Philosophische ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan

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Philosophische ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan Author(s): Gerhard Endress Source: Oriens, Vol. 36 (2001), pp. 10-58 Published by: BRILL Stable URL: http://www.jstor.org/stable/1580475 . Accessed: 15/08/2011 00:17 Your use of the JSTOR archive indicates your acceptance of the Terms & Conditions of Use, available at . http://www.jstor.org/page/info/about/policies/terms.jsp JSTOR is a not-for-profit service that helps scholars, researchers, and students discover, use, and build upon a wide range of content in a trusted digital archive. We use information technology and tools to increase productivity and facilitate new forms of scholarship. For more information about JSTOR, please contact [email protected] BRILL is collaborating with JSTOR to digitize, preserve and extend access to Oriens. http://www.jstor.org
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  • Philosophische ein-Band-Bibliotheken aus IsfahanAuthor(s): Gerhard EndressSource: Oriens, Vol. 36 (2001), pp. 10-58Published by: BRILLStable URL: http://www.jstor.org/stable/1580475 .Accessed: 15/08/2011 00:17

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  • PHILOSOPHISCHE EIN-BAND-BIBLIOTHEKEN AUS ISFAHAN

    von

    Gerhard Endress

    Bochum

    Franz Rosenthal zum 85. Geburtstag

    Im Jahre 1955 beschrieb Franz Rosenthal eine bedeutende Sammlung von Texten aus Philosophie und Naturwissenschaften - eine wahre ,,Bibliothek in einem Band", in den Jahren 882-83/1487-88 kopiert von einem gelehr- ten Buchhandler aus dem Jemen nach den Buchern, die durch seine Hand gingen.l Der Codex 1279 aus der Istanbuler Sammlung Carullah (heute in der Suleymaniye-Bibliothek), beeindruckt nicht allein durch seinen reichen Inhalt an seltenen Texten, z. T. Unikaten, sondern nicht weniger als Zeuge umfassender und liberaler wissenschaftlicher Interessen in Philosophie, Astronomie, Astrologie und den okkulten Wissenschaften, mystischer Dich- tung, judischen wie auch christlichen Autoren. Der Kompilator, Muhammad ibn Hasan al-Nihml, zeigt sich in dieser Hinsicht als Nachfolger eines der Autoren seiner Sammlung, des Arztes und Philosophen 'Abd-al-Latlf ibn Yusuf al-Bagdadl (gest. 629/1231), eines Mannes, der gegen den uberwalti- genden Erfolg Ibn Slnas in Philosophie und Medizin zu den alteren Quellen der rationalen Wissenschaften zuruckkehrte, zu Aristoteles und seinen Kom- mentatoren, zu den Originalschriften Galens, zu den weiteren griechischen Autoren und Kommentatoren.

    Aber das Curriculum studiorum dieser sechsundzwanzig Texte ist das eines einelnen, nicht das einer Schule. Wie schon 'Abd-al-Latlf steht al-Nihml gegenuber einer zeitgenossischen Theologie, welche in der Nachfolge al- Gazalls den Philosophen in ihrer eigenen Sprache entgegnete, welche dar- auf die Sprache des Kalam selbst hellenisierte. Aus der philosophischen Theologie Avicennas erwachst eine religiose Philosophie, welche die Kon- zepte Avicennas kanonisiert und - indem sie die alten AnstoSe eliminiert-

    l Franz Rosenthal, 'From Arabic books and manuscripts, V: A one-volume library of Arabic philosophical and scientific texts in Istanbul', Journal of the American Oriental Society, 75 (1955): 14-23.

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan ll

    in den Dien st der Theologie stellt. Die se Entwicklung bereitet den Weg einer islamischen Schulphilosophie, die als Propadeutik und Methodenlehre von den Lehrern des islamischen Rechts selbst verteidigt wird. Zunachst vor den Toren der Madrasa, aber zunehmend - in Iran vor allem, darauf im islami- sche Indien der Mogulkaiser wie auch im Osmanischen Reich - in den Schulen selbst verbinden die Lehrer der Scharia ma'qulat und manqulat, gesellen sich die rationalen Wissenschaften zu den islamischen Disziplinen der Rechtsschule, bildet sich eine durch Philosophie verwissenschaftlichte Theologie: Klerikalisierung der Wissenschaften und Verwissenschaftlichung der Religion wird die Grundstromung des nachmongolischen Islam.2 Bei den ahl al-sunna wa-l-gama'a wird diese Entwicklung mit Zogern akzeptiert, pragt doch auch hier ihre Gegner nicht weniger tief als ihre Befurworter: Das entschiedene Urteil Ibn vHalduns uber Fabr-al-Dln al-Razl und das lei- denschaftliche Ringen Ibn Taymiyyas um den Dar' ta'arud al-'aql wa-l-naql sind Marksteine der Debatte. Von Ideologen der Schia- die ihre Theologie mit dem Instrumentarium des rationalistischen Kalam schmiedete und die durch Naslr-al-Dln al-Tusl zur Integration der falsafa fand - wurde solche Philosophie als Paradigma eines universalen Fuhrungsanspruchs im religio- sen Staat der Safawiden erneuert und systematisch formuliert.

    Es ist solche ,,Schulphilosophie", philosophische Theologie in Verbindung mit den 'ulum al-awa'il der rationalistischen Tradition und in ihrer Spra- che, die uns in philosophischen 'Ein-Band-Bibliotheken' einer anderen Art entgegentritt: Zeugnisse einer Lehruberlieferung, deren Basistexte und Kom- mentare von Generationen von Studenten, oft in lebenslangem Studium, zusammengetragen wurden. Deren Lehrer verbinden ihre Profession - die systematische Theologie des Kalam - mit philosophischer Bildung und nicht selten mit hoher Kompetenz in den mathematischen Wissenchaften, insbe- sondere in der Astronomie. Die Blute solcher Studien im safawidischen Iran, deren Ausstrahlung nach Transoxanien und nach Indien, sodann ihre Kon- tinuitat im iranischen Raum bis in die jungste Vergangenheit hat Ux1S in den Bibliotheken der Region eine Fulle von kleinen und groSen Sammelhand- schriften aus dem 10. und 11. islamischen Jahrhundert erhalten, manche ein Dutzend, manche uber hundert Texte umfassend, welche die Breite, aber auch die Beschrankung dieses philosophischen Curriculums dokumentieren.

    . .

    Stifter dieser Uberlieferung, aus der die meisten der uns erhaltenen Hand- schriften hervorgegangen sind, war eine Gruppe von Gelehrten, die seit dem Ausgang des 10./16. Jahrhunderts in der Safawidenhauptstadt Isfahan - man spricht daher von der Schule von Isfahan -, aber ebensowohl in Schiras, in Tabrlz und in anderen Stadten Irans wirkten: Baha'-al-Dln al-'Amill, Mlr

    2 So von F. Klein-Franke treffend charakterisiert.

  • 12 Gerhard Endress

    Muhammad Baqir al-Damad, $adr-al-Dln al-Slrazl, Mlr Abu l-Qasim Fin- diriskl. Die 'Schule' hat viele Autoritaten, birgt Vielfalt, auch Konflikte. So ist nicht zu ubersehen, daS der Richtungsstreit uber die Rechtsgrundlagen der Zwolferschia - zwischen usuliyyun und ahbariyyun - auf die Richtun- gen der Philosophie ubergriff; auch die negative Theologie (tanzlh) eines Qadl Sa'ld al-Qumml ensteht im SchoSe der 'Schule von Isfahan'. Aber unsere Quellen zeugen in der Tat von einer Schule dichter und koharenter Lehruberlieferung. Die Lehrer der Hauptstadte zogen zahlreiche Schuler in den Bann der letzten Neuinterpretation der Metaphysik Avicennas im Dienste der Theologie; und sie suchten andererseits mit ihren Schulern die Legiti- mation dieser Exegese in der geistigen Genealogie ihrer Vorlaufer und Quellen.

    Sie folgten dabei der Kette der Tradenten und Interpreten Avicennas - falasifa, mutakallimun der Schia, sufiyya im Gefolge Sihab-al-Dln al-Suhra- wardls (wie auch Ibn 'Arabls und seiner anatolischen Junger); aber nicht nur dies: sie griffen zuruck auf die Rezeptions- und Grunderzeit der hellenisti- schen Philosophie im Islam, auf al-Kindl, auf Ibn Slnas wichtigsten Vor- laufer in der Begrundung einer spezifisch islamischen Philosophie: al-Farabl, auf die Bagdader Kommentatoren der peripatetischen Tradition: Yahya ibn 'Adl, ja auch den Andalusier Averroes, aber auch auf die schiitische Gnosis des Kitab Ihwan al-$afa'. Sie suchten Handschriften auch der seltener ge- lesenen Texte aus Syrien und Anatolien zu erhalten und entfalteten eine uberaus fruchtbare Kopiertatigkeit.

    Bausteine zu einem - noch fragmentarischen - Gesamtbild geben F. E. Peters, Aristotle and the Arabs (New York 1968), 193-215; H. Corbin, Histoire de la philosophie islamique (Paris 1986); ders., En Islam iranien (Paris 1971-72), bes. Band 4 (L'ecole d'Ispahan [etc.]); Seyyed Hossein Nasr, 'The School of Ispahan'; '$adr al-Dln Shlrazl (Mulla Sadra)', A History of Muslim philosophy (Wiesbaden 1961), 2:904-61; ders., 'Spiritual movements, philosophy and theology in the Safavid period', in: The Cambridge History of Iran, 6: The Timurid and Safavid periods (Cambridge 1986): 656-97; S. Schmidtke, Theologie, Philosophie und Mystik im zwolferschiitischen Islam des 9./15. Jahrhunderts: die Ge- dankenwelten des Ibn Abl Gumhur, Islamic Philosophy, Theology and Science, 39 (Lei- den 2000), lff.

    Die Tradition, die wir in unseren Handschriften dokumentiert finden, laSt sich als eine kontinuierliche, koharente und weit verzweigte Lehruberlieferung bis auf das 7./13. Jahrhundert zuruckverfolgen. Bei aller Verschiedenheit der Konfession - ahl al-sunna, Zwolfer- und Siebener-Schia -, der Rechtsschu- le und der dogmatischen Richtung - Avs'ariyya, Mu'tazila und deren Fort- bildung in der Schia - und der Grundhaltung gegenuber der Philosophie - zwischen Ibn Slna, dem avs'aritischen Kalam al-Gazalls und Razls und der mystischen Philosophie des Suhrawardl und des Ibn al-'Arabl - ist ihren

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 13

    Vertretern eines gemeinsam: die Sprache derfalsafa. Hatte Ibn Slna das Wort der Offenbarung als Allegorie einer universaleren Wahrheit ausgelegts so machten die $ufiyya nach dem Sayb-al-iVsraq al-Suhrawardl (gest. 587/1 191) wie auch die Theologen nach Fahr-al-Dln al-Razl (gest. 606/1210) Avicen- nas Konzepte zum Medium des theologischen Diskurses. Der soziale Hin- tergrund ist der Aufstieg einer Gelehrtenschicht von umfassender Kompe- tenz: der philosopher-scientist, zugleich philosopher-theologian, ist am Furstenhof ebenso zuhause wie in der Madrasa. War die Philosophie in der Fruhzeit ihrer Rezeption im Islam Sache der scientific community, so sind es von nun an die Lehrer der Rechtsschule selbst, welche die medizinischen und vor allem die mathematischen Wissenschaften betreiben; Philosophie wird in ihren Handen ein Mittel der Integration, das Ursprung, Ordnung und Ziel der Schopfung auf den Begriff bringt.

    Drei Facher wachsen zu einer gemeinsamen Lehrtradition zusammen: kalam falsafa und riyadiyyat. Hatte schon Fahr-al-Dln al-Razl die gesamte philosophisch-wissenschaftliche Enzyklopadie, Naturlehre und okkulte Gnosis in seine Lehre einbezogen, so finden wir zusehends glanzendere Fachver- treter der Logik der Medizin, der Mathematik und der mathematischen Astronomie auf den Lehrstuhlen der Hochschulen. Zwar bleibt die Madrasa primar Rechtsschule; die Lehre der 'aqliyyat wird oft privatim3 betrieben und nicht selten miSbilligt.4 Aber vor allem in den Schulen der Schia be- obachten wir eine eindrucksvolle Kraft zur Integration.

    Eine Schlusselfigur im Milieu der sunnitischen Rechtsschule ist der als schafiitischer Faqlh wie als Mathematiker und Naturwissenschaftler gleich angesehene Kamal-al-Dln ibn Yunus (551/1156-639/1242)5, der nach Stu- dien an der Bagdader Nizamiyya einen Lehrstuhl des Vsafi'itischen Rechts in Mossul bekleidete und Studenten aus der gesamten Dar-al-Islam anzog. Sein Lehrer in den Mathematica war Saraf-al-Dln al-Tusl, der nach Damas- kus und Aleppo zeitweilig in Mossul lehrte und bei dem er dort um 576/ 1180 Euklid, den Almagest, die Conica des Apollonios und die Sukuk 'ala Batlamyus des Ibn al-Hay am studierte.6 Seine bedeutendsten Schuler ver-

    sirran, z.B. Ibn Hallikan, Wafayat, ed. 'Abbas, 5:314 (Kamal-al-Din b. Yunus gibt dem muhaddlt Ibn al-Salah al-Sahrazuri Logikunterricht).

    4 Ibid. 316 ult.-3171: kana ... yuttaham fi danihl li-kawn al-'ulum al-'aqliyya galibatan 'alayh.

    5 Abu l-Fath Musa b. Yunus; Suter, 14042 Nr. 354; Ibn Abl Usaybi'a, 'Uyun, 1:306. 6 Siehe die Angaben uber die Lehrtatigkeit des Saraf-al-Din al-Tusi bei al-Qiftl (Tarah

    al-hukama', 1903), Ibn Abi UsaybiCa ('Uyun, 2: 182.2, 191.1), und in den taragim des Ibn Yunus bei Ibn Hallikan, Wafayat, 5:314, und al-Subki Tabaqat al-afi'iyya, 8:378-86 (S. 386: ein qira'a-Vermerk aus Kamals Euklid-Exemplar vom 19. Rabi' I 576); zusammengestellt von Roshdi Rashed [Hrsg.], Sharaf al-Din al-Tusi, aTuvres mathematiques: algebre et geometrie au XIIe siecle (Paris 1986), 1 :xxxiv-xxxv.

  • 14 Gerhard Endress

    banden wie er eine solide islamische Bildung mit hoher Kompetenz in den rationalen, den philosophischen und mathematischen Wissenschaften: Atlr- al-Dln al-Abharl und Naslr-al-Dln al-Tusl. Der Schafiit al-Abharl (gest. 663/ 1265?, As'arit als Theologe, s.u. A5 b) - einer seiner Schuler, der adlb und Biograph Ibn Hallikan, hat sein Loblied auf den kaum alteren Sayh Kamal- al-Dln uberliefert7 - verfaSte Handbucher der Logik, der Enzyklopadie und der philosophischen Theologie, die bis in unser Jahrhundert ihren Platz im Syllabus der Madrasa behaupteten, und ebenso vielgelesene Lehrbucher der Astronomie. In die ,,Gruppe der Schuler des Imams Fahr-al-Dln al-Razl von hohem Rang, Verfasser von bedeutenden Schriften uber Logik und Philoso- phie" stellt Barhebraeus8 den Abharl zusammen mit dem Agypter Afd. al-al- Dln al-Hunagi (646/1249)9, mit einem weiteren Schuler des Ibn Yunus: Sirag- al-Dln al-Urmawl aus Qonya (gest. 682/1283)1, und mit dem Maghrebiner Qutb-al-Dln al-Misrl (gest. 639/1242), Lehrer auch des Tusl.ll Auch der imamitische Schiit Naslr-al-Dln al-Tusl (gest. 672/1274)12 kam wegen des Polyhistors nach Mossul; Theologie und Recht hatte er bei einem agypti- schen (ismailitischen?) Sayh studiert.l3 Unter den Mongolen Irans - der Mongolensturm machte seiner Episode bei den Ismailiten von Alamut ein

    7 Ibn Hallikan, Wafayat al-a'yan, ed. Ihsan 'Abbas (Bayrut), 5:311-18 die targama des Kamal-al-Din ibn Yunus, mit Zeugnissen des Abhari (S.313) und des Ibn al-$alah al-Sahrazuri (gest. 643/1245, ebenda S. 314).

    8 Ibn al-'Ibri, Tarlh muhtasar al-duwal, ed. S. alihani (Bayrut 1958), 254. 9 Muhammad b. Namwar (gest. 646/1249), s. Ibn Abl Usaybi'a 2:120; GAL 21:607, S

    1 :838; verf. Kompendien der Logik und einen Kommentar zu Ibn Sinas Kulliyyat fF l-tibb. 10 Abu l-Tana' Mahmud b. Ab1 Bakr, s. al-Subk1, Tabaqat al-Safi'iyya, edd. al-Hulw &

    al-Tanagi (Misr 1964-76), 8:371; GAL2 1:614f., S 1:848f.; R. Sellheim, Materialien zur arabischen Literaturgeschichte (Wiesbaden 1976-87), 1:154f., lieB sich nach Studium in Mossul in Qonya nieder; seine Matali' al-anwar gehoren - nachst den Kompendien des Abhar1 - zu den meistgelesenen und -kommentierten Lehrbuchern der Logik. Daneben schrieb er Kompendien uber fiqh, usul al-fiqh und usul al-dln. - Auch 'Abd-al-Ham1d b. 'Isa al-Husrawsah1 (gest. 656/1254; Ibn Ab1 Usaybi'a, 1:173-74; Kahhala, 5:103), ebenda (Ibn al-'Ibr1, 254) unter den Schulern des Raz1 geruhmt, bewies solche doppelte Kompetenz, schrieb uber schafiitisches Recht und kommentierte Raz1s -Ayat al-bayyinat ebenso wie Avicennas -Slfa' und 'Uyun al- hikma.

    1l Abu l-Harit Ibrah1m b. 'Al1, s. Ibn Ab1 Usaybi'a, 'Uyun, 2:30; al-$afadl, al-Wafi, 6, ed. Dedering (Wiesbaden 1972), 69f.; sein wichtigstes Werk ist ein Kommentar zu Ibn S1nas Qanun, der zwischen den Positionen Raz1s, Avicennas und anderer Partei bezieht, GAL S 1:824, Nr. 82 (f).

    12 Abu Ga'far Muhammad b. Muhammad b. al-Hasan; Suter, 146-53; uber seine Lehrer s. Ibn Fadlallah al-'Umarl (gest. 1349), Masalik al-absar fi mamalik al-amsar, Facs.-Ed. F. Sezgin, book 9 (Frankfurt am Main 1988): 105 (nach Sams-al-D1n b. al-Mu'ayyad al-'Urdl, Sohn von Tusls Astronomen-Schuler al-Mu'ayyad-fl-l-Dln, GAL S 1:869).

    13 Bei al-Mu'ln Salim b. Badran al-Misrl al-Mu'tazill,fl. c. 619-29 H.; s. A'yan al-SI'a, 7:172; M. Mudarrisl Zanganl, Sargudasvt wa 'aqa'id-i falsafi-i Hwaga Naslr-ul-Dln-i .husl, IntiVsarat-i Danitsgah-i Tihran, 309 (Tihran 1335 H.S./1956), lOf.

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 15

    Ende - wurde er der maGgebliche Dogmatiker der imamitischen Schia und der groGte Mathematiker und Astronom seines Jahrhunderts.

    'Abd-al-Latlf al-Bagdadl, der zum Studium bei Kamal-al-Dln ibn Yunus ein Jahr (585/ 1189) in Mossul verbrachte, berichtet, daS der Meister sich dem Studium der okkulten Wissenschaften widmete; ferner, daS er sich vom tasawwuf eines Suhrawardl angezo- gen fuhlte.l4 Beide Tendenzen sind schon bei Fabr-al-Dln al-Razl erkennbar und blie- ben uber die nachsten Jahrhunderte bestimmend fur den geistigen Horizont der philoso- phischen Schulen. Zum EinfluS Suhrawardls hat S. Schmidtke (Ibn Abl Gumhur, 6ff.) die Schrittsteine der Uberlieferung aufgezeigt.

    Die Traditionen des sunnitischen wie schiitischen (damit auch mu'tazili- zischen) Kalam, der Philosophie Avicennas und der mathematischen Wis- senschaftstheorie nimmt Naslr-al-Dln al-Tusl (gest. 672/1274) auf, fordert sie in gleicher Weise und gibt sie als gleichrangige Komponenten islami- schen Wissens an mehrere Generationenfolgen von Schulern und Enkelschu- lern weiter. Unter seinen Weggefahrten sind Philosophen wie Afdal-al-Dln (Baba Afdal) al-Kasanl (1. H. des 7./13. Jh.) und der schon genannte Atlr- al-dln al-Abharl, unter seinen bedeutendsten Schulern in Philosophie und Astronomie Qutb-al-Dln al-Slrazl (gest. 710/1311), in der Theologie al- 'Allama (Hasan b. Yusuf b. al-Mutahhar) al-Hilll (gest. 726/1325), in der Philosophie imamitisch-schiitischer Pragung Qutb-al-Dln al-Razl al-Buwayh (gest. 766/1365).

    Auch in den as'aritisch-safi'itischen Schulen des Ostens wird die Tradition Fabr-al- Dln al-Razls weiterhin gefordert und tradiert - befruchtet von dem Schiiten al-Tusl und von dem Sayh al-israq al-Suhrawardl: nach al-Abharl durch Nagm-al-Dln al-Katibl al- Qazwlnl (gest. 675/1276, Schuler auch des Tusl), durch 'Adud-al-Dln al-Igl (gest. 746/ 1345), durch seinen Schuler Sa'd-al-Dln al-Taftazanl (gest. 792/1390), durch dessen Konkurrenten am Hofe Timurs, den Sayyid al-Sarlf al-Gurganl (gest. 816/1413) und - u. a. auch Schuler des letzteren - durch Galal-al-Dln al-Dawanl (908/1502-3).

    Wichtigstes Medium der Lehruberlieferung ist der Kommentar; an der Kette von Kommentaren zu den Lehrschriften der Meister und Schulhaupter laSt sich die 'Genealogie' der Lehruberlieferung verfolgen. Die Dogmatik des Tusl, Tagrld al-kalamfi tahrlr 'aqa'id al-Islam (kurz: Cagrld al-'aqa'id) steht am Anfang einer Folge autoritativer Kommentare und Glossen (hawasvl), von denen die ersten ebenso kanonisiert sind wie der Basistext: der Kasvf al- murad des 'Allama al-Hilll, der Ta'rld des Sams-al-Dln al-Isfara'lnl al-Bay- haql, der Tasdld des Sams-al-Dln Mahmud b. 'Abd-al-Rahman al-Isfahan (gest. 749/1348), genannt al-Sarh al-qadlm, der 'alte' vor dem 'neuen': al- Sarh al-gadld des 'Ala'-al-Dln al-Qusgl (gest. 879/1474), zu letzterem drei hawasl allein von al-Dawanl (gest. 908/1502-3, s. u. S. 34 Nr. 12).

    14 Ibn Abl Usaybi'a, 2:204.

  • 16 Gerhard Endress

    GAL S 1:924-27; eine Ubersicht von dreizehn, besonders angesehenen svuruh und weiteren Superkommentaren gibt al-Darl'a, 3:352ff. Nr. 1278; dazu kommen zahlrei- che Glossen (hawasvl).

    Unter den Kommentatoren von Tusls Dogmatik Tagrld al-'aqa'id finden wir zugleich auch in der Philosophie und in den mathematischen Wissen- schaften seine Schuler und Nachfolger. Sams-al-Dln al-vHafrl (gest. 957/1550, n.a. 935/1528-9, s.u. 5 [g], S. 27), schiitischer Theologe und Astronom in der Tradition der Gelehrten von Maraga, Schuler des Taftazanl unter dem $afawiden Sah Isma'll, schrieb in Schiras eine der angesehensten Glossen des Kommentarkorpus zu Tusls Tagrld al-kalam sowie zur Theologie Hikmat al-'ayn des Nagm-al-Dln al-Katibl al-Qazwlnl, ferner Traktate uber Probleme der philosophi- schen Theologie in derselben Tradition, zugleich eine Takmila zur Tadkira fi 'ilm al- hay'a des Tusl und andere Werke der mathematischen Astronomie. Den Kommentar des 'All b. Muhammad al-QusVgl (gest. 879/1474) zu Naslr-al-Dln al-Tusls Dogmatik Tagrld al-kalam fi tahrlr 'aqa'id al-Islam [I:12] zitiert auch Mulla $adra; Qusgl stand dem Timuridenhof von Samarqand nahe und wirkte an dem beruhm- ten Observatorium, das Ulug-Beg in der Nachfolge von Tusls Observatorium von Maraga errichtete, spater an der Madrasa der Aya Sofya in Istanbul. Uber die Auseinanderset- zung von Dogmatik und astronomischer Kosmologie im Kontext seines Kommentars des Tagrld s. F. Jamil Ragep, 'Freeing astronomy from philosophy: an aspect of Islamic influence on science', Osiris, 16 (2001): 49-71 .

    Vehikel der Diskussion, Annaherung und Abgrenzung zwischen Philo- sophen und Theologen sind Kommentare zu Ibn Slna: Angriffe, Verteidi- gungen und 'Schiedsspruche'. Gegen die Angriffe im Sarh al-Isarat wa-l- tanblhat des Fahr-al-Dln al-Razl (gest. 606/1209) wenden sich in der Generation seiner Schuler Sayf-al-Dln al-Amidl (geb. 551/1156, gest. 631/ 1233) mit seinem Kasf al-tamwlhat fi sarh al-Tanblhat und - wieder eine Generation spater - Naslr-al-Dln al-Tusl, der groSe Mathematiker, der in derselben Schule seine philosophisch-theologische Bildung empfangt, mit dem .Hall muskilat al-Isarat. Dieser Text wirkt ebenso schulbildend im Diskurs der 'peripatetischen' Philosophie wie in der Dogmatik al-Tusls Tagrld, und er gibt Anlal3 zu Disputationen, die in weiteren Texten der Muhakama ihren Niederschlag finden: wieder finden wir Qutb al-Dln al-Raz unter den Autoren solcher Arbitragen (s. u. A Se, S. 26f.). Kommentare und Streitschriften zu Ibn Slnas al-Isarat wa-l-tanblhat sind Mahdawl, 35f., zusammengestellt.

    Die Tradition der Mystik knupft u. a. an Suhrawardls Grundwerke des israq an, auch hier z. T. in Form von Kommentaren, so zu den Talwlhat von Sams-al-Dln al-Sahrazurl (s. u. S. 17) und von dessen judischem Zeitgenos- sen Sa'd b. Mansur Ibn Kammuna (gest. 1284-85).l5 Ein anderes Medium

    15 S. Schmidtke, Ibn Abl Gumhur, 7 Anm. 34; hinzugefugrt seien zwei Referenzen zur 'Aporie' (subha) des Ibn Kammuna, des GroBvaters von Sa'd b.Mansur (stehen die zwei

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 17

    der intellektuellen Auseinandersetzung ist hier die Murasala, die Disputa- tion in Form eines Briefwechsels: genannt sei nur derjenige zwischen Tusl und dem Ibn-'Arabl-Schuler $adr-al-Dln al-Qunawl (gest. 673/1274), dem wichtigsten Vermittler de s My stikers von Murcia an die mystisch-philoso- phischen Schulen der Folgezeit.l6

    Die mehrfache Kompetenz in allen Fachern der intellektuellen und reli- giosen Wissenschaften begleitet die gesamte Entwicklung der imamitischen Schulen Irans bis in die Safawidenzeit, wenngleich die Blute mathematischer Wissenschaften um Tusls Maraga und Ulug-Beys Samarkand nicht wieder erreicht wird. Aber auf dem Niveau enzyklopadischer Allgemeinbildung auch in den riyadiyyat vermittelt der Mathematiker und Theologe Baha'-al-Dln al-'Amill (s. u. S. 28, 6 [a]) diese Tradition an die groSen Autoritaten der Schulen von Isfahan und Schiras, den Mlr-i Damad und den Mulla Sadra.

    *

    Der Lekturekanon der Schule war beschrankt - beschrankt auf diejeni- gen Autoren und Quellen, welche die Grundlagen des philosophischen Unterrichts bildeten und die zu den philosophischen Fragestellungen und Grundhaltungen ihrer Lehrer beitrugen; unsere Inhaltsanalyse zweier repra- sentativer Sammelhandschriften soll davon einen Begriff geben (fur ein angemessenes Gesamtbild muSten naturlich auch die groSeren, monogra- phisch uberlieferten Texte berucksichtigt werden). Eine 'Gegenprobe' lie- fern die Referenzlisten der iranischen Gelehrten der Safawidenzeit.l7 Der Kanon ist zwar begrenzt, doch reicher und vielfaltiger als je zuvor; denn er faSt die Autoritaten der Vorlaufer und deren Kommentartradition zusammen. Ausgedehnte Bemuhungen um Exemplare der Quellen, die den Studenten und Kopisten als Vorlage dienen konnten, tritt uns aus einer codicologischen Betrachtung und textkritischen Recensio der Handschriften entgegen; einer- seits bilden die meisten der oft zahlreich uberlieferten Texte eine Gruppe, deren 'Familienverwandtschaft' offenbar auf den gemeinsamen Archetyp zuruckgeht, eben jene Vorlage, die vom Lehrer zur Verfugung gestellt oder eigens besorgt wurde; andererseits finden wir in Einzelfallen Angaben uber die Provenienz des Exemplars, das mitunter von weither, aus Syrien oder Anatolien, beschafft wurde. In zahlreichen Handschriften fallen die Margi- nalien einer sorgfaltigen Kollationstatigkeit ins Auge, mit denen die Kor- rekturen und Varianten aus weiteren Exemplaren dokumentiert werden.

    Momente des Seins und des Wesens in Gott im Widerspruch zum tawhld ?): al-Darl'a, 13:25, 11:91; Horten, Das philosophische System von Schirazi, 175.

    I6 Ed. des persischen Textes und kommentierte Inhaltsangabe von Gudrun Schubert: Annaherungen: der mystisch-philosophische Brietwechsel zwischen .Sadr ud-DIn-i Qonawl und Nasl r ud-Dzn-i .Susl, Bibliotheca Islamica, 43 (Beirut, Stuttgart 1995)

    17 Die Zitate Mulla $adras sind aufgelistet von M. Horten, Das philosophische System des Schira'zi, 297-93; Einzelbelege s. u., Abschnitt A.

  • 18 Gerhard Endress

    So finden wir in einigen Exemplaren der arabischen Version von Aristoteles' De caelo aus den siebziger Jahren des 11. Jahrhunderts d. H., so in der magmu'a Taskent, IVRU- 1,2385 (dat. 1075/1664, s. u. S.32) und in der Hs. Teheran, Kitabbana-i Milll-i Malik, 1253 (dat. Isfahan 1077/1667), eine genaue Angabe uber das als Vorlage dienende Exemplar: Dies war'Abschrift eines Exemplars, das am 15. Gumada II 580 [23. September 1184) in Damaskus mit dessen Original kollationiert wurde. Leider sind so detallierte Angaben selten. Eine andere, nur in Handschriften aus Iran und Indien erhaltene Rezen- sion des aristotelischen Werkes geht zuruck auf ein Exemplar, daS Mihran ibn Mansur ibn Mihran al-Maslhl im Jahre 553/1158 anfertigte, derselbe, der fur den Artuqiden Nagm- al-Dln Alpi (reg. 547/1157-572/1176 in Diyarbakr) eine Neubearbeitung der Afateria Medica des Dioskorides besorgte. (Vgl. G. EndreS, Die arabischen Ubersetzungen von Aristoteles' Schrift De Caelo, Frankfurt am Main 1966,25-28.) - Auf der anderen Seite ist in iranischen Bibliotheken manch wertvoller alter Codex erhalten, der den'Gelehrten der Safawidenzeit als Vorlage gedient haben mag; so z. B. die alteste bekannte Hand- schrift von al-Farabls Mabadi' ara' ahl al-madlna al-fadila - viel gelesen und oft ko- piert- aus dem Jahre 463/1071 (Ms. Teheran: Kitabvhana-i Milll-i Malik, 5925), abge- schrieben von einem jungen Arzt aus Mayyafariqln, dessen philosophische Bildung auf die Bagdader Schule von Yahya ibn 'Adl zuruckgeht.

    Die groSe Zahl erhaltener Handschriften aus dem nachmongolischen Iran ist dem Gluck der Umstande zu verdanken; viele der nicht weniger reichen Bestande der alten Moschee-, Madrasen, Hof- und Privatbibliotheken sind Kriegen, Branden und anderen Katastrophen zum Opfer gefallen. Aber ohne die Kontinuitat gelehrter Tatigkeit waren sie nicht angefertigt worden, und sowohl die schiere Anzahl wie auch der ungewohliche hohe Anteil von Codices philosophischen und naturwissenschaftlichen Inhalts weist auf eine Konjunktur wissenschaftlichen Interesses im 11. und 12. islamischen Jahr- hundert, das anderswo kaum ihresgleichen hatte. Statistische Erhebungen haben die eindrucksvolle Zunahme und die absolute Menge von Handschriften der -'ulum al->aqliyya im 10.-11. Jahrhundert islamischer Zeitrechnung mit Zahlen belegt. Allein fur die Bestande in persischer Sprache hat Ahmad Munzawl, 'Namudar-i nusvhaha-i hvattl-i farsl', Rahnama-i kitab, 14 (Tihran 1350 H.S./1971): 283- 93 nach einer Erfassung von c. 61000 katalogisierten Handschriften gezeigt, daS aus diesem Zeitraum 40% von 1887 Codices aus dem Gebiet der falsafa, 30% von 1768 medizinischen Hss., 29% von 728 mathematischen Hss. und 21% von 726 Mss. der tabl'iyyat datiert sind, von den 'aqliyyat im ganzen 26% - das sind allein 3128 Hand- schriften - aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Fur eine angemessene Erhebung muSten nicht nur die noch nicht in Katalogen erfaSten Handschriften aufgenommen werden, sondern es muSten auch die zahlreichen Codices berucksichtigt werden, die von Iran und Indien aus den Wege in europaische Bibliotheken gefunden haben.

    Die fruchtbare Aktivitat dieser Gelehrten, die uns in allen Bibliotheken des iranischen Raums so zahlreiche Zeugnisse hinterlassen hat, strahlte uber den safawidische Iran hinaus nach Osten aus, insbesondere nach dem isla- mischen Indienl8; aus Iran, aber vor allem aus Indien fanden nicht wenige 18 Die aus Iran nach Indien gelangte, handschriftliche Tradition philosophischer und natur-

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 19

    Exemplare ihren Weg nach GroSbritannien und in andere Bibliotheken des Westens und dienten dort als Grundlagen der ersten Editionen europaischer Philologen. Oft genug sind Handschriften dieser Provenienz die einzigen, und nicht wenige Texte, vor allem der alteren islamischen Philosophie, waren verloren und verschollen, ware es nicht um die Gelehrsamkeit und den FleiS der muhaqqiqun von Isfahan, Schiras und der mit ihnen wetteifernden Schulen Chorasans, Transoxaniens und Indiens.

    A) Quellen und Lehruberlieferung der philosophischen Tradition von Isfahan

    So vielfaltig und zahlreich die Texte sind, so laSt sich doch ein Gesamt- bild auf den Begriff bringen; und der Befund der im folgenden (B) vorge- stellten Handschriften ist hier durchaus charakteristisch fur zahlreiche an- dere: Gelesen wurde Ibn Slna; unter dessen Quellen und Vorlaufern diejenigen Werke der hellenistischen Tradition, die seine Kosmologie, Metaphysik, Seelenlehre und philosophische Deutung der Offenbarungsreligion begrun- deten; Abhandlungen der philosophischen Mystik beider - der von al-Suhra- wardl und der von Ibn al-'Arabl begrundeten - Richtungen, dazu Quellen der gnostischen und okkulten Tradition; philosophische Parerga der Auto- ritaten des schiitischen Kalam, philosopher- scientists in der Tradition des Tusl, schlieSlich Schriften der 'Theosophen' der Safawidenzeit selbst.

    1. Aristoteles, die peripatetische Schule und der ps.-aristotelische Neuplatonismus

    a) Von den authentischen Werken des Aristoteles sind nur wenige ver- treten. Uber die aristotelische Logik informierte man sich durch die Kom- pendien al-Farabls, Ibn Slnas und Ibn Rusds. Fur die groSen Themen der Physik und der Metaphysik hatten Avicennas neue Synthesen die Grundwerke des Stagiriten verdrangt. (Zum isagogischen Buch alpha elatton der Meta- physica liest man aber auch einen Literalkommentar des christlich-arabischen Autors Yahya ibn 'Adl.) Das einzige wichtige, in nicht wenigen Exempla-

    ..

    ren des Uberlieferungskreises erhaltene Werk ist die Kosmologie und Ele- mentenlehre De caelo, arab. Kitab al-Sama' wa-l-'alam; ein Werk, das nicht nur ein Thema von hochster Bedeutung behandelte, sondern dessen arabische Ubersetzung das Thema durch Diktion und Interpretation des Ubersetzer- kreises um al-Kindl auch in einer besonderen Weise nahebrachte.

    Meist in selbstandigen Codices, aber auch in einer der groSen philosophischen Sammelhandschriften uberliefert (Taskent IVRU-1, 2385, s. u. S. 32; zur Textuberlieferung

    wissenschaftlicher Studien dokumentiert Hans Daiber, 'Manuscript findings from Indian li- braries', Manuscripts of the Middle East, 1 (Leiden 1986): 26-48.

  • 20 Gerhard Endress

    des Werkes s. o. S. 9). Zu den Besonderheiten der arabischen

    Versionen s. G. Endress,

    'Averroes De Caelo: Ibn Rushd's cosmology in his commentaries

    on Aristotle's On the

    Heavens', Arabic Sciences and Philosophy, 5 (Cambridge 1995):

    1-41.

    b) Hingegen las man von der wichtigsten Autoritat der peripatetischen

    Schule, Alexander von Aphrodisias, zahlreiche Einzeltraktate kleinerer

    und

    mittlerer GroSe, die meisten authentische Lehrstucke zu Fragen der aristote-

    lischen Kategorienlehre [II:66, 77], Physik [II: 60, 62, 68, 75,

    76], Psycho-

    logie [II:56, 64, 67] und Metaphysik [I: 10, II:69]; daneben stehen

    einige

    Pseudepigrapha neuplatonischer Herkunft (s.u. [c]). Der wichtigste,

    umfang-

    reichere Einzeltext ist die Abhandlung 'Uber die Prinzipien des Alls

    nach

    Aristoteles' (Maqala fi mabadi' al-kull 'ala ra'y Aristutalls) [II:69], nur

    arabisch erhalten, wohl auf der Basis eines authentischen Textes,

    vielleicht

    mit einigen spathellenistischen Zutaten; daneben finden wir einen

    kurzeren

    Text 'Uber die Erste Ursache' ahnlicher Doktrin und Struktur

    [I:10]. Die

    Autoritat Alexanders wird durch Ibn Slnas Verwendung der 'Prinzipien

    des

    Alls' nachhaltig bestarkt.

    Uber die Uberlieferung und Rezeption der beiden letztgenannten

    Texte (mit einer

    Edition des Traktats 'Uber die Erste Ursache') s. G. EndreS,

    'Alexander Arabus On the

    First Cause: Aristotle's First Mover in an Arabic treatise attributed

    to Alexander of

    Aphrodisias', in La ricezione araba ed ebraica della scienza

    e della filosofia greche:

    Atti del colloquio internazionale, Padova, 13-15 maggio 1999, editi

    da Cristina D'Ancona

    e Giuseppe Serra (Padova: Il Poligrafo, 2001).

    c) Neuplatonismus unter dem Namen peripatetischer Autoritat. - Der

    meist-

    gelesene Text unter Aristoteles' Namen ist die 'Theologie des

    Aristoteles'

    (Kitab Utulugiya ay al-rububiyya) [II:54], eine interpretierte und

    umfang-

    lich erweiterte Paraphrase aus den Schriften Plotins (Enneades IV-VI).

    Das

    gnostisch eingefarbte Weltbild des Textes, mit seinen dem islamischen

    Theismus entgegenkommenden Vereinfachungen der neuplatonischen

    Hy-

    postasenhierarchie, hatte schon Ibn Slna eine willkommene Erganzung

    der

    authentischen Metaphysica durch die plotinische Geistmetaphysik

    geboten.

    Siehe [II:54], eines von zahlreichen Exemplaren in und aus Iran des

    11.-12. Jh. H.

    - Zitate in groSer Zahl und Dichte finden sich in allen Generationen

    der $afawidenzeit,

    so in den Qabasat des Mlr-i Damad (ed. Mahdl Muhaqqiq

    [Teheran 1367 H.S./1988],

    Index, 493) und in den Asfar des Mulla $adra; s. M. Horten,

    Das philosophische System

    des Schirazi, 286; dazu auch Hans Daiber, 'Mulla $adra on

    the problem of creation and

    the role of Greek philosophers: new light on Mulla $adra

    as historian of Greek

    philosophers', Spektrum Iran, 13,1 (Bonn 2000), 1-22 Ein

    Enkelschuler Mulla $adras

    - vermittelt durch Mulla Muhsin Fayd-i Kasanl (gest. 1091/1680)l9

    -und Schulerdes

    Ragab 'All Tabrlzl (gest. 1080/1669-70), der fur seine Tendenz zu einer

    'negativen

    Theologie' bemerkenswerte Qadl Sa'ld Qumml (gest. 1103/1691-2),

    schrieb Glossen

    9 Seyyed Hossein Nasr, 'The School of Ispahan', 926-30.

  • 21 Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan

    (ta'llqat) zur Utulugiya (ed. Sayyid Galal-ul-Dln Astiyanl, 2536 K./1398 H./1978); zum EinfluS des Textes s. auch dessen Kalld-i behest, ed. Muhammad Miskat (Tihran 1315 H.. / 1936), uber den Autor die Einl. des Hrsg.; vgl. Corbin, En Islam iranien, 4:123- 201,bes.S.138-9).

    Hinzu treten einzelne propositiones aus der Elementatio theologica des groSen Systematikers, Proklos, samtlich unter dem Namen des Erzperi- patetikers Alexander [II:61, 72, 73] - die ersten (propp. 1-3) als ,SAuszuge des Alexander Aphrodisiensis aus der Theologie des Aristoteles" ausgege- ben, eine zweite Gruppe (propp. 15-17) ,,uber die spirtuellen Formen" schon von dem fruhen Farabl in seiner 'Harmonie zwischen Plato und Aristoteles' und dann von seinem andalusischen Adepten Ibn Bagga zitiert, im Sinne des mystischen Platonismus (der Lehre von den a'yan tabita) gern von der Gefolgschaft Ibn al-'Arabls und Mulla S. adras rezipiert.

    Endress, Proclus Arabus; zur Rezeption 53, 246.

    2. Populare und okkulte Naturlehre und Gnomik

    Pseudepigrapha aus griechisch-arabischen Ubersetzungen und aus der Rezeptionsperiode beherrschen das Feld der Gnomik, der gnostischen Na- turlehre und der Alchimie, ein Feld, das vor allem von den Vertretern der mystischen Philosophie stets mit Interesse bedacht wurde.

    Wir finden: a) Zwei vulgarplatonische Gnomologien [II:42 und 44], darunter Ps.-Pla-

    to, Fiqar ultuqitat wa-gumi'at 'an Aflatun fi taqwlm al-siyasa al-mulukiyya wa-l-ahlaq al-ihtiyariyya [II:42].

    b) Pseudo-Aristotelica, von denen das sGeheimnis der Geheimnisse', Kitab Sirr al-asrar [II:46] das bekannteste ist und neben Themen der 'Geheim- wissenschaften' im engeren Sinne auch politische Ethik und Physiognomik behandelt; ferner eines der ps.-aristotelischen Steinbucher, das Kitab al- Zabargad wa-l-yaqut sVom Smaragd und vom Rubin' [II:32].

    c) Unter dem Namen Afllmun (Polemon ?) finden wir Problemata phy- sica [II:27] im Stile der aristotelischen (auch diese finden sich in einer Teheraner Handschrift von 590/1194).2

    d) Aus dem sBuch uber das Geheimnis der Schopfung' des Ps.-Apolloni- us (Ballnas), der verbreitetsten Schrift des pseudapollinischen Corpus, ei- ner Kosmologie , ,,die in umfas sender, systemati scher Wei se den gesamten Zusammenhang der Welt und ihrer Einzelphanomene erklart" (U. Weisser, s.u.) werden zwei langere Auszuge gegeben [II:58-59].

    20 Siehe L. S. Filius, The Problemata Physica attributed to Arastotle (Leiden [etc.] 1999), . . . .

    . oVlll-. .1X.

  • 22 Gerhard Endress

    e) Aus dem Schriftencorpus, das unter dem Namen des Gabir ibn Hayyan uberliefert ist - das incipit eines unserer Texte [II:83] nennt ihn Gabir ibn .Hayyan al-suf tilmld Ga'far ibn Muhammad al-$adiq 'alayhi l-salam und benennt so seine geistige Genealogie -, finden wir drei kurzere Texte phi- losophischen Inhalts [II:57, 83, 84]; dem Imam Ga'far al-Sadiq selbst zu- geschrieben ist eine magische Schrift [II:87].

    e) Aus der iranischen Weisheitsliteratur ruhrt das sTestament' des Konigs Husang, Gawldan vhirad, hier in persischer Sprache, doch offenkundig aus dem arabischen k. al-Hikma al-vhalida des Miskawayh (s. u. 3 d) entnom- men [II:85].

    3. Die Grunder der islamischen Philosophie und der arabische Aristotelismus

    a) al-Kindl (gest. p.p. 252/865), der Naturwissenschaftler und ,,Philosoph der Araber", Rezipient des aristotelischen Wissenschaftssystems in einem neuplatonischen Weltbild, ercheint mit seiner Kosmologie [II:45, die kos- mologisch-theologische Epistel uber Gottes Einheit und die Endlichkeit des Weltkorpers] und vor allem mit seiner Doktrin von Seele und Intellekt [II:30- 32] als Vorlaufer der Theosophen von Isfahan und Schiras. Bemerkenswert ist, daS die letztgenannten als Exzerpte einer Schriftensammlung des Kind mit gezahlten Einzelstucken erscheinen.

    b) al-Farabl (gest. 339/950), der eigentliche Begrunder einer spezifisch islamischen Philosophie nach dem hellenistischen Paradigma, ist nachst Ibn Slna der meistgelesene Autor. Unter seinen Hauptwerken ist das kitab al- Siyasa al-madaniyya [I:4] mit seiner islamischen, mit imamitischer Lehre zu vereinbarenden Diktion beliebter als das spater geschriebene, inhaltlich eng verwandte k. Mabadi' ara' ahl al-madlna al-f dila. Besonders gern gelesen wurde seine 'Harmonie zwischen Plato und Aristoteles' [I:9, II:36]; sie erlaubte es mittelbar, auch die maststa'iyya Avicennas und den Platonis- mus des Sayvh al-istraq einander anzunahern (vgl etwa Mlr-i Damad, al- Qabasat, ed. M. Muhaqqiq, 27f.). Neben den ethisch-politischen Schriften [II:37, 38] finden wir ferner die Abhandlungen uber den Intellekt [II:24], uber die separaten Substanzen [II:29], die kleineren masa'il und ta'llqat [II:26, 35], die methodischen Refutationes gegen Galen und Johannes Philoponus [II:70, 71] und nicht zuletzt die ihm zugeschriebenen, wohl aus dem Um- feld Ibn Slnas stammenden Fusus al-hikma [II:23 mit dem Kommentar des Astarabadl, II:43 eine andere pseudepigraphe Abhandlung al-Fusus al-saglra].

    al-Farabls Kompendien der Schriften des aristotelischen Organon sind in mehreren Einzelhandschriften erhalten: Teheran: Kitabvhana-i Markazl-i Danisgah, Miskat, 240;

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 23

    Teheran: Kitabhana-i DaniNkada-i Adabiyyat, Imam GumCa Kirman, 211 g (datiert 1100 H.); Teheran: Kitabhana-i Milll, 270 Cayn; Teheran: Kitabhana-i Mill1-i Malik, 1583; Teheran: Kitabbana-i Maglis-i Aura-i Islaml, 595; Kitabhana-i Maglis-i Sura-i Islaml, Tabataba)l 949.

    . . ,

    Uber die Kommentare iranischer Philosophen zu den Fusus s. Muhammad Taql Danispazuh [Hrsg.], Sarh Fusus al-hikma, mansub bi Abu Nasr al-Farabl az Muhammad Taql Astarabadl, Silsila-i Danis-i Iranl, 22 (Teheran: DaniNgah-i McGill, Mu'assasa-i Mutala'at-i Islaml, 1358 H. ./1979), Einleitung, S. 6ff.

    c) Die Ethik des Abu 'All Miskawayh ist sowohl mit seinem platonische und aristotelische Elemente verbindenden Tahdlb al-avhlaq (Auszug, [II:4]) vertreten als auch mit einer persischen Version des Gawldan vhirad, 'Testa- ment' des iranischen Konigs HuYsang, wohl aus seinem arabischen k. al-Hikma al-halida adaptiert [II:85].

    d) Ibn Hindu (Abu l-Farag 'All ibn al-Husayn Ibn Hindu, gest. 410/1019- 20 od. 420/1029?) wirkte nach Studien bei dem Bagdader Ibn al-Hammar und dem Transoxanier al-'Amir1 im selben Milieu der Buyidenhofe wie sein Zeitgenosse Miskawayh und ist vor allem durch seine Gnomologie al-Ka- lim al-ruhaniyya fi l-hikam al-Yunaniyya bekannt. Die hier unvollstandig erhaltene Abhandlung uber die sphilosophische Ruckkehr' (sc. der Seele) [II:86] ist sonst nicht bezeugt.

    GAL S 1:425f.; al-Zirikll 2:178.

    e) Ibn Slna al-Sayh al-Ra'ls (gest. 428/1037) bleibt die zentrale Autori- tat des philosophischen Denkens; seine Werke machen bis zu einem Drittel der von uns betrachteten Handschriften aus; dazu kommen die groSen Haupt- werke in monographischen Codices. Unter den hier versammelten kleineren Trakaten nehmen breiten Raum ein: die groSen Themen der philosophischen Theologie [II:3, al-Mabda' wa-l-ma'adl, die Fragen der Natur, Substantialitat und Unsterblichkeit der Seele [II:7, 9, 11, 48], die Kosmologie [II:14, 15, 16, 17, 41] und die philosophische Interpretation islamischer Themen - Prophetie, tawhld, Gebet [II:5, 18, 49, 50, 82, ], ferner eine Reihe von ta'llqat und Stucken der philosophischen Korrespondenz aus der Lehruberlieferung [II:12, 25, 34, 51].

    f) Bei 'Umar al-Hayyaml (gest. 526/1131?), der hier mit einem philoso- phisch-theologischen Traktat vertreten ist [II:8], studierte der Mathematiker Saraf-al-Dln al-Mas'udl die Isarat Ibn Slnas (al-Safadl, Waf, 2:142); ne- ben der mathematischen ist auch eine philosophische Tradition mit seinem Namen verbunden.

    Siehe Max Meyerhof, ''All al-Bayhaql's Tatimmat Siwan al-Hikma: a biographical work on learned men of the Islam', Osiris, 8 (Brugis 1948): 122-217, S. 172-75 Nr. 66; Roshdi Rashed [Hrsg.], Sharaf al-Dln al-Tusls (Euvres mathematiques: algebre et geoome'trie au XIle siecle (Paris 1986), l:xxxiv-xxxv; A. P. Youschkevitch, B. A. Rosen-

  • 24 Gerhard Endress

    feld, 'al-Khayyaml', Dictionary of Scientific Biography (New York 1970-81), 7:323- 33.

    Die Andalusier:

    g) Ibn Bagga (Abu Bakr Muhammad ibn Yahya ibn al-$a'ig Ibn Bagga, gest. 533/1139), der wichtigste Rezipient der Philosophie al-Farabls im Westen, ist mit Traktaten der Kosmologie und der Psychologie vertreten ('Uber den Ersten Beweger' [II:63a], 'Uber das Eine und den Einen' [II:63b], .. 'Uber das Begehrungsvermogen' [II:65a-b]) sowie mit seinem Tadblr al- mutawahhid [II:81], in der er sich den israqiyyun in besonderem MaSe als verwandte Seele anzubieten schien.

    h) Ibn Rusd (Abu l-Walld Muhammad b. Muhammad ibn Ahmad ibn Rusd, Averroes der Lateiner, gest. 595/1198), wird selten zitiert, genoS gleichwohl groSe Aufmerksarnkeit, seltener freilich mit seinen Streitschriften gegen den Kalam Gazalls (die von Ibn Taymiyya nochmals widerlegt, von einigen osmanischen Gelehrten noch gelesen, dann aber erst von der europaischen Orientalistik wieder ans Licht gebracht wurden) - wenngleich der Tahafut al-Tahafut durchaus vertreten ist -, gar nicht mit seinen groSen Literalkom- mentaren zu den aristotelischen Schriften, sondern vor allem mit denjeni- gen seiner Werke, die zur Einfuhrung in Logik, Physik und Metaphysik der peripatetischen Tradition besonders geeignet waren: Es sind die 'mittleren Kommentare' (arab. talhls) zum Organon der Logik, und es sind die Kom- pendien (arab. gawami') der naturphilosophischen Schriften, die zahlreich in Exemplaren iranischer Bibliotheken und iranischer Provenienz vertreten sind - offenbar als gediegene Einfuhrungen in das Basiswissen der Logik, der Naturphilosophie und der Metaphysik des mu'allim al-awwal geschatzt. - In der unten vorgestellten Sammelhandschrift finden wir die Epitome von Aristoteles' De anima in ihrer alteren Fassung, die - wie auch das Kom- pendium der Metaphysica - den Positionen Avicennas z. T. noch nahersteht als die Commentaria magna des Spatwerks [II:81].

    Nach einer vorlaufigen Erhebung sind vom Talvhls (Commentarium medium) der hermeneutischen und logischen Schriften - Categoriae, De interpretatione, Analytica priora, Analytica posteriora, Topica, Sophistici elenchi - in Handschriften in und aus Iran allein 30 Exemplare nachweisbar, von den Gawami' al-tabl'iyyat, Epitome od. Com- pendium der Naturphilosophie - Physica, De Caelo, De generatione et corruptione, Meteorologica, dazu in einigen Hss. De anima und Metaphysica - 15 Exemplare; das sind mehr als alle ubrigen bekannten Averroes-Handschriften zusammen. Freilich gehen sie alle auf je einen gemeinsamen Subarchetyp zuruck.

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 25

    4. Die philosophische Mystik

    a) Sihab-al-Dln Yahya al-Suhrawardl (al-Maqtul, gest. 587/1191) ist mit einem kurzen, charakteristischen Traktat uber Grundkonzepte des tasaWwuf prasent [II:19].

    GAL 21:564-66, S 1:781-83. Uber Zitate bei $adr-al-Dln al-Slrazl s. M. Horten, Das philosophische System, 281.

    b) Muhyl-l-Dln Ibn al-'Arabl [gest. 638/1240], dessen mystische Meta- physik auf die Kritik und Entwicklung der Ontologie Avicennas bei Damad und Mulla Sadra nachhaltige Wirkung ausubt, kommt mit einem Auszug aus seinem Hauptwerk al-Futuhat al-makkiyya [I: 13] zu Wort.

    Osman Yahia, Histoire et classification de l'muvre d'lbn 'Arabl (Damaskus 1964).

    c) Sadr-al-Dln al-Qunawl (gest. 672/1273), der wichtigste Schuler und Vermittler Ibn al-'Arabls, ist der Autor einer der zahlreichen kleinen Ex- zerpte, aus einem nicht identifizierten Traktat [II:33, Zusatz].

    GAL 21 :585f., S 1:807-8.

    d) al-Sahrazurl (Muhammad b. Mahmud, 2. H. 7/13. Jh.) ist mit seiner -Sagara al-ilahiyya f 'ulum al-haqa'iq al-rabbaniyya, einer philosophischen Enzyklopadie nach Vorbild und Anlage des -Sifa' Avicennas, offenbar auch als Junger Suhrawardls gelesen worden. Sie wird hier in einem Auszug gegeben [II:2].

    El2 s. n. (P. Lory); S. Schmidtke, Ibn Abl Gumhur, 8; cf. F. Rosenthal: 'On the knowledge of Plato's philosophy in the Islamic world', Islamic Culture, 14 (1940): 387- 422, S. 389.

    5. Integration und Adaption der falsafa: philosophische Theologie, Enzyklopadie und Naturwissenschaft bei den philosopher-scientists

    in der Schultradition von Favhr-al-Dln al-Razl und Naslr-al-Dln al-Tusl

    a) Afdal-al-Dln al-Kawsanl (gen. Baba Afdal, gest. Mitte des 7./13. Jh.), Zeitgenosse des Tusl und wohl auch naher mit ihm verbunden, stellt die Seele und ihre Unsterblichkeit, das Ziel der Erkenntnis und die Moglichkeit phi- losophischer Gotteserkenntnis in den Mittelpunkt seines gesamten Werks. Die unten detallierte Handschrift hat vor allem Auszuge aus einer umfang- reichen gelehrten Korrespondenz [II: 52, 53, 79, 80].

    GAL S 2:280; W. C. Chittick, 'Baba Afzal-al-Dln', Encyclopaedia Iranica, 3:285; Seyyed Hossein Nasr, 'Afdal-al-Din Kashani and the philosophical world of Khwaja Nasir

  • 26 Gerhard Endress

    al-Din Tusi', in Islamic Theology and Philosophy, ed. M.E. Marmura (Albany 1984),

    249-64, 323-26; M. Taql Danispazuh, 'Niswistaha-i Baba Afdal', Mihr 8 (1331 H.S./

    1953): 433-36, 499-502.

    b) A lr-al-Dln al-Abharl (gest. 663/1265?) nimmt die groSen Themen der

    Philosophie Avicennas auf - so hier mit einer Abhandlung in der Nachfol-

    ge des vielgelesenen -Mabda' wa-l-ma'ad [II:10, in persischer Version] -,

    freilich an die Theologie seiner Lehrer und an die Erfordernisse einer schul-

    maBigen Vermittlung angepaSt. Suter, 145f. Nr. 364.

    c) Naslr-al-Dln al-Tusl (gest. 672/1274) war trotz seiner ismailitischen

    Vergangenheit der angesehenste Dogmatiker der imamitischen Schia - so

    maSgeblich, daS sich die Schulentwicklung des schiitischen Kalam in der

    Kommentierung und Glossierung seines Kompendiums Tagrld al-'aqa'id ver-

    folgen laSt. Als Philosoph ist er Interpret und Verteidiger Ibn Slnas, so

    mit seinem,

    gegen die Kritik Favhr-al-Dln al-Razls gerichteten .Hall muskilat al-lsarat,

    in Handschriften iranischer Bibliotheken gut vertreten (vgl. Mahdawl, 35).

    Zugleich setzt er sich mit der philosophischen Konzeptualisierung der sufi-

    schen Metaphysik Ibn al-Arabls auseinander.

    Aus seinem philosophischen (Buvre finden wir hier die Abhandlungen uber

    den universalen Intellekt [II:20] und uber die Klassen des Seienden [II:21]

    und einen Kommentar zu der Schrift Marmuz al-hikma des Nagm-al-Dln al-

    Katibl al-Qazwlnl [II:39] (s. den folgenden Abschnitt).

    Muhammad Mudarrisl Zanganl, Sargudast wa-'aqa'id-ifalsafi-i vHwaga Naslr-ul-Dln-

    i .Tusl, Intisarat-i Danisgah-i Tihran, 309 (Teheran 1335 H.S. / 1956). - Zitate bei Mulla

    $adra: s. M. Horten, Das philosophische System des Schira'zi, 290f.

    d) Nagm-al-Dln al-Katibl al-Qazwlnl (gest. 675/1276), Schafiit mit schi-

    itischen Neigungen, Schuler des Abharl und des Tusl, wirkte am Bau des

    Observatoriums von Maraga mit (657/1259). Sein Handbuch der scholasti-

    schen Theologie Hikmat al-'ayn und seine Risala al-samsiyya zur Einfuh-

    rung in die Logik wurde in Tusls Schule haufig kommentiert (al-'Allama

    al-Hilll, Qutb-al-Dln al-Slrazl, Qutb-al-Dln al-Razl, al-Taftazanl) und behiel-

    ten im philosophisch-theologischen Unterricht noch lange ihren Platz. - Unser

    Corpus bewahrt Bemerkungen des Tusl zu einer kleinen, auch Avicenna

    zugeschriebenen Schrift des ,,Dablran'' [II:39].

    GAP 3:56, 61. - Zitate bei Mulla $adra: s. M. Horten, Das philosophische System

    des Schirazi, 290f.

    e) Qutb-al-Dln Muhammad (Muhammad) b. Muhammad al-Buwayhl al-

    Razl (gest. 766/1365) war als Mutakallim einer der wichtigsten Schuler des

    'Allama al-Hilll (gest. 726/1325), der ihm die Lehrbefugnis (igaza) fur alle

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 27

    eigenen und von ihm uberlieferten Schriften erteilt und hierbei seine hohe Wertschatzung zum Ausdruck bringt. Als Philosoph ist er- durch Hilll - Schuler des Tusl und fuhrt die Lehruberlieferung von Avicennas al-lsarat wa-l-tanblhat fort; hierzu verfaSte er eine Arbitrage (al-Muhakama bayn al- lmam wa-l-Nasir) zwischen den Kommentaren des Favhr-al-Dln al-Razl und des Naslr-al-Dln al-Tusl.

    Amal al-amil, 2:301; GAL 22:291, S 2:293. - Seine AbhandlungJi Tahqlq al-kulliyyat [II-40] behandelt die drei Klassen von Universalia, naturliche, logische und intellektuale: al-kulll al-tabl'l, al-kulll al-mantiql, al-kulll al-'aqll). Eine weitere Abhandlung behan- delt die Basiskonzepte sBegriff und 'Urteil' der logischen Hermeneutik, Kisalafi tahqlq al-tasawwur wa-l-tasdlq.

    f) al-Sayyid al-arif al-Gurgam ('All b. Muhammad, 740/1339-816/1413), war der bedeutendste Schuler des Qut.b-al-Dln al-Razl, wird daher von ei- nigen als Schiit betrachtet; eines seiner Hauptwerke ist indessen der Kom- mentar zum Handbuch der ats'aritischen Theologie des -Igl (gest. 756/1355), al-Mawaqif fi 'ilm al-kalam. Auch seine eigene Bedeutung liegt im Bereich der Lehr- und Handbuchliteratur. Eine unserer Handschriften enthalt eine Auswahl von fawa'id [I:7].

    GAL 22:280, S 2: 305-6; Encyclopaedia Iranica s.n.

    g) al-Dawanl (Galal-al-Dln Muhammad b. As'ad al-Dawanl, gest. 908/ 1502) stammt uber seinen Vater Sa'd-al-Dln As'ad aus der Schule des Sarlf al-Gurganl. Als aws'aritischer mutakallim folgt er al-Igl mit einem Kommen- tar zu dessen -'Aqa'id al-'adudiyya. Als Theologe und Philosoph stand er in der Tradition des Suhrawardl und des Tusl und verfaSte eine bedeutende Zahl theosophischer Schriften. Die Avhlaq-i Galall - auf der Grundlage von Tusls Ahlaq-i Nasirl - sind sein bekanntestes Werk.

    Seine Glosse zum Kommentar des 'All b. Muhammad al-Quwsgl (gest. 879/ 1474) zu Naslr-al-Dln al-Tusls Dogmatik Tagrld al-kalam n tahrlr 'aqa'id al-lslam [I:12] zitiert auch Mulla $adra.

    GAL 22:81-84, S 2:306-9; Zitate bei Mulla $adra - der gegen Suhrawardls und Dawan1s Lehre vom Primat der Essenz seine Lehre von der asalat al-wugud entwickelt - s. M. Horten, Das philosophische Sytem des Schirazi, 192f.

    h) Sams-al-Dln Muhammad b. Ahmad al-vHafrl (Fadil-i Hafrl, gest. 957/ 1550, n.a. 935/1528-9), war schiitischer Theologe und Astronom in der Tradition der Gelehrten von Maraga, Zeitgenosse des $afawiden Sah Isma'll, tatig in Slraz. Er schrieb eine der angesehensten Glossen des Kommentar- korpus zu Tusls Tagrld al-kalam sowie zur .Hikmat al-'ayn des Nagm-al- Dln al-Katibl al-Qazwlnl, ferner Traktate uber Probleme der philosophischen Theologie in derselben Tradition. Ebenfalls im AnschluS an T. usl bewies er seine Kompetenz auf dem Felde der theoretischen Astronomie in einer

  • 28 Gerhard Endress

    Takmila dar sarh-i Tadkira-i vHwaga - zur beruhmten Tadkira f 'ilm al-hay'a

    des Meisters -, verf. im Muharram 932 H.; in dieselbe Schule der

    mathe-

    matischen Astronomie gehort sein Muntaha l-idrak fi l-hay'a, ein 'Gegen-

    stuck' zur Nihayat al-idrak des Tusl-Schulers Qutb-al-Dln al-Slrazl. - Sein

    Itbat al-wagib [B II:55] ist eine der zahlreichen Behandlungen

    der Gottes-

    vorstellung als wagib al-wugud (cf. al-Darl'a 1:102-9; die gleichnamigen

    Abhandlungen des -Tusl und des -Dawanl sind die bekanntesten).

    Mudarris, Rayhanat al-adab, 1 :404; Hadiyyat al-ahbab, 133; Raw.dat

    al-gannat, 674;

    Magalis al-mu'minln, 170; Atar-i 'agam, 344; A'yan al-St'a, 3:107f.;

    Kahhala, 9:282a

    und 282b - hier Konfusion zweier Autoren namens Muhammad al-Hafrl,

    der eine nach

    GAL S 2:588 (vgl. GAL S 1:926 [6] ,,al-Hidrl'') gest. 1015/1606

    (Quelle?), Verf. eines

    ltbat al-wagib al-saglr, der andere nach Haggl Hallfa, Kasf, 515, wohl

    verwechselt mit

    dem Safi'iten Muhammad al-Hadirl (Rayhana, 1:404, gest. 810/1407?).

    Zitate bei $adr-

    al-Dln al-Slrazl s. M. Horten, Das philosophische System, 292.

    6. Die Schule von Isfahan

    a) Baha'-al-Dln al-'Amill (gen. Sayb-i Baha'l, gest. 1030/1621),

    imami-

    tischerfaqlh am Hofe des $afawiden 'Abbas I. in Isfahan, angesehen

    und

    einfluSreich auch als Mathematiker und Astronom, war Lehrer des

    Mulla

    $adra (s. u. [c]). GAL 22:546, S 2:595; Suter,

    194 Nr. 480; al-Muhibbl, Tarlh, 3:440-41; Corbin, En

    Islam iranien, 4: 57f.; Seyyed Hossein Nasr [ed.], $adr-al-Dln al-Slrazl:

    Seh asl, (Tihran,

    1380 H./1961), introd., 3 Anm. 3.

    b) Muhammad Baqir b. Sams-al-Dln Muhammad al-Husaynl al-Astarabadl

    (gest. 1040/1631-2), genannt al-Damad 'der Schwiegervater', namlich

    des

    Molla $adra ($adr-al-Dln al-Slrazl, s.u.), war dessen Lehrer in Isfahan

    zur

    Zeit des $afawiden 'Abbas I. (996/1588-1038/1629). Zu seinen eigenen Leh-

    rern gehort der Vater des oben genannten Baha'-al-Dln al-'Amill,

    'Izz-al-

    Dln Husayn b. 'Abd-al-$amad (gest. 984/1576-7). Als Meister

    der 'Schule

    von Isfahan' tragt er den Ehrentitel al-mu'allim al-talit (nach Aristoteles

    und

    al-Farabl als dem Ersten und Zweiten Lehrer).

    al-Hwansarl, Raw.dat, 2.62-68 (= Lith., S. 114.34-116.28); Rayhanat

    al-adab, 4:117-

    21; M. Taql Danitspazuh, Fihrist-i Daniswgah, Misvkat, 3.1, 152; Corbin,

    En Islam iranien,

    4: 9-53, zur Biographie 23f. m. Anm. 14ff.; Mlr-i Damad,

    Kitab al-Qabasat, ed. Mahd

    Muhaqqiq [u. a.], Intitsarat-i Danitsgah-i Tihran, 1946 (Teheran 1367 H.S.

    / 1989 [11356]);

    Fazlur Rahman, 'Mlr Damad's concept of hudut dahrl: a contribution

    to the study of

    God-World relationship theories in Safawid Iran', Journal of Near

    Eastern Studies, 39

    (1980): 139-51.

    Sein philosophisches Profil, vor allem sein Kitab al-Qabasat, ist gepragt

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 29

    von der Auseinandersetzung mit dem 'Block' der peripatetisch-islamischen Philosophie, al-massa'iyya: der Frage der Zeitlichkeit vs. AuSerzeitlichkeit der Schopfung; aus Ibn Slnas Ontologie entwickelt er - stark beeinfluSt von den Quellen des arabischen Neuplatonismus (v. a. der ps.-aristotelischen Utulugiya) und von der Transformation der falsafa durch al-Suhrawardl - sein Konzept des hudut dahrl.

    c) $adr-al-Dln al-Slrazl (gen. Mulla Sadra, gest. 1050/1640) empfangt von Baha'-al-Dln al-'Amill und vom Mlr-i Damad die enzyklopadische, theolo- gische und philosophische Tradition, die seit 'Abbas I. von Isfahan zur safawidischen Staatsideologie konsolidiert wurde. Als Philosoph greift er die Topoi Damads auf (so den Hudut al- 'alam [II: 33]), transformiert wie jener die Ontologie Ibn Slnas mit dem 'platonischen' Diskurs Suhrawardls, be- treibt jedoch mit den Konzepten der asalat al-wugud (pace Suhrawardls asalat al-mahiyya) und der -haraka al-gawhariyya eine innovative Kosmologie im Dienst der schiitischen Imamatslehre.

    M. Taql Danitspazuh, 'Fihrist-i nigarisha-i $adra-i Slrau', in Yadnama-i Mulla $adra (Tihran: Danitskada-i 'Ulum-i ma'qul wa-manqul, 1340 h.s./1961), 107-20; El2 s.v. $afawids, iv: 'Religion, philosophy and science' (A. J. Newman), bes. S. 779, 782; El2 s.n. (D. MacEoin); H. Corbin (ed.), Livre des Pe'ne'trations me'taphysiques (Teheran, Paris 1964); ders., Histoire de la philosophie islamique (Paris 1986), 467-70; ders., En Islam iranien (Paris 1971-72), 4: 54ff., zu den biographischen Quellen 55f. Anm. 75; Seyyed Hossein Nasr, '$adr al-Dln Shlrazi (Mulla $adra)', in A History of Muslim philosophy, ed. M. M. Sharif (Wiesbaden 1961), 2:932-61. Eine verdienstliche Quellenanalyse seiner -Asfar al-arba'a hat Max Horten in seiner Pionierabeit Das philosophische System von Schirazi (1640 O, ubersetzt und erldutert (Stral3burg 1913) vorgelegt.

    d) Mlrza KafT al-Qayinl lebte in der 1. Halfte des 7./13. Jahrhunderts und ist bislang allein durch seine philosophische Enzyklopadie al-Tashll bekannt (verf. 1029/1620). Im Lesestoff der Schule finden wir einen Traktat uber den Ersten Beweger und die Prinzipien der Bewegung des Kosmos [II:22] (s. dort zu weiteren Angaben).

    e) al-vHalll b. al-Gazl al-Qazwlnl (geb. 1001/1593, gest 1089/1678 in Qazwln) tragt in der nachsten Generation die Lehre seiner Meister nach Gllan. Gelesen wurde sein Beitrag zur vieldiskutierten subhat al-istilzam [I:8].

    Schuler des Baha'-al-Dln al-'Amill und des M. Baqir al-Damad; s. Kahhala, Mu'gam al-mu'allifin, 4:125;Muhsinal-Amln, A'yanal-Sl'a, 3:104.-DieBiographen (A'yan

    w ..

    al-Sl'a 30:106) bringen seine Aul3erungen uber die Haltung des -Kulaynl (od. al-Kullnl, gest. 329/941, mal3geblicher Theologe und faqlh der Schia, Verfasser des Handbuchs des schiitischen Rechts al-Kafi) zur falsafa: er habe die philosophische Physik mil3bil- ligt, nicht jedoch die philosophische Theologie und deren Beweisfuhrung im ganzen.

    f) Auch Muhammad Taq1 al-Astarabadl (gest. 1058 H./1648) gehort in die Generation Molla $adras; sein Sarh Fusus al-hikam ist einer von etli-

  • 30 Gerhard Endress

    chen Kommentaren zu dem al-Farabl zugeschriebenen, jedoch aus der Schule Avicennas hervorgegangenen Werk (vgl. oben); ein Auszug behandelt Be- wegung und Zeit [II:23].

    Amal al-amil 2:252; M. Taql Danispazuh [Hrsg.], Sarh Fusus al-hikam ... az Astarabad (Tihran 1358 H.S./1979), Einl. 8f.

    B) Die einzelnen Handschriften

    1. Zum Stand der Forschung

    Die Bestande mehrerer iranischer Bibliotheken sind durch detaillierte Kataloge erschlossen, von denen die besten - insbesondere die Arbeiten des gelehrten, auch als Editor verdienten Muhammad Taql Danispazuh - als Instrumente der Forschung besonderen Rang beanspruchen, die Autoren und ihre Werke identifizierenS in der handschriftlichen Uberlieferung nachwei- sen und mit Literaturangaben erganzen. Die meisten sind als catalogue raisonne angelegt, nach Kategorien, Autoren und Werken; das Verfahren ist nutzlich fur die Konsultation im Einzelfall, aber es verstellt den Blick auf den Zusammenhang der Tradierung und auf den Kontext, in dem das ein- zelne Werk steht. Hierfur ist die kodikologische Beschreibung einer Hand- schrift als ganzer, der Abfolge und Zusammenstellung der in ihr enthalte-

    ..

    nen Stucke, der Uberlieferungsvermerke und Datierungen unersetzlich. In seinen Zusammenhang gestellt, wird die einzelne Schrift, mag sie auch fur sich von geringer Bedeutung sein, werden der Lehrbetrieb und die scienti- fic community einer ganzen Epoche lebendig. Es sind solche, im bescheide- nen Gewand des Katalogs prasentierten Beitrage zur Grundlagenforschung, von W. Ahlwardts Verzeichnip der Berliner Koniglichen Bibliothek bis zu R. Sellheims Materialien zur arabischen Literaturgeschichte wie auch F. Rosenthals Reihe von Miscellanea ,From Arabic Books and Manuscripts', die das philologische Fundament einer seriosen Literatur- und Wissenschafts- geschichte gelegt haben. - Wir konnen im verfugbaren Rahmen nur von zweien der uns interessierenden Handschriften detaillierte Inhaltsangaben vorlegen. Weitere, umfangreiche 'one-volume libraries' sind die folgenden, die wegen ihrer Bedeutung bei einer kunftigen Gelegenheit als ganze vor- gestellt werden sollen (eine Liste, die sich um ein vielfaches vermehren lieSe):

    MS Isfahan: Farhang-i Isfahan, 2813.

    M. Taql Danispazuh, 'Fihrist-i Mlkrufilmha-i Kitabhwana-i Markazl-i Danitsgah-i Tihran, Intitsarat-i Danitsgah-i Tihran, 1259 = Ganglna-i fihrist wa kitabvsinasl, 17 (Tihran, 1348 h.s./1961), p. 710f.; ders., 'Fihrist-i kitabvhanaha-i vsahristanha', Nusvhaha-i vhattl, Nasriyya-

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 31

    i kitabbana-i markazl-i Danisgah-i Tihran, 4 = Intisarat-i Danisgah-i Tihran, 1039 (T. 1344 h.s./1965), S. 473.

    133 folia. 133 Folia. Datiert 1073 H. / 1662-63 (Nr. 2). 14 Stucke.

    MS Qumm: Kitabbana-i Mar'as1, 286.

    Beschreibung und detalliertes Inhaltsverzeichnis: Sayyid Mahmud Mar'asl, Sayid Ahmad Husaynl, Fihrist-i nuswhaha-i vhattl-i Kitabvhana-i 'umuml-i hadrat-i Ayatullah al- 'Uzma aqa-i Sayyid Sihab-ul-DIn-i Mar'asvl (Qumm 1364-66 H.S. / 1985-88), 1: 312- 33.

    447 folia, 27.5x18 cm zu 27 Zeilen. Datiert 1072 H. / 1661-62. 49 Stucke.

    MS Teheran: Danisgah-i Tihran, Miskat, 253.

    Beschreibung von Einzelstucken nach Sachgebieten und Autoren: M. Taql Da- nispazuh, Fihrist-i kitabvhana-i ihda'l-i Aga-i Sayyid Muhammad Misvkat bi Kitabvhana- i Danisvgah-i Tihran; gild 3 (Tihran 1332 H.S. / 1951); Inhaltsubersicht der ganzen Handschrift: Muhammad Sirwanl, Fihristwara-i nuswhaha-i wha.ttl: magmu'a-i Misvkat ihda'l- i Kitabwhana-i Markazl wa-Markaz-i asnad, Intitsarat-i Kitabbana-i Markazl wa-Markaz- i asnad, 11 = Kitabsinasl wa fihrist, 5 (Tihran 2535 K. / 1976), l5f.

    156 folia l 9.5x 12 cm auf 11 xS cm zu 18 Zeilen. Datiert 1075-76 H. / 1664-66 von Haydar b. 'All al-Karakl al-'Amill (fol. 73b). 22 Stucke.

    MS Teheran: Danisgah-i Tihran, Miskat, 339.

    Beschreibung von Einzelstucken nach Sachgebieten und Autoren: M. Taql Da- nitspazuh, Fihrist-i kitabwhana-i ihda'l-i Aga-i Sayyid Muhammad Miswkat bi Kitabwhana- i Daniswgah-i Tihran; gild 3 (Tihran 1332 H.S. / 1951), no. 451, pp. 467 (no. 29: f. 86a); Inhaltsubersicht der ganzen Handschrift: Muhammad Sirwanl, Fihristwara-i nusvhaha-i vhattl: magmu'a-i Miswkat ihda'l-i Kitabvhana-i Markazl wa-Markaz-i asnad, Intisarat-i Kitabhana-i Markazl wa-Markaz-i asnad, 11 = Kitabsinasl wa fihrist, 5 (Tihran 2535 K. / 1976), 20f.

    Datiert 1086 H. / 1675 (fol. 123b). 37 Stucke.

    MS Teheran: Danisgah-i Tihran, Danivskada-i Ilahiyyat, 293 G.

    Beschreibung und Inhaltsubersicht: Sayyid Muhammad Baqir Huggatl, Muhammad Taql Danitspazuh: Fihrist-i nusvhaha-i vhattl-i Kitabvhana-i Daniswkada-i llahiyyat wa-ma'arif- i Islaml-i Danistgah-i Tihran (Tihran, 1345 h.ts./1966), 198-204.

    250 folia, 24x18.5 cm zu 64 Zeilen auf 18.5x12.5 cm. Datiert 1111 H. / 1699 (Nr. 27). 66 Stucke.

    MS Teheran: Maglis-i Sura-i Islaml, 5283.

    Beschreibung und Inhaltsverzeichnis in: Ahmad Munzawl, Fihrist-i Kitabvhana-i Maglis-i Sura-i Milll / zlr-i nazar-i trag Aftsar, M. Taql Danispazuh, 'Allnaql Munzawl; gild 16 (Tehran 1348 h.s./1969), 180-204.

    234 folia. 84 Stucke. Datierungen: 1078 H. (Nr. 4, 9, 13, 25), 1079 (Nr. 10, 16, 20, 38, 42), 1080 (Nr. 26, 47, 51, 53, 54, 60), 1082 (Nr. 68), 1086 (Nr. 71), 1094 (Nr. 75, 77), 1102 (Nr. 82), entspr. 1667-91 A.D.

  • 32 Gerhard Endress

    MS Teheran: Maglis-i Sura-i Islaml, 9014.

    Beschreibung und Inhaltsverzeichnis in: Yusuf I'tisaml, Fihrist-i Kitabvhana-i Maglis- i Sura-i Milll, 2: kutub-i bat.tl (Tihran 1311 H.S. / 1933), 395-401 Nr. 634.

    184 folia, 31x18 cm, 31 Zeilen. 42 Stucke. Datiert 1043 / 1633.

    Teheran: Kitabhana-i Sipahsalar, 2912.

    Beschreibung einzelner Stucke in: M. Taql Danitspazuh, 'Allnaql Munzawl, Fihrist- i kitabvhana-i Sipahsalar, babs 3: Kutub-i battl, '-t / tashlh wa-tagdld-i nazar ba wasl- la-i 'Allnaql Munzawl (Tihran 1340 h.ts./1962) [u.a. S. 35, 166, f., 176, 273-275, 454, 497f.]; babs 4: g-d. 1346/1967. - Weitere Hinweise in: M. Taql Danispazuh: Fihrist-i Kitabwhana-i ihda'l-i Agay-i Sayyid Muhammad Miskat bi Kitabwhana-i Daniswgah-i Tih- ran; gild 3 [=Fihrist-i Kitabwhana-i Markazl-i Daniswgah-i Tihran; gild 3,1] (Tihran 1332 h.s. /1953), S. 365 Anm. 1.

    MS Teheran: Kitabbana-i Markaz1-i Danivsgah, Kitabbana-i 'All 'Ulum (Yazd), 630.

    M. Taql Danispazuh, Fihrist-i Mlkruf lmha-i Kitabhana-i Markazl-i Danisgah-i Tihran, Intisarat-i Danisgah-i Tihran, 1259 = Ganglna-i fihrist wa kitabsinasl, 17 (Tihran, 1348 H.S. / 1961), p. 682-84; zur Sammlung 'All 'Uluml s. Danispazuh, Nushaha-i hattl, Nasriyya-i Kitabbana-i Markazl-i Danisgah-i Tihran; 4 (Tihran, 1344 H.S. / 1965): 436- 50.

    282 folia. 29 Stucke. Nach den Katalogangaben Band aus dem Besitz von Baha'-al- Dln al-'Amill (gest. 1030/1621) lt. eigenhandigem Vermerk, weitere Besitzvermerke aus mehreren seiner Schulergenerationen; Nr. 1, datiert Ende Sa'ban 1051 H. / 1641, mul3- te danach spater hinzugefugt sein.

    MS Taskent: IVRU-1, 2385.

    Akademija Nauk Respublika Uzbekistana, Institut Vostokovedenija im. Beruni [Beruni- Institut der Akademie der Wissenschaften der Republik Uzbekistan]. - Beschreibung (angeordnet nach Sachgebieten) der einzelnen Traktate in: Sobrannie Vostocnych rukopisej Akademii Nauk Uzbekskoj SSR, red.: A. A. Semenov; t. 1-11 (Taskent 1952-87) [= SVR].

    409 folia 18x24,5 cm. - Datiert (no. 68, fol. 299a, Datum der Vorlage?): 1075/1664.

    2. Zwei 'Ein-Band-Bibliotheken' philosophischer Texte

    Titelangaben (inscriptio), Incipit und Explicit werden nur fur ungedruck- te und sonst nicht beschriebene Texte und fur Abweichungen von den vorlie- genden Editionen bzw. Werkverzeichnissen (wie insbes. Yahya Mahdaw1, Fihrist-i nusvhaha-i musannafat-i Ibn-i Slna) nach dem Wortlaut der Hand- schrift wiedergegeben. Titel und inscriptio werden in Pausal-, nur das inci- pit in Kontextform (i'rab ) gegeben. Nachweise weiterer Handschriften der hier vertretenen Texte werden nur in besonderen Fallen geliefert.

    I. Isfahan: Danivskada-i Adabiyyat, 1048, no. 10: foll. 95alS-96b ult. Datiert 1015-1048 H. / 1607-1638.

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 33

    Beschreibung s. M. Taql Danivspazuh, Nushaha-i hat.fi, Navsriyya-i Kitabbana-i Markazl- i Danisgah-i Tihran; 4 (Tihran 1344 h.s./1965): 478-79; M. Taql Danispazuh, Fihrist- i Mlkrufilmha-i Kitabhana-i Markazl-i Danisgah-i Tihran (Tihran 1348 h.s. / 1069), 706- 7 (Mikrofilm Nr. 2508). - In Etappen datierte Einzelstucke: 1015 H. / 1607 (no. 9, fol. 96b: Datum der Vorlage?); 1047 H. / 1637 (no. 4, fol. 70a); 1048 H. / 1638 (no. 1, fol. Sb; no. 5, fol. 71a; no. 6, fol. 73b; no. 10, fol. 96b).

    1. lb-Sb. * al-Farabl: al-Masa'il al-mutafarriqa. - Datiert 1048 H./1638- 1639.

    Weitere Mss. s. Cunbur [u. a.], Farabl Bibliyogratyasl, 37 no. 132. - Ed. F. Dieterici, Alf rabls Philosophische Abhandlungen (Leiden, 1890), 84-103; 'Abd- al-Rahlm Makkawl, Magmu'atfalsafa (Misr: Matba'at al-Sa'ada, 1325 H./ 1907 (Nachdr. 1925); Rasa'il al-Farabl (Haydarabad: Da'irat al-Ma'arif al-'Utmaniyya, 1344-45 H.), Nr. 11 (1344).

    2. 6a-9al4. * al-Farabl: Nukat [sc. Nukat fi-ma yasihh wa-ma la yasihh min ahkam al-nugum]. Datiert 1048 H./1638-9.

    Weitere Mss. s. Cunbur [u. a.], Farabl Bibliyogratyasl, 36 no. 127. Ed. F. Dieterici, Alfarabls Philosophische Abhandlungen (Leiden, 1890), hier entspre- chend S. 105 14 (ohne das Vorwort von Abu Ishaq Ibrahlm b.'Abdallah).

    3. 9alS-ult. * Muhyl-l-Dln Ibn al-'Arabl: al-Futuhat al-makkiyya [Ausz.]. Inscr.: Qala l-Sayb Muhyl-l-Dln al-A'rabl [sic] fT ahir al-bab al- amin

    min al-Futuhat al-makkiyya al-musamma bi-l-gamadat wa-l-nabat. 4. 9b-70a. * al-Farabl: [al-Siyasa al-madaniyya].

    Inscr.: al-Siyasat al-madaniyya: kitab 'ilal wa-asbab Abl [sic] Nasr Farabl. Datiert 1047 H./1637 8.

    Unvollstandig; entsprechend ed. Fawzl Naggar (Bayrut, 1964), S. 31-106.8 [om. kadib]. - Weitere Mss. und Druckausgaben s. Cunbur [u. a.], Farabl Bibliyo- gratyasl, 39f. Nr. 140.

    5. 70b-71a. * Ibn Slna: I.dah barahln mustanbata fi masa'il 'awlsa. Da- tiert 1048 H./1638-9.

    Fasl 1: fT Itbat al-sani'. Fasl 2: Itbat gawhariyyat al-nafs. Fasl 3: Baqa' al-nafs.

    Weitere Mss. s. Mahdawl, Fihrist, 51 Nr. 38. - 2. Kopie s. u. Nr. 11.

    6. 71b-73bl2. * Ibn Slna: Tahqlq al-arzaq. Datiert 1048 H./1638-9.

    Weitere Hss. s. Mahdawl, Fihrist, 28f. Nr. 23: Risala fi l-arzaq.

    7. 73bl3-ult. * al-urgan1, al-Sayyid al-Sar1f (m. 816/1413): Min al- Fawa'id al-sarlfa al-sarlfiyya.

    8. 74a. * al-Halll b. al-Gazl al-Qazwlnl (m. 1089/1678): Subhat al-istilzam. Kahhala, Mu'gam al-mu'allifin, 4.125; Muhsin al-Amln, A'yan al-l'a, 30

  • 34 Gerhard Endress

    (Dimasq 1368 H. / 1949), 104. Zum Verf. s. o. S. 29. - Zur Thematik - folgt die Existenz einer Sache nicht aus der Aufhebung einer Wesensbestimmung ,,in der Natur der Sache", mul3 sie existieren - und weiteren Abhandlungen daruber s. al-Darl'a, 13:25.

    9. 74b-95al5. * al-Farabl: [Maqalat Abl Nasr al-Farabl Ji l-gam' bayna ra'yay al-haklmayn AfZatun al-ilahl wa-Aristu]. - Datiert 15. Safar 1015 H. / 22. Juni 1606 von Muhammad Mu'min Gunabadl [Gunabadl ?] in Isfahan.

    Inscr.: Maqalat Abl Nasr al-Farabl fi l-gam' bayn al-ra'yay [sic] Aflatun wa-Aristu.

    Ed. F. Dieterici, Alfarabls Philosophische Abhandlungen (Leiden, 1890), 1-33. - Weitere Mss. und Druckausgaben s. Cunbur [u. a.], Farabl Bibliyogratasl, 6.Nr. 16.

    10. 95al6-96b ult. * al-Iskandar al-Afrudlsl [Alexander Aphrodisiensis]: Risalat al-Iskandar al-Afrudisl Ji l-'Illa al-ula wa-l-ma'lul wa-harakatih wa-htilafiha wa-harakat ma yafsud wa-yakun.

    Ed. G. Endress, 'Alexander Arabus On the First Cause: Aristotle's First Mover in an Arabic treatise attributed to Alexander of Aphrodisias', in La ricezione araba ed ebraica della scienza e della filosofia greche: Atti del colloquio internazionale, Padova, 13-15 maggio 1999, editi da Cristina D'Ancona e Giuseppe Serra (Padova: Il Poligrafo, 2001).

    11. 97a-98a. * Ibn Slna: Idah barahln mustanbata fi masa'il 'awlsa. - Dat. 1048 H.

    Mahdawl, Fihrist-i Ibn-i Slna, 51 Nr. 38. - 2. Exemplar des auch oben (Nr. 5) von einer anderen Hand kopierten Traktats.

    12. 99a [-99a]. * al-Dawanl: Mabahit al-taqabul: min hasiyat al-Tagrld. (unvollstandig, nur erste Seite und ein Fragment auf fol. 99a).

    Aus der Glosse (hasiya) al-Dawanls (Galal-al-Dln Muhammad b. As'ad al-Dawanl, gest. 908/1502-3, s.o. A 5 [f]) zum Kommentar des 'All b. Muhammad al-Quvsgl (gest. 879/1474, GAL S 2: 329) zu Naslr- al-Dln al-Tusls Dogmatik Tagrld al-kalam fi tahrlr 'aqa'id al-Islam (s. H. Daiber, 'al-Tusl', EI2 X, fasc. 175-6 [2000]:746-50, S. 748; Aga Buzurg, al-Darl'a, 3.352). Dawanls Glossen liegen in einer 'alten' und einer 'neuen' Fassung vor; s. 'All Dawwanl, Sarh-i zandaganl-i Galal- al-DIn-i Dawanl: faylasuf wa-mutakallim-i svahlr-i qarn-i nuhum-i higrl ba indimam-i kitab-i Nur al-hidaya bi-qalam-i way (Qum, 13334 h.s./ 1956), 156-58, mit Angaben uber weitere Handschriften und Litho- graphien; cf. Fihrist-i kutub-i hattl-i Astan-quds-i Radawl, 4 (Tehran, 1325/1946).

    * Die weiteren, lt. Inhaltsverzeichnis folgenden Trakate (fol. 1) sind verloren (Ab-

  • 35 Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan

    handlungen von Ibn Slna, al-Tusl, al-6urganl al-Sayyid al-Sarlf, Mlr-i Damad, and al-Dawanl).

    II. MS Tehran: DaniNgah, Daniskada-i Ilahiyyat, 242B. Beschreibung und Inhaltsubersicht: Sayyid Muhammad Baqir Huggatl, Muhammad Taql Danitspazuh: Fihrist-i nushaha-i hattl-i Kitabhana-i Daniswkada-i llahiyyat wa-ma'arif-i Islaml-i Danisgah-i Tihran (Tihran 1345 h.ts./1966), 14349; Muhsin Mahdi: 'The Arabic text of Alfarabi' s Against John the Grammarian', in: Medieval and Middle Eastern Studies in Honor of Aziz Suryal Atiya, ed. by Sami A. Hanna (Leiden, 1972), 268-84, S. 270 (zur hier edierten Nr. 70 der Handschrift).

    Rotbrauner Einband mit gepragtem 'unwan. 394 folia, 17.5x27 cm. - Sammelhandschrift aus Einzelstucken, verschiedene Papiere (140-153 und 186-201 grunlich) und Hande. Satzspiegel (z.T. diagonal gestellte Abschnitte) und Zeilenzahl variieren. Nasta'llq, unvokalisiert. Kopfzeilen, z. T. auch Werktitel in rot. - Datierungen: 1057 H. /1647 [Nr. 11], 1058 [Nr. 14-18], 1061 [Nr. 39, 48, 51], 1062 [Nr. 60], 1065 / 1647-54 [Nr. 44]. Schreiber: Farld-al-Dln Muhammad (Nr. 3 und 48). Derselbe ist nach al-Darl'a, 19:49 Nr. 257 und 22: 160 Nr. 6505, auch bezeugt als Kopist von Afdal-al-dln al-Kasanl, Mabda' al-mawgudat (Ms. Teheran, Maglis 6331, dat. 1056 H.), und von einer Epistel dessel- ben (= Musannafat2, 681, Ms. Maglis 4942:19, dat. 1056 H.; vgl. unten Nr. 53). Fol. 2a-3a: Inhaltsverzeichnis, dessen Numerierung auch im Seitenkopf uber den Einzeltexten erscheint.

    1 . 3b 1-4b 12. * al-Farabl [?]: Sarh risalat Zinun. Inc.: Qala l-mu'allim al-tanl Abu Nasr al-Farabl: Ra'aytu li-Zlnuna l-kablri tilmldi Aristatallsa wa-li-l-sayvhi l-Yunaniyyi rasa'ila qad vsarahaha

    l-Nasara.... Expl.:... fa-man fa'ala dalika fa-huwa hakimun haqlqiyyun yatamatta'u

    bi-l-hikmati wa-asrariha, wa-man kana bi-vhilafi dalika fa-huwa haklmun mubahrigun zurun mataluhu ka-matali nuhasin mutallan bi-l-dahabi faraqathu nafsuhu baqiyat fi hlratin wa-bala'in. Na'udu bi-l-Lahi min 'adabi l-ahira.

    Zu weiteren Mss. s. Mahfuz & Al-Yasln, 39, 79, 136, 149, 151, 187, 292, 328; Cunbur u.a., Farabl biblEyogratasl, 51f. Nr. 186. - Gedr. in: Rasa'il al-Farab (Haydarabad: Da'irat al-Ma'arif al-'U maniyya, 1344-49 H./1926-30), Nr. 7 (1349); Bombay, 1354 H./1937. - Cf. F. Rosenthal, 'Arabische Nachrichten uber Zenon den Eleaten', Orientalia, N.S., 6 (1937): 21-67 (bes. S. 63f.); Yahya Mahdawl, Fihrist-i nushaha-i musannafat-i Ibn-i Slna (Tihran 1333 H.S./1954), 179, konstatiert weitgehende Ubereinstimmung mit Ibn Slna, Risalat al-'Arus. 2. 4bl3-6ba ult. * al-Sahrazurl, Muhammad b. Mahmud [2. H. 7/13. Jh.]:

    al-Sagara al-ilahiyya [Auszug]. Inscr.: Min al-Sagara al-ilahiyya li-ams-al-Dln Muhammad sahib Ta'rlh al-hukama'. Inc.: Qad 'alimta anna li-l-agsami l-samawiyyati nu- fusan natiqatan mugarradatan 'ani l-maddati muharrikatan laha 'an

    mabda'in 'aqliyyin...

  • 36 Gerhard Endress

    Expl.:... wa-saltanatu l-gadyi ala atu alafi sanatin wa-saltanatu l-dalwi alfay sanatin wa-saltanatu l-huti alfu sanatin.

    Die Sagara al-ilahiyya fi 'ulum al-8aqa'iq al-rabbaniyya, eine philosophische Enzyklopadie nach Vorbild und Anlage des -if ' Avicennas, ,,hat offenbar ganz erheblich zur Verbreitung der Lehren as-Suhrawardls unter den Imamiten bei- getragen", S. Schmidtke, Ibn Abi Gumhur, 8; Hossein Ziai: 'Manuscript of al- Shajara al-ilahiyya, a philosophical encyclopaedia by Shams al-Dln Muhammad Shahrazurl', Iransinasl, 2 (1990): 14-16, 89-108. - Der vorliegende Auszug ist entnommen aus der 5. risala: fi l-'ulum al-ilahiyya wa-l-asrar al-rabbanEyya, fann 2: fi l-'ilm al-ilahl, fasl 12, hatima: fi idrak al-nufus al-samawiyya wa-ma yata'allaq bi-dalika (ed. Bekir Karllga, Diss. Istanbul, Marmara Universitesi, 1996, S. 1160ff.).

    3. 6bl-25a. * Ibn Slna: al-Mabda' wa-l-ma'ad. - Signiert von Farld-al- Dln b. Muhammad.

    Inscr.: Kitab al-Mabda' wa-l-ma'ad li-l-sayhv al-ra'ls Abl 'All 'All b. 'Abdallah Slna qaddasa Llahu sirrahu. - Inc.: Wa-ba'du fa-innl urldu an adulla fl hadihi l-maqalati 'ala haqlqati ma 'inda l-mavsvsa'lna al- muhassillna min hali l-mabda'i wa-l-ma'adi, taqarruban bihl ila l-sayvhi l-gallli Abl Ahmada Muhammadi bni Ibrahlma l-Farisiyyi. Fa-tatadam- manu maqalatl hadihl tamaratay 'ilmayni kablrayni, ahaduhuma...

    Mahdawl, 212ff. Nr. 106; D. Gutas, Avicenna and the Aristotelian tradition (Leiden, 1988), 98f. mit Anm. 1. - Die Widmung an Ahmad b. Muhammad steht in anderen Hss. im Rahmen der inscriptio. - Cf. Jean Michot, 'L'epltre sur la genese et le retour attribue a Avicenna', Bulletin de philosophie medievale, 26 (1984): 104-18 [ein anderer Traktat dieses Titels, wohl nicht von Avicenna].

    4. 25b-26a. * Miskawayh: Tahdlb al-awhlaq [Ausz.] Inc.: Min kitab Tahdlb al-awhlaq li-Abl 'All Ahmad b. Miskawayh

    rah. ima Llahu 'alayhi. Kullu gismin lahu suratun wa-maddatun, wa-laysa yaqbalu suratan uvhra min ginsi suratihl ...

    Expl.: ... wa-amma l-ga'izu bi-vhilafi dalika fa-innahu yatlubu nafsihl l-ziyadata mina l-manafi'i wa-li-gayrihl l-nuqsana fThi wa- fT l-asya'i l-darrati bi-l-'aksi fa-innahu yatlubu l-nuqsana li-nafsihl wa- l-ziyadata li-gairih.

    Gekurzte Auszuge aus dem Text entspr. ed. Zurayq (Bayrut 1966), S. 4.10 - 28.20.

    5. 27a-28b9. * Ibn Slna: Risala fi itbat al-nubuwwa. Mahdawl, 2f. Nr. 3. - Ed. Michael Marmura, Ibn Slna, Ji Ithbat al-nubuwwat (Proof of Prophecies), Philosophical Texts and Studies, 2 (Beirut 1968).

    6. 28blO-29bl9.Ibn Slna: [Risala ila 'ulama' Bagdad yas'aluhum al- insaf baynahu wa-bayna ragul hamadani yadda'l 1-hikma fi wugud al- kulll].

  • 37 Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan

    Inc.: Salama Llahi 'ala mavsayihi l-'ilmi wa-l-hikmati bi-Madlnati 1- Salami madda Llahu fT a'marikum wa-zada fT l-hayrati ladaykum ...

    Expl.: ... fa-hadihl suratu l-mas'alati llatl garat bayna hada l-sayhi fi itbati madhabi nafsihl unfidat ila Madlnati l-Salami fi yawmi l-gum'ati. Wa-l-hamdu li-wahibi l-'aqli wa-l-hayat.

    Mahdawl 117 Nr. 78.

    7. 29b2s31al5. * Ibn Slna: Baqa' al-nafs al-natiqa [al-Gumal min al-adilla al-muhaqqaqa li-baqa' al-nafs al-natiqa].

    Mahdawl 67f. Nr. 52.

    8. 31al6-ult. * 'Umar al-Hayyam: Sarh al-Hutba al-tawhldiyya [pers.] [Ausz. ] .

    Inc.: Min sarh al-haklm 'Umar b. al-Hayyam fi tafslr . Pak padsah: Dadar-i lzad kamyab-i vhud hast ki agaz-i clzha az ust ...

    Expl.: ... wa tawakkul bar tu kunlm ki agaz-i hama-i clzha az tust wa bazgast-i hama-i clzha bi-tust. Wa-l-hamdu li-l-Lahi wahibi l-'aql.

    Mahdawl, 99f. Nr. 30 (S. 100: persische Ubersetzung des Hayyam, verf. 472 H. in Isfahan).

    9. 31bl-32a ult. * Ibn Slna: Risala fi l-Nafs 'ala tarlq al-dalll wa-l-burhan [Ausz.].

    Inc.: Naqulu inna l-quwa l-fa"alata fT l-agsami bi-datiha tantahl biha l-qismatu ila arba'ati aqsamin ...

    Expl.: fa-takunu l-nafsu kamalan awwalan li-gismin tabl'iyyin aliyyin.

    Mahdawl, 244ff., Nr. 121 (s. S. 245: inc. fasl 1) 291; Nr. 207 (fasl 1, wie in unserer Hs., in selbstandiger Uberlieferung).

    10. 32bl-34b. * A lr-al-Dln al-Abhari, al-Mufad. d. al b. 'Umar (m. 663/1265?), al-Mabda' wa-l-ma'ad [pers.].

    Inscr.: Risala fX l-mabda' wa-l-ma'ad min tasanlf Atlr-al-Dln al-Abhar rah. imahu Llahu ta'ala. - Inc.: Qala l-mawla l-'allamatu afdalu 1- muta'avhvhirlna Atlru-l-Millati wa-l-Dlni l-Abharl, tagammadahu Llahu bi-gufranihl wa-askanahu 'ala gananih. Bi-dan ki 'arad az 'ilm-i ilah mabda' wa ma'ad-ast wa ma'rifat-i mabda' an bavsad ki wagibu-l-wugud- ra bi-danl wa fayadan-i mawgudat-ra az-u ma'lum kunl ...

    Aga Buzurg, al-Darl'a, 19.50 Nr. 261 (mit Angaben uber weitere Hss. irani- scher Bibliotheken, darunter auch der unsrigen). - Zwei Teile, qism 1 in sechs fusul: 1. fi l-Burhan 'ala wagib al-wugud; 2. fi tawhld wagib al-wugud, 3. fi tanzlh al-wagib, 4. ff itbat al-ma'lul, 5. al-katra fi l-'uqul, 6. itbat al-nufus al- zakiyya; qism 2 in 5 fusul: 1. al-ma'ad al-gusmanl, 2. butlan al-tanasuhv, 3. la

  • 38 Gerhard Endress

    yafsud al-nafs ba'd fasad al-badan, 4. al-ma'ad al-ruhanl, 5. al-mu'giza wa-l- wahy wa-l-ilham.

    1 1. 35a-44b. * Ibn Slna: Risala fi tahqlq al-nafs. - Datiert 1057 H./1647.

    Mahdawl, Fihrist, 244 Nr. 121 (Risalafi l-nags 'ala tarlq al-dalll wa-l-burhan). Ed. Hilmi Ziya Ulken, Ibn Sina Risaleleri (Les opuscules d'lbn Sina), 2, Istanbul Universitesi Edebiyat Fakultesi Yaylnlarlndan, 552 (Istanbul 1953), 109-54 (Risalafi l-nafs wa-baqa'iha wa-ma'adiha). - 16fusul. - Vgl. oben Nr. 9 die- ser Handschrift (nur fasl 1 der Abhandlung).

    12. 45aA7b. * Ibn Slna: al-Ta'llqat [Auszug] (?). Inc.: Risala li-l-Sayhv al-Ra'ls 'All b. Slna fT l-ilahl. Bismi Llahi l-

    rahmani l-rahlm. al-Hamdu li-Llahi rabbi l-'alamlna wa-salatuhu 'ala nabiyyihl vhayri l-vhala'iqi Muhammadin wa-alihl l-tahirln. - [Inhaltsver- zeichnis:] Fasl 1: Wugudu kulli mawgudin fa-huwa li-l-awwali li-annahu fa'idun 'anhu wa-wuguduhu huwa lahu fa-wuguduhu muba'inun li- wugudi sa'iri l-mawgudat [etc. fasl 2-7]. - Fasl 1. Allahu ta'ala kana vhalaqa hada l-'alama muvhtaran ...

    Expl.: ... fa-li-hada sara avhassu l-sifati bihl l-wahdata wa-l-haqqiyyata, wa-l-wahdatu musawiyatun li-l-haqqiyyati l-mutlaqati. Wa-mina Llahi l-tawfiqu wa-li-wahibi l-'aqli bi-la nihayatin, wa-salla Llahu 'ala hvayri vhalqihl Muhammadin wa-alihl l-tahirln.

    Nach Mahdawl, 286 Nr. 196 (mit weiteren Hss. der siebenfusul in selbstandi- ger Uberlieferung), Exzerpte aus den Ta'llqat (Nr. 49). Eine Identifikation der Texte als zusammenhangende Passage in der ed. 'Abd-al-Rahman Badawl (Kairo 1973) war bisher nicht moglich.

    13. 48a-61a. * Ibn Slna [Ps.-, vielmehr: Afdal-al-Dln al-Kasanl?]: Risala fi l-mantiq.

    Mahdawl, 283 Nr. 188 (fi l-'ilm wa-l-nutq): z. T. anonym uberliefert, in der Hs, Istanbul, Nuru Osmaniye 4931, unter den Schriften von Afdal-al-Dln al-Kasanl; von demselben wird auch eine persische Version uberliefert.

    14. 61b-65a9. * Ibn Slna: al- .Hukuma f hugag al-mutbitln li-l-ma; mabda'an zamaniyyan. - Datiert 1058 H. /1648.

    Mahdawl, 93f. Nr. 64.

    1S. 65alO-66aS. * Ibn Slna [?]: Itbat al-sani' wa-lrad al-burhan al-qati' 'alayh. - Datiert 11. Ramadan 1058 H./29. 9. 1648.

    Inc.: Qala 1-Sayvh al-ra'ls: al-Hamdu li-Llahi rabbi 1-'alamlna wa-1- salatu 'ala Muhammadin wa-alihl l-tahirln. - al-Fasl al-awwal fT itbat al-sani' wa-lrad al-burhan al-qati' 'alayhi. - Kullu gumlatin murattabatin min 'ilalin wa-ma'lulin ...

    Mahdawl, 285 Nr. 195 u.d.T. al-Fusul al-talata, Risala fi itbat al-sani' wa-lrad al-burhan al-qati', Itbat wugud Allah.

  • Philosophische Ein-Band-Bibliotheken aus Isfahan 39

    16. 66a6-67b l 8. * Ibn Slna: 'Illat qiyam al-ard fi hayyiziha. - Datiert 14. Ramad. an 1058 / 2. 10. 1648.

    Mahdawl, 181f. Nr. 91.

    17. 67bl9-69a. * Ibn Slna: [al-Fayd al-ilahl]. - Datiert 22. Ramadan 1058 H. /9. 10. 1648.

    Mahdawl, S. 187f. Nr. 197 (al-Fayd al-ilahl, al-Af al wa-l-infi'alat, al-Birr wa- I-i m). Die von Mahdawl nach zwei weiteren Hss. zitierte Randbemerkung fin- det sich wortlich auch hier (69bl9 in margine): Qad wugida li-l-Sayb al-Ra'ls min al->kitab al-ma'ruf bi-l-Birr wa-l-itm, wa-azunnuha laysat min al-Birr wa- l-itm bal min al-'Aza'im wa-l-tilasmati, illa annl kada wagadtu targamataha fT gayr makan. - Der Text ist verschieden von den Traktaten al-Birr wa-l-itm (Mahdawl Nr. 40), al-Sihr wa-l-tilasmat wa-l-nlrangat wa-l-a'aglb (Mahdawl Nr. 172), ('llm) al-Mrangat (Mahdawl Nr. 241) und Kunuz al-mu'zimln / R. fi l-'aza'im (Mahdawl 210, pers. Version von Nr. 241).

    18. 69b-71al3. * Ibn Slna: Risala fi l-$alat 'ala lisan al-'uqala' bi-bayan al-'aql. - Datiert Donnerstag [Freitag], 13. Du l-Qa'da 1058 / 28. Nov. 1648.

    Mahdawl, 175 Nr. 85 (R. 4 l-salat, Asrar al-salat). Ed. M. A. F. Mehren: Traites mystiques d'Abou All al-Hosain b. Andallah b. Slna ou d'Avicenne (Leyde: E. J. Brill, 1889-99), fasc 3: 28A3.

    19. 71al4-74b. * al-Suhrawardl, Sihab-al-Dln al-Maqtul: Kalimat al- tasawwuf.

    Inscr.: Min risalat al-Sayvh al-A'zam Sihab-al-Dln al-Maqtul [add. in margine:] al-musamma bi-kalimat al-tasawwuf. - Inc.: Lamma ltamasta minnl dikra hududi hadihi l-umuri fa-anbahtuka 'ala asya'a la budda li-hadihi l-hududi minha, i'lam anna idraka l-say'i ... - Expl.: wa-qadi 'tarafa bihi l-Hallagu rahimahu Llahu haytu qala: adnaytanl minka hatta tawahhamtu innaka innl, bali 'tarafa l-hukama'u wa-l-awliya'u bi-ttisalin bi-l-'ilmi l-a'la, wa-huwa 'ibaratun 'an raf'i l-hugubi fa-yakuna ttihadan 'aqliyyan, wa-hahuna umurun kitmanuha awla min nasriha.

    GAL S 1:783 Nr. 25 u. d. T. Kalimat al-tasawwuf in persischer Sprache.

    20. 75a. * Naslr-al-Dln al-Tusl: [Risala fX nags al-amr wa-l-burhan 'ala wugud al-'aql al-kulll].

    Inc.: Li-afdal al-hukama' Naslr al-haqq wa-l-milla wa-l-dln al-Tusl. Qala: al-burhanu 'ala wugudi l-gawhari l-mugarradi l-musamma bi-'aqli l-kulli huwa anna la navsukku fT kawni l-ahkami l-yaqlniyyati ... Expl.: wa-huwa lladl 'abbara 'anhu fX l-Qur'ani l-magldi wa-taratan bi-l-lawhi l-mahfuzi wa-taratan bi-l-kitabi l-mublni l-muvstamili 'ala kulli ratibin wa-yabisin. Wa-dalika ma aradnahu, wa-Llahu l-muwaffiqu wa-l-mu'ln.

  • 40 Gerhard Endress

    al-Darl'a, 24 (Nagaf / Tihran, 1398 H. / 1356 H.S. / 1978): 263 Nr. 1351; Muhammad Mudarrisl (Zangam), Sargudasvt wa 'aqa'id-i falsafi-i wHwaga Naslru- I-DIn-i .husl: ba indimam-i ba'dl az rasa'il-i way, Intisarat-i Danisgah-i Tihran, 309 (Tihran 1335 H.S./ 1956) 169; ebenda 169-71: Edition des Textes u.d.T. Risalat itbat al-gawhar al-muf riq.

    21. 75bl-79b5. * Naslr-al-Dln al-Tusl: Andar qismat-i mawgudat wa-aqsam- .

    z an. Inc.: Qala mawlana sultan-al-hukama' Naslr-al-Milla-wa-l-Dln tagam-

    madahu Llahu bi-l-rahmati wa-l-ridwan: Andar qismat-i mawgudat wa-aqsam-i an nazdlk-i 'ulama az du guna bud aya awwall darad ya nadarad . . .

    al-Darl'a, 17.82 Nr. 438 (weitere Handschriften); ed. Mudarris Radawl, Magmu'a-i rasa'il-i vHwaga Naslr-al-Dln, Intisarat-i Danisgah-i Tihran, 308 (Tihran, 1956), S. 57-82.

    22. 79b6-85bl8. * Mlrza KafT al-Qayinl: Itbat al-haraka [al-Sagara al- tayyiba fi itbat al-haraka].

    Inc.: al-Hamdu li-Llahi lladl la hayra illa minhu wa-la fadla illa min ladunihl, al-amru lahu ... Wa-ba'du: Fa-innl lamma dallaltu fT hadihl l-maqalati 'ala anna l-harakati l-samawiyyata sadiratun 'an quwwatin nafsaniyyatin ... [79bl7] al-Faslu l-awwalu fT anna l-harakati l-iradiy- yata sadiratun 'an quwwatin nafsaniyyatin. [81al9] al-Faslu l-taniyu fX l-muharriki l-awwal.... [81b38] al-Faslu l- ali u fT l-dalalati 'ala anna l-mabadi'a l-ma'9suqata l-samawiyyati katlra.... [83a22] al-Faslu l-rabi'u fT kayfiyyati suduri l-af'ali 'ani l-mabadi'i l-uwali wa-tartlbiha.... [84b2] Hatmu l-kalami fT anna l-nufusa l-guz'iyyata bi-ma taslru nafsan mutlaqan wa-mata yuhada hada l-'alamu bi-'alami l-ibda'i.

    Abu Ga'far KafT b. Muhtasam b. 'Amld b. Muhammad b. Sahansah al-Qayinl, s. al-Darl'a 9.903 Nr. 5978; Huggatl u.a., Fihrist llahiyyat, 145 ad Nr. 22: Ver- faJ3te im Jahre 1029 H. die philosophische Enzyklopadie al-Tashll, dazu M. Taql Danispazuh, Fihrist Danistgah, 8.328 Nr. 1779-82; zitiert gegen Ende des Traktats (fol. 85b 14) seine Schrift al-Asrar.

    23. 85bl9-87a. * Muhammad Taql al-Astarabadl: Sarh Fusus al-hikma [sc. Ps.-Farabl, Fusus al-hikam] [Auszug].

    Abu Ga'far Muhammad Taql b. 'Abd-al-Wahhab b. Husayn b. Sa'dallah b. Husayn al-Astarabadl al-Mashadl, gest. 1058 H./1648; s. al-Darl'a 13 (Nagaf, Tihran, 1380 H./1340 H.S. / 1962): 381 Nr. 1429; Amal al-amil, 2: 252; Cunbur u.a., Farabl bibliyografyasl, 16 Nr. 44 (erhleri, Nr. 1). Der Kommentar- in persischer Sprache - ist unvollendet; er trennt nicht zwischen Lemmata und Kommentierung. - Hier Auszug aus dem Kommentar, lt. Marginalglosse ,,fT tahqlq al-h