SolidarMed aktuell Nr. 62 / August 2010

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Nr. 62 / 18. August 2010 Spendenkonto: 60-1433-9 www.solidarmed.ch Partner stärken. Gemeinsam für Gesundheit sorgen. Editorial: 1+1 = 3 Seite 2 Brennpunkt: Partnerschaften helfen allen Seite 3 Lesotho: Das 1:4-Finale in Thaba Tseka Seite 6 Verschiedenes: Afrika macht Schule Seite 8
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    26-Mar-2016
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Partner stärken. Gemeinsam für Gesundheit sorgen.

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  • Nr. 62 / 18. August 2010

    Spendenkonto: 60-1433-9 www.solidarmed.ch

    Partner strken.Gemeinsam fr Gesundheit sorgen.

    Editorial: 1+1 = 3 Seite 2

    Brennpunkt: Partnerschaften helfen allen Seite 3

    Lesotho: Das 1:4-Finale in Thaba Tseka Seite 6Verschiedenes: Afrika macht Schule Seite 8

  • Tanzania

    Zimbabwe

    Dar es SalaamDodoma

    Silveira-Spital

    Musiso-Spital

    Lugala-Spital

    Ifakara

    Harare

    MaseruSeboche-Spital

    Roma-Spital

    Paray-Spital

    Chainama College

    Kafue-Spital

    Livingstone-Spital

    Lusaka

    ZambiaMpanshya-Spital

    Maputo

    Moambique

    Lesotho

    ChireAncuabe

    Masvingo

    Dareda-Spital

    Mbulu

    2 SolidarMed aktuell

    Im Sport hat oft ein ganzes Team Anteil an Sieg oder Niederlage und trgt gemeinsam die Verantwortung. In der Entwicklungszusammenarbeit gilt das gleiche Prin-zip auch fr SolidarMed und seine Partner in Afrika. Jeder kennt seine Rolle und setzt sich fr den gemein-samen Erfolg ein. Es gilt, das Vertrauen der benachtei-ligten Menschen in einer Projektregion, aber auch das der Spendenden zu erfllen. SolidarMed achtet sorgfl-tig darauf, dass gemeinsam mit den Partnern bestimmt wird, wer Strmerin, Verteidiger, Trainerin oder Mas-seur ist. Schwester Panga ist im Norden Tanza nias eine hervorragende Besetzung in unserem Team. Im Gesprch erklrt sie auf den Seiten 35, warum es sich lohnt Partnerschaften einzugehen.

    Hoffnung hatten wir in der Schweiz wohl alle, als un-sere Fussballnati mit einem Sieg in die WM gestartet war. Sogar die Pessimisten unter uns glaubten nun an das Erreichen der Achtelfinals. Es sollte dann doch

    nicht so sein und als im entscheidenden Spiel die Ner-ven unserer Fussballer versagten, ernteten die Natio-nalspieler viel Kritik. Ganz im Gegensatz zu anderen Fussballern in Afrika. Nicht weit weg von den grossen Fussballtempeln im kleinen Lesotho kmpften loka-le Fussballer gleich um zwei Siege: um den sportlichen am 1:4-Turnier und um den Sieg gegen HIV. Dank der 1:4-Kampagne, die den Fussball als Vermittler gegen HIV/Aids einsetzte, konnten in Lesotho wie auch hier in der Schweiz wichtige Punkte erzielt werden ( Seite 6).

    Svend Capol, Prsident SolidarMed

    Impressum SolidarMed aktuell 62/2010SolidarMed, Obergrundstrasse 97, Postfach, CH-6000 Luzern 4, Telefon +41 41 310 66 60, Fax +41 41 310 66 62, www.solidarmed.ch

    Texte: Benjamin Gross, Thomas Gass, Kathi Jungen Gestaltung: Silvia Bucher Umschlagsbild: Alexander Jaquemet, Tanzania Druck: Brunner AG, Druck und Medien, Kriens Auflage: 13 500 Exemplare

    SolidarMed aktuell erscheint viermal jhrlich die nchste Ausgabe im Novmeber 2010. Das Abonnement kostet jhrlich CHF 5. und wird einmalig von Ihrer Spende abgezogen. Fr Mitglieder ist es im Jahresbeitrag enthalten.

    Mitgliedschaft: CHF 50. fr Einzelmitglieder; CHF 80. fr Familien und Institutionen.

    Spenden und Mitgliederbeitrge berweisen Sie bitte mit entsprechendem Vermerk an: Schweiz: Postkonto 60-1433-9, lautend auf: SolidarMed, CH-6000 Luzern 4 Ausland: IBAN: CH0909000000600014339, BIC: POFICHBEXXX, Geldinstitut: Swiss Post, Postfinance, Nordring 8, 3030 Bern, Konto 60-1433-9, lautend auf: SolidarMed, CH-6000 Luzern 4 Online: unter Spenden auf www.solidarmed.ch

    Herzlichen Dank!

    1+1 = 3

    SolidarMed ist ZEWO-zertifiziert und steht fr einen effizienten und gewissenhaften Einsatz Ihrer Spende. Spenden an ZEWO-zertifizierte Organisationen knnen in den meisten Kantonen der Schweiz von den Steuern abgezogen werden. Bitte informieren Sie sich direkt in Ihrer Gemeinde.

    Editorial

    Seit 2001 fhren SolidarMed und die katholische Dizese im Norden von Tanzania gemeinsam ein Gesundheitsprogramm durch. Unter der Leitung der Ordensschwester und rztin Basilisa Panga (Bild rechts) verwaltet die

    Dizese von Mbulu das Spital in Dareda und 14 Gesundheitszentren.

  • Tanzania

    Zimbabwe

    Dar es SalaamDodoma

    Silveira-Spital

    Musiso-Spital

    Lugala-Spital

    Ifakara

    Harare

    MaseruSeboche-Spital

    Roma-Spital

    Paray-Spital

    Chainama College

    Kafue-Spital

    Livingstone-Spital

    Lusaka

    ZambiaMpanshya-Spital

    Maputo

    Moambique

    Lesotho

    ChireAncuabe

    Masvingo

    Dareda-Spital

    Mbulu

    SolidarMed aktuell 3

    Brennpunkt

    Die Nonne ist rztin mit einem Diplom in Entwicklungs-zusammenarbeit und waltet als Gesundheitskoordinatorin der Dizese Mbulu. Sie gilt als die treibende Kraft dafr, dass die Iraqw, die neben den Massai und anderen Vl-kern mehrheitlich in dieser Region leben, gesundheitlich besser versorgt werden. Dies tut sie im Auftrag der katho-lischen Dizese. In Tanzania ist die Kirche ein wichtiger Pfeiler fr die Gesundheit der Menschen, da sie 40 Pro-zent der medizinischen Grundversorgung abdeckt. Meist dort, wo der Staat das Gesundheitssystem vernachlssigt.

    Gemeinsam sind wir stark.Partnerschaften mit lokalen Organisationen helfen allen.

    Bild: SolidarMed

    Viele hundert Kilometer holprige Strassen verbinden die 14 Gesundheitszentren der Dizese Mbulu miteinander. Dabei handelt es sich um kleine Einrichtungen, die im lndlichen Afrika die gesundheitliche Grundversorgung sichern. Mit-tendrin befindet sich zudem das Dareda-Spital. ber die

    grossen Distanzen alle Einrichtungen mit Medikamenten zu versorgen, die Buchhaltung zu machen und die Ange-stellten zu betreuen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Ge-nau die Richtige fr Schwester Basilisa Panga.

    Basilisa Panga ist Nonne, rztin und fr ber 400 000 Menschen im Norden Tanza nias eine grosse Hoffnung auf mehr Gesundheit. Die Or-densschwester whlte einen fr tansanische Frauen sehr eigenwilligen Weg. Sie verzich-tete auf eine eigene Familie und stellte ihre Kraft ganz in den Dienst der Mitmenschen. SolidarMed stellt mit Schwester Panga und ihrer kleinen kirchlichen Gesundheitsabtei-lung die medizinische Grundversorgung im Distrikt Mbulu auf gesunde Beine.

  • 4 SolidarMed aktuell

    Familien im lndlichen Distrikt Mbulu fhren ein sehr bescheidenes Leben. Jedes Familienmitglied trgt seinen Teil zum berleben bei. Umso wichtiger ist es, dass alle gesund sind. In entlegenen Drfern mangelt es jedoch nach wie vor an einer guten medizinischen

    Versorgung, welche die Gesundheit der Menschen wirkungsvoll untersttzt. SolidarMed strkt die Gesundheitseinrichtungen in der Region mit einem besonderen Augenmerk auf Mtter und ihre Kinder unter 5 Jahren.

    Bild: SolidarMed

    Brennpunkt

    SolidarMed aktuell sprach mit Schwester Panga ber die aktuelle Situation in Mbulu und den Wert der Partnerschaft mit SolidarMed.

    SM aktuell: Sr. Panga, Sie verwalten in einer armen Re-gion Tanzanias ein Spital und 14 Gesundheitszentren. Welches sind die grssten Herausforderungen?Sr. Basilisa Panga: Die meisten unserer Gesundheitsein-richtungen liegen in abgelegenen Gebieten der Region Manyara. Ich unterhalte Einrichtungen, die bis zu 200 Kilometer von meinem Bro entfernt sind. Die Strassen sind schlecht und der Treibstoff ist teuer. Nur schon mei-ne regelmssigen Besuche brauchen enorm viel Zeit und Geld. Zum Glck zeichnet sich diesbezglich Entlastung ab. Landesweit wird derzeit fr jedes Gesundheitszentrum ein lokales Komitee gegrndet, das fr Betrieb, Unterhalt und Finanzadministration zustndig ist.

    Seit 2001 untersttzt SolidarMed das Gesundheitswe-sen der Dizese Mbulu. Was konnte in dieser Partner-schaft erreicht werden?Damals standen wir vor dem Abgrund. Wir waren kurz da-vor, einzelne Einrichtungen zu schliessen. Dank SolidarMed konnten wir insbesondere unsere Verwaltung effizienter

    gestalten. Mit der Untersttzung reorganisierten wir un-

    ser Personalwesen, erstellten administrative Richtlinien, stimmten uns besser mit der staatlichen Gesundheitspolitik ab und erneuerten unser Finanzwesen. Alle leitenden An-gestellten besuchten eine Weiterbildung. Fortan fhrten wir jedes Jahr eine Versammlung von Vertretern aller unserer Einrichtungen durch. Dies frderte die interne Kommuni-kation und den Wissensaustausch. berdies bilden wir seit

    2005 freiwillige Gesundheitsberater aus. Diese leisten in ihren Drfern beispielsweise wichtige Aufklrungsarbeit zu Themen wie Malaria oder HIV/Aids. Dank SolidarMed sind wir heute auch viel besser mit den Behrden und inter-nationalen Organisationen vernetzt.

    Welche Vernderungen beobachten sie im Dareda-Spital?Seit der Partnerschaft mit SolidarMed machten wir gros-se Schritte. Whrend vier Jahren hat beispielsweise ein Schweizer Kinderarzt unsere pdiatrische Abteilung ge-leitet. Wir haben heute die zweitbeste Kinderklinik in der Region Manyara. Dank dem guten Ruf suchen heute deut-lich mehr Schwangere und Mtter mit ihren Kindern unse-re HIV/Aids-Abteilung auf als frher. Nun geht es darum, auch langfristig die Qualitt zu halten. Das neu gewonnene Vertrauen der Patienten wird unser Spital letztlich auch wirtschaftlich absichern.

  • SolidarMed aktuell 5

    Die Dizese Mbulu und SolidarMed sorgen fr mehr Gesundheit

    Im Jahr 2001 kontaktierte der Bischof von Mbulu

    SolidarMed. Er suchte Hilfe bei der Reorganisation seiner

    Gesundheitsdienste. Seither fhren SolidarMed und die

    katholische Dizese im Norden von Tanzania gemeinsam

    ein Gesundheitsprogramm durch. Unter der Leitung der

    Ordensschwester und rztin Basilisa Panga (siehe Inter-

    view) verwaltet die Dizese von Mbulu das Spital in Dareda

    und 14 Gesundheitszentren.

    Vom Dareda-SpitalSeit 2006 setzt die Dizese mit SolidarMed den gemein-

    sam erarbeiteten Entwicklungsplan um. Das Angebot des

    Spitals konnte dank diesem Entwicklungsplan stark ver-

    bessert werden. Im vergangenen Jahr wurden rund 7 600

    Patienten stationr und 46 000 ambulant behandelt. Das

    Personal half bei 2 100 Geburten und fhrte 620 Ope-

    rationen durch. Um die Patient/innen in den 200 Betten

    kmmern sich 219 Angestellte. SolidarMed hat das Ziel,

    das Spital wirtschaftlich zu strken und die medizinische

    Qualitt zu verbessern. Im Rahmen der Partnerschaft

    sind beispielsweise die Spezialabteilungen fr HIV/Aids

    und fr Augenkrankheiten sowie der Bau einer neuen

    Mtterabteilung entstanden.

    zu den Gesundheitszentren in abgelegenen Gebieten14 zur Dizese gehrende Gesundheitszentren sichern

    die medizinische Grundversorgung fr die Menschen, die

    in den Drfern weiter weg vom Spital leben. Acht davon

    wurden in den letzten Jahren von SolidarMed untersttzt.

    Bauliche Massnahmen, Mbel, medizinisches Material

    oder die Ausbildung von Personal machen viele Behand-

    lungen heute erst mglich. Beispielsweise werden zurzeit

    sieben Angestellte in Labortechnik ausgebildet.

    bis zu den Menschen im Dorf.Damit der Besuch einer medizinischen Einrichtung gar nicht

    erst ntig wird, untersttzte SolidarMed verschiedene Pro-

    jekte zur Frderung der Gesundheit der Menschen in den

    Drfern. Seit Projektbeginn konnte viel bewirkt werden:

    - 7 neue Brunnen spenden sauberes Trinkwasser

    - 6 987 verteilte Moskitonetze tragen ihren Teil dazu

    bei, dass mittlerweile 63 Prozent der Bevlkerung unter

    einem Netz schlft und weiss, wie sie sich vor Malaria

    schtzen kann.

    - 104 Gesundheitsberater aus den Drfern nahmen an

    einem zweiwchigen Kurs teil.

    - An verschiedenen Veranstaltungen wurde die Bevlke-

    rung bezglich Gesundheit sensibilisiert.

    Brennpunkt

    Wo besteht der grsste Handlungsbedarf?Im administrativen Bereich und im Management haben wir noch Defizite. Wir arbeiten daran und hoffen hierbei wei-terhin auf die Untersttzung von SolidarMed.

    Wie andere Lnder Afrikas leidet Tanzania unter aku-tem Personalmangel im Gesundheitswesen. Wie gehen Sie damit um?Die Personalknappheit trifft die kirchlichen Einrichtungen besonders stark. Der Staat hat in den vergangenen Jahren viel in die Erneuerung des ffentlichen Gesundheitswe-sens investiert und eine Reihe von Reformen durchgefhrt. Wir hinken dieser Entwicklung hinterher. Es hat sich eine Kluft aufgetan zwischen dem kirchlichen und dem staatli-chen Gesundheitswesen. Wir knnen dem Personal nicht die gleichen Arbeitsbedingungen und Lhne bieten wie

    der Staat. Und welche qualifizierte Pflegerin will schon zu

    einem schlechten Lohn in einem abgelegenen Gebiet ar-beiten, wo kein Bus hinfhrt.

    Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Staat?Das Ziel der aktuellen Reform im tansanischen Gesund-heitswesen ist, der gesamten Bevlkerung eine ausrei-chende Basisversorgung zu ermglichen. Die Regierung mchte insbesondere, dass alle Kinder und Schwangeren kostenlos versorgt werden. Dank unserer erstarkten Po-sition werden wir heute ernster genommen. Wir erhalten knftig mehr Personal und Zuschsse und knnen dafr Kinder und Schwangere kostenlos behandeln. Bis anhin mussten wir fr eine Geburt 5 Franken, fr einen Kaiser-schnitt 50 Franken verlangen. Dieses Geld haben viele Pa-tientinnen nicht.

    Weitere Informationen zur

    Zusammenarbeit von SolidarMed mit

    der Dizese Mbulu finden Sie auf:

    www.solidarmed.ch Tanzania

  • 6 SolidarMed aktuell

    Lesotho

    Bilder: Benji Gross Lediglich die Warriors aus Sehong-Hong, die beiden Spitalteams Paray und Seboche sowie die berraschungsmannschaft aus Ngoayane liefen am Sonntag zu den Halbfinals auf. Schlussendlich

    entschieden die Jungs aus Thaba Tseka (Paray Hospital FC) das Turnier fr sich.

    Auch neben dem Spielfeld stimmte der Einsatz. Hier feiern die Fans des Gesundheitszentrums in Sehong-Hong den Fhrungstreffer im Halbfinal. Im

    Finale standen sich zwei Teams aus dem Paray-Distrikt gegenber.

    Das Siegerteam hat sich den Turniersieg redlich verdient: Sie spielten 5x90 Minuten innerhalb

    von 2 Tagen auf 2500 Metern ber Meer.

    1:4 Ein Pokal und viele Sieger.

    Die Staubwolke des Fussballplatzes von Thaba Tseka in den Bergen Lesothos war bereits von weitem zu sehen. Kein Wunder, denn auf dem Feld spielten die verbliebenen acht Teams des Prventionstur-nier 1:4 Jeder Vierte verliert gegen HIV von SolidarMed. Natrlich ging es um den Sieg, noch mehr jedoch um Spass und Gesundheit. Auch in der Schweiz interessierte sich die ffentlichkeit fr die Spiele auf den holprigen Pltzen.

    Seit Anfang Jahr begleitete SolidarMed 14 Fussballteams in der Vorbereitung auf die Finalspiele, die am 4. Juli im bergigen Lesotho stattfanden. Schlussendlich gewann der Paray Hospital FC den sportlichen Teil des Turniers. Wichtige Erkennt-nisse fr ein gesundes Leben, gewannen jedoch alle der beteiligten Jugendlichen.

  • SolidarMed aktuell 7

    Lesotho

    Die Tagesschau des Schweizer Fernsehens SF interessierte sich neben der WM in Sdafrika auch fr den Ausgang des Turniers jenseits der grossen Scheinwerfer. Der Beitrag zeigt auf, wie Sensibilisierung fr ein ernstes Thema und Freude am gemeinsamen Sport zusammenpassen.

    Jan Emmel, Landeskoordinator von SolidarMed in Lesotho im Geprch mit dem Tagesschau-Korrespondenten Gregor Meier.

    In den drei Zelten neben dem Spielfeld fhrten Gesund-heitsberater Gesprche mit den Spielern. Viele liessen

    sich auf HIV testen. Ein positiver Test bedeutet eine weitere, intensive Betreuung des jungen Mannes.

    Spielen fr ihr GesundheitszentrumMit Fussball knnen ber 200 junge Mnner einfach er-reicht werden. Eine Zielgruppe, die ansonsten oft erst medizinische Hilfe sucht, wenn es bereits zu spt ist. Die 14 von SolidarMed untersttzten Gesundheitszentren aus abgelegenen Drfern stellten deshalb Teams mit Jugend-lichen aus ihrer Umgebung zusammen. Diese trainierten regelmssig, um am 1:4-Turnier ihr Gesundheitszentrum ehrenvoll zu vertreten. Whrend der Vorbereitung und an den Turniertagen selber, war Gesundheit ein zentrales The-ma. Und damit auch HIV, das in Lesotho mit 23,4 Prozent enorm verbreitet ist.

    Als berrollten 8 Tsunamis pro Jahr die RegionDas Ausmass der HIV-Epidemie im sdlichen Afrika ist mit keiner Katastrophe vergleichbar. 1,8 Millionen Men-schen starben 2008 aufgrund des Virus. Als wren innert kurzer Zeit acht Tsunamis ber die Region gerollt. Leider findet diese stille Katastrophe zu wenig Beachtung. Des-halb nutzte SolidarMed die Fussball-WM in Sdafrika um die Menschen hierzulande zu sensibilisieren.

    Sensibilisierung auch in der SchweizSolidarMed bertrug das Turnier nach Europa und lud ein, auf eines der Teams zu tippen. So konnte ein Stck Afrika neben der Fussball-WM gezeigt werden. Auf posi-tive Art, ohne die grosse Herausforderung durch die HIV-Epidemie auszuklammern. Mehrere hundert Teilnehmende beteiligten sich am Tippspiel auf www.1zu4.ch und dem damit verbundenen Wettbewerb. Dank 1:4 Jeder Vierte verliert gegen HIV interessierten sich selbst grosse Me-dien wie die Schweizer Illustrierte oder die Tagesschau des Schweizer Fernsehens fr das Afrika jenseits des FIFA-Spielfeldrands.

    And the winner isFrau U. Streuli aus Zug gab den Jungs des Paray

    Hospital FC ihr Vertrauen und das Losglck be-

    scherte ihr eine Reise nach Rom fr zwei Personen.

    Dort kann sie im Olympiastadion ein Spiel des

    SolidarMed-Botschafters Stephan Lichtsteiner anse-

    hen und ihn beim gemeinsamen Nachtessen ber die

    WM und Afrika ausfragen. Dank unserem Sponsor

    Puma konnten einige Leute, die auch richtig getippt

    haben, mit Bllen und Nati-Shirts getrstet werden.

    Den Tagesschaubeitrag vom

    Schweizer Fernsehen aus Lesotho

    finden Sie auf:

    www.solidarmed.ch Medien

  • 8 SolidarMed aktuell

    Agenda Donnerstag, 9. September 2010: Zimbabwe: Von den Anfngen der Shona-Kultur bis heute. Mit Dr. Urs Allenspach von SolidarMed; Seminarzentrum Stein Egerta, Schaan, Liechtenstein 3. bis 9. November 2010: SolidarMed-Botschafter Nik Hart-mann auf Projektbesuch in Tanzania.Vorankndigung: Die SolidarMed-Generalversammlung 2011 findet am Samstag, 28. Mai 2011 wiederum in der Bckereifachschule Richemont in Luzern statt.

    Vermischtes

    Afrika macht Schule.

    Markus Bosshart ist Lehrer an der Sekundarschule in Pratteln (BL) und engagiert sich mit seinen Schler/in-nen schon seit vielen Jahren fr SolidarMed. Der Unter-richt in Pratteln wurde sogar um das Fach Matinga-tinga ergnzt. Ein Erfolg fr Afrika!

    Wie begann das Engagement fr Afrika?2006 waren Mary Yagalla und Bruder Samuel* aus Tanza-nia zu Besuch in meiner Klasse. Die Schler waren so be-eindruckt, dass sie einen Kuchenverkauf fr die Waisen-kinder in Itete organisierten. 1500 Franken kamen dabei zusammen. Ich wollte dieses Engagement wach halten.

    Wie gelang das?Ich gab von Zeit zu Zeit Infos zum Projekt und wir ber-legten uns zweimal pro Jahr, wie wir Geld sammeln kn-nen.

    Wie sprang der Funke auf andere Klassen und Lehr-personen ber?Ich unterrichte in verschiedenen Klassen und so sahen die Schler die Fotos aus Tanzania auch, die an der Wand in meinem Schulzimmer hngen. So bekamen sie Lust mitzumachen. Jugendliche in diesem Alter bewirken ger-ne etwas. In meinem Semesterurlaub besuchte ich Bruder

    Samuel in Tanzania und berichtete dann in verschiedenen Klassen und auch im Kollegium davon.

    Mittlerweile gibt es sogar das Freifach Matingatinga an der Schule. Was bedeutet das?Er bedeutet Brcken. Brcken sind keine Einbahnstrassen. Im Unterricht wollen wir uns Gedanken zu Nord-Sd-Fragen machen. Es scheint mir wichtig, dass junge Leute etwas ber die Lnder des Sdens erfahren, dass sie ihren eigenen Lebensstil oder ihr Einkaufsverhalten hinterfra-gen. Unserer Generation ist es nicht gelungen, die grossen Probleme zu lsen. Vielleicht knnen die Schler in Zu-kunft mehr zu einer gerechteren Welt beizutragen, wenn sie fr diese Themen sensibilisiert sind.

    SolidarMed dankt der Sekundarschule Pratteln ganz herzlich fr das grosse Engagement fr Tanzania. Wir wnschen fruchtbare und spannende Diskussionen im neuen Schulfach Matingatinga. Kathi Jungen, Vorstandsmitglied SolidarMed

    Die Sekundarschulklasse aus Pratteln sammelt regelmssig fr SolidarMed-Projekte.

    Markus Bosshart macht Afrika zum Thema.

    Bilder: Kathi Jungen

    * Bruder Samuel ist der Direktor des Waisenhauses von Itete. Dieses wurde viele Jahre von SolidarMed untersttzt.