Eimer 2006

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eimer

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  • INDICA ET TIBETICAMONOGRAPHIEN ZU DEN SPRACHEN UND LITERATUREN

    DES INDO-TIBETISCHEN KULTURRAUMESHerausgegeben von Michael Hahn

    unter Mitwirkung von[ens-Uwe Hartmann. Konrad Klaus und Roland Steiner

    Band 47

    JAINA-ITIHSA-RATNAFestschrift fr Gustav Roth zum 90. Geburtstag

    Herausgegeben

    von

    UTE HSKEN, PETRA KIEFFER-PLZ und ANNE PETERS

    INDICA ET TIBETICA VERLAGMARBURG 2006

  • JAINA-ITIHSA-RATNAFestschrift fr Gustav Roth zum 90. Geburtstag

    Herausgegeben

    von

    UTE HSKEN, PETRA KrEFFER-PLZ und ANNE PETERS

    INDICA ETTIBETICA VERLAGMARBURG 2006

  • HELMUT EIMER, Bann

    Die Ausgabe des Gzungs 'dus ausDga' ldan phun tshogs gling

    Gegen Mitte des 17. Jh.s soll nach dem Tod des Trantha - wie bereits An-ton Schiefnerl sagt - ..der fnfte Dalai-Lama die Dschonang-Klster der Leh-re der Gelbrntzen einverleibt, die Holztafein [der Jo nang-Werke] aber ver-siegelt haben, so dass jetzt von der Dschonang-Lehre nur zwei Werke Tran-thas bekannt sind: Sdhana2 und die Geschichte des Buddhismus [in Indien]".Da diese beiden Bcher keine Darstellung der speziellen ontologischen Lehre'der Jo nang pa-Schule enthielten, wurden sie auch weiterhin benutzt und inBlockdrucken verbreitet. Die Sammlung verschiedenartiger tantrischer Texte,also von Sdhanas oder Dhranis, enthlt auch kurze Sutras" wie sich schonaus den verschiedenen Formen des Titels ersehen lt: Im Kolophon zu einemFaszikel' dieser Gzungs 'duslMdo mang-Sammlung findet sich die verkrzteBezeichnung ... gzungs mdo 'di, ..diese [Sammlung von] Dhranis und Su-tras". R. O. Meisezahl verwendet den Kurztitel mdo moli in der berschriftseines 1968 verffentlichten Beitrags.

    Erste solche Sammlungen, die kurze, im Kult verwendete Texte zusam-menfassen, sind bereits aus der frhesten Phase des tibetischen Buddhismusbezeugt:" im Laufe der Zeit wuchs die Zahl der Titel in diesen Handbchernstark an. Unter den unvollstndigen Handschriften der ..Bibliothek" im KlosterTabo findet sich auch das Fragment einer Gzungs 'dus-Sammlung, die ur-sprnglich mehr als 75 Texte umfat hat; ihr Bestand wurde 1996 von PaulHarrison vorgestellt. Ein noch jngeres Beispiel ist der Gzungs 'dus mit 97Einzeltiteln, den Zha lu Lo tsa ba Chos skyong bzang po (1441-1528) redi-giert Wt.7 Die von Trantha (1575-1634) bearbeitete Fassung des Gzungs

    I Schiefner 1869: vii, auch bei Schulemann 1958:236.2 Schulemann 1958: 236. .Sdhanamio": dies steht fr die Gzungs 'dus-Sammlung

    (dieserTitel wird auchGzungs bsdus geschrieben).3 Hierzu vg!. Ruegg 1965.4 Meisezahl 1968: 74--82, 99-102 und 110-111, bespricht den Inhalt einer Reihe von

    Texten des Gzungs 'dus; einenAbri derSammlung bringt Taube 1968: 55.5 Und zwarzu Faszikelco des unten besprochenen Blockdrucks H.3680.6 Meisezahl1968: 67.7 Meisezahl1968: 68-73.

  • 164 Helmut Eimer

    'dus schlielich bildet die Vorlage fr viele - meist noch erweiterte - Ausga-ben und Handschriften, vor allem aus China und der Mongolei.

    Mareelle Lalou erfate bereits 1931 fnf solche Sammlungen, von denenzumindest vier auf die Redaktion durch Trantha zurckgehen' In seinemausfhrlichen Katalog der tibetischen Handschriften und Drucke stellt Man-fred Taube die einzelnen Texte von drei aus China stammenden Druckausga-ben detailliert vor,9 auerdem hat er aus drei Handschriftenbndeln der Lan-desbibliothek Dresden einen - nicht ganz vollstndigen - Gzungs 'dus, derwahrscheinlich in mongolischem Gebiet hergestellt ist, zurckgewonnen undbeschrieben. lO Zu Anfang einer Konkordanz dieser vier Sammlungen11 weister darauf hin, da diese "auf einer entsprechenden Sammlung Trantha's(geb. 1575) aus dem Kloster dGa'-ldan P'un-c'ogs-glin" basieren.

    Der Name Dga' Idan phun tshogs gling, der seit der bernahme des ur-sprnglichen Jo nang pa-Klosters durch die Dge lugs pa dieses Kloster imwestlichen Gtsang bezeichnet, erscheint jedoch nur zu Anfang des dkar chagzum Dresdner Manuskript, dort heit es: dpal dga' ldan phun tshogs gling ngesdon dga' ba'i tshal gyi chos grva chen po 'dir ...,12 ,,hier in der groen Religi-onsschule, im ruhmreichen Dga' ldan phun tshogs gling, dem Garten der Freudean der absoluten Wahrheit ..." Der gleiche Name fmdet sich auch im Kolophonzu einem Einzeltext in der Handschrift. 13

    Die von M. Taube erfaten Blockdrucke hingegen beziehen sich im In-haltsverzeichnis auf den Namen, den das Kloster seit seiner Grndung im Jah-re 1627 trug, sie schreiben entweder: gangs ean rtag brtan du t ra na tas pardu bzhengs pa rgya nag pho brang 'dir span drangs." "die von Trantha imSchneeland in Rtag brtan erstellte Druck[ausgabe] ist hier in den Palast in Chi-na gebracht," oder dpal rtag brtan dam pa 'i chos kyi gling nges don dga' ba 'i

    , Lalou 1931; Fonds tibetain no. 492(MeisezahlI968: 92); Fonds tibetain no. 509; Bi-bliotheque de I'Institut no. 3546 und no. 3547; Muse Guimet, tibetain 00. 107 (Taube1966: 63-64 undAnm. 17-19).

    9 Taube 1966;die dreiGzungs 'dus stehen unter den folgenden Signaturen: 1. DSB Bcr-lin, Tib. BI. 347(datiert 1691): 2. Landesarchiv Altenburg. Tib. 1-181 (datiert 1729). und3.DSB Berlin, Tib. BI. 198(datiert 1731).

    10 Es sind Teile von E 470. 471 und 472, die einzelnen Texte werden von Taube 1966nachinhaltlichen Gesichtspunkten geordnet vorgestellt; zurHerkunft aus derMongolei vgl.Taube 1968: 57 und Anm. 15. Meisezahl 1968: 88, errechnet, da die Faszikel ke bis khe,di, de, nu und pu bis phi verloren sind.

    11Taube1966: IV. (Seite) 1137-1144."Vgl. Taube 1966: (Katalog-)Nr. 2835. undTaube 1968: 56-57.lJ Und zwar zum 'Phags pa tshe dang ye shes dpag tu med pa 'i mtshan brgya rtsa

    brgyad pa im Faszikelkha." Vgl. Taube 1966: Nr. 2832, und Taube 1968: 56-57. Sehiefner 1869: vii, gibt als

    Klosternamen Riag brtan plzun tshogs gling.

  • Die Ausgabedes Gzungs 'dus aus Dga' Idanphun tshogs gling 165

    tshal gyi chos grva ehen po 'dir, "hier in der groen Religionsschule, imruhmreichen Rtag brtan dam pa'i chos kyi gling, dem Garten der Freude ander absoluten Wahrheit".15

    Anband der vier in seinem Katalog beschriebenen Gzungs 'dus-Exemplarehat M. Taube dann 1968 in seinem Beitrag "Zur Textgeschichte einiger gZmis-bsdus-Ausgaben" ein erstes berlieferungsstemma entwickelt, das die zentraleStellung der ihm unzugnglichen Druckausgabe aus Dga' Idan phun tshogsgling hervorhebt und zugleich eine Einordnung von weiteren Textzeugen gibt.

    In der Sven-Hedin-Stiftung, Etnografiska Museet, Stockholm, finden sich un-ter den tibetischen Texten, die auf den Sino-Schwedischen Expeditionen unterder Leitung von Sven Hedin in der Mongolei gesammelt wurden, fnf Druck-ausgaben der Gzungs 'dus-Sammlung,16 von denen jedoch nur zwei zuvornicht bekannt waren, und zwar der - offensichtlich alte - Druck H.3680 (miterheblichen Gebrauchsspuren) und eine groformatige Prachtausgabe, von derdie technischen Daten und der Kolophon zum mongolischen Nachwort bereitsverffentlicht sind." Der dkar ehag zu der letzteren Ausgabe bezeichnet seineHerkunft mit gangs ean rtag brtan du 16. ra nii thas par du bzhengs pa rgyanag pho brang 'dir, der Druck H.3680 hingegen gibt wie die Dresdner Hand-schrift den Namen .Dga' Idan phun tshogs gling",

    Da dieser Druck und die Dresdner Handschrift in der Einleitung und demSchlu des dkar ehag wrtlich bereinstimmen," liegt die Annahme nahe, dadiese beiden Textzeugen miteinander verwandt sind. Der folgende Beitragstellt sich nun die Frage, wie sich der Blockdruck H.3680 und die Handschriftzueinander verhalten, also ob beide Bcher auf eine gemeinsame Quelle zu-rckgehen oder eines davon die Vorlage fr das andere gewesen ist.

    Die kurze Beschreibung von H.3680 in der Handliste der Tibetica im Etno-grafiska Museet!9 wird hier ergnzt: Das meist siebenzeilige Buch mit einemTextspiegel von ca. 10 zu 38 cm ist auf schwammig porses Papier gedruckt.Einige Bltter sind nachgezeichnet, einige handschriftlich ergnzt." mehrfach

    I'Vgl. Taube 1966: Nm. 2833 und 2834A, und Taube 1968: 56-57.16 Eimer 1972-1978: Signaturen H.1130: H.1176; H.3512; H.3680 und H.6004. H.3512

    ist ein satzspiegel-identischer Nachdruck. deraufgrnd derDrucktafeln von H.1176 neu ge-schnitzt wurde, vgl. Eimer 1970: 431-433.

    17 Aalto 1954: 77 (SignaturH.1130).18 Dies ergibt sich aus derBeschreibung durch Taube 1966: Ne. 2835.19 Der Leitung des Etnografiska Museet und der Sven-Hedin-Stiftung in Stockholm

    danke ich vielmals frdie Genehmigung. die Texte zur Forschung benutzen undverffent-lichenzu drfen.

    20 Z.B. die secunda manu folgendermaen bezeichneten Bltter. 512, 569, 688, 689a,719,733,737,774,777 und 778.

  • 166 Helmut Eimer

    finden sich auf Vorderseiten am linken Rande kurze nachtrgliche Eintragun-gen in mongolischer Schrift," vereinzelt erscheinen auch chinesische Zeichen,

    Der Druck ist faszikelweise gezhlt; die Faszikel beginnen in der Regel miteiner Seite, die den Titel des ersten Textes trgt, weitere Texte knnen dann fol-gen. Die Bltter von H.3680 tragen auerdem secunda manu in Kursivschrifteine - stellenweise verblate oder abgebrochene - Foliierung: sie luft 1-237,238/239 (ein Blatt!), 240-247, 247bi' , 248-300, 304-566/567 (ein Blatt!), 568-614, 614bi' , 615-745, 754-808, es sind also tatschlich 796 Bltter; dazu konuntnoch der dkar chag von fnf Blatt Umfang. Ein Vergleich mit dem Inhaltsver-zeichnis zeigt, da zwischen Blatt 300 und 304 ein Faszikel fehlt, und zwar khe;die Lcke zwischen Blatt 745 und 754 ist nicht zu erklren.

    Der dkar chag des Blockdrucks ist nach den Kennbuchstaben der Faszi-TI ..

    kel angelegt. Man kann sich bei Uberlegungen zu dem Bestand an Textennun nicht allein auf ihn sttzen, da ja die Sammlung von Dhranis und kurzenSutras kein unvernderliches Textkorpus darstellt, sondern je nach Bedarf desjeweiligen Klosters Texte eingefgt werden konnten, die zunchst nicht im In-haltsverzeichnis erfat wurden." Ebenso knnen Texte oder krzere Text-gruppen aus ihr