MoMent Juni/Juli 2010

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Monatsschrift f.d. R. Steiner-Schule Wien-Mauer

Transcript of MoMent Juni/Juli 2010

  • Monatsschrift fr die Rudolf Steiner-Schule Wien-MauerJuni/Juli 2010, 2,--

  • 2 | MoMent Juni/Juli 2010

    MoMentMonatsschrift von und fr Eltern,

    FreundInnen, Lehrer Innen und

    SchlerInnen der R. Steiner-Schule

    Wien-Mauer, Freie [email protected] 19. Jahr

    MoMent-Kontolautend auf: Redaktion SchulzeitungKontonummer: 9681.059 P.S.K. Blz: 60000BIC OPSK ATWW IBAN AT26 6000 0000 0968 1059

    Leitung des Redaktionsteams:Irene Bulasikis, T. 01/867 20 90 [email protected]

    Anzeigen/Layout: Renate/Karl HruzaMitarbeiterInnen: Roman David-Freihsl [email protected]

    Renate Hruza, T. 01/802 66 03 [email protected]

    Karl Hruza, T. 01/802 66 03 [email protected]

    Jrg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 [email protected]

    Freie MitarbeiterInnen: Waldtraut Fetscher, Christa Salcher, Lothar Trierenberg

    Eigentmer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber):Waldorf-Wirtschafts-Gemeinschaft (WWG), DVR Nr.: 7864 9742

    Absender: [email protected]

    MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100

    Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK , 1230 Wien

    Verlagspostamt: 1230 Wien; Zulassungsnummer: 02Z032325Z

    S ie halten gerade eine besonder STAR-KE MoMent Ausgabe in Hnden. Dies ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer wunderbaren Vernderung: Unsere Re-daktion hat Verstrkung bekommen! Zwei der neuen Redaktionsmitglieder knnen Sie im Austausch miteinander ab Seite 29 nher kennenlernen. Ein weite-res Interview haben wir ebenso einem neuen Talent im Team zu verdanken: Lo-thar Trierenberg traf sich zum Gesprch mit Gottfried Phringer. Last not least, ein drittes Interview: Beate-Maria Platz und Jrg Schmiedbauer im Dialog. Fr Sommer-Lesestoff ist also gesorgt!

    Trotz Ausweitung dieses Heftes um 12 Seiten konnten wir nicht alle Artikel un-terbringen. Wir werden im Herbst alles nachliefern. Das letzte Themenfeld von Wege zur Qualitt gehrt leider auch dazu seine Vorstellung wird dann ge-meinsam mit einem Bericht ber das Er-gebnis unseres Schul-Audits erscheinen. Der Bericht unserer Auditoren, beste-hend aus fast 70 Seiten Wahrnehmung der Schulgemeinschaft, muss noch sachkorrigiert werden, danach bekom-men wir unser Zertifikat. Nheres dazu im Herbst!

    Unsere Qualittsarbeit hat im auslau-fenden Schuljahr groe Fortschritte ge-macht; doch wir stehen bereits wieder in den Startlchern fr die nchsten Ent-wicklungsschritte. Das Thema: Umgang mit Beschwerden und Konflikten. Dafr knnten Peter Selgs Gedanken aus dem Buch Der geistige Kern der Waldorf-schule leitend sein:

    Die Waldorfschulen sind eine Aufgabe und eine Hoffnung; sie sind kein Besitz und kein Besitzstand, kein Anlass zur Selbstzufriedenheit und Tradierung. Wir reden hier viel vom Waldorfschulprinzip,

    von neuer Pdagogik, sagte Rudolf Stei-ner einmal. Das Wichtigste ist, dass man im Wachstum bleibt. Jeden Tag ist die Gefahr vorhanden, dass die Dinge sauer werden. Das ist es, worauf es ankommt, dass man nicht vom Kleben an den Ge-wohnheiten einschlft, wenn man etwas tun, etwas bereiten soll. Die Waldorf-schule hat in diesem Sinne etwas zu tun und etwas zu bereiten. Sie ist eine freie Schule und sollte es immer mehr werden. Ihre Weiterentwicklung, ihr Ausbau und ihre inhaltliche Intensivierung nicht aber ihre Abschwchung sind dringend notwendig angesichts pdagogisch-therapeutischer Herausforderungen, die kaum berschtzt werden knnen.

    In diesem Sinne: Einen erholsamen Sommer, im Herbst gibt es wieder viel zu tun ;))

    Irene Bulasikis

    PS: Wir danken Ihnen sehr herzlich fr alle Spenden, die nach unserem letz-ten Aufruf eingetroffen sind. Sollten Sie noch nicht dazu gekommen sein, uns eine Kleinigkeit (oder auch richtig viel?!?) zu berweisen: BITTE TUN SIE ES NOCH!

    Durch die Strkung unserer Redaktion sind wir nun in der Lage, unsere Bericht-erstattung auszuweiten. Wie Sie wis-sen, arbeiten wir alle ehrenamtlich. Die Druckkosten mssen allerdings finan-ziert werden und diesbezglich gilt: Mehr Seiten (oder gar mehr Ausgaben) mehr Kosten. Daher brauchen wir Ihre geschtzte Untersttzung. Falls Sie au-erdem jemanden kennen, der in unserer Zeitung inserieren mchte, ersuchen wir herzlich um Kontaktaufnahme. Danke!!!

    PPS: Nachtrag zu einigen Anfragen in der Redaktion: Die Cherubini-DVD ist nun im Schulsekretariat fr Euro 10,- erhltlich.

    Liebe Leserin, lieber Leser,

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    Ich bin ...Aus dem Johannesevangelium 4)

    Ausgewhlt von Waldtraut Fetscher

    der gute Hirte. Der gute Hirte lsst sein Leben fr die Schafe. Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben fr die Schafe.

    (Joh. 10,9)

    tes aus den anderen Evangelien: Wer sein Leben verliert, der wird es finden. Bei Goethe:

    Solange du das nicht hast, Dieses: Stirb und Werde!

    Bist du nur ein trber Gast Auf der dunklen Erde.

    Das Wort ist jetzt verwandelt, auf die Hhe des Christentums selbst gehoben. Ich nehme mein Leben wieder. Ich habe Vollmacht, es zu geben und Vollmacht, es wieder zu nehmen. Ich wollte, jeder er-lebte es bis ins tgliche Gesprch hinein, wie der Mensch, der sein Leben hingibt, auf einmal entdeckt, dass ja nun ein gr-eres Leben da ist, das auf ihn wartet, das sich ihm schenken will und das er frei nehmen kann. Ein Sterben und Auferste-hen! Sollte ja jedes Gesprch mit Men-schen sein. Aber ein freies Auferstehen, ein selbstgewolltes. Nur so wird es ganz gro und gttlich. Soweit ist Buddha auch gekommen, dass er sein Leben ge-ben konnte, dass er volle Macht gewann, sich selbst zu verlieren. Aber da leuchtet nun die Welt des Christentums auf: volle Macht, es wieder zu nehmen. Auferste-hung. Wir sollen unser Leben einmal ganz verlieren. Dann geht die Vollmacht an, unser Leben selbst zu nehmen, nicht blo es geschenkt zu erhalten. Wir haben es geschenkt bekommen und haben es uns nicht selbst geschenkt. Aber wir knnen es schenken. Und wenn wir es schenken, dann knnen wir es auf neue Weise uns selbst nehmen. Und nur wer sich sein Leben nimmt, frei nimmt, wandelt wahr-haftig auf der Hhe des Lebens. (1)

    1) Lit.: F. Rittelmeyer, Ich bin Reden und Aufstze ber

    die sieben Ich bin-Worte des Johannesevangeliums. Urachhaus 1992 busconcept/schafhirte_kl

    klo 2001

    M an kann es immer sehen an den Reden Christi, dass sie oft von uerem ausgehen, aber hernach in mchtige Innerlichkeiten und Gttlich-keiten einmnden. So auch hier. Die gan-ze Christusgesinnung kann uns offenbar werden, wenn wir entdecken, wie auch nicht mit dem Schatten eines Gedanken vom Herrschen ber die Schafe geredet wird, sondern die groe Hauptwahrheit heit: Ein guter Hirte lsst sein Leben fr die Schafe. Nun steigt es auf. Niemand nimmt mir mein Leben, ich gebe es ... Das spricht der, der wenige Stunden da-nach als ein uerlich tief beklagenswer-tes Jammerbild am Kreuz hngt. Der Mensch ist ein Ich. Das ist das Knigtum seines Ich, dass es sich schenken kann. Wenn ein Mensch sich nicht schenken kann, dann ist es traurig um ihn bestellt. Es gibt Menschen genug, es sind die verschlossenen Menschen, die es ein-fach nicht ber sich bringen, die meinen, sie zerbrechen daran, wenn sie einmal, wie der gewhnliche Ausdruck lautet, aus sich herausgehen sollen. Das ist die eigentliche Armut des Menschen nicht schenken zu knnen, die grte Armut aber, s i c h nicht schenken zu knnen. Es geht um die Verwandlung eines Wor-

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    Das erste MalMitte April fand fr die Eltern und Kinder der 2. Klasse in Raabs an der Tha-ya ein gemeinsames Wochenende statt. Das JUFA - Gstehaus mit seinem hellen, freundlichen Erscheinungsbild und der ortsnahen Einrichtung in den Zimmern (Naturholz aus dem Waldviertel), erwies sich als sehr angenehmer und passen-der Ort, der die ber 40 Kinder und eben so viele Erwachsene problemlos aufneh-men konnte.

    Fr uns als Quereinsteiger unser Sohn Felix ist erst seit Weihnachten in der Klasse - war dieses Wochenende eine gute Gelegenheit, die anderen Familien und die Arbeitsweise der Klasse besser kennenzulernen.

    Arbeit mit FreudeZu Beginn stand ein fundierter Vortrag von Fr. Welte ber die drei wesentlichen Entwicklungsphasen des Grundschulal-ters und wie sich der Lehrplan darauf be-zieht. Frau Welte brachte uns mit ihren klaren Ausfhrungen die dreigliedrigen Entwicklungsstufen sehr plastisch nahe: von oben nach unten, vom Kopf ber den Krper zu den Gliedmaen. Die Aufnah-me im ersten Stadium will es noch sehr bildhaft, keineswegs rational; der Krper mit den ein- und ausatmenden Organen kommt ab der zweiten, dritten Klasse zu seiner Ausbildung, als pulsierendes hin zur ueren Welt und her zu sich selbst; die Gliedmaen endlich fhren die Pu-bertierenden vom Tun zum Denken. Frau Debruyn ermglichte uns mit der morgendlichen Eurythmie eine erste ge-meinschaftliche Aktivitt. Faszinierend war, wie vorerst einfach erscheinende bungen das komplexe miteinander ei-ner Gruppe abzubilden vermgen. In ei-nen Rhythmus kommen, einander wahr-nehmend koordinieren in Verbindung mit dichterischen Worten Viel Lachen war dabei, wenn wie durch Zauberhand an einer Stelle des groen Kreises jemand pltzlich mit leeren Hnden da stand, ganz woanders sich die Stbe jedoch sammelten.

    Am Sonntag wurden ausgehend von Textauszgen aus unterschiedlicher (Erziehungs-) Literatur persnliche Zu-gnge in 2er-, 4er- und 8er-Gruppen ausgetauscht. Erfreulicherweise hat die Vorbereitungsgruppe und die Dynamik der Ereignisse vor Ort das Elternthema auf einen geradezu verblffend einfa-chen Punkt gebracht: Was knnen wir lernen, wenn die Kinder nicht so wollen, wie wir wollen / wenn die Kinder uns an unsere Grenzen bringen?Die Ergebnisse zusammengefasst von Hrn. Fanninger knnen als sehr ergie-big bezeichnet werden (s. Kasten). Dank auch an das Vorbereitungskomitee, den Kinderb