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  • Operation Gomorrha

    Operation Gomorrha war der militärische Codename für eine Serie von Luftangriffen, die vom Bomber Com- mand der Royal Air Force und der Eighth Air Force der USAAF im Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs vom 25. Juli bis 3. August 1943 auf Hamburg ausgeführt wur- den. Es waren die bis dahin schwersten in der Geschichte des Luftkrieges. Speziell das Flächenbombardement zi- viler Ziele (Innenstadt, Wohngebiete und andere) durch die RAF erfolgte aufgrund der vom britischen Luftfahrt- ministerium (Air Ministry) am 14. Februar 1942 erteil- ten „Area Bombing Directive“.[1] Zur gleichen Zeit wur- de auch Luftmarschall Arthur Harris zum Befehlshaber des RAF Bomber Command ernannt.

    Hamburg, Eilbeker Weg nach den Bombenangriffen der Opera- tion Gomorrha

    1 Namensgebung

    Die Bibel berichtet im 1. Buch Mose, 19, 24:

    „Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vomHimmel herab auf Sodom und Go- morra“

    – Gen 19,24

    2 Vorgeschichte

    Den Angriffen auf Hamburg ging eine Absprache zwi- schen den Westalliierten und Stalin voraus. Stalin hatte

    auf einer zweiten Front im Westen von Deutschland be- standen. Die Westmächte wollten diesen Angriff mit Bo- dentruppen allerdings noch nicht einleiten und hatten als Kompromiss Luftangriffe auf deutsche Städte angeboten. Eine wochenlange Hitzewelle und Trockenheit trugen da- zu bei, dass die Bomben Feuerstürme auslösten.[2]

    Entscheidend für das Gelingen der Operation Gomorrha war die Ausschaltung der auf einer Frequenz von 560 MHz (Wellenlänge 53,6 cm) arbeitenden deutschen „Würzburg“/„Würzburg-Riese“-Funkmessgeräte zur Führung der Nachtjäger, Feuerleitung der schweren Flugabwehrgeschütze (Hamburger Flaktürme) und Steuerung der Flakscheinwerfer. Hierfür setzte die RAF erstmals Düppel ein. Diese 26,8 cm langen (halbe Wel- lenlänge) Streifen aus Stanniol täuschten die deutschen Radargeräte. Frequenz, Aufbau und Arbeitsweise des „Würzburg“-Radars hatte ein britisches Kommandoun- ternehmen im Februar 1942 herausgefunden.

    3 Das Bombardement

    → Hauptartikel: Liste der Luftangriffe der Alliierten (1939–1945)

    3.1 Angriffswellen vom 24. Juli bis zum 3. August 1943

    Im Rahmen der Operation Gomorrha kam es zu fünf Nachtangriffen durch die Royal Air Force und zwei Ta- gesangriffen durch die United States Army Air Forces (USAAF). Die Angriffe begannen in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 mit der Bombardierung Hamburgs durch 791 britische Bomber.[3] Durch Fehlwürfe der Zielmarkie- rungen (Zielpunkt war die St.-Nikolai-Kirche im Stadt- kern) erstreckten sich die Schäden durch 2300 Tonnen Bomben über ein recht weites Gebiet. Trotzdem kam es in der Innenstadt, in Hoheluft, Eimsbüttel und Altona zu ausgedehnten Flächenbränden. Auch einige nordwestli- che Vororte wurden getroffen. „Die Zahl der Toten schätz- te die Luftschutzleitung auf etwa 1500 […] Genauere Fest- stellungen für den ersten Großangriff hat es nicht gege- ben.“ [4] Zwölf britische Bomber kehrten nicht zurück. Am Nachmittag des 25. Juli 1943 griffen etwa 90 bis 110 US-amerikanische Bomber (91st, 351st, 381st Bomb

    1

    https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff https://de.wikipedia.org/wiki/RAF_Bomber_Command https://de.wikipedia.org/wiki/RAF_Bomber_Command https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Air_Force https://de.wikipedia.org/wiki/Eighth_Air_Force https://de.wikipedia.org/wiki/USAAF https://de.wikipedia.org/wiki/Luftkrieg_im_Zweiten_Weltkrieg https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chenbombardement https://de.wikipedia.org/wiki/Air_Ministry https://de.wikipedia.org/wiki/Area_Bombing_Directive https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Harris https://de.wikipedia.org/wiki/Sodom_und_Gomorra https://de.wikipedia.org/wiki/Sodom_und_Gomorra https://de.wikipedia.org/wiki/1._Buch_Mose https://de.wikipedia.org/wiki/Alliierte https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Front https://de.wikipedia.org/wiki/Hitzewelle https://de.wikipedia.org/wiki/Feuersturm https://de.wikipedia.org/wiki/Frequenz https://de.wikipedia.org/wiki/Wellenl%C3%A4nge https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburg_(Radar) https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburg-Riese https://de.wikipedia.org/wiki/Funkmessger%C3%A4t https://de.wikipedia.org/wiki/Nachtjagd https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerleitung https://de.wikipedia.org/wiki/Flugabwehrkanone https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Flakt%C3%BCrme https://de.wikipedia.org/wiki/Flakscheinwerfer https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCppel_(Radart%C3%A4uschung) https://de.wikipedia.org/wiki/Stanniol https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Biting https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Biting https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Luftangriffe_der_Alliierten_(1939%E2%80%931945) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Luftangriffe_der_Alliierten_(1939%E2%80%931945) https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Air_Force https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Army_Air_Forces https://de.wikipedia.org/wiki/Bomber https://de.wikipedia.org/wiki/Ehemalige_Hauptkirche_St._Nikolai_(Hamburg) https://de.wikipedia.org/wiki/Ehemalige_Hauptkirche_St._Nikolai_(Hamburg)

  • 2 3 DAS BOMBARDEMENT

    Bild vom Nachtangriff der RAF am 24./25. Juli 1943

    Britische Lancaster beim Angriff. Abwurf einer 2to-Luftmine “Cookie” und von Brandbomben (links), danach Abwurf von 2kg-Brandstäben (rechts)

    US-Wochenschau „United News“ berichtet August 1943 von der Zerstörung Hamburgs

    Groups (BG) [= 1st Combat Bombardment Wing (Bomb Wing)], 303d, 379th, 384th Bomb Groups [= 41st Com- bat Bombardment Wing (Bomb Wing)]) Industrieanla- gen und Ziele imHamburger Hafen an. Es wurdenmehre- re Schiffe versenkt und einige Mineralölbetriebe getrof- fen.Wegen der starken Rauchentwicklung durch den vor- ausgegangenen Nachtangriff der Royal Air Force konn-

    Amerikanische “Fliegende Festungen” B-17 der 384th Bomb Group beim Angriff

    Industrieanlagen als bevorzugtes Ziel der USAAF

    ten viele Ziele nicht gefunden werden. Bei diesem ers- ten Tagangriff warf die USAAF binnen zehn Minuten et- wa 186 Tonnen Sprengbomben ab und verlor fünfzehn B-17-Bomber infolge heftiger Abwehrmaßnahmen durch Flak und Jäger. Die 381st Bomb Group (BG) konnte ih- re Bomben erst während des Rückflugs zur Nordsee über Heide (Holstein) abwerfen. Zur selben Zeit überflogen am 25. Juli 1943 rund 60 US-amerikanische Bomber (94th, 95th und 100th Bomb Groups [= 13th Combat Bombardment Wing (Bomb Wing)] sowie 388th Bomb Group) den Großraum Ham- burg, um Kiel sowie die Halbinsel Wustrow (Ostsee) zu bombardieren. Vier B-17-Bomber wurden dabei abge- schossen. AmMittag des 26. Juli griffen erneut 71 US-Bomber Zie- le im Hamburger Hafen an. Dabei wurde auch das Kraft-

    https://de.wikipedia.org/wiki/Avro_Lancaster https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Hafen https://de.wikipedia.org/wiki/Boeing_B-17 https://de.wikipedia.org/wiki/Heide_(Holstein) https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel https://de.wikipedia.org/wiki/Wustrow_(Halbinsel)

  • 3.3 Feuersturm 3

    werk Neuhof getroffen. Bei den beiden Tagesangriffen starben etwa 150 Menschen.[5]

    Der vierte Angriff im Rahmen der Operation Gomor- rha war ein Störeinsatz von sechs britischen Mosquito- Flugzeugen in der Nacht vom 26. zum 27. Juli 1943; er richtete nur Sachschaden an. Beim zweiten Großangriff der Royal Air Force in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 wurden 739 Bomber eingesetzt. Der Schwerpunkt der Bombenabwürfe lag in den Stadtteilen östlich der Innenstadt. Aus den Flächen- bränden bildete sich (begünstigt durch Hitze und Tro- ckenheit) ein Feuersturm.[2] Die orkanartigen Winde, die am Boden auftraten, fachten die umliegenden Brände weiter an. Die Stadtteile Rothenburgsort, Hammerbrook und Borgfelde wurden fast völlig zerstört; auch in Hamm, Eilbek, Hohenfelde, Barmbek und Wandsbek gab es größere Zerstörungen. Etwa 30.000 Menschen starben bei diesem Angriff. Den dritten Großangriff der RAF in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1943 flogen 726 Bomber. Die Bom- ben fielen hauptsächlich auf die Stadtteile Barmbek, Uhlenhorst und Winterhude. Trotz ausgedehnter Flä- chenbrände entstand kein Feuersturm, obwohl Barmbek ein ähnlich dicht besiedelter und bebauter Stadtteil war wie Hammerbrook. Die Zahl der Opfer kann nur ge- schätzt werden; eine Quelle nimmt etwa 1000 Tote an.[6]

    Die Royal Air Force setzte im Rahmen der Operation Gomorrha in der Nacht des 2. zum 3. August 1943 für den siebten und letzten Angriff 740 Bomber ein, die wäh- rend eines schweren Gewitters Hamburg erreichten. Die Bombardierung erfolgte daher weitgehend ungezielt. Es kam zwar zu mehreren Großfeuern (beispielsweise in der Hamburgischen Staatsoper), aber zu keinen Flächenbrän- den. Über die Zahl der Opfer dieses Angriffs ist nichts be- kannt; sie dürfte deutlich geringer gewesen sein als beim ersten oder dritten Großangriff der Royal Air Force.

    3.2 Angriffstechnik

    Zur Bombardierung wurde von der Royal Air Force ei- ne Mischung von Luftminen, Spreng-, Phosphor- und Stabbrandbomben verwendet. Zunächst wurden Luftminen und Sprengbomben abge- worfen. Die Sprengbomben sollten die unter den Straßen verlaufenden Wasser-, Gas- und Kommunikationsleitun- gen zerstören, wodurch die Koordinierung von Feuer- wehreinsätzen und die Bekämpfung von Bränden zum Teil unmöglich wurde. Um die Sprengbomben möglichst tief eindringen zu lassen, wurden diese häufig mit einem Verzögerungszünder ausgestattet, so dass sie nicht beim Aufschlag, sondern erst tief im Erdreich bzw. in Hauskel- lern detonierten. Gleichzeitig wurden durch den ungeheuren Luftdruck der Luftminen („Wohnblockknacker“) Dächer abgedeckt und sämtliche Fenster und Türen umliegender Häus