Music&Business 5

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Music&Business Ausgabe 5, 15. Dezember 2011, Themen: Nightwish im Interview und Soundcheck des neuen Albums IMAGINAERUM; Culcha Candela mit ihrem aktuellen Album im Soundcheck; Jan Ammann, Musicaldarsteller und Sänger, im Interview und vieles mehr!

Transcript of Music&Business 5

  • 15. Dezember 2011 | Ausgabe 5

    Music Business& the facts behindm-and

    -b.d

    e

    Interview & Soundcheck

    SoundcheckCulCha Candela

    InterviewJan ammann

    MusikberufMusikredakteur

  • Fotos: Heile (Cover) | Roman Merkle (S. 2)

    Ausgabe 5 | Inhalt

    Neuerungen gibt es im Musikbusiness stndig. Doch zwei der wichtigsten Vernderungen fanden wohl im Jahr 2011 statt. Bisher erlosch das Leistungsschutzrecht eines Musikers nach 50 Jahren. Das bedeutet, dass er als Interpret nach dieser Zeit keinerlei Anspruch mehr darauf hatte, seinen Anteil an Musikver-kufen zu erhalten. Ursprnglich wurde ber eine Verlngerung auf 95 Jahre diskutiert, durchgesetzt haben sich allerdings nur 70 Jahre. Damit sollen die Rechte der Interpreten denen der Urheber angepasst werden, die bis zu ihrem Tod und 70 Jahre darber hinaus die Zahlungen erhalten. Die zweite wichtige nderung im Musikbusiness kann mglicherweise noch viel weitreichendere Folgen als die Verlngerung der Leistungsschutzrechte haben. Es handelt sich um die Einigung zwischen der GEMA und Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.). Nach Jahren der Verhandlungen und Diskus-sionen ist nun endlich auch in Deutschland gelungen, was in den USA schon lngst funktioniert: Die Zahlung von Lizenzgebhren durch Online-Musikanbieter. Diese liegen zwischen 6 Cent und 9 Cent netto. Mit zwei weiteren Neuerungen beschftigen wir uns auch in dieser Ausgabe: Nightwish haben das gewagt, was noch keine Band zuvor geboten hat: Ein Album, das nicht nur fr den normalen Musikkonsum gedacht ist, sondern dessen Songs verfilmt wurden. Diese einzigartige Kombination von Musik und Bild, die przise aufeinander abgestimmt wurden, ist fr uns ein High-light im Jahr 2011/2012. Viele neue Ideen hat auch Mirko Glser. Durch seine unkonventionellen Ratschlge und ausgefallenen Tipps versucht er jungen Bands beim Anderssein zu helfen, vor allem im Bereich Promotion und Merchandise. Seine Visionen werden wir auch im Jahr 2012 weiter verfolgen drfen, denn Ideen hat er immer. In dieser Hinsicht ist er dem Music&Business-Team sehr hnlich: Neue Ideen sind bei uns nie Mangelware. Unser neuestes Feature ist ein Lese-Workshop mit dem Thema Wie schreibe ich selbst ein Musical. Das gesamte nchste Jahr zeigt euch Peter Michael von der Nahmer wie solch ein Werk aufgebaut ist. Ihr drft also gespannt sein.

    Dominik Guyer und Michaela Hrl (Grnder und Herausgeber)

    lIebe leSerIn, lIeber leSer,

    02 M&b Ausgabe 5/2011 Ausgabe 5/2011 M&b 03

    01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16

    MIchaela hrldoMInIk guyer

    SoundcheckCulcha Candela

    S. 04

    nightwishInterview & Soundcheck

    S. 06

    kolumneMusical

    S. 11

    InterviewJan Ammann

    S. 12

    PortrtMirko Glser

    S. 14

    MusikberufMusikredakteur

    S. 15

  • Fotos: Katja Kuhl (S. 04 | 05)

    Soundcheck | Culcha Candela

    04 M&b Ausgabe 5/2011

    Was sie wollen, wissen culcha candela ganz genau: Minde-stens zehn alben auf den Markt bringen und endlich auf Welttournee gehen. dem ersten Ziel sind sie mit ihrem fnften Studioalbum Fltrate ein Stck nher gekom-men. doch ob es ihnen auch den internationalen erfolg einbringen kann, ist fraglich.

    Durch den vermehrten Einsatz von Electro- und Technoeinfls-sen versuchen sie zwar den aktuellen Trend der nationalen und internationalen Charts zu treffen, jedoch steigt dadurch auch der Konkurrenzdruck. Einem David Guetta oder Pitbull das Wasser zu reichen oder diese gar zu bertreffen, ist nun mal extrem schwer. Deshalb kann es durchaus sein, dass sie sich mit dem einen oder anderen Song auf dem neuen Album keinen Gefallen getan haben. Ihre Fans vermissen vor allem den ursprnglichen Stil der Band, der lange Zeit viele Reggae-Elemente aufwies. Dieser taucht leider nur noch in wenigen Songs des neuen Albums auf. Wildes Ding ist durchaus gut produziert, doch gerade die Auto-tune Hook klingt auf Deutsch sehr knstlich und erinnert eher an einen Schlager-Hit. Von Allein hat durchaus das Potential eines aktuellen Clubhits und regt zum Tanzen an. Schade ist nur, dass sie Pitbull imitieren. Dieses Gefhl und Megaherz sind musika-lisch gesehen eher schwach, beide haben wenige Elemente, die einem zum Weiterhren bewegen. Whrend Megaherz ganz im Stil der Singleword-Methode (Anm. d. Red.: Wortneuschp-fung; beschreibt den Stil, wie Culcha Candela ein Lied auf einem Thema oder Wort aufbaut; Songbeispiele: Eiskalt, Monsta) und dadurch textlich interessant bleibt, erinnert Dieses Gefhl an einen DJ tzi-Schlager, dessen Text leider dieses Niveau nicht

    bersteigt. Blaumann wre an sich kein schlechter Song, doch die Thematik heute chille ich erinnert stark an den Lazy Song von Bruno Mars. Ob gewollt oder nicht, das ist leider das K.O.-Kriterium fr den Track, der ansonsten durchaus gute Laune macht. Ein schnes deutschsprachiges Lied ist der Berliner Band mit Millionr gelungen. Der Beat hier ist stimmungsvoll und die Oldschool Drums bringen einen sehr angenehmen Flow. Ein schnes Zusammenspiel zwischen Rap und Gesang mit einer soulig und schn gesungenen Hook lsst einen beim Durchh-ren des Albums innehalten. Ein Song, den man sich gerne auch fter anhrt. Hungry Eyes hat den gewohnten Culcha Candela Drum Rhythmus. Durch einen parallel zur Stimme eingesetzten Synthesizer wird eine mysterise Stimmung erzeugt. Musika-lisch ist der Song top, der gut produzierte Beat fhrt angenehm durch die gesamten 3:32 Minuten. Fr die Band ungewhnliche Einflsse bietet der Song Verdammt guter Tag. Hierbei haben sie sich einen Kinderchor zur Hilfe geholt, doch leider ist der Text dermaen schlecht, dass auch dieses Feature nichts mehr retten kann - schade um den Aufwand, der hier betrieben wurde. Der erste Song des Albums Fltrate erinnert stark an KIZ und ist ein absoluter Partysong. Inwiefern es geschickt ist, das sozialkriti-sche Thema alles umsonst und den Hals nicht vollbekommen in einen Partysong zu integrieren, bietet Diskussionsbedarf. Jedoch ist es ohnehin fraglich, ob im betrunkenen Zustand noch auf Aussagen einzelner Textpassagen geachtet wird. Am Start und Nix zu verlieren gehren zu den Gewinnern der Platte. Beide Songs haben gute Beats mit powervollen Rap-Parts, besonders Nix zu verlieren. Im Gegensatz zu einigen anderen Tracks wird bei Am Start das Autotune gekonnt eingesetzt und wieder die fr

    Culcha Candela bliche Singleword-Methode benutzt. Eine coole Stilmischung bietet der Song Mami, der in sich Electro, Rap und Gesang vereint. Die Zweisprachigkeit des Tracks macht diesen noch interessanter. Spanische Parts sorgen fr Abwechslung und jede Menge gute Laune. Man erinnert sich sofort an den letzten Sommerurlaub, die Cocktails, Strandparties und coolen Clubs. Ein Song, der durchaus das Potential hat international erfolg-reich zu sein, vor allem in der spanischen Clubszene. Der Titel Big Fat Smile beschreibt bereits, wie man sich beim Hren des Songs fhlt. Der Reggae-Einschlag passt zur Band, eine schne, im Moment von ihnen vernachlssigte Richtung. Hoffentlich drfen wir so etwas in Zukunft fter hren. International haben sie bei dieser Nummer den Vorteil, dass englischsprachige Lnder schon aufgrund des Textverstndnisses mehr Interesse zeigen knnten. Leider ist es nach wie vor so, dass der Schlssel fr weltweiten Erfolg in der Sprache liegt, die meist Englisch sein muss. Last but not least: Der beste Song des Albums ist auch der letzte. Morgen Fliegen ist ein gelungenes Gesamtkunstwerk und einer der wenigen Songs, die wirklich eine Botschaft trans-portieren. Die Benutzung von akustischen Instrumenten gepaart mit Synthesizern und spacigen Drums ergibt einen auerge-whnlichen Sound. Der Text zeigt, dass Culcha Candela mehr knnen, als nur ber Frauen und Sex zu rappen; sie knnen sich auch mit ernsten Themen auseinandersetzen. Nach einem schwachen Einstieg beweisen die Berliner mit einzelnen Songs ihr musikalisches Talent. Vor allem der Snger wertet durch seine angenehme, weiche Stimmfarbe und den eingngigen Refrains und Strophen das Album auf, whrend eher eintnige Rap-Parts die 15 Titel zu einem Einheitsbrei verwandeln. Die besten Songs sind: Hungry Eyes, Millionre, Big Fat Smile und Morgen Fliegen. Sie htten sich insgesamt mehr auf das konzentrieren sollen, was sie knnen, mehr Reggae wre beispielsweise schn gewesen. Abgesehen von berflssigen Electro- und Technoeinflssen sind die Produktionen durchweg sehr professionell und vermitteln eine sehr positive Stimmung und jede Menge Partylaune. Culcha Candela haben mit groem Erfolg ihren eigenen Stil erschaffen, darauf sollten sie aufbauen und nicht zwanghaft versuchen, ande-ren nachzueifern oder mglichst schnell international erfolgreich zu werden. Es sollte eine Linie eingehalten werden, die den Fans zeigt, wer Culcha Candela sind und wo sie mit ihrer Musik stehen mchten. Nur so knnen sie auch ber den deutschsprachigen Raum hinaus ihre Ideale und ihre Musik glaubwrdig vertreten und verkaufen.

    Constantin Schley, Michaela Hrl

    die erfolgreiche Berliner hip hop Combo

    AUF DEM WEG ZUM INTERNATIONALEN ERFOLG

    CULCHA CANDELA

  • Foto: Heile Ausgabe 5/2011 M&b 0706 M&b Ausgabe 5/2011

    nightwish | Interview & Soundcheck

    nightwish wurde im Jahr 1996 whrend einer nacht am lagerfeuer von Tuomas holopainen gegrndet. damals studierte er Musiktheorie, klavier, klarinette und Tenorsaxophon. ein groteil der Songs und arrangement stammt aus seiner Feder. nightwishs lieder werden stark von elementen der Filmmusik beein-flusst. Als musikalische Vorbilder nennt Tuomas holopainen unter anderem die berhmten komponisten hans Zimmer (Fluch der karibik, rain Man, last Samurai) und Vangelis (Blade Runner, alexander). Mit der ehemaligen Snge-rin Tarja Turunen prgten nightwish das genre des Symphonic-Metal. dann, im Jahr 2005, trennte sich die band von Tarja. Im September 200