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  • SERVUSZEITSCHRIFT der Katholischen Jugend Salzburg Nr. 19 | Dez. 2011

    ... MEHR

    >> SpiritualittGLAUBSTALS DU

    Spiritualitt Was genau steckt dahinter und

    wie kann Spiritualitt im Alltag mit

    Jugendlichen gelebt werden?

    Erlebnispdagogik und Spiritualitt ist das mglich?

    Welche Rahmenbedingungen ms-

    sen geschaffen werden, um spiritu-

    elles Erleben zu ermglichen?

    Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Anregungen

    fr die Adventliturgie mit Schul- oder

    Jugendgruppen fi ndet ihr bei den

    Liturgiebausteinen.

    >>04 >> 16 >> 20

  • 02 SERVUS Nr. 19 | Dez. 2011

    EDIT

    OR

    IAL

    LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER!Wir leben in einer pluralen Gesellschaft jede/r ist darin auf der Suche,

    nach dem eigenen Platz und natrlich nach sich selbst.

    Oscar Wilde formuliert diesen Anspruch so: Sei du selbst! Denn alle

    anderen sind bereits vergeben.

    Jugendliche sind im Prozess des Werdens durch diese Selbst-Suche

    inmitten dieser Pluralitt herausgefordert. Das Hineinwachsen in

    den christlichen Glauben aufgrund von Tradition ist nicht mehr selbst-

    verstndlich. Es strmen auf sie unzhlige miteinander konkurrieren-

    de Angebote aus der Erwachsenenwelt ein. Jugendliche mssen aber

    selbst herausfi nden, was fr sie wichtig ist, was ihnen Halt gibt und

    was fr sie Sinn macht.

    Kirchliche Jugendarbeit hat in diesem Rahmen die Aufgabe, ihnen Orte

    anzubieten, an denen sie eigene, lebensweltorientierte Ausdrucksfor-

    men fr ihr Nachdenken und ihre Fragen suchen und fi nden knnen.

    Dabei brauchen sie glaubwrdige Menschen, die ihr Leben am eigenen

    christlichen Glauben, an der Botschaft Jesu ausrichten und die sich mit

    ihnen auf den Weg des Glaubens machen.

    So ist Spiritualitt ein stndiges Suchen und Fragen ... und Finden ...

    Und: Nichts bringt uns mehr vom Weg zum Glck ab, als dass wir uns

    nach dem Gerede der Leute richten, statt nach unseren berzeugungen.

    (Seneca)

    In diesem Sinne viel Freude beim Schmkern in dieser neuen

    spirituellen SERVUS-Ausgabe!

    Christian Ehrensberger

    Fr den KJ-Vorstand

  • 03SERVUS Nr. 19 | Dez. 2011

    INH

    ALT

    INHALT

    THEMA

    04 DIE SPIRITUALITT DES SUPERMARKTS: Mitten im Alltag die Beziehung zu Gott leben

    06 MIT DER HTL SAALFELDEN NACH TAIZ: Taiz muss man einfach erlebt haben!

    07 UNTER DEM STERNENHIMMEL: Jugendbesinnungstage in Michaelbeuern

    08 SPIRITUALITT & DU ?!: Was bedeutet Spiritualitt fr dich?10 SPIRITUALITT & BIBEL: Ein kurzer Blick auf die biblische Frmmigkeit

    11 PROJEKT MORE THAN STONES: Kirchenraum erleben erspren begreifen

    12 ZEIT FR MICH UND GOTT: Spirituelle Erlebnisse im Religionsunterricht

    14 HUMORVOLLES: Dialog mit Gott

    BAUSTEINE

    15 TEXTE / GEBETE / LYRICS: Was wirklich zhlt16 METHODEN: Erlebnispdagogik und Spiritualitt20 LITURGIE: Wunschzettel ans Christkind

    NEWS

    22 SPIRITUALITT IM NETZ: Katholische Jugend Salzburg ONLINE23 BERICHT: Offener Himmel 201224 VORSCHAU: Spirituelle, spannende & interessante KJ-Angebote25 VORSCHAU: Pastoraltagung und Pfarrgemeinderatswahl 201226 Veranstaltungskalender | Vorschau nchste SERVUS-Ausgabe

    28 Impressum

  • 04 SERVUS Nr. 19 | Dez. 2011

    THEM

    A

    Spi

    ritu

    alit

    t

    Spiritualitt? Hrt sich an nach einer an-

    deren Zeit, nach Frmmigkeit und tiefem

    Glauben. Aber wie kann man als Jugend-

    licher im Jahre 2011 spirituell sein oder

    jungen Menschen Zugnge zur Spirituali-

    tt erffnen?

    Wrde man bei einer Straenumfrage

    Meinungen zum Begriff Spiritualitt ein-

    holen, wrde man wohl eine breite Pa-

    lette zur Antwort bekommen. Der Begriff

    sagt so vieles, aber doch nichts Konkretes

    aus. Der Sammelbegriff ist im deutschen

    Sprachgebrauch erst Mitte des 20. Jahr-

    hunderts blich geworden. Er stammt aus

    dem Franzsischen, wo seit dem 17. Jahr-

    hundert mit spiritualit die persnliche

    Beziehung des Menschen zu Gott ausge-

    drckt wird. Das besondere Kennzeichen

    christlicher Spiritualitt ist, dass sie sich

    auf den Geist Gottes bezieht. Christliche

    Spiritualitt ist nicht nur Beziehung zu

    Gott, sondern auch zu den Menschen und

    zur Welt. Eine Spiritualitt, die alle die-

    se drei Dimensionen bercksichtigt, luft

    also nicht Gefahr, zu theoretisch oder

    abgehoben zu werden. Trotzdem: Die

    Herausforderung, eine zeitgeme Spiri-

    tualitt zu leben, ist heute wohl so gro

    wie nie.

    Gottes Geist wirkt berallWohl alle Theologen/Theologinnen sind

    sich heute einig, dass der Heilige Geist

    auch auerhalb der Kirchenmauern wirkt

    und nicht nur an explizit geistlichen Or-

    ten zu fi nden ist. Doch sind wir uns des-

    sen in unserer spirituellen Praxis bewusst?

    Natrlich ist es wichtig, zeitgeme Got-

    tesdienste und Andachten fr Jugendliche

    anzubieten. Doch genauso ist es wichtig,

    ihnen zu zeigen, dass Spiritualitt mit-

    ten in ihrem Alltag erfahrbar wird. Hand

    aufs Herz, entspannenden Spaziergngen

    drauen in der Natur gesteht man schnell

    noch eine spirituelle Tiefe zu. Doch damit

    hat es sich meistens auch schon. Aber

    wann habe ich das letzte Mal in der Stra-

    enbahn, im Kino oder im Supermarkt

    darauf geachtet, was mir der Heilige Geist

    sagen will? Der Heilige Geist wirkt ja be-

    kanntlich, wo er will. Und gerade deshalb

    kann er uns eben auch tatschlich berall

    begegnen. Junge Menschen darauf auf-

    merksam zu machen und sie regelmig

    daran zu erinnern, das ist eine wichtige

    Aufgabe fr alle, die anderen Zugnge

    zur Spiritualitt erffnen wollen.

    Gott danken in derGemse-Abteilung Aber jetzt konkret: Wie soll man denn

    beim Einkaufen mitten im Supermarkt

    Gott begegnen? Verhindern Hektik, Lrm

    und Reizberfl utung des Konsums nicht

    jegliche spirituelle Erfahrung? Natrlich

    sucht man in einem Supermarkt meist

    vergeblich nach meditativer Stille oder

    besinnlichem Kerzenlicht wie in der Kir-

    che. Doch wer sich vor dem nchsten Ein-

    kauf einmal ganz bewusst vornimmt, auf

    Empfang fr Gottes Geist zu sein, wird

    auch trotz gleiendem Scheinwerferlicht

    und Lautsprecherdurchsagen eine ganz

    neue Erfahrung machen: Zum Beispiel

    kann man sich vornehmen, einmal ganz

    aufmerksam darauf zu achten, wer einem

    im Supermarkt begegnet oder was um ei-

    nen herum passiert. Man kann den Ein-

    kauf unter die Frage Wofr bin ich alles

    dankbar? stellen. So wird auf einmal be-

    wusst, wie viele Lebensmittel uns zur Ver-

    fgung stehen und dass dies alles andere

    als selbstverstndlich ist. hnliches ist

    an vielen anderen Orten mglich: in der

    Straenbahn (Wie gehe ich mit anderen

    um? Wem kann ich helfen? Wen schickt

    mir Gott?), zuhause in der Familie oder

    beim Zusammensein in der Jugendgrup-

    pe. Solche bungen ermglichen neue

    Zugnge zur Spiritualitt und sie machen

    sichtbar: In jeder Situation, an jedem Ort

    kann man Gott begegnen. Ganz konkret

    knnte man sich in der Jugendgruppe mal

    eine Frage vornehmen, einen Supermarkt

    DIE SPIRITUALITT DES SUPERMARKTS>> Mitten im Alltag die Beziehung zu Gott leben

  • 05SERVUS Nr. 19 | Dez. 2011

    THEM

    A

    Spi

    ritu

    alit

    t

    Stephan Sigg

    aufsuchen und ihn erkunden und an-

    schlieend ber die Gedanken sprechen,

    die einem durch den Kopf gegangen sind.

    Mit Christina Strmer Antworten fi ndenberall und jederzeit sind Gottes Zeichen

    zu entdecken. Wer offen ist, Gott berall

    zu begegnen, fr den kann auch ein ganz

    normaler Pop-Song von Christina Strmer

    oder ein Kinofi lm neue spirituelle Horizon-

    te erffnen: Schon mal ganz bewusst ei-

    nen Song, der im Radio luft, angehrt

    und gefragt, was dessen Songtext mir

    als glubigen oder suchenden Menschen

    sagen will? Solche Experimente sind fr

    einen selber spannend, gleichzeitig eig-

    nen sie sich hervorragend fr den Reli-

    gionsunterricht oder die Jugendgruppe.

    So lernen junge Menschen Spiritualitt

    mal von einer anderen Seite kennen und

    merken, dass sich Spiritualitt nicht nur

    auf Kirche, Gottesdienst und Andacht be-

    schrnkt.

    Grte Herausforderung: eine Sprache fi ndenZeitgeme Zugnge zur Spiritualitt zu

    erffnen, ist eine Herausforderung viel-

    leicht auch deshalb, weil vielen heute eine

    spirituelle Sprache fehlt. Das geht nicht

    nur Jugendlichen, sondern auch vielen Er-

    wachsenen so. Oft wrde man gerne Gott

    etwas sagen und dann wirken die Worte

    total kindisch oder fromm und man bleibt

    total allgemein oder bringt nur irgendwel-

    che Worthlsen ber die Lippen. Das kann

    im privaten, stillen Gebet vorkommen,

    genauso aber natrlich beim gemeinsa-

    men Gebet im Religionsunterricht oder in

    der Jugendgruppe. Viele Jugendliche tun

    sich schwer, vor Gleichaltrigen ein Gebet

    zu formulieren. Dabei wre es ganz ein-

    fach. Auch wenn sich in den Gottesdiens-

    ten eine Gebetssprache durchgesetzt

    hat, gibt es beim Beten keine Grenzen.

    Beten kann man ohne theologische Vor-

    bildung und auch ohne ein Wort-Akrobat

    zu sein. Das ist die groe Chance, die Re-

    ligionslehrer/innen und Jugendarbeitende

    noch viel mehr nutzen sollten: mit kreati-

    ven Methoden neue Gebetsa