Die Welt ver¤ndern - Ausgabe 8

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Zwei Dutzend Universitäten, Hochschulen und Akademien, mehr als 59.000 Studierende und zahlreiche öffentliche und private Forschungseinrichtungen machen die Region Stuttgart zu einem herausragenden Hochschul- und Wissenschaftsstandort. Mit Porträts, Meldungen, Infos und vielen unterhaltsamen Elementen steht beim neuen Magazin "Die Welt verändern" die Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart im Mittelpunkt

Transcript of Die Welt ver¤ndern - Ausgabe 8

  • AUSGABENOVEMBER 2013

    typisch Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart.

    die welt verndern.

    Nadine RiedelFindige Finanzwissenschaftlerin

    Georg FundelErfolgreicher Airportchef

    Volkmar DennerVisionrer Industriemanager

    Brigitte Ott-GbelVermittelnde Chinaexpertin

    Denise EntenmannSportbegeisterte Medienfrau

    Willi DiezGefragter Autoprofessor

    N8

    Anja FrankPassionierte Raketenforscherin

    Christoph BehlingPreisgekrnter Produktdesigner

  • 22

    Weitere Informationen rund um Studienmglichkeiten, Forschungseinrichtungen und kooperierende Unternehmen in der Region Stuttgart finden Sie in unserem Internetportal:

    www.campus.region-stuttgart.de

    +

    Volkmar Denner | Universitt Stuttgart

    Sensoren frdie Zukunft Seite 4Denise Entenmann | Macromedia Hochschule

    Die Stimmeder Steelers Seite 8Willi Diez | Hochschule Nrtingen-Geislingen

    Am Rad derGeschichte Seite 12Nadine Riedel | Universitt Hohenheim

    Ansichten einerSteuerfrau Seite 16Anja Frank | Universitt Stuttgart

    Anja unddie Ariane Seite 20Christoph Behling | Kunstakademie Stuttgart

    Hrchen inder Nase Seite 24Georg Fundel | Universitt Hohenheim

    Der geerdeteFlughafenchef Seite 28Brigitte Ott-Gbel | FOM Hochschule Stuttgart

    Lektionenfr China Seite 32

    Nach der Vorlesung: der persnliche Tipp Seite 36Studierende bers Studieren Seite 38Lehre und Forschung in der Region Stuttgart Seite 40Leben in der Region Stuttgart Seite 46Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V. Seite 47Impressum Seite 47

    N8AUSGABE

    NOVEMBER 2013

  • 3Editorial

    ie Welt besteht aus denen, die etwas in Gang bringen, denen, die zusehen, wie etwas ge-

    schieht und denen, die fragen, was geschehen ist. Der Satz stammt von dem amerikanischen Mana-ger Norman Augustine, der zwar nicht in Stuttgart studiert hat, wohl aber mit seinem Befund treffend charakterisiert, wodurch wir uns auch in diesen Breitengraden mitunter deutlich unterscheiden. Das Magazin, das Sie in Hnden halten, be-schftigt sich mit jenen, die etwas in Gang brin-gen. Diese Tradition fhren wir auch in der achten Ausgabe fort, in der Menschen portrtiert wer-den, die mehr dem Tun zuneigen als dem Nichts-tun, Menschen, die Spuren hinterlassen und dazu beitragen, den guten Ruf der Hochschul- und Wis-senschaftsregion Stuttgart zu festigen. Einer von ihnen ist Willi Diez. Mit der Berufung zum Professor hat er 1991 im Kleinen mit dem Auf-bau eines automobilwirtschaftlichen Studiengan-ges an der Hochschule fr Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nrtingen-Geislingen begonnen. Heute sind mehr als 400 Studierende im Bereich Automo-bilwirtschaft eingeschrieben und die Befunde des Professors zur Mobilitt sind weithin gefragt. Diez ist Jahrgang 1953. Er wuchs in Aichtal am Rande des Schnbuchs auf, wo es zu seiner Zeit einen wenig erbaulichen Busverkehr und einen umso mehr prickelnden Porsche gab, der knallrot war und in der Nachbarschaft stand. Ich habe mir die Nase am Fenster plattgedrckt. Damals hat ihn dieser Virus erwischt. Losgeworden ist er ihn nicht. Das Auto, sagt Willi Diez hat fr mich bis heute eine gewaltige Faszination. Ein Satz, den wohl auch Volkmar Denner unterschreiben wrde. Einst hat er Physik an der Uni Stuttgart studiert, heute fhrt er als Chef den weltgrten Autozulieferer Bosch. Droben auf der Gerlinger Schillerhhe erzhlte er davon, wie das so ist, an der Spitze eines Konzerns zu stehen, der 50 Milliarden Euro umsetzt und wie man so denkt, wenn man einen Tanker beweglich halten muss, der bisher vor allem auf den Routen des klassi-schen Autogeschfts unterwegs war. Es wird eine vielschichtige Reise werden, sagt Volkmar Denner. Er ist berzeugt, dass die Welt von morgen eine stark vernetzte Welt sein wird, was dank Internet heute schon sichtbar ist. Autos parken selbstndig ein und korrespondieren mit der Werk-statt, ohne dass der Fahrer sie dazu anhlt. Der Neue an der Konzernspitze, nebenbei noch Entwicklungs-chef, hat eine klare Order bei den Ingenieuren im Konzern ausgegeben: Alle elektronischen Produkte mssen IT-fhig gemacht werden. Auf dieser Basis lassen sich ganz neue Geschftsfelder erffnen.

    Zndende Ideen werden freilich nicht nur bei Boch gesucht, sondern auch beim Deutschen Zentrum fr Luft- und Raumfahrt, wo Anja Frank an entschei-dender Stelle mit verantwortlich dafr ist, dass die Weltraummissionen der Zukunft gelingen. Als Kind hat sie zu Hause den ersten Start einer Ariane-Rake-te vor dem Fernseher verfolgt. Heute ist die Ingeni-eurin der Uni Stuttgart selbst im Raketengeschft, in dem es um viel Geld geht wie auch bei Nadine Riedel. Die Professorin fr Finanzwissenschaft von der Uni Hohenheim analysiert die Praxis multinati-onaler Unternehmen, die ihre Gewinne ins Ausland verschieben, um Steuern zu sparen. Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuerzahlen, erkann-te schon der berhmte Kaufmann und Bankier Mayer Amschel Rothschild, die Kenntnis aber hufig. Gut zweihundert Jahre spter gilt das Wort des deutschen Bankengrnders mehr denn je. Lngst ist das Wissen um besagte Kenntnis zur Wissenschaft fr sich geworden, wird die gesam-te Weltwirtschaft von den legalen Tricksereien beeinflusst, wie Nadine Riedel die Praxis so man-cher Unternehmen nennt, einladende Steuerh-fen im Ausland anzulaufen. Seinen Hafen im Ausland gefunden hat Chris-toph Behling, wenngleich nicht aus steuerlichen Grnden, sondern weil London ein guter Platz fr Kreative ist. Behling hat an der Kunstakademie in Stuttgart Industriedesign studiert. Wir Designer haben eine unglaubliche Verantwortung, sinniert der gebrtige Dsseldorfer. Unser Job ist es, die Welt nicht stndig mit neuem Schnickschnack zu verschandeln. Er kann es sich leisten, die Dinge so zu sehen. Behling ist gut im Geschft. Er gilt als einer der besten Produktdesigner Europas und ar-beitet fr namhafte Firmen. Zehn Mitarbeiter aus sieben Nationen beschftigt der Meister in seiner Kreativschmiede in Notting Hill. Behling macht nicht nur Dinge schn, er will auch in der Mobilitt der Zukunft seine ganz persnlichen Akzente setzen. Schon zu Studien-zeiten hat er in Stuttgart sein erstes Solarboot entworfen. Die Welt genieen ohne ihr zu scha-den, das ist eine faszinierende Vision, der auch Behling verfallen ist. Eines seiner Schiffe verkehrt als Ausflugsboot auf dem Serpentine Lake im Lon-doner Hyde Park. Dort plauderte der Stardesigner ganz entspannt ber sich und seine Prgung in Stuttgart. Das Ergebnis ist eine von vielen lesens-werten Erfolgsgeschichten der Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart. Aber staunen Sie einfach selbst ber Menschen, die etwas in Gang bringen! Wir wnschen anregende Lektre.

    d

    Dr. Walter RoggGeschftsfhrer

    Wirtschaftsfrderung

    Region Stuttgart GmbH

    Prof. Dr.-Ing. Wolfram ResselVorsitzender Hochschul-

    und Wissenschaftsregion

    Stuttgart e. V.

    Thomas S. BoppVorsitzender

    Verband Region

    Stuttgart

    DIE WELT VERNDERN.

  • 44

  • 5FORTSETZUNG

    DIE WELT VERNDERN.

    igentlich sagt die kleine Szene fast alles ber Volkmar Denner. Er steht vor einem langen

    Konferenztisch und berlegt fr einen Moment, wohin er sich setzen soll. An die Spitze, wie es sei-nem Amt entspricht? Volkmar Denner whlt den Stuhl in der Mitte. Ein Mann, der gro geworden ist, aber nicht grotuerisch. Drauen huscht der Wind ber die Gerlinger Schillerhhe, drinnen sitzt der neue Boschchef und erzhlt davon, wie das so ist, an der Spitze eines Konzerns, der 50 Milliarden umsetzt und wie man so denkt, wenn man einen Tanker beweglich halten muss, der bisher vor allem auf den Routen des klas-sischen Autogeschfts unterwegs war und jetzt Kurs auf Bosch 3.0 nimmt, ein Terrain, das nicht in den bewhrten Landkarten eingezeichnet ist. Es wird eine vielschichtige Reise werden, sagt Dr. Volkmar Denner, von dem es heit, dass er nicht zwangslufig dem linearen Denkpfad folge. Was in seinem Fall nicht bedeutet, dass ihm die Firmenge-schichte gleichgltig wre. Er kennt sie besser als viele andere. Wer nicht um seine Wurzeln wei, der hat keine Zukunft, hat Golo Mann einmal gesagt. Den-ner hat das verinnerlicht. Man muss wissen, woher man kommt, um entscheiden zu knnen, wohin man will. Er kam vor 27 Jahren, wenn man so will, aus dem Nichts und marschierte durch bis an die Spitze eines Weltunternehmens. Man kann sich das nach dem Prinzip einer russischen Schachtelpuppe vor-stellen, in der die kleinste Puppe in die jeweils nchst grere gepackt wird. Irgendwann sind die beiden letzten Teile zusammen und die Puppe geht nicht mehr grer. So hnlich ist das bei ihm gelaufen. Er hat klein angefangen. Jetzt ist er der siebte Chef seit Robert Bosch die Firma 1886 gegrndet hat. Das darf man wohl eine Karriere nennen, und es hat nicht den Eindruck, als sei sie ihm zu Kopfe gestiegen. Jeder ist wichtig in so einem Grounter-nehmen, sagt Denner bescheiden. Und weil Sagen und Tun bei ihm eins sind, war es eine seiner ersten Amtshandlungen als neuer Chef, ein Forum einzu-richten, in dem jeder der 300.000 Mitarbeiter hin-terlegen konnte, was es zu bewahren gilt bei Bosch und was sich ndern soll. Die Botschaft kam an, es gab eine berwltigende Reaktion und fast 200.000 Klicks von Mitarbeitern. Ich will, dass wir vernetzt denken, sagt Denner. Vernetzen, das heit fr ihn Adern austreiben, in denen das pralle Leben pulsiert. Denner ist berzeugt, dass die Welt von mor-gen eine stark vernetzte Welt sein wird, was auch in der Stuttgarter Traditionsfirma einen Kulturwandel bedingt, der weg geht von der strengen Hierarchi-sierung des Wissens hin zu einem neuen Ansatz, welcher darauf setzt, dass mglichst viele Mitarbei-ter wie Sensoren auf ihre Umwelt reagieren und ihre Wahrnehmungen mglichst direkt einspeisen ins

    groe Ganze. Was sich systemtheoretisch anhrt, fasst in der Praxis durch das Internet lngst Fu. Autos parken selbstndig ei