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Page 1: IM BLICKPUNKT WEIT BÜRGERLICHER, Drogenvorwürfe · BRENNPUNKT AARGAUER ZEITUNG Mittwoch, 11. Februar 2009 2 WOHLENWeil sich zu wenige Teilnehmer anmeldeten und «die Qualität der

BRENNPUNKTAARGAUER ZEITUNG Mittwoch, 11. Februar 2009

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WOHLEN Weil sich zu wenige Teilnehmer anmeldeten und «dieQualität der Arbeiten nicht unseren Vorstellungen entsprach», habender Wohler Künstler Cornel Braunwalder und seine LebenspartnerinJacqueline Müller die für Mai geplante «Kunst Freiamt» abgesagt.«Wir hatten im Bereich der Skulpturen nur neun Werke, bei den Bil-dern gar nur vier», erklärt Braunwalder. Ob der Wettbewerb für regio-nale Kunstschaffende, der 2006 erstmals stattfand, künftig wiederdurchgeführt wird, ist derzeit noch offen. (fh)

«Kunst Freiamt» abgesagt BOSWIL Stille Wahl in dieSchulpflegeNachdem keine neuen Anmeldungeneingegangen sind, hat der Gemeinde-rat Boswil die von der Orts-CVP vorge-schlagene Susanne King Kleppel, 1964,Krummgasse 8B, in stiller Wahl als Mit-glied der Schulpflege für den Rest derAmtsperiode 2006–2009 als gewählterklärt. (az)

IM BLICKPUNKT

WEIT BÜRGERLICHER, ALS ES MANCHEM LIEB IST

ROGER WETLI

Wer den Schritt einmal in dasKulturzentrum Bremgartenwagt, erlebt Erstaunliches undmerkt schnell, dass eigentlichalles ganz normal ist. Oder etwa doch nicht?

Grundlage für alle Aktivitätenbildet die Vollversammlung,welche zweimal im Monatstattfindet. So war es auch amDienstag vor zwei Wochen. Ineinem grossen Kreis sassen22 Personen. Ein Sitzungslei-ter zählte die Traktanden auf.Anschliessend wurden ge-meinsam vergangene Projektebesprochen, neue Konzertangekündigt und abgesegnet,Helfer gesucht, mögliche Da-tum-kollissionen beseitigt undüber die gemeinsamen Aspek-te des Lebens im und umsKulturzentrum diskutiert.Der Grundton war sachlich,freundlich, aber auch kritisch.Jeder kam zu Wort. Lange Dis-kussionen löste die Zukunftder Skatehalle aus. Schliess-lich meldete sich eine Person,

die das Problem in die Handnehmen wollte.

Szenenwechsel am Sonntagdarauf. Nachdem am Freitag-abend bereits eine Jazzbandim Kulturzentrum aufgespielthatte, nahm jetzt die deutscheBand «guts pie earshot» dieBühne in Beschlag. Aber nichtetwa Punkrock wurde gespielt,sondern eine seltsame Mi-schung aus Techno und HeavyMetal. Ohne Worte, dafür mitverzerrten Cello-Klängen führ-ten der Schlagzeuger und derCellist durchs Programm. DennLeuten gefiel es. Ebenfalls re-gen Anklang fand die Vorband.

Am Tag darauf nahmen siebenPersonen an einem Computer-kurs teil. Das Alter der Teilneh-mer war sehr durchmischt undreicht von 20 bis 60. Die bei-den Leiter erklärten, wie dasInternet funktioniert, und£gaben wertvolle Tipps. Es wur-den viele Fachfragen gestellt,die aber alle beantwortet wer-den konnten.

Drogenvorwürfe BREMGARTEN Das Kuzeb-Vorstandsmitglied Marco Hess

ROGER WETLI

«Im Kuzeb werden keine Drogengeduldet», sagt Marco Hess auf dieVorwürfe des ehemaligen FDP-Grossrats Patrick Fischer. Dieserhat eine Aufsichtsbeschwerde ge-gen die Regionalpolizei und denStadtrat eingereicht.

Patrick Fischer behauptet, die Poli-zei würde im Kulturzentrum (Ku-zeb) einen rechtsfreien Raum mitDrogenkonsum und -handel, denAufenthalt illegaler und kriminellerPersonen sowie den Ausschank alko-holischer Getränke an Jugendlicheunter 16 Jahren dulden (AZ vom 7. Ja-nuar). Während Polizei und Stadtraterst später Stellung zur Beschwerdenehmen wollen, äussert sich Kuzeb-Vorstandsmitglied Marco Hess.

KEINE HARTEN DROGEN«Der Konsum von harten Drogen

und der Handel mit Betäubungsmit-teln wurde und wird im Kulturzen-trum nicht geduldet», stellt Hessklar. Im Kuzeb pflege man aber einegrössere Toleranz als draussen, undeinen Chef gebe es hier nicht. «DasKulturzentrum lebt vom Engage-ment jedes Einzelnen. Hier wird vielWert auf Selbstverantwortung ge-legt. Gerade jüngere Personen kön-nen aber oft nicht mit diesen Frei-heiten umgehen und sind schnell

überfordert», so Hess. Die Kuzeb-Leu-te würden aber bei einem Fehlver-halten schnell intervenieren.

«Die Frage nach dem Aufenthalt

Computerkurse gehören zum vielfältigen

Ewiger Kampf gegen VorurteileVor 19 Jahren wurde die alte Kleiderfabrik besetzt

Im Juni 1990 besetzten einige jun-ge Leute die alte Kleiderfabrik inBremgarten, welche damals bereitsseit 16 Jahren leer stand. Das Kul-turzentrum sprach sich schnell alsSzenetreffpunkt herum, der von derStadt aber nicht geduldet wurde.Der Verein Kulturzentrum Bremgar-ten wurde im Frühjahr 1991 ge-gründet. Knapp ein Jahr nach derBesetzung liess Bremgarten dasKulturzentrum räumen, worauf die

Besetzer in den Gemäuern Ret-tungsaktionen durchführten. Erstim August 1992 kam ein Mietver-trag zustande, welcher von den Ver-mietern aber nie gegengezeichnetwurde. Seither hat sich das KuZeBals linksalternatives, nichtkommer-zielles Zentrum etabliert, welchesimmer wieder gegen Vorurteilekämpfen muss – jüngstens durchdie Vorwürfe von Ex-FDP-GrossratPatrick Fischer. (rw)

Die Skatehalle im Kulturzentrum Bremgarten ist zurzeit geschlossen. TH