Langnau Türöffner für künftige Musiker Die Königin · Internationalen Orgeltagungen...

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Sihltal 5 Sihltaler Dienstag, 23. Mai 2006 Adliswil Die Königin Rudolf Meyer spielt kommen- den Sonntag in der katholi- schen Kirche an der Orgel. Unter dem Motto «Was mein Gott will, das gscheh allzeit» musiziert Ru- dolf Meyer an der neuen, farbreichen Mathis-Orgel in der katholischen Kirche Adliswil um 19 Uhr – und spielt nicht nur Tröstliches. Denn «nicht immer sind die Menschen Mitarbeiter am Reich Got- tes…» Und wenn es ganz nach den Plä- nen des Menschen läuft, führt dies mit- unter zu bösen Überraschungen. Und um dieses Thema dreht sich das Kon- zertprogramm, wenn zwei befreundete Pariser Zeitgenossen zu Beginn des ver- gangenen Jahrhunderts, nämlich Jehan Alain, Bruder der in Adliswil schon mehrmals aufgetretenen Marie-Claire, und Maurice Duruflé vom «lallenden Beten der Menschheit» reden. Der grosse Bach begegnet dem Publi- kum im Gesang der Variantenreihe zum Kirchenlied «O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell aller Güter». Arvo Pärts «Fratres» ist in der andern Tradition barocker Variationsreihen beheimatet – nämlich über eine gleichbleibende Ak- kordfolge ähnlich wie im Jazz. Die küh- ne Vision einer Verschwisterung der Menschen ist unnachahmlich. Bevor Fe- lix Mendelssohn den virtuosen, ins Hal- leluja mündenden Schluss bildet, steht als «Beleg» zum Titelspruch der Bach’- sche Choral aus der Matthäus-Passion «Was mein Gott will». Denn Mendels- sohn nimmt im ersten Satz seiner Sona- te Nr. 1 in eingeschobenen stillen Zita- ten auf diesen Choral Bezug. Orgel – Königin der Instrumente Abermals mit der neuen Riesenorgel von 1988 fehlt im Generalprogramm nach 18 Jahren der Zürcher Tonhalle- Gesellschaft just die neue Orgel als Solo- instrument. Wohl Zeichen dafür, dass die «Königin der Instrumente» (Mozart) weiterhin im weiten Atem des geistli- chen Zwecken beigeordneten Kirchen- raums verbleiben möge. Für die Stadt Adliswil trifft das in beiden Kirchen im schönsten Masse zu. Der Musiker Rudolf Meyer studierte an der Musikakademie und am Konser- vatorium Zürich Orgel, Schul- und Kir- chenmusik und Komposition. Nach ei- nem Studienaufenthalt in Paris und ver- schiedenen Meisterkursen spielte er als Organist in Uetikon, Burgdorf und Rap- perswil-Jona; schliesslich wurde er ers- ter Organist an der Stadtkirche Winter- thur. Seine Lehrtätigkeit führte ihn an die Musikhochschulen Winterthur, Zü- rich und andere Orte. 1987 wurde ihm der Friedrich-Ernst-Preis Winterthur verliehen. Im Frühjahr 1996 folgten Tätigkeiten als Professor an der Hoch- schule für Musik Köln und am N.S.W. Conservatorium of Music in Sydney. Die Capella Musica Loquens Zürich und die Internationalen Orgeltagungen Winter- thur gehen auf seine Initiative zurück. Rudolf Meyer ist Mitglied verschiedener Interessenverbände für das Orgelwesen und Gastreferent an Fachsymposien. Als Berater bei Orgelrestaurierungen setzt er sich für den hoch stehenden Orgel- bau ein. (e) Orgelkonzert mit Rudolf Meyer. Sonntag, 28. Mai, 19 Uhr, in der katholischen Kirche Adliswil. Musikalische Auffahrt Adliswil/Buchenegg. Am kommenden Auffahrtsdonnerstag wird die Harmonie Adliswil ihren alljährlichen Auffahrts- bummel wieder einmal auf der Buchen- egg, genauer gesagt beim Teehüsli Bu- chenegg, durchführen. Ab 11 Uhr wird die Harmonie Adliswil zusammen mit der Jugendmusik Adliswil für musikali- sche Unterhaltung sorgen. Ein Grill für selbst Mitgebrachtes sowie auch Kauf- möglichkeiten für Grilladen und Geträn- ken stehen zur Verfügung. Die Harmo- nie und die Jugendmusik freuen sich auf einen gemütlichen und fröhlichen Nachmittag. (e) Auffahrtsbummel mit Harmonie und Jugend- musik am Donnerstag, 25. Mai, ab 11 Uhr beim Teehüsli Buchenegg. Langnau Gut besuchte Serenade der Musikschule Adliswil/Langnau in der Schwerzi Türöffner für künftige Musiker Altes und Neues spielten die Schülerinnen und Schüler der Musikschule Adliswil/Lang- nau mit diversen Instrumen- ten an ihrer Serenade. Barbara Moll Der vergangene Samstag war ein er- eignisreicher Tag für die Musikschule Adliswil/Langnau. Am Morgen de- monstrierte sie ihre Instrumente anläss- lich der Instrumentenvorführung in Ad- liswil, und am Nachmittag stellten die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Konzert in der Schwerzi ihr Können un- ter Beweis. Eine Eigenheit prägte die Serenade am Samstagnachmittag: Im Publikum sassen nämlich – wie auf der Bühne – aussergewöhnlich viele Junge. Das jugendliche Alter der Solisten tat aber in keiner Art und Weise der Quali- tät der Aufführung Abbruch. Das musikalische Programm beinhal- tete heutige und gestrige Hits, moderne und mittelalterliche Klänge, Poppiges und Klassisches. Vorab spielte das Gitar- renorchester unter der Leitung von Hans-Rudolf Maibach «Yesterday» von den Beatles, ehe Claudia Roux von der Musikschule Adliswil/Langnau das an- wesende Publikum begrüsste. Die Sere- nade sei eine Art Fortsetzung der mor- gendlichen Instrumentenvorführung, in der die Schülerinnen und Schüler dem Publikum die einzelnen Instrumente im Spiel näher bringen, erklärte sie. Die So- listinnen und Solisten zeigten gekonnt, was sie im Unterricht für bemerkens- werte Fortschritte erzielt hatten. Konzert als Herausforderung Die Auswahl der Lieder hatten die Musikschülerinnen und -schüler zu- sammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern getroffen. Das gezielte Üben auf das Serenaden-Konzert hin war für alle Instrumentalisten eine Herausforde- rung, denn es ist etwas anderes, für ein Konzert zu üben als «nur» für die regu- läre Musikstunde. Doch alle waren mit Feuereifer dabei und stellten ein sehr unterhaltsames, motivierendes Konzert- programm auf die Beine. Schön waren zum Beispiel die Interpretationen des Gitarrenduos Thalia Kupferschmid und Lehrer Andreas Grob, das «Hemmige» von Mani Matter vortrug – notabene oh- ne Hemmungen. Bemerkenswert auch die Auftritte der 8-jährigen Katharina Schade mit ihrer Violine, das Trompe- tensolo von Sebastian Favre und auch das Harfenspiel von Sebastian Berroth. Ebenso mag für die Klavierspieler Tho- mas Bachmann, Yannik Fust und Sonja Bödi die Maxime gelten: keiner zu klein, um ein Musiker zu sein. Wieder andere Musikschülerinnen und -schüler sorgten für gesangliche Unterhaltung und poppigen Sound, so etwa die Sängerin Vanessa Rüegg mit ihrem Lied «What’s love got to do» oder Kay Allenspach am Schlagzeug mit Do- minique Sunitsch und Tanja Bärtsch an der E-Gitarre mit ihrem Lied «Never Alone». Am Keyboard profilierten sich Michèle Masina und Kaja Egloff – wer weiss, vielleicht werden sie dereinst in Adliswil und Langnau die künftigen Al- leinunterhalterinnen für Anlässe sein. Einen fulminanten Schlusspunkt setz- ten zwei Jungs, Stefan Bachmann und Dominik Kawa am Klavier, als sie Stü- cke von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart zum Besten gaben. Auffallend viele Junge Die Serenade war ein gut besuchter Anlass mit einer auffallenden Mehrheit an jungen Zuhörerinnen und Zuhörern. Und das ist auch gut so, denn die Sere- nade ist einerseits eine Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen, ihre musi- kalischen Leistungen unter Beweis zu stellen, andererseits hat das Konzert ganz klar den Zweck, die Möglichkeiten der einzelnen Instrumente aufzuzeigen und künftige Musikanten zu werben. Praxedis Geneviève Hug be- geisterte am Sonntag mit ei- nem differenzierten Spiel. Hanni Finsler Sonntagabend kamen sie schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn, die vielen Adliswiler, die Praxedis Gene- viève Hug schon als Wunderkind kann- ten, und die vielen aus der Umgebung: Das Schiff der reformierten Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Zu geniessen gab es eine gute Stunde Klaviermusik, so richtig frühsommer- lich, zum Mai passend: Schuberts heite- re A-Dur-Sonate, die frühere, kompo- niert, als Franz Schubert noch Hoffnung hatte, wieder gesund zu werden; von Franz Liszt Lieder zum «Tannhäuser» des Butzenscheibendichters Julius Wolff, die auf dem Klavier «gesungen» werden. Chopins beliebte Polonaise As- Dur op. 53, die Uraufführung des feinen Werkes «Bruder Wind» von Carl Rütti, 2006 entstanden und vom Komponisten seiner Nichte Praxedis Geneviève Hug gewidmet, und die Zigeunerpolka von Franz Liszt zum fulminanten Abschluss. Musikalische Bandbreite Dazu kamen drei Zugaben, alle auch wieder von Liszt, aus den Liedern zu Julius Wolffs Epos: Erstaunt erkennen die Zuhörenden, welche musikalische Bandbreite Franz Liszt bietet. Zarteste Poesie, burlesker Gesang, romantisches Liebeslied – und durchaus auch tempe- ramentvolle Virtuosität. Und all dies war an diesem Konzert in besten Händen. Die junge Künstlerin mit dem phänomenalen Gedächtnis be- zauberte ihre Gemeinde auch an diesem Konzert mit ihrem so fein differenzier- ten Spiel, konzentriert und entrückt zu- gleich. Wie sie ohne erkennbare Kraft- anstrengung plötzliche Fortissimi don- nert und zarteste Passagen wie aus der Luft holt. Wie sie Oktavenpassagen leichthin spielt, Läufe beidhändig mit wahnwitziger Schnelligkeit. Und vor al- lem ihre «kantable Art», das Klavier zu spielen: Da singt es wirklich; und die Melodie, eingebettet in vielstimmige Be- gleitharmonie, wechselt unmerklich von der einen zur anderen Hand. Am Sonntagabend wurde einmal mehr deutlich, welch begnadete Pianistin Pra- xedis Geneviève Hug ist. Adliswil Klavierabend mit Praxedis Geneviève Hug Zart und fortissimo Der Bericht über die Sammel- aktion im Schulhaus Hofern zugunsten von Tabea hat ein grosses Echo und viel Spen- dewillen ausgelöst. Weiterhin viel Kraft und Liebe, um der kleinen Tabea zu helfen – so und ähnlich waren die Wünsche an die Fa- milie auf den Bericht hin, eine Klasse aus dem Schulhaus Hofern tanze und singe und sammle Geld. Mit diesem Geld wollen die Jugendlichen der acht- jährigen Tabea Gächter, die leicht behin- dert zur Welt kam, eine Delphin-Thera- pie ermöglichen («Sihltaler» vom 18. Mai). Tatsächlich lassen einige gleich Taten folgen. Ein Unternehmen spendet der Familie all seine Flugmeilen, ein an- deres überlässt «tief berührt» Tabea 144 Delphine aus Plüsch für den Verkauf. Die Klasse selbst ist mächtig stolz da- rauf, dass die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Auftritt vom Freitag im Schul- haus Hofern einen Betrag von total 2500 Franken eingenommen haben. Jetzt ha- ben sie sich dazu entschlossen, diesen Erfolg morgen Nachmittag zu erneuern, und tanzen und singen im Altersheim «im Ris» zugunsten von Tabea. (hy) Adliswil Schulklasse sammelt morgen erneut 2500 Franken für Tabea Die Schülerinnen und der Schüler der Klasse, die Geld für eine Delphin-Therapie sammelten, umringen Karin Gächter und ihre Tochter Tabea. (Tamara Peterhans) Zum Konzertauftakt spielte das Gitarrenorchester «Yesterday» von den Beatles. (Barbara Moll) Praxedis Geneviève Hug brachte das Klavier zum Singen. (zvg) Veranstaltung

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  • Sihltal 5Sihltaler Dienstag, 23. Mai 2006

    Adliswil

    Die KöniginRudolf Meyer spielt kommen-den Sonntag in der katholi-schen Kirche an der Orgel.

    Unter dem Motto «Was mein Gottwill, das gscheh allzeit» musiziert Ru-dolf Meyer an der neuen, farbreichenMathis-Orgel in der katholischen KircheAdliswil um 19 Uhr – und spielt nichtnur Tröstliches. Denn «nicht immer sinddie Menschen Mitarbeiter am Reich Got-tes…» Und wenn es ganz nach den Plä-nen des Menschen läuft, führt dies mit-unter zu bösen Überraschungen. Undum dieses Thema dreht sich das Kon-zertprogramm, wenn zwei befreundetePariser Zeitgenossen zu Beginn des ver-gangenen Jahrhunderts, nämlich JehanAlain, Bruder der in Adliswil schonmehrmals aufgetretenen Marie-Claire,und Maurice Duruflé vom «lallendenBeten der Menschheit» reden.

    Der grosse Bach begegnet dem Publi-kum im Gesang der Variantenreihe zumKirchenlied «O Gott, du frommer Gott,du Brunnquell aller Güter». Arvo Pärts«Fratres» ist in der andern Traditionbarocker Variationsreihen beheimatet –nämlich über eine gleichbleibende Ak-kordfolge ähnlich wie im Jazz. Die küh-ne Vision einer Verschwisterung derMenschen ist unnachahmlich. Bevor Fe-lix Mendelssohn den virtuosen, ins Hal-leluja mündenden Schluss bildet, stehtals «Beleg» zum Titelspruch der Bach’-sche Choral aus der Matthäus-Passion«Was mein Gott will». Denn Mendels-sohn nimmt im ersten Satz seiner Sona-te Nr. 1 in eingeschobenen stillen Zita-ten auf diesen Choral Bezug.

    Orgel – Königin der InstrumenteAbermals mit der neuen Riesenorgel

    von 1988 fehlt im Generalprogrammnach 18 Jahren der Zürcher Tonhalle-Gesellschaft just die neue Orgel als Solo-instrument. Wohl Zeichen dafür, dassdie «Königin der Instrumente» (Mozart)weiterhin im weiten Atem des geistli-chen Zwecken beigeordneten Kirchen-raums verbleiben möge. Für die StadtAdliswil trifft das in beiden Kirchen imschönsten Masse zu.

    Der Musiker Rudolf Meyer studiertean der Musikakademie und am Konser-vatorium Zürich Orgel, Schul- und Kir-chenmusik und Komposition. Nach ei-nem Studienaufenthalt in Paris und ver-schiedenen Meisterkursen spielte er alsOrganist in Uetikon, Burgdorf und Rap-perswil-Jona; schliesslich wurde er ers-ter Organist an der Stadtkirche Winter-thur. Seine Lehrtätigkeit führte ihn andie Musikhochschulen Winterthur, Zü-rich und andere Orte. 1987 wurde ihmder Friedrich-Ernst-Preis Winterthurverliehen. Im Frühjahr 1996 folgtenTätigkeiten als Professor an der Hoch-schule für Musik Köln und am N.S.W.Conservatorium of Music in Sydney. DieCapella Musica Loquens Zürich und dieInternationalen Orgeltagungen Winter-thur gehen auf seine Initiative zurück.Rudolf Meyer ist Mitglied verschiedenerInteressenverbände für das Orgelwesenund Gastreferent an Fachsymposien. AlsBerater bei Orgelrestaurierungen setzter sich für den hoch stehenden Orgel-bau ein. (e)

    Orgelkonzert mit Rudolf Meyer. Sonntag, 28.Mai, 19 Uhr, in der katholischen Kirche Adliswil.

    Musikalische AuffahrtAdliswil/Buchenegg. Am kommendenAuffahrtsdonnerstag wird die HarmonieAdliswil ihren alljährlichen Auffahrts-bummel wieder einmal auf der Buchen-egg, genauer gesagt beim Teehüsli Bu-chenegg, durchführen. Ab 11 Uhr wirddie Harmonie Adliswil zusammen mitder Jugendmusik Adliswil für musikali-sche Unterhaltung sorgen. Ein Grill fürselbst Mitgebrachtes sowie auch Kauf-möglichkeiten für Grilladen und Geträn-ken stehen zur Verfügung. Die Harmo-nie und die Jugendmusik freuen sichauf einen gemütlichen und fröhlichenNachmittag. (e)

    Auffahrtsbummel mit Harmonie und Jugend-musik am Donnerstag, 25. Mai, ab 11 Uhr beimTeehüsli Buchenegg.

    Langnau Gut besuchte Serenade der Musikschule Adliswil/Langnau in der Schwerzi

    Türöffner für künftige MusikerAltes und Neues spielten dieSchülerinnen und Schüler derMusikschule Adliswil/Lang-nau mit diversen Instrumen-ten an ihrer Serenade.

    Barbara Moll

    Der vergangene Samstag war ein er-eignisreicher Tag für die MusikschuleAdliswil/Langnau. Am Morgen de-monstrierte sie ihre Instrumente anläss-lich der Instrumentenvorführung in Ad-liswil, und am Nachmittag stellten dieSchülerinnen und Schüler mit ihremKonzert in der Schwerzi ihr Können un-ter Beweis. Eine Eigenheit prägte die Serenade am Samstagnachmittag: ImPublikum sassen nämlich – wie auf derBühne – aussergewöhnlich viele Junge.Das jugendliche Alter der Solisten tataber in keiner Art und Weise der Quali-tät der Aufführung Abbruch.

    Das musikalische Programm beinhal-tete heutige und gestrige Hits, moderneund mittelalterliche Klänge, Poppigesund Klassisches. Vorab spielte das Gitar-renorchester unter der Leitung vonHans-Rudolf Maibach «Yesterday» vonden Beatles, ehe Claudia Roux von derMusikschule Adliswil/Langnau das an-wesende Publikum begrüsste. Die Sere-nade sei eine Art Fortsetzung der mor-gendlichen Instrumentenvorführung, inder die Schülerinnen und Schüler demPublikum die einzelnen Instrumente imSpiel näher bringen, erklärte sie. Die So-listinnen und Solisten zeigten gekonnt,was sie im Unterricht für bemerkens-werte Fortschritte erzielt hatten.

    Konzert als HerausforderungDie Auswahl der Lieder hatten die

    Musikschülerinnen und -schüler zu-sammen mit ihren Lehrerinnen undLehrern getroffen. Das gezielte Üben aufdas Serenaden-Konzert hin war für alleInstrumentalisten eine Herausforde-rung, denn es ist etwas anderes, für einKonzert zu üben als «nur» für die regu-läre Musikstunde. Doch alle waren mitFeuereifer dabei und stellten ein sehrunterhaltsames, motivierendes Konzert-programm auf die Beine. Schön waren

    zum Beispiel die Interpretationen desGitarrenduos Thalia Kupferschmid undLehrer Andreas Grob, das «Hemmige»von Mani Matter vortrug – notabene oh-ne Hemmungen. Bemerkenswert auchdie Auftritte der 8-jährigen KatharinaSchade mit ihrer Violine, das Trompe-tensolo von Sebastian Favre und auchdas Harfenspiel von Sebastian Berroth.Ebenso mag für die Klavierspieler Tho-mas Bachmann, Yannik Fust und SonjaBödi die Maxime gelten: keiner zu klein,um ein Musiker zu sein.

    Wieder andere Musikschülerinnenund -schüler sorgten für gesangliche

    Unterhaltung und poppigen Sound, soetwa die Sängerin Vanessa Rüegg mitihrem Lied «What’s love got to do» oderKay Allenspach am Schlagzeug mit Do-minique Sunitsch und Tanja Bärtsch ander E-Gitarre mit ihrem Lied «NeverAlone». Am Keyboard profilierten sichMichèle Masina und Kaja Egloff – werweiss, vielleicht werden sie dereinst inAdliswil und Langnau die künftigen Al-leinunterhalterinnen für Anlässe sein.Einen fulminanten Schlusspunkt setz-ten zwei Jungs, Stefan Bachmann undDominik Kawa am Klavier, als sie Stü-cke von Ludwig van Beethoven und

    Wolfgang Amadeus Mozart zum Bestengaben.

    Auffallend viele JungeDie Serenade war ein gut besuchter

    Anlass mit einer auffallenden Mehrheitan jungen Zuhörerinnen und Zuhörern.Und das ist auch gut so, denn die Sere-nade ist einerseits eine Möglichkeit fürdie Kinder und Jugendlichen, ihre musi-kalischen Leistungen unter Beweis zustellen, andererseits hat das Konzertganz klar den Zweck, die Möglichkeitender einzelnen Instrumente aufzuzeigenund künftige Musikanten zu werben.

    Praxedis Geneviève Hug be-geisterte am Sonntag mit ei-nem differenzierten Spiel.

    Hanni Finsler

    Sonntagabend kamen sie schon einehalbe Stunde vor Konzertbeginn, dievielen Adliswiler, die Praxedis Gene-viève Hug schon als Wunderkind kann-ten, und die vielen aus der Umgebung:Das Schiff der reformierten Kirche warbis auf den letzten Platz besetzt.

    Zu geniessen gab es eine gute StundeKlaviermusik, so richtig frühsommer-lich, zum Mai passend: Schuberts heite-re A-Dur-Sonate, die frühere, kompo-niert, als Franz Schubert noch Hoffnunghatte, wieder gesund zu werden; vonFranz Liszt Lieder zum «Tannhäuser»des Butzenscheibendichters JuliusWolff, die auf dem Klavier «gesungen»werden. Chopins beliebte Polonaise As-Dur op. 53, die Uraufführung des feinenWerkes «Bruder Wind» von Carl Rütti,2006 entstanden und vom Komponistenseiner Nichte Praxedis Geneviève Huggewidmet, und die Zigeunerpolka vonFranz Liszt zum fulminanten Abschluss.

    Musikalische BandbreiteDazu kamen drei Zugaben, alle auch

    wieder von Liszt, aus den Liedern zuJulius Wolffs Epos: Erstaunt erkennendie Zuhörenden, welche musikalischeBandbreite Franz Liszt bietet. Zarteste

    Poesie, burlesker Gesang, romantischesLiebeslied – und durchaus auch tempe-ramentvolle Virtuosität.

    Und all dies war an diesem Konzertin besten Händen. Die junge Künstlerinmit dem phänomenalen Gedächtnis be-zauberte ihre Gemeinde auch an diesemKonzert mit ihrem so fein differenzier-ten Spiel, konzentriert und entrückt zu-gleich. Wie sie ohne erkennbare Kraft-anstrengung plötzliche Fortissimi don-nert und zarteste Passagen wie aus derLuft holt. Wie sie Oktavenpassagenleichthin spielt, Läufe beidhändig mitwahnwitziger Schnelligkeit. Und vor al-lem ihre «kantable Art», das Klavier zuspielen: Da singt es wirklich; und dieMelodie, eingebettet in vielstimmige Be-gleitharmonie, wechselt unmerklichvon der einen zur anderen Hand. AmSonntagabend wurde einmal mehrdeutlich, welch begnadete Pianistin Pra-xedis Geneviève Hug ist.

    Adliswil Klavierabend mit Praxedis Geneviève Hug

    Zart und fortissimo

    Der Bericht über die Sammel-aktion im Schulhaus Hofernzugunsten von Tabea hat eingrosses Echo und viel Spen-dewillen ausgelöst.

    Weiterhin viel Kraft und Liebe, umder kleinen Tabea zu helfen – so undähnlich waren die Wünsche an die Fa-milie auf den Bericht hin, eine Klasseaus dem Schulhaus Hofern tanze undsinge und sammle Geld. Mit diesemGeld wollen die Jugendlichen der acht-jährigen Tabea Gächter, die leicht behin-

    dert zur Welt kam, eine Delphin-Thera-pie ermöglichen («Sihltaler» vom 18.Mai). Tatsächlich lassen einige gleichTaten folgen. Ein Unternehmen spendetder Familie all seine Flugmeilen, ein an-deres überlässt «tief berührt» Tabea 144Delphine aus Plüsch für den Verkauf.Die Klasse selbst ist mächtig stolz da-rauf, dass die Schülerinnen und Schülermit ihrem Auftritt vom Freitag im Schul-haus Hofern einen Betrag von total 2500Franken eingenommen haben. Jetzt ha-ben sie sich dazu entschlossen, diesenErfolg morgen Nachmittag zu erneuern,und tanzen und singen im Altersheim«im Ris» zugunsten von Tabea. (hy)

    Adliswil Schulklasse sammelt morgen erneut

    2500 Franken für Tabea

    Die Schülerinnen und der Schüler der Klasse, die Geld für eine Delphin-Therapiesammelten, umringen Karin Gächter und ihre Tochter Tabea. (Tamara Peterhans)

    Zum Konzertauftakt spielte das Gitarrenorchester «Yesterday» von den Beatles. (Barbara Moll)

    Praxedis Geneviève Hug brachte dasKlavier zum Singen. (zvg)

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