TK-Medienservice "Versichert mit System: Ein Vergleich von GKV und PKV" (9-2011)

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Der aktueller Medienservice gibt Hintergründe zum Thema "Versichert mit System: Ein Vergleich von gesetzlicher und privater Krankenversicherung". Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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  • 1. TK-Medienservice Vergleich von GKV und PKV"Krankenkasse 1 Informationen der Techniker_____________________________________________________September 2011MedienserviceThemen, Trends und HintergrndeVersichert mit System: Ein Vergleich von ge-setzlicher und privater Krankenversicherung"Die private Krankenvollversicherung ist kein Modell fr die Zukunft",Interview mit Prof. Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des Vorstandes der TK ................................... 2Darum sind Krankenkassen nicht nur Payer, sondern auch Player .................................................... 8Privat krankenversichert: ein teures Vergngen ......................................................................................... 11GKV die starke Solidargemeinschaft ........................................................................................................... 14PKV: meist eine Entscheidung frs Leben ....................................................................................................... 16Gesetzliche Kassen bei Verwaltungskosten gut aufgestellt ................................................................ 20Ist Privat wirklich gleich Premium?...................................................................................................................... 22Einzigartig in Europa: Gutverdiener knnen sich aus der Solidaritt verabschieden ........... 26Wettbewerb im Krankenversicherungssystem: Kundenservice zahlt sich aus ........................... 27Der Praxis-Alltag im Praxis-Test: Sind gesetzlich Versicherte tatschlich Patienten zweiterKlasse? .............................................................................................................................................................................. 30Wahltarife: Krankenversicherungsschutz nach Ma ................................................................................ 33Kurz gemeldet ............................................................................................................................................................... 35Impressum ....................................................................................................................................................................... 38Hinweis fr die RedaktionenEinige Illustrationsvorschlge zum Thema haben wir in dieses Dokument eingefgt. Diese und andereMotive stehen Ihnen ebenso wie Fotos der zitierten Experten sowie die Daten aus zitierten Studienund Umfragen honorarfrei unter Angabe der Quelle Techniker Krankenkasse zur Verfgung.Download: www.presse.tk.deHerausgeber:Techniker Krankenkasse Pressestelle Bramfelder Strae 140 22305 HamburgTel. 040 - 69 09-17 83 Fax 040 - 69 09-13 53 E-Mail [email protected] im Internet: www.presse.tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/TK_PresseAusgabe:September 2011

2. TK-Medienservice Vergleich von GKV und PKV"2_____________________________________________________Interview mit Professor Dr. Norbert Klusen,Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse (TK):Die private Krankenvollversicherung ist kein Modell fr die ZukunftSeit Anfang des Jahres knnen Arbeitnehmer wieder in die privateKrankenversicherung (PKV) wechseln, wenn sie nur ein Jahr langber der Versicherungspflichtgrenze verdienen. Zuvor lag die Frist beidrei Jahren. Inwieweit hat die Techniker Krankenkasse die Folgendieser Regelung zu spren bekommen?Prof. Klusen: Mit dem Schritt hat die Politik die gesetzliche Kranken-versicherung insgesamt geschwcht. Denn wenn mehr Gutverdienerin die PKV abwandern, gehen dem gesamten gesetzlichen Systemfinanzielle Mittel verloren. Deshalb muss man diese Manahme wohlunter der Rubrik "Interessenpolitik" verbuchen. berhaupt ist dieknstliche Trennung zwischen Kassen- und Privatpatienten eine Be-sonderheit des deutschen Gesundheitssystems, die sich in Europakaum finden lsst. Aber was konkret die TK betrifft: Unter anderemhat das erfreuliche Mitgliederwachstum dazu beigetragen, dass heutemehr Menschen bei uns freiwillig versichert sind als noch zu Beginndes Jahres.Die PKV erklrt, sie sei besser auf die Alterung der Bevlkerung vor-bereitet, weil sie Altersrckstellungen fr die Versicherten gebildethabe. Ist das PKV-System der GKV langfristig berlegen?Prof. Klusen: Aus meiner Sicht ist eine berlegenheit des PKV-Systems nirgends erkennbar. Knapp 50 Unternehmen versichernungefhr so viele Menschen wie die TK allein. Das zeigt: Die privateKrankenvollversicherung ist ein Nischensystem, das in den vergan-genen Jahren zudem sehr viel strkere Ausgabensteigerungen zuHerausgeber: Techniker Krankenkasse Pressestelle Bramfelder Strae 140 22305 Hamburg Tel. 040 - 69 09-17 83 Fax 040 - 69 09-13 53 E-Mail [email protected] TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/TK_PresseAusgabe: September 2011 3. TK-Medienservice Vergleich von GKV und PKV"3_____________________________________________________verzeichnen hatte als die gesetzliche Krankenversicherung. Die Folgeist: Viele PKV-Versicherte mussten hohe Prmiensteigerungen hin-nehmen trotz der angesparten Altersrckstellungen. EinzelneUnternehmen ziehen bereits ihre Billigtarife zurck, mit denen siebislang vor allem junge Menschen gekdert haben. Es gibt sogarVersicherer, die inzwischen von Neukunden eine Schufa-Auskunftverlangen, bevor sie sie versichern. Und man darf nicht vergessen:Menschen mit Vorerkrankungen mssen hhere Beitrge zahlen alsGesunde oder knnen sogar komplett abgelehnt werden. Fr die zumgroen Teil gewinnorientierten PKV-Unternehmen sind also in ersterLinie die sogenannten guten Risiken interessant. Mit einem solchenGeschftsmodell ist es nicht mglich, die Gesundheitsversorgung frdie gesamte Bevlkerung sicherzustellen. Die private Krankenvollver-sicherung ist daher in der bestehenden Form kein Modell fr die Zu-kunft.Dennoch werden Privatpatienten heute oftmals noch als Patientenerster Klasse wahrgenommen. Wie erklren Sie sich das?Prof. Klusen: Im Wesentlichen ist dies der Tatsache geschuldet,dass die rzte hhere Honorare fr Privatpatienten abrechnen kn-nen und dies auch tun. Resultat sind die bereits erwhnten enormenAusgabensteigerungen und die damit verbundenen Prmienerhhun-gen, die der Branche inzwischen schwer zu schaffen machen. DasIGES-Institut hat errechnet, dass die Leistungsausgaben jeVersicherten in der PKV im Zeitraum 1997 bis 2008 um fast 50 Pro-zent gestiegen sind. In der gesetzlichen Krankenversicherung betrugder Anstieg im gleichen Zeitraum hingegen 31 Prozent. Hinzu kommt,dass es in der PKV anders als in der GKV so gut wie keine Instru-mente gibt, um Kosten zu steuern oder die Qualitt der medizinischenVersorgung zu verbessern. Die Zahl der Beschwerden, die der Om-Herausgeber: Techniker Krankenkasse Pressestelle Bramfelder Strae 140 22305 Hamburg Tel. 040 - 69 09-17 83 Fax 040 - 69 09-13 53 E-Mail [email protected] TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/TK_PresseAusgabe: September 2011 4. TK-Medienservice Vergleich von GKV und PKV"4_____________________________________________________budsmann der privaten Krankenversicherung bearbeiten muss, steigtseit Jahren an. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis sich das Bildder PKV auch in der breiten ffentlichkeit wandelt. Und anders als imMarkt der gesetzlichen Krankenkassen haben Privatversicherte kaumdie Mglichkeit, den einmal gewhlten Anbieter zu wechseln. Tun siees doch, mssen sie mit hheren finanziellen Belastungen rechnen.Es gilt nicht nur der Grundsatz: Einmal PKV, immer PKV. Auch dieEntscheidung fr ein bestimmtes Versicherungsunternehmen ist inden allermeisten Fllen eine Entscheidung frs Leben. Wettbewerbfindet in der PKV deshalb berwiegend im Neukundengeschft ummeist junge Versicherte stattwofr die Unternehmen dann auch hohe Provisionen an VermittlerzahlenProf. Klusen: und jetzt sogar nach dem Gesetzgeber rufen, derdas eigene Handeln einschrnken soll. Das ist grotesk. Bis zu18 Monatsprmien werden fr Neuabschlsse gezahlt. Kein Wunder,dass die Verwaltungskosten in der PKV ungefhr doppelt so hochausfallen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn man dieAufwendungen fr Vertragsabschlsse einbezieht. Und das ist nurfolgerichtig, denn die Vertriebskosten der gesetzlichen Krankenkas-sen sind ebenfalls in den allgemeinen Verwaltungskosten enthalten.Aber auch beim Leistungsumfang suggerieren zum Beispiel Versiche-rungsvermittler, dass der Leistungskatalog der Krankenkassen weni-ger umfasst als bei den privaten Versicherungsunternehmen. Stimmtdas?Prof. Klusen: Erfreulicherweise haben inzwischen einige Mediendarauf hingewiesen, dass der Leistungsumfang in der PKV hufigHerausgeber: Techniker Krankenkasse Pressestelle Bramfelder Strae 140 22305 Hamburg Tel. 040 - 69 09-17 83 Fax 040 - 69 09-13 53 E-Mail [email protected] TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/TK_PresseAusgabe: September 2011 5. TK-Medienservice Vergleich von GKV und PKV"5_____________________________________________________bescheidener ausfllt als allgemein angenommen. Der Umfang hngtnmlich entscheidend vom individuell abgeschlossenen Vertrag jedeseinzelnen Versicherten ab. Doch insbesondere die gnstigen Lock-angebote bieten oftmals nur einen eingeschrnkten Versicherungs-schutz. So kann es schnell passieren, dass PKV-Kunden bestimmteKrankheitsrisiken begrenzt oder gar nicht versichern. Das kann zumBeispiel Leistungen fr ambulante Psychotherapie betreffen. AuchHilfsmittel wie Hrgerte oder Rollsthle sind nicht selbstverstndlichBestandteil von privaten Versicherungsvertrgen. Dasselbe gilt frHeilmittel wie Krankengymnastik oder medizinische Massagen. Laut"Finanztest" gibt es auch Leistungen, die in der gesetzlichen Kran-kenversicherung Standard sind, die die PKV aber berhaupt nichtbernimmt. Das sind beispielsweise Hos