Großes Evangelium Johannes Bd 05 (Jakob Lorber)

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    18-May-2015
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Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.

Transcript of Großes Evangelium Johannes Bd 05 (Jakob Lorber)

  • 1. DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 5Lehren und Taten Jesu whrend Seiner drei Lehramts-Jahre InhaltsverzeichnisJesus in der Gegend von Csarea PhilippiEv. Matth. Kap. 16 (Fortsetzung) 1. Das wunderbare Mahl 2. Wie Wunder bewirkt werden 3. Die Vorsehung Gottes und des Menschen Willensfreiheit 4. Das neue Anwesen des Markus, ein Wunderwerk Raphaels 5. Die Kinder der Welt und die Kinder des Herrn 6. Verhaltensgebote des Herrn fr den Gastwirt Markus 7. Vom rmischen Oberpriester. Eine Kritik am Heidenpriestertum in Rom 8. Die religisen Verhltnisse in Rom zur Zeit Jesu 9. Des Herrn Voraussage ber das Schicksal Roms und Jerusalems10. Ein Evangelium frs weibliche Geschlecht11. Der Nubier Ansichten ber das Wunderwirken12. Von der Rechthaberei13. Die Mglichkeit, Greres zu wirken als der Herr14. Das Wunderwirken des in Gottes Willen eingegangenen Geistesmenschen15. Der Herr trstet die nicht zur Gotteskindschft berufenen Nubier16. Die Deputation von Csarea vor Cyrenius17. Die weise Gesetzgebung in Mathaels Knigreich am Pontus18. Des Cyrenius und Roklus Rechtsstreit19. Die eigentliche Absicht des Roklus und seiner Gefhrten20. Roklus besichtigt den Wunderbau21. Das gottesleugnerische Glaubensbekenntnis des Roklus22. Roklus beweist seinen Atheismus23. Des Roklus Ansichten ber Gtter und Priester24. Roklus sucht seinen Atheismus als die wahre Weltanschauung zu begrnden25. Des Roklus Wesen, vom Herrn beleuchtet26. Des Cyrenius freundliche Entgegnung an Roklus. Die Ursachen des Verfalls des Priestertums27. Das knstliche Allerheiligste im Tempel zu Jerusalem. Indische Bugreuel28. Die indische Priesterwirtschaft29. Die Residenz des Lamaoberpriesters30. Roklus kritisiert die indische und die jdische Religionslehre31. Roklus preist die Gottlosigkeit und das Nichtsein

2. 32. Die Naturphilosophie des Roklus33. Der Gott der Naturphilosophen34. Roklus vergleicht die Taten der Menschen mit denen Gottes35. Roklus zeigt das Herz als Sitz der wahren Gottheit36. Roklus wird an Raphael verwiesen37. Raphael schildert Gottes Wesen38. Zweck der Buwerke in Indien39. Die Gefahren hoher wissenschaftlicher Bildung40. Entstehung der Sklaverei41. Die egoistische Haushaltung der alten gypter und deren belstand42. Die Staatsordnung der alten Indier43. Der religise Verband Indiens mit China44. Roklus erzhlt von den Zaubereien eines indischen Magiers45. Raphael erklrt die Zaubereien des indischen Magiers46. Das Priestertum als Feind des Lichtes47. Die Frchte der Nacht und die Frchte des geistigen Lichtes48. Roklus verteidigt das Essertum und seine Trugwunder49. Der Unterschied zwischen Lebensklugheit und Betrug50. Die Gefahren der Trugwunder des Esserordens51. Die wahren und die falschen Wundertter52. Des Roklus Zweifel an Raphaels Macht53. Roklus rechtfertigt die Grndung des Esserordens54. Des Roklus Erfahrungen und Ansichten ber den Nazarer55. Die von Roklus geforderte Wundertat Raphaels56. Der Esser Mutmaungen ber die Person Raphaels57. Des Roklus Rede ber die Wichtigkeit eines ausgebildeten Verstandes58. Der Liebe Einflu auf den Verstand59. Raphael enthllt des Roklus innerste Gedanken ber den Herrn60. Vom Wesen der Liebe61. Die Erkenntniskraft der Liebe. Die Unzulnglichkeit des Verstandes und der Vernunft62. Die Liebe und ihr Erkenntnislicht63. Roklus und seine Gefhrten beraten sich64. Ruban spricht bei seinen Gefhrten fr den Herrn65. Rubans Rede an den Herrn66. Des Herrn Rat und Rede an die Esser67. Roklus sucht vor dem Herrn seine Unwahrhaftigkeit zu rechtfertigen68. Das Priestertum als strkstes Hindernis fr die Ausbreitung der Lehre des Herrn69. Der wahre Lebensweg70. Das Wesen Satans und der Materie71. Das jenseitige Schicksal der materiell gewordenen Seele 3. 72. Die Erklrung des Wortes S HE OU LA (Hlle). Vom Hellsehen 73. Wie man Gott ber alles liebt. Die wahre, gottgefllige Arbeit des Menschen 74. Fragen ber Krankheiten und deren Heilung 75. Schmerz, Krankheit und Tod 76. Die Freiheit des menschlichen Willens 77. Vom rechten und vom unrechten Eifer 78. Die Ausbildung des freien Willens. Die Nachteile des bertriebenen Eifers 79. Andeutungen des Herrn ber Sein letztes Abendmahl und Seinen Kreuzestod 80. Raphael als Vielesser 81. Raphaels Person und Wesen im Unterschiede zum Erdenmenschen 82. Das Wunderwirken Raphaels 83. Lebensvollendung und Wunderkraft durch Gottes- und Nchstenliebe. Wahre und falsche Propheten 84. Die Bedeutung der Gotteskindschaft auf dieser Erde 85. Die bergnge im Reiche der Naturgeister 86. Vom Wesen des Diamanten und des Rubin (Thummim und Urim) 87. Vom Gold- und Edelsteinschmuck der Herrscher 88. Glaube und Verstand 89. Die Gefahren des Goldes 90. Die Hauptaufgabe des Menschen: ein vollkommenes Ebenbild Gottes zu werden 91. Alles hat seine Zeit 92. Der Phariser Ansto und rger ber das frhliche Mahl des Herrn 93. Des Roklus scharfe Rede an die Phariser 94. Raphael erklrt Roklus die Begriffe >Satan< und >Teufel< 95. Des Roklus Einwnde 96. Die Dmonen und ihr Einflu 97. Der freie Wille des Menschen. Die Hilfe der gttlichen Gnade 98. Die Selbstbestimmung der Seele 99. Floran verweist den Pharisern ihre lieblose Kritik am Herrn100. Der Segen der rmischen Herrschaft fr das jdische Volk101. Roklus und Floran im Gesprch ber Stahar102. Roklus beleuchtet das Pharisertum103. Roklus ereifert sich ber Stahars geistige Blindheit104. Stahars Selbstbekenntnis und Lebenserfahrungen105. Die unbegreiflichen Wege der Vorsehung. Stahars Grnde fr die dem Herrn gegenber geuerten Zweifel106. Der Engel begrenzte Einsicht in das Denken des Herrn107. Eine Voraussage des Herrn ber die Zukunft: Die Vlkerwanderung108. Das Zeitalter der Technik109. Vom Selbstgericht der Menschen110. Die zuknftige Heimsuchung der Erde. Das Geborgensein der Gotteskinder 4. 111. Das Ende der Erdmaterie112. Die dereinstige Verwandlung der materiellen Welten in geistige Gotteskinder und Gottesgeschpfe113. Die Menschen der Sternenwelten und die Gotteskindschaft114. Der Groe Schpfungsmensch und die Erde115. Wesen und Inhalt einer Hlsenglobe116. Die Unzulnglichkeit der menschlichen Erkenntnis. Der Trost in der gttlichen Liebe117. Die Erkenntnis der Gottheit Jesu als Vorbedingung zur wahren Gottesliebe118. Goldene Richtlinien fr die Verbreitung des Evangeliums119. Der Unterschied zwischen einem wahren und einem falschen Fhrer120. Die Zukunft und Reinerhaltung der Lehre des Herrn121. Ohne Tter des Wortes - keine Kenner des Wortes!122. Die Wichtigkeit des Tatchristentums123. Die Weisheit als Wirkung der Liebettigkeit124. Vom Vielwissen ohne Lebenstat125. Die Notwendigkeit der Selbstprfung126. Die Nchstenliebe als Regler der Sparsamkeit127. Die Liebe als wahrstes Gotteslob. Des Herrn Gleichnisse von der Erde und von der Anpflanzung128. Der geistige Sinn der beiden Gleichnisse129. Die geistige Reife der Schnitter des Herrn130. Lehrwinke des Herrn fr die Ausbreitung des Evangeliums131. Das Handeln nach der Lehre und Gottes Verheiungen. Vom Zeremoniendienst132. Die Erlsung vom Joche des Zeremoniendienstes und des Gesetzes133. Das Verhltnis der Kinder Gottes zu den politischen Staatsgesetzen134. Grundzge der Kindererziehung135. Die Verlegenheit des Esserinstitutes136. Das Verbot der betrgerischen essischen Totenerweckungen137. Die Grundstze des neugeordneten essischen Institutes138. Des Roklus Versuch, Notlgen zu rechtfertigen139. Die Berechtigung der Vernunft und der Klugheit140. Verhllte Wahrheiten und verhllte Lgen. Falsche Propheten und ihre Wunder141. Demut und Bruderliebe. Roklus und seine Gefhrten in Verlegenheit142. Des Roklus Reformvorschlge fr das Esserinstitut143. Des Herrn Rat an Roklus144. Das zuknftige Verhltnis der Esser zum Priestertum145. Phariser klagen den Herrn als Staatsaufwiegler bei Cyrenius an146. Die Entlarvung der falschen Anklger147. Die Verhandlung mit den Pharisern148. Das Gestndnis des Pharisers149. Des Cyrenius Zeugnis fr den Herrn150. Die Dummheit und Blindheit der Phariser 5. 151. Die Tempelmoral des Pharisers. Die Wunder Mosis in pharisischer Beleuchtung152. Weitere Erklrungen von alttestamentlichen Wundern153. Die Naturphilosophie des Pharisers154. Der Hinweis des Cyrenius auf des Herrn Wunder155. Die Belehrung der Phariser durch ein Weinwunder156. Die Zweifel des Pharisers am Dasein Gottes157. Die Erde, eine bungsschule fr Gotteskinder158. Die Not als Erziehungsmittel159. Die wahre und die falsche Art weltlicher Ttigkeit160. Der egoistische Streber nach der Wiedergeburt161. Der Eindruck der Wunderwerke des Herrn auf die Phariser162. Cyrenius enthllt des Pharisers Ansichten ber die Wunderwerke des Herrn163. Der materialistische Glaube des Phariseranfhrers164. Die Religionsphilosophie des Pharisers165. Des Markus Rede ber den Glauben und den Unglauben166. Der Phariser Bekehrung167. Des Herrn Abschiedsstunde bei Markus168. ber Geiz und Sparsamkeit169. Eine Verheiung fr Hilfesuchende. Des Herrn Abschied vom Hause des Markus170. Des Petrus blinder Eifer und Sorge um den Herrn. Ev.Matth. 16, 20-23171. Das Wesen Satans und der Materie. Ev.Matth. 16, 24-28172. Der Herr mit Seinen Jngern im Fischerdorf bei Csarea173. Der Stoizismus der Bewohner des Fischerdrfchens174. Der wunderwirkende Glaube175. Des Fischers Aziona stoische Weltanschauung176. Johannes enthllt das Leben des Aziona177. Derwahre, lebendige Glaube178. Der Weg zum wahren Glauben179. Der Traum des Hiram180. Das Schauen der Seele im Traume181. Hirams stoisch-naturalistische Weltanschauung182. Die Gestaltungskraft der menschlichen Seele im Traume183. Hirams magische Erlebnisse184. Die Vor- und Nachexistenz der menschlichen Seele185. Hirams Bedenken gegen die ewige Fortexistenz des Menschen186. Unendlichkeit, Ewigkeit und Seligkeit187. Drei Einwnde gegen das Fortleben nach dem Tode188. Die notwendige Verschiedenheit der Wesen und Verhltnisse auf Erden189. Die Messiasfrage190. Johannes bangt es vor Hirams Verstandesschrfe 6. 191. Das Feuerwunder des Johannes192. Das wunderbare Nachtmahl193. Das nahende Schiff mit den Hschern194. Das Gericht ber die Hscher195. Die Lebensgeschichte der Hscher196. Die Geldgier des Judas. Die Vorzge der Nachtruhe auf Liegesthlen197. Die Urgeschichte der Menschen198. Die Urgeschichte der Lebewesen der Erde199. Die Verschiedenheit der Welten200. Der Unterschied zwischen den Menschen dieser Erde und denen der anderen Welten201. Ein Blick in den Saturn202. Die Messiasfrage203. Hirams Messiasbegriff204. Messias und Erlsung205. Die Erklrung des Messiasbegriffes206. Hirams Zeugnis ber den Herrn207. Die Sammlung und Bergung des Strandgutes. Die Neugier der Dorfbewohner208. Die Vorbereitungen zum Morgenmahle209. Aziona und Hiram im Gesprch mit ihren Nachbarn210. Epiphan der Philosoph211. Der Mensch als unvergngliches Wesen212. Epiphans Zweifel und Fragen213. Die Notwendigkeit des wahren, lichten Glaubens214. Der Leicht-und Aberglaube215. Die Mission des Herrn. Epiphans Zweifel am Verstndnis der Menschen fr die Lehre des Herrn216. Von der Wunderkraft des Wortes. Lehren ist besser als Zeichenwirken217. Die wunderbare Verwandlung der Gegend. Willensfreiheit und Aufgehen in Gottes Willen218. Wichtigkeit der Gemtsruhe219. Epiphans Mut220. Der Zweck der Kreuzigung des Herrn221. Epiphans Vorschlge zur Vermeidung des Todes des Herrn222. Die Verwunderung der Jnger ber die vernderte Gegend. Vom Fasten223. Feindliche Kundschafterschiffe in Sicht. Der Sturm als Abwehr224. Azionas Frage nach dem Leben der Seele nach dem Tode225. Kinder Gottes (von oben) und Kinder der Welt (von unten)226. Das Leben der Weltmenschen im Jenseits227. Die Nichtigkeit einer Kraft ohne Gegenkraft228. Der Gegenpol Gottes229. Die beiden Pole des Daseins230. Der Weg zur Erlsung 7. 231. Die Frage nach der Erlsung der Unwissenden232. Jenseitsfhrung und Wiederverkrperung233. Das Vergehen und Entstehen der materiellen Schpfungen Jesus in der Gegend von Kapernaum Ev. Matth. Kap. 17234. Die Verklrung des Herrn auf dem Berge Tabor. Ev. Matth. 17, 1-2235. Der Herr im Gesprch mit Moses und Elias. Ev. Matth. 17, 3236. Die drei Jnger im Verkehr mit den Jenseitigen. Der Geist Gottes im Menschen als Fhrer in alle Wahrheit. Ev. Matth. 17, 4-9237. Johannes des Tufers Inkarnationen. Ev. Matth. 17, 10-13238. Die Auferstehung des Fleisches239. Der Segen der Migkeit. Die Zubereitung des Fleisches unreiner Tiere240. Die Heilung eines besessenen Knaben. Ev. Matth. 17, 14-21241. Des Herrn Aufenthalt in Jesaira und Einkehr in des Petrus Fischerhtte bei Kapernaum242. Der Herr spricht ber Sein bevorstehendes Leiden. Ev. Matth. 17, 22-23243. Petrus und der Zllner. Ev. Matth. 17, 24-27 Der Herr im Hause des Simon Petrus Ev. Matth. Kap. 18244. Vom Grten im Himmelreich. Von den rgernissen. Ev. Matth. 18, 1-9245. Die Erklrung der Bilder von den rgernissen246. Die Kinder als Vorbilder fr die Jnger. Gott und Mensch im Herrn. Ev. Matth. 18, 10247. Das Geheimnis von Golgatha. Ev. Matth. 18, 11-14248. Vom Vergeben. Ev. Matth. 18, 15-22249. Das Gleichnis vom Schalksknecht. Ev. Matth. 18, 23-35250. Die Notwendigkeit weltlicher Gerichte. Die Ursachen der Verbrechen und ihre Verhtung251. Ein Heuschreckenzug Jenseits des Jordan am Galilischen Meere Ev. Matth. Kap. 19252. Die berfahrt des Herrn und der Seinen zum jenseitigen Seeufer. Ev. Matth. 19, 1253. Die Heilung des Blindgeborenen und anderer Kranker. Ev. Matth. 19, 2254. Der Herr und die Seinen im Hause des griechischen Herbergswirtes. Wahrheit macht frei255. Das Verbot der Ehescheidung. Ev. Matth. 19, 3-9256. Ausnahmeflle in ehelichen Dingen. Ev. Matth. 19, 10-12257. Der Herr segnet die Kinder. Ev. Matth. 19, 13-15258. Der reiche Jngling. Ev. Matth. 19, 16-26259. Die Frage der Jnger nach dem himmlischen Lohn. Ev. Matth. 19, 27-30260. Der Herr besucht mit den Seinen einen Ort im Gebirge 8. 261. Im Hause des Ortsvorstehers. Der Wunderwein262. Die Heilung der verkrppelten Tochter des Wirtes263. Barnabe erinnert sich des zwlfjhrigen Jesus im Tempel264. Die Heiligung des Sabbats265. Das Zeugnis der geheilten Elisa fr den Herrn. Die Verwandlung der Zugnge zum Gebirgsdorf266. Das geistige Schauen267. Die Entsprechungen zwischen Materie und Geist268. Die Heilung des von der Giftschlange Gebissenen. Der Wunderwein269. Vom rechten Wege und vom rechten Salze270. Der Salzfelsen. Das wundervolle und gesegnete Abendmahl271. Von der Bescheidenheit, Sanftmut und Demut. Die goldene Mittelstrae272. Die Entsprechungssprache der Propheten273. Die Geldgier des Judas Ischariot274. Von den Essern und ihren Wundern275. Ein Blick in den Sternenhimmel276. Des Herrn Abschied vom Gebirgsdorfe 9. Band 5 (GEJ)Lehren und Taten Jesu whrend Seiner drei Lehramts-Jahre.Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.Nach der 7 Auflage.Lorber-Verlag Hindenburgstrae 5 D-74321 Bietigheim-Bissingen.Alle Rechte vorbehalten.Copyright 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.1. Kapitel Jesus in der Gegend von Csarea Philippi, Fortsetzung (Kap.1-233)[001,01] Sage Ich: Es ist aber nun auch schon eine Stunde ber den Mittag, darumsorge du, Markus, fr ein Mahl; Mein Raphael helfe dir! Nach dem Mahle wollen wir dannsehen, was uns der Tag noch alles bringen wird. Ordnet euch alle an die Tische, und du,Raphael, aber schaffe die beiden Gehirnhaufen von unserem Tische, dann erst hilf demMarkus![001,02] Raphael tat das in einem Augenblick und sagte dann zum Markus: Soll ichdir nach eurer Menschenart behilflich sein oder nach meiner Art? Sage, wie es dir lieber ist!Weniger Aufsehen wrde es offenbar machen, wenn ich dir nach menschlicher Weise helfe;aber nach meiner Art ersparten wir viel Zeit, und diese ist denn doch etwas sehr Kostbares!Was du demnach willst, das werde ich tun, und du wirst nirgends etwas auszustellen haben,als wre irgend etwas versumt worden.[001,03] Sagt Markus: Ja, Freund aus den Himmeln, deine Art, die Speisen schnellstauf die Tische zu bringen, wre freilich sehr vorteilhaft denn trotz der Hilfe derDienerschaft des Cyrenius geht es doch so hbsch lange her, bis die Speisen fr so vieleMenschen auf die Tische gebracht werden; aber es hat hier einen andern Haken! Die Speisensind in gengender Vielheit noch gar nicht vllig bereitet! Wenn da deine berirdischeGewandtheit etwas vermag, da wre sie wohl vorderhand am allerrechtesten Platze; sonstwird es wohl noch einer guten halben Stunde bentigen, bis alles zum Auftragen bereitet seinwird![001,04] Sagt Raphael ganz gemtlich zum Markus: Das meine ich ja auch:schnellst bereiten und ebenso schnell die Tische mit den geziemenden Speisen und Getrnkenversehen! Ich sage dir, man mu nur wollen, und es geht dann alles! Wenn du willst, so kostetes mich nur einen allerkrzesten Augenblick, und alle Speisen stehen allerbest bereitet auchschon auf den Tischen vor den Gsten![001,05] Sagt Markus: Wre schon alles recht; aber dann werden die Menschen dasfr eine himmlische Zauberei halten und vielleicht eine ganz erklrliche Furcht vor denSpeisen bekommen und werden sich kaum getrauen, dieselben zu genieen, besonders dieSchwarzen, die hier ohnehin auf alles so aufmerken, da ihnen sicher gar nichts entgeht![001,06] Sagt Raphael: Oh, denen macht es gerade am wenigsten; denn diese sindans Wunderbare schon gewhnt! Spt ist es auch schon, und der Herr wird etwa nach demMahle etwas von groer Wichtigkeit vorhaben, was nur Er allein wissen kann, und so ist esoffenbar besser, wir machen es mit meiner geistigen Schnelligkeit, und es wird sich daranniemand stoen! Zugleich ist dies das letzte Mittagsmahl, das der Herr hier einnimmt, und esschadet darum nichts, wenn es so ein wenig wunderbar aussieht! Bist du da nicht auchmeiner Ansicht?[001,07] Sagt Markus: Ganz vollkommen; denn du als ein erster Geist aus denHimmeln wirst es wohl besser wissen und verstehen als ich, was hier schicksamer undvorteilhafter ist! Daher tue du nun nur ganz vollkommen nach deinem Gutdnken![001,08] Als Markus solches dem Raphael kundgab, begaben sich beide in dieKche, in der wie gewhnlich des Markus Weib, seine Tchter und Shne und noch etlicheDiener des Cyrenius alle Hnde voll zu tun hatten, und dennoch war das Mahl fr so viele nur 10. kaum erst bis zur Hlfte fertig.[001,09] Da sagte Markus: Oh, da wirds noch eine Stunde hergehen, bis da allesfertig wird![001,10] Sagt dessen Weib: Ja, mein lieber Gemahl, wir beide knnen keineWunder wirken, und es lt sich da nichts bers Knie brechen. Da heits geduldig ausharren,bis man alles herrichten kann![001,11] Sagt Markus: Weit du was, la du nun samt den Tchtern das Kochen,Sieden und Braten stehen; der Raphael als ein wahrer Schnellkoch wird damit bald zu Endesein![001,12] Sagt das Weib: Das wre wohl gut; denn es sind alle schon recht mde vonder vielen Arbeit![001,13] Mit dem traten alle Kche und Kchinnen zurck, und Raphael sagtedarauf: Nun knnet auch ihr an euren Tisch gehen! Alles ist bereits auf den Tischen, und alleGste nehmen bereits das Mahl ein. Komm, alter Markus, und setze dich als mein Mitarbeiterzum Tische und i nun einmal von meiner Kche, und beurteile, ob ich wohl auch zu kochenverstehe! Dein Weib und deine Kinder und die Kche des Cyrenius aber haben ohnehin eineneigenen Tisch vor dem Hause, der mit denselben Speisen und Getrnken bestens bestellt ist.[001,14] Sie gehen nun alle aus der Kche, und als sie die Hunderte von Gsten anden Tischen essend und trinkend ersehen, da sagt Markus, hchst erstaunt ber dieseErscheinung: Ja, wie ist denn das mglich? Du hast mich ja doch nicht einen Augenblickverlassen, und alle Tische sind voll, und das, wie mans sieht, in groem berflu! Du hastauch nicht eine Speise bereiten und noch weniger auf die Tische stellen knnen! Ich bittedich, sage mir doch nur ein bichen was, wie du das zustande gebracht hast; denn wahrlich,alles begreife ich eher als deine ganz verzweifelt unbegreifliche Schnelligkeit, besonders inHandlungen, die doch an eine gewisse zeitrumliche Ordnung fr diese Erde notwendiggebunden sind! Ich bitte dich nochmals, mir darber nur so einen kleinen Wink zu geben, wiedu die Speisen bereitet hast und woher sie genommen! Denn von den in meiner Kchehalbbereiteten ist nichts auf diese vielen Tische gekommen, weil ich sie soeben noch ganzwohlbehalten darin ruhend und ihrer Bestimmung harrend gesehen habe![001,15] Sagt Raphael: Da hast du nicht gut genug geschaut; denn dein ganzerVorrat ist erschpft! Sieh nur nach, ob es nicht also ist![001,16] Markus macht schnell einen Nachblick und findet Kche undSpeisekammer rein ausgerumt. Nun kommt er mit noch grerem Staunen heraus und sagt:Ah, Freund, da ist es aber mit dir rein nicht mehr auszuhalten! Wahrlich, ich mag keinenBissen drei Tage lang ber meine Lippen kommen lassen, so du mir nicht irgendeinen Winkgibst, wie du das angestellt hast![001,17] Sagt Raphael: Gehen wir nun auch an den Tisch; dort wollen wir davoneinige Worte miteinander tauschen![001,18] Auf das begibt sich Markus mit dem Raphael zu unserem Tische, an dem esschon recht lebhaft herging. Raphael greift gleich zu, legt auch dem Markus einen schnenFisch vor und ntigt ihn zu essen. Markus mahnt ihn zwar zur Erklrung der Schnellkochereiund der ebenso schnellen Bedienerei; aber Raphael sagt ganz freundlich: Jetzt, lieber Freund,i und trink! Wenn wir beide fr den Leib wieder die erforderliche Strkung durch diegesegnete Speise und den gesegneten Trank bekommen haben werden, dann wollen wir auchein paar Wrtchen ber meine Schnellkocherei und Schnellbedienerei miteinanderverplaudern![001,19] Markus folgt nun dennoch dem Raphael und it und trinkt recht wacker.2. Kapitel[002,01] Als das Mahl etwa nach einer Stunde vollends verzehrt ist, sagt Markuswegen der Erklrung abermals zum Raphael: Nun, Himmelsfreund, wirst mir doch etwassagen?![002,02] Sagt Raphael: Ja sieh, Freund, ich mchte es dir wohl erklren; aber eswird vorderhand trotz alles Erklrens die Sache dennoch eine sehr wunderbare bleiben, 11. solange du nicht auch mit dem Heiligen Geiste aus den Himmeln wirst getauft sein! Wird desHerrn Geist einmal in deiner Seele ganz erstanden sein und eins sein mit ihr, dann wirst dualles das auch ohne eine Erklrung sonnenhell einsehen; jetzt aber wird dir selbst die triftigsteErklrung ganz entsetzlich wenig Licht geben knnen! Denn selbst die vollkommenste Seelefr sich begreift das nimmer, was da rein geistig ist; nur der Geist in ihr kann das begreifenund die Seele endlich durch ihren Geist! Weil du aber denn doch so einen Wink haben willst,so sieh dich ein wenig um und sage mir, was du gesehen![002,03] Markus sieht sich ganz verwundert nach allen Seiten um und ersieht beijedem Tische eine Menge dem Raphael ganz hnliche Jungen, die da die vielen Gstebedienen und stets mit allem versehen, und mehrere holen sogar ganz frische Fische aus demMeere, eilen damit in die Kche und gleich wieder mit schon zubereiteten zu den Tischen;denn die Mohren haben viel Hunger, und zudem reizte sie auch noch der SpeisenWohlgeschmack.[002,04] Nun fragte Raphael den Markus: Begreifst du nun, wie so manches mirschnellst zu bewerkstelligen mglich und gar leicht ist, zumal wenn du bedenkst, da einGeist, als das alles Innerste der Wesen und Dinge durchdringende Prinzip, mit aller Materieauch am wirksamsten und allzeit am gelungensten schalten und walten kann, wie er will undmag, und nichts kann ihm ein Hindernis legen?! Zudem habe ich als ein Erzengel onenMitdiener, die alle von meinem Willen in jedem Augenblicke abhngen. So ich aus demHerrn heraus zunchst etwas will, so erfllt dieser Wille auch schon zahllose mirunterstehende Diener, die sogleich in die vollste Ttigkeit treten und eine verlangte Tat dennauch leicht mglich in einen dir kaum denkbar schnellsten Vollzug setzen! Ich selbstgleichsam persnlich tue freilich nichts; aber durch meinen Erzwillen werden onen zurTtigkeit vom innersten Seinsgrunde heraus bestimmt, und eine verlangte Tat wird denn auchauf diese Weise leicht schnellst in Vollzug gebracht, und das um so sicherer, weil vom Herrnund dann von uns aus schon lange alles zu irgendeiner Tat vorgesehen und vorbereitet ist, wasdann fr euch im Notfalle als schon lange vollendet schnellst in die uerlich ersichtliche Tatbertragen werden kann.[002,05] Hast du doch gesehen, wie oben auf dem Berge eine Eselin entstanden ist;und siehe, so entsteht alles, wenn unser Wille die aus unseren Gedanken hervorgehendenUrnaturgeister zu einer bestimmten so oder so geordneten Ttigkeit innerlichst anregt und zurTtigkeit ntigt! Und das allein, Freund, diene dir zur Erklrung, die du von mir gewnschthast! Mehr kann ich dir mit den hchst beschrnkten Welt- und Zungenworten nicht sagen!Frage auch nicht weiter; denn bis du in deiner Seele nicht selbst Geist wirst, wirst du von alldem nie mehr verstehen, als du nun verstehst! Denn in des reinen Geistes Wissen undErkennen kann keine Kreatur je fr sich dringen! Verstehst du nun etwas mehr?[002,06] Markus aber war mit dieser Erklrung ganz zufrieden und sagte: Ich dankedir fr diese ganz gute Erklrung; denn nun verstehe ich denn doch, wenn ich so alleszusammennehme, was ich gesehen und gehrt habe, so ganz zu meiner vollen Zufriedenheit,wie du, liebster himmlischer Freund, deine Wunder verrichtest, und besonders den schnellstenVollzug der von dir verlangten Taten. Und ich kann nun ganz offen die Behauptungaufstellen, da bei einem jeden Wunder es dennoch so ein bichen natrlich zugeht und esimmer auf einen Verein von Krften ankommt, so irgendwo eine Tat entweder sehr schnelloder mit periodenmiger Einteilung in den Vollzug gesetzt werden soll. Ja, ich finde nunzwischen euren geistigen Wundertaten und zwischen den Zaubereien der irdischen Magiereine gewisse leise hnlichkeit, und diese besteht in dem, was du als Vorsehung undVorbereitung benanntest![002,07] Weit du, mein himmlischer Freund, ich rede nun schon einmal so ganzgeradeheraus, wie ich mirs denke! So ganz pltzlich ohne alle Vorbereitung und Vorsehungdrfte es euch vielleicht ebenso schwer werden, eine so recht exsekrable Wundertat zustandezu bringen, wie einem Magier ohne irgendeine Vorbereitung und ohne vorangegangeneEinverstndnisse mit andern Menschen, die den Magier zu untersttzen haben. Freilich drfendavon alle andern Menschen nichts wissen, sonst she es mit der Zauberei etwas schlecht aus!Ich ziehe fr mich diesen sicher schwer zu widerlegenden Schlu heraus: Dem Herrn und 12. euch durch Ihn sind alle Dinge mglich, aber nie unvorhergesehen, sondern vielleichtewigkeitenlang vorbereitet und geistig also schon lange in einen periodenweisen Vollzuggesetzt! Was demnach als uere Tat hier nun in Vollzug kommt, das ward schon langegeistig vorgesehen und vorbereitet![002,08] Darum kann eine Erde, wie diese unsrige da ist, nicht mit einem purenallmchtigen ,FIAT! in ein solch vollendetes Dasein treten, sondern mit der Zeit erst nachlangen vorangegangenen Vorbereitungen, auf welche diese gegenwrtige Erde, wie sie nun istund besteht, als eine notwendige Folge ins Dasein treten mute. Aus demselben Grunde kanndann auch so gut wie ganz unmglich irgend etwas pltzlich in ein vollendetes und haltbaresDasein treten. Was denn immer irgend schnell entsteht, das vergeht auch ebenso schnell. DerBlitz zum Beispiel entsteht schnell, vergeht aber auch ebenso schnell. Eine andere Gegenfolgeist aber dann auch das, da etwas einmal in einem haltbaren Dasein Befindliches auch so gutals unmglich mehr irgend pltzlich vergehen kann, sondern nur periodenweise, wie esentstanden ist. Etwas, das noch nie vorgesehen und vorbereitet ward, kann sonach nie durchirgendeinen, selbst mit dem festesten Willen untersttzten Machtspruch ins Werk gesetztwerden, weder im Falle der Entstehung noch im Falle der Auflsung und Vergehung. Es istdemnach alles nur als ein zeitweiliges Wunderwerk anzusehen, und jedes Geschehen ist einenotwendige Folge von vielen, periodenweise weiligen Vorgngen![002,09] Siehe, du mein Freund aus den Himmeln, dem Herrn allein alles Lob; aberwie es mir vorkommt, so habe ich deine mir gemachte Erklrung vielleicht tiefer aufgefat,als du es dir anfnglich magst vorgestellt haben! Ja, mein liebster Raphael, siehe, ganz so aufden Kopf gefallen sind die alten Rmer nicht, als wie sichs so manche vorstellen! Na, wasmeinst du, Freund, nun? Habe ich dich verstanden oder nicht?3. Kapitel[003,01] Sagt Raphael lchelnd: So einen kleinen Dunst hast du wohl bekommen;aber mit deinen ,notwendigen Folgen und mit unseren ,notwendigen Vorsehungen und,langwierigen Vorbereitungen bist du sehr auf dem Holzwege, wovon dich sogleich einpaar recht handgreifliche Beispiele vollkommen berzeugen sollen! Da sieh irgend hin,bestimme mir einen Platz und verlange von mir ganz nach deiner freiesten Willkr, wo dueinen und was fr einen oder auch mehrere vollkommen ausgebildete und reichlichst mitvollreifen Frchten bestbestellte Bume haben willst! Oder willst du verschiedene Gattungen?Kurz, sprich es aus, und sie werden auch unvorgesehen und unvorbereitet fr bleibend dasein,und ein Jahrtausend soll ihre Daseinsspuren nicht vllig zu vertilgen imstande sein! Alsosprich du aus, was du willst, und du sollst alsbald ein wahres Wunder sehen, das noch nieirgend vorbereitet und vorgesehen worden ist![003,02] Sagt Markus: Ja ja, das wre, du mein Freundchen, schon alles recht, so dumir darin eine volle berzeugung verschaffen kannst, da nun mein Wollen und Begehrenganz in meiner freiesten Gewalt steht! Das aber drfte dir selbst denn doch am Ende vielleichtnoch um vieles schwerer fallen als die von mir verlangten verschiedenartigen Fruchtbumeauf einer beliebigen Stelle! Du hast mir einen starken Zweifelswurm in den Kopf gesetztbezglich dessen, da selbst ihr allermchtigsten Geister ohne Vorsehung und Vorbereitung,gewisserart aus nichts, ein blankes Wunderwerk zustande zu bringen fhig seid! In eine volleAbrede will ich die Sache gerade nicht stellen; aber nach all dem zu urteilen, was auf dieserErde je war, ist und auch sein wird, ist das wohl sehr schwer anzunehmen, weil dagegenschon die gttliche Allwissenheit ein starkes bichen zu laut ihre Stimme erhebt und mandagegen mit der etwaigen leeren Behauptung, als htte Gott geflissentlich fr etwas nichtwollend und nicht wissentlich Seine Allerkenntnis angestrengt, wohl nicht kommen kann. Hatsich aber Gott nicht auch in diesem Punkte von Ewigkeiten her vllig unwissend erhaltenknnen, da in einer Zeit Sein Engel Raphael hier nach dem Wunsche eines Menschen Bumeherwundern wird, so wird es auch ebenso schwer zu erweisen sein, da dieses Wunder nichtauch schon von Ewigkeiten her vorgesehen und vorbereitet war! Ganz geistig vorgesehen wares sicher ganz gewi![003,03] Sagt Raphael: Das macht aber ja auch nichts, wenn es nur bis zum 13. materiellen Sich-Ergreifen nicht vorbereitet ist! Zudem ist ja aber doch der Wille desMenschen derart frei, da weder der Herr noch wir je denselben durch ein Vorsehen und nochweniger durch ein Vorbereiten im allergeringsten zu stren uns in eine Ttigkeit versetzen.Du kannst sonach vollkommen versichert sein, da dein freiester Wille in seiner Art wedervorgesehen und noch weniger irgend vorbereitet ist. Darum verlange, und du wirst es sehen,da der Herr entweder ganz fr Sich allein oder durch mich als Seinen Altknecht sicher ohnealle Vorbereitung dir die von dir frei verlangten Fruchtbume fr bleibend hinwundern wird![003,04] Markus denkt hier ein wenig nach und sagt nach einer Weile: Freundchen,mssen es denn gerade lauter Fruchtbume sein? Ich knnte zuflligerweise ja auch etwasanderes wollen?! Knnte auch das hergewundert werden?[003,05] Sagt Raphael: O allerdings, uns macht eins wies andere eine ganz gleicheMhe! Verlange, was du willst, und es wird dasein![003,06] Auf diese Versicherung denkt Markus noch eine Weile hin und her, ob ihmnicht etwas beifiele, womit er den Engel so ein wenig in die Enge treiben knnte. Da ihm abergerade kein Einwurf mehr einfllt, so sagt er zum Raphael: So stelle mir ein besserbewohnbares und festeres Haus her, das ist eine ganz frmliche Herberge fr Fremde undEinheimische, einen gut umzunten Garten, bestellt mit allerlei wohlgeniebarenObstbumen, und solle nicht fehlen die Dattel, und im Garten fliee eine frischeBrunnquelle![003,07] Sagt der Engel: Aber Freund, wird das nicht ein wenig zu viel sein aufeinmal?[003,08] Sagt Markus: Aha, gelt, mein Freundchen, da hats dich schon ein wenig?Ja, ja, ohne Vorsehung und Vorbereitung wird sichs etwa doch nicht recht tun lassen! Ich willdich aber dennoch zu nichts zwingen; was du nun hervorwundern kannst, das wundere her,das andere von mir Verlangte lasse hinweg![003,09] Sagt der Engel: Das wird ganz, wie dus verlangt hast, hergestellt. Und imNamen des Herrn sei alles da, was du von mir verlangt hast! Gehe hin und besieh dir alles,was da ist, und sage mir danach, ob dir alles also recht ist! Hast du irgend etwas auszustellen,so tue das; denn sieh, jetzt kann daran noch so manches abgendert werden! Morgen wrde eszu spt sein, weil wir sicher nicht mehr dasein werden. Gehe also hin und besieh dir alleswohl!4. Kapitel[004,01] Markus sah sich um und ward ganz betroffen von dem Anblicke dessen,was da alles in einem Nu entstanden war. Es stand ganz vollendet ein schnes ausBacksteinen gemauertes Haus rechts gen Nordost vom alten Fischerhaus und reichte mit dersdstlichen Front nahe ganz ans Meer hinaus. Es hatte ein Stockwerk mit einem bequemenGang ums ganze Haus herum, und zu ebener Erde bestand es aus einer gerumigen Kche,aus einer groen Speisekammer und noch aus achtzehn Rumen, darunter fnf Wohnzimmernund dann dreizehn groen Gemchern zu allerlei landwirtschaftlichen Zwecken, als allerleiGetreidekammern, Fleischkammern, Kammern fr Obst, Gemse, fr Hlsen- undWurzelfrchte. Eine groe Kammer stellte einen mit weiem Marmor ausgemauertenWasserbehlter dar, der gut seine zwanzig Quadratklafter ma und im ganzen durchgngigeine Wassertiefe von sechs Fu hatte; das Wasser stand aber nur viereinhalb Fu hoch, waszur Behaltung von Edelfischen tief genug war.[004,02] Dieser innere Fischbehlter bekam sein reinstes Wasser aus einer ganzneuen reichlichen Quelle; es drang von unten durch kleine, aber viele ffnungen einerSteinplatte in den Behlter bis zur bestimmten Hhe. Von da lief eine Abzugsrhre hinaus insMeer, konnte aber, so man etwa den Behlter voll Wasser haben wollte, von auen zugestopftwerden. Um den Wasserbehlter ging ein sehr schnes, durchbrochenes, zweieinhalb Schuhhohes Gelnder, ebenfalls aus weiem Marmor angefertigt, und auf einer Seite war, fr denFall, da der Wasserbehlter mit Wasser voll angelassen wrde, ein sehr zierlicherAbzugskanal angefertigt, der natrlich durch die Mauer des Hauses ging und ebenfalls unfernder tieferen Abzugsrhre ins Meer mndete. Die Wnde und der Fuboden waren ebenfalls 14. mit weiem Marmor verkleidet, des Gemaches Decke aber bestand aus Zedernholz reinsterund festester Art ohne Ast und Splint. Dies Gemach ward durch fnf Fenster erhellt, die alleeine marmorne Einrahmung hatten, und jedes ma eine Hhe von fnf und eine Breite vondrei Schuh. Die Fenster waren mit hchst reinen Kristalltafeln versehen und zum Auf- undZumachen eingerichtet, wie im gleichen auch alle andern Fenster des Hauses.[004,03] Das Haupttor war aus goldhnlich schimmerndem Erz, alle Zimmertrenaber aus bestem Zedernholz gar zierlich und nett gearbeitet und mit guten Riegeln undSchlssern zweckmigst versehen. Der erste Stock aber war durchgngig mit Zedernholzhchst zierlich ausgetfelt, und jedes Gemach gewhrte einen wundervollsten Anblick.Zugleich aber waren zu ebener Erde wie im ersten Stockwerk alle Gemcher mit allemmglichen, was eine beste Herberge erfordert, auf das reichhaltigste eingerichtet undversehen, und die Getreidekammer war voll Getreide, die Speisekammer voll von allemmglichen, was man in einer Kche braucht. Kurz, es war nicht nur das verlangte Haus ganznach der schon lange innegehabten luftschlsserbaulichen Idee des Markus auf das solidestehergestellt, sondern mit allen Mund- und andern Vorrten auf das reichlichste fr Jahreausgestattet.[004,04] Hinter dem Hause waren noch Stallungen fr allerlei Vieh, und mehrereFischergertehtten waren aufs geschmackvollste und zugleich zweckmigste erbaut und mitallem Erforderlichen eingerichtet und reichlichst versehen, und um alle die neuen Gebudezog sich ein bei zwanzig Joch groer, ganz dicht eingezunter Garten, vormals eine herrenloseSandsteppe, nun der fruchtbarste Boden, bestellt mit allerlei von den besten Fruchtbumen.Ein paar Joch aber waren ganz mit den besten Weinreben bestellt, die alle von den schnstenund saftreichsten und schon vollreifen Trauben strotzten. Auch an Gemse hatte es keinenMangel.[004,05] In der Mitte des Gartens war noch ein bestes Gesundheitsbad mit einemTempel aus Marmor errichtet. Es hatte zwei gesonderte Becken: das eine zur Heilung derGichtbrchigen mit sehr warmem Quellwasser und das zweite zur Heilung der Ausstzigenmit lauen Schwefel- und Natronquellen versehen, die durch Raphaels Macht nach MeinemWillen erst aus dem Innersten der Erde dahin geleitet wurden. Zugleich ersah er auch einenmit lauter Geviertsteinen eingefaten Seehafen und fnf groe, bestkonstruierte Schiffe mitSegeln und Rudern im sehr gerumigen Hafen, dessen Eingang, obwohl sechs Klafter breit,zur Nachtzeit mit einer ehernen Kette ganz abzusperren war. Es war dieser Hafen genau nachder oft gehabten Idee des alten Markus, der bei der Besichtigung alles dessen, was dawunderbar entstanden war, sich immer die Augen ausrieb, da er gleichfort der Meinung war,da er schlafe und diese Dinge also im Traume she.[004,06] Als er mit der Besichtigung, die nahe eine Stunde andauerte, fertig war, kamer (Markus) nahe ganz schwindlig zurck und sagte voll Staunens: Ja, ist denn das wohl allesWirklichkeit oder sehe ich das alles nur in einer Art beseligender Trumerei? Nein, nein, daskann keine Wirklichkeit sein! Denn so habe ich schon mehrmals mir in meiner migenPhantasie eine Herberge ausgemalt und auch schon etliche Male in Morgentrumen geschaut, und du, Freund aus den Himmeln, hast mich in einen knstlichen Schlaf versetzt, und ichhabe meine eigenen Ideen nun einmal wieder im Traume beschaut![004,07] Sagt Raphael: Du kleinglubiger Rmer du! Wenn das alles einTraumgesicht wre, so wrde es nun nicht mehr zu sehen sein, und das wirst du denn dochnicht mehr behaupten wollen, da du noch schlfst und gleichweg trumst? Sende nun deinWeib und deine Kinder hin, da sie auch nachsehen, was alles da ist, und sie werden dannkommen und dir aus dem Traume helfen![004,08] Sagt Markus, sich noch einmal nach dem neuen Hause umsehend: Oh, esist kein Traum, es ist lautsprechende Wirklichkeit! Wird sie aber wohl bleiben?5. Kapitel[005,01] Spricht Raphael: Sagte ich dirs denn nicht, da dies alles, das heit, wasda fest gebaut ist, ein Jahrtausend nicht vllig verwischen wird? Nur die verschiedenenObstbume, Edelgestruche und die Pflanzen, wie auch die fnf Schiffe werden nicht solange 15. anhalten; aber das Mauerwerk wird bestehen gar lange und sehr lange! Auch sogar nachzweitausend Jahren werden davon noch Spuren zu entdecken sein; aber freilich wird daniemand mehr an berirdische Erbauer dieser Mauern halten. Sogar in der Jetztzeit werdendie nchsten Nachbarn, so sie alles dessen ansichtig werden, sagen, da solches alles dieanwesenden Rmer aufgebaut htten, da viele und krftige Hnde auch Wunder zuwegebrchten! Du aber la es den Weltmenschen gelten; denn so in einem Lande zehn mal zehnmal hunderttausend Menschen leben in der jetzigen Art, so wirst du in allem kaumfnftausend Menschen antreffen, die dir nach vielen Besprechungen das vernunftgemglauben wrden. Einen blinden Glauben aber knntest weder du und noch weniger wirHimmelsgeister brauchen. Es liegt auch gar nichts daran, ob da viele oder wenige glauben;denn der Herr kam nur Seiner wenigen Kinder wegen in die Welt und nicht derWeltmenschen wegen. Und es wird also bleiben bis ans Ende dieser Welt und ihrer Zeiten![005,02] Wann immer der Herr Sich auf dieser Erde wieder offenbaren wird,entweder durchs Wort allein oder zuweilen auch persnlich auf Momente, so wird Er dasallzeit nur Seinen wahren Kindern, die von oben her sind, tun! Die Welt und ihre Kinderwerden von Ihm wenig oder auch nichts zum Genusse bekommen! Fr die ist die Ewigkeitlang genug, um sie zu irgendeinem hchst untergeordneten Lichte zu bringen.[005,03] Glaube du ja nicht, da dies hchste Licht aus den Himmeln je alleMenschen der Erde durchdringen wird! Nur die wahren Kinder, allzeit in geringer Anzahl,werden damit rein und reichlichst versehen werden, und der Welt Kinder werden sich nur ausihrem Unflate Tempel und Gtzenhuser erbauen und sie mit ehernen Gesetzen und blinddummenRegeln umzunen, aber darum den wenigen wahren Kindern doch nie etwas anhabenknnen, wofr der Herr allzeit auf das getreueste Sorge tragen wird. Es soll darum unter denWeltmenschen kein Jeremias mehr seine Klagelieder anstimmen! Gehe aber nun hin zumHerrn und bedanke dich fr solch ein Grogeschenk![005,04] Hier kommt Markus zu Mir und will Mir mit einem Pomp von denallerausgesuchtesten Worten zu danken anfangen.[005,05] Ich aber sage zu ihm: Erspare deiner Zunge die Mhe; denn Ich habe denDank deines Herzens schon vernommen und brauche darum den der Zunge nicht! Ist dennnicht ein jeder ehrliche Gastwirt seines Lohnes wert? Du bist auch ein ehrlicher Gastwirt undhast uns unverdrossen nahezu acht Tage lang auf das beste bewirtet; das knnen wir von dir jadoch nicht umsonst verlangen! Diese Herberge wird dir und deinen spteren Nachkommeneine beste Versorgung bereiten! Aber du sorge dafr, da Mein Name an diesem Orte, dasheit bei deinen Nachkommen, fest stehenbleibt; denn mit dem Verluste Meines Namens ausihren Herzen wrden sie dann auch bald alles andere verlieren! Wer zwar alles verlre in derWelt, behielte aber dessenungeachtet Meinen Namen, der htte immerhin noch gar nichtsverloren, sondern nur alles gewonnen; aber wer da verlre Meinen Namen aus seinem Herzen,der htte alles verloren und bese er auch alle Gter auf der Erde!6. Kapitel[006,01] (Der Herr:) Darum sei vor allem um die Erhaltung Meines Namens imHerzen besorgt! Wem der bleibt, dem bleibt alles; wem aber der nicht bleibt, den hat dannaber auch alles verlassen![006,02] Wer Mich aber wahrhaft liebt und seinen Nchsten wie sich selbst, der trgtMeinen Namen wahrhaft und lebendig in seinem Herzen und daran einen Schatz, den ihm alleEwigkeiten nicht zu nehmen imstande sein werden; denn Gott wahrhaft in aller Tat lieben, istmehr denn ein Herr aller Schtze nicht nur dieser, sondern aller Welten in der ganzenUnendlichkeit sein.[006,03] Aber es gengt nicht, Mich nur zu bekennen der Weisheit gem, sondernder vollwahren Liebe gem im Herzen.[006,04] Es werden zu dir kommen allerlei Arme; was du denen tun wirst ohneirdisches Entgelt, das hast du Mir getan, und Meine Liebe wird es dir entgelten.[006,05] Wenn jemand zu dir kommt, der nackt ist, den bekleide! Wer ohne Geld zudir kommt, dem enthalte es nicht vor, so er dessen bentigt in der Welt! 16. [006,06] Ich wollte zwar, da alle Menschen als Brder ohne dieses verderblicheTauschmittel untereinander lebeten; aber da sie solches zur greren Bequemlichkeit ihresHandels und Wandels als Weltmenschen in der Welt schon von alters her eingefhrt haben, sowill Ich es denn auch belassen, aber Segen wird es den Menschen erst durch Meine Liebebringen![006,07] Lege nie einen andern Wert als nur den Meiner Liebe darauf, so wird es dirauch Meine Liebe und Meinen Segen bringen! Wer eines Groschens bentigt, dem gib zwei,auch drei, und Meine Liebe wird es dir anderseitig zehn- und dreiigfach ersetzen![006,08] Kurz, in was du jemanden als arm erschaust, und du hilfst ihm fr MeineLiebe mit freudigem Herzen, so wirst du allzeit auf Meine Entgeltung rechnen knnen, dienimmer unterm Wege verbleiben wird![006,09] Es komme zum Beispiel zu dir ein sonst vermglicher Mensch ins Bad, deraber von der Gicht behaftet ist, so rechne ihm nach dem Mae der Billigkeit die Herberge unddie Verkstigung; aber das Bad lasse ihm frei![006,10] So aber jemand kommt blo des Vergngens wegen ins Bad, dem rechneBad, Herberge und Verkstigung teurer an denn einem andern! Will er aber die Wahrheit vondir, so gib sie ihm unentgeltlich; denn darin ist er ein Armer![006,11] So aber da kommt ein Weltkluger und will von dir die Wahrheit hren, demgib sie nicht umsonst, sondern lasse dir bezahlen fr ein jedes Wort einen Groschen; denn frsolch einen Wahrheitssucher hat die Wahrheit erst dann einen Wert, so er durch vieles Geldzu ihrem Besitze gekommen ist![006,12] Wenn ein Armer hungrig zu dir gekommen ist, dem gib zu essen und zutrinken und entlasse ihn nicht als einen Armen von dir; kommt aber einer, dem es einVergngen macht, bei dir zu Tische zu sein, der zahle auch das, was neben ihm ein Armerverzehrt hat![006,13] Jede Armut untersttze umsonst, und jedes bloe Vergngen lasse dirbezahlen! Hast du Mich wohl verstanden?[006,14] Sagt Markus, vor Freude weinend: Ja, Herr![006,15] Sage Ich: So gehe und zeige alles den Deinen![006,16] Markus ging zu seiner ber alle Maen staunenden Familie hin und gab ihrden Wink von Mir kund, und alle gingen eiligen Schrittes hin zum neuen Hause und natrlichauch in dasselbe, und besichtigten alles klein durch. Das Weib und die Kinder wurden ganzschwach vor lauter Seligkeit und Wonne und wuten vor lauter Freude nicht aus und nichtein. Es fragten Mich aber nun alle am Tische Sitzenden, ob auch sie dieses auffallendsteWunderwerk in Augenschein nehmen drften.[006,17] Sagte Ich: Liebe Freunde! Dieses Werk wird bleiben, und ihr werdet esdann noch oft genug besehen und bewundern knnen; Ich aber werde nicht bleiben, auerdurch die Liebe in euren Herzen.[006,18] Bleibet darum hier bei Mir, dieweil Ich noch bei euch verbleibe; denn Ichbin ja doch mehr denn jenes Wunderwerk, dem zahllos gleiche Ich in einem Augenblickezustande bringen knnte![006,19] Sagen alle: Ja, ja, ja, o Herr, wir bleiben, wir bleiben alle bei Dir, o Herr;denn Du allein bist mehr denn alle die ganze Unendlichkeit erfllenden Wunderwerke DeinerMacht, Weisheit und Gte!7. Kapitel[007,01] Sagt Cyrenius: Herr, Du kennst mein wichtiges und schweresRegierungsamt; aber nun kommt es mir vor, als lge gar nichts daran und als tte es sich vonselbst auch ohne mich und besorgte sich von selbst ohne mein Zutun! Ich komme mir nunschon ordentlich also vor wie ein fnftes Rad am Wagen; denn ich wei, da Du, o Herr, nunalle Geschfte fr mich besorgst und in meiner Regierung noch nie eine grere Ordnungbestanden hat als eben jetzt, da Du, o Herr, fr mich sorgest![007,02] O du glckliches Kaiserreich! Rom, du mein Vaterhaus, wie sehr kannst dudich im geheimen freuen darum, da der Herr Sein gndiges Auge dir zugewandt hat und Sich 17. auch aus deinen alten Mauern und Burgen und Htten Kinder zeihen will! Herr, ich stehe Dirmit meinem Leben: Wrest Du statt hier in Rom und httest vor den Rmern ein solchesZeichen gewirkt, nicht ein Mensch bliebe brig, der Dir nicht zollte die hchste gttlicheVerehrung! Aber Du kennst Deinen Plan und kennst Deine Wege, und es ist darum schon soam besten, wie Du es angeordnet und bestimmt hast![007,03] Sagte endlich auch Meine Jarah, die bisher wie eine Maus geschwiegenhatte: Wegen Rom sei du, hoher Statthalter, ganz ruhig! Die eigentlichen Rmer wohl, dielasse ich mir schon noch gefallen; aber in Rom gibt es auch sehr viele Gtzenpriester, die alleunter einem sogenannten PONTIFEX MAXIMUS stehen! Diese haben das Volk im Sackeund mit ihren Hades- und gar Tartarusstrafen, welch letztere nur gleich ewig in einerallergrlichsten Art fortbestehen sollen, beim Gewissenskragen! Wehe dem, der sicherkhnte, in solch ein Wespennest hineinzustechen! Wahrlich, dem wrde es wohl ehest ganzerbrmlich schlecht ergehen! Ich glaube, da eure Priester da noch um tausend Male rgerwren denn unsere Templer, die doch noch den Moses und die Propheten auf dem Rckenund an der Brust tragen, wennschon zumeist nur auswendig. Die euren aber haben auchauswendig nichts; all ihr Tun und Treiben ist die hchste Selbstsucht und unbezwingbareLust, zu herrschen gleich nur ber alles.[007,04] Haben mir doch einmal zwei bei uns Herberge nehmende untergeordnetePriester Roms erzhlt und gesagt, da der Pontifex maximus ein so hohes Wesen sei, dasogar Zeus selbst, der alljhrlich ganz gewi einmal den P. m. besuche, sich sicher drei bissieben Male vor ihm verneige, bevor er sich getraue, mit seinem allerhchsten Stellvertreterauf Erden ein Wort zu reden und ihm in grter Ehrfurcht irgend neue Gesetze fr dassterbliche Volk der Erde zu geben. Freilich ehre Zeus den P. m. nicht gerade seinetwegen,sondern nur der dummen Sterblichen wegen, die aus dem erkennen sollen, welch eineunaussprechliche und unermeliche Hoheit und Majestt den allerhchsten Stellvertreter desallerhchsten Gottes auf Erden umkleidet.[007,05] Er sei ein Herr auf Erden ber alle Kaiser, Knige, Frsten, Feldherren undviele andere grte Herrlichkeiten. Dann habe er alle Elemente in seiner ausschlielichenGewalt. Wenn er mit seinem heiligsten Fue zornig auf die Erde stampfe, so bebe sie gleichvor Furcht wie das Laub einer Espe im wtendsten Sturme, und die Berge der Erde fingen anFeuer auszuspeien und untersttzeten so den erzrnten Pontifex maximus, damit er destoergiebiger khle seine allzeit gerechte Rache im Namen des Zeus.[007,06] Von ihm allein hingen gute und schlechte Jahre ab. Segne er die Erde, sogebe es gleich berreiche Ernten auf der ganzen Erde; segne er die Erde aber nicht, so werdees auf der Erde mit den Ernten schon sehr mager aussehen, und mchte er gar einen Fluchber die Erde aussprechen, da wre aber dann schon alles rein hin, und ber die Erde kmenKrieg, Hungersnot, Pestilenz und noch tausend andere allerunerhrteste Plagen! Auer demZeus mten ihm alle anderen Gtter gehorchen; im Verweigerungsfalle knnte er sie aufhundert Jahre von der Erde verbannen, was aber nie geschhe und nie geschehen werde,weil alle Gtter von der unaussprechlichsten Hoheit des Pontifex maximus zu sehr und zulebenstief berzeugt seien.[007,07] Es habe demnach ein Pontifex maximus eine dreifache Hauptgewalt: erstensber alle Gtter bis auf den Zeus, mit dem er natrlich auf einer ganz gleichen Rangstufestehe, zweitens ber die ganze Erde und deren Elemente, und endlich drittens ber alleMenschen, Tiere und Bume, Gestruche und Pflanzen. Nebst dem aber gebiete er noch beralle Planeten und ber alle Sterne, habe die Wolken, Winde, Blitze, den Donner, Regen,Hagel und Schnee in seiner Hand, und das Meer bebe in einem fort vor seiner unendlichenMacht![007,08] Und so in dieser Weise haben mir die zwei rmischen Priester noch eineMenge von ihrem Pontifex maximus vorgesagt. Ich dachte eine Weile, da sie sich mit mirnur einen unzeitigen Spa erlaubt htten; aber ich berzeugte mich leider nur zu bald, da diebeiden Narren solches ganz ernstlich nahmen. Denn, als ich ihnen darauf von dem alleinwahren Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu vermelden begann und von Seinen Taten, dafingen sie an, mich recht brav auszulachen, und versicherten mir auf das lebendigste, da ich 18. total irrig und falsch daran wre; denn sie htten tausend Beweise fr einen, da es also sei,wie sie es mir kundgetan htten.[007,09] Ich fragte sie, ob sie nicht wten, ob der Pontifex maximus sterblich oderunsterblich sei. Darauf hatte sich der eine etwas voreilig verschnappt und sagte, da der P. m.zwar fr die Erde wohl noch sterblich sei; sowie er aber sterbe, da nehme ihn Zeus sogleichins hchste Elysium, allwo er dann hundert Jahre hindurch am Tische des Zeus speise unddadurch endlich auch im Reiche der Gtter selbst eine wirkliche Gottheit werde. DieseErzhlung war dem andern gar nicht recht; denn er korrigierte gleich also: ,Du hast nunwieder einen germanischen Stiefel zusammengeplaudert! Seit wann ist denn ein P. m.sterblich gewesen?! Was du von ihm aussagtest, das gilt ja nur von uns Unterpriestern,besonders, so wir uns nicht ganz und gar des P. m. Gunst haben zu erwerben verstanden; derP. m. stirbt nie und kann nicht sterben, weil ihm Zeus fr alle Zeiten die Unsterblichkeitverliehen hat! Siehe, sagte er weiter, ,ich kenne nun schon bereits den vierten, und von allenvieren ist noch keiner je gestorben, und dennoch sitzt stets nur ein Unsterblicher auf demThrone und nicht vier, obwohl sie alle vollkommen unsterblich sind, da kein P. m. je sterben,wie auch des allerhchsten Thrones auf Erden nie verlustig werden kann![007,10] Sagte endlich einmal wieder ich: ,Aber das ist ja rein unmglich! Wieknnen denn vier einer sein und einer vier?! Das kommt mir wohl wie ein germanischerStiefel vor! Kurz, sagte ich, ,euer Pontifex maximus ist durch euch zu einem Weltnarrengestempelt und ist sonst ebensogut ein sterblicher Mensch wie unsereiner, und seine Machtbesteht vor allem in den Waffen des Kaisers, in der groen Dumm- und Blindheit desverwahrlosten Volkes und endlich in einer Art schlechtester Zaubereien; denn vor sehrdummen und geistig blinden Vlkern ist leicht Wunder wirken! gehet, lat mich mit eurenDummheiten gehen! Es wird wohl genug sein, da ihr so recht blitzdumm seid! Warum sollauch noch ich an eurer Seite es werden?[007,11] Darber wurden die beiden ganz grimmig auf mich und auch unter sich undfingen bald an, sich gegenseitig die bittersten Vorwrfe zu machen, und prgelten sichgegenseitig zur Tr hinaus. Ich aber fragte sie noch zum Fenster hinaus, als sie sich wie einpaar Hunde herumbalgten, ob das auch der Pontifex maximus verordnet htte durch ein neuesZeussches Gesetz aus dem Elysium. Aber sie vernahmen zum Glck meine Stimme nicht undbewiesen einander gegenseitig pro und contra stets mehr die Unsterblichkeit des Pontifexmaximus, bis endlich einige unserer Hausknechte sie auseinanderbrachten.[007,12] Nun aber bitte ich dich, du lieber, hoher Cyrenius, wie htte sich bei solcheiner dmmsten Volksfanatik der Herr in Rom ausgenommen? Ohne Feuer undSchwefelregen sicher schlechter als schlecht! Oh, der liebe Herr wute es schon von Ewigkeither, wo es zu dieser Seiner Zeit auf der Erde noch immer am besten und am zweckmigstensein werde, und ist darum auch gerade dahier und nirgends anderswo in die Welt unter SeineMenschen getreten! Siehe, das ist so meine Ansicht; wie lautet dagegen etwa die deinige?Was hltst denn du oder der Kaiser in Rom von dem so ominsen Pontifex maximus?8. Kapitel[008,01] Sagt Cyrenius: Mein Kindchen, du hast schon ganz recht; es steht in Rom,natrlich nur populrerweise, mit dem Pontifex maximus schon gerade also, und es lt sichvorderhand auch nichts daran ndern! Aber ich kann dir auch ganz gut die Versicherunggeben, da nur der allergemeinste und aller hheren Bildung lose Pbel noch so einen halbenGlauben daran hat; vom besseren Volksteile glaubt wohl niemand mehr daran, und es istdarum mit uns Rmern schon immer noch etwas zu machen.[008,02] Es wird des niedersten Volkes wegen dereinst die Verbreitung dieser reinstgttlichen Wahrheiten wohl manchen unliebsamen Kampf herbeifhren, aber auch Bekenner,die nach echt rmischer Sitte Gut, Blut und Leben fr diese Lehre mit Freuden einsetzenwerden. Denn nicht leichtlich gibt es irgendein Volk auf der Erde, das sich vor dem Todenoch weniger frchtet als eben die Rmer! Ist ein wahrer Rmer einmal fr etwas sehreingenommen, so setzt er auch allzeit sein Leben daran! Das tut ein anderes Volk nicht,dessen kannst du ganz versichert sein! 19. [008,03] Unsere Priester sind nun gerade ein fnftes Rad am Wagen, und ihreVolksfeste und Predigten dienen nur noch zur Belustigung des Volkes. Mit den Sitten kehrtsich niemand mehr daran. Dafr sorgt unsere alles umfassende Rechtslehre, die ein Auszugvon den besten und weisesten Philosophen ist, die als Menschen irgendwo und irgendwanndiese Erde betreten haben.[008,04] Der Pontifex maximus wird vom Staate aus nur des gemeinsten Volkeswegen erhalten und ist in seinem vormals freien Wirken sehr beschrnkt worden. Ja, vor etwaein paar Jahrhunderten ging es noch ganz rar zu; da war der P. m. wohl sozusagen eine ArtGott unter den Menschen! Er fr sich war stets ein sehr wissensreicher Mensch und mute essein, weil er sonst nicht leichtlich zu solch hchstem Amte htte gelangen knnen. Er mutebewandert sein in den Mysterien gyptens und mute vllig bekannt sein mit allen Orakelnund ihren Geheimnissen. Auch mute er ein vollendeter Magier sein, worber er in einemgeheimsten Kollegium vor den ltesten Patriziern Roms stets eine strengste Prfung ablegenmute. Hat er alle die erforderlichen Eigenschaften besessen, so wurde ihm das Pontifikaterteilt mit allen seinen Rechten, Vor- und Nachteilen.[008,05] Nun konnte er freilich so manches unternehmen dem Volke gegenber,mute aber geheim vor den Patriziern stets den gebhrenden Respekt haben und auch tun, wasdiese verlangten. Wollten diese Krieg, so mute er seine prophezeilichen Sachen stets soeinrichten, da daraus das Volk die Notwendigkeit des Krieges aus dem Willen der Gtterersah; aber die eigentlichen Gtter waren dennoch nur die Patrizier des Reiches und mit ihnendie ersten und gebildetsten Brger, Knstler und Dichter, die zuerst von der Idee ausgingen,da man nur der Phantasie der Menschen eine zwar reichhaltige, aber dennoch bestimmteRichtung geben mte, um sie vor den schmhlichsten Abirrungen zu bewahren.[008,06] Denn ein jeder Mensch hat eine Naturphantasie. Wird diese verwahrlost, sokann durch sie aus dem edelsten Menschen eine reiendste Bestie werden; wird aber seinePhantasie geregelt und auf edlere Formen hingeleitet, unter denen sie sich ganz geordnet zubewegen beginnt, so wird sie auch selbst edlere Formen zu schaffen anfangen, in ein reineresDenken und Trachten bergehen und fr das Beste ihrer inneren Schpfungen den Willenbeleben.[008,07] Und so ist also die ganze Gtterlehre nichts als ein stets mehr und mehrgeordnetes Phantasiegebilde, zur Regelung der gemein menschlichen Phantasie ausgedachtund soviel als mglich mit allen humanen Mitteln praktisch ins ersichtliche und wirkendeWerk gesetzt worden. Fr uns weise und kundige Patrizier aber legte sich von selbst die leichtbegreifliche Notwendigkeit auf, da wir das zu sein scheinen muten, als was seiend wir dasVolk haben wollten.[008,08] Wie es aber damals war, also ist es auch jetzt noch, nur mit demUnterschiede, da nun auch schon das Proletariat in vieles eingeweiht ist, in was ehedem nurwir Patrizier eingeweiht waren, und darum ans ganze Pontifikat ganz verzweifelt wenig mehrglaubt. Die meisten glauben wohl an ein hheres Gottwesen, viele aber glauben an gar nichtsmehr, und ein gebildeterer Teil sind Platoniker, Sokratianer und sehr hufig Aristoteliker.[008,09] Jene Priester aber, die dir den Pontifex maximus beschrieben haben, sindzum Teil ihrer Art nach oft wirklich so dumm, da sie das alles auf ein Wort glauben, wasihnen eingebleut wurde; oft aber sind sie ganz fein abgedrehte Stricke, die vor dem Volkeeinen ganz entsetzlichen Lrm schlagen und tun, als spielten sie mit den Gttern gleich alleTage am persischen Schachbrette! Aber fr sich glauben sie nichts als blo die Worte desEpikur, die ungefhr also lauten: EDE, BIBE, LUDE! POST MORTEM NULLAVOLUPTAS; MORS ENIM EST RERUM LINEA.[008,10] Wenn du, meine sonst allerliebste, fr dein Alter wunderbar weise Jarah,uns nach den zwei Unterpriestern schtzen mchtest, da ttest du uns sehr unrecht; denn wirRmer sind genau also, wie ich uns dir nun beschrieben habe. Alles andere kann nur eineverbrannte Aussage eines Laien sein, der das Wesen Roms so wenig kennt, als du es vor demgekannt hast, was ich als ein Mitbeherrscher Roms nun enthllt habe. Da du aber nun solchesweit, so mut du uns Rmer schon ein wenig nachsichtiger beurteilen und behandeln! Wasmeinst du, ist meine Anforderung an dich gerecht oder nicht? 20. 9. Kapitel[009,01] Sagt die Jarah: Das versteht sich ja von selbst! Wenn es offenbar nur alsoist, wie du mirs nun ganz offen enthllt hast, dann habe ich gegen euch auch gar nichtseinzuwenden. Habt ihr einen guten Willen, so kann auch dessen Erfolg im Grunde desGrundes nicht schlecht sein, auch dann nicht, wenn er sich vor den Augen der Welt auch nichtals vorteilhaft herausstellt. Ich lasse mich durch den Schein sicher am allerwenigstentuschen; aber das sehe ich auch ein, da man von Natur aus viel eher zu einem ganz ehrlichguten Willen denn irgend zur reinsten Wahrheit gelangen kann, die dann erst dem gutenWillen zu einer wahren und wirksamsten Lebensleuchte wird. Den guten Willen habt ihrdeiner Kundgebung nach schon unverndert im allgemeinen immer gehabt; einzelneTrbungen haben am Ganzen wenig oder nichts zu ndern vermocht.[009,02] Nun bekommet ihr zu eurem guten Willen aber auch noch der ewigenWahrheit reinstes Licht hinzu, durch das euer schon vom Ursprunge an guter Wille auch dierichtigen Wege und wahren Mittel zur sicheren Erreichung der besten Erfolge berkommenmu, und es lt sich von euch dann ja offenbar nichts als nur das Allerbeste erwarten! OHerr, segne Du diese meine schlichten Worte, da sie zur fr alle Zeiten bleibenden Wahrheitwrden![009,03] Sage nun Ich: Ja, du Meine tausendgeliebteste Jarah, sie sollen gesegnetsein, deine wunderschnen und sehr wahren Worte![009,04] Rom soll so lange der beste Aufenthaltsort Meiner Lehre und Meinerbesonderen Gnaden verbleiben, und es soll diese groe Kaiserstadt ein Alter in der Welterreichen, wie ein gleiches nur sehr wenige Stdte gyptens erreichen werden, jedoch nichtso unversehrt wie Rom. Die ueren Feinde sollen dieser Stadt wenig je etwas zuleide tun;wenn sie schadhaft wird, so wird sie das nur der Zeit und ihren wenigen inneren Feinden zuverdanken haben![009,05] Aber in der Folge wird leider auch in dieser herrschenden Stadt diese MeineLehre in eine Art Abgtterei bergehen; aber ungeachtet dessen wird Mein Wort und nochimmer der beste Sinn der Lebenssitten im allgemeinen darin erhalten werden.[009,06] Gar in die spten Zeiten hinaus wird der Geist dieser Meiner Lehre dort sehrverschwinden. Die Menschen werden an der uersten Rinde kauen und sie frs geistige Brotdes Lebens halten; aber da werde Ich schon durch die rechten Mittel sie wieder nach und nachauf den rechten Weg zurckfhren! Und htte sie noch soviel Hurerei und Ehebruchgetrieben, so werde Ich sie schon wieder reinigen zur rechten Zeit![009,07] Im brigen aber wird sie stets eine Verknderin der Liebe, Demut undGeduld verbleiben, darum ihr viel durch die Finger nachgesehen wird zu allen Zeiten, und dieGroen der Erde werden sich vielfach um sie scharen und aus ihrem Munde die Worte ihresHeiles vernehmen wollen.[009,08] Ganz rein aber wird sich auf dieser Erde im allgemeinen nie etwas fr einezu lange Dauer erhalten, somit auch Mein Wort nicht; aber am reinsten fr den Zweck desLebens und als Geschichtsreliquie noch immer in Rom![009,09] Diese Versicherung gebe Ich dir, du Mein liebster Freund Cyrenius, undnun hier als volle und wahre Segnung der schnsten und wahrsten Worte unserer allerliebstenJarah![009,10] Ein Jahrtausend ums andere wird es dir zeigen und sagen, da dieser MeinAusspruch bezglich Roms Dauer und Stellung in die volle Erfllung bergehen wird![009,11] Jerusalem wird also zerstrt werden, da man schon von jetzt an gar nichtwissen wird, wo es dereinst gestanden ist. Wohl werden die spteren Menschen allda einekleine Stadt gleichen Namens erbauen; aber da wird verndert sein Gestalt und Stelle. Undselbst dies Stdtchen wird von anderwrtigen Feinden viel Schlimmes zu bestehen haben undwird frder ohne Rang und Bedeutung verbleiben ein Nest von allerlei Gesindel, das einkmmerliches Dasein vom Moose der Steine aus der Jetztzeit fristen wird.[009,12] Ja, Ich wollte wohl diese alte Gottesstadt zur ersten der Erde machen; abersie hat Mich nicht erkannt, sondern behandelt wie einen Dieb und Mrder! Darum wird sie 21. fallen fr immer und wird sich frder nicht mehr erheben aus dem Schutte des altenwohlverdienten Fluches, den sie sich selbst bereitet und mit dem eigenen Mundeausgesprochen hat! Bist du, Meine tausendallerliebste Jarah, nun mit dieser Meiner Segnungzufrieden?[009,13] Sagt die Jarah, ganz zu Trnen weich gemacht: O Herr, Du meine ganzalleinige Liebe! Wer sollte auch nicht zufrieden sein mit dem, was Du, o Herr, aussprichst,und besonders mit solch einer groen, in die fernsten Zeiten weit und tief hineinreichendenVerheiung? Auch mein lieber, hoher Cyrenius scheint damit sehr zufrieden zu sein undebenso der Kornelius, der Faustus und unser Julius. Ob aber auch die Kinder aus Jerusalem,deren auch mehrere an diesem Tische und noch mehrere an anderen Tischen um uns sitzen,mit Deinen Verheiungen bezglich Jerusalems auch so zufrieden sein werden, das scheintmir eine ganz andere Frage zu sein; denn aus ihren Gesichtern strahlt nicht jene Heiterkeit wieaus den Gesichtern der Rmer.[009,14] Nach dieser ganz triftigen Bemerkung erhoben sich etliche, die ausJerusalem waren, und sagten: Man soll wohl seinem Vaterhause keinen Untergangwnschen, solange es nicht Dieben und Rubern zur Wohnsttte ward; ist es aber einmal das,da soll es auch nicht mehr geschont bleiben! Der Nachkomme hat da ohne Furcht, eineSnde zu begehen das Recht, es mit eigener Hand ber den Huptern der darin hausendenBsewichter zu zerstren und jede Spur von einem einstmaligen Dasein fr ewig zuverwischen.[009,15] Wenn Jerusalem nun unseres getreuesten Wissens aber nichts ist als einbarstes Raubmrdernest, wozu sollen wir trauern, so der Herr diesem Neste den schon langewohlverdienten Lohn geben will und auch sicher geben wird?! Das Traurige daran ist nur, dadiese so hchst begnadigte Stadt Gottes es endlich trotz aller Warnungen zu einem drittenMale dahin gebracht hat, von Gott Selbst ausgehend auf das allerempfindlichste gezchtigetzu werden! Aber Seine bekannte Langmut und Geduld ist uns auch ein sicherster Beweis, wiesehr sich eine solche Stadt einer strengsten Zchtigung verdient gemacht hat und darumwahrlich nicht im geringsten zu bedauern oder gar zu betrauern ist.[009,16] VOLENTI NON FIT INIURIA! Wer es selbst will, bei allem noch so hellenSonnenlicht in eine Grube sich zu strzen, wird den wohl jemand bedauern oder betrauern?Wir nicht! Fr echte dmmste Esel und Ochsen empfanden wir noch nie Mitleid, besonderswenn sie vor aller Welt als Weiseste glnzen wollen; und noch viel mehr ganz besondersverdienen sie kein Mitleid, wenn ihre vorgeschtzte Hochweisheit, die aber im Grunde nurkrasseste Eselei ist, sich durch allerlei Bosheit und durch eine allerabgefeimtesteVerschmitztheit als reell geltend machen will.[009,17] Es ist schon ganz richtig, da auch eine kranke Menschenseele mehr Mitleidverdient als eines kranken Menschen gebrechlicher Leib. Wenn aber zu einem leibeskrankenMenschen, der noch bei vollster Vernunft ist, ein grundgescheiter und bestbewhrter Arztkommt, die Krankheit wohl erkennt und dem Kranken nur zu gewi helfen knnte und wrde,der Kranke aber, statt mit aller Freude den heilsamen Rat des Arztes anzunehmen, denselbendurch seine Knechte zur Tr hinauswerfen lt, wer, fragen wir, wird mit solch einerkranken Seele auch noch ein Mitleid haben? Wir nicht, und sonst sicher auch nicht jemandanders! Solch ein reines Vieh von einem Menschen soll dann nur in eine mglich allerbittersteund schmerzvollste Krankheit verfallen und erst aus seinen Schmerzen lernen, wie dumm eswar, den allergeschicktesten Arzt zur Tr hinauszuwerfen![009,18] Dummheit fr sich verdient Mitleid, weil ein Dummer nicht dafr kann, daer dumm geblieben ist schon von der Wiege an; aber es gibt Menschen wie da sind dieallermeisten Hohenpriester, Phariser und Schriftgelehrten , diese sind nicht dumm, machensich aber geflissentlich dumm, um die arme, durch sie dumm gemachte Menschheit danndesto leichter fr ihre schndlichen, im hchsten Grade selbstschtigen Zwecke gebrauchenzu knnen! Derlei Menschen haben keine kranken Seelen, sondern sie sind nur ganz krftigeund gesunde Wlfe in Schafspelzen und verdienen nicht mehr, als mit den schrfsten Pfeilenniedergeschossen zu werden; denn da wre ein jedes Mitleid eine grobe Dummheitirgendeines menschlichen Herzens. 22. [009,19] Wem auf der ganzen Erde sollte es wohl leid sein um die Nacht, der dieaufgehende Sonne den Garaus macht? Oder welcher Narr wird um den lstigen Winter, umeinen rasenden Sturm, um eine aufgehrt habende Pestilenz und um verschwundene schlechteJahre weinen? Und wir glauben, da es eine noch um sehr vieles grere Dummheit wre,darum zu trauern, so der Herr uns jngst einmal die grte Seiner Gnaden erweisen will. Ja,sehr traurig ist es, da Jerusalem das hellste Geisteslicht nicht erkennen und annehmen will;denn da heit es, sich ganz dem Satan der Welt einverleibt haben! Wo aber das, da nur Feuerund Schwefel vom Himmel! Sodom und Gomorrha ruhen lange gut im Grunde des TotenMeeres; wer wrde beweinen wollen die Verruchten? Und so wird man auch Jerusalem nichtbeweinen![009,20] Und du, holdeste Jarah, hast dich mit deinem Urteile ber uns denn auch einwenig getuscht! Siehe, der Schein ist nicht immer ein Abglanz der Wahrheit und trgt unsdann und wann! Meinst du nicht, da es also ist und wahrscheinlich auch fr immer alsoverbleiben wird? Haben wir recht oder nicht recht?[009,21] Sagt die Jarah: Aber Herr, Du meine Liebe, warum mu es mir denngeschehen, da ich die Menschen stets falsch und nicht recht zu beurteilen imstande bin? Esist geradewegs schon nahezu rgerlich! Vorher habe ich vom Cyrenius einen freilich nursanften, aber immerhin einen Verweis bekommen, jetzt aber gleich von einer Menge! Siehaben alle recht, nur ich offenbar nicht, weil sie der Wahrheit nach recht haben und ich abernicht. O Herr, gib mir doch eine bessere Einsicht, damit ich mit meinen Urteilen nicht ineinem fort aufsitze!10. Kapitel[010,01] Sage Ich: Nur schn sachte, Mein liebes Tchterchen! Du mut dich darumnur mehr zurckhalten und nicht vorlaut sein gegenber vielerfahrenen Mnnern! Dann mutdu nie nach der uerlichkeit gleich irgendein Urteil schpfen, sondern allzeit schnabwarten, was zuerst die welterfahrenen Mnner ber eine oder die andere Erfahrung sagenwerden![010,02] Hat sich mglicherweise irgend jemand ein wenig verirrt, dann erst ist esZeit, ihn ganz zart und sanft daran zu erinnern, wie und wo er etwa einen Seitenhieb ins Blauegemacht hat, aber ja nicht frher![010,03] Denn es wre gar nicht fein, wenn Mdchen den erfahrenen Mnnern dieWahrheit zuerst sollten kennen lehren; aber wenn die Mnner dann und wann vom rechtenWege irgendeinen unweisen Seitentritt machen, dann wohl ist es an der rechten Zeit, da einWeib gar zart und sanft hinzutritt und sagt: ,Mein Freund, sieh dich vor; denn du hast da einenfalschen Weg eingeschlagen! Die Sache verhlt sich so und so! Das wird den Mann sehrfreuen, und er wird gerne der holden, zarten und sanften Stimme Folge leisten.[010,04] Aber mit dem Vorlautwerden ist es nichts, und es macht den Mann leichtmrrisch und verdrielich, und er achtet dann oft gar nicht auf die schne und sanfte Stimmeeines noch so geschmeidigen Weibchens.[010,05] Siehe, das ist auch ein Evangelium, aber blo nur fr dein Geschlecht!Welches Weibchen solches achtet, welches wird auf der Erde stets gute Tage haben, aberdieses Evangelium nicht achten wird, wird sichs selbst zuzuschreiben haben, wenn es vonden Mnnern nicht geachtet wird.[010,06] Ein rechtes Weib ist ein Symbol des hchsten Himmels und ein unrechtes,eigensinniges und dominieren wollendes Weib ein Ebenma des Satans, der da ist schongleich eine schlechteste, unterste und allertiefste Hlle.[010,07] Dann darf ein rechtes Weiblein schon gar nie gegen einen Mann je vlligrgerlich werden; denn im weiblichen Wesen mu ja die grte Geduld, Sanftmut und Demutvorherrschen. In ihm mu der Mann erst die rechte Ruhe seines Sturmgemtes finden undselbst sanft und geduldig werden! Wenn aber am Ende das Weib vor dem Manne zu polternbegnne, was soll dann ein Mann erst tun, bei dem es ohnehin stets mehr strmisch dennfriedlich aussieht?![010,08] Darum also nur nie vorlaut, Mein sonst gar allerliebstes Tchterchen, 23. sonst wrdest du noch fter in die Gelegenheit kommen, dich rgern zu mssen, so dichwieder jemand zurechtwiese! Hast du mich wohl verstanden?[010,09] Sagt Jarah: Verstanden wohl, aber es geschieht mir nun schwer beimHerzen darum, da ich dumm und vorlaut war. Ich habe nun doch schon mehrere Stundenlang geschwiegen, und es war gut; es hat mich aber nun gelstet, auch ein bichen was zureden, und da wre es besser gewesen, so ich noch fort geschwiegen htte. Aber von jetzt ansoll meine Zunge einen Rasttag bekommen wie keine zweite in einem weiblichen Munde![010,10] Sage Ich: Das, Mein liebes Tchterchen, ist gerade auch nicht gar sostrenge notwendig, sondern du schweigst, wenn du zu reden nicht aufgefordert wirst! Wirst duaber aufgefordert zu reden, und du schweigst, so wird der Mann das fr einen recht dickenEigensinn, fr Bosheit und Verschlagenheit ansehen und sein Herz von dir wenden.[010,11] Also: reden zur rechten Zeit, und schweigen zur rechten Zeit, aber allzeitvoll Sanftmut, Liebe und Ergebung, das ist eines Weibes schnster Schmuck und ist ein garliebliches Lebensflmmchen, ganz geeignet, jedes Mannes Herz zu beleben und ihn gleichsanft und weich zu machen![010,12] Es gibt aber bei den Jungfruleins eine oft sehr grell auftauchende Unart,und diese heiet Eitelkeit, welche nichts als ein recht gesundes Samenkorn des Hochmutes ist.Lt ein Frulein solches in sich aufschieen, so hat es schon seine himmlische Weiblichkeitverwirkt und sich der Gestalt des Satans sehr genaht. Ein eitles Frulein ist kaum desAuslachens wert, ein stolzes und hochmtiges Weib aber ist ein Aas unter den Menschen undwird darum von jedermann mit Recht tief verachtet.[010,13] Daher sei du, Mein Tchterchen, weder je auch nur ein wenig eitel und nochweniger je stolz und hochmtig, so wirst du unter vielen glnzen wie ein schnster Stern amhohen Himmel! Hast du das alles wohl aufgefat und begriffen?[010,14] Sagt die Jarah: O ja; aber nur werde Du mir nicht gram darum, weil ichwirklich recht dumm war![010,15] Sage Ich: Sei nur ruhig darum! Nun kommt Markus wieder und dieSeinen, und wir werden sehen, was die uns allen erzhlen werden![010,16] Als die Jarah sich zufrieden gibt und besonders ber den Punkt Eitelkeitsehr nachzudenken beginnt, kommt Markus abermals mit seiner ganzen Familie zu Mir, undsein Weib und seine Kinder fangen an, Mich ber alle die Maen zu loben und zu preisen.[010,17] Ich aber segne sie und heie sie sich zu erheben vom Boden, und sage zumWeibe und zu den Kindern: Worin das bestehet, wodurch ihr euch Meines Wohlgefallens frimmer werdet versichern knnen, sowie auch Meiner jedesmaligen Hilfe, so ihr deren irgendbesonders bentigen werdet, wisset ihr und ganz besonders Markus, der euch nachderhand inallem unterweisen wird.[010,18] Aber da ihr euch die ganze Zeit hindurch um Mein und Meiner Jngermaterielles Wohl gar so unverdrossen und angelegentlichst bekmmert habt, so habe Ich euchalles, was ihr nun gesehen habt, zu einem Gegengeschenke gemacht und habe alles alsoeingerichtet, wie es zu eurem groen zeitlichen und auch ewigen Vorteile dienen kann. Abernun lasset euch auch von dem Raphael alles zeigen, wie es zu gebrauchen ist; denn zu solcheinem Besitze gehrt auch das Wissen, ihn zweckdienlich gebrauchen zu knnen![010,19] Hier berufe Ich den Raphael und sage zu ihm: Gehe mit ihnen hin undzeige ihnen, alles ordentlich zu gebrauchen; und den zwei Shnen zeige auch, wie sie die fnfbesegelten Schiffe zu gebrauchen haben, und wie sie sich damit auch jeden Wind zunutzemachen knnen! Dadurch sollen sie die ersten und besten Schiffahrer auf diesem ganzenMeere werden, und nach ihrer Art werden dann bald alle die Schiffe am groen Meereeinzurichten sein, was den Rmern gut zustatten kommen wird. Darauf geschah schnelldas, wozu Ich den Engel beauftragt hatte.[010,20] Ich sagte aber auch zum Cyrenius: La du einige deiner offensten Dienermitgehen, auf da sie auch etwas lernen fr euren weltlichen Bedarf! Denn Ich will, da alle,die Mir nachfolgen, in allen Dingen weise und tchtig sein sollen. Darauf beorderteCyrenius sogleich nach Meinem Rate einige seiner Diener und lie auch den Knaben Josoemitgehen, weil der eine groe Vorliebe zur Wasserfahrt hatte. 24. 11. Kapitel[011,01] Als auch dieses in der Ordnung war, trat wieder der Oubratouvishar zu Mirund sagte: Du allein bist allmchtig ber allmchtig! Siehe, ich und meine Brder undSchwestern haben nun das Heil aller Menschen gesehen, die redlichen Herzens und einesguten Willens sind, die da sehen auf die Bildung des Herzens und des Gemtes und nicht vorder Zeit auf die des Verstandes, der eigentlich nur ein rechter Arm des Herzens sein soll. Diesist und bleibt der allein richtige Weg des wahren Lebens und dessen Heiles, was wirSchwarzen alle wie ein geweckter Mann wohl einsehen und begreifen.[011,02] Aber bei aller unserer Lebensreife und Einsicht plagt uns nun diesesWunder gar sehr, und es ist darum unter uns ein Hin- und Herraten darin entstanden, daeinige von uns meinen, solch ein Wunder knnte auch ein durch Deinen Geist ganzvollendeter Mensch zustande bringen. Andere wieder meinen: Solche Dinge hervorzubringen,sei fr ewig nur Gott allein mglich; denn dazu gehre ein allmchtiger Gotteswille, den nieein geschaffener Geist fr sich haben knne, weil er kein unendlicher, sondern nur ein hchstbeschrnkter Geist ist.[011,03] Sie sagen weiter und meinen, man merke das schon an den Kreaturen dieserErde. Je grer sie wrden, mit desto mehr Kraft und Macht trten sie auf, und je kleiner sieseien, desto geringer sei auch ihre Kraft. Man erzhlt sich bei uns von einstigenRiesenelefanten, gegen welche die auf Erden nun vorkommenden nur kleine Affen wren.Diese Tiere sollen eine solche Kraft innegehabt haben, da sie mit ihrem Rssel die strkstenBume zu entwurzeln gar leicht imstande waren. Wenn denn aber schon auf dieser Erde eineKreatur, je grer sie ist, in einer desto greren Kraft auftrete, um wieviel mehr desUnterschiedes mte man dann erst bei den Geistern, als der Grundbedingung der Kraft inden mannigfachen Kreaturen, merken! Was demnach Dir als dem urewigsten Geiste mglichsei, weil Du allein von der allerunendlichsten Gre seist, das sei keinem endlichgeschaffenen Geiste mglich, und daher also auch nicht mglich, solch ein Haus, solch einenGarten und solche herrlichen Schiffe hierherzuschaffen aus nichts![011,04] Meine Meinung ist da selbst ein wenig gespalten; denn ich sagte zu ihnen,mich an die Meinung der ersteren haltend: In einem Momente ein Werk hervorzurufen, dasaber auch Menschen wenn auch mit vieler Mhe und Zeit zustande brchten, drfte Gottdenn doch leichter mglich sein als ein anderes, das den Menschen fr immer unmglichbleiben wird und bleiben mu.[011,05] So knnen Menschen gar wunderbar herrliche und beraus groe Gebudemit der Zeit zustande bringen; aber alle Menschen der Erde knnen nicht einmal auch nur einMoospflnzchen erschaffen, da es wchse, blhete und Samen trge ganz tauglich zurFortpflanzung, geschweige irgendeinen Fruchtbaum oder gar ein Tier, das sich frei bewegen,seine Nahrung suchen und seinesgleichen zeugen kann.[011,06] Solche Dinge aus nichts allein durch den allmchtigen Willenhervorzubringen, wird durch einen noch so vollendetsten Menschen wohl schwerlich jehervorzubringen mglich sein; denn dazu gehrt mehr als die endliche Kraft eines sowohl derZeit als dem Raume nach endlichen Menschengeistes. Aber Dinge, die er schon einmal alsendliche, wenn auch mhsam, geschaffen hat, drften dem ganz vollendeten Geiste einesMenschen wohl ganz fglich mglich sein, sie in einem Momente ins Dasein zu rufen. Esbliebe nur noch die Frage brig, ob fr bleibend oder ob nur auf wenige Augenblicke alleinfr die Erscheinlichkeit bei einer Gelegenheit, bei der man ohne alle Selbstliebe blo zurVerherrlichung Deines Namens den Blinden ein rechtes Licht zu geben bemht wre![011,07] Wolltest Du, o Herr, mir darber nicht einen ganz richtigen Bescheidgeben? Habe ich recht, oder die andern? Ich wrde dich mit dieser Frage sicher nicht belstigthaben, wenn ich nicht gemerkt htte, da Dir nun eine kleine Mue natrlich ganz durchDeinen hchst eigenen Willen gegnnt ist. So Dein heiliger Wille es demnach Dirgestattete, mir auf meine Frage einen fr ewig gltigen Bescheid zu erstatten, so wre unsallen auch das eine bergroe Gnade, fr die wir Dir nie zur Genge danken knnten. 25. 12. Kapitel[012,01] Sage Ich: Ja, du Mein sehr lieber Freund, da wird es Mir sehr schwerwerden, dir oder deinen etwas anders meinenden Gefhrten recht zu geben! Denn stelle direinen Stock vor, der etwas locker in der Erde steckt; dieser soll, um dann etwas fest anhngenzu knnen, mittels einiger Holzschlgelschlge fester ins Erdreich getrieben werden. Eskommen aber zwei etwas ungeschickte Zimmerleute, noch sehr Jnger ihrer Kunst, hinzu, undeiner, der sich fr tchtiger erachtet, sagt zu seinem Gefhrten: ,Bruder, gleich ist zwar unsereKunstfertigkeit; aber dennoch gib mir den Schlgel, auf da ich den ersten Hieb fhre auf desStockes Haupt! Denn mir ist das sehr eigen, den Nagel auf den Kopf zu treffen! ,Gut, sagtder andere, ,la sehen, wie du der Ngel Kpfe gar so treffend zu behandeln imstande bist!Darauf nimmt der erste den Schlgel und fhrt einen krftigen Hieb. Er trifft den Stock, abernur auf der linken Seite streifend, was den Stock durchaus nicht fester gemacht hat. Darberlacht sein Kollege und sagt: ,Gib nur wieder mir den Schlgel; denn mit solcher Bearbeitungseines Kopfes wird der Stock wohl nimmer fester als zuvor in der lieben Mutter Erdestecken! Spricht der, der den Stock nicht auf den Kopf getroffen hatte: ,Da, nimm denSchlgel und versuche du dein Glck! Nun fhrt auch dieser einen allerkrftigsten Hieb, trifftdes Nagels Kopf aber auch nicht, sondern streift ihn auf der rechten Seite. Und es entspinntsich nun unter beiden ein Streit darum, welcher von ihnen etwa doch den besseren Hiebgefhrt habe. Da darber die beiden nicht leicht einig werden, ist begreiflich; denn wo zweiuntereinander zu streiten anfangen, da nimmt der Streit nicht eher ein Ende, als bis einStrkerer und Gebterer hinzukommt und den beiden Streitern ums Recht zeigt, wie man denNagel auf den Kopf trifft. Nachher geht es bei den beiden auch; aber ohne den dritten httendie beiden wohl noch einige Zeit lang blo darum gestritten, wer von ihnen den besseren Hiebgefhrt habe, ob der Streifhieb nach links besser war denn der nach rechts.[012,02] Und siehe, gerade also steht es mit eurem Streite, und Ich mu am Ende derdritte sein, der eurem Weisheitsstreite dadurch ein Ende macht, da er den Nagel vor euch aufden Kopf trifft, ansonst ihr unterwegs zu einem blutigen Streite gelangen knntet, und dasalles darum, ob der verfehlte Streifhieb nach links besser war als der ebenso verfehlte nachrechts![012,03] Also weder du noch deine Gefhrten habt in bezug auf das zustandegebrachte Wunder, und ob ein solches ein geistig ganz vollendeter Mensch auch zu bewirkenimstande wre, die Wahrheit gefunden, sondern kaum nur an dieselbe nach links und rechtsgestreift![012,04] Nun, da Ich den Nagel wohl auf den Kopf treffen werde, das ist sicher undgewi; aber bevor Ich noch darin fr euch den sichern Hieb fhren werde, mut du hingehenzu deinen Gefhrten und ihnen sagen, da da weder die links noch die rechts meinende Parteirecht hat, sondern eine jede kaum an die Wahrheit gestreift ist. Ihr mt euch zuvor darinvergleichen, da ihr vllig nichts wisset und verstehet in dieser Angelegenheit. Dann erstkomme, und Ich werde dir dann kundtun, was da wahr und recht ist zu wissen und zu denkenin dieser Sache![012,05] Mit dem geht der schwarze Anfhrer wieder zu seinen Gefhrten und sagtihnen alles. Diese aber sagten recht klug: Es ist ganz recht, wohl und gut, da der Herr Selbstuns gegeben hat diesen Bescheid; denn er taugt nicht nur fr jetzt, sondern fr alle knftigenZeiten. Wie oft kam es schon unter uns vor, da einer eine Sache so, und ein zweiter andersund ein dritter noch verschiedener anders beurteilte! Wer von den dreien hatte denn der vollenWahrheit gem recht geurteilt? Gar keiner hatte den Stock auf den Kopf getroffen, vielleichtoft kaum gestreift! Es mute endlich durch einen allgemeinen Rat und durch die Mehrheit derStimmen entschieden werden, wer da in der Beurteilung einer Sache oder einer Handlungrecht habe; und da geschah es sicher nicht selten, da gerade derjenige von derStimmenmehrheit das Recht zuerkannt bekam, der seinen Hieb am fernsten vom Stockegefhrt hatte. Htten wir damals schon solch weisesten Wink von jemandem erhalten, wieviele unntige Znkereien wren da hintangehalten worden! Aber so hatten wir diesenheiligen Wink nicht und gerieten oft in Zank und Hader blo darum, weil ein jeder von unsder Weiseste sein wollte. 26. [012,06] Aber es hatte das doch auch wieder sein Gutes; denn dieses ewige Zankenhat unsern Durst nach einer reinen Wahrheit stets mehr und mehr geweckt. Ohne diesenhtten wir frs erste dich, Oubratouvishar, sicher nie zu unserem Wegweiser erwhlt; ohnedich aber wren wir nie nach Memphis, und ohne Memphis noch weniger je hierhergekommen, wo wir nun gar die allerreinste Wahrheit aus dem Munde Dessen vernehmenknnen, der der ewigste Urgrund alles Lebens, alles Seins und aller Dinge ist. Gehe nun hinund entrichte unser aller innigsten Dank fr den an uns alle gerichteten gttlich weisestenWink, den wir durch die Tat von Nachkommen zu Nachkommen allerlebendigst undwahrhaftigst ehren wollen und werden! Keinen Zank darum unter unverkennbaren Brdern!13. Kapitel[013,01] Mit diesem Bescheide kam der Anfhrer, begleitet von seinem Diener, zuMir und wollte Mir buchstblich kundtun, was seine Gefhrten zu ihm geredet hatten.[013,02] Ich aber sagte zu ihm: Freund, dessen bedarf Derjenige, der der MenschenHerzen und Nieren prft, nicht! Ich wei schon so um alles, was deine Gefhrten dir rechtsehr klug anvertraut haben, und du kannst nun aus Meinem Munde erfahren, was davollkommen Rechtens ist in eurer strittigen Sache. Siehe, hre und verstehe![013,03] Wenn ein Mensch auf dieser Erde oder auch erst jenseits, was zumeist derFall sein wird, die hchste geistige Lebensvollendung wird erhalten haben, so wird er bloauch nur durch seinen freien Willen nicht nur das, was Ich nun tue vor euren Augen, und wasda in allen Schpfungssphren ist und geschieht, auch tun und entstehen und bestehen lassenknnen, sondern noch viel Greres! Denn ein vollendeter Mensch ist erstens als Mein Kindeins mit Mir in allem, und nicht etwa nur im gewissen Sonderheitlichen, und mu, weil MeinWille ganz auch der seine geworden ist, ganz natrlich auch alles das zu leisten imstande sein,was Ich Selbst zu leisten vermag.[013,04] Zweitens aber verliert deshalb kein noch so vollendeter Mensch seineneigensten freien Willen, wenn er auch noch so willenseins mit Mir geworden ist, und kanndeshalb nicht nur alles aus Mir heraus wollen, sondern auch ganz ungebunden frei aus sichheraus, und das wird dann ja doch ein offenbares Mehr ber Meinen Willen hinaus sein.[013,05] Es klingt dir solches nun zwar ein wenig fabelhaft, und dennoch ist es alsound wird auch fr ewig dann also verbleiben. Damit du aber das ganz klar einsehen magst,will Ich die Sache noch ein wenig heller machen durch die Aufmerksammachung auf eineSache, die dir von Memphis aus nicht mehr vllig fremd ist.[013,06] Du hast in Memphis bei eurem ersten Dortsein, und zwar beim Obersten,dem weisen Justus Platonicus, mehrere Arten Spiegel gesehen, aus deren hchst gegltteterOberflche dir dein Ebenbild entgegenstrahlte.[013,07] Der Oberste aber zeigte dir am Ende auch einen sogenannten magischenSpiegel, in welchem du, dich ber Hals und Kopf verwundernd, dich selbst um vieles grererschautest, als du fr deine Gre in der Natur bist.[013,08] Der Oberste zeigte dir aber auch noch eine andere Eigenschaft diesesSpiegels. Er lie nmlich die Sonne hineinscheinen und zndete dann im beraus lichtenBrennpunkte, der so beilufig eine gute halbe Mannslnge auerhalb der von allen Seitengegen die Mitte eingebogenen Flche sich befand, allerlei brennbare Dinge an, was dich in einnoch hheres Erstaunen versetzt hat.[013,09] Nun frage Ich dich, wie denn das mglich war? Wie ging denn das zu, dader vom sogenannten magischen Spiegel zurckgeworfene Strahl der Sonne eine viel grereWirkung zustande brachte als die Sonne mit ihren geraden, ungebrochenen Strahlen? Unddoch war der Strahl aus dem magischen Spiegel kein anderer als einer aus einer und derselbenSonne![013,10] Der Spiegel blieb dabei sicher ganz kalt! Ja, woher nahm denn hernach derStrahl solche das natrliche, freie Sonnenlicht so weit bertreffende Wirkung? Du siehst dochso manches ein und wirst mir da auch irgendeinen Grund angeben knnen, wenigstensinsoweit, als dir solchen der Oberste anzugeben imstande war![013,11] Sagt der Anfhrer: O Herr, Du weit wahrlich, wahrlich um alles! Ja, es ist 27. wahr, der Oberste in Memphis hatte uns solche Spiegel gezeigt und auch ihre mannigfacheWirkung; aber mit seinen Erklrungen darber war ich, geradeheraus gesagt, amallerwenigsten zufrieden. Er schien da stark neben Deinem Stocke, denselben nicht einmalstreifend, den Hieb gefhrt zu haben. Kurz, je lnger er mir zwar mit allem Eifer die Sacheaufzuhellen suchte, desto dunkler war es bei ihm und mir.[013,12] Nur das einzige schien mir richtig, da solch ein eingebogener Spiegel dieEigenschaft habe, die von der Sonne ausgehenden Strahlen zu verdichten, und tte dasselbe ineinem viel dichteren und gediegeneren Grade, als so man viele ganz ebene Spiegel, die dieSonne in ihrer ganz natrlichen Gre, wie sie unserem Auge erscheint, zeigen, alsoaufstellen wrde, da aller Strahlen auf einem und demselben Flecke zusammenkommenmten, welcher Fleck dann auch um vieles heller leuchten wrde, als der Lichtfleck nur auseinem einzigen Ebenspiegel gehend. Und das sei denn eine offenbare Verdichtung desSonnenlichtstrahles, und die Erfahrung zeige es, da die Steigerung des Lichtes auch einegleiche Steigerung der Wrme und Hitze zur Folge habe. So etwas liee sich zwar nach derMeinung des Obersten nimmer genau berechnen; aber es ist dennoch das von ihm Gesagte dervielfachen und wohlerprobten Erfahrung nach sicher.[013,13] Das, o Herr, ist nun aber auch schon alles, was ich als Besseres aus desObersten Munde vernommen habe. Was ich aber daraus etwa fr einen weiteren guten Schluziehen sollte oder knnte, dazu sind die Erkenntniskrfte meiner Seele zu gering, und ich bitteDich darum abermals, da Du mir Lichtlosem ein wahres, verdichtetes Licht in meine Seelegieen mchtest, sonst wird es in ihr ebenso dunkel sein, als wie dunkel und schwarz da istmeines schlechten Leibes Haut durch und durch an meinem Fleische!14. Kapitel[014,01] Sage