plankR skript

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BmU GmbH Berlin Plankostenrechnung

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1. 1.1. 1.2. 2. 2.1. 2.2. 2.3. 2.4. 3. 4. 4.1. 4.2. 4.3. 4.4. 4.5. 4.6. 5. 5.1. 5.2. 5.3. 5.4. 5.5. 6. 6.1. 6.2. 6.3. 6.4. 6.5. 6.6. 6.7. 6.8. 6.9. 7. 7.1. 7.2. 7.3. 7.4. 7.5. 8. 8.1. 8.2. 8.3. 8.4. 8.5. 9.

bersicht zu Verfahren der Kostenrechnung............................................. 3 bersicht zur Ist Kostenrechnung ................................................................ 4 bersicht zur Normal Kostenrechnung ......................................................... 5 Grundlagen der Plankostenrechnung.......................................................... 6 Geschichte der Plankostenrechnung ............................................................... 6 Zweck der Plankostenrechnung....................................................................... 8 Grundschema einer Planungsrechnung........................................................... 8 bersicht zu Arten der Plankostenrechnung................................................... 9 Allgemeine Begriffe der Plankostenrechnung ............................................ 9 Die starre Plankostenrechnung .................................................................. 10 Grundschema der starren Plankostenrechnung ............................................ 11 Beispiel 1 starre Plankostenrechnung............................................................ 12 Beispiel 2 starre Plankostenrechnung............................................................ 13 Nachteile der starren Plankostenrechnung .................................................... 14 Formeln der starren Plankostenrechnung...................................................... 14 bung starre Plankostenrechnung................................................................. 15 Flexible Plankostenrechnung ..................................................................... 15 Einleitung ....................................................................................................... 15 Die Sollkosten ................................................................................................ 16 Flexible Plankostenrechnung auf Basis von Vollkosten ................................. 16 Formeln der Flexiblen Plankostenrechnung................................................... 18 Beispiel zur flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis..................... 19 Die Abweichungsanalyse ............................................................................ 20 Berechnung der Preisabweichung ................................................................. 21 Berechnung der Mengenabweichung ............................................................ 21 Berechnung der Beschftigungsabweichung................................................. 22 Formeln der Abweichungsanalyse ................................................................. 24 Fallbeispiel zur Abweichungsanalyse ............................................................ 25 Beispiel flexible Plankostenrechnung in der Praxis........................................ 27 Beispiel zur flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis..................... 28 bung flexible Plankostenrechnung............................................................... 30 bung Abweichungsanalyse Wohlgemuth GmbH ......................................... 32 Grenzplankostenrechnung ......................................................................... 33 Soll- Ist- Vergleich der Grenzplankostenrechnung......................................... 33 Verbrauchsabweichung der Grenzplankostenrechnung ................................ 33 Formeln der Grenzplankostenrechnung......................................................... 34 Beispiel Grenzplankostenrechnung ............................................................... 34 Beispiel Ermittlung Grenzkostensatz und Soll- Ist- Vergleich ........................ 35 Fallbungen.................................................................................................. 40 bung zur Grenzplankostenrechnung ........................................................... 40 bung 2 Grenzplankostenrechnung .............................................................. 41 Plankostenrechnung Schneider GmbH.......................................................... 42 Abweichungsanalyse Maschinenbau Gmeinwieser GmbH............................ 44 Abweichungsanalyse Fensterbau OHG ......................................................... 46 Formelsammlung ......................................................................................... 48Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin 9.1. 9.2. 9.3. 9.4. 9.5.

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Formeln der Normalkostenrechnung.............................................................. 48 Formeln der starren Plankostenrechnung...................................................... 48 Formeln der flexiblen Plankostenrechnung.................................................... 48 Formeln der Abweichungsanalyse ................................................................. 49 Formeln der Grenzplankostenrechnung......................................................... 49

Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean.Isaac Newton (1643-1727)

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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1. bersicht zu Verfahren der Kostenrechnung Die Verfahren der Kostenrechnung unterscheiden sich nach dem Zeitbezug des Kostenrechnungsverfahrens sowie nach dem inhaltlichen Umfang der auf die Kostentrger verrechneten Kostenarten.

zeitlicher Bezugvergangenheitsorientiert zukunftsorientiert Istkostenrechnung Normalkostenrechnung Plankostenrechnung

Sachbezug

Vollkostenrechnung

Istkostenrechnung auf Vollkostenbasis Istkostenrechnung auf Teilkostenbasis

Normalkostenrechnung auf Vollkostenbasis Normalkostenrechnung auf Teilkostenbasis

Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis

Teilkostenrechnung

Abbildung 1 Verfahren der Kostenrechnung oder anders dargestellt: IstKostenrechnung NormalKostenrechnung PlanKostenrechnung

VollKostenrechnung Formeln: Normal- GK- Zuschlagsatz Ist- GK- Zuschlagsatz Istkosten Normalkosten Plankosten

TeilKostenrechnung

= Normal- GK / Ist- GK x 100 = Ist-GK / Ist- EK x 100 = Ist-Menge x Ist- Preis = Normalmenge x Normalpreis = Planmenge x Planpreis

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BmU GmbH Berlin 1.1. bersicht zur Ist Kostenrechnung

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Die Ist Kostenrechnung ist das lteste Kostenrechnungsverfahren. Kennzeichnend fr die Ist Kostenrechnung ist die ausschlieliche Bercksichtigung der angefallenen Kosten einer Periode. Hauptaufgabe der Ist - Kostenrechnung ist die Kostenerfassung und Kostenverrechnung auf Produkte, insbesondere zum Zwecke der Nachkalkulation. Weiterhin knnen Planabweichungen beim Verbrauch und den Preisen gegenber der Vorkalkulation festgestellt werden. Die Istkostenrechnung ermittelt die tatschlich angefallenen Kosten einer Kostenart, einer Kostenstelle oder eines Kostentrgers. Istkosten sind definiert als Produkt aus effektiv angefallenen Verbrauchsmengen (Istmengen) und tatschlich bezahlten Preisen (Istpreise).

Nachteile der Ist- Kostenrechnung keine Kostensteuerungsmglichkeit, entstandene Kosten werden so akzeptiert kein Anreiz zur Kosteneinsparung oder Optimierung, dadurch Gefahr von zu hoch kalkulierten Preisen, damit weniger Auftrge

Trotz der vielen Kritik an der Istkostenrechnung bentigen wir sie fr die Kostenkontrolle und als Basisdaten fr eine Normalkostenrechnung. Eine Kostenkontrolle ist ohne Istkostenrechnung und ohne Sollvorgaben aus der Normal- oder der Plankostenrechnung nicht mglich.

Schlussfolgerung Die reine Ist Kostenrechnung als alleiniges Kostenrechnungssystem ist fr das Controlling nicht sehr effizient. Die Mglichkeiten der Analyse und Kontrolle und der damit verbundenen Mglichkeit der Gegensteuerung sind relativ begrenzt.

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1.2. bersicht zur Normal Kostenrechnung Die Normal - Kostenrechnung ist die Weiterentwicklung der Ist Kostenrechnung und stellt den konsequenten bergang zur Plan Kostenrechnung dar. Hierbei wird mit so genannten Normalkosten als Durchschnitt der Ist Kosten vergangener Perioden gearbeitet. Die Normal Kostenrechnung fhrt zu einer wesentlichen Vereinfachung der Kostenrechnung, ist jedoch auch vergangenheitsbezogen. Normalkosten sind normalisierte Istkosten, sie sind der Durchschnitt der entstandenen Kosten. Damit sollen starke Kostenschwankungen der Perioden ausgeglichen werden, um besser planen zu knnen. Dei entstehenden Abweichungen zwischen den Normal- und Istkosten knnen nicht aussagefhig analysiert werden, da keine Beschftigungsnderungen einflieen.

Ein weiterer Nachteil der Normal Kostenrechnung besteht darin, dass durch die Akzeptanz der Kosten aus vergangenen Perioden auch vermeidbare Kosten der Vergangenheit immer wieder neu in die Planung einbezogen werden.

Unterdeckung

berdeckung

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2. Grundlagen der Plankostenrechnung 2.1. Geschichte der Plankostenrechnung Bei der Plankostenrechnung handelt es sich um eine relativ junge Form des betrieblichen Rechnungswesens. Zwar wurden die theoretischen Aspekte dieses Kostenrechnungssystems bereits in den 30er und 40er Jahren diskutiert, sie sind aber zumindest in Deutschland - zunchst nur auf wenig Interesse bei den Praktikern gestoen. Die Grnde hierfr drften wohl in den politisch-wirtschaftlichen Verhltnissen der damaligen Zeit gesehen werden, denn die Kostenkontrolle und -reduzierung spielte in den berlegungen der bis 1945 ausgebten indirekten Befehlswirtschaft wohl nur eine hchst untergeordnete Rolle. Es kam in dieser Zeit nicht so sehr darauf an, dass mglichst kostengnstig produziert wurde, sondern vielmehr darauf, dass berhaupt produziert wurde. Kalkuliert wurde in der Regel nach den damals gltigen "Leitstzen fr die Preisermittlung aufgrund von Selbstkosten bei Leistungen fr ffentliche Auftraggeber" (LS). Das Kalkulationsschema dieser Leitstze war so angelegt, dass es zunchst einmal smtliche im Zusammenhang mit Produktion und Absatz entstandenen Kosten und sodann in prozentualer Abhngigkeit von diesen einen Gewinnaufschlag verrechnete, der auf jeden Fall garantiert wurde. Je hher damit die Kosten waren, desto hher war auch der garantierte Gewinn. Es drfte klar sein, dass ein solches System nicht gerade zu einem mglichst niedrigen Kostenausweis fhrt. Auch die ersten Nachkriegsjahre waren nicht dafr prdestiniert, der Kontrollfunktion der Kostenrechnung eine dominierende Rolle zuzuweisen, denn infolge der Kriegsereignisse war der Nachholbedarf der Wirtschaft so gro, dass der Preis fr die angebotenen Gter nur von untergeordneter Bedeutung war. Kostensteigerungen konnten von den Unternehmen ohne groe Widerstnde weitergegeben werden, weil das Angebot auch nicht annhernd in der Lage war, allen Nachfragewnschen gerecht zu werden. Diese Entwicklung wurde erst ab Mitte 50er Jahre gestoppt, als der strkste Nachholbedarf der Wirtschaft befriedigt und die Produktionskapazitten strker ausgebaut waren. Die Anbieter erkannten allmhlich, dass sie nicht mehr alle Kostenvernderungen mhelos auf die Abnehmer weiterwlzen konnten, sondern dass es auch im Preis Grenzen gab, die nur schwer zu berwinden waren. Im Zuge dieser Vernderungen gewann die Kontrollfunktion der Kostenrechnung allmhlich an Bedeutung, und man suchte nach Mitteln und Wegen, strker als bisher die anfallenden Kosten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang entsann man sich der schon seit lngerem bekannten, infolge der untergeordneten Bedeutung der Kontrollfunktion aber nur wenig angewandten Methoden des Zeit- und des Betriebsvergleiches.

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Allerdings fhrte die Tatsache, dass sowohl Ist- als auch Normalkostenrechnung Rckschaurechnungen sind, die immer nur feststellen knnen, was gewesen ist, aber nicht, was sein soll, zu keiner rechten Befriedigung ber die Ergebnisse des Zeit- und Betriebsvergleiches. Das Fehlen eines echten Mastabes fr die Wirtschaftlichkeit des betrieblichen Geschehens lie nach neuen Formen der Kostenkontrolle suchen. Im Zuge dieser Bemhungen stie man dann auf die in den USA bereits seit Jahren mit Erfolg angewandten Vergleichsrechnungen auf der Basis von "standard costs" und "budget costs". Diese Verfahren zeichneten sich dadurch aus, dass sie die Istkosten einer Abrechnungsperiode nicht mehr an den Istkosten frherer Perioden oder an denen anderer Betriebe maen, sondern an Vorgabewerten, die Ausdruck fr die Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Ttigkeit sein sollten. Diese Kostenrechnungsverfahren wurden zum Vorbild der in Deutschland entwickelten Formen der Plankostenrechnung. Auf diese enge Verbindung ist es wohl auch zurckzufhren, dass auer der Bezeichnung Plankostenrechnung zunchst auch andere Begriffe in den heimischen Sprachgebrauch bernommen wurden. In Anlehnung an die "Standards" und "Budgets" fand man zeitweise die Bezeichnungen "Standardkostenrechnung" und "Budgetkostenrechnung" als Synonyme fr die Plankostenrechnung. Heute versteht man unter Standardkosten die fr ein Produkt ermittelten Vorgabekosten. Bei Standardkostenrechnungen handelt es sich demnach um Kostentrgerrechnungen. Demgegenber handelt es sich bei Budgetkosten um die fr einen Zeitraum vorgegebenen Kosten von Verantwortungsbereichen. Budgetkostenrechnungen sind also kostenstellenbezogene Rechnungen.

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2.2. Zweck der Plankostenrechnung Eine der wesentlichen Hauptaufgabe der Kostenrechnung ist die Kostenkontrolle bzw. Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die bisher dargestellten Werkzeuge der Kostenrechnung sind dafr nur bedingt geeignet. Denn sowohl die Nachkalkulation, Zwischen- oder Begleitkalkulation sind ganz oder teilweise vergangenheitsbezogen und orientieren sich nur an den kalkulierten bzw. entstandenen Kosten. Die Verwendung von Plankosten reduziert diese Nachteile. Die Ergebnisse der in der Plankostenrechnung vorgenommenen Abweichungsanalyse ermglichen es, Ursachen der Kostenberschreitung zu erkennen und zu beeinflussen. Somit ist die Hauptaufgabe der Kostenrechnung - die Wirtschaftlichkeitskontrolle bestens mit der Plankostenrechnung umsetzbar.

2.3.

Grundschema einer Planungsrechnung

Grundschema einer PlanungsrechnungLeistung/ Kosten Recheneinheit PLAN IST Abweichung absolut in %

Produktion Leistung Umsatz Artikel A Umsatz Artikel B Summe Umsatz Materialkosten Personalkosten Sonstige Kosten Summe Kosten Ergebnis

Stck Stunden

12.456 271.600 876.500 235.600 1.112.100 198.000 329.000 425.400 952.400 159.700

12.878 422 282.444 10.844 924.500 48.000 217.800 - 17.800 1.142.300 30.200 211.400 13.400 343.500 14.500 417.600 - 7.800 972.500 20.100 169.800 10.100

3,4% 4,0% 5,5% -7,6% 2,7% 6,8% 4,4% -1,8% 2,1% 6,3%

Hinweis: Die Abweichung in % bezieht sich immer auf den Plan!

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2.4. bersicht zu Arten der Plankostenrechnung Die Plankostenrechnung gilt als Prognoserechnung. Sie arbeitet mit den in zuknftigen Perioden wahrscheinlich anfallenden Kosten, also mit Erwartungsgren fr Preise, Verbrauchsmengen und Beschftigungsgraden. Die Plankostenrechnung beinhaltet also die Planung von Mengen- und Wertgren. Die mit der Plankostenrechnung ermittelten Planwerte haben fr die einzelnen Kostenbereiche Vorgabecharakter. Die Planung erhlt somit Verbindlichkeit fr jeden Mitarbeiter mit der Zielsetzung der Erreichung der Plangren.

Plan - Kostenrechnung

starre Plankostenrechnung

flexible Plankostenrechnung

flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

flexible Plankostenrechnung auf Grenzkostenbasis

3. Allgemeine Begriffe der Plankostenrechnung 3.1.1. Plankosten Plankosten sind Kosten, bei denen Mengen und Preise der fr eine geplante Beschftigung (Ausbringung) bentigten Produktionsfaktoren geplante Gren sind.

Plankosten = geplante Verbrauchsmengen x geplante Faktorpreise

Die Ermittlung der Plankosten erfolgt im Voraus unter weitgehender Loslsung von vergangenheitsorientierten Werten mit Hilfe von wirtschaftlichen berlegungen, technischen Berechnungen und Verbrauchsmessungen. Plankosten haben Vorgabecharakter. Sie sind als Bestandteil der betrieblichen Planung fr einen bestimmten Planungszeitraum festgelegt.Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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3.1.2. Der Plankostenverrechnungssatz Der Plankostenverrechnungssatz fr jede Kostenstelle ergibt sich, indem man die Plankosten durch die Planausbringungsmenge dividiert. Er ist Grundlage der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung, der anschlieenden Kostentrgerrechnung und damit der kurzfristigen Erfolgsrechnung. Plangesamtkosten Plankostenverrechnungssatz = Planbeschftigung [ / ME ]

3.1.3. Verrechnete Plankosten Das Produkt aus Plankostenverrechnungssatz und Istbeschftigung ergibt die so genannten verrechneten Plankosten. Da die starre Plankostenrechnung keine Unterscheidung zwischen fixen und variablen Kosten kennt, ist sie stets eine Vollkostenrechnung.

verrechnete Plankosten = Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

4. Die starre Plankostenrechnung Eine Plankostenrechnung wird als starr bezeichnet, wenn sie eine rechnerische Anpassung der Plankosten an Beschftigungsnderungen nicht vornimmt. Das bedeutet, dass der fr die Planbeschftigung einmal festgelegte Vorgabewert unverndert als Sollwert in den Soll-Ist-Vergleich bernommen wird, selbst dann, wenn die Istbeschftigung von der Planbeschftigung abweicht. Plankosten und Sollkosten sind identisch, so dass auch auf eine Aufteilung der Kosten in fixe und proportionale Elemente verzichtet wird. Kennzeichen der starren Plankostenrechnung ist die fehlende Unterteilung der Kosten in variable und fixe Bestandteile.

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BmU GmbH Berlin 4.1. Grundschema der starren Plankostenrechnung

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Grundschema starre PlankostenrechnungAbsatz Preis Umsatz Kosten Ergebnis Plan 10.000 2,50 25.000 24.000 1.000 Ist 12.000 2,20 26.400 25.980 420 Abweichung absolut in % 2.000 20,0% 0,30 -12,0% 1.400 5,6% 1.980 8,3% 580 -58,0%

Achtung!! Der Absatz ist gestiegen, die Plankosten sind gleich geblieben. Werden hier pfel mit Birnen verglichen?

Wrde man sich auf der Grundlage dieses Beispieles mit dem Kostenstellenverantwortlichen ber die Kostenabweichung unterhalten wollen und ihm vorwerfen, er htte die Kosten um 1.980 berschritten, kme das Argument: Sie vergleichen pfel mit Birnen. Denn wie knnen Sie Kosten vergleichen, wenn die Absatzmenge gestiegen ist?

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BmU GmbH Berlin 4.2. Beispiel 1 starre Plankostenrechnung In der Feinguss Blank GmbH sind fr den Monat April folgende Werte geplant bzw. entstanden:

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betriebliche Werte: geplante Produktionsmenge (= Planbeschftigung): geplante Gesamtkosten (= Plankosten): tatschlich angefallene Kosten (= Istkosten) tatschlich produzierte Stckzahl (= Istbeschftigung):

20.000 Stck 100.000 90.000 20.000 Stck

Aufgabe: Sie werden beauftragt, den Plankostenverrechnungssatz und die verrechneten Plankosten zu ermitteln und zu prfen, ob die Kosten eingehalten wurden!

Lsung: 1. Berechnung des Plankostenverrechnungssatzes 100.000 Plankostenverrechnungssatz= 20.000 Stck = 5 /Stck

2. Ermittlung der verrechneten Plankosten

verrechnete Plankosten = 20.000 Stck x 5 /Stck = 100.000

3. Auswertung Es ergibt sich offensichtlich ein eine Kosteneinsparung, weil anstelle der geplanten 100.000 nur 90.000 verbraucht wurden. Leider kommt das jedoch bei der Abrechnung in der starren Normalkostenrechnung nicht zum Vorschein, da die verrechneten Plankosten auch 100.000 betragen und somit keine Kostenabweichung, weder positiv noch negativ sichtbar wird. Noch problematischer stellt sich dieser offensichtliche Nachteil der starren Plankostenrechnung im Beispiel 2 dar.

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BmU GmbH Berlin 4.3. Beispiel 2 starre Plankostenrechnung In der Feinguss Blank GmbH sind fr den Monat April folgende Werte geplant bzw. entstanden:

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betriebliche Werte: geplante Produktionsmenge (= Planbeschftigung): geplante Gesamtkosten (=Plankosten): tatschlich angefallene Kosten (=Istkosten) tatschlich produzierte Stckzahl (= Istbeschftigung):

20.000 Stck 100.000 90.000 12.000 Stck

Aufgabe: Sie werden beauftragt, den Plankostenverrechnungssatz und die verrechneten Plankosten zu ermitteln und zu prfen, ob die Kosten eingehalten wurden!

Lsung: 1. Berechnung des Plankostenverrechnungssatzes 100.000 Plankostenverrechnungssatz= 20.000 Stck = 5 /Stck

2. Ermittlung der verrechneten Plankosten

verrechnete Plankosten = 12.000 Stck x 5 /Stck = 60.000

3. Auswertung Es wurden 100.000 an Kosten geplant, entstanden sind tatschlich nur 90.000 und in die Kostenstellenabrechnung wurden jedoch 60.000 bernommen. Damit ergibt sich an dieser Stelle die Frage, wie diese Situation einzuschtzen ist gut oder schlecht? An dieser Stelle msste die Abweichungsanalyse verwendet werden. Ohne Verwendung der Abweichungsanalyse lassen sich keine sinnvollen Schlussfolgerungen ziehen. Hier wird auch ein Problem der starren Normalkostenrechnung sichtbar- nmlich dass bei vernderter Produktionsstckzahl sich auch logischerweise die Kosten verndern knnen und sogar mssen.

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In betrachteten Beispiel heit dass, das die Kostenunterschreitung, nmlich von 100.000 auf 90.000 = 10.000 nicht unbedingt eine Einsparung sein muss, sondern sogar eine Kostenberschreitung sein knnte! Das aber ist mit der starren Normalkostenrechnung nicht berprfbar, weil diese von einem gleich bleibenden Beschftigungsgrad ausgeht. Sobald die Istbeschftigung jedoch von der Planbeschftigung abweicht, ist keine sinnvolle Aussage zur Kostenentwicklung mglich, wenn ich nicht die Plankosten an die vernderte Beschftigung rechnerisch anpasse. Deshalb ist der Einsatz bzw. sind die Anwendungsbereiche der starren Normalkostenrechnung begrenzt.

4.4. Nachteile der starren Plankostenrechnung Bei der starren Plankostenrechnung wird lediglich mit dem geplanten Beschftigungsgrad gerechnet und keine Anpassung an die Beschftigungsschwankungen vorgenommen. Damit erfolgt keine Umrechnung der Plankosten auf die IstBeschftigung, wie es eigentlich fr die Kostenkontrolle erforderlich wre. Sie kann deshalb nur dann eingesetzt werden, wenn keine oder nur geringe Schwankungen in der Beschftigung auftreten.

Die wesentlichen Nachteile der starren Plankostenrechnung: eine Kostenkontrolle ist nicht mglich, es wird gegen das Verursachungsprinzip verstoen, da eine Aufteilung in fixe und variable Kosten nicht erfolgt, die fr Entscheidungen erforderlichen Daten werden nur bedingt zur Verfgung gestellt. Aus diesem ist die praktische Bedeutung der starren Plankostenrechnung als sehr gering einzuordnen und wird deshalb nicht weiter betrachtet. 4.5. Formeln der starren Plankostenrechnung Plan(gesamt)kosten Plankostenverrechnungssatz = Planbeschftigung verrechnete Plankosten = Istbeschftigung x Plankostenverrechnungssatz [ /h]

Abweichung

= Istkosten - verrechnete Plankosten

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BmU GmbH Berlin 4.6. bung starre Plankostenrechnung

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In einem Unternehmen wurde in der Kostenstelle A die Planbeschftigung fr das Jahr 200X mit 20.000 Stunden angesetzt. An Plankosten wurden 198.000 festgelegt. Die Istbeschftigung betrug 16.000 Stunden, die Istkosten betrugen 163.200 . Aufgaben: Ermitteln Sie fr das Unternehmen: a) den Plankostenverrechnungssatz b) die verrechneten Plankosten c) die entstandene Abweichung

Lsungen: a) Plankostensatz = 198.000 / 20.000 b) verrechnete Plankosten = 16.000 x 9,90 c) Abweichung = 163.200 - 158.400 = 9,90 /h = 158.400 = + 4.800

5. Flexible Plankostenrechnung 5.1. Einleitung Aus der Kritik an der starren Plankostenrechnung entwickelte sich die flexible Plankostenrechnung. Ein solches Kostenrechnungssystem erlaubt die Anpassung der Plankosten an alle gegenber der Planung vernderten Istverhltnisse. Da die wichtigste dieser Abweichungskomponenten die Beschftigungsabweichung ist, bezieht man das Attribut "flexibel" im Allgemeinen auf die Anpassungsfhigkeit der Plankosten an Beschftigungsnderungen. Hierzu trennt die flexible Plankostenrechnung fixe und variable Kosten voneinander. Dadurch ist es mglich, Kostenvorgaben nicht nur fr die Planbeschftigung, sondern auch fr jeden anderen Beschftigungsgrad zu ermitteln. Die auf diese Weise ermittelte Kostenvorgabe fr die jeweilige Istbeschftigung sind die Sollkosten. Sie entsprechen den Kosten, die unter der Annahme wirtschaftlichen Umgangs mit den Ressourcen bei der jeweiligen Istbeschftigung anfallen drfen.

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5.2. Die Sollkosten Die Istbeschftigung der einzelnen Abrechnungsmonate stimmt im allgemeinen nicht mit der Planung berein, so dass die Plankosten bei Planbeschftigung umgewandelt werden mssen in Plankosten bei Istbeschftigung. Diese angepassten Kosten werden als Sollkosten bezeichnet und knnen nun sinnvoll mit den tatschlich entstandenen Kosten = Istkosten verglichen werden. Allgemein ergeben sich die Sollkosten wie folgt:

Sollkosten = Plankosten bei Ist- BeschftigungFr die Ermittlung der Sollkosten fr die flexible Plankostenrechnung ist zunchst eine Trennung in Fixkosten und variable Kosten vorzunehmen, da sich bekannterweise nur die variablen Kosten bei Beschftigungsnderungen verndern, die Fixkosten jedoch gleich bleiben (Ausnahme Sprungfixkosten). Nun ergeben sich die Sollkosten der flexiblen Plankostenrechnung wie folgt:

= Planfixkosten + Planvariable Kosten x Istbeschftigung/ Planbeschftigung

Bercksichtigung der Vernderung der Beschftigung 5.3. Flexible Plankostenrechnung auf Basis von Vollkosten Bei einer flexiblen Plankostenrechnung auf Basis von Vollkosten dient die Aufteilung der Kosten in fixe und proportionale Anteile nur der Kostenkontrolle. Fr die Kalkulation und die darauf aufbauende kurzfristige Erfolgsrechnung werden die Kalkulationsstze gebildet, indem die gesamten Plankosten durch die Planbeschftigung dividiert werden. Es werden somit insgesamt die verrechneten Plankosten auf die Kostentrger weiter verrechnet.

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Fortsetzung des Beispieles aus der starren Plankostenrechnung

Grundschema flexible PlankostenrechnungAbsatz Preis var.Kosten/Stck Umsatz variable Kosten fixe Kosten Summe Kosten Ergebnis Plan 10.000 2,50 1,30 25.000 13.000 11.000 24.000 1.000 Soll 12.000 2,50 1,30 30.000 15.600 11.000 26.600 3.400 Ist 12.000 2,20 1,20 26.400 14.400 11.580 25.980 420 Abweichung absolut in % 0 0,0% 0,30 -12,0% 0,10 -7,7% 3.600 -12,0% 1.200 -7,7% 580 5,3% - 620,00 -2,3% 2.980 -87,6%

Umsatz = Absatz x Preis variable Kosten = Absatz x variable Stckkosten Fixkosten sind unabhngig vom Absatz, knnen sich aber in ihrer Hhe ndern!

Auswertung: Jetzt sieht die Kostenwelt anders aus. Die Summe Kosten liegt jetzt nmlich um 620 unter dem Wert, der eigentlich erlaubt war (Sollkosten). Durch die hhere Absatzmenge ist klar, dass die variablen Kosten absolut gesehen gegenber dem Plan steigen. Auf Planbasis (1,30 ) htten die variablen Kosten bei der Absatzmenge die Hhe von 15.600 erreichen drfen. es ergibt sich aber ein gnstigeres Bild bei den variablen Kosten, denn es ist gelungen, durch den hheren Absatz bessere Einkaufsbedingungen auszuhandeln und so sind die variablen Kosten pro Stck gefallen (von 1,30 im Plan auf 1,20 im Ist). Damit erhalten wir 14.400 . Die Fixkosten sind allerdings auch gestiegen, das hngt jedoch nicht mit der Leistung zusammen. Ergebnis: Sah es bei der starren Plankostenrechnung noch so aus, dass der Verantwortliche die Kosten berschritten hatte (und vielleicht dafr gergt wurde!!), ist die Kostenabweichung jetzt positiv. Da allerdings der Umsatz noch mit den Planumsatz pro Stck von 2,50 bewertet wurde, sieht die Ergebnisabweichung nicht besser aus.

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5.4.

Formeln der Flexiblen Plankostenrechnung variable Kosten

variabler Plankostenverrechnungssatz

= Planbeschftigung Fixkosten

fixer Plankostenverrechnungssatz

= Planbeschftigung

Plankostenverrechnungssatz

= variabler Plankostenverrechnungssatz + fixer Plankostenverrechnungssatz

verrechnete Plankosten

= Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Sollkosten

= Fixe Plankosten + variabler Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Gesamtabweichung

= Istkosten - verrechnete Plankosten

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BmU GmbH Berlin 5.5. Beispiel zur flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis In der Feinguss Blank GmbH sind fr den Monat April folgende Werte geplant bzw. entstanden:

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betriebliche Werte: geplante Produktionsmenge (= Planbeschftigung): geplante Gesamtkosten (=Plankosten) o davon variable Kosten tatschlich angefallene Kosten (=Istkosten) tatschlich produzierte Stckzahl (= Istbeschftigung):

20.000 Stck 100.000 60.000 90.000 12.000 Stck

Aufgabe: Sie werden beauftragt, die Sollkosten zu ermitteln und zu prfen, ob die Kosten eingehalten wurden!

Lsung: 1. Kostentrennung Plankosten gesamt = 100.000 geplante Fixkosten: = 40.000 geplante variable Kosten: = 60.000 2. Ermittlung der Sollkosten Sollkosten = Planfixkosten + Planvariable Kosten (Istbeschftigung / Planbeschftigung) = 40.000 + 60.000 x (12.000 / 20.000) = 76.000

Schlussfolgerung: Fr die Fertigung von 12.000 Stck anstelle von 20.000 Stck drfen nur Gesamtkosten in Hhe von 76.000 anstelle von 100.000 anfallen. Tatschlich sind aber 90.000 Gesamtkosten angefallen und damit ist eine Kostenberschreitung entstanden. Diese muss mittels Abweichungsanalyse untersucht werden.

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6. Die Abweichungsanalyse Die Wirklichkeit, das heit die Istkosten werden immer anders ausfallen als der Plan es vorsah. Interessant ist es dann, sich um die entstandenen Abweichungen zu kmmern. Warum liegen sie besser oder schlechter? Was ist passiert? Abweichungen knnen unterschiedlich gegliedert dargestellt werden. Gesamtabweichung

Preisabweichung

Mengen(Verbrauchs)abweichung

Beschftigungsabweichung

Preisabweichung

Preisabweichungen entstehen auf der Umsatzseite, wenn man z.B. unter dem geplanten Preis verkauft hat. Sie knnen auch im Kostenbereich entstehen, wenn z.B. die durchschnittlichen Personalkosten pro Mitarbeiter hher waren als im Plan. Oder es waren die Einkaufspreise zu niedrig angesetzt. Abweichungen sind mengenbedingt. Es wurde z.B. mehr oder weniger verbraucht, mehr oder weniger Personal eingesetzt.

Mengenabweichung (Verbrauchsabweichung) Beschftigungsabweichung

Sie entstehen dann, wenn eine andere als die geplante Produktionsstckzahl oder Stundenzahl oder prozentuale Auslastung entstanden ist. Da Fixkosten auf der Basis einer geplanten Stckzahl in die Produkte einkalkuliert werden, wird es bei vernderter Beschftigung zu einer Fixkostenunter- oder berdeckung kommen. Es wurden also dann zu viel oder zu wenig Fixkosten verrechnet, die Kalkulation, also der Kostenansatz stimmt nicht mehr. Darber hinaus gibt es noch eine Reihe von Spezialabweichungen, die letztlich aber Differenzierungen einer Mengenbzw. Preisabweichung bzw. schon Ergebnisse der Analyse sind. Das knnen z.B. sein: Verfahrensabweichungen - entstehen dann, wenn ein anderes als das geplante Verfahren verwendet wurde. Das hat Auswirkungen auf Material- und Personalkosten. Seriengrenabweichungen - Es wurde von der rechnerisch zu Grunde gelegten Seriengre abgewichen. Damit kann es zu Personalkostenvernderungen kommen.

Spezialabweichung

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6.1.

Berechnung der Preisabweichung

Istmenge x Planpreis - Istmenge x Istpreis = Preisabweichung oder Istkosten der Plankostenrechnung - Istkosten der Istkostenrechnung = Preisabweichung

Beispiel Ermittlung der Preisabweichung Die tatschlich verbrauchte Menge betrgt 500 Stunden. Als Planpreis wurden 12 /Stunde angesetzt. Tatschlich betrgt der Preis jedoch 14 /Std. Ermitteln Sie die Preisabweichung! Lsung: 500 Stunden x 12 /Std. - 500 Stunden x 14 /Std. Preisabweichung = 6.000 = 7.000 = - 1.000

6.2.

Berechnung der Mengenabweichung

Istmenge x Planpreis bei Istbeschftigung - Planmenge x Planpreis bei Istbeschftigung = Mengenabweichung oder Istkosten der Plankostenrechnung - Sollkosten = Mengenabweichung

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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Beispiel Ermittlung der Mengenabweichung In einem Unternehmen liegen folgende Werte vor: Gesamt Fixe Kosten Planbeschftigung 10.000 Std./ Periode Plankosten 60.000 / Periode 20.000 /Periode Istbeschftigung 8.000 Std./ Periode Istkosten 40.000 / Periode Aufgabe: Ermitteln Sie die Mengenabweichung! Lsung: 1. Ermittlung des variablen Plankostenverrechnungssatzes = variable Plankosten / Planbeschftigung = 40.000 / 10.000 = 4 /Std. 2. Ermittlung der Sollkosten

variable Kosten 40.000 /Periode

= Fixkosten + variabler Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung = 20.000 + 4 /Std. x 8.000 Std. = 52.000 3. Ermittlung der Mengenabweichung = Istkosten - Sollkosten = 40.000 - 52.000 = -12.000

6.3.

Berechnung der Beschftigungsabweichung

Planmenge x Planpreis bei Istbeschftigung - Planmenge x Planpreis bei Planbeschftigung = Beschftigungsabweichung oder Sollkosten - verrechnete Plankosten = Beschftigungsabweichung Bei Unterbeschftigung werden zu wenig fixe Kosten verrechnet, bei ber den Plan liegender Beschftigung werden zu viele Kosten verrechnet.Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin Beispiel Ermittlung der Beschftigungsabweichung In einem Unternehmen liegen folgende Werte vor: Gesamt 10.000 Std./ Periode 60.000 / Periode 8.000 Std./ Periode 40.000 / Periode Fixe Kosten 20.000 /Periode

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variable Kosten 40.000 /Periode

Planbeschftigung Plankosten Istbeschftigung Istkosten

Aufgabe: Ermitteln Sie die Beschftigungsabweichung!

Lsung: 1. Ermittlung des Plankostenverrechnungssatzes = Plankosten / Planbeschftigung = 60.000 / 10.000 = 6 /Std. 2. Ermittlung der Sollkosten = Fixkosten + variabler Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung = 20.000 + 4 /Std. x 8.000 Std. = 52.000 3. Ermittlung der verrechneten Plankosten = 6 /Std. x 8.000 Std. = 48.000 4. Ermittlung der Beschftigungsabweichung = Sollkosten- verrechnete Plankosten = 52.000 - 48.000 = + 4.000

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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6.4.

Formeln der Abweichungsanalyse Istmenge x Planpreis - Istmenge x Istpreis = Preisabweichung oder Istkosten der Plankostenrechnung - Istkosten der Istkostenrechnung = Preisabweichung

Preisabweichung

Mengenabweichung

Istmenge x Planpreis bei Istbeschftigung - Planmenge x Planpreis bei Istbeschftigung = Mengenabweichung oder Istkosten der Plankostenrechnung - Sollkosten = Mengenabweichung

Beschftigungsabweichung

Planmenge x Planpreis bei Istbeschftigung - Planmenge x Planpreis bei Planbeschftigung = Beschftigungsabweichung

oder

Sollkosten - verrechnete Plankosten = Beschftigungsabweichung

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin 6.5. Fallbeispiel zur Abweichungsanalyse Fr weitere Betrachtungen wird folgendes Zahlenbeispiel verwendet.Abweichungen beziehen sich immer auf den Plan.

25

Absatz Verkaufspreis Kosten/Stck Umsatzerlse Kosten Ergebnis

Plan 12.000 2,49 2,00 29.880 24.000 5.880

Abweichung Ist absolut in % 13.600 1.600 2,25 0,24 2,15 0,15 30.600 720,00 29.240 5.240,00 1.360 4.520,00

13,3% -9,6% 7,5% 2,4% 21,8% -76,9%

6.5.1. Abweichungsanalyse im Kostenbereich Was ist hier bei den Kosten passiert? Man hat Kosten von 5.240 mehr verbraucht (Plan = 24.000 Ist = 29.240 ). Diese Abweichung soll hinsichtlich der Mengen- und Preisabweichung analysiert werden. Dafr nutzen wir ein einfaches Schema:

Mengendifferenz x Plan-Preis +/ - Preisdifferenz x Ist-Menge = GesamtabweichungMengenabweichung Mengendifferenz x Plan-Preis (Plankosten pro Stck) oder Istmenge x Planpreis - Planmenge x Planpreis Preisabweichung Preisdifferenz (Kosten pro Stck) x Ist- Menge oder Istmenge x Planpreis - Istmenge x Istpreis

= 1.600 x 2,00 = 13.600 x 2 - 12.000 x 2

= 3.200

= 0,15 x 13.600 = 13.600 x 2 - 13.600 x 2,15

= 2.040

Gesamtabweichung:

= 5.240

Auswertung Durch die hhere Verkaufsmenge hat man Mehrkosten in Hhe von 3.200 . Das ist grundstzlich in Ordnung, mehr Menge = mehr Kosten. Gleichzeitig sind aber die Kosten pro Stck gestiegen, was zustzlich 2.040 kostet. Das ist allerdings problematisch. Unter dem strich ist jetzt die Gesamtkostenabweichung von 1.600 aufgegliedert. Untersucht mssen nun die erhhten Kosten von 2.040 - liegt es an hheren Personalkosten oder zu hohen Materialkosten? Das muss geprft werden.Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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6.5.2. Abweichungsanalyse im Umsatzbereich Interessant ist auch eine Abweichungsanalyse im Umsatzbereich. Dabei wird das gleiche Schema verwendet. In unserem Fall ergeben sich folgende Werte:

Mengenabweichung Mengendifferenz x Plan-Preis (geplanter Verkaufspreis) Preisabweichung Preisdifferenz (pro Stck) x Ist- Menge Gesamtabweichung:

= 1.600 x 2,49

= 3.984

= - 0,24 x 13.600

= - 3.264 = 720

Auswertung Unter dem Strich haben wir eine Umsatzerhhung von 720 , davon kommen als positiver Einfluss aus der Mengenerhhung 3.984 . Allerdings hat man durch die Preissenkung auch einen negativen Einfluss von - 3.264 . Das war sehr riskant, denn wren die Absatzzahlen nicht erreicht worden, wren hier berschreitungen entstanden.

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin 6.6. Beispiel flexible Plankostenrechnung in der Praxis Monat: Mai 200XPLAN Monat 59 2,20 0,49 0,65 SOLL Monat 72 2,20 0,49 0,65 IST Monat 72 2,05 0,51 0,66 Werte in 1.000 Stck in 1.000 Verkaufspreis pro Stck Fert.-Material pro Stck Fert.-Lohn pro Stck Vorjahr kum. 325 2,10 0,50 0,68

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Vorjahr Monat 61 2,10 0,50 0,68

PLAN kum. 294 2,20 0,49 0,65

SOLL kum. 346 2,20 0,49 0,65

IST kum. 346 2,05 0,49 0,66

SOLL/IST-Abw. abs. % 0 -0,15 0,00 0,01 0 -6,8% 0,0% 1,5%

IST Vorjahr 701 2,10 0,50 0,68

PLAN p.a. 703 2,20 0,49 0,65

128,130,5 41,5 72,0 16,2 12,5 4,3 2,6 2,1 3,5 0,8 8,4 1,0 0,4 2,0 53,8

129,828,9 38,4 67,3 16,6 12,9 4,3 2,8 1,0 3,5 0,7 9,5 1,0 0,4 1,8 54,5

158,435,3 46,8 82,1 16,6 12,9 4,3 2,8 1,0 3,5 0,7 9,5 1,0 0,4 1,8 54,5

147,6 Umsatz nettoVariable Kosten 36,7 Fertigungsmaterial 47,5 Fertigungslohn 84,2 Summe variable Kosten Fixe Kosten: 16,8 Gemeinkostenlohn 12,5 Gehalt 3,9 Gemeinkostenmaterial 2,1 Energie 0,2 Instandhaltung 3,5 Mieten/Leasing 0,6 Kommunikationskosten 9,5 Abschreibungen 1,0 Zinsen 2,1 Sonstige Kosten 1,8 Kostenverrechnungen 54,0 Summe fixe Kosten

682,5162,5 221,0 383,5 79,8 61,0 21,5 12,8 10,0 18,5 4,7 40,9 5,2 2,0 10,0 266,4

646,8144,1 191,1 335,2 84,1 65,0 21,0 14,3 4,8 17,5 3,4 47,5 5,0 1,8 9,0 273,4

761,2169,5 224,9 394,4 84,1 65,0 21,0 14,3 4,8 17,5 3,4 47,5 5,0 1,8 9,0 273,4

709,3171,2 228,4 399,6 84,0 62,5 19,5 16,2 1,0 17,5 3,0 47,5 5,0 10,5 9,0 275,7

-51,91,7 3,5 5,2 -0,1 -2,5 -1,5 1,9 -3,8 0,0 -0,4 0,0 0,0 8,7 0,0 2,3

-6,8%1,0% 1,6% 1,3% -0,1% -3,8% -7,1% 13,3% -79,2% 0,0% -11,8% 0,0% 0,0% 483,3% 0,0% 0,8%

1.472,1350,5 476,7 827,2 194,4 150,0 51,6 31,2 25,2 42,0 9,6 100,8 12,0 4,8 24,0 645,6

1.546,6344,5 457,0 801,5 199,2 154,8 51,6 33,6 12,0 42,0 8,4 114,0 12,0 4,8 21,6 654,0

125,8 2,3

121,8 8,0

136,6 21,8

138,2 GESAMTKOSTEN 9,4 ERGEBNIS

649,9 32,6

608,6 38,2

667,8 93,4

675,3 34,0

7,5 -59,4

1,1% -63,6%

1.472,8 -0,7

1.455,5 91,1

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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6.7.

Beispiel zur flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

1. Planwerte der Periode

Plankostenrechnung auf VollkostenbasisKostenstelle A Planbezugsgre: Kosten Fertigungslohn Hilflohn Zusatzlohn Mehrarbeitszuschlge Lohnnebenkosten (80%) Summe Lohnkosten Gehlter Gehaltsnebenkosten (40%) Gehaltskosten Hilf- und Betriebsstoffe Reparaturen kalkulatorische Abschreibung kalkulatorische Zinsen (AV) verschiedene Gemeinkosten Sachkosten Summe primre Kosten Umlage Raum Umlage Strom Umlage Werkstatt sekundre Fixkosten Summe sekundre Kosten Gesamtkosten Plankostensatz 1000 fix Fertigungsstunden proportional gesamt 15.000 15.000 400 800 1.200 200 200 1.000 1.000 320 13.600 13.920 30.600 200 80 280 100 800 31.320 2.000 800 2.800 100 1.000 2.500 1.200 280 5.080 39.200 2.400 1.600 400 400 4.800 44.000 44

720 1.800 720 2.520 200 2.500 1.200 60 3.960 7.200 2.400

220 1.120 32.000 1.600 400

400 2.800 10.000 2.000 34.000

Dividiert man die gesamten Plankosten durch die Planbezugsgre, so erhlt man den Plankostensatz:

Gesamtkosten 44.000 / 1.000 Stunden = 44 / Stunde Plankostensatz

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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29

2. Kostenkontrolle mit Istwerten der Periode Fr die Kostenkontrolle wird ein Soll-Ist- Vergleich erstellt (siehe nachstehende Tabelle). Dazu ermittelt man zunchst die Istbezugsgre und die Istkosten. Danach wird der Beschftigungsgrad berechnet:Beschftigungsgrad = Istbezugsgre/ Planbezugsgre.

Plankostenrechnung auf VollkostenbasisKostenstelle A Planbezugsgre Istbezugsgre 1000 840 84%Istkosten

Auswertung

Fertigungsstunden Fertigungsstunden BeschfitigungsgradFixe Sollkosten proport. Plankosten proport. Sollkosten Verbrauchsabweichung

Kosten

Fertigungslohn Hilflohn Zusatzlohn Mehrarbeitszuschlge Lohnnebenkosten (80%) Summe Lohnkosten Gehlter Gehaltsnebenkosten (40%) Gehaltskosten Hilf- und Betriebsstoffe Reparaturen kalkulatorische Abschreibung kalkulatorische Zinsen (AV) verschiedene Gemeinkosten Sachkosten Summe primre Kosten Umlage Raum Umlage Strom Umlage Werkstatt sekundre Fixkosten

12.768 1.110 182 608 11.734 26.402 1.900 760 2.660 115 1.215 2.500 1.200 420 5.450 34.512 2.400 1.344 560 400

400

320 720 1.800 720 2.520 200 2.500 1.200 60 3.960 7.200 2.400

15.000 800 200 1.000 13.600 30.600 200 80 280 100 800

220 1.120 32.000 1.600 400

12.600 672 168 840 11.424 25.704 168 67 235 84 672 - - 185 941 26.880 - 1.344 336

-

400 2.000 34.000 10 1.680 28.560

168 38 14 232 10 22 68 27 95 31 343 - - 175 549 432 - - 224 - 224 656

Summe sekundre Kosten 4.704 2.800 Gesamtkosten 39.216 10.000 Plankostensatz 44 davon fix verrechn. Plangemeink. 36.960 Kostenunterdeckung 2.256 Beschftigungsabweichung 1.600

Auswertung: Die Verbrauchsabweichung zeigt, ob die Istkosten (39.216 ) hher oder niedriger als die Sollkosten (10.000 + 28.560) waren. Sie ist damit ein Mastab fr die Kostenwirtschaftlichkeit und wird fr jede Kostenstelle ermittelt.

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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30

Erluterungen: Die Beschftigungsabweichung stellt keine Mehrkosten oder Kosteneinsparung dar. Es handelt sich vielmehr um eine reine Verrechnungsdifferenz, die dadurch entsteht, dass die Vollkostenrechnung die fixen Kosten proportional zur Beschftigung weiter verrechnet, whrend sie in Wirklichkeit unabhngig von der Beschftigung anfallen. Kostenberdeckung/Kostenunterdeckung Ist die Summe aller Kostenabweichungen einer Kostenstelle, hier vorliegend die Summe der Verbrauchs- und Beschftigungsabweichung.

6.8.

bung flexible Plankostenrechnung

Fr ein Unternehmen liegen folgende Angaben vor: Planzahlen 6.000 12.000 30.000 Istzahlen 5.000 12.000 20.000

Beschftigung in h: Plankosten fix: variabel:

Aufgaben: Bestimmen Sie folgende Werte: Plankostenverrechnungssatz, Sollkosten, Verbrauchsabweichung, und stellen Sie in einer Grafik die Plankosten und die Istkosten dar sowie kennzeichnen Sie die Sollkosten fr 5.000 Stck und die Verbrauchsabweichung!

Lsung: 1. Plankostenverrechnungssatz = variable Plankosten / Planbeschftigung = 5,00 /h 2. Sollkosten = Istbeschftigung x Plankostenverrechnungssatz = 5.000h x 5,00 /h = 25.000 3. Verbrauchsabweichung = Istkosten - Plankosten = 20.000 -25.000 = -5.000 ;

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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grafische Lsung: Verbrauchsabweichung - 5.000 Plankosten = Sollkosten

40

Istkosten30

Sollkosten 25.000 20

10

Fixkosten

1.000

5.000

Auslastung

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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32

6.9. bung Abweichungsanalyse Wohlgemuth GmbH Die Firma Waldemar Wohlgemut GmbH plante fr den Urlaubsmonat August die Produktion von 6.000 Buschmessern. Die geplanten Fixkosten wurden mit 24.000 und die variablen Plankosten 19 pro Stck beziffert. Zwar entsprachen die geplanten Fixkosten den tatschlichen Fixkosten, jedoch wurden nur 4.000 Buschmesser bei Istkosten von 116.000 hergestellt. Aufgaben Berechnen Sie unter Anwendung der flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis: a) die Verbrauchs- und b) die Beschftigungsabweichung! Lsungen a) Verbrauchsabweichung = Istkosten - Sollkosten = Istkosten - (Fixkosten + variable Stckkosten x Istbeschftigung) = 116.000 - (24.000 + 19 x 4.000) = 16.000 b) Beschftigungsabweichung = Sollkosten - verrechnete Plankosten

Sollkosten = Fixkosten + variable Plankosten x Istbeschftigung = 24.000 + 19 x 4.000 Stck = 24.000 + 76.000 = 100.000 Plankosten = 24.000 + (19 x 6.000 Stck) = 138.000 Plankostenverrechnungssatz = Plankosten / Beschftigung = 138.000 / 6000 Stck = 23 / Stck verrechnete Plankosten = Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung = 23 /Stck x 4.000 Stck = 92.000

Beschftigungsabweichung = 100.000 - 92.000 = 8.000 Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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33

7. Grenzplankostenrechnung Mit der Grenzplankostenrechnung wird die Vollkostenrechnung verlassen, denn sie ist eine Teilkostenrechnung auf der Basis von Planwerten. Der wesentliche Unterschied zur flexiblen Plankostenrechnung mit Vollkosten besteht in der Trennung der fixen und variablen Kosten sowohl in der Kostenstellenrechnung als auch in der Kostentrgerrechnung (Kalkulation). Somit findet eine Eliminierung der fixen Kosten aus dem Soll-Ist-Vergleich statt. Es gibt damit keine Beschftigungsabweichungen mehr, da die variablen Sollkosten und die verrechneten Plankosten (ohne Fixkosten) zusammenfallen. Damit ist es nicht mehr notwendig, die Planbeschftigung zu bestimmen. Folgende Ziele werden mit der Grenzplankostenrechnung verfolgt: Kostenkontrolle Erfolgsplanung Erfolgsermittlung Erfolgskontrolle

7.1. Soll- Ist- Vergleich der Grenzplankostenrechnung Der Soll- Ist- Vergleich wird hnlich wie bei der flexiblen Plankostenrechnung durchgefhrt. Es werden jedoch die fixen Kosten nicht bercksichtigt- sie werden in das Betriebsergebnis bernommen. Beim Soll- Ist- Vergleich gibt es keine Beschftigungsabweichung, da die verrechneten Plankosten den Sollkosten entsprechen. 7.2. Verbrauchsabweichung der Grenzplankostenrechnung Es ist wie folgt vorzugehen: 1. Ermittlung der fr jede Kostenstelle anfallenden Plankosten 2. Aufspaltung der Plankosten in einen fixen und proportionalen (variablen) Teil 3. Ermittlung des Plankostenverrechnungssatzes 4. Ermittlung der verrechneten Plankosten 5. Ermittlung der Sollkosten 6. Berechnung der Verbrauchsabweichung

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin 7.3. Formeln der Grenzplankostenrechnung

34

variable Kosten Plankostenverrechnungssatz (= Grenzkostensatz) = Planbezugsgre [z.B. Std.; kg o.a.]

verrechnete Plankosten

= Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Sollkosten

= Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Verbrauchsabweichung

= Istkosten - Sollkosten

7.4.

Beispiel Grenzplankostenrechnung

In einem Unternehmen liegen folgende Werte vor: Gesamt 10.000 Std./ Periode 60.000 / Periode 8.000 Std./ Periode 40.000 / Periode Fixe Kosten 20.000 /Periode variable Kosten 40.000 /Periode

Planbeschftigung Plankosten Istbeschftigung Istkosten

Aufgabe: Ermitteln Sie die Verbrauchsabweichung!

Lsung: 1. Ermittlung des Plankostenverrechnungssatzes 40.000 = 10.000 2. Ermittlung der Sollkosten = 4 x 8.000 Std = 32.000 = 4 /Std

3. Ermittlung der Verbrauchsabweichung = 20.000 - 32.000 = - 12.000

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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7.5. Beispiel Ermittlung Grenzkostensatz und Soll- Ist- Vergleich Die Kostenstellenrechnung der Grenzplankostenrechnung unterscheidet sich nicht wesentlich von der flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis. In beiden Kostenrechnungssystemen werden in Abhngigkeit von der Planbezugsgre die fixen und die proportionalen Gemeinkosten geplant. Ein wichtiger Unterschied zur Vollkostenrechnung besteht allerdings darin, dass fr die Weiterverrechnung der Kosten der Kostenstellen in der Grenzplankostenrechnung Grenzkostenstze verwendete werden. Diese Grenzkostenstze erhlt man, indem man die Summe der proportionalen Plankosten durch die Planbezugsgre dividiert. 1. Planwerte der Periode

GrenzkostenplanungKostenstelle A Planbezugsgre: Kosten Fertigungslohn Hilflohn Zusatzlohn Mehrarbeitszuschlge Lohnnebenkosten (80%) Summe Lohnkosten Gehlter Gehaltsnebenkosten (40%) Gehaltskosten Hilf- und Betriebsstoffe Reparaturen kalkulatorische Abschreibung kalkulatorische Zinsen (AV) verschiedene Gemeinkosten Sachkosten Summe primre Kosten Umlage Raum Umlage Strom Umlage Werkstatt sekundre Fixkosten Summe sekundre Kosten Gesamtkosten Vollkostensatz Grenzkostensatz 1000 fix 400 Fertigungsstunden proportional gesamt 15.000 15.000 800 1.200 200 200 1.000 1.000 13.600 13.920 30.600 31.320 200 2.000 80 800 280 2.800 100 100 800 1.000 2.500 1.200 220 280 1.120 5.080 32.000 39.200 2.400 1.600 1.600 400 400 400 2.000 4.800 34.000 44.000 44 34

320 720 1.800 720 2.520 200 2.500 1.200 60 3.960 7.200 2.400

400 2.800 10.000

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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2. Soll-Istvergleich Wie bei der Vollkostenrechnung ermittelt man auch bei der Grenzkostenrechnung fr den Soll-Istvergleich die Istbezugsgre, den Beschftigungsgrad, die Sollkosten, die Verbrauchsabweichung und evtl. weitere Abweichungen (Rstkostenabweichungen, Maschinenbelegungsabweichungen). Es entstehen jedoch keine Beschftigungsabweichungen, die ja nichts anderes sind, als zu viel oder zu wenig verrechnete fixe Kosten und die in der Grenzkostenrechnung nicht auftreten knnen, weil die Grenzkostenrechnung keine fixe Kosten auf die Kostentrger verteilt.

2. Istwerte der Periode

GrenzkostenplanungKostenstelle A Planbezugsgre Istbezugsgre 1000 840 84%Istkosten

AuswertungFertigungsstunden Fertigungsstunden BeschfitigungsgradFixe Sollkosten proport. Plankosten proport. Sollkosten Verbrauchsabweichung

Kosten

Fertigungslohn 12.768 Hilflohn 1.110 Zusatzlohn 182 Mehrarbeitszuschlge 608 Lohnnebenkosten (80%) 11.734 Summe Lohnkosten 26.402 Gehlter 1.900 Gehaltsnebenkosten (40%) 760 Gehaltskosten 2.660 Hilf- und Betriebsstoffe 115 Reparaturen 1.215 kalkulatorische Abschreibung 2.500 kalkulatorische Zinsen (AV) 1.200 verschiedene Gemeinkosten 420 Sachkosten 5.450 Summe primre Kosten 34.512 Umlage Raum 2.400 Umlage Strom 1.344 Umlage Werkstatt 560 sekundre Fixkosten 400 Summe sekundre Kosten 4.704 Gesamtkosten 39.216 verrechnete Grenzplangemeinkosten

400

320 720 1.800 720 2.520 200 2.500 1.200 60 3.960 7.200 2.400

15.000 800 200 1.000 13.600 30.600 200 80 280 100 800

220 1.120 32.000 1.600 400

12.600 672 168 840 11.424 25.704 168 67 235 84 672 - - 185 941 26.880 - 1.344 336

-

400 2.800 10.000 2.000 34.000 1.680 28.560 28.560

168 38 14 232 10 22 68 27 95 31 343 - - 175 549 432 - - 224 - 224 656

Probe: Grenzkostensatz 34 x 840 Stunden Beschftigung = 28.560

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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Plankostenrechnung

Metallbau GmbHIstabrechnung Istkosten 14.200 2.000 6.480 22.680 7.520 2.200 2.350 7.000 1.050 4.200 47.000

Kostenplanung und Soll-Ist-Kostenvergleich Planung Kostenart Kosten gesamt Fertigungslhne 13.560 Hilfslhne 2.250 Lohnnebenkosten (40%) 6.324 Personalkosten 22.134 Hilfsstoffe 6.250 Energie 2.740 Reparaturen, Instandhaltung 2.000 kalk. Abschreibungen 7.000 kalk. Zinsen 1.050 Sonstige Gemeinkosten 5.000 Gesamt 46.174 Vollkostensatz Grenzkostensatz Stunden Beschftigungsgrad verr. Plankosten Gesamtabweichung 76,96

Kosten variabel 13.560 1.250 5.924 20.734 6.250 2.000 1.500

Kosten fix 1.000 400 1.400 740 500 7.000 1.050 4.200 14.890

800 31.284

Sollkosten 11.300 2.042 5.337 18.678 5.208 2.407 1.750 7.000 1.050 4.867 40.960

Abweichung Abweichung % 2.900 25,7 42 -2,1 1.143 21,4 4.002 21,4 2.312 44,4 207 -8,6 600 34,3 - 0,0 - 0,0 667 -13,7 6.040 14,7

52,14 600 83,33% 38.480 8.520 500

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Kostenplan und Abrechnung Schlosserei KST-Nr. Zeitraum Planbezugsgre: Arbeitsstunden 2.400 Schichten Std./ Schicht Tage 6135 Okt 08 1 8 20 Mitarbeiter: Hobler Dreher Schlosser Kostenarten Fertigungslhne Hobler Fertigungslhne Dreher Fertigungslhne Schlosser Hilfslohn Mehrarbeitslohn Meistergehalt Kalk. Lohnnebenkosten Kalk. Gehaltsnebenkosten Summe Personalkosten Schmierl und Fettkosten Werkzeug Hilfs- und Betriebsstoffe Reparatur u. Instandhaltung Kalk. Abschreibung Kalk. Zinsen Kalk. Stromkosten EUR Std EUR EUR EUR % kWh 450 2.400 600 320 9.200 640.000 3.350 1 3,5 1 1 1 0,0067 0,15 ME Std Std Std Std % EUR % % Menge 160 160 2.080 120 49.536 1 59.186,4 2.500 EUR/ME 21,8 22,6 20,4 18,5 0,15 2.500 0,8 0,6 Gesamt 3.488 3.616 42.432 2.220 7.430 2.500 47.349 1.500 110.536 450 8.400 600 320 9.200 4.267 503 503 prop. 3.488 3.616 42.432 888 7.430 0 46.283 0 104.138 250 7.560 320 170 5.700 1 1 13 fix 0 0 0 1.332 0 2.500 1.066 1.500 6.398 200 840 280 150 3.500 4.267 0 Istkosten 3.270 2.985 43.632 2.180 6.945 2.600 47.210 1.560 110.382 470 9.350 617 725 8.689 4.267 495 Sollkosten 3.176 3.292 38.631 2.140 6.765 2.500 43.203 1.500 101.207 428 7.723 571 305 8.689 4.267 457 Abweichung 94 -307 5.001 40 180 100 4.007 60 9.175 42 1.627 46 420 0 0 38 Abw. % 3,0 -9,3 12,9 1,8 2,7 4,0 9,3 4,0 9,1 9,9 21,1 8,0 137,9 0,0 0,0 8,2 Ist-Bezugsgre 2185 Std. Verantwortlicher Dr. Schlau

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BmU GmbH BerlinKalk. Gaskosten Kalk. Raumkosten Kalk. Leitungskosten Sekundre Fixkosten Summe sonstige Gemeinkosten Summe Kostenstelle Plankostenverrechnungssatz cbm qm EUR EUR 1.300 600 1.800 2.800 0,35 7,5 1 1 455 4.500 1.800 2.800 33.294 143.830 59,93 14.958 119.095 49,62 455

390 4.500 1.800 2.800 18.337 24.734 10,31 verrechnete Plankosten Soll-Kosten Ist-Kosten 130.945 133.161 144.555 460 4.500 1.800 2.800 34.173 144.555 414 4.500 1.800 2.800 31.954 133.161 46 0 0 0 2.219 11.394 11,0 0,0 0,0 0,0 6,9 8,6

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8. Fallbungen 8.1. bung zur Grenzplankostenrechnung Fr ein Unternehmen liegen folgende Zahlen vor: Planbeschftigung = 20.000 ME Istbeschftigung = 12.000 ME proportionale Plankosten = 30.000 fixe Plankosten = 40.000 proportionale Istkosten = 35.000 Aufgaben: a) Ermitteln Sie: den Plankostenverrechnungssatz die Sollkosten die Abweichungen b) Bewerten Sie die Verbrauchsabweichung! c) Stellen in einem Diagramm dar: Fixkosten, Plankosten, Istkosten und kennzeichnen Sie die Verbrauchsabweichung und Sollkosten bei 12.000 ME! Lsungen: 1. Plankostenverrechnungssatz: = 30.000 / 20.000 = 1,50 /ME 2. Sollkosten = 1,50 /ME x 12.000 ME = 18.000 3. Verbrauchsabweichung = 35.000 - 18.000 = 17.000 = Kostenberschreitung! c) grafische Darstellung: Verbrauchsabweichung - 17.000 Istkosten80 70 60 50 40 30 20 10Sollkosten 18.000 bei 12.000 ME Plankosten = Sollkosten bei 20.000 ME

Fixkosten

10.000

20.000

Auslastung

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8.2. bung 2 Grenzplankostenrechnung Ein Unternehmen rechnet mit einer Planbeschftigung von 12.000 Stunden in der Fertigung. Die Gesamtplankosten waren mit 279.000 veranschlagt. Eine Kostentrennung ergab, dass die Fixkosten 150.000 betragen. Nach Ablauf der Planperiode entstanden 9.000 Stunden an Istbeschftigung sowie Istkosten von 245.250 , darin enthalten Fixkosten in Hhe von 150.000 . Aufgabe: Ermitteln Sie die Verbrauchsabweichung! Lsung: 1. Ermittlung des Plankostenverrechnungssatzes (Grenzkostensatz) Grenzkostensatz = proportionale Plankosten der KST / Planbezugsgre

Grenzkostensatz

=

129.000/12.000 = 10,75 /Std.

2. Ermittlung der verrechneten Plankosten verr. Plankosten = Istbeschftigung x Grenzkostensatz Verrechnete Plankosten: 9.000 x 10,75 = 96.750 auf Kostentrger 150.000 ins Betriebsergebnis 3. Ermittlung der Sollkosten der Istbeschftigung Sollkosten der Istbeschftigung = Fixkosten + proportionale Kosten x (Istbeschftigung/ Planbeschftigung)

= 150.000 + 129.000 x (9.000/12.000) = 246.750 4. Ermittlung und Analyse der Abweichungen (1) Verbrauchsabweichung: Istkosten ./. Sollkosten Verbrauchsabweichung 245.250 246.750 ------------------ 1.500

Auswertung: Vom KST-Leiter zu verantworten. (Hier: Einsparung!) Ursache: Mehr- oder Minderverbruche gegenber der Planung.Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

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8.3. Plankostenrechnung Schneider GmbH Sachverhalt: Die Schneider GmbH ist ein Fleisch verarbeitender Betrieb und hat sich auf die Herstellung von Schinkenspezialitten konzentriert. In der Kostenstelle Verpackung wurden folgende Daten ermittelt: Planbeschftigung Istbeschftigung Plankosten Variator Istkosten 90.000 kg 80.000 kg 135.000 6 130.000

Aufgaben: a) Ermitteln Sie fr die KST Verpackung den Plankostenverrechnungssatz insgesamt sowie seine variablen und fixen Anteile! b) Ermitteln Sie die Kostenfunktion der Schneider GmbH fr die KST Verpackung und stellen Sie diese in einem Koordinatensystem mastabsgerecht dar. Abzisse (X-Achse) 1 cm= 10.000 kg, Ordinate 1cm= 30.000 c) Berechnen Sie die Verbrauchsabweichung, Beschftigungsabweichung und Gesamtabweichung d) Begrnden Sie, welche Form der Plankostenrechnung hier zur Anwendung kommt! Geben Sie an, mit welcher Abweichung die Wirtschaftlichkeit der Kostenstelle beurteilt werden kann. Lsung: a) 1. Plankostenverrechnungssatz Voll 135.000 : 90.000 kg = 1,50 je kg 2. variabler Anteil 135.000 x 60% = 81.000 : 90.000 kg = 0,90 je kg 3. fixer Anteil 54.000 : 90.000 kg = 0,60 je kg b) K= 54.000 + 0,90 x

Gesamtkosten120 90 60

Fixkosten30

30

60

90

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin c) Istkosten = Sollkosten der Istbeschftigung = Fixkosten + proport. Kosten x Istbeschftigung = 54.000 + 0,90 x 80.000 = 126.000 Verbrauchsabweichung = Istkosten - Sollkosten = 130.000 - 126.000 = 4.000

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Beschftigungsabweichung = Sollkosten - verrechnete Plankosten = 126.000 - 80.000 x 1,50 = 126.000 - 120.000 = 6.000 Gesamtabweichung = Verbrauchsabweichung + Beschftigungsabweichung = 4.000 + 6.000 = 10.000 Verbrauchsabweichung 130.000 -126.000 Beschftigungsabweichung 10.000 kg x 0,60 (Fixk.) (80.000 - 90.000 kg) Gesamtabweichung 130.000 - 120.000 = 4.000 = 6.000 = 10.000 ungnstig ungnstig ungnstig

d) da eine Verbrauchsabweichung ermittelt wird, liegt eine flexible Plankostenrechnung vor, bei der mit fixen und variablen Kosten gerechnet wird.

e) Die Wirtschaftlichkeit der KST ist mittels der Verbrauchsabweichung feststellbar. Die Verbrauchsabweichung zeigt an, ob mit den geplanten Einsatzmengen wirtschaftlich umfgegangen wird.

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8.4. Abweichungsanalyse Maschinenbau Gmeinwieser GmbH Fr die Montagekostenstelle der Maschinenbau Gmeinwieser GmbH werden monatliche Gemeinkosten vorgegeben. Fr Juli 200X wurde ein Beschftigungsgrad von 95% ermittelt. Aufgaben: a) Ergnzen Sie das Kostenkontrollblatt fr den Monat Juli 200X vollstndig. b) Ermitteln Sie anhand der vorliegenden Daten die Gesamtabweichung und die Beschftigungsabweichung der Kostenstelle insgesamt. Bewerten Sie, ob es gnstige oder ungnstige Abweichungen sind. c) Im Monat August steigt der Beschftigungsgrad auf 99%. Beschreiben Sie fr die Instandhaltungskosten die Auswirkungen auf den Variator. Erlutern Sie jeweils die Auswirkung auf den Anteil der variablen und der fixen Kosten.

Lsungen: Gesamtabweichung = Istkosten - verrechnete Kosten = 272.900 - (2.394 x 110 = 9.560 ungnstig Beschftigungsabweichung = Sollkosten - verrechnete Kosten = 268.632 - (2.394 x 110 ) = 5.292 oder = 2.520 - 2.394 = 5.292 ungnstig Da die Istkosten ber den Sollkosten liegen, wirkt sich die Verbrauchsabweichung ungnstig auf das Betriebsergebnis aus. Da zu wenig Fixkosten verrechnet wurden, handelt es sich um eine ungnstige Beschftigungsabweichung. Damit ist die Gesamtabweichung als Folge der ungnstigen Teilabweichungen ungnstig. c) Durch den Anstieg der Beschftigung steigen die variablen Kosten, whrend die fixen Kosten stagnieren. Als Folge ergibt sich, dass der Anteil der variablen Kosten an den Sollkosten hher wird. Damit steigt der Variator.

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin Lsung Maschinenbau Gmeinwieser GmbHKostenstelle Montage Juli 200X Planbeschftigung 2.520 Istbeschftigung 2394 Stunden Plankosten Kostenart Hilflhne Betriebsstoffe Instandhaltung Raumkosten kalk. AfA kalk. Zins sonstige Kosten total Euro 107.500 40.000 20.000 8.700 64.000 20.200 16.800 277.200 Variator 8 9 6 0 4 0 7 davon fix 21.500 4.000 8.000 8.700 38.400 20.200 5.040 105.840 davon variabel 86.000 36.000 12.000 25.600 11.760 171.360 Stunden Beschftigungsgrad Plankostensatz davon fix: davon variabel

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95% 110 /h 42 /h 68 /h Sollkosten davon variabel Summe 81.700 34.200 11.400 24.320 11.172 162.792 103.200 38.200 19.400 8.700 62.720 20.200 16.212 268.632

davon fix 21.500 4.000 8.000 8.700 38.400 20.200 5.040 105.840

Istkosten 109000

Verbrauchsabweich.

5.800 200 400 1.280 2.212 4.268

38000 19000 8700 64000 20200 14000 272900

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8.5. Abweichungsanalyse Fensterbau OHG Die Peter Stnder Fensterbau oHG fertigt Dachfenster. Fr die Herstellung des Typs 08/15 wird eine groe, vollautomatische Holzfrse eingesetzt. Die Frse hat eine Maximalkapazitt von 2.000 Stck je Monat. Das Betriebsoptimum wird bei 1.600 Stck (80 %) vermutet. Diese Stckzahl wird auch als planerische Normalkapazitt betrachtet. Bei einer Auslastung von 1.700 Stck (85 %) wrden 202.500 Gesamtkosten je Monat entstehen. Weiterhin ist bekannt, dass bei einer Fertigungsmenge von 1.870 Stck je Monat 220.350 Gesamtkosten je Monat anfallen. Die variablen Kosten der Maschine verlaufen proportional. Fr den nchsten Monat - August - wird mit einer Kapazittsaulastung von 80 % gerechnet. Die OHG bedient sich der Flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis. Tatschlich werden im August 1.720 Stck bei Gesamtkosten von 207.000 gefrst. Ermitteln Sie: a) den Plankostenverrechnungssatz (Plansatz = Planverrechnungssatz) bei Normalkapazitt und weiterhin b) fr August die verrechneten Plankosten c) die Sollkosten d) die Beschftigungsabweichung (mit Vorzeichen!) e) die Verbrauchsabweichung (mit Vorzeichen!). f) die Gesamtabweichung

Lsung Fensterbau OHG (Alle Betragsangaben in ) a) Bei unterschiedlicher Beschftigung sind folgende Kosten bekannt: bei 1 870 Stck 220 350 Gesamtkosten bei 1 700 Stck 202 500 Gesamtkosten Da die Fixkosten sich bei einer Beschftigungsnderung nicht verndern, sonst wren sie nicht fix, muss die Kostendifferenz zwischen den beiden Beschftigungen durch die variablen Kosten verursacht sein. Da lt. Aufgabe die variablen Kosten proportional sind, kann man auch die variablen Stckkosten (= Grenzkosten) berechnen: 1.870 - 1700 = 170 Stck 220.350 - 202.500 = 17.850 17.850 / 170 Stck = 105 / Stck variable Kosten

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin Die Fixkosten bei der planerischen Normalkapazitt (85 %) ergeben sich dann: Gesamtkosten bei 85 % = 1 700 Stck 202 500 ./. prop. var. Kosten bei 85 % = 1 700 * 105 = 178 500 Fixkosten = 24 000

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Damit ergeben sich bei der Planbeschftigung (80 % 1 600 Stck) die Sollkosten von: KS (80 %) = 1 600 Stck * 105 /Stck + 24 000 = 192 000 und der Plankostenverrechnungssatz kP = 192 000 / 1 600 Stck = 120 /Stck b) Bei einer Beschftigung von 1 720 Stck ergeben sich: verrechnete Plankosten: KP verr. (86 %) = 120 * 1 720 = 206 400 c) Sollkosten: KS (86 %) = 105 * 1 720 + 24 000 = 204 600 d) Beschftigungsabweichung: BA = 206 400 - 204 600 = 1 800 e) Verbrauchsabweichung: VA = 204 600 - 207 000 (Istkost.) = - 2 400 Gesamtabweichung GA = 206 400 - 207 000 = - 600 Alternativ kann eine der beiden Abweichungen auch ber die Gesamtabweichung (600 ) berechnet werden.

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9. Formelsammlung 9.1. Formeln der Normalkostenrechnung = Normal- GK / Ist- GK x 100 = Ist-GK / Ist- EK x 100 = Ist-Menge x Ist- Preis = Normalmenge x Normalpreis

Normal- GK- Zuschlagsatz Ist- GK- Zuschlagsatz Istkosten Normalkosten 9.2.

Formeln der starren Plankostenrechnung Plan(gesamt)kosten Plankostenverrechnungssatz = Planbeschftigung verrechnete Plankosten

[ /h]

= Istbeschftigung x Plankostenverrechnungssatz

Abweichung

= Istkosten - verrechnete Plankosten

9.3.

Formeln der flexiblen Plankostenrechnung variable Kosten variabler Plankostenverrech= nungssatz Planbeschftigung Fixkosten fixer Plankostenverrechnungssatz = Planbeschftigung

Plankostenverrechnungssatz

= variabler Plankostenverrechnungssatz + fixer Plankostenverrechnungssatz

verrechnete Plankosten

= Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Sollkosten

= Fixe Plankosten + variabler Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Gesamtabweichung

= Istkosten - verrechnete Plankosten

Plankostenrechnung mLs Vers. 13J09

BmU GmbH Berlin 9.4. Formeln der Abweichungsanalyse Preisabweichung Istmenge x Planpreis - Istmenge x Istpreis = Preisabweichung oder Istkosten der Plankostenrechnung - Istkosten der Istkostenrechnung = Preisabweichung Mengenabweichung

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Istmenge x Planpreis bei Istbeschftigung - Planmenge x Planpreis bei Istbeschftigung = Mengenabweichung oder Istkosten der Plankostenrechnung - Sollkosten = Mengenabweichung

Beschftigungsabweichung

Planmenge x Planpreis bei Istbeschftigung - Planmenge x Planpreis bei Planbeschftigung = Beschftigungsabweichung oder Sollkosten - verrechnete Plankosten = Beschftigungsabweichung

9.5.

Formeln der Grenzplankostenrechnung variable Kosten Plankostenverrechnungssatz = (= Grenzkostensatz) Planbezugsgre

[z.B. Std.; kg o.a.]

verrechnete Plankosten

= Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Sollkosten

= Plankostenverrechnungssatz x Istbeschftigung

Verbrauchsabweichung

= Istkosten - Sollkosten

erarbeitet: Dipl.-Ing. (FH) R.Wagner, Betriebswirt und Fachwirt Controlling (HWK) D:\Eigene_Dateien_D\BmU\Lehre_Kursmaterial\Controller\Controller- 2008-Bro\K - Kostenrechnung\K3 - Plan - und Prozesskostenrechnung\K3- Plankostenrechnung\K3- Plankostenrechnung mLs Vers. 22De08.doc

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