Image Sonnet

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    07-Mar-2016
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TestLautsprecher SchrägeTypen,mit elegantemSchwungleichtnachhintengeneigt- so werden Bodenreflexionenim Klangbildreduziert 22 imagehifi3/2OO7 Phonoentzerrer CD-Player: Vollverstärker: 3/2007 imagehifi 23 Kabel: i,,:t:,: :!,!i . r :,..;t1,ri;:-;ri_, I ri rtcnroahor' Qnnciinac'

Transcript of Image Sonnet

  • IiI

    Test Lautsprecher

    Chario Academy SonnetPaarpreis: 3200 Eurovon Heinz Celking, Fotos: Rolf Winter

    Die Chario Academy Sonnet ist das Nachfolgemodell , ,meiner" Chario AcademyMi l lenn ium 1.

    Mir ist klar, dass es langsam so aus-sieht, als wrde ich zum Haus-und-Hofschreiber von Chario, dem Laut-sprecherhersteller aus Merate. Ichhabe nmlich jeden bisherigen Cha-rio-Test in image hf geschrieben:Millennium 1, Cygnus, Serendipity.Normalerweise vermeiden wir solcheHufungen innerhalb der Redaktion.Erstens drfte es ftir die Leserschaftspannender sein, die Produkte einesHerstellers auch mal aus einer anderenPerspektive beschrieben und bewertet

    Schrge Typen, mit elegantem Schwung leicht nach hinten geneigt - so werdenBodenreflexionen im Klangbild reduziert

    zu bekommen, zweitens dient es derHorizonterweiterung, wenn wir Auto-ren uns auch einmal mit Konzeptenbeschftigen, die gewhnlich anders-wo ressortieren, und drittens vermei-det man so den Eindruck einer gewis-sen Abhngigkeit des jeweiligen Autorsvom Hersteller oder vom Vertrieb.

    Darum hatte ich mich mit Hndenund Fen gegen das Thema gewehrt.Zugegeben, nicht sehr lange. Und ehr-lich gesagt auch nicht mit Hnden undFen, sondern mit dem Vorschlag, es

    knne natrlich auch mal jemand an-ders ... Leider hat sich besttigt, wasich immer schon ahnte: Mir fehlt es anDurchsetzungsfahigkeit. Ich musstemich Argumenten wie diesem beugen:,,Aber das ist doch das Nachfolgemo-dell deiner Chario Academy Millenni-um 1. Du kannst am besten erklren,worin sich der neue vom alten Laut-sprecher unterscheidet. Das interes-siert die Leser doch besonders! Wersoll da sonst drber schreiben?"

    Stimmt ja auch. Ich habe lange Zeiteine Chario Academy Millennium 1gehabt. Zuerst als einzigen Lautspre-cher und spter, als ich die Revel Per-forma F32 gekauft hatte, noch rundzwei Jahre in einer Zweitanlage. Erstals sich die Zweitanlage nicht mehrlohnte, habe ich die Millennium I ver-kauft. fetzt spielt sie woanders - weilsie mir zu schade dazt war, schwei-gend in der Ecke stehen zu mssen.Aber ich war bis zuletzt vollkommenzufrieden mit ihr, wenngleich der Test-Alltag einem natrlich auch ein paarSchwchen offenbart, die mir bei mei-nem doch ziemlich euphorischen Test1999 noch nicht bewusst gewordenwaren. Eine schne, interessante Auf-gabe, sich jetzt mit der Nachfolgerin zubeschftigen!

    Ein guter Ausgangspunkt fr eineBetrachtung der Sonnet sind die Laut-sprecherstnder. Bei der Millenniumnahmen die Seiten der Stnder dieMassivholz-Umkleidungen der Kor-pusse auf, so dass beide zusammen

    22 image h i f i3 /2OO7

  • eine harmonische, ft ir manche Ge-schmcker fast schon zu gediegeneSkuiptur ergaben. uch der fr dieSonnet neu entwickelte Stnder geflltmir prr t . aher er hat - t rotz des e lc-ganten Schwungs nach hinten - eineviel sachlichere Anmutung. Asthetischrnag sich Gleichstand zwischen Alt undNeu einstellen, aber technisch habendie neuen Stnder alleVorteile auf ihrerSeite. Ihre nach hinten abgespreizter-rStahlkufen stecken auf dem Fubodenein Dreieck von 55 Zentimeter Breiteab. Da kann Mario Murace am Telefonnoch so sehr abwiegeln, es htten nurkosmetische, keine klanglichen Grndefrs neue Design gesprochen: DieseAufstellvariante schont nicht nur dasParkett, sondern entspricht in etwa ei-ner Dreipunktlagerung und ist damitper se viel stabiler als die vier Spikesunter den alten Stndern.

    f)as muss sie auch sein, denn dieSor-rnet macht auf diesem Stnder soetwas wie einen Kopfstand: Der Twee-ter befindet sich unten, der Tiefmittel-tner oben. Die Sonnet sieht aus wieein bschnitt der Chario Serendipity(image hifi 512006), bei der ein groerStandlautsprecher kopfber auf einemgewaltigen Subwoofer zu thronenschien. Um den Hochtner auf Ohr-hhe zu bringen, muss der Stnderhher als gewhnlich sein, und weildie Bewegungen der Membran desTiefmitteltners hier einen grerenHebel haben, solite er besonders sicherstehen. Das ist nicht nur eine Frage derSicherheit bei dem insgesamt doch einwenig kopflastig wirkenden System,sondern vor allem eine Frage derKlangqualitt. le weniger das Laut-sprechergehuse in der Vertikalenschwankt, desto prziser knnen dieMembranen das Musiksignal in Formprziser Auslenkungen umsetzen.Darum kann rnan die Sonnet auch aufden leicht nach hinten geneigten Plat-

    ten ihrer Stnder mit zwei Schraubenfixieren. 27 Kilogramm wiegt ein sol-ches System aus Box und Stnder - dawackelt unter normalen Bedingungennichts.

    Warum berhaupt diese im Vergleichzu r M i l l enn ium I so ex t ravagan t w i r -kende Anordnung, die eigentlich sogar nicht zum Stil des Hauses passt? -Der Grund liegt darin, dass Mario Mu-race, der Toningenieur, nicht nur intechr-rischen Kategorien denkt. Er hateine Passion fr die Psychoakustik,worunter nicht das zu verstehen ist,was rvir in der Schule als ,,Laberfach"bezeichnet haben und wo galt: Nurimmer schn schlau daherreden, dannklappt's auch mit der Zwei. Die vonMario Murace geschtzten Psycho-akustiker verstehen sich als Natur-wissenschaftler; sie gewinnen ihreForschungsergebnisse durch Experi-mente. So berichtet der Chario-Ent-wickler von Versuchen zum Rich-tungshren. Sie htten ergeben, dassMenscher-r eine Schallquelle auf Ohr-hhe oder darber besser lokalisierenknnen als eine Schallqueile unterhalb

    i , , : t : , : : ! , ! i . r : , . . ; t 1 , r i ; : - ; r i _ ,

    Plat tenspie ler : Transrotor0r feoDoppioTonarme. SME 3500,

    VPI JN/W 12.5Tonabnehmer: TransrotorlVerloBefe-

    Phon oentzerrerCD-Player:Vol lverstrker:I r i r t c n r o a h o r '

    Kabel :Q n n c i i n a c '

    renceSAC Entrata DiscoCDP-202Krel l FBl , Sugden 421Bevel Performa F32TMR, PhonosophieSolld Tech Rack, Harmo-nix Tuning-Produkte,Ra um-Aud io-An imatotLoricraft Plattenwasch-maschrne

    3/2007 image hifi 23

  • Test Lautsprecher

    Die Chassis sind eigene Entwicklungen von Chario, made in ltaly: Der Tiefmitteltner besitzt eine Membran aus Rohacell,und die Cewebekalotte wird sauber mit Aluminium bedamoft

    der Ohrhhe. Ich frage ihn nach Ur-sachen - vielleicht die Bauform desOhres? Mario Murace, eben keinDampfplauderer, wei es nicht. DiePsychoakustik vermute eine Ursachein der Entwicklungsgeschichte desMenschen: Wir htten ja immer mehr

    ,,Welt" ber uns als unter uns, unddrohende Gefahren kmen von allenSeiten und von oben, aber selten vonunten. Dann ergnzt er das psycho-akus t i sche A rgumen t m i t e i nemraumakustischen: Die Strke der ers-ten Reflexion auf dem Boden, von den

    meisten Hrern sinnvollerweise mit-hilfe eines vor den Lautsprechern lie-genden Teppichs eingedmmt, knneman theoretisch auf zwei Arten min-dern: den Fuboden abschaffen (gehtnicht) oder die Chassis mglichst weitdavon weg positionieren. Dafr hat ersich bei der neuen Academy-Serie ent-schieden.

    In dem Zusammenhang spreche ichMario Murace auf Abbildungen imDatenblatt an, wo die Sonnet einmalexakt parallel zur Frontwand undeinmal unmittelbar auf den Hrplatzausgerichtet ist. Bei der Millennium Ihatte er noch eine Aufstellung nachder RlX-Geometrie (,,right-left-cros-sing") favorisiert, also mit sich deut-lich vor dem Hrer kreuzenden Ach-sen. Seine Neuentwicklung hat er aufeine Aufstellung mit leichter Einwink-lung auf den Hrplatz hin optimiert.Die strikt parallele Aufstellung bringezwar die breiteste Bhne in den Hr-raum, weil dabei viel Energie in Formder ersten Reflexion ber die Seiten-wnde zum Hrer kommt, die kom-plette Einwinklung auf den Hrplatzschaffe dagegen die Illusion einer Bh-ne mit besonders groer Tiefe, aberdazwischen liese fr die meisten

    Char io kennt beim Frequenzweichenbau keinen Min imal ismus: Hier g ibt esFolienkondensatoren und Spulen satt

    24 image hifi 3/2007

  • Hrrume wohl die beste Lsung. Zuden r E rgebn i s b in i ch i n me inemRaum, wo die Charios nach links undrechts und hinten jeweils einen Wand-abstand von etwa einen.r Meter hatten,auch gekommen: Mit einer leichtenEinwinkiung und einem Abstand zwi-schen Hrer und Lautsprecher, der et-was grer als die Basisbreite war,klang es am besten.

    Mario Murace setzt in der Sonnetzwei Tieiber ein, die sich schon in derSerendipity bewl-rrt haber-r. Der uhr-glasflache 32-Mill imeter-TWeeter be-steht aus Seide, die mit Aluminiumbedampft wird (in meinen Serendipi-ty-Artikel hatte ich geschrieben, dassdie Seidenkalotte rnit Silber bedampftwrde, aber das war falsch). Er hattemich schon in der Serer-rdipity begeis-t e r t . we i l e r wen ige r , , s" a l s de rScanspeak Revelator in der Millenni-um 1 jubelt, dafr aber eine Spur offe-ner', ehrlicher und dyr-ramischer. An-dc re rse i t s h t te m ich e in s t immigeingesetzter Revelator immer nochschnell ir.r der Tasche, wenn er HeatherNova oder Vdronique Gens singenliee, und kaum jer.nirr-rd hatte den Re-velator so herrlich zum Klingen ge-bracht wie Murace in der Millennium1. Aber Murace hat ja nichts verlernt:Auch der Tweeter der Sonnet klingt,obwohl insgesarnt frischer und aufge-weckter, wieder n-rit dieser herriicher.r,gerade Frauenstimmen und Holzbla-sern schmeichelnden Geschmeidig-keit. Im Klartext: Auch der neue istkeine Kratzbrste, sondern verbindetDe ta i l r e i ch tun r rn i t Ha rmon ie .

    Der Durchmesser des Tiefmittelt-ners ist mit 17 Zentimetern betrcht-lich grer als der damalige Tieiber derMillennium 1 - und in technischerHinsicht ist er viel aufivendiger: DerKern seiner Sandwich-Konstruktionbesteht aus Rohacell, einem von derDegussa produzierten Hartschaum-

    stoff, der in der Lautsprecherweltdurch den erstmaligen Einsatz beiBasstreibern von Bowers & Wilkins ge-sellschaftsfhig wurde, die Auen-schichten sind aus Glasfaser-Material.Fr Chario-Verhltnisse finde ich eszien-rlich mutig, das nicht schwarzdurchzufrben.

    Die Membran ist auergewhnlichstark gewlbt und luft zum Zentrumweg wie Sand in einem Tiichter. DerAntrieb besteht aus ringfrmig ange-ordneten Magneten aus einer Neo-dym-Eisen-Bor-Legieru