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PERSONALIA NIEDERÖSTERREICH Wir gratulieren: 50 Jahre Univ.-Doz. Dr. Robert Hofians, WP/StB, Baden bei Wien OBERÖSTERREICH EINLADUNG zum dritten Karl-Vodrazka-Kolloquium Donnerstag, 28. Mai 2009, 10.00 Uhr s. t. im Repräsentationsraum G Uni-Center (Mensagebäude) der Johannes Kepler Universität Linz Begrüßung o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard A. Wührer, Dekan der Sozial- und Wirtschaftswissen- schaftlichen Fakultät Vorstellung des Vortragenden Hon.-Prof. Dr. Josef Schlager Vortrag em. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto H. Jacobs, Universität Mannheim "Harmonisierung der steuerlichen Gewinn- ermittlung in der EU - Vorstellungen der EU-Kommission und Konsequenzen für die effektive Unternehmenssteuerbelastung" Podiumsdiskussion em. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto H. Jacobs; Univ.-Prof. Dr. Michael Lang; em. o. Univ.-Prof. Dr. Karl Vodrazka; Moderation: Univ.-Doz. Dr. Reinhard Schwarz Buffet Um Anmeldung unter 0732/750530 oder [email protected] wird gebeten. UNIVERSITÄTSSPLITTER Korruptionsstrafrecht Am 3. März 2009 hielt Univ.-Prof. Dr. Hubert Hinterhofer, Paris Lodron Universi- tät Salzburg, einen Vortrag zum Thema "Das neue Korruptionsstrafrecht - Kriminal- politische Notwendigkeit oder weit über- schießende Kriminalisierung?". Die instruktiven Folien können bei Kollegen Schlager angefordert werden (s. zu diesem Thema auch Rief, WT 1/2009, S. 39 f). Es handelt sich bei der Totalrevision der Be- stechungsdelikte durch das StRÄG 2008 (BGBl I 2007/109) um die Einführung spe- zieller Tatbestände zur Bekämpfung der Korruption im privaten Sektor und die Ver- schärfung der Strafbestimmungen im öf- fentlichen Sektor. Es gibt noch keine publizierte Rechtsprechung. Nach § 304 Abs. 1 StGB ist die Bestechlichkeit im enge- ren Sinn im Zusammenhang mit der Amts- führung angesprochen bzw. in § 304 Abs. 2 StBG die bloße Vorteilsannahme im Hin- blick auf die Amtsführung. Bei der bloßen "Vorteilsannahme" ist die Straflosigkeit wegen Geringfügigkeit schon hinsichtlich der Geringfügigkeitsgrenze unsicher. Sind es 100 (?); 200 (?); 300 (?). Nach Hinterhofer fallen grundsätzlich nicht unter diese Regelung Gelegenheitsgeschenke für frühere Amtstätigkeiten, etwa zum Pensi- onsantritt. Hoffentlich gelingt es dem Ge- setzgeber bei der bereits angekündigten Novellierung, das kriminalpolitische Poten- tial herauszunehmen, das m. E. schon durch die Beweislastumkehr erkennbar wird. Das "Vernadern" sollte jedenfalls nicht gefördert werden. Antrittsvorlesung in Doppelconference Univ.-Prof. Dr. Tina Ehrke-Rabel und Univ.-Prof. DDr. Georg Kofler, LL.M., haben am 4. März 2009 eine sehr gut be- suchte Antrittsvorlesung an der Johannes Kepler Universität Linz gehalten. Es kamen natürlich auch viele Kollegen aus Graz und Wien. Der Institutsvorstand des neuen Instituts für Steuerrecht, Finanzrecht und Steuerpolitik, Univ.-Prof. Dr. Markus Achatz, sprach in seinem Schlusswort von einer "Sternstunde" (s. Beitrag in diesem Heft). Österreichische Abkommenspolitik Zu diesem Thema "erzählte" MR Dr. Heinz Jirousek spannend vom Beginn bis zum Schluss am 01.04.2009 im Rahmen der Lehrveranstaltung zur Steuerpolitik von Tina Ehrke-Rabel und Georg Kofler. Die Aufgaben der Abteilung im BMF, der Herr Dr. Jirousek vorsteht, teilte er in vier Berei- che: 1) die Vermeidung der internationalen Dop- pelbesteuerung, jedoch immer bedeutsamer 2) die Förderung bilateraler Wirtschaftsbe- ziehungen 3) die Hebung der Rechtssicherheit, und zuletzt besonders in den Medien 4) die Verminderung der internationalen Steuerumgehung und Steuerhinterziehung. Bei der großen Zahl von DBAs, die Öster- reich abgeschlossen hat, nimmt die "War- tung" (Revision) der DBAs einen bedeu- tenden Raum ein. Die interessanten Folien können bei Kollegen Schlager angefordert werden. Laserphysik und Wirtschaftskrise Ein Pionier der Laserforschung, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Bäuerle, Vorstand des In- stituts für angewandte Physik an der Jo- hannes Kepler Universität Linz, der zu den weltweit führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Laser-Materie-Wechselwir- kungen zählt, hat ein populärwissenschaft- liches Buch "Laser. Grundlagen und Anwendungen in Photonik, Technik, Medi- zin und Kunst", Weinheim 2009, herausge- bracht und mir zum Lesen gegeben. Um in einem Fach, das - wie man liest - bereits elf Nobelpreisträger hervorgebracht hat, dem Laien assoziativ schwierige physikali- sche Zusammenhänge zum Verständnis zu bringen, sind Beispiele auch aus dem Wirt- schaftsbereich eingearbeitet. So wird die Erklärung der Absorption und Emission von Strahlung etwa wie folgt beschrieben: "Durch den Prozess der stimulierten Emis- sion können dann durch ein einzelnes oder durch wenige Photonen Übergänge 2 1 'gleichzeitig' induziert werden. Das führt zu einer Lawine von Photonen, also zur gleich- zeitigen Emission vieler Lichtquanten. Da- durch entsteht ein sehr intensiver Lichtblitz. Es handelt sich hier also um einen kooperativen (lawinenartigen) Über- gang von 2 1. ... Man beobachtet solche Phänomene aber auch sehr häufig im 'täg- lichen Leben'. Man denke nur an die Ak- tienbörsen. Nehmen wir an, der Wirtschaft geht es gut, die Aktienkurse stehen hoch. Nun kommt heraus, dass eine einzige Firma Misswirtschaft betrieben, über die Verhält- nisse investiert, zu viel Geld ausgegeben oder Bilanzen gefälscht hat. Der Kurs dieser Aktie stürzt ab und 'reißt' Aktien anderer 'gesunder' Firmen, bei denen sich eigentlich nichts geändert hat, mit. Es kommt zum Crash." (S. 33). Ermutigend für das Lesen von Abhandlungen der betriebswirtschaftli- chen Steuerlehre, wenn sie auf empirische, mathematische und ökonometrische Me- thoden allzu stark zurückgreifen, ist die Anleitung, die Bäuerle zu seinem Buch gibt. Man könne das Buch wie einen Roman lesen, aber auch selektiv. "Falls Sie irgend- welche Begriffe oder Gedankengänge nicht verstehen, so lesen Sie einfach weiter. Zur Beruhigung möchte ich Ihnen noch sagen, dass selbst herausragende Forscher beim Studium wissenschaftlicher Literatur sehr oft den 'Mut zur Lücke' benötigen." Josef Schlager Am 20. April 2009 wurde SC Univ.-Doz. Dr. Peter Quantschnigg in Wien bestattet. Der WT wird aus diesem Anlass in der nächsten Ausgabe einen Nachruf publizieren. 02/2009 55 DER WIRTSCHAFTSTREUHÄNDER VEREINIGUNG ÖSTERREICHISCHER WIRTSCHAFTSTREUHÄNDER umbruch_kern_umschlag_0209_col:Layout 1 23.04.09 11:32 Seite 55

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PERSONALIA

NIEDERÖSTERREICHWir gratulieren:

50 JahreUniv.-Doz. Dr. Robert Hofians, WP/StB, Baden bei Wien

OBERÖSTERREICHEINLADUNGzum dritten Karl-Vodrazka-Kolloquium

Donnerstag, 28. Mai 2009, 10.00 Uhr s. t.im Repräsentationsraum G Uni-Center(Mensagebäude) der Johannes KeplerUniversität LinzBegrüßungo. Univ.-Prof. Dr. Gerhard A. Wührer,Dekan der Sozial- und Wirtschaftswissen-schaftlichen FakultätVorstellung des VortragendenHon.-Prof. Dr. Josef SchlagerVortragem. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto H.Jacobs, Universität Mannheim"Harmonisierung der steuerlichen Gewinn-ermittlung in der EU - Vorstellungen derEU-Kommission und Konsequenzen für dieeffektive Unternehmenssteuerbelastung"Podiumsdiskussionem. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto H.Jacobs; Univ.-Prof. Dr. Michael Lang;em. o. Univ.-Prof. Dr. Karl Vodrazka;Moderation: Univ.-Doz. Dr. ReinhardSchwarzBuffetUm Anmeldung unter 0732/750530 [email protected] wird gebeten.

UNIVERSITÄTSSPLITTER

KorruptionsstrafrechtAm 3. März 2009 hielt Univ.-Prof. Dr.Hubert Hinterhofer, Paris Lodron Universi-tät Salzburg, einen Vortrag zum Thema"Das neue Korruptionsstrafrecht - Kriminal-politische Notwendigkeit oder weit über-schießende Kriminalisierung?". Dieinstruktiven Folien können bei KollegenSchlager angefordert werden (s. zu diesemThema auch Rief, WT 1/2009, S. 39 f). Eshandelt sich bei der Totalrevision der Be-stechungsdelikte durch das StRÄG 2008(BGBl I 2007/109) um die Einführung spe-zieller Tatbestände zur Bekämpfung derKorruption im privaten Sektor und die Ver-schärfung der Strafbestimmungen im öf-fentlichen Sektor. Es gibt noch keinepublizierte Rechtsprechung. Nach § 304Abs. 1 StGB ist die Bestechlichkeit im enge-

ren Sinn im Zusammenhang mit der Amts-führung angesprochen bzw. in § 304 Abs. 2StBG die bloße Vorteilsannahme im Hin-blick auf die Amtsführung. Bei der bloßen"Vorteilsannahme" ist die Straflosigkeitwegen Geringfügigkeit schon hinsichtlichder Geringfügigkeitsgrenze unsicher. Sindes 100 € (?); 200 € (?); 300 € (?). NachHinterhofer fallen grundsätzlich nicht unterdiese Regelung Gelegenheitsgeschenke fürfrühere Amtstätigkeiten, etwa zum Pensi-onsantritt. Hoffentlich gelingt es dem Ge-setzgeber bei der bereits angekündigtenNovellierung, das kriminalpolitische Poten-tial herauszunehmen, das m. E. schon durchdie Beweislastumkehr erkennbar wird. Das"Vernadern" sollte jedenfalls nicht gefördertwerden.Antrittsvorlesung in DoppelconferenceUniv.-Prof. Dr. Tina Ehrke-Rabel undUniv.-Prof. DDr. Georg Kofler, LL.M.,haben am 4. März 2009 eine sehr gut be-suchte Antrittsvorlesung an der JohannesKepler Universität Linz gehalten. Eskamen natürlich auch viele Kollegen ausGraz und Wien. Der Institutsvorstand desneuen Instituts für Steuerrecht, Finanzrechtund Steuerpolitik, Univ.-Prof. Dr. MarkusAchatz, sprach in seinem Schlusswort voneiner "Sternstunde" (s. Beitrag in diesemHeft).Österreichische AbkommenspolitikZu diesem Thema "erzählte" MR Dr. HeinzJirousek spannend vom Beginn bis zumSchluss am 01.04.2009 im Rahmen derLehrveranstaltung zur Steuerpolitik vonTina Ehrke-Rabel und Georg Kofler. DieAufgaben der Abteilung im BMF, der HerrDr. Jirousek vorsteht, teilte er in vier Berei-che: 1) die Vermeidung der internationalen Dop-pelbesteuerung, jedoch immer bedeutsamer2) die Förderung bilateraler Wirtschaftsbe-ziehungen3) die Hebung der Rechtssicherheit, undzuletzt besonders in den Medien4) die Verminderung der internationalenSteuerumgehung und Steuerhinterziehung.Bei der großen Zahl von DBAs, die Öster-reich abgeschlossen hat, nimmt die "War-tung" (Revision) der DBAs einen bedeu-tenden Raum ein. Die interessanten Folienkönnen bei Kollegen Schlager angefordertwerden.

Laserphysik und WirtschaftskriseEin Pionier der Laserforschung, Univ.-Prof.Dr. Dr. h.c. Dieter Bäuerle, Vorstand des In-stituts für angewandte Physik an der Jo-

hannes Kepler Universität Linz, der zu denweltweit führenden Wissenschaftlern aufdem Gebiet der Laser-Materie-Wechselwir-kungen zählt, hat ein populärwissenschaft-liches Buch "Laser. Grundlagen undAnwendungen in Photonik, Technik, Medi-zin und Kunst", Weinheim 2009, herausge-bracht und mir zum Lesen gegeben. Um ineinem Fach, das - wie man liest - bereitself Nobelpreisträger hervorgebracht hat,dem Laien assoziativ schwierige physikali-sche Zusammenhänge zum Verständnis zubringen, sind Beispiele auch aus dem Wirt-schaftsbereich eingearbeitet. So wird dieErklärung der Absorption und Emission vonStrahlung etwa wie folgt beschrieben:"Durch den Prozess der stimulierten Emis-sion können dann durch ein einzelnes oderdurch wenige Photonen Übergänge 2 → 1'gleichzeitig' induziert werden. Das führt zueiner Lawine von Photonen, also zur gleich-zeitigen Emission vieler Lichtquanten. Da-durch entsteht ein sehr intensiverLichtblitz. Es handelt sich hier also umeinen kooperativen (lawinenartigen) Über-gang von 2 → 1. ... Man beobachtet solchePhänomene aber auch sehr häufig im 'täg-lichen Leben'. Man denke nur an die Ak-tienbörsen. Nehmen wir an, der Wirtschaftgeht es gut, die Aktienkurse stehen hoch.Nun kommt heraus, dass eine einzige FirmaMisswirtschaft betrieben, über die Verhält-nisse investiert, zu viel Geld ausgegebenoder Bilanzen gefälscht hat. Der Kurs dieserAktie stürzt ab und 'reißt' Aktien anderer'gesunder' Firmen, bei denen sich eigentlichnichts geändert hat, mit. Es kommt zumCrash." (S. 33). Ermutigend für das Lesenvon Abhandlungen der betriebswirtschaftli-chen Steuerlehre, wenn sie auf empirische,mathematische und ökonometrische Me-thoden allzu stark zurückgreifen, ist dieAnleitung, die Bäuerle zu seinem Buch gibt.Man könne das Buch wie einen Romanlesen, aber auch selektiv. "Falls Sie irgend-welche Begriffe oder Gedankengänge nichtverstehen, so lesen Sie einfach weiter. ZurBeruhigung möchte ich Ihnen noch sagen,dass selbst herausragende Forscher beimStudium wissenschaftlicher Literatur sehroft den 'Mut zur Lücke' benötigen."

Josef Schlager

Am 20. April 2009 wurde SC Univ.-Doz. Dr. Peter Quantschnigg in Wien bestattet.

Der WT wird aus diesem Anlass in dernächsten Ausgabe einen Nachruf publizieren.

02/200955 DER WIRTSCHAFTSTREUHÄNDER VEREINIGUNG

ÖSTERREICHISCHERWIRTSCHAFTSTREUHÄNDER

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02/2009 56WIRTSCHAFTSTREUHÄNDERDER

PERSONALIA

Wir gratulieren:

60 JahreMag. Dr. Günther Kreinecker, Hagenberg imMühlkreisDr. Wolfgang Pogacar, Braunau am Inn85 JahreHeinz Elter, Linz90 JahreDr. Roman Leitner, LinzBerufsjubiläum - 25 JahreMatthias Bischoff, Braunau am InnDr. Otto Blaha, Bad HallFriedrich Gaigg, Bad IschlBrigitte Karl, PuchenauHelga Krendlsberger, WelsMag. Ulrike Krippel, Bad IschlDr. Georg Mayer, WelsMag. Dr. Wolfgang Resch, LinzBerufsjubiläum - 30 JahreMag. Dr. Günther Barzal, GmundenWir wünschen alles Gute und besteGesundheit!

Beeidigung zum WirtschaftsprüferDr. Norman Eichinger, HagenbergMMag. Dr. Jörg Jenatschek, LeondingMag. Karoline Kerber, KitzbühelMag. Jürgen Mayrhofer, SchönbachMag. (FH) Günther Mayrleitner, WienMag. Dr. Silvia Meingast, StraßwalchenMag. Gisela Praschl LL.M., PiberbachMag. Susanne Pribyl, LinzMag. Gerald Seißl, LinzMag. Michael Steurer, Wels/ThalheimMag. Thomas Wintersberger, WelsMag. Dr. Berndt Zinnöcker, Wien

Angelobung zum SteuerberaterMag. Roman Berger, LeondingMag. Ursula Kleiß, MarchtrenkMag. (FH) Claudia Rüf, WienDI (FH) Hans Seidel, AtterseeMag. Dr. Kornelia Steinhofer, HalleinMag. Alexander Thalhammer, Bad GoisernMag. (FH) Sabine Thürriedl, WienSabriye Varal-Özdemir, WelsMag. (FH) Sabine Petra Weinzirl, St. Veit imMühlkreisWir wünschen für die Zukunft alles Gute!

"Gratwanderungen - Das Niemandslandzwischen aggressiver Steuerplanung, Miss-brauch und Abgabenhinterziehung"

Vorstellung von Univ.-Prof. Dr. TinaEhrke-Rabel und Univ.-Prof. DDr. GeorgKofler, LL.M.von Hon.-Prof. Mag. Dr. Josef Schlager

Die Antrittsvorlesung mit dem oben ange-führten Titel haben Univ.-Prof. Dr. TinaEhrke-Rabel und Univ.-Prof. DDr. GeorgKofler in einer Doppelconference gehaltenund gezeigt, dass die Johannes Kepler Uni-versität Linz und das österreichische Steu-errecht einen bemerkenswertenProfessorenzuwachs erhalten haben.Der griffige Titel "Gratwanderungen - DasNiemandsland ..." könnte einem Vortrag deroberösterreichischen Extrembergsteigerin

Gerlinde Kaltenbrunner entnommen sein.Ein wesentlicher Unterschied ist wohl der,dass beim Bergsteigen der "Hausverstand"sich noch durchsetzen kann, beim Steuer-recht, wenn es durch das internationale po-litische Parkett geformt wird, wohl nicht,aber von Abenteuer, seien sie geistigerund/oder körperlicher Natur, kann man inbeiden Bereichen wohl sprechen.

Wenn man etwa, wie beim aktuellen deut-schen Referentenentwurf von einem "Ge-setz zur Bekämpfung schädlicher Steuer-praktiken und der Steuerhinterziehung(Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz)"

spricht, wird es leider im heutigen Steuer-recht schon sehr kriegerisch.Die Antrittsvorlesung wird in der österrei-chischen Steuerzeitung veröffentlicht undkann dort nachgelesen werden, sodass hierauf die inhaltlichen Beispiele nicht weitereingegangen wird. Angemerkt sei, dass dieFragestellung, wann legale und wann ille-gale Steuerumgehungen vorliegen, schonsehr alt ist und nachweislich - auch beisehr niedrigen Steuersätzen - Überlegun-

gen, wie man Steuern sparen kann, immervorhanden waren (s. dazu etwa Schlager, J.,Die unternehmerische Steuergestaltung.Planung - Durchsetzbarkeit - Grenzen,Wien 1978, S. 3).Zum Einstieg der Antrittsvorlesung wurdeerläutert, wie vielschichtig das Thema na-tional und international geworden ist(siehe Kasten). Im letzen Teil der Vorlesung

"Herausforderungen der Zukunft" wurdeaufgezeigt, dass die Schaffung von Pla-nungssicherheit ein Rechtsproblem dar-stellt. Man muss mE wiederum abgehenvon einer oft überschießenden Steuerpla-

VEREINIGUNGÖSTERREICHISCHER

WIRTSCHAFTSTREUHÄNDER

„Normales“Steuerverhalten

(Aggressive)Steuerplanung

UmgehungMissbrauch

Betrug,Hinterziehung

„Lücken-schließungslegistik“

Anti-Missbrauchs-bestimmungen

Steuerstrafrecht

Harmonisierung Koordinierung SteuerwettbewerbUnfairerSteuerwettbewerb

Anti-Missbrauchsbestimmungen Defensivgesetzgebung

Rektor Hagelauer, DDr. Georg Kofler, Dr. Tina Ehrke-Rabel, Dekan Köck

Foto: JKO

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PERSONALIA

02/200957 DER WIRTSCHAFTSTREUHÄNDER VEREINIGUNG

ÖSTERREICHISCHERWIRTSCHAFTSTREUHÄNDER

nungsverhinderungsgesetzgebung und Un-terstellung, dass "alle" Unternehmen einSteueroasendenken haben. Gerade die ge-genwärtige Wirtschaftskrise zeigt wie-derum das Hervortreten der Knappheit unddie Notwendigkeit von betriebswirtschaftli-chem Denken in allen Bereichen. Der Steu-ergesetzgeber soll sich daher um Planungs-sicherheit bemühen, da er sonst notwendi-ges wirtschaftliches Handeln verhindertund der Wirtschaft Wettbewerbsnachteilebringt.

Nachfolgend darf ich anhand der mir vomDekan der Betriebswirtschaftlichen Fakultäto. Univ.-Prof. Dr. Dr. .h.c. Heribert FranzKöck, M.C.L., zur Verfügung gestellten Ein-führungsrede den "Nachwuchs" am neuge-schaffenen Institut für Finanzrecht,Steuerrecht und Steuerpolitik der JohannesKepler Universität Linz auch im "Wirt-schaftstreuhänder" vorstellen, wo manbeide Persönlichkeiten durch ihre Arbeitenschon über Jahre gut kennt. Dekan Köckhat anfänglich launig aufgezeigt, warumdas Steuerrecht erst spät in den Kanon derjuristischen Fächer aufgenommen wurde.Dies erklärt sich "wahrscheinlich daraus,dass das Steuerwesen lange Zeit haupt-sächlich vom fiskalischen Standpunkt ausbetrachtet wurde - also: wie viele Mittelbenötigt der Staat zur Erfüllung seiner Aus-gaben und wie kommt er zu den von ihmbenötigten Mitteln -, während es für denBürger nach dessen erster Pflicht, die be-kanntlich darin besteht, Ruhe zu halten,schon die zweite Pflicht war, seine Steuernzu bezahlen. Eine gezielte Beschäftigungdes Einzelnen mit dem Steuerrecht konntedaher leicht als verdächtig erscheinen - 'dawill sich einer seiner Bürgerpflicht entzie-hen', und zu solchen Umtrieben die Handzu bieten, vielleicht gar noch von Berufswegen steuerberatend im Sinne von steuer-minimierend tätig zu sein, mochte demNaiven leicht als anrüchig erscheinen. Die-ser Naive hätte sich wohl damals schondurch den Titel der heutigen Antrittsvorle-sung zum Thema 'Gratwanderungen - DasNiemandsland zwischen aggressiver Steu-erplanung, Missbrauch und Abgabenhinter-ziehung' in seinen Vorurteilen gegen denStand der Steuerberater bestärkt gefühlt. Erhätte vielleicht auch darauf hingewiesen,dass der Wehrdienst bei allgemeiner Wehr-pflicht eine ähnliche Bürgerpflicht sei wiedas Steuerzahlen, dass sich aber für die Be-ratung Wehrpflichtiger, wie sie sich dieserPflicht entziehen könnten, auch kein eige-

ner Stand der Wehrpflichtberater herausge-bildet habe, sondern diese Tätigkeit in derRegel irgendwelchen NGOs überlassenbleibe. (An dieser Stelle ließe sich übrigensdie durchaus interessante Frage stellen,warum der Staat bis heute keine dem Zivil-dienst entsprechende Alternative zumSteuerzahlen vorgesehen hat ...)"

Kerstin Tina Ehrke-Rabel, Jahrgang 1975:Als Wirtschaftstreuhänder denkt man beimZweitnamen, den Ehrke-Rabel seit ihrerVerehelichung trägt, zutreffend auch an"Unternehmensbewertung". Während desStudiums der Rechtswissenschaften an derKarl Franzens Universität Graz studierte siebereits an der Université de Paris X - Nan-terre, dort spezialisierte sie sich auf Euro-parecht und französisches und inter-nationales Steuerrecht. Sie spondierte 1998und war Mitarbeiterin von Prof. Ruppe, dis-sertierte 2002 und habilitierte sich 2005.Frau Ehrke-Rabel hatte verschiedene For-schungsaufenthalte in Amsterdam, Parisund Göttingen. Die Tätigkeit am Finanz-rechtsinstitut Graz wurde nur durch zweiBabypausen unterbrochen.

Georg W. Kofler, Jahrgang 1977:Auch hier assoziiert man wohl nicht nur inLinz, dass der Vater im Geburtsjahr Assis-tent in Linz bei Karl Vodrazka war. GeorgKofler hat in unwahrscheinlichem Tempobereits nach den beiden Studien in Rechts-wissenschaft und Betriebswirtschaft imJahr 2002 das Doktorat der Rechtswissen-schaften und 2003 das Doktorat der Sozial-und Wirtschaftswissenschaften, beide mitAuszeichnung, erlangt. Praktische Erfah-rungen hat er sowohl in der Gerichtspraxis,in der Abteilung für zwischenstaatlichesSteuerrecht im BMF, wo er gegenwärtigeine halbtägige Stellung einnimmt, und alsSteuerberaterberufsanwärter gewonnen.2003/2004 verbrachte Kofler an der NewYork University, wo er ein Studium im Be-reich International Tax Law mit der Gradu-ierung zum LL.M. abschloss. 2006habilitierte er sich an der JKU für die Fä-cher "Finanz- und Steuerrecht unter beson-derer Berücksichtigung des Internationalenund Europäischen Steuerrechts sowie derSteuerlehre". Die folgenden beiden Jahrebekleidete er eine Funktion als Acting As-sistant Professor und Stellvertretender Lei-ter des International Tax Law Program derNYU. Auch bei ihm darf die Familiengrün-dung und die Geburt eines Sohnes im Jahr2008 erwähnt werden.

Mit diesen beiden Neubesetzungen wirdalso zum Europäischen Steuerrecht vonKofler der angloamerikanische Gesichts-punkt eingebracht, wie von Ehrke-Rabel einfranko-romanischer. Wir wünschen denbeiden viel Glück und Erfolg ad multosannos.

VORARLBERG

MITARBEITERSEMINAR DER VWT

Am 30. März 2009 veranstaltete die Vorarl-berger Landesorganisation der Vereinigungder Österreichischen Wirtschaftstreuhänderdas Mitarbeiterseminar Jahres Check Up2009, Neuerungen im Sozialversiche-rungs- und Steuerrecht 2008/2009.

Ort der Veranstaltung war das Montfort-haus in Feldkirch.Jeder Teilnehmer erhielt am Beginn derVeranstaltung je ein Exemplar der Steuer-beraterinformation und der Sozialversiche-rungsinformation 2009, DBV Verlag Graz.

Nach der Begrüßung durch den Landesob-mann, Mag. Siegfried Metzler, behandel-ten die Referenten KR Hannes Mitterer,WP/StB, Mag. Dr. Hans Bodendorfer,WP/StB und Mag. Dr. Manfred Schwarz,WP/StB ihre Spezialthemen.

Das Tagesprogramm bestand aus den zweiTeilen:

• Neuerungen im Steuerrecht und in an-grenzenden Rechtsgebieten unter Zuhil-fenahme der Arbeitsunterlage Steuerbe-raterinformation (Klienteninformation) 2009 (DBV Verlag). Aktueller Stand der Steuerreform 2009. Die Vermittlung von praktisch direkt umsetzbarem Wissen stand dabei im Vordergrund.

• Aktuelle Fragen zu Sozialversicherung, Arbeitsrecht und Abfertigung unter Zu-hilfenahme der Arbeitsunterlage Sozial-versicherungsinformation 2009 (DBV Verlag). Letzter Stand Abgrenzung Dienstvertrag/Freier Dienstvertrag/Werk-vertrag anhand der aktuellen Judikatur.

Das Mitarbeiterseminar mit etwa 70 Teil-nehmern ist sehr gut angekommen undkann als voller Erfolg gewertet werden. Zudanken ist dies den hervorragend vorberei-teten und gut gelaunten Referenten, die esbestens verstanden haben, auch „schwereKost“ zu vermitteln.

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02/2009 58WIRTSCHAFTSTREUHÄNDERDER

PERSONALIA

VEREINIGUNGÖSTERREICHISCHER

WIRTSCHAFTSTREUHÄNDER

Lieber Sigi!

Deine Freunde von der VWT entbieten Dirzu Deinem runden Geburtstag am 7. Maidie herzlichsten Glückwünsche und wun-dern sich, dass es schon der 60. sein soll.Dein jugendlicher Elan, Dein unermüdlicherEinsatz und Deine Begeisterung für so vieleschöne Dinge des Lebens – einschließlichder Kanzlei – nötigen uns Bewunderungund Respekt ab. Wer Dir schon einmal beieiner Bike- oder Schitour in den geliebtenDamülser Bergen hinterhergehechelt istoder beim Segeln auf dem Bodensee nurDein Kielwasser sehen konnte, weiß genau,was mit diesem Elan gemeint ist – vieleDeiner Freunde würden sich wünschen, mit60 sooo jung zu sein. Jung und agil haltenDich natürlich in erster Linie Deine GattinHelga und Deine Familie, aber auch die Ar-beit im Büro und Dein Einsatz für die Kam-mer und die VWT scheinen Dir nichtabträglich zu sein.

Deine Mandanten, die Mitarbeiter DeinerKanzlei, die Abgabenbehörden und Kollegenschätzen Dich als hervorragenden Steuer-berater, der im besten Sinne unseres ge-meinsamen Verständnisses vom FreienBeruf seine Tätigkeit mit großem Wissenund Können sehr engagiert, sachorientiert,gewissenhaft und umsichtig in einer Weiseausübt, die von großer Liebe zum Beruf desSteuerberaters zeugt.

Die Kollegenschaft schätzt Dich als Vorarl-berger Landespräsident der KWT, der seitvielen Jahren den Berufsstand in der Öf-fentlichkeit hervorragend repräsentiert undvertritt und Garant ist für ein kollegiales

Miteinander der Kolleginnen und Kollegensowie ein korrektes und weitgehend frik- tionsfreies Verhältnis zu den Abgabenbe-hörden. Die Kollegenschaft und die Kammersind Dir für Deinen unermüdlichen Einsatzvor allem als Landespräsident, aber auch alsMitglied diverser Kontaktkomitees undKammergremien zu großem Dank verpflich-tet.

Die VWT schließlich schätzt Dich nicht nurals hervorragenden und sehr erfolgreichenLandesobmann von Vorarlberg, sondernauch als wertvollsten Mitdenker und Mit-gestalter bei allen berufsständischen Ange-legenheiten, sei es auf fraktioneller oderüberfraktioneller Ebene. Deine Beiträge inden verschiedenen Gremien der VWT undbei informellen Zusammenkünften sind un-verzichtbar und werden gehört. Das Wohlund die gedeihliche Entwicklung des ge-samten Berufstandes als leistungsfähigerund nutzbringender Beratungspartner derWirtschaft und als unabdingbarer Teil einerrechtsstaatlich verfassten Steuerrechts-pflege sind Dir Anliegen und Ansporn zu-gleich. Wohlüberlegte und fundierteAnsichten zu den großen Fragen des Be-rufsstandes zeichnen Dich aus und machenDich für die VWT zur wertvollen Stimme –oder im wohlverstandenen Sinne des Wor-tes: zum wertvollen Mahner – aus demWesten.

Gerne nehmen wir von der VWT Deinen Ge-burtstag zum Anlass, Dir für Deinen enor-men und unermüdlichen Einsatz für dengesamten Berufsstand, die Kammer und dieVWT selbst, sehr, sehr herzlich zu dankenund getrauen uns zu hoffen, dass Deine Er-fahrungen, Ideen und Taten noch vieleJahre die Arbeit der Kammer und der VWTbereichern mögen.

Lieber Sigi, nochmals unsere herzlichstenGlückwünsche zum Geburtstag! Wir wün-schen uns für viele weitere Jahre DeineFreundschaft und Dir, was man einemrechtschaffenen Wälder wünscht, nämlichdass g’sund bliebscht, lang leabscht undz’letscht in Himmel kuscht.

Deine Freunde von der VWT

Mag. Siegfried Metzler –Glückwünsche zum 60. Geburtstag!

WIENVWT Informationsabend am 10.03.2009im Eventcenter der Erste Bank zum Thema„Hausverlosungen - rechtliche und steuer-rechtliche Hintergründe“ – Moderation desAbends: Mag. Werner Braun, LandesobmannVWT Wien, Begrüßung durch Herbert Bieleszvon der Erste Bank. Zu Beginn referierteMag. Werner Braun über aktuelle Themen ausdem Berufsrecht, insbesondere über eine Stel-lungnahme des Berufsrechtsausschusses derKWT betreffend Anerkennung von in WT-Kanzleien geleisteten Überstunden bei GPLA-Prüfungen. Es geht darum, dass aus Sicht derFinanz eine Lagerung von Überstunden derMitarbeiter von WT-Kanzleien an Wochenen-den detailliert zu begründen ist. Der Berufs-rechtsausschuss stellte klar, dass aufgrund derim § 91 WTBG geregelten Verschwiegenheits-verpflichtung dem Vertrauensschutz Vorrangvor den Aufklärungsinteressen der Finanzbe-hörde einzuräumen ist. Im Anschluss refe-rierte RA Dr. Wolfgang Grohmann über dierechtlichen Hintergründe der Hausverlosun-gen. Mag. Werner Braun führte abschließenddie steuerrechtlichen Hintergründe aus. Siehe dazu die ausführlichen FachartikelS. 19 - S. 23.

Wir gratulieren:

65 JahreUniv.-Doz. Dr. Reinhold Schürer-Waldheim,Wien

Neu: Steuerservice undSozialservice 2009

pro Heft EUR 4,00, für VWT MitgliederEUR 2,00

Jetzt bei der VWT zu bestellen:per Fax: 01/512 20 69 - 20per E-Mail: [email protected]

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