PROBLEML–SEN / DENKEN

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PROBLEMLÖSEN / DENKEN. DENKEN nachdenken, grübeln, planen, glauben, meinen, wissen, urteilen, ... Allgemein : Denken erfordert Zustand der Bewusstheit (im Gegensatz zur Bewusstlosigkeit) - PowerPoint PPT Presentation

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  • PROBLEMLSEN / DENKEN

    DENKEN nachdenken, grbeln, planen, glauben, meinen, wissen, urteilen, ... Allgemein: Denken erfordert Zustand der Bewusstheit (im Gegensatz zur Bewusstlosigkeit) Bewusstsein (i.S. von Selbstreflexion) meist nicht fr den Denkprozess, sondern fr Produkt des Denkprozesses Denkprozesse mehr oder weniger stark gerichtet (Versuch, Aufgabe zu lsen vs. frei flottierende Gedanken)

  • Beispiele fr Prozesse, die man als Denkprozesse auffasst

    ProblemlsenLernenPlanenTagtrumenVorstellen (Phantasievorstellungen - normalerweise Vorstellung und Realitt klar unterscheidbar)Urteilen/BewertenEntscheidenPlanen/Problemlsen im sozialen Kontext (z.B. soziale Manipulation) ...

  • DEFINITIONEN

    Denken als Vorgang der Informationsverarbeitung Denken als innerlicher Prozess des Problemlsens, des Handelns mit einem symbolischen System Denken bezeichnet eine Menge von Prozessen, mit deren Hilfe Menschen internale symbolische Modelle entwickeln,sie bentzen und sie verndern (GILHOOLY, 19963 )

  • Funktionen des Denkens

    Steuerung des Verhaltens ProbehandelnLsen von ProblemenWunscherfllungUnterhaltungSimulation von SystemenTroubleshooting :::::

  • Denken & Rationalitt

    Logik & Lehre vom Denken der rationale Mensch (z.B. in Psychoanalyse und konomie) beschrnkte Rationalitt (H.A. Simon) bounded rationality

  • WAS IST EIN PROBLEM ?

    bestimmtes Ziel angestrebtnoch nicht klar, wie ( Barriere ) Beispiele Schach, Go, Denksportaufgaben Schreiben einer Lizarbeit Reiseplanung (Fahrplan,...) Logisches/mathematisches Beweisen Auto springt nicht an, Gert funktioniert nicht Entscheidung (Kauf eines Computers) :::::::

  • Konkretes Beispiel: TRME VON HANOI(Klix, 1971; Newell & Simon, 1972)AusgangslageZielRegeln (Einschrnkungen):1. Bei jedem Zug darf nur eine Scheibe bewegt werden2. Nie darf eine grssere Scheibe auf einer kleineren liegen

  • VORSCHAU

    Problemlsen als Versuch und Irrtum (Behaviorismus ) Problemlsen als Restrukturierung (Gestaltpsychologie) Problemlsen als Finden eines Weges durch den Problemraum (Kognitive Psychologie: Newell & Simon, 1972, Klix, 1971) Reinterpretation der Ergebnisse der Gestaltpsychologie in der Problemraumtheorie

  • Problemlsen als Versuch und Irrtum: Behaviorismus

    Watson (1913) Ausschliesslich beobachtbares Verhalten S-R Stimulus Response als zentrale Konzepte Denken ersetzt durch "Lernen Denken = anwenden von Gewohnheitshierarchien Strkere Reaktion zuerst Nach der Methode "Versuch und Irrtum Keine Einsicht, die zur Lsung fhrt Kein "Verstehen" des Problems

  • Z.B. THORNDIKE (1898) Katze in Problemkfig

  • versucht vielerlei Aktivitten sich durchs Gitter zwngen herumkratzen Pfoten durchs Gitter strecken tritt dabei zufllig auf Pedal, das die Tr ffnet, oder zieht an der Schnur Verschiedene Reaktionen sind verschieden stark Erfolgreiche Rekationen werden strker (wahrscheinlicher) erfolglose Reaktionen werden schwcher (unwahrscheinlicher)

    Ganz analog: Problemlsen beim Menschen

  • Ausgangslage:

  • Nach mehreren Verstrkungsdurchgngen:

  • Problem des Behaviorismus:

    Beobachtung von Problemlseprozessen beim Menschen offenbart, dass nicht nur Versuchs-Irrtumsverhalten vorliegt.

    Bereits bei Menschenaffen (Khler)

  • Problemlsen als Restrukturierung: Gestaltpsychologie

    Betonung der Organisations- und Strukturierungsprozesse beim Wahrnehmen Beim Denken und Problemlsen: Art und Weise, wie das Problem wahrgenommen wird, ist ein determinierender Faktor fr die Schwierigkeit des Problems Problemlseprozess ist Prozess der Restrukturierung des Problems, die zur Einsicht in die Lsung fhrt.

  • Beispiel: Gauss (im Alter von ca. 10 Jahren). Aufgabe des Lehrers: 1+2+.+100 = ?

    Problem-Strukturierung (am Beispiel 1+ 2+ ...+10) 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9 + 10

    5 x 11 = 55( analog: 50 x 101 = 5050 )

  • Problemlsesituation ist gestrte Gestalt, die in gute Gestalt zu berfhren ist. Gelingt die berfhrung, geht der Zustand der Spannung in einen gelsten Zustand mit guter Gestalt ber. Ausgangspunkt: Problemlseforschung an Tieren (Thorndike, 1911)

  • Khler: (1927) Problemlsen bei Menschenaffen z.B.: Affe steckt zwei Stbe zusammen, um Banane ausserhalb des Kfigs zu erreichen. Khlers Interpretation: Einsicht Affe htte zuerst Versuch-Irrtums Verhalten gezeigt dann einige Zeit still gesessen dann die Lsung gehabt

    Gestaltpsychologen erforschten u.a. frdernde Bedingungen ( z.B. Inkubationszeit ) und hemmende Einflsse ( z.B. Funktionale Gebundenheit beim Problemlsen.

  • Grundannahmen der Gestaltpsychologie zum Problemlsen (Ohlson, 1984, Wertheimer, 1954)

    Problemlseverhalten ist sowohl reproduktiv als auch produktiv Reproduktives Problemlsen beinhaltet die Wiederverwendung vergangener Erfahrungen und kann die erfolgreiche Lsung erschweren (z.B. Funktionale Gebundenheit, Einstellung beim Problemlsen). Produktives Problemlsen ist durch Einsicht in die Struktur des Problemes gekennzeichnet und durch produktive Restrukturierung des Problems. Einsicht tritt oft pltzlich auf und ist von einem Aha-Erlebnis gekennzeichnet.

  • WALLAS (1926): 4 Phasen im Problemlseprozess(kreatives Problemlsen)

    1 Vorbereitung 2 Inkubation 3 Erleuchtung (Lsung, Einsicht) 4 Verifikation (Prfung der Lsung)

  • Halskettenaufgabe

  • Experiment von Silveira (1971): Halskette

    KoGru : 1/2 Std PL ExpGru 1: 1/2 Std PL, dazwischen 1/2 Std INKExpGru 2: 1/2 Std PL, dazwischen 4 Std INK Resultat Anteil Vpn mit richt. Lsung 55% 64% 85%UV: Inkubationszeit 3 Gruppen ( PL..Problemlsen, INK..andere Ttigkeit

  • Wirksamkeit der Inkubation scheint abzuhngen von1 Beginn der Inkubationszeit2 Unterbrechung in welcher Phase des PL-Prozesses3 Dauer der Inkubationszeit4 Vorherige intensive Beschftigung mit Problem Erklrung fr Wirksamkeit (Simon, 1966)2 Arten vom Wissen beim Problemlsen:faktisches Problemwissen Kontrollwissen (Wissen ber Aspekte des Lsungsweges) (z.B. welches Subziel wurde generiert) Kontrollwissen scheint rascher vergessen zu werden nach Inkubation bleibt faktisches Wissen brig

  • HINDERNISSE BEIM PROBLEMLSEN

    FUNKTIONALE GEBUNDENHEITKerzenaufgabe - Duncker (1935):

  • Maier (1931): Schnre von der Decke

  • FLSCHLICHERWEISE ANGENOMMENEN RESTRIKTIONENNeun-Punkte-Problem:(ohne Absetzen 4 kontinuierliche gerade Linien zeichnen, die alle 9 Punkte verbindet)

  • SET-BILDUNGz.B.: LUCHINS (1939): Wasserkrug-Problem gewnschte Krug A Krug B Krug C Quantitt Lsungsweg 21 127 3 100 B-2C-A18 43 10 5 B-2C-A 9 42 6 21 B-2C-A : : : : :28 59 3 25 A-C

  • Bewertung des Beitrages der Gestaltpsychologie

    Gestaltpsychologie (als Gegenposition zum Behaviorismus) konnte zeigen 1. Problemlsen mehr als lediglich die Reproduktion gelernter Reaktionen. Es beinhaltet Einsicht und Restrukturierung. 2 Die direkte Wiederanwendung gelernter Reaktionen fhrt oft zum Versagen beim Problemlsen(z.B. Set-Bildung) Wichtige experimentelle Ergebnisse, die von spteren Theorien reinterpretiert werden

    Einfluss auf Kognitive Psychologie

  • Problem der Gestaltpsychologie Viel zu vage Theorie Konzepte wie Einsicht, Restrukturierung intuitiv leicht verstndlich und attraktiv, aber als theoretische Konstrukte viel zu unbestimmt

    z.B. unklar, was Einsicht eigentlich involviert, unter welchen Bedingungen z.B. Einsicht oder Restrukturierung eintritt, etc.

  • Problemlsen als Finden eines Weges durch den Problemraum

    Kognitive Psychologie Newell & Simon, 1972; Klix, 1971 Objektive Struktur eines Problems beschreibbar als Menge von Zustnden Menge von Operatoren Problemraum

  • Menge von Zustnden (states) Anfangszustand Zielzustand Zwischenzustnde Operatoren = Handlungen transformieren einen Zustand in einen anderen Problemraum Darstellung aller mglichen Problemzustnde (Anfangszustand bis Zielzustand) die bei Anwendung aller jeweils anwendbaren Operatoren entstehen Promlemlsen Finden eines Weges durch den Problemraum vom Anfangszustand zum Zielzustand

  • TRME VON HANOI

    Anfangszustand ZielzustandRegeln (Einschrnkungen):1. Bei jedem Zug darf nur eine Scheibe bewegt werden2. Nie darf eine grssere Scheibe auf einer kleineren liegen

  • Problemraum der Trme von Hanoi

  • Problemraum bercksichtigt Restriktionen/Regeln in der Anwendung der Operatoren ( verbotene Zge im objektiven Problemraum nicht eingetragen)

    Problemraum kann in unterschiedlichen Auflsungsgraden konstruiert sein (z.B.: Sequenz von Operatoren als komplexer Operator)

  • Problemraumraumtheorie - zentrale Annahmen

    Menschen generieren subjektiven Problemraum - enthlt: