinnerhalb dieser Zone bei einem Levelvon 10.489 gebildet. Von hier auserlebten wir eine Rallye um 89 Punkteauf 10.578.

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Euro-FX – Kontrakt fürJuni 2005, 27. April 2005Im Fünf-Minuten-Währungsbeispiel inAbbildung 7.20 fanden wir dreigrundlegende Fibonacci-Kursbeziehungen zwischen 1,2970 und1,2971. Diese umfassten ein 0,618-Retracement des Tiefs von 1,2961 zumHoch bei 1,2988, ein 0,786-Retracement des Tiefs von 1,2966 zumHoch bei 1,2988 und eine 100-Prozent-Price-Projection des Hochs bei 1,2984zum (Swing-)Tief bei 1,2966. Dereigentliche Tiefpunkt wurde bei 1,2972erreicht. Die folgende Rallye brachteuns auf 1,2990.

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Abbildung 7.19

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Abbildung 7.20

Mini-Sized Dow – Kontraktfür Juni 2005, 4. April 2005Für den Einstieg auf einen Marktmöchten wir »Price Clusters« aufstellen,

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welche die Richtung des Trends imZeitrahmen haben, in dem wir traden.Manchmal verwenden wir »CounterTrend«-Clusters für Ausstiege, oder umStopps in einer Position enger zumachen.

Das Beispiel in Abbildung 7.21 indem Mini-Dow-Futures-Kontrakt zeigteinen Zusammenfluss von mindestensfünf Fibonacci-Kursbeziehungen imBereich zwischen 10.132 und 10.141.Der Fokus dieser Levels liegt imBereich von 10.132 bis 10.136. Indiesem Fall betrug der eigentlicheTiefpunkt 10.140. Ein »Trigger« füreinen Einstieg gegen diese Zone istgenauso einfach zu nehmen wie einPrior-Bar-Hoch. An diesem Punkt

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könnte der Stopp entweder unter demTiefpunkt vor dem Trigger (10.140)oder über dem niedrigen Ende derCluster-Zone liegen (10.135). Der Movedieses Clusters betrug 58 Punkte.

Diese Beispiele aus Carolyns Arbeitzeigen, wie die Fibonacci-Cluster alsUnterstützungs- und Widerstands-Levelsauf den Märkten funktionieren – und ichverwende sie intraday genauso, wie ichdie Pivots verwende. Man kann sie aberauch dazu nutzen, Swing-Trades odergrößere Zeitrahmen zu initiieren, da sichdiese in jedem Zeitrahmen, vom Drei-Minuten- über den Wochen- bis zumMonatschart, verwenden lassen.

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Abbildung 7.21

ZUSAMMENFASSUNG DERPIVOTS

Die Pivot-Levels funktionieren

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hauptsächlich infolge despsychologischen Schmerz-Freude-Kreislaufs, der die Märkte jeden Tagbestimmt. Trader, die nur denIndikatoren folgen, werden zu spät inPositionen einsteigen, wenn sie schonfast am Pivot angekommen sind. Undeben diese Trader bringen die Stopp-Losses, die immer wieder den gleichenKreislauf ankurbeln. Wer sich beimEinstieg nur auf die Indikatoren verlässt,anstatt die Kursaktionen der Pivots zubeobachten, wird immer zu spätaussteigen und in diese Kreisläufegeraten – und damit auch kein Geldverdienen.

Das Schöne an diesem System ist,dass die Trader nicht dauernd zusehen

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müssen, wenn sie erst einmal in einerPosition sind. Ich bin niemand, derdauernd seine Stopps verschiebt. Ichhalte es für gut, in eine Positioneinzusteigen, meine Parameter zu setzenund mich wieder anderen Dingen zuwidmen. Je nach Jobsituation ist das gutvom Büro aus (speziell an der US-Westküste) zu machen – besonders dann,wenn man über ein System verfügt, dasmögliche Trades schon früh hervorhebt.Auf diese Weise können Sie dieParameter einsetzen und zum nächstenMeeting gehen. Lassen Sie dieParameter Babysitter spielen. Das istauch besser so, weil so keinemenschlichen Emotionen mehr im Spielsind.

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8. KAPITEL

Scalper Buysund ScalperSells – wenn nureine schnelleBestätigung hilft

WIE SIE

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TRENDÄNDERUNGENERKENNEN UND VONIHNEN PROFITIEREN,OHNE SICH DIE FINGERZU VERBRENNEN ODERSICH VON EINEMFAHRENDEN ZUGÜBERROLLEN ZU LASSEN

Durch meine Beobachtung des Marktsüber viele Jahre hinweg habe icherfahren, dass die meisten Reversalsnach drei aufeinander folgenden höherenoder niedrigeren Schlusskursen auftreten– diese Faustregel gilt für alle

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Zeitrahmen. Der Schlüssel zu diesemSetup besteht darin, dass es aufaufeinander folgenden Schlusskursen,und nicht nur auf Intraday- oder täglichenKursaktivitäten für einen individuellenPrice Bar auf einem Chart basiert.Anders ausgedrückt: Die Höchst- undTiefststände sind nicht relevant. Ichinteressiere mich nicht für drei höhereHöchststände oder drei niedrigereTiefstpunkte. Ich möchte sehen, wo sichdie Kursaktivität einpendelt und wo sieschließt – darauf kommt es an.

Der harte Weg für dieses Setup,speziell auf Intraday-Basis, wäre der,die Charts anzustarren und aufaufeinander folgende hohe oder niedrigeSchlusskurse zu warten – so lange, bis

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drei hintereinander auftreten. Das kanndem Trader viereckige Augen bescherenund ihn genauso gut verrückt werdenlassen – deshalb empfehle ich dieseMethode nur jenen, denen die kleinenDinge im Leben einen Kick versetzen.Ich bin kein großer Fan davon, Chartsanzustarren, und ich wäre ein heißerKandidat für die Klapsmühle, wenn ichdieses Setup so betriebe. Stattdessenhabe ich auf TradeStation eineneinfachen Indikator entwickelt, der denersten Bar in der Sequenz einfärbt, wennder vorangegangene dritte Bar dieKriterien eines Signals erfüllt. Wenn ichden eingefärbten Bar sehe, setze icheinfach eine Market-Order, und schonbin ich im Trade. Oder sogar noch

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besser: Ich setze ein Audioalarmsignalein, so dass ich es höre, wenn ich untenim Flur stehe, um dann an meinen PCzurückzukehren und den Trade zuplatzieren. Das funktioniert auch, wennich mit meiner Frau telefoniere und dasSignal höre, obwohl sie natürlich erstwissen muss, wie dieses Signaleinzuschätzen ist und lernen muss,meinen Drang zu verstehen, dasTelefongespräch dann abrupt zubeenden. So ist nun einmal das Leben alsTrader.

Und so funktioniert es: Ich beobachtedie Charts und sehe dreiaufeinanderfolgende Bars, die höherschließen