DVFA-Jahresbericht 2014

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1. Finanzanalyse und Asset Management e.V. Deutsche Vereinigung fr JAHRES BERICHT 2014 2. INHALT 3. 05 07 18 29 37 39 4 3 BERICHT DES VORSTANDS 2014 SCHWERPUNK T THEMA Einblicke und Ausblicke E VEN TS und AK TIVITTEN EF FAS F IN AnZ AK ADEMIE Mitglieder GREMIEN BIL ANZ 4. I ns g esamt schrft sich das P rofil des V erbandes . W ir erarbeiten g ezielt T hemen und P ositionen und ffnen uns f r die di g itale K ommunikation . S T E F A N B I E L M E I E R 5. DVFA JAHRESBERICHT 2014 5 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, fr 2014 hatten wir uns viel vorgenommen und das jenseits des normalen Tagesgeschfts. Wir haben krftig an der Modernisie- rung des Verbandes gearbeitet, um uns zukunftsfhig zu machen und die Mitgliedschaft zu verjngen. Ein ganz wesentlicher strate- gischer Schritt bestand darin, unsere Zielgruppe eindeutiger zu defi- nieren und zu formulieren, was ein Investment Professional ist. Acht funktionale Felder hat die DVFA vor diesem Hintergrund definiert. Aus diesen ergeben sich nach innen, an die Mitglieder gerich- tete, und nach auen, an die ffentlichkeit gerichtete Angebote. Unsere Schaufenster nach innen bieten jetzt Angebote exklu- siv nur fr unsere Mitglieder, dazu zhlen zentral die sehr erfolg- reich gestarteten DVFA Insights, 2014 ganze neun an der Zahl. Nicht zu vergessen das DVFA Bulletin, unsere Verbandszeit- schrift, die in den kommenden Monaten noch wachsen wird und klassisch per Post zu unseren Mitgliedern kommt. Die ffentlichen Offerten umfassen umfangreiche Aktivitten im Bereich der Social Media und DVFA Digital. DVFA Digital ist ein neuer Menpunkt auf unserer Index-Webseite, unter dem Sie Filme, kleine Videobeitrge von Veranstaltungen und kurze Ausz- ge von Lernfilmen finden. Alle Veranstaltungen der DVFA Foren, Insights, Diplomverleihungen, die Mitgliederversammlung, aber auch Kurzinterviews mit Sprechern, Mitgliedern und Referenten sind hier versammelt, um von Ihnen abgerufen zu werden. Die DVFA baut auch das Angebot an eSeminaren weiter aus. Fr das neue Programm AIM Applied Investment Management | Zertifizierter Portfolioberater wurden umfangreiche Lernfilme er- stellt. Nicht zu vergessen sind die Webinare als interessante Mglichkeit, mit Referenten direkt zu interagieren und sich zu Sachthemen weiter zu qualifizieren. Aber auch mit ihren klassischen Angeboten bleibt die DVFA prsent mit vielfltigen Veranstaltungen, Konferenzen und Foren. Bei den Kapitalmarktkonferenzen stach 2014 das 5. SCF_ Small Cap Forum/Frhjahrskonferenz hervor, das die Frhjahrskonfe- renz der Deutschen Brse fortgesetzt hat und das, ich darf es so formulieren, wie ein Blitz eingeschlagen ist. Die 12. SCC_ Small Cap Conference thematisierte dann im Sptsommer ein zweites Mal die Small Caps. Auch die anderen Konferenzen waren wieder am Start: die 7th DVFA Life Science Conference und das 9. DVFA Immobilien Forum. Der DVFA Kongress fragte in der zweiten Auf- lage provokant: Brauchen wir noch Finanzanalysten?. Schlie- lich rundeten die 6. Investment Consultant Konferenz und das 4. DVFA Asset Management Forum das Spektrum zum Jahresende hin ab. Darber hinaus haben wir zwei Dinge fr unsere Mitglieder gendert. Seit Januar 2015 haben wir die Verpflichtung zur Selbstauskunft in Verbindung mit einem Curriculum neu gefasst und auch die Mitgliedschaft fr Studenten ermglicht. Insgesamt schrft sich das Profil des Verbandes, der gezielt Themen und Positionen erarbeitet. 2014 waren Vorstandswahlen und ich mchte an dieser Stelle Herrn Dr. Merk fr acht Jahre Ehrenamt bei der DVFA danken, der im Mai auf eigenen Wunsch fr eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfgung stand. Ihm folgt nun Ingo R. Mainert, Allianz Global Inves- tors Europe GmbH, als stellvertretender Vorsitzender nach. Die DVFA hat jetzt 1.362 Mitglieder. Ich danke ganz herzlich allen, die sich im Team fr die Ziele und Wahrnehmung der DVFA engagiert haben, im Vorstand, in Kommissionen, Arbeitskreisen und ganz besonders in der DVFA Geschftsstelle. Frankfurt, im Mrz 2015 Stefan Bielmeier im Namen des Vorstands DVFA e.V. 2014 6. Schwer punkt thema 7. DVFA JAHRESBERICHT 2014 7 Die Ethik und die konomie stehen seit jeher in einem ange- spannten Verhltnis zueinander. Die einen sind der Ansicht, dass die konomie frei von jeglichen ethischen Geboten agieren muss, dass gerade der Markt der gesellschaftliche Bereich ist, in wel- chem es nicht in erster Linie um moralische Fragen geht, son- dern um die materielle Subsistenzsicherung aller. Auf der ande- ren Seite formieren sich Vertreter, die die konomie unter das Primat der Ethik zwingen wollen und betonen, dass alle Handlun- gen, gleichgltig welchem Ziel sie folgen, nach ethischen Kriterien gerechtfertigt sein mssen ungeachtet dessen, ob zum Beispiel Arbeitspltze verloren gehen. Diese widersprchlichen Ansichten haben das Verhltnis tiefer zerrttet und die Ethik und die kono- mie zu Gegenspieler werden lassen, die anscheinend nur im Streit, nicht aber im Guten zur Vereinigung gelangen knnen. Ent- weder gewinnt die konomische Prmisse, nur das garantiert konomischen Erfolg, oder die ethische, dann kann aber ein ko- nomischer Erfolg nicht mehr garantiert werden. Seltsamerweise wird dabei gerne bersehen, dass ein Mensch handelt, der Werte hat, der eine Persnlichkeit ist und dass sich hier nicht theoreti- sche Systeme das der konomie und das der Ethik ausspielen. Ein Blick auf die antike Tugendlehre, welche auf Aristoteles und Platon grndet, hilft, ein vollstndigeres Bild des Verhltnisses von Ethik und konomie zu zeichnen. Merkwrdigerweise hat die praktische Philosophie der Mo- derne die Tugend-Dimension verloren. Aber sich Gedanken ber Tugenden zu machen, bedeutet sich zu vergegenwrtigen, welche bestimmten Charaktermerkmale eines Menschen fr die Errei- chung eines bestimmten Zieles notwendig sind. Der deutsche Ausdruck Tugend ist eine bersetzung aus dem griechischen aret und dem lateinischen virtus. Tatschlich sind die Bedeutun- gen dieser drei Ausdrcke jedoch keineswegs identisch. Fr Aristo- teles ist es ganz selbstverstndlich, von der Tugend des Messers zu sprechen, womit er die spezifische Fhigkeit zu Schneiden meint. Im Falle des Verhltnisses von Ethik und konomie be- trachten wir also diejenigen personalen Bedingungen mensch licher Praxis, die fr unser Verhalten und unsere Handlungen auf dem Markt unerlsslich sind. Folglich geht es um menschliche Fhigkeiten, welche ein sicheres Zurechtfinden in der Wirtschafts- welt erleichtern und somit auch dem konomischen Erfolg frder- lich sind. Platon fhrte die sogenannten vier Kardinaltugenden ein: Sophia (Weisheit), andreia (Tapferkeit), sophrosyne (Beson- nenheit) und die berwlbende, alles umfassende Tugend der dikaiosyne (Gerechtigkeit). Wollen wir diese Tugenden moderni- siert interpretieren, kommt der sophia die Urteilskraft, andreia die Entscheidungsstrke, sophrosyne die Besonnenheit und der all umfassenden dikaiosyne die Integritt gleich. Allein ein kurzer Blick auf die Urteilskraft und die Entscheidungsstrke zeigt, dass eben diesen ethischen Tugenden gerade auch im Wirtschafts- raum eine groe Bedeutung zukommt: nmlich dass ein solches ethisches Handeln geradezu konomischen Erfolg bedingt. Die Urteilskraft (sophia) ist die Fhigkeit, in der Vielfalt unter- schiedlicher Meinungen und dem (heutigen) berangebot von Daten die bersicht zu behalten und ein verlssliches Urteil zu fllen, das von Augenblickseinflssen weitgehend frei ist und gute Grnde fr sich hat. Urteilskraft ist daher von besonderer Bedeutung fr die konomische Praxis. Personen, die ber diese Tugend verfgen, zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich nicht leicht beeinflussen lassen, dass sie nicht dazu tendieren, den je- weiligen Stimmungen nachzugeben, aber andererseits fr gute Argumente offen bleiben. Intelligenz ist hilfreich, um diese Tugend zu entwickeln, aber nicht hinreichend. Gerade die Weltfinanzkrise 2008 ff. zeigte einen Mangel an dieser Tugend: Was unterschei- det diejenigen konomen, welche vor der Krise bereits warnten, von der Mehrheit, die diese nicht kommen sahen, obgleich allein das Verhltnis von Anlagekapital zu Weltfinanzprodukt, welches sich seit den 1980er Jahren vervierfachte, Sorgen bereiten konnte? Ein hnliches Beispiel liee sich mit Trend der Managementmetho- den machen. Man denke etwa an die Methode der Diversifizie- rung, die unter Edzard Reuter das deutsche Vorzeigeunternehmen Mercedes Benz beinahe in den Abgrund gerissen htte. Viele Unter- nehmen folgten blind diesem Trend. Auch hier fehlte es an Urteils- kraft, also an der Tugend, ein eigenes Urteil zu bilden, sich ein eigenes Bild zu machen, ganz gleichgltig, was gerade Trend ist, gleichgltig welcher Interessengemeinschaft man angehrt. Dieses selbstndig erarbeitete Urteil bedarf jedoch auch eines Willens, diesem Urteil in seinen Handlungen zu folgen und sich nicht beirren zu lassen. Es bedarf Entscheidungsstrke (andreia), welcher als zweite konomische Tugend zentrale Bedeutung zu- kommt. Beides, Urteilskraft und Entscheidungsstrke, hngen eng miteinander zusammen. Aristoteles war sogar der Meinung, dass jede falsche Entscheidung auf einer falschen berzeugung beruhe und dass Menschen, die zu richtigen Urteilen kommen, auch richtig handeln. So einfach lsst sich der Zusammenhang jedoch nicht beschreiben: Es gibt das Phnomen der Willens- schwche, also der Unfhigkeit, das, was man als richtig einge- sehen hat, auch in seiner Praxis zu realisieren. Zudem gibt es taktisches und opportunistisches Verhalten, das sich wider bes- seren Wissens nach persnlichen Vorteilserwartungen richtet oder sich den jeweiligen Stimmungslagen anbiedert. Entschei- dungsstrke setzt Urteilskraft voraus, aber Urteilskraft ist nicht hinreichend, um Entscheidungsstrke zu garantieren. Przises Urteilsvermgen allein reicht nicht aus, es bedarf auch der Tugend der Entscheidungsstrke (Willenskraft), dieses in eine kohrente Praxis umzusetzen. Aber allen wichtigen Entscheidungen gehen Beratungen, mnd- liche und schriftliche Expertis