Interessantes aus der Reisemedizin Nov aus der Reisemedizin Nov 2017_ · PDF file...

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  • Interessantes aus der Reisemedizin Medizin Update 2017

    November 2017

    Bernhard R. Beck [email protected] Seite 1

    INTERESSANTES AUS DER REISEMEDIZIN Bernhard R. Beck Innere Medizin Update Refresher

    EIN “FALL” • Patient (40 j.) kommt zum «Check-Up» • Er erwähnt seinen geplanten Aufenthalt in Salvador de Bahia in 4 Wochen.

    • Und er habe noch immer Durchfall seit seinem letzten Indienaufenthalt

    EIN “FALL” • Patient (40 j.) kommt zum «Check-Up» • Er erwähnt seinen geplanten Aufenthalt in Salvador de Bahia in 4 Wochen.

    • Und er habe noch immer Durchfall seit seinem letzten Indienaufenthalt

    EIN “FALL” • Patient (40 j.) kommt zum «Check-Up» • Er erwähnt seinen geplanten Aufenthalt in Salvador de Bahia in 4 Wochen.

    • Und er habe noch immer Durchfall seit seinem letzten Indienaufenthalt vor 6 Monaten

    EIN “FALL” • Patient kommt zum «Check-Up» • Er erwähnt seinen geplanten Aufenthalt in Salvador de Bahia in 4 Wochen.

    • Und er habe noch immer Durchfall seit seinem letzten Indienaufenthalt

    VOR DEM DURCHFALL IST NACH DEM DURCHFALL

    1. Geplante Reise 2. Der Durchfall

    • Stuhlkontrolle (Behälter abgeben) • Zuerst darüber sprechen • Verschieben auf später (nach Salvador)

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  • Interessantes aus der Reisemedizin Medizin Update 2017

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    Bernhard R. Beck [email protected] Seite 2

    REISEBERATUNG à la Safetravel • Salvador (BRA)

    • Gelbfieber • Empfohlen und in einigen Fällen obligatorisch

    • Impfung obligatorisch: für Reisende aus Angola oder der D. R. Kongo

    • Impfung empfohlen: Acre, Amapá, Amazonas, Bahia, Distr. Federal (inkl. Brasilia), Espirito Santo, Goiás, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Rio de Janeiro, Rondônia, Roraima, São Paulo (ausgenommen São Paulo City), Tocantins; Teilgebiete von Paraná, Piauí, Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Iguassu Fälle

    • Impfung nicht empfohlen: nicht aufgelistete Gebiete, inkl. Städte São Paulo, Recife, Fortaleza, Manaus Stadtzentrum

    • b. Visumspflichtigen d. Notwendigkeit eines gültigen Impfschutzes mit d. Konsulat abklären

    • Risiko kann sich rasch ändern

    Impfung ja / nein ??

    GELBFIEBER BRASILIEN QUELLE TROPIMED®

    GELBFIEBER IN PRAXIS • Impfen nur durch Fachärzte und Impfinstitute

    • Impfschutz: immer noch sehr hoch (>99%)

    • Dauer Impfschutz: • Gemäss WHO: lebenslang (für Immunkompetente) • Gemäss Wissenschaft: nach 2 Impfungen (10 Jahre

    Intervall) • Gemäss Impfausweis: 10 Jahre

    WAS MACHEN SIE ? 1. Grundimpfungen inkl. MMR

    kontrollieren und allenfalls nachimpfen?

    • Jein: bitte keinen Lebendimpfstoff vor geplanter Gelbfieberimpfung

    2. Reiseimpfungen • Hepatitis A/B (grosszügige Indikation) • Tollwut ? • Abdominaltyphus ?? • Meningokokken ACWY  nur im Rahmen von 1)

    WAS WISSEN VOM IMPFEN MEHR ALS VOR 1 JAHR

    https://www.blick.ch

    WAS WISSEN VOM IMPFEN MEHR ALS VOR 1 JAHR

    • Es gibt Probleme bei Impfnachschub

    • Die Informationen darüber sind transparenter

    • Grenzen zu schliessen wird diese Problem auch nicht lösen!

    http://www.glaxosmithkline.ch

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  • Interessantes aus der Reisemedizin Medizin Update 2017

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    Bernhard R. Beck [email protected] Seite 3

    DIE ÜBRIGEN/ÜBLICHEN RISIKEN • Mücken / Arthropoden

    ARTHROPODEN • Malaria (Anopheles-übertragen)

    • Im Staat Rio de Janeiro wurden 5 Fälle von Infektionen mit Plasmodium simium gemeldet. Malaria-Parasit ähnlich P. vivax, Beschrieben schon 2015 bei Affen im Staat Rio

    • Mückenschutz nachts • PS: es wartet noch ein zweiter Parasit, beschrieben bei

    NHP: P. brasilianum; Klinik ähnlich wie P. malariae

    • Aedes-übertragene Krankheiten • Dengue • Chikungunya • Zika • Mayaro, Oropouche … • Mückenschutz vor allem abends

    Simian malaria in the Brazilian Atlantic forest…, deAlvarenga DA, Malaria J 2015

    ZIKA-VIRUS

    ZIKA – EIN BLEIBENDES PROBLEM ?

    ZIKA-VIRUS (ZIKV) • Betrifft eigentlich Ungeborene und Neugeborene in Bezug auf Missbildungen

    • Frauen im gebärfähigen Alter • Keine SS innerhalb von 8 Wochen nach Rückkehr aus

    ZIKV-Epidemie-/Endemiegebiet • Keine Reisen während Schwangerschaft (SS) • Während ganzer SS Safer-Sex wenn Partner in ZIKV-

    Gebiet war

    • Männer im paarungsfähigen Zustand • Keine SS planen innerhalb 6 Monate nach Rückkehr aus

    ZIKV-Epidemie-/Endemiegebiet, kein ungeschützter GV mit Schwangeren

    https://www.swisstph.ch/de/reisemedizin/informationen-zum-zika-virus/

    KEIN ZIEL FÜR HOCHZEITSREISENDE

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    Bernhard R. Beck [email protected] Seite 4

    DIE ÜBRIGEN/ÜBLICHEN RISIKEN • Mücken / Arthropoden • Boden / Sand

    BODEN / SAND • Brasilien hat höchste Rate an Tunga penetrans (Sandfloh)

    • Küstengebiet von Brasilien ist Schistosomengebiet

    • Aus Brasilien sehen wir viele Patienten mit Larva cutanea (Hautmaulwurf)

    DIE ÜBRIGEN/ÜBLICHEN RISIKEN • Mücken / Arthropoden • Boden / Sand • Essen / Durchfallprophylaxe (!) • Sonnenschutz • Sexuell übertragbare Infektionen (STI) • Un- und andere Zwischenfälle

    UND: WIE LANGE HÄTTEN SIE DARÜBER GESPROCHEN? Merke: • Reiseberatung sollte nicht zwischen Tür und Angel stattfinden

    • Auch erfahrene Reisende haben Anrecht auf aktualisierte Informationen

    • Verrechnung nicht als KVG-Leistung

    Und das Problem mit dem Durchfall wird verschoben auf nach dem Ferien!

    SPONTANE ZWISCHENRUFE?

    DER “FALL” VOR 8 WOCHEN • Patient (40 j.) kamzum «Check-Up» • Er war in Salvador de Bahia (Ferien)

    • Und er habe noch immer Durchfall seit seinem letzten Indienaufenthalt im letzten Jahr

    • Es sei in den Ferien in Brasilien wechselnd gewesen; zu Beginn weniger häufig, dann 2-3 Tage extrem, jetzt wieder gleich wie vor den Ferien

    • Kein: Gewichtsverlust, Hautausschlag, Fieber, Erbrechen.

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  • Interessantes aus der Reisemedizin Medizin Update 2017

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    Bernhard R. Beck [email protected] Seite 5

    DIFFERENZIALDIAGNOSE • Giardiasis • Postinfektiöses

    Syndrom / IBS / Reizdarm

    • Parasiten / Würmer • Clostridien • Bakterielle Kollitiden • Intoleranzen • Blastozysten

    (Blastocystis hominis)

    • Immundefekte (primär/skundär)

    • Pathologische Immunreaktionen

    • IBD (Inflammatory bowel disease)

    • Protein losing Gastroenteropathien

    • Neuroendokrine Tumoren (inkl. Mastozytose)

    • Artifizieller Durchfall

    ABKLÄRUNGEN • Da im Zusammenhang mit Auslandaufenthalt: infektiologisch

    • Erste Runde • Blutbild mit Diff, kleine Chemie, Stuhl auf Protozoen

    • Zweite Runde • BSR, TSH, erweiterte Parasitologie mit Serologien,

    Multiplex-PCR Stuhl, Calprotectin, Kopro-Antigentest HP

    • Dritte Runde • Koloskopie, Bildgebung, erweiterte DD

    STUHLUNTERSUCHUNGEN • SAF-Stuhl

    • kleine Stuhlmenge (ca. 1-3 g) • Stuhl sofort fixieren (gründlich mischen) • Ideal für Protozoen (EINZELLER!)

    • NATIVSTUHL • Stuhlmenge gross (über 20 g) • Ausgangsmaterial kann gut konzentriert werden • Ideal für Helminthen-Eier

    • Kultur-Stuhl • Wenig Material in Carry-Blair-Mediium • Typischer Behälter mit dem Probenlöffel • Ideal für bakterielle Kulturen oder PCR

    Sodium acetate - Acetic acid - Formalin

    MULTIPLEX STUHL-PCR • Verschiedene Varianten im Angebot

    • Gesamtpakete (bis zu 20 Erreger) • Kombinationen Bakterien / Viren / Parasiten

    • Nur einmal durchführen • Hohe Sensitivität • Kulturen für Resistenzen meist aus gleichem Material

    möglich • Rasch (innerhalb 1 Arbeitstages)

    • Teuer bis sehr teuer (ab 180.-) • «Falsch positive» Resultate

    • Kann lange positiv bleiben nach Behandlung

    STUHLUNTERSUCHUNGEN • Instruktion Patienten wichtig

    (zum Mitnehmen?) • Proben immer von

    verschiedenen Stuhlgängen • Fixierte Proben können

    gelagert werden • Unfixierte Proben rasch

    untersuchen • Keine Kontamination mit dem

    WC

    FECOTAINER®

    BEFUNDE • Differenziertes Blutbild: normal • Kreatinin, Transaminasen (ALAT, γ-GT), Glucose: normal

    • SAF: • 1x Chilomastix mesnili • 1x Entamoeba nana • 3x Blastocystis hominis

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  • Interessantes aus der Reisemedizin Medizin Update 2017

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    Bernhard R. Beck [email protected] Seite 6

    BLASTOCYSTIS HOMINIS «Wir wissen, dass wir nichts wissen» • Einzeller (Stramenopilen od. Heterokonten)

    • Verschiedene Genotypen (keine Routine-Analyse) evtl. untersch. Pathogen

    • Prävalenz: EU zirka 5%, Tropen bis 76%

    BLASTOZYSTEN: PATHOGENITÄT • Unklare Mechanismen • Abhängig von

    • Wirt • Darmflora / Vorbehandlungen • Genotyp (?)

    • Selten chronische Urticar