Immanuel Kant

Click here to load reader

  • date post

    12-Dec-2014
  • Category

    Documents

  • view

    396
  • download

    30

Embed Size (px)

Transcript of Immanuel Kant

InhaltArtikelImmanuel Kant Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels Kant-Laplace-Theorie Kritik der reinen Vernunft Prolegomena zu einer jeden knftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten knnen Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbrgerlicher Absicht Beantwortung der Frage: Was ist Aufklrung? Grundlegung zur Metaphysik der Sitten Kategorischer Imperativ Metaphysische Anfangsgrnde der Naturwissenschaft Kritik der praktischen Vernunft Kritik der Urteilskraft Die Religion innerhalb der Grenzen der bloen Vernunft ber den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht fr die Praxis Zum ewigen Frieden Die Metaphysik der Sitten ber ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lgen Streit der Fakultten Anthropologie in pragmatischer Hinsicht 1 27 28 29 48 50 52 55 59 69 70 72 76 82 84 92 94 97 99

QuellennachweiseQuelle(n) und Bearbeiter des/der Artikel(s) Quelle(n), Lizenz(en) und Autor(en) des Bildes 101 103

ArtikellizenzenLizenz 104

Immanuel Kant

1

Immanuel KantImmanuel Kant (* 22. April 1724 in Knigsberg, Preuen; 12. Februar 1804 ebenda) war ein deutscher Philosoph der Aufklrung. Kant zhlt zu den bedeutendsten Vertretern der abendlndischen Philosophie. Sein Werk Kritik der reinen Vernunft kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie. Kant schuf eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundert mageblich beeinflusst. Dazu gehrt nicht nur sein Einfluss auf die Erkenntnistheorie mit der Kritik der reinen Vernunft, sondern auch auf die Ethik mit der Kritik der praktischen Vernunft und die sthetik mit der Kritik der Urteilskraft. Zudem verfasste Kant bedeutende Schriften zur Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie sowie Beitrge zu Astronomie und Geowissenschaften.Immanuel Kant

LebenImmanuel (im Taufregister: Emanuel; Kants Geburtstag war im preuischen Kalender der Tag des heiligen Emanuel) Kant war das vierte Kind des Sattler- und Riemermeisters Johann Georg Kant[1] (*1683 in Memel; 1746 in Knigsberg) und dessen Frau Anna Regina (*1697 in Knigsberg; 1737 in Knigsberg), geb. Reuter, die am 13. November 1715 geheiratet hatten. Sein Vater war als junger Mann nach Knigsberg gezogen, die Mutter stammte aus der Familie eines Riemermeisters, der von Nrnberg nach Knigsberg bergesiedelt war. Von Kants insgesamt acht Geschwistern erreichten nur vier das Erwachsenenalter. Vterlicherseits stammte Kant aus einer kurischen Familie, die von Lettland nach Kantwaggen (spter Kantweinen) im Memelland bergesiedelt war.[2] Sein Elternhaus war stark pietistisch geprgt, seine Mutter fr Bildung sehr aufgeschlossen. 1732 kam Kant an das Collegium Fridericianum (auch Friedrichskollegium genannt), wo er insbesondere im Erlernen der klassischen Sprachen gefrdert wurde. Bereits 1740 begann er mit dem Studium an der Albertus-Universitt Knigsberg. Ob er zunchst fr Theologie eingeschrieben war, wie es einer der frhen Biographen darstellte, ist aus den Unterlagen der Universitt nicht mehr zu rekonstruieren.[3] In jedem Fall interessierte sich Kant sehr fr die Naturwissenschaften. Er studierte u.a. Philosophie, klassische Naturwissenschaften, Physik und Mathematik. Der Professor fr Logik und Metaphysik, Martin Knutzen, machte ihn mit den Lehren von Gottfried Wilhelm Leibniz und Isaac Newton vertraut.

Immanuel Kants Unterschrift

Denkmal Kants (Bildhauer: Christian Daniel Rauch) in seiner Heimatstadt Knigsberg, dem heutigen Kaliningrad

Immanuel Kant

2

1746 verffentlichte er seine Schrift Gedanken von der wahren Schtzung der lebendigen Krfte. Wegen des Todes seines Vaters 1746 und weil jenes Werk von seinem pietistischen Professor Knutzen nicht als Abschlussarbeit anerkannt wurde, unterbrach Kant sein Studium. Er verlie Knigsberg und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer, zunchst bis ca. 1750 bei dem reformierten Prediger Daniel Ernst Andersch (ttig 17281771) in Judtschen bei Gumbinnen, einer Schweizer Kolonie meist franzsisch sprechender Siedler. 1748 wurde er im dortigen Kirchenbuch als Taufpate aufgefhrt, wo er als 'studiosus philosophiae' bezeichnet wird. Spter war er bis etwa 1753 Hauslehrer auf dem Gut des Majors Bernhard Friedrich von Hlsen auf Gro-Arnsdorf bei Mohrungen. Seine dritte Stelle fand er nahe Knigsberg auf dem Schloss Waldburg-Capustigall bei der Familie Keyserlingk, die ihm auch Zugang zur hheren Gesellschaft Knigsbergs ermglichte. Er unterrichtete die beiden Stiefshne von Caroline von Keyserling, mit der ihn zeitlebens gegenseitige Verehrung verband.

Schloss Waldburg-Capustigall

1754 kehrte Kant nach Knigsberg zurck und nahm sein Studium wieder auf (Martin Knutzen war inzwischen verstorben). Schon 1755 Das Wohnhaus Kants in Knigsberg. verffentlichte er mit Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels seine erste wichtige Schrift. Es folgte auerdem noch im selben Jahr die Habilitation mit dem Thema Die ersten Grundstze der metaphysischen Erkenntnis (Nova dilucidatio); dadurch wurde er 1755 Privatdozent in Knigsberg und nahm eine umfangreiche Lehrttigkeit auf. Zu seinen Lehrfchern gehrten Logik, Metaphysik, Moralphilosophie, Natrliche Theologie, Mathematik, Physik, Mechanik, Geografie, Anthropologie, Pdagogik und Naturrecht. Seine Vorlesungen fanden starkes Interesse. Johann Gottfried Herder, der 176264 bei ihm hrte, schrieb spter darber: Mit dankbarer Freude erinnere ich mich aus meinen Jugendjahren der Bekanntschaft und des Unterrichts eines Philosophen, der mir ein wahrer Lehrer der Humanitt war [] Seine Philosophie weckte das eigne Denken auf, und ich kann mir beinahe nichts Erleseneres und Wirksameres hierzu vorstellen, als sein Vortrag war. Eine erste Bewerbung auf den Knigsberger Lehrstuhl fr Logik und Metaphysik[4] im Jahre 1759 schlug fehl. Einen Ruf auf einen Lehrstuhl fr Dichtkunst lehnte Kant 1764 ab. In den Jahren von 1766 bis 1772 arbeitete Kant als Unterbibliothekar der kniglichen Schlossbibliothek, was seine erste feste Anstellung war. Kant schlug auerdem auch die Gelegenheiten aus, 1769 in Erlangen und 1770 in Jena zu lehren, bevor er im Jahr 1770 im Alter von 46 Jahren den von ihm immer angestrebten Ruf der Universitt Knigsberg auf die Stelle eines Professors fr Logik und Metaphysik erhielt. Im selben Jahr legte er mit der Studie Formen und Grnde der Sinnes- und Verstandeswelt eine weitere Dissertation vor. Auch den mit einer deutlich hheren Vergtung verbundenen Ruf an die damals berhmte Universitt von Halle lehnte er im Jahre 1778 ab, trotz der besonderen Bitte des Kultusministers von Zedlitz. 1786 und 1788 war Kant Rektor der Universitt in Knigsberg. 1787 wurde er in die Berliner Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Die letzten 15 Jahre seines Lebens waren gekennzeichnet durch den sich stetig zuspitzenden Konflikt mit der Zensurbehrde, deren Leitung der preuische Knig Friedrich Wilhelm II. dem neuen Kultusminister Johann Christoph von Woellner Zedlitz Nachfolger nach dem Tode Knig Friedrichs II. bertragen hatte. In Wllners Edikt von 1794 wurde Kant die Herabwrdigung mancher Haupt- und Grundlehren der heiligen Schrift und des Christentums zur Last gelegt. Kant lehrte weiter bis 1796, erhielt aber die Weisung, sich religiser Schriften zu enthalten, da sie deistisches und sozinianisches Gedankengut verbreiteten, das nicht mit der Bibel vereinbar sei. Hierauf beklagte sich sein Freund Johann Erich Biester, der Herausgeber der Berlinischen

Immanuel Kant Monatsschrift in Berlin, beim Knig, der aber die Beschwerde ablehnte. Kant wird oft als steifer, an einen regelmigen Tagesablauf gebundener professoraler Mensch dargestellt, der von der Pflicht getrieben ganz auf seine Arbeit konzentriert war. Doch dieses Bild ist eine berzeichnung. Als Student war er ein guter Kartenspieler und verdiente sich sogar mit Billard ein Zubrot zum Studium. Auf Gesellschaften, an denen er gerne teilnahm, galt er als galant, putzte sich mit modischen Kleidern heraus und zeichnete sich aus durch ausgezeichnete Belesenheit und einen unerschpflichen Vorrath von unterhaltenden und lustigen Anecdoten, die er ganz trocken, ohne je selbst dabei zu lachen, erzhlte und durch eigenen chten Humor in treffenden Repliken [...] zu wrzen wusste [].[5] Johann Gottfried Herder wurde von Kant aufgefordert, nicht so viel ber den Bchern zu brten. Und Johann Georg Hamann befrchtete, dass Kant nicht gengend zum Arbeiten kme, weil er durch einen Grabmal Kants neben dem Strudel gesellschaftlicher Zerstreuungen fortgerien werde (Zitate nach Khn). Knigsberger Dom in Kaliningrad Auch seine legendre Pnktlichkeit, nach der andere Knigsberger angeblich sogar ihre Uhren stellten, ist viel eher diejenige seines engen Freundes Joseph Green gewesen. Dessen rigoros durchgeplanter Tagesablauf ntigte Kant bei jedem Besuch, das Haus Greens pnktlich um sieben zu verlassen.[6] Nach eigener Aussage in der Schrift Der Streit der Fakultten richtete Kant erst, als er jenseits der 40 war und er merkte, dass er aus gesundheitlichen Grnden mit seinen Krften haushalten musste, einen regelmigen Tagesablauf ein, der allerdings spter mit groer Breitenwirkung von Heinrich Heine in Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland als Ausdruck des Rigorismus gedeutet wurde: Morgens um 4:45 Uhr lie er sich von seinem Hausdiener mit den Worten Es ist Zeit! wecken und ging um 22 Uhr zu Bett. Zum Mittagessen lud er meist Freunde ein und pflegte die Geselligkeit, vermied dabei aber philosophische Themen. Auerdem machte er tglich zur gleichen Zeit einen Spaziergang. Sein langjhriger Hausdiener war der ausgemusterte Soldat Martin Lampe. Kant verbrachte nahezu sein ganzes Leben im damals weltoffenen Knigsberg, wo er 1804 fast 80-jhrig starb. Seine letzten Worte waren angeblich: Es ist gut.[7] Das Grabmal Immanuel Kants befindet sich am Knigsberger Dom. An der Auenseite des Domes befindet sich sein Kenotap