Wandel der Sozialstruktur eines Vereins im .Wandel der Sozialstruktur eines Vereins im Oldenburger

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  • Wandel der Sozialstruktur eines Vereins

    im Oldenburger Mnsterland:

    Der Schtzenverein Lohne

    im 19. und 20. Jahrhundert

    Facharbeit

    im Seminarfach Erinnerungsorte im Oldenburger

    Mnsterland

    vorgelegt von

    Tim Julian Dorniak

  • Gymnasium Lohne Schuljahr 2015/2016

    An der Kirchenziegelei

    49393 Lohne

    Fach: SF: Erinnerungsorte im Oldenburger Mnsterland

    Kursnummer: sf273

    Verfasser: Tim Julian Dorniak

    Fachlehrer: PD Dr. Michael Hirschfeld

    Ausgabetermin des Themas: 01.02.2016

    Abgabetermin der Arbeit: 14.03.2016

    _____________________________

    Verfasser

    Bewertung: 13 Punkte PD Dr. Michael Hirschfeld

    Fachlehrer

  • Inhaltsverzeichnis

    Seite

    1 Vorwort ............................................................................................. 1

    2 Geschichte des Schtzenwesens im Allgemeinen ............................. 2

    3 Entwicklung der Sozialstruktur im Lohner Schtzenwesen.............. 3

    3.1 Schtzengesellschaft und Volksschtzenverein im Vergleich .. 3

    3.2 Zusammenschluss ...................................................................... 9

    3.3 Schtzenverein Lohne in der NS-Zeit ..................................... 11

    3.4 Sozialstruktur in den Nachkriegsjahren bis heute ................... 13

    4 Fazit ................................................................................................. 15

    5 Danksagung ..................................................................................... 16

    6 Anhang ............................................................................................ 17

    7 Literaturverzeichnis ......................................................................... 20

    Schlererklrung ................................................................................... 21

    Einverstndniserklrung ........................................................................ 22

  • Vorwort 1

    1 Vorwort

    Was fr den Rheinlnder der Karneval ist, fr den Bayern das

    Oktoberfest, ist fr den Niedersachsen das Schtzenfest.1

    Dieses Zitat beschreibt unter anderem sehr deutlich, welche Bedeutung

    das Schtzenwesen und das dazugehrige Schtzenfest fr die

    Niedersachsen haben.

    Die Schtzenvereine im Oldenburger Mnsterland sind ein elementarer

    Bestandteil der deutschen Vereinskultur. Sie knnen aufgrund ihrer

    langen Tradition und Brauchtumspflege als Erinnerungsorte definiert

    werden. Daher wurde das Schtzenwesen 2015 in das immaterielle

    UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen und zugleich als ein Teil

    deutscher Geschichte gewrdigt2.

    Gerade in Vereinen spielen die Menschen eine wichtige Rolle. So gilt es

    nun zu erforschen, welche Personen und Gruppen das Schtzenwesen im

    Oldenburger Mnsterland, insbesondere in Lohne, geprgt haben. Dies

    kann durchaus schon beim einfachen Schtzen anfangen, welcher mit

    seinem Engagement das Schtzenwesen fortfhrt und seinen Bestand

    sichert.

    beraus wichtig knnte aber auch eine Betrachtung der Schtzenknige

    im Wandel der Zeit sein, die whrend ihrer Amtszeit gemeinsam mit

    ihrem Thron das Schtzenfest und somit auch den gesamten

    Schtzenverein individuell und nachhaltig prgen. Folgende

    Fragestellungen mssen also anhand von Protokollbchern,

    Aufzeichnungen, Zeitungsartikeln sowie Chroniken und Bilddokumenten

    beantwortet werden.

    Welche Bevlkerungsgruppen waren im Lohner Schtzenverein aktiv?

    Wie hat sich die Sozialstruktur im Lohner Schtzenverein im Laufe der

    Zeit gewandelt? Wie haben individuelle Personen den Verein verndert?

    1 von Pfeil, Sigurd. Schriften zur niederdeutschen Volkskunde (Bd.7)

    Schtzenwesen und Schtzenfeste in Niedersachsen Gttingen: Verlag Otto

    Schwartz & Co., 1975 S. 3 2 Quelle: https://www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe/bundesweites-

    verzeichnis/eintrag/schuetzenwesen-in-deutschland.html

  • Geschichte des Schtzenwesens im Allgemeinen 2

    Nahmen historische Epochen, wie Kaiserreich, Weimarer Republik und

    NS-Zeit, Einfluss auf die sozialstrukturelle Entwicklung?

    2 Geschichte des Schtzenwesens im Allgemeinen

    Die Ursprnge des Schtzenwesens reichen bis in das frhe Mittelalter

    zurck. Mit der Entwicklung des Stdtewesens organisierten sich die

    Brger nicht nur in Handwerks- und Handelsgilden, sondern schlossen

    sich auch zusammen, um Stadt und Gemeinde gegen vielerlei

    Bedrohungen zu verteidigen. So galt es immer wieder, die Stdte und

    Gemeinden vor mglichen berfllen und Plnderungen zu schtzen.

    Der Zusammenschluss der Brger erfolgte durch Grndung von

    Schtzengesellschaften, Schtzengilden, Schtzenbruderschaften oder

    spteren Schtzenvereinen.3

    Die allen Vereinsformen vorangestellte Wortsilbe Schtzen bedeutete

    im mittelalterlichen Sprachgebrauch nicht schtzen im Sinne von

    behten oder beschtzen, sondern schieen.

    Die Wahl der Vereinsform als Gilde oder Bruderschaft hing im

    Wesentlichen von dem rtlichen Verhltnis der Brger zu ihren

    stdtischen oder kirchlichen Herren ab.

    Die Schtzengemeinschaften bildeten besonders in den Stdten

    schlagkrftige Brgerwehren. Die Wehrfhigkeit der Einwohnerschaft,

    zunchst mit Bogen und Armbrust, spter dann mit moderneren

    Feuerwaffen, wurde vielfach gefrdert und fhrte zu Privilegien aller Art,

    die zum Teil noch bis in das spte 19. Jahrhundert Bestand hatten.

    In Sdoldenburg gibt es zwei typische Beispiele fr eine frhe Grndung

    von Schtzenbruderschaften bzw. Schtzengesellschaften im 14./15.

    Jahrhundert: Friesoythe und Wildeshausen. In Wildeshausen lag der

    Ursprung im religisen Gemeinschaftsleben der Bruderschaft der

    10.000 Ritter oder Mrtyrer und in der schon seit etwa 1500 n.Chr.

    bestehenden Leichnamsbruderschaft. Zu einem anderen Zweck, bildetete

    3 Krapp, Burkhard, Meyer Walter, Sieverding Bernd , Rieelmann Otmar , Rohe Herbert , Wilke Andre . 2008 . Festschrift 400 Jahre Schtzenverein Lohne e.V. v. 1608

    . Herausgeber: Schtzenverein Lohne v. 1608 e.V. Lohne (Oldb) ., S.21

  • Entwicklung der Sozialstruktur im Lohner Schtzenwesen 3

    sich im Jahr 1337 die Schtzengilde Friesoythe. Sie diente laut eigener

    Aussage der Stadtverteidigung. 4

    Weitere Schtzengesellschaftsgrndungen in der Region Oldenburg sind

    fr das spte 16. Jahrhundert und fr den Anfang des 17. Jahrhunderts zu

    benennen, etwa in Cloppenburg 1585 und in Lohne 1608. Die beiden

    Vereine bestehen noch heute und fhren die Traditions- und

    Brauchtumspflege weiter fort.

    Im folgenden Kapitel wird es besonders um die Menschen des Lohner

    Vereins am Ende des 19. Jahrhunderts und im 20 Jahrhundert gehen.

    3 Entwicklung der Sozialstruktur im Lohner

    Schtzenwesen

    3.1 Schtzengesellschaft und Volksschtzenverein im

    Vergleich

    Als Grndungdatum der Lohner Schtzengesellschaft nahm man das Jahr

    1836 an. Im Jahr 1978 konnte jedoch nachgewiesen werden, dass das

    Schtzenwesen in Lohne schon viel frher entstanden ist, nmlich im

    Jahre 1608.5

    Als Grndungsjahr des Volkschtzenvereins Lohne kann das Jahr 1902

    benannt werden.

    Jetzt gilt es herauszustellen, welche Unterschiede, z.B. bei

    vereinsinternen Ablufen oder Bruchen, und welche Hinweise auf die

    Sozialstruktur und etwaige Verschiedenheiten dieser es in beiden

    Vereinigungen gab.

    Es zeigt sich, dass es Unterschiede bei der Historie der Schtzenfeste in

    der Schtzengesellschaft sowie im Volkschtzenverein gab. Ungeklrt ist

    es, ob Schtzenfeste in der Zeit von 1816 bis 1840 jhrlich stattgefunden

    haben. Schriftliche Aufzeichnungen sind fr diesen Zeitraum nicht

    vorhanden. Ob es auch bereits seit der Grndung der

    Schtzengesellschaft jhrlich einen Schtzenknig gab, ist ebenfalls

    4 Quelle: https://www.friesoythe.de/unsere-stadt/geschichte/chronik/

    5 Ebd. S.43; Protokollnachweis Burgmannen von Vechta

  • Entwicklung der Sozialstruktur im Lohner Schtzenwesen 4

    unklar. Allerdings ist durch einen Orden an der Knigskette (Abb.1)

    nachzuweisen, dass Theodor Gieske aus Lohne im Jahr 1840 der erste

    heute bekannte Schtzenknig war. Das lteste vorhandene Protokoll

    stammt aus dem Jahr 1868 jedoch wurden erst ab 1887 regelmig

    Protokolle gefhrt. Es lsst sich anhand der alten Knigskette (Abb.2)

    nachweisen, dass ab dem Jahre 1840 jhrlich Schtzenfeste in Lohne

    stattfanden. Jedoch gab es in den Jahren 1870/1871, whrend des

    Deutsch-Franzsischen Krieges kein Fest. Auch whrend des Ersten

    Weltkrieges von 1914 bis 1918, gleichermaen whrend des Zweiten

    Weltkrieges und der Besatzungszeit von 1940 bis 1949, fand kein

    Schtzenfest in Lohne statt.6

    Zum Ablauf des Schtzenfestes der Lohner Schtzengesellschaft vor

    1868 ist nichts Genaueres zu sagen; es ist auerdem nicht bekannt,

    welche Personen oder Gruppen vor 1868 beteiligt waren. Das

    Schtzenkomitee von 1868 beschloss die Aufhebung der alten

    Vereinssatzung (siehe Anhang). Daraufhin hatte die Schtzengesellschaft

    einen Vorstand, der aus folgenden Personen bestand: dem Oberst mit

    Platzkommandanten und Adjutanten, Tambour-Major, Kassierer,

    Schriftfhrer und auerdem Fhnriche mit Fahnenjunker. ber die

    Schtzenuniform ist in den Statuten soweit nichts vermerkt, es heit

    jedoch