LEADER Mai 2016

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  • DAS UNTERNEHMERMAGAZIN

    Mai 6/2016Preis Fr. 8.50

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    w.le

    ader

    onlin

    e.ch

    Ausgabe fr die Ostschweiz und das Frstentum

    Liechtenstein

    Schwerpunkt InnovationenWer Innovationen schaffen will, muss nicht das Rad neu erfinden, sondern darber nachdenken, wie man auf der Grundlage des Rades etwas Neues kreieren kann. Kann dies der Ostschweiz gelingen?

    Ab Seite 10pronto-ag.ch

    Sauber bleiben!

    In dieser Ausgabe:

    Remo Daguati, Philipp Schwander, Karl Mller, Roger Bechtiger, Anja Frster, Claude Longchamp

    Kantonsratsprsident Markus Straub:

    Der Staat ist nicht zu bremsenSeite 44

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  • LEADER | Mai 2016

    3Editorial

    Rund um die geplante Expo2027 in der Ostschweiz ist ein heftiger Grabenkampf entstan-den. Auffllig dabei ist, dass dieser Krieg nicht entlang der bekannten politischen Linien rechts und links verluft. Im Gegenteil: Gerade in liberalen Kreisen herrscht eine grosse Uneinigkeit. Whrend viele alte Haudegen der FDP geradezu euphorisch auf die Idee einer Landesausstellung reagieren, ist es eine Reihe von jungen Liberalen, die sich zgernd bis klar ablehnend verhalten. Die Frage aller Fragen dabei ist: Bringt eine Expo, die ja unwidersprochen viel Geld kostet, wirklich einen so grossen Nutzen fr unsere Region? Oder dient sie nur der finanziellen Sttigung ansssiger Konzepter und Eventplaner und der Selbstdarstellung der regionalen Politiker?

    Theoretisch knnte man diese Frage ganz nchtern und wissenschaftlich angehen und be-antworten. Und zwar, indem man die Region der Expo02 unter die Lupe nimmt und schaut, wie sie sich in den doch rund 14 Jahren seither entwickelt hat. Und da bleibt festzustellen, dass die Expo-Befrworter den Beweis bisher schuldig geblieben sind, dass eine solche Ausstellung der nationalen Superlative einen nachhaltigen Boom in einer Region auszu-lsen vermag. Im Gegenteil: Die wenigen bekannten relevanten Kennzahlen sprechen nicht fr einen bleibenden Effekt. Andererseits kann man auch sagen: Die Ostschweiz hat es ja in der Hand, es besser zu machen als die Ausrichter der letzten Expo. Oder ist eine Landesausstellung vielleicht wirklich, wie aus einigen Kreisen konstatiert, ganz grund-stzlich eine Prsentationsform der Vergangenheit, die heute keinen Platz mehr hat?

    Als Hurrapatriotismus wurde in sozialen Medien das Engagement verdienter Politiker fr eine Expo2027 bezeichnet. Visionslosigkeit wurde umgekehrt den ablehnenden Stim-men vorgeworfen. Der LEADER gibt in dieser Ausgabe einem Expo-Kritiker das Wort, der Fakten und Zahlen liefert. Wir verstehen das als lngst flligen konkreten Beitrag, der den Startschuss zu einer echten Debatte bildet ber Schlagworte hinaus.

    Natal SchnetzerVerleger

    Zwischen Hurrapatriotismus und Visionslosigkeit

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  • LEADER | Mai 2016

    5Im Fokus

    Sky-Frame ist Gewinner des S-GE Swiss Export Award 2016

    Der Export Award 2016 vom Switzerland Global Enterprise (S-GE) ging an Sky-Frame fr ihr Exportprojekt in den USA. Das Unternehmen erffnete 2014 seine US-Filiale mit eigenem Showroom. Fr diesen Markteintritt vergab die unab-hngige Jury aus Wirtschafts-, Wissenschafts- und Medienvertretern den Export Award in der Kategorie Step In. Verliehen wurden die Preise von Ruth Metzler-Arnold, Verwaltungsratsprsidentin von Switzerland Global Enterprise, im Rah-men des alljhrlichen Aussenwirtschaftsforums.

  • LEADER | Mai 2016

    6 Inhalt

    28 Otto Keller AGAus Ackermnnern werden Klimamacher

    29 Conny BurgermeisterMit Outsourcing Freirume schaffen

    31 Expo 2027Warum sie schlecht fr die Ostschweiz wre

    34 Auf gttliche ToreAFG Arena wird zum kybunpark

    37 kybun AGDie Bewegungs-Hungersnot

    40 Architekt Roger BechtigerHinter der Fassade

    42 Kongressstandort Zusammenspannen, um zu berleben

    44 Kantonsratsprsident Markus StraubEin Schlag in die Magengrube

    08 Roland Rino BchelHelvetische Wohlstandsverwahrlosung

    10 Die Ostschweiz unter DruckInnovation bedeutet nicht mehr vom Gleichen

    12 Innovationsstandort im berblickDie wichtigsten Akteure der Region

    14 Berater Remo DaguatiMan kann mit dem letzten Platz zufrieden sein, aber

    17 Axel ThomaWelche Medien drfen es sein?

    20 Weinexperte Philipp SchwanderEs gibt zu viele Amateure in unserer Branche

    27 Regierungsrat Martin KltiDer feinsinnige Freisinnige

    28

    22

    10 14

  • LEADER | Mai 2016

    7Inhalt

    49 Unternehmensberaterin Anja FrsterEs gibt entweder schnelle oder tote Firmen

    52 Gemeinsam rekrutierenInitiative Arbeitsplatzstandort: Gemeinsam strker!

    56 Gesundheitswesen als WirtschaftsfaktorDer Markt der Zukunft

    60 Fabrina Cerf, Forum BGMMassnahmen mssen nicht teuer sein

    63 Kantonsrat Walter LocherFalsche Annahmen und reale Auswirkungen

    63 Paul Beerli, Grass & Partner AGMehr Substanz und Spass

    78 Politikwissenschaftler Claude LongchampDas Chaotische der ffentlichen Kommunikation

    82 SchlusspunktDie Kleinen hngt man

    Markt/Publireportagen02 Ka Boom04 Cofox18 Permapack AG24 WILHELM30 Jungunternehmerforum38 Emil Frey AG50 Ostschweizer Personaltag54 Klinik Schloss Mammern58 Oberwaid AG62 Bildungszentrum Wirtschaft Weinfelden 68 Cosmopolitan Vermgensverwaltungs AG72 WIFI Vorarlberg74 BBZ Arenenberg76 Convention Partner Vorarlberg83 Nacht des Ostschweizer Fussballs84 Wirtschaftsforum Thurgau

    20

    27

    34

    60

  • 88 Kolumne

    LEADER | Mai 2016

    Oehlers Arena wird zu Mllers Park. Eine starke Marketinggeschichte findet damit ihre konsequente Fortsetzung.

    von Marcel Baumgartner

    Das hat sich Edgar Oehler wohl in seinen khnsten Trumen nie vorstellt, dass aus seiner Arena dereinst ein Park wird. Der Patron setzte sich vor mehr als zehn Jahren selber ein Denkmal, indem er als damaliger CEO der Arbonia-Forster-Gruppe entschied, die Namensrechte des neuen Fussball-stadions in St.Gallen fr zehn Jahre zu erwerben. Natrlich wollte er damit die drei Buchstaben AFG bekannter machen. Natrlich war es eine Geschichte wie aus einem Marketinglehrbuch. Aber wer Oehler kennt, der weiss auch, dass er damit selber ein Zeichen fr die rasante Entwick-lung des Unternehmens unter seiner Fhrung setzen wollte die Leuchtschrift war gewisser-massen sein permanentes Rampenlicht. Doch nun erlschen die Lichter der AFG in der Stadt St.Gallen und das vor der vereinbarten Vertrags-dauer (siehe Artikel in dieser Ausgabe).

    Um Edgar Oehler ist es mittlerweile ruhiger gewor-den. Die AFG durchlebte unter anderer Fhrung usserst turbulente Zeiten. Es wurde umgebaut, abgestossen und konzentriert. Und es war kein Geheimnis, dass mit dem Abgang von Oehler auch die Zukunft der drei Buchstaben auf der St.Galler Arena zu brckeln begannen. Konkrete Zahlen wurden nie genannt, aber die Werbemassnahme drfte die Firmengruppe jhrlich rund eine Million Franken gekostet haben. Zu viel Geld, wenn man sowohl intern wie auch extern Sparmassnahmen und Umstrukturierungen verknden und vertreten muss.

    Es passt zum Image des quirligen MBT-Erfinders Karl Mller, dass er nicht nur den Begriff AFG entfernen lsst, sondern gleich auch noch die Arena. Und es ist ein geschickter Schachzug des Thurgauers: Wenn schon viel Geld in eine solche Partnerschaft gepumpt wird, dann soll bitte schn auch alles Alte dem Neuen weichen. Und irgend-wie werden wir zurckhaltenden Ostschweizer, die selten protzen und sich nie vordrngen, unserem Bild einmal mehr gerecht: Wo sonst wrde man nach zehn Jahren ein Bauwerk dieser Grssenordnung von einer Arena zu einem Park zurckstufen?

    Marcel Baumgartner ist LEADER-Chefredaktor

    Lichter aus fr die AFG

    Helvetische Wohlstandsverwahrlosung Die Wohlstandsverwahrlosung schreitet zgig voran. Das zeigen die Aussagen der Urheber der Initiative fr ein bedingungsloses Grundeinkommen. Gut, dass das irr-witzige Thema auf dem Tisch ist. Schade, dass die Diskus-sion nicht intensiver ist.von Roland Rino Bchel

    Jede Frucht muss faulen, ehe sie mithilfe ihres Keimes wieder neu reifen kann. Die Faulheit ist nicht Snde, son-dern einer der Grnde, dass das Neue in die Welt kommt. Das schreiben die Befrworter in ihrem Buch. Das Prinzip wrde auch fr Menschen gelten. In der Schweiz soll jeder Erwachsene, ohne einen Finger zu krmmen, monatlich 2500 Franken und jedes Kind 625 Franken erhalten. Ein konkretes Beispiel dazu: Ein Fa-milienhaushalt mit drei Kindern (eines minderjhrig, zwei erwachsen) bekme von Papa Staat 10 625 Franken. Jeden Monat, einfach so. Eine eigentliche Vlkerwanderung ins vermeintliche Paradies wre sicher. Abgesehen davon ist es schwierig fest-zustellen, was alles auf uns zukme.

    Faul, fauler, am faulstenFaule pfel, meh