SF 2016 | 01

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    25-Jul-2016
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Salzburger Fenster, Ausgabe 01, 2016

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  • Die sexuellen bergrif-fe, die acht Frauen inSalzburg schildern,liefen nach denselben wider-wrtigen Mustern ab wie dieExzesse in Kln und in ande-ren deutschen Stdten: InGruppen htten die Mnnerauslndischer Herkunft sieumzingelt, so die Frauen, be-lstigt und teilweise bestoh-len. Bislang ist von 28 Mn-

    nern die Rede. Drei jungeAsylwerber aus Syrien undAfghanistan wurden bereitsals mutmaliche Tter identi-

    fiziert und angezeigt. Krimi-nalisten werten nun auchHandy-Fotos aus, die zu Sil-vester gemacht wurden.

    Die vllig enthemmte Mas-sengewalt gegen Frauen undMdchen auf offener Straewird vielfach als Zivilsations-bruch empfunden. Junge Ara-ber, so sagen Kenner der mus-limischen Welt, wchsen mitvormodernen Gesellschafts-werten auf. Eine erstickendeSexualmoral werde mit Por-nografiekonsum kompensiert.

    Die bekannte Wiener Nah-

    ost-Expertin Karin Kneisslschildert im SF-Interview,wie negativ sich die immer ra-dikalere Auslegung des Islamauf das Bild der Frau, vor al-lem der westlichen Frau, aus-wirkt. Gleichzeitig gebe es indiesen Lndern eine Bevlke-rungs-Explosion mit extremhoher Arbeitslosigkeit.

    SEX-ATTACKEN ZU SILVESTER IN SALZBURG: POLIZEI HAT BEREITS 28 VERDCHTIGE IM VISIER

    Nahost-Expertin: Viele jungeAraber verachten westliche Frauen

    Acht Frauen haben in Salzburg Anzeigewegen sexueller Belstigung erstattet.

    Expertin Karin Kneissl ist nicht berrascht:Man kann als Frau in Kairo in keinen Busmehr steigen, ohne attackiert zu werden.

    Weiter auf Seite 3

    13. Jnner 2016 | Ausgabe: 01/2016

    An einen Haushalt | sterreichische Post AG 5020 Salzburg | Bergstrae 10 Postentgelt bar bezahlt | Verlagspostamt 5020 | RM 502001 Tel. 0662/870037-0 | Fax Dw 43In Stadt und Land Salzburg & im bayr. Grenzraum. www.salzburger-fenster.at [email protected]

    FENSTERMAGAZIN

    Liegt diesemSF bei

    Wieder mehr Geld fr diePolitiker: Die Gagenwerden um 1,2 Prozent ange-passt. Diesmal auch bei denLandespolitikern, fr die esseit 2008 keine Erhhungmehr gegeben hat. Die Stadt-politiker kommen erneut inden Genu der jhrlichen Stei-gerung, und fr die Brger-meister ist es bereits die dritteErhhung innerhalb einesJahres: Fr sie hat es erst mit

    1. Juli einen Extra-Zuschlaggegeben. Auch die Steuerre-form bringt den Politikernmehr Geld: Je hher der Ge-halt, umso mehr Netto bleibtim Brsl: 191 Euro mehr ha-ben die Spitzenpolitiker nurdurch die Steuerreform mehram Lohnzettel.

    Alle Gehlter der Politiker indiesem SF.

    MEHR GEHALT, WENIGER STEUERN:

    Die Gagen der Politiker

    Weiter auf den Seiten 4 und 5

    Sogar Heiratsantrge sindhier verewigt: Der Ma-kartsteg ist zur Brcke derLiebenden geworden,tausende Liebesschls-ser sind es bereits, dieVerliebte aus aller Welthier anbringen. Das Ge-wicht der Liebesbezeu-

    gungen ist aber keinProblem: Laut Bau-stadtrtin hlt dasBrckengelnderauch noch weitereTonnen des buntenMetalls aus.

    MAKARTSTEG

    Tausende Liebesschlsser

    Weiter auf Seite 7

  • Obuspersonal ist multikulturell

    Beim Obuspersonal sind ber 20verschiedene Nationen vertreten,die gemeinsam im Schichtdienstden Linienbetrieb im alltglichenVerkehrschaos fr die FahrgsteTag fr Tag bestmglich bewlti-gen.

    Dass sich Lenker/innen bereit er-klren, an Weihnachten oder Sil-vester freiwillig fr Kollegen undKolleginnen mit Familie denDienst zu bernehmen, um ihnendas Feiern zu ermglichen, zeugtvon einer groen Solidargemein-schaft. Unabhngig von Religion,Glaube oder Hautfarbe stehen die-se Mnner und Frauen gleichbe-rechtigt fr einander ein. Diesesgelebte Miteinander ist Beweis ge-nug, dass die Integration des ver-meindlich Fremden in unsereGesellschaft gelingt. Dafr einherzliches Dankeschn und auf-richtige Respektbekundung an die-se ber 260 Persnlichkeiten undbemerkenswerten Menschen! AllesGute fr 2016!

    Dipl.-Kfm. Sebastian KrackowitzerVerein Austria in Motion (Bereich Ver-

    kehrsplanung)

    Die Moral und der Whlerwille

    Nun verlsst auch Gabriele Fr-hapter das Team Stronach fr Salz-burg! Wie es zu all dem kommt?Warum das mglich ist? Da darfman schon nach der Moral derer,

    die wechseln, fragen und nach derMotivation jener, die sie mit offe-nen Armen aufnehmen. Es warHans Mayr, der seinen Brger-meisterposten und seine VP-Par-tei whrend der Legislaturperiode2013 verlassen hat, um ber FrankStronach zu hheren Weihen, Geldund Macht zu kommen, die ihm dieVP in ihren eigenen Reihen ver-weigert hat. Allerdings nicht ohnesich ber seine Mitgliedschaft imWirtschaftsbund einen Fu in derVP-Tre offen zu halten. Undnun dient er wieder der VP, umseine Pfrnde auch ber den Wahl-tag im Jahr 2018 hinaus zu si-chern. Es war Otto Konrad, derdas Team Stronach verlassen hat,nachdem ihm Frank die zweijhri-ge Zusatz-Apanage in Hhe einesBundestagsabgeordneten (8.600,-/Mon.) nicht weiter verlngert hat,und er beim VP-Klub untergekro-chen ist. Schlussendlich hat Ga-briele Frhapter unter Druck ihrenQuasi-Wechsel zur VP vollzogen,weil der fahnenflchtige HansMayr ihr wie medial angekndigt das Landtagsmandat, fr das sieim Dezember ihre Firma liquidie-ren musste, abknpfen wollte. Wardoch Frhapter die Hardlineringegen Mayr und Konrad nach de-ren Austritten. Auch wenn sie alsParteifreie weitermachen: defacto gehen zwei Mandate und einLandesratsposten des Team Stro-nach fr Salzburg an die VP. Dasist ein Schlag ins Gesicht der Wh-ler bei der Landtagswahl 2013. Esist bemerkenswert respektlos, wiemit dem Whlerwillen umgegangen

    wird, wie man ihn manipuliert!Hallo bitte: Das kann doch kein

    Whler goutieren, egal welcher po-litischen Provenienz er nahe steht!

    Dietrich MariusFinanzreferent Team Stronach

    5204 Seekirchen

    Landeshauptmann fordert Obergrenze

    Der Ruf Haslauers nach einerObergrenze fr die Flchtlingsauf-nahme erfolgt parallel zu den Aus-sagen des bayerischen Minister-prsidenten Horst Seehofer (CSU).Weil beide keine konkrete Lsunganzubieten haben, wie so eineObergrenze einzufhren ist, sindihre uerungen nichts anderes alsreiner (parteipolitischer) Populis-mus. Interessant ist allerdings,dass diese Forderung ausgerechnetvon jenen Herren kommt, die sichso gerne auf ihre christlichen Wur-zeln berufen und sich bei denHochfesten der Kirche gerne in derersten Kirchenbank zeigen. DaherHut ab vor der frheren VP-Landesrtin Doraja Eberle, WilliResetarits, allen Organisationen,Brgerinnen und Brgern, die sichder Not anderer annehmen.

    Erwin Krexhammerper E-Mail

    2 LESERBRIEFE / MEINUNG 13.01.2016 / Nr. 01

    KLN:

    Respekt ist die Sule einerhumanistischen Gesellschaft

    GASTKOMMENTARvon Adrian Lders* (MSc Psych.) PhD Student

    Die Geschehnisse, die sich in der Silvesternacht am Kl-ner Hauptbahnhof ereigneten, sind schockierend undabstoend. Und sie wecken Gefhle von existentiellerAngst und Unsicherheit, indem sie unsere psychologischenGrundbedrfnisse erschttern. Bin ich dort, wo ich lebe nochsicher? Wie soll ich mich in Zukunft verhalten? Und wie kannich mich schtzen? All dies sind Fragen, die sich Frauen, Eltern,Partner, Freunde und Verwandte in diesen Tagen stellen. Fra-gen, die nach Antworten verlangen und fr die es eine gesamt-gesellschaftliche Strategie braucht.

    Fr viele Frauen und Mdchen innerhalb Europas gehrt kr-perliche und sexuelle Gewalt leider immer noch zum Alltag.In einer groangelegten EU-Umfrage berichteten 33 Prozentder insgesamt 42.000 befragten Frauen, schon einmal Opferderartiger bergriffe geworden zu sein. Die Dunkelziffer drf-te dabei jedoch noch hher liegen und die physischen und psy-chischen Folgen fr die Betroffenen sind fatal. Depressionen,Angstzustnde und Selbstzweifel bilden lediglich die Spitzedes Eisberges. Dennoch sind die Ereignisse in Kln von be-sonderer Brisanz. BEI DEN EREIGNISSEN IN KLN geht es jedoch nicht aus-schlielich um die Aufarbeitung der begangenen Straftaten.Vielmehr scheint es so, als wrde eine Reihe diffuser ngste aufdie Ereignisse projiziert, die ihren Ursprung andernorts haben.In Zeiten von Wirtschaftskrisen, Terrorattentaten und globalerKonflikte sowie der damit einhergehenden Flchtlingsbewegun-gen sind Unsicherheiten und ngste allgegenwrtig. Und sie bil-den einen gefhrlichen Nhrboden fr Ressentiments und Feind-seligkeiten. Die sozialpsychologische Forschung hat gezeigt,dass Menschen insbesondere dann zu Vorurteilen und radikalemGedankengut neigen, wenn sie sich in ihrer eigenen Lebensweltbedroht fhlen. Etwa durch Unsicherheit, dem Gefhl von Kon-trollverlust oder der Angst vor der eigenen Sterblichkeit.

    Die eigene Gruppe (wie etwa die Nation) wird im Falle vonBedrohungen zu einem Hort von Sicherheit, Stabilitt und ge-meinsamer Handlungskraft (v)erklrt. Auf der anderen Seite,wird das Fremde als potentieller Unruheherd diffamiert. DieTatsache, dass Asylbewerber unter den Tatverdchtigen sind,wirkt in einer ohnehin angespannten Situation fr viele Perso-nen wie der Missing Link zwischen verschiedenen Quellen desbels, der es ermglicht Asylbewerber teilweise als pauschaleTter zu identifizieren. EINE DERARTIGE GENERALISIERUNG ist jedoch nicht nurmenschenverachtend ist, sondern zerstrt auch eben die Werteund Errungenschaften einer Kultur, die sie vermeintlich zuschtzen versucht. Nmlich das Recht eines Menschen, ihn un-abhngig von seiner sozialen Gruppenzugehrigkeit und Orien-tierung zu behandeln und gegebenenfalls juristisch zu belangen.

    Auf der anderen Seite zeigen die Geschehnisse von Kln je-doch auch, dass die Verteddybrisierung der Flchtlinge einnicht geringerer Irrweg ist. Denn Fakt ist, dass es unabhngigvon Herkunft und Religion Menschen gibt, die auf Basis vongegenseitigem Respekt die Sulen einer humanistischen Ge-sellschaft bilden und solche, die diesen durch antisoziale Ver-haltensweisen untergraben. Daher ist es notwendig, dass wirgemeinsam und aktiv an einer Kultur arbeiten, die Letzterementgegen wirkt, anstelle uns vorschnellen und vermeintlich