Grammatikabbau in deutschen Varietäten in Russland und ... „selektive“ Resistenz gegenüber...

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Überflutete Sprachinseln. Grammatikabbau in deutschen Varietäten in Russland und Brasilien Peter Rosenberg (Europa-Universität Frankfurt/Oder) Universität Potsdam – Zentrum Sprache, Variation und Migration – Kolloquium 30.11.2011 abrufbar unter: http://www.kuwi.euv-frankfurt-o.de/de/lehrstuhl/sw/sw1
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  • berflutete Sprachinseln.Grammatikabbau in deutschen Varietten in Russland und Brasilien

    Peter Rosenberg(Europa-Universitt Frankfurt/Oder)

    Universitt Potsdam Zentrum Sprache, Variation und Migration Kolloquium 30.11.2011

    abrufbar unter: http://www.kuwi.euv-frankfurt-o.de/de/lehrstuhl/sw/sw1

  • DFG-ProjektRegularitt und Irregularitt in der Kasusmorphologie deutscher Sprachinselvarietten (Russland, Brasilien): intralinguale, interlinguale, typologische Konvergenz

    Gegenstand sind die Entwicklungsverlufe regulrer und irregulrer Morphologie in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten und unterschiedlichen Alters in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt.

    Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel.

    [aus dem Projektantrag]

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • (1) Entwicklungsverlufe regulrer Morphologie: Nominalflexion: fortgeschrittener Kasusabbau

    a Zwei-Kasus-System: Nominativ Obliquenkasus oder b Einheitskasus

    (2) Entwicklungsverlufe irregulrer Kasusmorphologie: Pronominalflexion: selektive Resistenz gegenber Kasusabbau

    a Drei-Kasus-Systems: Nominativ Dativ Akkusativ oder b Erhalt von Dativformen (im Zwei-Kasus-System: Nominativ Obliquenkasus)

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • (1) Entwicklungsverlufe regulrer Morphologie: Nominalflexion: fortgeschrittener Kasusabbau

    a Zwei-Kasus-System: Nominativ Obliquenkasus oder b Einheitskasus

    (2) Entwicklungsverlufe irregulrer Kasusmorphologie: Pronominalflexion: selektive Resistenz gegenber Kasusabbau

    a Drei-Kasus-Systems: Nominativ Dativ Akkusativ oder b Erhalt von Dativformen (im Zwei-Kasus-System: Nominativ Obliquenkasus)

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • (3) Warum Sprachinseln?

    Deutsche Sprachinseln: intensiver Sprachkontakt Sprachstrukturelle Abbauprozesse (Abbau morphologischer Strukturen) Sprachliche Konvergenz: intralingual: Dialektausgleich/Mischdialekte interlingual: Interferenz/Entlehnung/Code-mixing Sprachwechsel

    Deutsche Sprachinseln: berschaubare Sprachgemeinschaften auf begrenztem Raum von Umgebungssprache deutlich unterscheidbare Sprachen/Sprachvarietten Distinktivittsbewusstsein (Mattheier 1996) dichtes kommunikatives Netzwerk

    Deutsche Sprachinseln in Russland und Brasilien:Vergleichende Untersuchung in Sprachinseln mit differenten Sprachkontaktbedingungen lsst Ineinandergreifen interner und externer Sprachwandelphnomene ermessen

  • (3) Warum Sprachinseln?

    Deutsche Sprachinseln: intensiver Sprachkontakt Sprachstrukturelle Abbauprozesse (Abbau morphologischer Strukturen) Sprachliche Konvergenz: intralingual: Dialektausgleich/Mischdialekte interlingual: intensiver Sprachkontakt Sprachwechsel

    Deutsche Sprachinseln: berschaubare Sprachgemeinschaften auf begrenztem Raum von Umgebungssprache deutlich unterscheidbare Sprachen/Sprachvarietten Distinktivittsbewusstsein (Mattheier 1996) dichtes kommunikatives Netzwerk

    Deutsche Sprachinseln in Russland und Brasilien:Vergleichende Untersuchung in Sprachinseln mit differenten Sprachkontaktbedingungen lsst Ineinandergreifen interner und externer Sprachwandelphnomene ermessen

  • (3) Warum Sprachinseln?

    Deutsche Sprachinseln: intensiver Sprachkontakt Sprachstrukturelle Abbauprozesse (Abbau morphologischer Strukturen) Sprachliche Konvergenz: intralingual: Dialektausgleich/Mischdialekte interlingual: intensiver Sprachkontakt Sprachwechsel

    Deutsche Sprachinseln: berschaubare Sprachgemeinschaften auf begrenztem Raum von Umgebungssprache deutlich unterscheidbare Sprachen/Sprachvarietten Distinktivittsbewusstsein (Mattheier 1996) dichtes kommunikatives Netzwerk

    Deutsche Sprachinseln in Russland und Brasilien:Vergleichende Untersuchung in Sprachinseln mit differenten Sprachkontaktbedingungen lsst Ineinandergreifen interner und externer Sprachwandelphnomene ermessen

  • Deutsche Siedlungenin der ehemaligen UdSSR

    Nationalkreis Halbstadt, Altajskij Kraj

  • Deutsche Siedlungen in Russland

    katholische und mennonitische Variett

    Sprachaufnahmen:

    Erhebungsorte

  • Russlanddeutsches Dorf in Sibirien

  • Sibirisches russlanddeutsches Dorf

  • Sibirisches russlanddeutsches Dorf

  • Hier wohnt der verdiente Kolchosarbeiter Otto Ottowitsch Kammerer

  • Russlanddeutsche Ladies

  • Deutsche Siedlungen in Brasilien

    Pomeranos

    Rio Grande do Sul Santa Catarina

    Sprachaufnahmen:

    Erhebungsorte

  • (Altenhofen 1996)

    Dialektvariettendes Deutschenin Rio Grande do Sul

  • Deutsche in Brasilien: Sprachinseln bei Pelotas

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • Auswahl der Gewhrspersonen

    Entwicklungsverlauf in relativer Zeit (Generationsvergleich)

    Probanden dreier Altersgruppen (je 3 x 20 in BRA und RUS = 120):- A: < 40 Jahre- B: 40-59 Jahre- C: 60 Jahre

    Messung in Echtzeit (longitudinale Wiederholungserhebung)

    konstant gehaltene (kontrollierte) Merkmale:Ortsfestigkeitsozio-konomischer Status

    variable Merkmale: (4) Variett:

    Ostniederdeutsch (Plautdietsch, Pomerano) Westmitteldeutsch (Hunsrck)/Westoberdeutsch (Katholisch)

    (5) Alter

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • Aufnahmesituationen

    (6) Situationen unterschiedlicher Formalittsstufen:

    Standardisierte Teststze Erhebung der maximalen dialektalen Kasusdifferenzierung

    Interviewaufnahmen (freies Sprechen im Dialekt: Erzhlung/Bericht)

    Selbstaufnahmen alltglichen Sprachgebrauchs(Familiengesprch)

    formell

    halbformell

    informell

    Hypothesen: 1 abnehmende Distinktion der Kasusmorphologie vom formellen zum informellen Register2 abnehmende Distinktion der Kasusmorphologie mit abnehmendem Alter

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • (7) Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie Standardisierte Teststze: einige (erste) ERGEBNISSE

    Kasusmorphologie: unterschiedliche Abbauintensitt und -richtung (a) Nominalflexion => Dat = Akk oder Nom/Akk

    (b) Pronominalflexion => Dat Akk oder Dat = Objektkasus

  • 1 Ich habe dich heute morgen gesehen.

    2 Hilf ihnen!

    3 An meiner roten Nase hngt ein Tropfen.

    4 Das Haar auf meinem Kopf ist grau.

    5 Schrei mich nicht an!

    6 Der Hund setzte sich vor ihn.

    7 Der Winter des letzten Jahres war kalt.

    8 Die grnen Gurken werden mit den Zwiebeln im Topf gekocht.

    9 Einem guten Menschen soll man helfen.

    10 Er legt die Brote in seinen Korb.

    11 Gute Bcher sind teuer.

    12 Ich habe Lcher in meinen schnen Strmpfen.

    13 Mein Bruder hat dem Schaf Gras gegeben.

    14 Jungen Mnnern gefallen schne Frauen.

    15 Mein Freund hat einen Brief an mich geschrieben.

    16 Sie sitzt gern neben dir.

    17 Neben dich setzen sich alle gern.

    18 Vater gibt der dummen Gans einen Tritt.

    19 Zwei dicke Mnner stellen sich vor sie (elas, die Frauen / [RU: Instrumental])

    20 Das ist ihre Tasche. Gebt sie ihr zurck!

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Brasilien Pomerano(Ostniederdeutsch)SL/Santa Maria 1998

    (HIAT-Transkription)

    NOMINALFLEXION PRONOMINALFLEXIONStandardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Brasilien Pomerano(Ostniederdeutsch)SL/Santa Maria 1998

    (HIAT-Transkription)

    NOMINALFLEXION PRONOMINALFLEXION

    NOMINALFLEXION Akk (o. Nom/Akk)

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • NOMINALFLEXION PRONOMINALFLEXION

    Brasilien Pomerano(Ostniederdeutsch)SL/Santa Maria 1998

    (HIAT-Transkription)

    PRONOMINALFLEXION Dat !

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • mein-en mein-e mein- de 0

    20

    40

    60

    80

    100

    120

    Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12)

    Pomerano (BRA)Plautdietsch (RUS)Hunsrckisch (BRA)Katholisch (RUS)alle

    Dat Nom/Akk o. Kasusendung andere

    in %

    Abb.: Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12, n=64)

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • mein-en mein-e mein- de 0

    20

    40

    60

    80

    100

    120

    Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12)

    Pomerano (BRA)Plautdietsch (RUS)Hunsrckisch (BRA)Katholisch (RUS)alle

    Dat Nom/Akk o. Kasusendung andere

    in %

    Abb.: Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12, n=64)

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • neu-en neu-e neu- 0

    102030405060708090

    100

    Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12)

    Pomerano (BRA)Plautdietsch (RUS)Hunsrckisch (BRA)Katholisch (RUS)alle

    Dat Nom/Akk o. Kasusendung andere

    in %

    Abb.s: Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • neu-en neu-e neu- 0

    102030405060708090

    100

    Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12)

    Pomerano (BRA)Plautdietsch (RUS)Hunsrckisch (BRA)Katholisch (RUS)alle

    Dat Nom/Akk o. Kasusendung andere

    in %

    Abb.s: Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Strmpf-en Strmpf-e Strmpf-0

    10

    20

    30

    40

    50

    60

    70

    80

    Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12)

    Pomerano (BRA)Plautdietsch (RUS)Hunsrckisch (BRA)Katholisch (RUS)alle

    Dat Nom /Akk o. Kasusendung

    in %

    Abb.: Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12,

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Strmpf-en Strmpf-e Strmpf-0

    10

    20

    30

    40

    50

    60

    70

    80

    Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12)

    Pomerano (BRA)Plautdietsch (RUS)Hunsrckisch (BRA)Katholisch (RUS)alle

    Dat Nom /Akk o. Kasusendung

    in %

    Abb.: Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12,

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Strmpf-en Strmpf-e Strmpf-0

    10

    20

    30

    40

    50

    60

    70

    80

    Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12)

    Pomerano (BRA)Plautdietsch (RUS)Hunsrckisch (BRA)Katholisch (RUS)alle

    Dat Nom /Akk o. Kasusendung

    in %

    Abb.: Ich habe Lcher in meinen neuen Strmpfen. (Testsatz 12,

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Entwicklung der Kasusmorphologie

    (a) Nominalflexion

    (I) Akkusativ- oder Nominativ-Akkusativ-Formen fr Obliquenkasus bzw. in Prpositionalkonstruktionen

    (II)Expansion eines Einheitsflexivs e.

  • Entwicklung der Kasusmorphologie

    (a) Nominalflexion

    (I) Akkusativ- oder Nominativ-Akkusativ-Formen fr Obliquenkasus bzw. in Prpositionalkonstruktionen

    (II)Expansion eines Einheitsflexivs e.

  • Nominalflexion(I) Akkusativ- oder Nominativ-Akkusativ-Formen fr

    Obliquenkasus bzw. in Prpositionalkonstruktionen(1) ick heff lcher in mine schoine strmp

    (Ich habe Lcher in meinen schnen Strmpfen)(2) an maine noas hengtn dropp

    (An meiner Nase hngt ein Tropfen)(3) dei hoor op minen kopp sin grau

    (Die Haare auf meinem Kopf sind grau)Neutrum: Akkusativ Maskulinum!

    (4) mi braure hett den schp grs jejeft (Mein Bruder hat dem Schaf Gras gegeben)

    (5) den letste jr (das letzte Jahr)

    (6) wi derfe in den hus rinnegn (Wir drfen in das Haus hineingehen)

  • Nominalflexion: den/n

    Verwendungsweisen von den

    (7) den oule mann den alten Mann den

    (8) help den hilf dem/ihm dem/ihm

    (9) help den hilf ihnen denen/ihnen

    (10) der winda den letste jr der Winter des letzten Jahres(der Winter das letzte Jahr)

    das/des

    (11) der legt den brt in en korftje er legt das Brot/die Brotein ein Krbchen

    das/die

    (12) den domme gons geschubbt die dumme Gans getreten die

    (13) den erre ihre (denen ihre) denen/ihre

  • Nominalflexion: den/n

    Verwendungsweisen von n (klitisch)

    (14) for an lait n hund vor ihm liegt ein Hund ein

    (15) for n plauch vor den Pflug den

    (16) spannt n ai spannt ihn ein ihn

    (17) hott n brief geschriebe einen Brief geschrieben einen

    (18) mit n twein mit dem/einem Faden dem/einem

    (19) in n pott kokkt im Topf gekocht dem (Portmanteau)

    (20) for n vor ihm ihm/dem

    (21) in n sekkel in die Tasche(in das Sckchen)

    das

  • Jedig (1966: 52): Der Akkusativ ist beim Maskulinum und Neutrum im allgemeine vom Dativ verdrngt. Die Akkusativform wird fast ausschlielich von Vertretern der lteren Generation gebraucht, bei Vertretern der jngeren Generation dagegen findet sie sich fast gar nicht (ebd.: 71). 50 Jahre spter: Akkusativ (den/n) bzw. de !

    Bestimmter Artikel im Plautdietschen (nach Jedig 1966: 52)

    Singular Plural

    Maskulinum Femininum Neutrum M. F. N.

    Nominativ di d di d dut dt t di d

    Objektskasus,Kasus obliquus

    de:m m m di d de:m m m di d

    (de:n n n) (dut dt t)

    (d)

  • Entwicklung der Kasusmorphologie

    (a) Nominalflexion

    (I) Akkusativ- oder Nominativ-Akkusativ-Formen fr Obliquenkasus bzw. in Prpositionalkonstruktionen

    (II)Expansion eines Einheitsflexivs e.

  • Input (Standard) Output hd. bersetzung

    Singular

    Maskulinum Nominativ (22) de sommer der Sommer

    Dativ (23) mit de neets mit dem Faden

    Akkusativ (24) de oks den Ochsen

    Femininum Nominativ (25) de hett den wusche die/sie hat ihn gewaschen

    Dativ (26) in de tjoatje in der Kirche

    Akkusativ (27) de huut die Haut

    Neutrum Nominativ (28) de linke Bain das linke Bein

    Dativ (29) de schp (fudder jejaft) dem Schaf (Futter gegeben)

    Akkusativ (30) de broot das Brot

    Plural

    Nominativ (31) de fres die Frauen

    Dativ (32) mit de polle mit den Zwiebeln

    Akkusativ (33) de winta de latste joore der Winter die (der) letzten Jahre

    Nominalflexion: de (Artikel)

  • Verwendung von de

    0

    10

    2030

    40

    50

    Nominativ Dativ Akkusativ

    Standarddeutscher Input

    (in %

    )

  • Vereinfachung der Nominalflexion (-)

    Input (Standard) Output standarddt. bersetzung

    Artikel (klitisch, best./unbest.)

    Singular

    Maskulinum Dativ an e grouse boum an dem groen Baum

    Akkusativ an e pluugmit den fiirdeme knopp

    an den Pflugmit dem Faden einen Knopf (annhen)

    Femininum Dativ in e kerrich in der Kirche

    Akkusativ in e fuppe in die Tasche

    Neutrum Dativ hett e schp grs gebe hat dem Schaf Gras gegeben

    Akkusativ in e huus in das Haus

    Plural

    Dativ mit e tswiibele mit den Zwiebeln

    Akkusativ an e bm an die Bume

  • - (Adjektiv)

    Singular

    Maskulinum

    Nominativ n scheene foogel ein schner Vogel

    Dativ am groote boschma groose bruurer sai

    am groen Buschmeinem groen Bruder sein (meines groen Bruders)

    Akkusativ ne gaude mensch einen guten Menschen

    Femininum

    Nominativ de oule fr die alte Frau

    Dativ fon di scheene blume von der schnen Blume

    Akkusativ op de oule goss auf die alte Strae (Gasse)

    Neutrum

    Nominativ de letste joar das letzte Jahr

    Dativ in dem kloone hs in dem kleinen Haus

    Akkusativ mich das linkse been mir das linke Bein gebrochen

    Plural

    Nominativ dai schine bl die schnen Bltter

    Dativ in oole fenster in alten Fenstern

    Akkusativ di roode prsche die roten Pfirsiche

  • - (Nomen)

    Singular

    Maskulinum

    Nominativ mi braure mein Bruder

    Dativ uffn boodemin ls braure sin

    auf dem Bodenmeinem ltesten Bruder sein (meines ltesten Bruders)

    Akkusativ da grout osse den groen Ochsen

    Femininum

    Nominativ de leere die Lehrerin

    Dativ in de kerche in der Kirche

    Akkusativ pibe roken Pfeife rauchen

    Neutrum

    Nominativ de bunde feeglche das bunte Vgelchen

    Dativ hai jifft det faltje wooter er gibt dem Fohlen Wasser

    Akkusativ fresse gebe Fressen geben

    Plural

    Nominativ de flaume die Pflaumen

    Dativ in mine schtrmpe in meinen Strmpfen

    Akkusativ in mine schoine sokke in meine schnen Socken

  • - (Possessivpronomen)

    Singular

    Maskulinum

    Nominativ maine bruuder mein Bruder

    Dativ fon maine eltre bruudermaine bruuder sain haus

    von meinem lteren Bruder(meines lteren Bruders)

    Akkusativ maine ling fuus brocke meinen linken Fu gebrochen

    Femininum

    Nominativ maine kloone schweschter meine kleine Schwester

    Dativ an mine roue nees an meiner roten Nase

    Akkusativ (diese arbeit) diese Arbeit

    Neutrum

    Nominativ nicht getestet

    Dativ nicht getestet

    Akkusativ nicht belegt

    Plural

    Nominativ nicht getestet

    Dativ in mine schtrmpe in meinen Strmpfen

    Akkusativ in mine schoine sokke in meine schnen Socken

  • Schwache Adjektivdeklination nach Helbig/Buscha (2001: 274)

    Sing. Nom. aller Genera } -e Sing. Akk. Neutr./Fem. alle anderen Kasus -en

  • Entwicklung der Kasusmorphologie

    (a) Nominalflexion(I) Akkusativ- oder Nominativ-Akkusativ-Formen im

    Obliquenkasus bzw. in Prpositionalkonstruktionen:Arrondierung des Kasussystems (Regelgeneralisierung)

    (II)Expansion eines Einheitsflexivs e: Vereinfachung der regulren Flexion (nach Muster der schwachen Adjektivdeklination)

  • Entwicklung der Kasusmorphologie

    (b) Pronominalflexion

    (I) Dativdistinktion/formaler Dativerhalt

    (II) Regularisierung und Vereinfachung

  • (34) vor schteetn meisch (Vor ihr steht ein Mann)(35) da hund setzt sich vor eem (Der Hund setzt sich vor ihn)(36) twai dikke keels schtelle sich vor (Zwei dicke Mnner stellen sich vor sie).(37) sai wascht em mit sip (Sie wscht ihn mit Seife)

    Pronominalflexion

  • ihm (Dat) ihn/die (Akk)0

    102030405060708090

    100

    Vor ihm lag ein Hund. (Testsatz 34)

    PomeranoHunsrckischalle

    Dat - Akk

    in %

    Abb.: Vor ihm lag ein Hund. (Testsatz 34, n=35)

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • ihm (Dat) ihn/die (Akk)0

    102030405060708090

    100

    Vor ihm lag ein Hund. (Testsatz 34)

    PomeranoHunsrckischalle

    Dat - Akk

    in %

    Abb.: Vor ihm lag ein Hund. (Testsatz 34, n=35)

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Im Dativ realisierte Pers. Pron. 3. Sg.: Funktion (n=163)

    020406080

    100

    Rezipientenrolle lokativ komitativ

    Kasusfunktion

    (in %

    )

    geringe Belegzahl

    Standardisierte Teststze zur Kasusdistinktion

  • Spezifika von Personalpronomina

    1 Hohe Frequenz: resistenter gegenber sprachlichem Wandel?2 Belebte Referenten: morph. Unterscheidung syntaktischer Rollen?3 Geschlossene Klassen: auf andere Weise lexik. gespeichert als offene?4 Kleinere Klassen: Analogie geringere Wirkung?5 Pronomina knnen wie Kpfe von Nominalphrasen fungieren bzw. vertreten ganze Nominalphrasen: strkere morphologische Markierung ?6 Suppletivformen: individuell und als ganze Einheiten lexikalisch gespeichert? Verlust von Kasusmarkierungen an Nomina (in Dekomposition gespeichert) daher weniger disruptiv (Salmons 1994) als Ersetzung ganzer lexikalischer Eintrge.7 Full Listing (Lexikalisierung als ganze Einheiten, Cholewa 1993) von: monomorphematische Wrter polymorphematische Wrter mit irregulrer Wortbildung mit weniger produktiven morphologischen Mustern semantisch weniger transparente Wrter = Personalpronomina?

  • Regularisierung Vereinfachung

    ihm: Realisierungen (n=108)

    020406080

    100

    D A D/A N N/A 0

    Kasus

    (in %

    )

    Pers. Pron. (n=42) Dem. Pron./def. Art (n=58) indef. Art (n=8) alle

    ihn: Realisierungen (n=138)

    0

    20

    40

    60

    D A D/A N N/A 0

    Kasus

    (in %

    )

    Pers. Pron. (n=66) Dem. Pron./def. Art (n=66) indef. Art (n=6) alle

    de

  • Sprachproben - Brasilien(1) mnnlich, Pomerano, Santa Maria, 12.10.1998

    (Transkription mit EXMARaLDA)

    Auf der Suche nach der 3. Pers. Plural

  • (Transkription mit EXMARaLDA)

    Hilf dir (sg)

    Sprachproben - Brasilien(1) mnnlich, Pomerano, Santa Maria, 12.10.1998

  • Sprachproben - Brasilien(2) weiblich, Hunsrckisch, Morro Redondo, 17.10.1998

    (Transkription mit EXMARaLDA)

    Hilf mir

    Hilf mir Hilf ihr Hilf ihnen Ich helf euch (pl)

    euch (pl) euch (pl)

    euch (pl)

    Ich helf ihr Hilf ihnen

    Ich helf euch (pl) Ich helf euch (pl)

  • Gegenstand sind

    1 die Entwicklungsverlufe regulrer 2 und irregulrer Morphologie 3 in deutschen Sprachinseln in Russland und Brasilien 4 bei Sprechern unterschiedlicher Ausgangsvarietten 5 unterschiedlichen Alters 6 in Sprechsituationen unterschiedlicher Formalitt. 7 Ziel des Projekts ist die Beschreibung der Abbauprozesse der Kasusmorphologie und 8 ihre Erklrung im Zusammenwirken von Konvergenz, Sprachwandel und Sprachwechsel

  • Deutsche Sprachinseln als groangelegtes sprachgeschichtliches Experiment und als sprachwissenschaftliches Laboratorium [], in dem wir an der Hand geschichtlicher Zeugnisse in einer kurzen Zeitspanne von 100 bis 150 Jahren Entwicklungen verfolgen knnen, die sich im Mutterlande in mehreren Jahrhunderten abgespielt haben mssen.Viktor M. Schirmunski (1930: 113f.)

    Laboratorium: Erkenntnisse aus Aufbau-Prozessen Dialektausgleich Koineisierung Standardisierung

    Laboratorium: Erkenntnisse aus Abbau-Prozessen? (interlinguale oder intralinguale) Konvergenz morphologische Reduktion Normabbau Sprachwechsel

    (8) Einige Interpretationsanstze zum Abbau der Kasusmorphologie:

  • Deutsche Sprachinseln als groangelegtes sprachgeschichtliches Experiment und als sprachwissenschaftliches Laboratorium [], in dem wir an der Hand geschichtlicher Zeugnisse in einer kurzen Zeitspanne von 100 bis 150 Jahren Entwicklungen verfolgen knnen, die sich im Mutterlande in mehreren Jahrhunderten abgespielt haben mssen.Viktor M. Schirmunski (1930: 113f.)

    Laboratorium: Erkenntnisse aus Aufbau-Prozessen Dialektausgleich Koineisierung Standardisierung

    Laboratorium: Erkenntnisse aus Abbau-Prozessen? (interlinguale oder intralinguale) Konvergenz morphologische Reduktion Normabbau Sprachwechsel

    (8) Einige Interpretationsanstze zum Abbau der Kasusmorphologie:

  • Deutsche Sprachinseln als groangelegtes sprachgeschichtliches Experiment und als sprachwissenschaftliches Laboratorium [], in dem wir an der Hand geschichtlicher Zeugnisse in einer kurzen Zeitspanne von 100 bis 150 Jahren Entwicklungen verfolgen knnen, die sich im Mutterlande in mehreren Jahrhunderten abgespielt haben mssen.Viktor M. Schirmunski (1930: 113f.)

    Laboratorium: Erkenntnisse aus Aufbau-Prozessen Dialektausgleich Koineisierung Standardisierung

    Laboratorium: Erkenntnisse aus Abbau-Prozessen? (interlinguale oder intralinguale) Konvergenz morphologische Vereinfachung Normabbau Sprachwechsel

    (8) Einige Interpretationsanstze zum Abbau der Kasusmorphologie:

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • Fazit: Befunde zur (ir)regulren Morphologie in Sprachinseln

    1 Kasussynkretismus in irregulrer Morphologie geringer als in regulrer. 2 Dativformen in Flexion der Personalpronomina hochfrequent (gegenber Akkusativ- oder Nominativformen im Nominalbereich und generell in der regulren Morphologie). 3 Dies gilt fr Sprachinseln mit morphologisch reichen wie morphologisch armen Kontaktsprachen gleichermaen. 4 Resistenz der Kasusmorphologie besonders in den Personalpronomina der 1.- 3. Pers. Sg., die hufig mit belebten Referenten korrelieren. 5 3. Pers. Sg. hufig Dativformen. vgl. engl. him/her (aengl. Dativ: him/hire) vgl. dn. ham/henne (askand. Dativ honum/henni) vgl. frz. lui (afrz. li, vulgrlat. li, lat. illi) 6 Akkusativformen hufig als Defaults (den, n etc.), auch im Neutrum. 7 Vereinfachung der Nominalflexion: Gegenberstellung von -e -(e)n 8 Abbausequenz? Regularisierung > Simplifikation/Defaults > Morphologieabbau (mit Substitution, z.B. durch Wortstellung) 9 Markiertheitsabbau in Nominalflexion, nicht in Pronominalflexion10 Distinktion kasussemantischer Kernfunktionen

  • A Konvergenz als Folge des Sprachkontakts? wenig wahrscheinlich, da strukturell gleiche Prozesse im Kontakt mit: (brasil.) Portugiesisch (morph. Kasus nur in Pronominalflexion) (US-amerik.) Englisch (morph. Kasus nur in Pronominalflexion) Russisch (6 Kasus in Nominal- wie Pronominalflexion)

    B Konvergenz als Folge des Variettenkontakts? wenig wahrscheinlich, da strukturell gleiche Prozesse bei: Gruppen mit starkem Dialektausgleich/labilen Gruppennormen Gruppen mit schwachem Dialektausgleich/stabilen Gruppennormen

    C Typologische Konvergenz? polyzentrische Konvergenz (Coseriu 1975): Abbauprozesse seit Langem in allen deutschen Sprachvarietten (und anderen germanischen und romanischen Sprachen) Reduktion von fusionierender Formenbildung (Wurzel 1996: 522) hhere Resistenz in Pers. Pron.

  • A Konvergenz als Folge des Sprachkontakts? wenig wahrscheinlich, da strukturell gleiche Prozesse im Kontakt mit: (brasil.) Portugiesisch (morph. Kasus nur in Pronominalflexion) (US-amerik.) Englisch (morph. Kasus nur in Pronominalflexion) Russisch (6 Kasus in Nominal- wie Pronominalflexion)

    B Konvergenz als Folge des Variettenkontakts? wenig wahrscheinlich, da strukturell gleiche Prozesse bei: Gruppen mit starkem Dialektausgleich/labilen Gruppennormen Gruppen mit schwachem Dialektausgleich/stabilen Gruppennormen

    C Typologische Konvergenz? polyzentrische Konvergenz (Coseriu 1975): Abbauprozesse seit Langem in allen deutschen Sprachvarietten (und anderen germanischen und romanischen Sprachen) Reduktion von fusionierender Formenbildung (Wurzel 1996: 522) hhere Resistenz in Pers. Pron.

  • A Konvergenz als Folge des Sprachkontakts? wenig wahrscheinlich, da strukturell gleiche Prozesse im Kontakt mit: (brasil.) Portugiesisch (morph. Kasus nur in Pronominalflexion) (US-amerik.) Englisch (morph. Kasus nur in Pronominalflexion) Russisch (6 Kasus in Nominal- wie Pronominalflexion)

    B Konvergenz als Folge des Variettenkontakts? wenig wahrscheinlich, da strukturell gleiche Prozesse bei: Gruppen mit starkem Dialektausgleich/labilen Gruppennormen Gruppen mit schwachem Dialektausgleich/stabilen Gruppennormen

    C Typologische Konvergenz? polyzentrische Konvergenz (Coseriu 1975): Abbauprozesse seit Langem in allen deutschen Sprachvarietten (und anderen germanischen und romanischen Sprachen) Reduktion von fusionierender Formenbildung (Wurzel 1996: 522) hhere Resistenz in Pers. Pron.

  • A Soziolinguistik der Konvergenz: Auflsung als Auslser beschleunigten Sprachwandels?

    Sprachinselvarietten in obsolescence (Dorian 1989) Auflsung von Gruppennetzwerken Verfall von Normativitt (Sprachwissen und Sprachloyalitt) Zunahme von Zweitsprachlernern gegenber Muttersprachlern

    B Pidginisierung? Analogie zwischen Sprachtod und Pidginisierung (Dressler/Wodak-Leodolter 1977) Sprachtod als creolization in reverse (Trudgill 1978) Morphologieabbau zugunsten des Ausdrucks grammatischer Funktionen durch Wortfolgebeziehungen Form-Funktions-Mustern nach 1:1-Principle (vgl. Andersen 1989: 386) Beseitigung von markierten (Kasus-)Strukturen zugunsten unmarkierter/ weniger markierter (vgl. Campbell/Muntzel 1989: 189, Jakobson 1936) bzw. zugunsten natrlicherer (vgl. Mayerthaler et al. 1998: 167)

    C Zusammenwirken innerer und uerer Wandelprozesse

  • A Soziolinguistik der Konvergenz: Auflsung als Auslser beschleunigten Sprachwandels?

    Sprachinselvarietten in obsolescence (Dorian 1989) Auflsung von Gruppennetzwerken Verfall von Normativitt (Sprachwissen und Sprachloyalitt) Zunahme von Zweitsprachlernern gegenber Muttersprachlern

    B Pidginisierung? Analogie zwischen Sprachtod und Pidginisierung (Dressler/Wodak-Leodolter 1977) Sprachtod als creolization in reverse (Trudgill 1978) Morphologieabbau zugunsten des Ausdrucks grammatischer Funktionen durch Wortfolgebeziehungen Form-Funktions-Mustern nach 1:1-Principle (vgl. Andersen 1989: 386) Beseitigung von markierten (Kasus-)Strukturen zugunsten unmarkierter/ weniger markierter (vgl. Campbell/Muntzel 1989: 189, Jakobson 1936) bzw. zugunsten natrlicherer (vgl. Mayerthaler et al. 1998: 167, Rabanus 2008: 43f.) i.S. von Natrlichkeit als Ikonizitt, Uniformitt und Transparenz.

    C Zusammenwirken innerer und uerer Wandelprozesse

  • Irregularitt Regularitt

    nicht-vorhersagbare Form vorhersagbare Form

    Funktionswrter, immediate experience unspezifisch

    z.T. hochfrequenter Basiswortschatz unspezifische Frequenz

    Speicherung im mentalen Lexikon Produktion nach regelmigen Mustern

    assoziatives Gewusst-was-System:Merkgedchtnis

    symbolisches Gewusst-wie-System:Kombinationsgedchtnis (Pinker 2000)

    Sprecherkonomie Hrerkonomie

    nicht-ikonische Form-Bedeutungs-Beziehung

    ikonische Form-Bedeutungs-Beziehung(vgl. Peirce 1932)

    hohe learning load geringe learning load

    L1-Domne L2-Domne

    Eigenschaften irregulrer und regulrer Formenbildung

  • C Zusammenwirken innerer und uerer Wandelprozesse:

    Abbau verluft nicht strukturlos und nicht ungerichtet!

    Simplifizierung regulrer Strukturen Regularisierung irregulrer Strukturen und Simplifizierung Erhalt irregulrer Strukturen in semantischen Kernbereichen: Grammatikalisierung als Prozess, der in der Desemantisierung, d.h. im Verlust semantischer Merkmale besteht bis hin zur Reduktion auf ein semantisches Kernmerkmal (Leiss 2004: 857). Grammatikabbau als Prozess der Vereinfachung (und des Abbaus) der morphologischer Strukturen bis hin zur Reduktion grammatischer Funktionen auf ein Kernmerkmal im Sinne einer Resemantisierung (etwa des Dativs als Kasus des belebten Empfngers)?

  • C Zusammenwirken innerer und uerer Wandelprozesse:

    Abbau verluft nicht strukturlos und nicht ungerichtet!

    Simplifizierung regulrer Strukturen Regularisierung irregulrer Strukturen und Simplifizierung Erhalt irregulrer Strukturen in semantischen Kernbereichen: Grammatikalisierung als Prozess, der in der Desemantisierung, d.h. im Verlust semantischer Merkmale besteht bis hin zur Reduktion auf ein semantisches Kernmerkmal (Leiss 2004: 857). Grammatikabbau als Prozess der Vereinfachung (und des Abbaus) der morphologischer Strukturen bis hin zur Reduktion grammatischer Funktionen auf ein Kernmerkmal im Sinne einer Resemantisierung (etwa des Dativs als Kasus des belebten Empfngers)?

  • C Zusammenwirken innerer und uerer Wandelprozesse:

    Abbau verluft nicht strukturlos und nicht ungerichtet!

    Simplifizierung regulrer Strukturen Regularisierung irregulrer Strukturen und Simplifizierung Erhalt irregulrer Strukturen in semantischen Kernbereichen: Grammatikalisierung als Prozess, der in der Desemantisierung, d.h. im Verlust semantischer Merkmale besteht bis hin zur Reduktion auf ein semantisches Kernmerkmal (Leiss 2004: 857). Grammatikabbau als Prozess der Vereinfachung (und des Abbaus) der morphologischer Strukturen bis hin zur Reduktion grammatischer Funktionen auf ein Kernmerkmal im Sinne einer Resemantisierung (etwa des Dativs als Kasus des belebten Empfngers)?

  • berflutete Sprachinseln.Grammatikabbau in deutschen Varietten in Russland und Brasilien

    Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit!

    Peter Rosenberg(Europa-Universitt Frankfurt/Oder)

    Universitt Potsdam Zentrum Sprache, Variation und Migration Kolloquium 30.11.2011

    abrufbar unter: http://www.kuwi.euv-frankfurt-o.de/de/lehrstuhl/sw/sw1

  • 2.1. Roman Jakobson (1936): Beitrag zur allgemeinen Kasuslehre

  • Vollkasus

    Randkasus

    BezugskorrelationUmfangskorrelation

    Gestaltungskorrelation

    Es ist fr alle diese Gegenstze charakteristisch, da das Gekennzeichnete eigentlich stets negativer Art ist: es setzt hierarchisch den Gegenstand herab, schrnkt auf irgendeine Weise die Flle seiner Selbstentfaltung ein. So wird durch die Bezugskasus (A, D) die Unselbstndigkeit des Gegenstandes angezeigt, durch die Umfangskasus (die G-e und L-e) die Einschrnkung seines Umfangs, durch die Randkasus (I, D und die L-e) seine periphere Stellung und durch die Gestaltungskasus (G II, L II) die Beschrnkung seiner Funktion auf die des Enthaltens oder des Enthaltenseins. Je mehr Korrelationsmerkmale der Kasus in sich trgt, desto vielfltiger wird die Geltung des bezeichneten Gegenstandes in der Aussage beschrnkt und herabgedrckt, und eine desto erheblichere Verwickeltheit des brigen Sachverhaltes wird durch diesen Kasus angezeigt. (Jakobson 1936/1974: 282, Hervorheb.: im Orig. gesperrt, PR)

    U M U MU M

    UM M

    U

    Folie 1Folie 2Folie 3Folie 4Folie 5Folie 6Folie 7Folie 8Folie 9Folie 10Folie 11Folie 12Deutsche Siedlungen in RusslandRusslanddeutsches Dorf in SibirienSibirisches russlanddeutsches DorfFolie 16Hier wohnt der verdiente Kolchosarbeiter Otto Ottowitsch KammererRusslanddeutsche LadiesDeutsche Siedlungen in BrasilienFolie 20Deutsche in Brasilien: Sprachinseln bei PelotasFolie 22Folie 23Folie 24Folie 25Folie 26Folie 27Folie 28Folie 29Folie 30Folie 31Folie 32Folie 33Folie 34Folie 35Folie 36Folie 37Folie 38Folie 39Folie 40Folie 41Folie 42Folie 43Folie 44Folie 45Folie 46Folie 47Folie 48Folie 49Folie 50Folie 51Folie 52Folie 53Folie 54Folie 55Folie 56Folie 57Folie 58Folie 59Folie 60Folie 61Folie 62Folie 63Folie 64Folie 65Folie 66Folie 67Folie 68Folie 69Folie 70Folie 71Folie 72Folie 73Folie 74Folie 75Folie 76Folie 77Folie 78Folie 79Folie 80Folie 81Folie 82Folie 83Folie 84Folie 85Folie 86Folie 87Folie 88Folie 89