Marktordnung im Finanzsystem - Bankenregulierung, Rating-Agenturen, Risikomanagement

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Peter Altmiks (Hrsg.) In jedem Markt kann es zu Störungen kommen. Damit aus einer Störung keine Krise werden kann, darf aus individuellem Versagen kein kollektives werden. Besondere Bedeutung kommt dabei den klassischen Marktmechanismen wie Transparenz, Haftung, Wettbewerb, aber auch dem Marktrisiko zu. Krisen werden dadurch befördert, dass die Transparenz des Marktes nicht mehr gewährleistet ist und den Marktteilnehmern damit die für eine Risikoeinschätzung nötige Übersicht fehlt. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist daher die Schaffung möglichst großer Transparenz auf den Finanzmärkten. Die in diesem Buch beschriebenen Regulierungsmaßnahmen werden in begrenztem Maße eine stabilisierende Wirkung entfalten. Auch sind noch einige Regulierungsmaßnahmen geplant, die hoffentlich international abgestimmt umgesetzt werden. Zahlreiche Ursachen der Finanzkrise werden von den Regierungen aber nicht entschieden angegangen. Auch bei den Eigenkapitalregulierungen Basel I bis III gibt es weiteren Verbesserungsbedarf. Das tieferliegende Problem der fehlerhaften Währungsordnung bleibt leider ungelöst. Mit Beiträgen von Peter Altmiks, Ulrich Vrede, Ines Läufer und Christine Arentz sowie Ralf Bauer.

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Peter Altmiks: Marktordnung im FinanzsystemMarktordnung im FinanzsystemBankenregulierung, Rating-Agenturen, RisikomanagementPeter Altmiks (Hrsg.)Argumente der Freiheit, Band 30Argumente der Freiheit 30ISBN 978-3-942928-06-9

Universum Kommunikation und Medien AGArgumente der FreiheitHerausgegeben vom Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung fr die FreiheitBand 26:Wolf von Laer Probleme des etablierten Notenbankensystems Free Banking als Alternative?Band 27: Steffen Hentrich (Hrsg.): Eigentum und UmweltschutzBand 28:Csilla Hatvany: Ansatzpunkte fr eine liberale IntegrationspolitikBand 29:Steffen Hentrich (Hrsg.): Eine Wende zum Besseren? Herausforderungen der Energiepolitik fr die ElektrizittsversorgungUniversum Kommunikation und Medien AGPeter Altmiks(Herausgeber)Marktordnung im FinanzsystemBankenregulierung, Rating-Agenturen, RisikomanagementArgumente der FreiheitMarktordnung im FinanzsystemBankenregulierung, Rating-Agenturen, RisikomanagementPeter Altmiks (Hrsg.)

Universum Kommunikation und Medien AG Berlin 20134Impressum:1. Aufage, Januar 2013 2013 Universum Kommunikation & Medien AG UmschlagGestaltung: altmann-druck GmbHSatz und Druck: altmann-druck GmbH, BerlinPrinted in Germany - ISBN 978-3-942928-07-65InhaltEinleitung.......................................................................9Peter AltmiksDie Bankenregulierung durch die................................16Regelwerke Basel I, II und IIIUlrich Vrede1. Einleitung ................................................................... 162. Basel I ....................................................................... 183. Basel II ...................................................................... 193.1 Sule 1 .................................................................... 193.2 Sule 2 und 3 ..........................................................234. Basel III .....................................................................244.1 Neuregelungen beim Eigenkapital ............................264.1.1 Qualitt des Eigenkapitals ......................................264.1.2 Quantitt des Eigenkapitals ...................................284.2 Verringerung der Prozyklik undBegrenzung der Verschuldung .......................................304.2.1 Antizyklischer Kapitalpuffer ................................... 314.2.2 Leverage Ratio .....................................................324.3 Liquiditt ..................................................................334.4 Strengere Regeln fr das Handelsbuchund Verbriefungen .........................................................344.5 Umsetzung auf nationaler Ebene ..............................365. Kritische Wrdigung von Basel III..............................365.1 Grundstzliche Kritik und Gegenargumente .............385.2 Realwirtschaftliche Effekte ......................................3965.3 Antizyklischer Kapitalpuffer und Frhwarnindikatoren ...................................................... 415.4 Vor- und Nachteile der Leverage Ratio .....................425.5 Fehlanreize der Liquidittskennziffern .......................435.6 Abbau von Komplexitt ............................................455.7 Fazit .........................................................................46Literatur .........................................................................47Rating-Agenturen in der Krise: Wenn staatlich verordnetes Vertrauen zum Risiko wird ........................ 51Ines Lufer und Christine Arentz1. Einfhrung: Rating-Agenturen im Zentrum ffentlicher und politischer Debatten .............................. 512. Rating-Agenturen: PrivatwirtschaftlichesInformationsangebot auf dem Finanzmarkt ...................533. Rating-Agenturen: Staatlich delegierte Aufsicht ..........................................544. Umgang mit Unsicherheit: Wettbewerboder staatliche Sicherheitsstandards? ............................585. Vergtung der Rating-Agenturen: Mgliche Fehlanreize und Reformoptionen .....................606. Vielfalt statt Alternativlosigkeit auf dem Rating-Markt ..........................................................68Literatur........................................................................727Risikomanagement in Kreditinstituten ..........................76Ralf Bauer1. Aktuelle Situation im Bankensektor...........................762. Risiken bei Banken ....................................................782.1 Ausfallrisiken ............................................................812.1.1 Erwartete Ausfallrisiken .........................................812.1.2 Unerwartete Ausfallrisiken .....................................852.2 Preisrisiken ..............................................................882.3 Liquidittsrisiken ......................................................952.4 Operationelle Risiken ...............................................972.5 Gesamtposition der Risiken .....................................993. Risikomanagement und Gesamtbanksteuerung ........ 1013.1 Prozess der Risikobudgetierung ............................. 1023.2 Integrierte Gesamtbanksteuerung .......................... 1073.3 Weitere Implikationen ............................................ 1134. Risikomanagement der Bankenwhrend der Finanzkrise .............................................. 1145. Ausblick ................................................................... 117Literatur ....................................................................... 122Die Sehnsucht nach Finanzstabilitt: Regulierungsflle und -defzite ................................... 125Peter Altmiks1. Wirkliche Ursachen der Finanzkrise ......................... 1272. Bisherige Regulierung und Aufsicht.......................... 1352.1 Negative Wirkungen von Basel I und II ................... 1362.2 Aufsichtsdefzite..................................................... 13982.3 Nicht-Banken ......................................................... 1403. Erfolgsaussichten der jngsten Regulierung ............. 1413.1 Basel III .................................................................. 1413.2 Gesetz zur Abwicklung und Restrukturierung von Banken ................................................................. 1443.3 Vorschlge der EU-Expertengruppe ....................... 1463.4 Vorschlge der Deutschen Bundesbank ................ 1483.5 Euro-Bankenaufsicht und europische Bankenunion ............................................ 1503.6 Volcker-Regel....................................................... 1524. Bewertung und Empfehlungen ................................. 1534.1 Regulierungsflle und -widersprche ...................... 1544.2 Ursachenbekmpfung statt Haftungsverschiebung ................................................. 1574.3 Ohne Regulierung geht es nicht .............................160Literatur ....................................................................... 167Autoren ....................................................................... 1749Einleitung Peter AltmiksDie weltweite Finanzkrise hat nicht nur das Vertrauen in die Marktwirtschafterschttert,sondernauchdenRufnach strkerer Regulierung hervorgebracht. Die ffentlichkeit ist zu Recht erzrnt, dass Kreditinstitute sowohl im Vorfeld als auchinderFolgederFinanzkrisemitHilfevonSteuergel-derngerettetwurden.AuchwenninDeutschlandmehr-heitlich staatliche Banken (Bankgesellschaft Berlin, Bayeri-sche Landesbank, Deutsche Industriebank, HSH Nordbank, LandesbankSachsen,WestdeutscheLandesbank)durch milliardenschwereRettungsaktionengesttztwurden,so wurdenmitderCommerzbankundderHypoRealEstate auch private Banken gesttzt. Zumindest bei der Commerz-bankscheintdasEngagementdesBundesnochanzudau-ern. 2011 hatte die Commerzbank einen groen Teil der stil-lenEinlageinHhevon16,4Mrd.Eurozurckgezahlt.1,6 Mrd.EurohltderstaatlicheBankenrettungsfondsSoFFin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung) noch als stille Ein-lage.1DiePolitikversuchtnunmittelsdersogenanntenmakro-prudentiellen Aufsicht, die Finanzmrkte gegen existenziel-leGefhrdungenzusichern.InDeutschlandhatderBun-1 Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 09.11.2012.10destag am 25. Oktober 2012 ein Gesetz zur Strkung der Finanzaufsicht beschlossen, dem der Bundesrat mittlerweile zugestimmt hat. Dieses Gesetz soll zur Strkung der Zusam-menarbeit im Bereich der Finanzstabilitt einen Ausschuss fr Finanzstabilitt einrichten, dem Vertreter der Deutschen Bundesbank,desBundesfnanzministeriums,derBundes-anstaltfrFinanzdienstleistungsaufsicht(BaFin)sowieein VertreterderBundesanstaltfrFinanzmarktstabilisierung (FMSA)angehren.2AufeuropischerEbenewurde2011 ein europischer Ausschuss fr Systemrisiken (ESRB) ins-talliert, dem Vertreter der Europischen Zentralbank (EZB), der staatlichen Zentralbanken sowie Aufsichtsbehrden und der EU-Kommissar fr Wirtschaft und Whrung angehren. Dieser Ausschuss soll bei ernsthaften Risiken fr die Finanz-stabilitt Warnungen oder Empfehlungen aussprechen, wei-tergehende Befugnisse bleiben den nationalen Aufsichtsbe-hrden vorbehalten.SelbstdieKreditwirtschaftuertsichdahingehend,dass Systemrisikeninternationalungengendberwachtund deshalbunterschtztwordenseien.Eineerfolgreichema-kroprudentielleAufsichtsolleSystemrisikensenkenund damit die Widerstandsfhigkeit sowie Stabilitt des Finanz-systemserhhen.3DiePolitikmchtefrhzeitiggegendie 2DeutscherBundestag,Drucksache17/11119,17.Wahlperiode, 22.10.2012.3 Schweitzer Bankenvereinigung, Makroprudentielle Politik, Positionspa-pier zu Zielsetzungen, Instrumenten und institutioneller Ausgestaltung, Sep-tember2011,Quelle:http://www.swissbanking.org/20110915-3020-all-ar-11zgellose Herausbildung kreditfnanzierter Spekulations-blasen an [den] Vermgensmrkten vorgehen, um gar nicht erstineineSituationzugeraten,inderdieStabilittdes Finanzsystems und die Stabilitt der Realwirtschaft bedroht sind.4 Dabeiwrezuerstzuklren,obdiebisherigeRegulierung und Aufsicht der Finanzmrkte sowohl vom Umfang als auch von der Qualitt her die Entstehung d