MITTENDRIN Juni-Juli-August-Ausgabe 2016

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    02-Aug-2016
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Magazin für Kultur und Bildung

Transcript of MITTENDRIN Juni-Juli-August-Ausgabe 2016

  • Kulturverein Prenzlauer Berg e.V. | Juni/Juli/ August 2016 | kostenlose Ausgabe

    mittendrinMagazin fr Kultur und Bildung

    Thema CrossoverThema Crossover

    Neue Wege

  • 2 |

    INHALT

    THEMA Neue Wege gehen 3

    SHORTSTORIESWelchen Stellenwert hat der Erzieherberuf? 5Podiumsdiskussion im Zentrum danziger50

    Print ad! Scheiden tut weh. 5Mittendrin 2.0

    Sonderpreis fr Kreativitt 6Preisverleihung der Stiftung Haus der kleinen Forscher

    Wo? Dada! 8Neue Kunstformate im ZENTRUM danziger50

    Wenn Wege sich kreuzen 10Eine Kurzgeschichte von Astrid Derkop

    WORT & VISIONDas F-Wort 12Jukia Korbik: Stand up. Feminismus fr Anfnger & Fortgeschrittene

    Erlesenes fr Kinder 14Viele Bcher machen klcher

    Filmhelden auf Abwegen 15Crossover im Kino

    KIEZ & KULTURErwin Wurm bei Mutti 18Ausstellung in der Berlinischen Galerie

    Schrebergarten goes Kita 20Zusammen mit Gartenpaten die Natur entdecken

    Kolumne: Der Springende Punkt 21... entdeckt verrckte Kombinationen

    Die Stadt als ff entliche Bhne 22Artivismus: Politischer Aktivismus mit den Mitteln der Kunst

    EDITORIAL

    Alle Wege fhren nach Rom

    Das ist trstlich, wenn Rom das Ziel ist. Arnold Schoenberg hlt dagegen: Der Mittelweg ist der ein-zige, der nicht nach Rom fhrt. Schoenberg stiftet uns also an, Nebenwege zu benutzen, bewusst Kreu-zungen zu suchen, Unbekanntes zu erkunden und dabei mglicherweise andere zu treff en, die auch unterwegs sind. Wir laden Sie ein, in dieser Ausgabe mit uns den Entdeckerweg zu gehen. Folgen Sie Filmhelden auf Abwegen durch das Filmuniversum (S. 15), lesen Sie, wie preisverdchtig interdisziplin-res Denken und Handeln in der Kita sein kann (S. 6), oder wandeln Sie mit uns auf den Spuren des unor-thodoxen Knstlers Erwin Wurms, dem die Berlini-sche Galerie aktuell eine Ausstellung widmet (S. 18).

    Auerdem stellen wir Ihnen neue Kunstformate im ZENTRUM danziger50 vor (S. 8) und eine rasante und lesenswerte Streitschrift ber den Feminismus (S. 12).Wie fruchtbar neue Wege und Allianzen sein knnnen, zeigt nicht zuletzt die Artivismusbewe-gung, die Kunst und soziale Aktion miteinander verbindet (S. 22) .

    Viel Spa beim Lesen!

    Barbara Schwarz und Frauke Niemann(Redaktion MITTENDRIN ein Magazin des Kulturverein Prenzlauer Berg)

    Inhalt

    DAS LETZTE

    Wat? Wo steht denn ditte? 24Bilderrtsel

    Impressum 24

  • | 3 Thema

    Gehen wir einen groen Schritt zurck. Evolutions-biologisch gesprochen ist Vorsicht eine durchaus sinnvolle Eigenschaft. Wer Vorsicht walten lsst, berlebt. Es kann von Vorteil sein, gelegentlich die Beine in die Hand zu nehmen und vor unkal-kulierbaren Gefahren Reiaus zu nehmen, vor einem wild geworde-nen Sbelzahntiger beispielswei-

    se. Das wussten unsere Vorfahren nur allzugut. Die Geschichte der Menschheit wre allerdings weit weniger erfolgreich ohne eine an-dere evolutionsfrdernde Kom-ponente verlaufen: die Neugierde. So wurden bereits in der Steinzeit viele der heute noch blichen Werkzeuge entwickelt. Diese Er-rungenschaften, die das berleben sicherten und einfacher machten,

    sind das Ergebnis von Neugierver-halten, dem Verlangen, Neues zu entdecken, auszuprobieren und munter drauflos zu kombinieren. Wir sind also auf Menschen an-gewiesen, die sich trauen, neue Wege zu gehen, die den Mut ha-ben, das Gewohnte hinter sich zu lassen. Ihnen verdanken wir neue Erkenntnisse, kurz Fort-schritt im positivsten Sinne.

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    Neue Wege gehenMit Neuem tun wir uns oft mals schwer. Denn das Neue ist ein zweischneidiges Schwert, birgt es doch Chance und Risiko gleichermaen. Und allzugerne blenden wir die posi-tiven Mglichkeiten aus, die uns das Unbekannte, Unerschlossene bietet und sehen nur noch die Gefahren, die jenseits gewohnter Bahnen lauern.

  • 4 | Thema

    Machen wir einen kleinen Zeit-sprung. Fr den antiken Philoso-phen Platon ist das Staunen, das Sich-Wundern der Anfang aller Erkenntnis (und damit aller Wis-senschaft). Das Staunen ist die Voraussetzung, etwas Neues zu entdecken, sozusagen der Znd-stoff der Neugierde. Wer staunt, hinterfragt vermeintlich Bekann-tes, will es genau wissen, setzt sich eigenstndig mit einer Sache ausei-nander und verlsst sich nicht auf Altbewhrtes oder herkmmliche Lsungen.

    Neugierige sind in guter Gesell-schaft. Albert Einstein, einer der groen Denker der Neuzeit, dessen physikalische Forschungen unser Weltbild mageblich vernderten, begrndete seinen wissenschaftli-chen Erfolg in einem Brief einmal so: Ich habe keine besondere Bega-

    bung, sondern bin nur leidenschaft-lich neugierig. Nicht immer aber treffen die Erkenntnisse der Neu-gierigen und Staunenden auf offene Ohren und offene Arme. Gestern wie heute haben diese den Wider-stand derjenigen zu befrchten, die Vernderungen als Bedrohung empfinden. Nur zu gerne wollen sie festhalten am Status quo. Das ist bequem und unkompliziert. Und berhaupt, es ist doch alles gut so, wie es ist, oder etwa nicht?

    Nein, ist es nicht. Es bringt uns wei-ter, neue Wege zu gehen, auch wenn das nicht jeder gleich einsehen will, oder manchmal erst nach Jahren, Jahrzehnten oder wenn es ganz schlecht luft nach Jahrhunderten die Leistungen der Quer- und Andersdenkenden wertgeschtzt und anerkannt werden. Lassen wir uns das Staunen nicht vermiesen!

    fter mal die altbekannten Pfade verlassen.

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    Natrlich ist es nicht jedem, der seiner Neugierde folgt, gegeben, eine bahnbrechende Entdeckung zu machen oder die Relativittstheo-rie umzuschreiben. Darum geht es auch gar nicht.

    Es geht um den Blick ber den Tel-lerrand: Wir mssen die Welt nicht neu erfinden. Aber es gilt, sie zu entdecken, sich mit dem Gegebe-nen eigenstndig auseinanderzuset-zen, eigene Erfahrungen zu machen und Rckschlsse zu ziehen und nicht blindlings an das zu glauben, was einem dieser oder jene als der Weisheit letzter Schluss prsentiert. Wer neugierig ist, erschliet sich und der Welt neue Mglichkeiten, nutzen wir sie!

    Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.(Albert Einstein)Fo

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    Das Staunen ist die Voraussetzung, etwas Neues zu entdecken, sozusagen der Znd-stoff der Neugierde.

    Text: Frauke Niemann

  • | 5Shortstories

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    Text: Barbara Schwarz

    Es diskutierten (v.l.n.r.): Andreas Gerstdt (PROCEDO Berlin), Robin Adler (Landesel-ternausschuss Kita - LEAK), Severin Hhmann (SPD), Andreas Otto (Bndnis 90/Die Grnen), Christina Henke (CDU) und Manuela Deubel (Kitaleitung Haus 2, Kita Gleim-strolche. Moderation: Thilo Schller (Mitte).

    MITTENDRIN 2.0

    Print ad. Scheiden tut weh.

    Alles neu, alles anders. Nach 15 Ausgaben Mittendrin seit Mai 2013 im heutigen Format und vielen wei-teren Augaben vorheriger Redaktio-nen in der mittlerweile 26-jhrigen Vereinsgeschichte sagen wir: Servus Mittendrin, deine Tage sind gezhlt. Glcklicherweise nur die auf dem Papier! Denn es geht munter weiter, ab jetzt digital! Im Herbst launchen wir unseren MITTENDRIN-Blog. Wer Interesse hat mitzudenken, mitzuschreiben, im Kiez die Augen offen zu halten oder uns mit Tipps und Anregungen zu versorgen, ist herzlich eingeladen mitzumischen. Schreibt uns einfach eine Mail an [email protected] Eine regel-mige redaktionelle Beteiligung ist genauso mglich wie das Einrei-chen einzelner Artikel, Veranstal-tungshinweise oder Fotos. Wir freu-en uns auf eure Ideen!

    Wir verabschieden uns von der Papier-MITTENDRIN. Ab jetzt heit es klicken statt blttern!

    Welchen Stellenwert hat der Erzieherberuf?Podiumsdiskussion im ZENTRUM danziger50

    Am 23. Mai lud der Kulturverein Prenzlauer Berg zu einer Podi-umsdiskussion zum Thema Wel-chen Stellenwert hat der Erzieher-beruf in unserer Gesellschaft? ein. Darber, dass in Kindertages-einrichtungen in Berlin (und bun-desweit) akuter Handlungsbedarf besteht, herrschte Einigkeit bei den Diskutanten. Verbesserung des Betreuungsschlssels fr die Erzieher_innen, bessere Perso-nalausstattung in den Kitas, mehr Anerkennung fr die Fachkrfte, Gebhrenbefreiung fr Eltern, Untersttzung beim Kita-Ausbau fr die Trger, Abschaffung des Eigenanteils der Trger und so-mit Qualittsverbesserung fr alle. Dies sind nur einige der Stell-schrauben, an denen in Zukunft gedreht werden muss, sollen sich die Bedingungen fr das pdago-gische Fachpersonal und die Kin-der in Betreuungseinrichtungen

    landes- und bundesweit verbes-sern. Eines ist sicher: Deutschland braucht Erzieher_innen in Kitas, in Horten, in Tageseinrichtungen.Pdagogisches Fachpersonal wird hnderingend gesucht. Aber was wir auch brauchen, ist eine ge-sellschaftliche Debatte ber den Wert von frhkindlicher Bildung.Dann gbe es nicht diesen ekla-tanten Unterschied in der Ent-lohnung etwa eines Informatikers und einer Erzieherin. Mit dieser Diskussion um Bildung ginge ein Anstieg des Ansehens dieses Berufs einher mit einer greren Wertschtzung und einer hhe-ren Bezahlung. Harter Fakt ist, dass Erzieher_innen heute weni-ger als Paketzusteller verdienen. Es ist Aufgabe der Politik, dies zu ndern. Und was knnen wir tun? Diese Themen immer wieder an-sprechen und so der ffentlich-keit nahebringen!

    Text: Frauke Niemann

  • 6 | Shortstories

    Sonderpreis fr KreativittPreisverleihung der Stiftung Haus der kleinen Forscher im Umspannwerk

    Mit dem Forschergeist 2016 prmiiert die Stif-tung Haus der kleinen Forscher zusammen mit der Deut-schen Telekom Stiftung Kita-Pro-jekte, die Mdchen und Jungen fr Naturwissenschaften und Technik begeistern. Insgesamt haben sich 605 Kitas aus ganz Deutschland beim Forschergeist 2016 beworben. Das Krachlichtmobil, ein mobiles Kunst-Gerusch-Objekt, das an vier Nachmittagen im Familienbereich ber-brcken entstand, berzeugte