Jakobsweg K¤rnten

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    07-Apr-2016
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Der Zeitpunkt der Entstehung des Jakobsweges in Kärnten lässt sich nicht historisch belegen. Es steht jedoch fest, dass sich schon in früheren Jahrhunderten Gläubige auf den Weg nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus gemacht haben und zweifellos bereits damals ein „Zubringerweg“ von der Steiermark durch Kärnten nach Tirol führte. Im Jahr 1987 wurden die Jakobswege vom Europarat zu „europäischen Kulturwegen“ erklärt und ihre Besonderheit somit neuerlich hervorgehoben. Die Route, die der Jakobsweg heute durch Kärnten nimmt, ist ein Versuch, sich dem Thema anzunähern, aber es gibt keine zwingenden Beweise dafür, dass der Weg im Mittelalter wirklich so verlief. Ausgehend von Unterdrauburg/Dravograd in Slowenien führt der Jakobsweg über Lavamünd in zehn Tagesetappen durch Kärnten. Die Gesamtlänge beträgt rund 250 km. Der Weg folgt weitgehend dem Verlauf der Drau, streckenweise direkt am Drauradweg und weist keine besonderen Höhenunterschiede auf. Die vorgegebenen Tagese

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  • Jakobova pot

    Jakobsweg in KrntenUltreia! voran am camino

  • Ein dichtes Netz von Pilgerwegen, das in den vergangenen Jahren stark ausgebaut wurde, durchzieht Krnten in allen Himmelsrichtun-gen, verbindet wichtige Wallfahrtskirchen und Andachtssttten und bietet Anschluss an die groen europischen Pilgerrouten. Whrend der Jakobsweg von Ost nach West durch das Bundesland fhrt, verluft der Hemmapilger-weg sternfrmig nach Gurk, weisen der Bene-diktweg von Kremsmnster in Obersterreich bis nach Gornji Grad in Slowenien und der Weg des Buches von Passau nach Agoritschach, hingegen beide eine starke Nord-Sd Erstre-ckung auf und quert auch der Marienpilgerweg Krnten von Ost nach West. Entlang dieser Wege lassen sich die spirituellen und kulturellen Zentren und Kraftorte des Lan-des erwandern. Neben den bereits erwhnten Wegen gelangt man weiters ab Klagenfurt am Krntner Mariazellerweg zum groen Marien-heiligtum Mariazell. Richtung Sden bietet sich hingegen der Donau-Alpen-Adria-Radpilger-weg zum Marienwallfahrtsort Barbana (Grado) an, um Erfahrungen mit dem Radpilgern zu sammeln. Der Domitianweg bei Millstatt, ein spiritueller Rundweg, ldt schlielich ein, im Rahmen einer Tagestour Pilgerluft zu schnup-pern.Die vorliegende Broschre bietet einen kom-pakten berblick ber die 10 Tagesetappen des Jakobsweges in Krnten, beginnend in Un-terdrauburg/Dravograd in Slowenien bis nach Oberdrauburg an der Grenze zu Osttirol, wo der Weg ber Lienz Richtung Innsbruck weiter verluft. Neben dem ntigen Kartenmaterial und der Wegbeschreibung bietet die vorlie-gende Broschre auch ausreichende Informa-tionen zu den kulturellen Sehenswrdigkeiten und der Infrastruktur am Weg.

    Kontakt:ARGE Pilgern in Krnten

    Tarviser Strae 30, 9020 Klagenfurt a. Ws. Tel.: +43 (0)463/5877-2115

    Email: pilgern@kath-kirche-kaernten.at

    Jakobova pot

  • Das Leben des heiligen Jakobus

    Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedus und der Salome

    sowie der ltere Bruder des Jngers Johannes. Jesus gab den

    zwei Brdern wegen ihres Eifers den Beinamen Donnershne.

    Jakobus zhlte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei

    bevorzugten Jngern, die im Garten Getsemani in der Stun-

    de seiner Todesangst bei Jesus weilten. Jakobus wurde dann

    durch Knig Herodes Agrippa I. von Juda im Jahr 43 hinge-

    richtet und war somit der erste Mrtyrer unter den Aposteln.

    Auf seinem Wege zur Richtsttte heilte Jakobus einen Lahmen

    und bat den Henker um eine Flasche Wasser, damit er Josias,

    der ihm den Strick umgelegt hatte und sich ebenfalls auf dem

    Hinrichtungsplatz bekehrte, noch taufen knne. Auch Josias

    wurde daraufhin mit Jakobus gemeinsam enthauptet. In Je-

    rusalem steht die Jakobskirche angeblich an der Stelle seines

    Martyriums.

    Im Jahr 70 seien seine Gebeine auf den Berg Horeb/Sinai ins

    Jakobskloster - das heutige Katharinenkloster - gebracht wor-

    den, so die berlieferung.

    Egg am See, Filialkirche hl. Andreas

  • Das Grab soll vergessen worden sein, bis sich Jakobus dem Eremiten Pelayo auf

    dem so genannten Sternenfeld, spanisch Compostela, offenbarte. 813 wurde

    dort mit dem Bau eines Wallfahrtszentrums begonnen, am 25. Juli 816 daher der

    Gedenktag wurden Jakobus Reliquien in der neuen Kirche beigesetzt. Aus die-

    sem Ort entwickelte sich Santiago de Compostela, das bald zu einem Eckpfeiler

    des mittelalterlichen Europa wurde.

    Es entstanden Pilgerfhrer und das Liber Sancti Jacobi, Buch des Heiligen Ja-

    kobus, mit der Sammlung der Wundergeschichten. Jakobus wurde zum Patron

    der Reformorden, der Ritter als miles Christi (Soldaten Christi) und schlielich

    der Pilger und Pilgerwege nach Santiago de Compostela. Seit Ende des 14. Jhs.

    frderten Jakobus-Bruderschaften die Wallfahrt. Bis ins 15. Jh. zog Santiago de

    Compostela mehr Pilger an als Rom oder Jerusalem. Die Pilger auf dem Camino,

    dem Jakobsweg, erhielten am Ziel damals eine Muschel, mit welcher sie dann ih-

    ren Pilgerhut zierten.

    Ab der zweiten Hlfte des 16. Jhs. verloren die Pilgerfahrten nach Santiago an

    Bedeutung, im 19. Jh. wurden auch viele der kostenlosen Unterknfte fr Pilger

    entlang der Wege aufgegeben. Seit den 1970-er Jahren hat die Wallfahrt nach

    Santiago de Compostela wieder enorm an Bedeutung gewonnen und zieht alljhr-

    lich tausende Pilger nach Spanien.

    Wer wenigstens 100 km zu Fu oder 200 km mit dem Fahrrad hinter sich ge-

    bracht hat, erhlt im Pilgerbro am Ziel die ersehnte Urkunde. ber den Pilgern

    schwingt zum Schluss mancher Gottesdienste ein riesengroer Weihrauchkessel

    durch die Kirche. Der 25. Juli wird als Hhepunkt mit einem groen Feuerwerk

    begangen. 1987 erklrte der Europarat den Jakobsweg zum ersten Europischen

    Kulturweg, denn er dokumentiere den Werdegang Europas und sei die idealtypi-

    sche europische Route. 1993 nahm die UNESCO den Jakobsweg in Spanien mit

    166 Ortschaften und 1800 Bauwerken in die Liste des Weltkulturerbes auf; 1998

    wurden auch die vier traditionellen Jakobswege in Frankreich mit 72 Bauwerken

    in die Liste eingefgt.

    Der Jakobsweg Krnten ist verbunden mit den Jakobswegen sterreich und den

    Europischen Jakobswegen mit dem Ziel Santiago de Compostela. Gemeinsam

    verbindet alle das Anliegen, Pilgern als zeitgemes Angebot zu gestalten, das die

    Menschen sozial, kologisch, spirituell, kulturell und in einem guten Miteinander in

    ganz Europa strkt.

    Jakobswege in sterreich: www.jakobswege-A.euJakobswege in Europa: www.caminoeurope.eu

  • 0101

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort .......................................................................... 02

    Etappe 1: Unterdrauburg/ Dravograd Neuhaus ................................................ 04

    Etappe 2: Neuhaus Edling ................................... 09

    Etappe 3: Edling Gallizien .................................... 14

    Etappe 4: Gallizien Ferlach .................................. 19

    Etappe 5: Ferlach St. Jakob im Rosental ....... 24

    Etappe 6: St. Jakob im Rosental Villach ........ 29

    Etappe 7: Villach St. Jakob ob Ferndorf ........ 34

    Variante Etappe 7: Villach St. Jakob ob Ferndorf .............................................. 39

    Etappe 8: St. Jakob ob Ferndorf St. Peter in Holz/Lendorf ........................................ 44

    Etappe 9: St. Peter in Holz/Lendorf Steinfeld ........................................................................ 49

    Variante Etappe 9: St. Peter in Holz/ Lendorf Steinfeld ..................................................... 54

    Etappe 10: Steinfeld Oberdrauburg ................. 59

    Gastronomie- u. Beherbergungsbetriebe ......... 66

    Pfarren ............................................................................ 87

    Die vorliegende Broschre bietet einen kom-pakten berblick ber die 10 Tagesetappen des Jakobsweges in Krnten. Neben dem ntigen Kartenmaterial und der Wegbeschreibung bietet die Broschre auch ausreichende Informationen zu den kulturellen Sehenswrdigkeiten und der Infrastruktur am Weg. Die Hinweise zu den Gastronomie- und Beherber-gungsbetrieben sind in den Karten mit roten Pik-togrammen gekennzeichnet und nach Etappen durchnummeriert. Die entsprechenden Kontakt-daten finden sich ab Seite 66.

    1

  • 02

    Im Mai 2009 pilgerten Bgm. Helmut Man-zenreiter, Karl Woschitz, Helmut Hochmller und ich gemeinsam am Camino Frances in Spanien. Die Idee, den Krntner Jakobsweg im Bereich Villach und Umgebung zu kenn-zeichnen war geboren. Mit der Stadt-Umland Regionalkooperation Villach unter Mag. Irene Primosch und tatkrftiger Untersttzung der Stadt Villach wurden daraufhin Tafeln, Hin-weisschilder und Aufkleber entworfen. Eine Ausweitung war von Beginn an angedacht

    und im Rahmen der daraufhin gegrndeten ARGE Pilgern in Krnten entwickelte man Richtlinien, wodurch das Pilot-projekt im Bezirk Villach zu einer krntenweiten einheiltichen Beschilderung des Jakobsweges fhren sollte. Die Stadt Villach startete bereits im Mrz 2011 mit einer kompletten Beschilderung des Weges durch das Stadtgebiet. Parallel dazu erfolgt durch die Regionalkooperation die Antragstellung eines EU-Projektes (LEADER) fr die Jakobsweggemeinden in Villach-Land. Der Wegverlauf durch die Region Villach wurde durch die Gemeinden St.Jakob/Rosental, Rosegg, Finkenstein, Weienstein, Paternion, Fresach, Ferndorf und der Stadt Villach einstimmig festgelegt. Am 15. September 2011 fand die Grndungssitzung der ARGE Jakobsweg Krnten statt. Vertreter der 7 Gemeinden und der Stadt Villach whlten einstimmig den Vorstand: Obmann Oskar Tscherpel, Obmann Stv. Bgm. Alfons Arnold, Kassier GVM Mag. Arnold Muschet und Schriftfhrer Vzbgm. Hans Lepuschitz. Im Oktober 2011 konnte die Beschilderung des Jakobsweg Krnten in der Region Villach erfolgreich abgeschlossen werden. Und im Frhjahr 2014 folgten im Rahmen des Projektes Pilgern in Krnten mit Koordinatorin Monika Gschwandner alle weiteren Jakobsweg-Gemeinden, die derzeit mit einheitlichen Hinweista-feln ausgestattet werden. Alle Gemeinden konnten auch als Mit-glieder fr die ARGE Jakobsweg Krnten gewonnen werden. Ein Rundum-Angebot wird erarbeitet mit der Untersttzung der Jakobsweg-Gemeinden soll dieser Pilgerweg in den kom-menden Jahren zu einem Leuchtturmprojekt in Krnten werden. Und so wnsche ich allen Pilgerfreunden/innen Ultreia! vo-ran am camino!

    Oskar TscherpelObmann ARGE Jakobsweg Krnten

  • 03

    Neben Rom und Jerusalem zhlt Santiago de Compostella zu den bedeutendsten Pilgerzielen des Christentums. Seit mehr als 1200 Jahren ben die Wege an das Grab des Apostels Jakobus eine unge-brochene Faszination aus. In v