Trialog 05/2011 - „Ich hoffe, sie schafftden Ausstieg”

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Nicht nur Pillen lindern Schmerzen „Die Bären bei Laune halten” Heilsarmee betreut Asylsuchende

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  • 4|2006

    www.heilsarmee.ch

    Magazin fr ein Leben voll Hoffnung /2 2006 2. Jahrgang

    Ein schlechtes Gewissen hat Beatrice* manchmal, aber Vorwrfe macht sie sich keine. Ihre drogenabhngige Schwester Katrin* lebt auf der Strasse. Beatrice sagt dazu: Es ist ihr Leben, fr das sie auch selber verantwortlich ist. Aber ich hinterfrage meine jetzige Rolle. Was ist meine Aufgabe? So sucht Beatrice immer wieder mit der Situation klarzu-kommen und einen Umgang mit ihrer Schwester zu finden, der sie weder ber-fordert noch unter Druck setzt.

    Kein hoffnungsloser FallBeatrice erzhlt von der Gratwanderung zwischen helfen und aufgeben, zwischen abgrenzen und offen sein. Und sie er-

    whnt, wie Gebet die Beziehung zu ihrer Schwester verndert. Ich weiss, dass ich nicht krampfhaft etwas tun muss, sondern alles in Gottes Hand legen kann. Und ganz wichtig: Ich weiss, dass es fr Gott keine hoffnungslosen Flle gibt. So kann ich immer wieder aus der Unruhe in seine Ruhe kommen. Beatrice sinniert auch darber, wie es kommt, dass Geschwister, die unter dem gleichen Dach aufwachsen, sich so ver-schieden entwickeln. Und sie gibt Aus-kunft, was bei der Erziehung ihrer eige-nen Tochter im Vordergrund steht.Lesen Sie dazu die Seiten 5 und 6!

    *Namen von der Redaktion gendert

    von Mensch zu Mensch zu Gott zu Mensch 5 | 20

    9 Die Bren bei Laune halten

    Gesellschaft

    3Nicht nur Pillen lindern Schmerzen

    Ratgeber

    0 Heilsarmee betreut Asylsuchende

    Am Werk

    Ich hoffe, sie schafft den Ausstieg

    Sie landete in den Drogen: Geschwister knnen sich sehr verschieden entwickeln, selbst wenn sie im gleichen Haushalt aufwachsen (Symbolbild).

  • DIALOG

    5|202

    ImpressumGrnder: William Booth Generalin: Linda Bond Leiter fr die Schweiz, sterreich, Ungarn: Territorialleiter Kurt Burger

    Leiter Marketing und Kommunikation:Martin KnziRedaktionsleiterin:Gabrielle KellerHeilsarmee Hauptquartier, Postfach 6575, Laupenstrasse 5, 3001 BernTelefon: 031 388 05 91, Fax 031 388 05 95,redaktion@swi.salvationarmy.orgwww.heilsarmee.ch

    Redaktionsteam TRIALOG:Elsbeth Cachelin, Redaktorin, (elsbeth_cachelin@swi.salvationarmy.org), Yves Landis, Timon Stettler, Daniela Zurbrgg

    Layout:Rolf Messerli, HQ, BernDruck: Ast & Fischer AG, WabernAuflage: 12'000

    Jahresabonnement TRIALOG(erscheint siebenmal jhrlich)Preis: Franken 24. / 44.* / 49.***Ausland / **Luftpost

    Bildnachweis:S. 1 : Foto-CD/NetDoktor.de/Egger ; S. 2, 7 : ZVG/Iseli ; S. 3 : ZVG /Messerli ; S. 4 : ZVG ; S. 5 : Saul Davis / galarapid ; S. 6 : J. Maurer/J. Tschanz ; S. 8 : Messerli ; S. 9 : Landis/Iseli ; S. 10 - 11 : Alexander Egger/ ZVG ; S. 12 : Messerli/Cachelin

    Umfrage Seite 2:Dora Rufener

    Editorial: Elsbeth Cachelin, Redaktorin

    Grn ist in

    Mein Orangenbaum verlor letzten Winter fast alle Bltter. Kahl und fahl stand er im Topf. Mutig schnitt ich fast die ganze Krone zurck. Und nur wenige Tage spter zeigten sich am Stamm grne millimeterkleine Bltter. Grn die Farbe der Hoffnung.

    In den Seiten mittendrin dieses TRIALOGs lesen Sie ber die Hoffnung von Beatrice, deren Schwester im Drogenmilieu lebt diese Hoffnung grndet auf der Tatsache, dass es fr Gott keine hoffnungslosen Flle gibt. Sie lesen, wie K.V. hofft, der gelhmt im Bett liegt. Und Sie lesen, wie die Hoffnung in Gott und damit eine ganz neue Lebensperspek-tive dort anfngt, wo menschliches Hoffen am Ende ist. Hoffnung vermitteln wollen auch die PAG-Stellen der Heilsarmee; hier werden Asylsu-chende begleitet und betreut (Seite 10).Seit Fukushima haben die grnen Parteien Zulauf und viel Hoffnung wird in die die grne Energie gesetzt. Von der Windkraft fr alle lesen Sie auf Seite 12. Ein weiteres grnes Thema finden Sie auf Seite 9, wo der Wrter vom Brenpark Bern ber seine Schtzlinge Auskunft gibt.

    Ich wnsche Ihnen eine ermutigende Lektre mgen Sie neue Hoffnung fassen!

    Bei seelischen Schmer-zen rede ich mit Gott da-rber. Auch mit andern Menschen auszutauschen, hilft mir. Eine Bewlti-gungsstrategie ist ferner zu singen, Bibelworte zu zitieren oder spazieren zu gehen. Durch Ablenkung und Distanz verndern sich oftmals Einstellung und Gefhl zum Problem.Christine Brunner-Kormann

    Eigentlich habe ich nicht so oft Schmerzen. Wenn ich aber Schmerzen habe, warte ich zuerst ab, wie sie sich entwickeln, bevor ich ein Medikament nehme. Ntzen die Tabletten nichts, gehe ich zum Arzt. Bei psychischen Schmer-zen ist es hilfreich, mit einem Kollegen darber zu sprechen.

    Stefan Rufener

    Schmerzen gehren zu meinem tglichen Leben. Ich kann recht gut damit umgehen, indem ich meine Gelenke mit einem kh-lenden Gel einreibe und sie schone. Wenn ich wegen Schmerzen nicht schlafen kann, stehe ich auf und lese oder lse Kreuzwortrtsel. Ausser bei Zahnschmerzen nehme ich selten Schmerz-mittel.

    Eva Rtsche

    Wie gehen Sie mit Schmerz um? Durch Mark und Bein gehenIn der Alltagssprache gibt es Ausdrcke und Redewendungen, die aus der Bibel stammen. Wir stellen sie Ihnen vor.

    Wenn wir ein erschreckendes, durch-dringendes Gerusch hren etwa einen Schrei reagiert unser Krper darauf: Der Schrei geht durch Mark und Bein. Dieser Ausdruck umschreibt Geschehen und Ge-fhl bildhaft.Bereits der Autor des Hebrerbriefs im Neuen Testament braucht dieses Bild, be-schreibt aber damit die Kraft des Wortes Gottes (Kapitel 4, 12). Dieses ist schr-fer als jedes zweischneidige Schwert. Es durchdringt alles, und nichts und niemand kann es aufhalten. Es vermag nicht nur Mark und Knochen zu scheiden, sondern auch Seele und Geist: Gottes Wort deckt auf, zeigt Gut und Schlecht.

    Thomas Anliker, Mitarbeiter Redaktion

  • LEBENSHILFE RATGEBER

    5|203

    Dauerhafte Schmerzen, deren Ursachen nicht erklrbar sind, beeintrchtigen den Alltag erheblich. Die Gefahr dabei ist, dass sich ein Teufelskreis einstellt: Wegen Schmerzen verhalten sich die Menschen weniger aktiv, bssen dadurch geistige wie krperliche Fitness ein, was sich mit Muskelschwche und Gelenk-steifigkeit auswirkt. Hinzu kommen oft Stress und Angst sowie rger oder Frustration, welche mit Schlafstrungen verbunden sind. Aufgrund von Arbeits-unfhigkeit schliesslich knnen Geld-sorgen, Beziehungsprobleme, Zukunfts-ngste mit Stimmungsschwankungen oder Depressionen auftreten. Dies wie-derum verstrkt, unterhaltet oder lst die biologischen Schmerzen direkt aus.

    Mit Schmerzen lebenObwohl der Arzt alle seine Mglich-keiten fr eine direkte Behandlung der Schmerzen versuchen wird, werden die Patienten oft mit der Tatsache konfron-

    Werkzeugkit gegen den Schmerz packen Daniel Meier

    In der Schweiz leiden rund eine Million Menschen an chronischen Schmerzen. Es gilt, den Teufelskreis der Schmerzen zu durchbrechen. Der Rheumatologe Daniel Meier gibt Auskunft.

    tiert, dass sie mit chronischen Schmer-zen leben lernen mssen. Oft lst dies im Menschen eine kann ich nicht-Re-aktion aus. Personen, die frher vielen Aktivitten nachgegangen sind (Berufs-ttigkeit, Haus- und Gartenarbeit, Sport, Reisen oder Ausflge) haben diese oft mit schwindendem Selbstvertrauen be-reits aufgegeben.

    Krper und Seelerzte, die sich mit diesen Problemen befassen, suchen in einem ersten Schritt nach krperlichen Schmerzursachen. Diese gehen oft vom Bewegungsappa-rat und/oder von Strungen im Nerven-system aus. Gelingt keine urschliche Behandlungsmglichkeit, kann in einem zweiten Schritt eine individuelle Thera-piezusammenstellung erfolgen. Optimal ist, wenn dabei Rheumatologen, Neu-rologen, interventionelle Schmerzthe-rapeuten oder Psychiater/Psychologen zusammenarbeiten. Meist kann eine

    deutliche Reduktion der Schmerzen so-wie mehr Lebensqualitt und Funktiona-litt auch in der Gesellschaft oder Fami-lie erreicht werden.

    Tabletten und PhysiotherapieDer Rheumatologe befasst sich mit schmerzhaften Strungen am Bewe-gungsapparat (Wirbelsule, Gelenke, Muskulatur, Sehnen und Knochen). Die-se knnen ihre Ursache im Bewegungs-apparat selber, aber auch anderswo ha-ben. Aus diesem Grund ist eine breite diagnostische Betrachtungsweise mit sorgfltiger klinischer Untersuchung und Zusatzabklrungen notwendig. Das the-rapeutische Spektrum umfasst vor allem fr entzndlich-rheumatische Erkran-kungen neue, zum Teil bahnbrechende Medikamente. Die Physiotherapie hat in der Behandlung nach wie vor einen gros-sen Stellenwert. Die sogenannte inter-ventionelle Schmerztherapie bietet sich ebenfalls an.

    Erfreuliche ErfolgeBei der Behandlung von chronischen Schmerzen muss der Patient auch auf menschlicher Ebene betreut und das Be-wusstsein fr den vorgenannten Teufels-kreis geschult werden. Dazu kommt der Erwerb des Schmerzwerkzeugkoffers fr den alltglichen Umgang mit nicht beeinflussbaren Schmerzen. Hier muss nach wie vor Schmerzbereitschaft von Betroffenen verlangt werden. Oft sind die rzte mit nicht erfllbaren Erwar-tungen von Seiten des Patienten kon-frontiert. Aber auch erfreuliche Erfolge nach jahrelangen Leidensgeschichten kommen vor, und der Arzt gewinnt bei jedem einzelnen Patienten neue Erfah-rung hinzu.

    www.rheumapraxis-bern.ch

    Werkzeuge gegen Schmerzen: Von der Bettflasche ber Physiotherapie hin zu Schmerzmitteln und verndertem Umgang.

    Dr. med. Daniel Meier betreut und behandelt Patienten mit

    rheumatischen Leiden.

  • PEOPLE

    5|204

    Herausgepickt. TRIALOG stellt Ihnen vor:

    Roland Dougoud statt Sicher-

    heitsagent Heils-armeeoffizier

    Was gibt es Besseres, als Menschen den Weg zu einem neuen Leben mit Jesus Christus zu zeigen? Raphael Brndle, 24, Theologiestudent und Mitglied der Heilsarmee, arbeitet in Basel auch als Strassenevangelist. Er fhrt somit den Auftrag der Heilsarmee, die Kirche auf die Strasse zu bringen, aus. Immer wie-der erlebt er dabei, wie Menschen von Jesus berhrt und verndert werden: Ich untersttze die Heilsarmee in ihrer Aufgabe, Menschen zu suchen, di