Hand in Hand 4/2012: Steiermark-Ausgabe

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Die Coverstory "Selbstbestimmt leben" handelt vom Älterwerden und wie man das Beste daraus macht. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben hängt sehr stark davon ab.

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  • Hand in HandZeitschrift fr Gesundheit, Familie und Soziales

    4 | 2012

    Selbstbestimmtes Leben. Ein modernes Schlagwort. > 20

    Pflegepolitik. Selbststndigkeit so lange wie mglich erhalten. > 13

    FIDI erobert die Herzen. 40.000 Personen bei der Hilfswerk Family Tour 2012. > 26

    Das Beste aus jedem Alter machen > 4

    Selbstbestimmt leben

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  • Hand in Hand 4/2012 3

    Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung

    In der tglichen Arbeit des Hilfswerks frdern unsere Mitarbeiter/innen seit nunmehr 20 Jahren die Selbststndigkeit und Selbstbestimmtheit unserer Kunden; aufbauend auf den vorhandenen Ressourcen untersttzen wir den Men schen, damit dieser ein mglichst selbstbestimmtes Leben fhren kann, da Selbstbestimmtheit fr uns ein wichtiges Element der Menschenwrde darstellt:Ob im Kinderbereich, in den Psychoso-zialen Diensten und im Bereich Hilfe und Pfl ege daheim berall verfolgen wir dieses Ziel, weil wir der berzeugung sind, dass die Verbindung zwischen der Mglichkeit eines selbstbestimmten Lebens und einer sozialen Solidaritt die Grundlage einer modernen Gesell-schaft darstellt. In dieser Ausgabe unserer Hand in Hand werden wir diese Selbstbestimmtheit und die damit implizierte Eigenverantwortung unter verschiedenen Blickpunkten bearbeiten. Selbststndigkeit und Selbstbestimmt-heit werden heute als Grundparameter unseres Gesellschaftsverstndnisses selten hinterfragt; wenn sie in diversen Spardiskussionen als Eigenverantwor-tung auftauchen, begegnen sie uns als Gegenpol unseres Anspruchs, als jenen Gegenpol, den wir gerne vergessen.

    Medieninhaber und Herausgeber: Hilfswerk Steiermark GmbH Redaktionsadresse: Zeitschrift Hand in Hand, Hilfswerk Steiermark GmbH, Paula-Wallisch-Strae 9, 8055 Graz, Tel. 0316/81 31 81-0, E-Mail: gerald.mussnig@hilfswerk-steiermark.at Redaktion Steiermark: Mag. Gerald Mussnig Redaktion: Elisabeth Anselm, Harald Blmel, Martina Goetz, Monika Gugerell, Daniel Gunzer, Daniela Gutschi, Esther Hermann, Brigitte Hingerl, Martina Kern, Gerald Mussnig, Heiko Ntstaller, Petra Satzinger, Viktoria Tischler Fotos: Hilfswerk sterreich (Suzy Stckl, Klaus Titzer), Hilfswerk Steiermark, www.shutterstock.com (Cover, Seite 4, 6, 9, 13, 14, 15, 20, 21) Gesamtauflage: 135.000 Stck, sterreichweite Distribution, davon ber 90 % durch persnlich adressierte Sendungen Anzeigen verkauf (Gesamtauflage): Hilfswerk-Bundesgeschftsstelle, Tel. 01/404 42-0 Anzeigenverkauf (Steiermark): Mag. Gerald Mussnig, Tel. 0664/807 85 88 02 Layout/Produktion: Egger & Lerch, 1070 Wien Druck: Wograndl Druck GmbH, 7210 Mattersburg

    Mag. Gerald Mussnig,Geschftsfhrer Hilfswerk Steiermark

    E D I T O R I A L

    413

    8

    C O V E R S T O R Y

    4 Selbstbestimmt leben. Das Beste aus jedem Alter machen.

    7 Case Management.

    Die Bedeutung der Individualitt.

    8 Die Ambivalenz eines hohen Anspruches. Selbstbestimmung als Anspruch und berforderung.

    P F L E G E & B E T R E U U N G

    11 24-Stunden-Betreuung. Beste Qualitt rund um die Uhr.

    12 notruftelefon. Sicherheit schenken.

    13 Schwerpunkt der steirischen Pflegepolitik. Selbststndigkeit so lange wie mglich erhalten.

    G E S U N D H E I T & L E B E N

    20 Selbstbestimmtes Leben. Eine historische und fachliche Betrachtung.

    H I L F S W E R K

    23 Freiwilliges Sozialjahr? Volksbefragung Wehrpflicht.

    25 Flchtlinge aus Syrien. Dem Krieg entronnen.

    26 Hilfswerk-Jahresinitiative. FIDI erobert die Herzen.

    30 Adressen

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  • Hand in Hand 4/20124

    Selbstbestimmt lebenDas Beste aus jedem Alter machen. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben hngt sehr stark davon ab, wie selbstbestimmt wir leben. Dafr lohnt es sich zu kmpfen.

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  • Hand in Hand 4/2012 5

    C O V E R S T O R YK I N D E R & J U G E N D

    P F L E G E & B E T R E U U N GG E S U N D H E I T & L E B E N

    H I L F S W E R K

    Monika Gugerell

    MSc, Fachliche

    Leitung Gesund-

    heit, Familie und

    Soziales, Hilfs-

    werk sterreich

    Selbstbestimmt leben

    Das eigene Alter passt uns oft gar nicht. Viele Kinder und Jugendliche fhlen sich zu jung: Warum bin ich nicht lter? Dann drfte ich schon lnger aufbleiben, lnger ausgehen, Auto fahren, eine eigene

    Wohnung haben Bei den Erwachsenen ist es dann meist umgekehrt. Ich fhle mich eigentlich viel jnger, als ich bin! ist dennoch ebenso oft zu hren wie Ich bin pensi-onsreif! von Vierzigjhrigen. Wenn auch viele Aussagen nicht immer ernst gemeint

    sind, so ist doch klar, dass es in erster Linie um das Fhlen geht. Das kann mit der krperlichen Verfassung zu tun haben, muss es aber nicht.

    Aktives AlternAls die Europische Union das Jahr 2012 unter das Motto Europisches Jahr fr aktives Altern und Solidaritt zwischen den Generationen gestellt hat, waren auch nicht nur Menschen gemeint, die tglich wandern, Rad fahren oder Golf spielen gehen. Nein, es geht um jede Aktivitt in jedem Lebensalter, um aktiv alt zu werden.

    Was ist mir wichtig?Entscheidend ist, dass man das Alter nicht als De zit sieht, sondern Wn-sche und Erwartungen der Situation anpasst, sagt Monika Gugerell, Fach-liche Leiterin fr Gesundheit, Familie und Soziales im Hilfswerk. Durch Erfahrung und gute Organisation kann vieles ausgeglichen werden, man muss auch nicht alles allein machen. Gugerell rt auch dazu, sich Zeit zu nehmen, um zu berlegen: Was ist mir wichtig? Was kann ich dazu

    beitragen, mir mglichst viel von den Dingen zu erhalten, die mir Freude bereiten? Gibt es andere Dinge, die ich vielleicht noch nicht probiert habe, die mir genauso viel Freude bereiten?

    Vom Vorhaben zum PlanEs hilft, Wnsche und Vorhaben niederzuschreiben, erzhlt Monika Gugerell aus ihrer langjhrigen Er-fahrung in der P ege, denn dann ist es zum konkreten Plan nur mehr ein kleiner, aber entscheidender Schritt: Wie kann ich mir mein selbstbe-stimmtes Leben so lange wie mglich erhalten? Was muss ich dafr tun? Wer kann mir helfen? Situationen und Lebensumstnde hinterfragen: Gehe ich nur nicht mehr gerne spazieren, weil mir alleine langweilig ist? Gehe ich nicht mehr ins Gasthaus oder in die Kirche, weil meine Freunde schon gestorben sind? Was kann ich tun, damit ich wieder mit mehr Menschen in Kontakt komme? Wen knnte ich zu mir einladen, wenn ich selbst nicht mehr mobil bin?

    Sich etwas gnnenZu einem guten Plan gehrt auch, dass Plne auch verndert werden drfen und sollen und dass man mitsamt Plan nicht vergisst, dass der Plan nicht unser Leben beherrscht, sondern wir es sind, die steuern. Hin und wieder vom Plan abzu-weichen, zu sndigen, ist nicht so schlimm, wenn man bewusst das Ziel im Auge behlt.

    Vorsorgen hilftWer sich rechtzeitig Gedanken ber die eigene Zukunft macht, ist immer im Vorteil. Vorsorgen betrifft aber

    Tipp

    Holen Sie sich kostenlos die ntzlichen Broschren des Hilfswerks wie z. B. lterwerden in Bewegung. Siehe Seite 29!

    Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.Ursula Lehr, Gerontologin

    >>

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  • 6 Hand in Hand 4/2012

    nicht nur die Gesundheit, sondern auch unser gesamtes Umfeld, wie etwa das Wohnumfeld. Barriere-freies Bauen ist bei entsprechender Planung kaum ein Kostenfaktor, Umbauten bei schlecht geplanten Wohnungen leider schon.

    Aber auch sozial kann man vorsorgen. Dazu gehrt es auch, Freundschaften zu p egen. Auch nette Menschen, von denen man aus irgendeinem Grund jahrelang nichts gehrt hat, wieder zu kontaktieren. Vereine, vor allem solche, die jngere und ltere Menschen verbinden, sind ebenfalls sehr zu empfehlen. Es ist nie zu spt, neue Herausforderungen anzuneh-men, wei Monika Gugerell Wer neugierig bleibt, wird immer t und aktiv bleiben, auch wenn krperliche Beschwerden die Beweglichkeit ein-schrnken. >

    Arbeitswelt: Mythen und Fakten

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    Mythen

    Mythos 1: Alte sind weniger produktiv und weniger gesund.

    Mythos 2: Alte sitzen auf den Arbeitspltzen der Jungen, sptere Pension bewirkt Jugendarbeitslosigkeit.

    Mythos 3: ltere sind weniger innovativ.

    Mythos 4: Die meisten lteren wollen nicht lnger arbeiten, auch die Arbeit-geber sind nicht interessiert.

    Mythos 5: Die rasche gesellschaftliche Alterung ist das grte histori-sche Problem seit langem.

    Fakten

    60- bis 69-Jhrige sind im Durchschnitt kaum weniger gesund/leistungsfhig als 50- bis 59-Jhrige (allerdings Unterschiede in manchen Berufen und abhngig vom Bildungsgrad).

    Dafr gibt es auch international keinen einzigen Beweis. Erfolgreiche Lnder haben geringe Jugendarbeitslosigkeit und eine hohe Erwerbsttigkeit im Alter.

    Stimmt. Doch sie knnen das mit Erfahrung und bersicht ausgleichen. Das hngt von den Anreizen ab (nicht nur Geld!), aber auch von Gestaltungsmglich-keiten (altersangepasste Arbeitspltze) und den Lebensbildern.

    Aber sie ist auch Wendepunkt und Chance fr eine gesndere Entwicklung und eine hhere Lebensqualitt.

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  • Hand in Hand 4/2012 7

    Die Bedeutung der Individualitt

    Aus diesem Bedarf hat sich in den letzten Jahren im deutschsprachi-gen Raum ein Handlungskonzept entwickelt, welches sich mit diesen Schnittstellen auseinandersetzt das Case und Care