Jahresbericht 2006

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Jahresbericht Attac Österreich 2006

Transcript of Jahresbericht 2006

  • Globalisierung braucht Gestaltung

    2006 das sechste Jahr

  • IMPRESSUM

    Attac sterreich Jahresbericht 2006

    Attac sterreich

    Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmrkte

    Margaretenstrae 166/25, A-1050 Wien

    Telefon: 01/544 00 10, Fax: 01/544 00 59

    Internet: www.attac.at, E-Mail: [email protected]

    Bankverbindnung: Kt.Nr. 92.145.148, PSK: BLZ 60.000

    Grafik: Gert Lanser, Julia Lw, Moreau, Dunja Pinta, Mattias Wright. Titel: Julia Lw

    Druck: REMAprint, Auflage: 5000 Stck

    Fr den Inhalt verantwortlich: Attac sterreich.

    Beitrge: Peter Adelmann, Attac Ried, Christian Felber, FeministAttac Vorarlberg, Franziskus Forster, Gender Mainstreaming Gremium,

    Brigitte Kratzwald, Heinz Mittermayr, Sybille Pirklbauer, sambattac, Alexandra Strickner, David Walch, Petra Ziegler.

    Fotos: Attac sterreich.

    Bildredaktion: Monika Stadler.

    Inserateakquisition: Monika Stadler.

    Redaktion: Andrea Schober, Petra Ziegler.

    Gesamtkoordination: Andrea Schober.

    Vervielfltigung erwnscht, bei Verffentlichungen bitten wir um Belegexemplare.

    Wien, Mrz 2007.

  • Rckblick auf das Jahr 2006

    02 Vorwort des Vorstandes03 Sommerakademie 200604 Unser Europa08 Attac in den Medien10 Unsere Arbeit ist wichtiger als je zuvor Interview mit Karin Kblbck

    Aussicht auf Kommendes

    12 ber die Entstehung der Finanzmrkte 14 Attac weltweit16 Attac und Gemeinden eine ungewhnliche Partnerschaft?18 Agrarattac: Landwirtschaft und darber hinaus

    Attac stellt sich vor

    19 berblick ber Gruppen und Strukturen von Attac20 Attac vor Ort20 Gallneukirchen wird Attac Gemeinde21 Geld regiert die Welt- und wer regiert das Geld?22 bersicht ber die Attac Inhaltsgruppen23 Attac und die Frage der Geschlechtergerechtigkeit 24 Unverblmt- die globalisierte Welt in der Blumenvase 24 Radio%attac - Die Radiogruppe von Attac25 If I cant dance to it, then its not my Globalisierungskritik 26 Finanzbericht 200627 Mitglied werden28 Mitgliedsorganisationen von Attac sterreich

    INHALTSVERZEICHNIS

  • Das erste Halbjahr 2006 stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der sterreichischen EU-Prsi-dentschaft. Dass unser Kritisches EU-Buch alle Best-sellerlisten strmen wrde, bertraf unsere khnsten Trume, zahllose Buchprsentationen fanden in allen Bundeslndern statt. Kritische Parallelveranstaltungen gab es auch beim Sozialgipfel in Villach, bei den Treffen der VerteidigungsministerInnen in Innsbruck und der Au-enministerInnen in Salzburg, beim Wettbewerbsgipfel in Graz und als Hhepunkt den hochkartig besetzten und international ausgerichteten alternativen Ecofin im April in Wien. Das Finale machte eine Matinee im Wiener Volkstheater u. a. mit Marlene Streeruwitz und Michael Khlmeier.

    Im Juli folgte in bewhrter Tradition die Sommerakademie, diesmal in der Waldviertler Schuhwerkstatt in Schrems. Beim Selbstverstndnis-Seminar in Linz beschftigten wir uns mit unseren persnlichen Visionen einer bes-seren Gesellschaft und wie wir mit der vorhandenen Vielfalt an Vorstellungen, Ideen und Zielen konstruktiv und wertschtzend umgehen knnen. Den thematischen Abschluss des Attac-Jahres bildete das erste Attac-Ge-meindetreffen Ende November in Molln.

    2006 brachte auch einen groen Erfolg der europischen Zivilgesellschaft: Der so genannten Bolkesteinrichtlinie zur Liberalisierung des Dienstleistungsverkehrs in der EU wurden die schrfsten Giftzhne gezogen, und wenn das Ergebnis noch alles andere als optimal ist, ist es doch erstmals gelungen, der Konzernlobby in der europischen Gesetzgebung Paroli zu bieten. Attac sterreich war mageblich daran beteiligt.

    Das sterreichische Parlament beschloss im April ein-stimmig, sich fr die Einfhrung einer Besteuerung von Finanztransaktionen auf EU-Ebene einzusetzen, die Vor-arbeit dazu leisteten Attac und andere NGOs. Zu unserer berraschung fanden wir auch einen wesentlichen Teil unserer Steuergerechtigkeits-Forderungen in den Wahl-programmen der Parteien links der Mitte im Nationalrats-wahlkampf wieder. Leider blieb im Rotschwarzen Regie-rungsbereinkommen nichts davon ber. In wesentlichen Bereichen wie Wirtschaft, Steuern und Budget kndigt sich eine Fortsetzung der Politik der letzten Jahre an. Da wird uns die Arbeit nicht ausgehen.

    Im Mrz 2007, zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Rmischen Vertrge prsentierten wir gemeinsam mit anderen europischen Attac-Gruppen unsere Zehn Prinzipien fr einen demokratischen und sozialen Ver-fassungs-Vertrag. Unser Geburtstagsgeschenk an die Europische Union. Anfang Juni beteiligen wir uns an den Protestveranstaltung zum G8-Gipfel in Rostock. Weitere Themenschwerpunkte werden Finanzmrkte unser Grndungsthema - und Landwirtschaft sein. Letzteres eignet sich besonders, um globale Wirtschafts-prozesse auf lokaler und privater Kchen-Ebene sichtbar zu machen. All das geht nur mit Ihrer / Eurer Untersttzung, sei es als AktivistInnen oder als Mitglieder und SpenderInnen. Wir mchten uns fr die Zusammenarbeit im Jahr 2006 sehr herzlich bedanken und freuen uns auf viele weitere erfolgreiche Jahre!

    Der Vorstand von Attac sterreich

    02

    VORWORT DES VORSTANDES

    SECHS JAHRE IST ATTAC STERREICH 2006 GEWORDEN. FR MENSCHEN FNGT DA DER ERNST DES LEBENS ANGEBLICH ERST AN

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    Brigitte Kratzwald

    Heinz Mittermayr

    Franziskus Forster

    Petra Ziegler

    Peter Adelmann Erna Dittelbach

    Astrid Konrad

    Pia Lichtblau

  • 03

    SOMMERAKADEMIE 2006

    Die Attac- Sommerakademie 2006 fand vom 19.7. bis 23. 7. 2006 in Schrems/N statt und stand unter dem Motto: Global- Regional- Lokal. GeMACHTe Rume- Konkurrieren verbindet? Regionale Integration zwischen Solidaritt und Wettbewerb. Rund 300 Menschen aus unterschiedlichsten Zusammenhngen nahmen daran teil und gestalteten die Sommerakademie durch ihre Beitrge aktiv mit. Thematischer Schwerpunkt dieser Sommeraka-demie war die Frage, wie Staaten und Regionen agieren, um im Standortwettbewerb bestehen zu knnen, wie sie versuchen, durch wirtschaftliche Zusammenschlsse ihre Wirtschaftsmacht zu strken, neue Absatzmrkte zu er-schlieen oder gnstige Produktionssttten zu erobern. Zusammengefasst werden derlei Bestrebungen unter dem Begriff Regionale Integration. Diese spielt nicht nur im globalisierungskritischen Diskurs der letzten Jahre eine zunehmend wichtige Rolle, sondern wird von vielen Seiten thematisiert. So betont etwa auch die Europische Kommission in ihrer Darstellung des Ttigkeitsbereichs Entwicklungspolitik die Bedeutung von Regionaler In-tegration, mit deren Hilfe die Einbindung in die Welt-wirtschaft, die Beilegung von Konflikten und die Lsung grenzberschreitender Probleme, beispielsweise im Um-weltbereich, erleichtert werden. In welcher Form regionale Integrationsprozesse gegen-wrtig ablaufen und wie die dadurch geschaffenen Ru-me letztendlich aussehen, kann an zahlreichen Beispie-len beobachtet werden: EU, Mercosur, NAFTA Was

    SOMMERAKADEMIE 2007

    Im Juli 2007 jhrt sich zum 10.Mal der Beginn der Asienkrise ein Sinnbild fr die realwirtschaftlichen Folgen von ungebremstem

    Renditestreben auf den globalen Finanzmrkten und neoliberalen Wirtschaftsstrukturen. Als Reaktion darauf wurde Attac gegrndet.

    Somit feiert Attac heuer sein 9-jhriges Jubilum und mit der Sommerakademie 2007 begeben wir uns gewissermaen zurck zu den

    Ursprngen unserer Bewegung. Das Thema der diesjhrigen Sommerakademie lautet:

    Crash statt Cash Traum und Wirklichkeit der globalen Finanzmrkte

    Termin: 11. 15. Juli 2007

    Ort: Schwaz in Tirol

    Es wird wie immer zahlreiche Workshops, sowie zwei Podien geben, die sich mit den Gefahren und Fehlentwicklungen der globalen

    Finanzmrkte beziehungsweise der alternativen Gestaltung von Finanzmrkten beschftigen werden. Zudem gibt es das kulturelle

    Rahmenprogramm mit Stadtfest, Konzerten und Kreativaktivitten, das uns Zeit zum Kennen lernen und Projekte entwickeln geben soll.

    Wir freuen uns schon auf eure rege Beteiligung und natrlich auf die Sommerakademie 2007 in Schwaz in Tirol!

    DIE SOMMERAKADEMIE 2006 FAND VOM 19.7 23.7 IN SCHREMS/N STATT--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

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    sich hinter dem Begriff Regionale Integration verbirgt, was unter Region und unter Integration verstanden werden kann, welche Probleme sich aus Genderperspek-tive und fr Entwicklungslnder ergeben wurde ebenso diskutiert, wie warum diese Prozesse gerade so und nicht anders vorangetrieben werden, welche Interessen, Machtverhltnisse und Strukturen dahinter stehen, wel-che Auswirkungen damit einhergehen und wie alternative Formen regionaler Integration aussehen knnten.Neben dem Erwerb von neuen inhaltlichen Kenntnissen und Austausch von Wissen war die Sommerakademie aber auch wie immer auch ein Ort, um die Synergien der TeilnehmerInnen zu bndeln und Ideen und Dynamiken fr das nchste Arbeitsjahr zu sammeln. Bei Orgelkonzert, Filmvorfhrung, Fuballspiel mit den GemeindertInnen der Gemeinde Schrems oder Sambakonzert gab es fr die TeilnehmerInnen viele Mglichkeiten zum Kennen lernen, Vernetzen und Ideen spinnen. Beim Fuballspiel und dem anschlieenden Fest nahmen nicht nur die of-fiziellen VertreterInnen des Gemeinderats, sonder