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  • Gemeinde LupsingenBauinventar Kanton Basel-Landschaft (BIB)

    Erstellt im Auftrag der Kantonalen Denkmalpflege durch Claudio Affolter, April 2007

    Dorfansicht von Emanuel Bchel, 1753

    Liestalerstrasse 13-17, 1942

  • Gemeinde LupsingenBauinventar Kanton Basel-Landschaft (BIB)

    Inhalt

    Einleitung

    Kriterien der kantonalen/kommunalen SchutzwrdigkeitSituationsplan, Gebude mit Einstufung

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    Empfehlungen fr Kanton und Gemeinden 4

    kommunal zu schtzenWohnhaus, Alte Post, 1765Brenstrasse 2 8Bauernhaus, 1840Liestalerstrasse 11 10Schulhaus, Gemeindeverwaltung, 1822Liestalerstrasse 14 12Bauernhaus, 1750Liestalerstrasse 17 14Bauernhaus, 1750Seltisbergerstrasse 24 16Bauernhaus, 1800Seltisbergerstrasse 26 18

    Lupsingen 11.06.2007

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  • Gemeinde LupsingenBauinventar Kanton Basel-Landschaft (BIB)

    Einleitung

    Lupsingen liegt als locker berbautes Haufendorf in einer Mulde des Hochplateaus zwischen dem Oristal und dem Tal der Hinteren Frenke. Der alte Kern befindet sich beidseits der Hauptachse Liestaler-/Seltisbergerstrasse. Auf der Dorfskizze von Georg Friedrich Meyer um 1680 besteht etwa die Hlfte der Einzelbauten aus Strohdachhusern. Die damals lockere Bauweise des Dorfes wird bis Mitte des 18. Jahrhunderts durch eine starke Verdichtung abgelst, was auf der Federzeichnung von Emanuel Bchel (1753) gut sichtbar ist. Aus den Huserzeilen ragt das sogenannte Schlssli an der Seltisbergerstrasse 12 mit seinem Dachreiter hervor.

    Eines der lteren Huser ist das kantonal geschtzte Bauernhaus an der Liestalerstrasse 6. Der rundbogige Eingang und ein gotisches Fenster im Erdgeschoss verweisen auf die Bauzeit im 17. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert brach man an den Fassaden stichbogige Fenster aus, und im 19. Jahrhundert erweiterte man das Haus mit einer strassenseitigen Holzlaube.

    Das wohlproportionierte Schlssli an der Seltisbergerstrasse 12 stammt von 1717 und wurde fr den Ratsherrn und Besitzer der Orismhle Ludwig Frey aus Basel erbaut. Der vierachsige Wohnteil erhebt sich mit zwei Geschossen ber einem erhhten Kellergeschoss und wird mit einem Krppelwalmdach abgeschlossen.

    Das sptbarocke Bauernhaus mit dem zweiteiligen konomiegebude an der Liestalerstrasse 17 bildet einen wichtigen Akzent gegenber dem Dorfplatz. Der Hauseingang, die Stichbogenfenster und die schlichten Klapplden sind gut erhalten. Die Tenntore auf der Vorder- und Rckseite haben gezapfte Verbindungen. Etwa gleichzeitig entstand das zweigeschossige Bauernhaus an der Seltisbergerstrasse 24. Seine stattlichen Ausmasse, die hohen, feingesprossten Fenster sowie der erhhte Eingang verweisen auf die barocke Bautradition. Die Verbreiterung des Hauses und die neue rckseitige Erschliessung sind gut ablesbar. Die sptgotisch-barocke "Alte Post" an der Brenstrasse 2 stammt von 1765 und ist mit einem fein profilierten Eingang und einem schmucken Tennbogen gut erhalten. Das stattliche Mittertennhaus bildet einen klaren Akzent an der Ausfallstrasse nach Bren. Mit seinen drei Geschossen und den drei Fensterachsen reprsentiert das Wohnhaus rein usserlich einen stattlichen Bau der gehobenen buerlichen Schicht.

    Ein eigentliches Dorfzentrum entstand erst mit dem Bau des Schulhauses im Jahr 1822. Die heute umgebaute Gemeindeverwaltung an der Liestalerstrasse 14 vertritt den Typus des Dorfschulhauses, wie er kurz vor der Kantonsgrndung in zahlreichen Gemeinden des Kantons errichtet wurde. Als gutes Beispiel aus dem 19. Jahrhundert steht das Bauernhaus an der Liestalerstrasse 11. Das sptklassizistisch-biedermeierliche Posamenterhaus mit einem hohen, geknickten Satteldach steht nordwestlich des Dorfplatzes. Charakteristisch sind die streng vierachsige Gliederung, der erhhte Eingang mit der Freitreppe und das rundbogige Tenntor mit Radabweisern und Scheitelstein.

    Aufgrund der ausgefhrten Bauinventarisation im April/Mai 2007 wurden nebst drei kantonal geschtzten Bauten (Liestalerstrasse 6 und 8, Seltisbergerstrasse 12) zustzlich sechs kommunal zu schtzende Bauten nach einem einheitlichen Kriterienkatalog (siehe S. 5) ausgewhlt und gewrdigt.

    Lupsingen 11.06.2007

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  • Gemeinde LupsingenBauinventar Kanton Basel-Landschaft (BIB)

    Empfehlungen fr Kanton und Gemeinden

    Die Kantonale Denkmalpflege, die mit dem Bauwesen beschftigten kantonalen Amtsstellen sowie die Planer und Gemeinden verfgen zum grssten Teil nur ber ungengende sachdienliche Informationen zu den potentiell zu schtzendenen Kulturdenkmlern. Nachdem der Landrat den Kredit fr das Bauinventar Basel-Landschaft (BIB) genehmigte, ist im November 2001 die Arbeit aufgenommen worden. Mit dem BIB reagiert die Kantonale Denkmalpflege auf die rasante Vernderung der letzten Jahrzehnte, als zahlreiche Kulturdenkmler Neubauten weichen mussten. Auf kommunaler Ebene verfgen noch nicht alle Gemeinden ber eine Kernzonenplanung, welche eine unerlssliche Voraussetzung fr die qualitative Pflege der Dorfkerne darstellt. Die Dringlichkeit der Situation erfordert eine zgige, kantonsweite Bestandesaufnahme, die einen vergleichenden berblick ber den aktuellen Bestand an Kulturdenkmlern im Kanton Basel-Landschaft ermglicht.

    Das BIB bercksichtigt smtliche Bauten im ganzen Siedlungsgebiet, die vor 1970 entstanden sind. Es dokumentiert und bewertet Einzelbauten. Die Bewertung erfolgt nach einem feststehenden kultur- und architekturhistorischen Kriterienkatalog (Kriterien siehe Seite 5). Mit der Inventarisation ist der Kunsthistoriker Claudio Affolter beauftragt worden. Seine Arbeit wird von einem unabhngigen Fachgremium, das sich aus den fnf Fachpersonen Jrg Berrel, Ruedi Brassel, Mirjam Brunner, Brigitte Frei-Heitz und Ueli Kruchi zusammensetzt, geprft und begleitet.

    Das BIB ist ein Hinweisinventar, das als Grundlage fr die eigentmerverbindliche Umsetzung im Nutzungsplanverfahren dient. Smtliche im BIB dokumentierte Objekte werden der obersten lokalen Schutzkategorie zugeordnet. Ein "kantonal zu schtzender" Bau erfllt zustzlich die kantonalen Anforderungen und kann gemss dem Kantonalen Denkmal- und Heimatschutzgesetz in das kantonale Inventar der geschtzten Kulturdenkmler aufgenommen werden. Eine allfllige Unterschutzstellung erfolgt mit dem Einverstndnis des Eigentmers.

    Ein "kommunal/kantonal zu schtzender" Bau ist fr die Standortgemeinde von kulturhistorischer Bedeutung. Der qualitativ gute Bau soll erhalten und gepflegt werden. Die Einstufung entspricht der obersten kommunalen Bewertungskategorie in den rechtskrftigen Zonenplnen. Nutzungsnderungen und bauliche Massnahmen sind nur unter Wahrung der schutzwrdigen Substanz zulssig und haben mit aller Sorgfalt im Sinne der Substanzerhaltung zu erfolgen.

    Das BIB ermglicht eine fachlich begrndete Zuordnung der Gebude in die verschiedenen kantonalen und kommunalen Schutzkategorien. Das kantonale Raumplanungs- und Baugesetz (RBG 29, 8.1.1998) sieht vor, dass im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung u.a. Schutzzonen und schtzenswerte Einzelobjekte ausgeschieden werden knnen. Schtzenswerte Einzelobjekte werden in den Zonenvorschriften bezeichnet und umschrieben. Das BIB ergnzt bestehende lokale Gebudeinventare und Nutzungsplne sowie das Inventar der schtzenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS). Es bercksichtigt lediglich Bauten der obersten kommunalen Schutzkategorie und ist somit unvollstndig. Die Beurteilung der brigen Objekte, Ensembles, Pltze und Grnanlagen erfolgt durch die einzelnen Planungsbros.

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  • Gemeinde LupsingenBauinventar Kanton Basel-Landschaft (BIB)

    Kriterien der kantonalen / kommunalen Schutzwrdigkeit

    1. Bedeutung von Stellung und Gliederung

    2. Erhaltungszustand

    - Stellung innerhalb eines Quartiers- Hauptakzent/Ergnzung im Ensemble- Konzept von Grundriss und Aufriss

    - Originale Bausubstanz: Fassaden, Dach, Fenster und Tren- Originale historische Ausstattung- Qualitt von spteren baulichen Vernderungen

    3. Typologischer Stellenwert - Seltenheit - Reinheit eines Bautypus- Interessante Sonderlsung

    4. Historischer Denkmalwert - Bedeutung fr Kanton/Gemeinde- Angewandte Bautechnik/Konstruktion- Ereignis- und personengeschichtliche Bedeutung- Nutzung/Ausstattung

    5. Kunsthistorische Bedeutung - Qualitt der Architektur, der bildenden Kunst, der Volkskunst und des Kunsthandwerks- Art der Reprsentation (Grsse, Lage, Schmuck)- Vorbildfunktion fr die weitere Entwicklung

    6. Qualitt der Umgebung - Zustand von Hofbereich, Gartenanlage- Materialisierung: Pflsterung, Kies, Rasen- Wegfhrung und Einfriedung

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