Hessenseiten im BUNDmagazin 4 / 2005

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    06-Mar-2016
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Vier Mal im Jahr erhalten BUND-Mitglieder das bundesweite BUNDmagazin – in Hessen mit den extra Hessenseiten. Die Mitgliederzeitschrift des BUND informiert über zentrale Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, berichtet über die Arbeit des BUND und gibt Öko-Tipps für den Alltag. Im Hessen-Einleger gibt es zusätzliche Informationen auf Landesebene, von den Orts- und Kreisverbänden, den Arbeitskreisen und der BUNDjugend Hessen. Ein Abonnement kostet 15 Euro im Jahr. Mitglieder erhalten das BUNDmagazin kostenlos.

Transcript of Hessenseiten im BUNDmagazin 4 / 2005

  • [4-05] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 1

    HESSENseitenHESSENseitenBUNDmagazin

    4. QuartalHeft 4 /2005

    EDITORIALLiebe Leserinnen, liebe Leser,

    Anfang Oktober war Halbzeit der CDU-Alleinregierungvon Ministerprsident Roland Koch Zeit fr eine Bilanzder bisherigen Regierungspolitik aus Sicht des BUND:

    Das zentrale Regierungsversprechen der CDU Koopera-tion statt Konfrontation gilt leider nur fr diejenigen,die die Natur zerstren oder (ber-) nutzen wollen. Werals Privatmensch die hessische Natur bewahren will, er-lebt eine klare Konfrontationsstrategie der Landesregie-rung gegen gesetzlichen Schutznormen und gegen sei-ne Beteiligungsrechte.

    Ministerprsident Koch geht offen auf Kollisionskurszur Natur, zu Umweltvorschriften und zu den Umwelt-verbnden. Mit den Schlagworten bertriebener Arten-schutz,zu lange Planungszeiten und zu langeRechtswege zielt er ab auf eine drastische Beschrn-kung der Beteiligungsrechte von Brgerinnen und Br-gern und Naturschutzverbnden in Planungsverfahrenfr Verkehrsprojekte und Industrieansiedlungen.

    Und wenn es sein muss, scheut die Landesregierungauch nicht davor zurck, Gesetze, Plne und wichtigeSchutzvorschriften fr hochwertige Naturrume kurz-fristig so zu ndern, dass Infrastrukturprojekte wie derAusbau des Frankfurter Flughafens gegen alle Wider-stnde durchgesetzt werden knnen.

    Die Energiepolitik von Ministerprsident Koch ist rck-wrtsgerichtet und setzt vorrangig auf Atomkraft. DieLandesregierung ermglicht nicht nur den Weiterbe-trieb der beiden maroden Reaktorblcke des AKW Biblis,obwohl es serienweise Strfallmeldungen gibt, sie pro-pagiert auch, trotz fehlenden Schutzes gegen Flugzeug-abstrze, eine Laufzeitverlngerung des AKW Biblisber die Regellaufzeiten des Atomkonsenses hinaus.

    Frdermanahmen der frheren rot-grnen Landes-regierung fr Energieeinsparung, Kraft-Wrme-Kopp-lung und Solarenergie sind fast vollstndig eingestelltworden. Die ehemals gut ausgestattete Energieabtei-lung wurde bis auf minimale Reste reduziert und aufverschiedene Ministerien und Ressorts zersplittert. Dieerfolgreiche Landesenergieagentur hessen-ENERGIEwurde an einen regionalen Energieversorger verkauft.Das Impulsprogramm fr Fort- und Weiterbildung wur-de ebenfalls weitgehend eingestellt.

    Zwar will die CDU bis zum Jahr 2015 einen Beitragder erneuerbaren Energien in Hhe von 15 Prozent ander Stromerzeugung erreichen und UmweltministerDietzel setzt sich sehr fr die Biomassenutzung ein,doch ob dieses durchaus begrenswerte Ziel tatsch-lich erreichbar ist, muss bezweifelt werden.

    Fr die seit fnf Jahren existierende und von der Lan-desregierung hochgelobte Umweltallianz zwischenBehrden und Wirtschaft gibt es immer noch keine Bi-lanz ber Verbesserungen im Umweltschutz durch diefreiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft.

    In Sonntagsreden wird viel ber den mndigen Brgerund die Strkung seiner individuellen Freiheit gespro-chen, bei der Agro-Gentechnik will man ihm zuvielTransparenz aber nicht zumuten. Die Landesregierungsetzt sich dafr ein, den Zugang zum offiziellen Stand-ortregister zu versperren und bei gentechnischer Ver-schmutzung von Nachbarfeldern die Haftungsregelnaufzuweichen. Der Anbau gentechnisch vernderterPflanzen soll gefrdert und der Schutz gentechnikfreierLandwirtschaft aufgegeben werden das wre dasEnde der Wahlfreiheit fr Landwirte und Verbraucher.

    Obwohl der Markt fr Bioprodukte sich rapide vern-dert, der deutsche Naturkostmarkt im zweistelligen Pro-zentbereich wchst und auslndische Bioprodukte im-mer mehr Marktanteile gewinnen, erhalten HessensBio-Landwirte, die im letzten Jahr ihren Betrieb ver-grert haben, fr die neuen Flchen in diesem Jahr kei-ne ko-Frderung. Weiterhin sind auch Neuumstellerauf den Biolandbau vom Frderstopp der Landesregie-rung betroffen. Diese Politik der Landesregierung ist so-wohl umweltpolitisch als auch vor dem Hintergrund derstark wachsenden Biomrkte kontraproduktiv. Denn esist mittlerweile unstrittig, dass der ko-Landbau ange-wandter Umwelt-, Natur- und Ressourcenschutz ist unddamit an anderer Stelle Kosten vermeiden hilft. Fr denBiolandwirt entstehen jedoch Mehrkosten, die nichtber die hheren Biopreise ausgeglichen werden.

    Mein Fazit: Im Bereich Umwelt- und Naturschutz ist dieRegierungspolitik von Ministerprsident Roland Kochberwiegend rckschrittlich und seine diesbezglichenffentlichen uerungen zeichnen sich durch unge-rechtfertigte Polemisierung aus.

    Michael Rothkegel

    Michael Rothkegelist Geschftsfhrerdes BUND Hessen

    IMPRESSUMHerausgeber: BUND Hessen e.V.,Triftstrae 47, 60528 Frankfurt am Main,Tel. 069/67 73 76-0 Spendenkonto: Konto-Nr. 369853, Frankfurter Sparkasse,BLZ 500 502 01 Redaktion: Michael Rothkegel (mr)(Namentlich gekennzeichnete Beitrge geben nicht unbe-dingt die Meinung der Redaktion wieder.)Layout und Satz: Julia Beltz

  • er Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kas-sel hatte im Juni die Klage des Landesverbandes

    gegen den Bau der A 380 Werft im Bannwald abgelehnt(siehe Hessenseiten im BUNDmagazin 3-05). U.a. zhl-te fr die Kasseler Richter auch das Argument nicht,dass die Werft fr den A380 ohne Naturzerstrung aufdem bestehenden Flughafengelnde errichtet werdenkann.

    Der Landesverband hatte gegen diese EntscheidungBeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leip-zig eingereicht. Am 8. September 2005 hat das Bun-desverwaltungsgericht den Antrag auf Zulassung derRevision, der zu einem Baustopp der A380-Werft unddamit zum vorlufigen Schutz von 21 ha Bannwald ge-fhrt htte, zurckgewiesen.

    Das Bundesverwaltungsgericht lie sich nicht vondem Argument berzeugen, dass die mageblicheRechtsfrage, ob ein gemeldetes FFH-Gebiet bis zu sei-ner frmlichen Anerkennung als europisches Schutz-gebiet durch die Aufnahme in die so genannte Ge-meinschaftsliste der EU-Kommission einem absolutenVerschlechterungsverbot unterliegt, noch offen ist, weildiese Rechtsfrage derzeit vor dem Europischen Ge-richtshofshof (EuGH) verhandelt wird. Es ging dem Lan-desverband letztlich darum zu verhindern, dass mit derAbholzung des wertvollen Waldes Fakten geschaffenwerden, whrend am EuGH noch geklrt wird, welcherSchutz vor einer Inanspruchnahme einem solch wert-vollen Gebiet zukommt. Dies ist leider nicht gelungen.

    Das Leipziger Urteil ist eine bittere Enttuschung fralle Brgerinnen und Brger des Rhein-Main-Gebiets,besonders fr diejenigen, die sich mit 40.000 Einwen-dungen fr den Erhalt des Waldes eingesetzt haben.

    Bereits am 12. September begann die Rodung desWaldes. Demonstrationen der Ausbaugegner und eineBaumbesetzung von Robin-Wood-Aktivisten konntendie Fllung nicht verhindern.

    Der Landesbetrieb Hessen-Forst hatte den Auftragzur Rodung der 21 ha groen Bannwaldflche von derFraport AG erhalten. Der BUND Kreisverband Gro-Gerau reagierte emprt ber die Vermischung von Ge-schftsinteressen zwischen dem Landesbetrieb Hes-sen-Forst und der Fraport AG. Insbesondere kritisierteder Kreisverband, dass Hessen-Forst im Rahmen derPlanungen zum Flughafenausbau nicht nur keine An-strengungen unternommen hat, die unverantwortli-chen Waldzerstrungen zu vermeiden, sondern dessenBemhungen offensichtlich darauf gerichtet waren undsind, alles zu tun, um der Fraport AG die Durchsetzungihrer Planungen zu erleichtern und daraus einen Ge-schftsgewinn zu erzielen.

    mr

    FLUGHAFEN-AUSBAU

    2 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [4-05]

    r den Flughafenausbau muss der Landesentwick-lungsplan (LEP) gendert werden. Im LEP 2000 hat-

    te die Hessische Landesregierung versucht, den gigan-tischen Ausbau von oben herab zu verordnen. Daswurde gerichtlich untersagt. Die neue Fassung des LEP inhaltlich allerdings praktisch die alte kann nurRechtskraft erlangen, wenn die Brger in einem f-fentlichen Verfahren beteiligt werden. Im Wissen dar-um, dass die Menschen in der Rhein-Main-Regiondurch den Ausbau erhebliche Nachteile erfahren wer-den, wollte die Hessische Landesregierung deren Be-teiligung mglichst verhindern. Die erforderliche Be-kanntmachung wurde auf Amtsbltter beschrnkt, diekaum ein Brger kennt. Auf eine allgemein verstndli-che Darstellung und Begrndung der Planungszieleund deren Auswirkung wurde ganz verzichtet.

    Gegen diese Behinderung der Brgerrechte habender Landesverband und das Bndnis der Brgerinitia-tiven "Kein Flughafenausbau Fr ein Nachtflugver-bot von 22.00 6.00 Uhr" eine Beteiligung der Brgerin Form einer Unterschriftensammlung organisiert. Am26. September 2005 konnten Vertreter beider Organi-sationen dem Hessischen Wirtschaftsministerium denProtest von 20.000 Brgerinnen und Brgern gegen dieFestschreibung des Flughafenausbaus im "Landesent-wicklungsplan" kistenweise bergeben.

    Wirtschaftsminister Rhiel (CDU) ist sowohl fr denLEP als auch fr die Genehmigung der Ausbauplnezustndig. Die Hessische Landesregierung verfolgt alsHauptaktionr der Fraport AG hauptschlich die wirt-schaftlichen Interessen und stellt die Belange der Be-vlkerung fr eine Region, in der man nicht nur arbei-ten sondern auch gesund leben kann, hintan.

    In ihrer gemeinsamen Stellungnahme zum Entwurfder nderung des LEP stellen der Landesverband, dasBndnis der Brgerinitiativen und das Institut zur Ab-wehr von Gesundheitsgefahren durch Lrm (IAGL) fest:Durch den Bau der von Ministerprsident Roland Kochfrhzeitig ausgedeuteten Nordwestvariante der neuenLandebahn im Kelsterbacher Wald werden mehr Men-schen von Fluglrm betroffen sein als bei anderen Va-rianten. Trotz des versprochenen Nachtflugverbots wirddie Zahl der nachts gestrten Menschen durch den Aus-bau um 40 % steigen. Die Naturschutzfragen bleibenungelst.

    Fast vierhunderttausend Menschen (393.125) wrennach Meinung der Landesregierung durch den Betriebder geplanten NW-Variante im Rechtssinn tagsbervom Fluglrm betroffen. Das sind ber 5.000 mehr alsnach Realisierung der Sdvariante, ber 14.000 mehrals nach Realisierung der NE-Variante und fast 170.000mehr als ohne einen Flughafenausbau. Trotz des ver-

    BUND Rechtsstreit um A 380-WerftBaustopp-Ablehnung des Bundesverwaltungsgerichts 21 ha Bannwald gerodet

    LEP-nderungsverfahren20.000 Brger protestieren gegen die Festschreibung der Nordwestlandebahn im Landes-entwicklungsplanD F

  • FLUGHAFEN-AUSBAU

    [4-05] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 3

    Kein Flughafenausbau FrankfurtMensch und Natur brauchen Ihre Hilfe!Der BUND braucht Ihre Hilfe, um auch mit juristischen Mitteln den naturzerstrenden und menschenbelastendenFlughafenausbau zu verhindern.Wenn uns 1.000 Mitglieder mit einer zweckgebundenenSpende in Hhe von 50 untersttzen, dann haben wir damit eine solide Finanzbasis fr unsere Verbandsklage.Ab 50 Euro erfolgt eine gesonderte Spendenbescheinigung,darunter gilt der Einzahlungsbeleg als Nachweis fr das Finanzamt.

    Spendenkonto:BUND Hessen, Konto 369 853, Frankfurter Sparkasse,BLZ 500 502 01, Stichwort Flughafenausbau

    Verfahren zum Groausbau127.000 Einwendungen von Brgern,Kommunen und VerbndenErrterungstermin in Offenbach hat begonnen

    sprochenen Nachtflugverbots von 23.00--5.00 Uhr wirddie Zahl der nachts gestrten Menschen um 40 % vonheute 208.129 auf dann 292.022 steigen.

    Der Umgang der Landesregierung mit der drohen-den Vernichtung des FFH-Gebietes Kelsterbacher Waldist nicht nachvollziehbar. Ohne jeden Beleg unterstelltsie, dass die Eichen im Kelsterbacher Wald im Unter-schied zu den benachbarten Waldflchen auch ohnedie neue Landebahn absterben und der bundesweitgrte Hirschkferbestand dort verschwinden werde.Im zweiten groen Naturschutzkonflikt, der Zerstrungdes prioritren FFH-Lebensraumes Artenreiche Borst-grasrasen, bestreitet der Wirtschaftsminister einfachdessen Existenz, bezichtigt das Bundesamt fr Natur-schutz der Uminterpretation der FFH-Richtlinie und bersieht dabei, dass das gescholtene Bundesamtlediglich mehrfache Klarstellungen der EU-Kommissi-on selbst bernommen hat.

    Daten und Fakten im Entwurf der nderung desLandesentwicklungsplans belegen, dass der Ausbau desFlughafens im dichtbesiedelten Rhein-Main-Gebietnicht verantwortbar ist.

    Thomas NorgallNaturschutzreferent des Landesverbandes

    hrend des ab 12. September 2005 bis voraus-sichtlich Ende Februar 2006 stattfindenden Err-

    terungstermins zum Ausbau des Frankfurter Flugha-fens sind 127.000 Einwendungen aus der ffentlich-keitsbeteiligung zu diskutieren.

    Bereits zu Beginn der Errterung hat die Anwltindes Landesverbandes, Ursula Philipp-Gerlach schwer-wiegende Verfahrensfehler gergt und, leider erfolglos,die Aussetzung der Verhandlung beantragt. Konkretbemngelte der Landesverband, dass abweichend vonallen anderen Planfeststellungsverfahren keine Stel-lungnahmen der Vorhabenstrgerin Fraport AG zu den

    Einwendungen des BUND vorliegen. Ohne Kenntnisder Fraport-Positionen zu den Einwendungen ist dievom Gesetz gewollte Errterung jedoch nicht mglich.

    Die BUND-Anwltin bemngelte weiterhin, dass dieTagesordnung des Regierungsprsidiums einseitig zu-gunsten der Fraport AG festgelegt worden ist. Die of-fensichtlichen und seit Jahren diskutierten negativenAuswirkungen des Ausbaus auf die Gemeinwohlaspektewurden nicht in die Tagesordnung aufgenommen. Hier-zu zhlen z. B. die Abwanderung von lrmempfindli-chen Betrieben und die gesellschaftlichen und volks-wirtschaftlichen Kosten aus der Zunahme von Lr-merkrankungen und Schlafstrungen durch den ge-planten extrem starken Nachtflug in der Zeit von 22.00bis 23.00 Uhr und von 5.00 bis 6.00 Uhr.

    Auf mehrfache Nachfragen der Einwender erlutertedie Fraport AG vllig berraschend, dass die neue Bahntechnisch sowohl vom Riesen-Jumbo A 380 als auchvom bekannten Jumbo-Jet B747 zur Landung genutztwerden kann. Auch die beiden geplanten Brcken berAutobahn A5 und ICE-Strecke zwischen neuer Lande-bahn und bestehendem Flughafen sollen von denGroflugzeugen genutzt werden knnen. Weder in denAntragsunterlagen noch bei den Lrmberechnungenwar dieser Umstand bercksichtigt worden

    Die Fraport AG rechtfertigte diesen Mangel damit,dass die neue Bahn nur auerhalb des Regelbetriebesvon den beiden Groflugzeugen genutzt werden soll.Dieser Regelbetrieb solle aber nicht durch rechtliche Be-schrnkungen fixiert, sondern ausschlielich durch dieFlughafen-interne Betriebssteuerung gesichert werden.

    Diese rechtlich unverbindliche Ankndigung ist frdie Einwender nicht akzeptabel. Der Landesverbandbewertet den Vorgang als klaren Tuschungsversuchseitens der Fraport AG.

    Anfang Oktober stellte das Bro fr Geoinformation,Umweltleitplanung, Neue Medien eine im Auftrag derZukunft Rhein Main erstellte Echtzeit-Simulation derLuftverkehrskapazitt fr die Start- und Landebahnenvor. Mit dieser Studie ist es weltweit erstmals gelungen,das zentrale Sachverstndigengutachten zur Begrn-dung eines Flughafen-Ausbaus nachzurechnen.

    Die Studie zeigte eindrucksvoll, dass die Kapazittdes Flughafens mit der neuen Landebahn 900.000 Flug-bewegungen im Jahr betrgt (+ 27 %) und die von derFraport behaupteten mglichen 657.000 Bewegungenbis zum Jahr 2015 nur einen Bruchteil der Leistungs-fhigkeit abbilden. Nachgewiesen werden konnte zu-dem, dass auch ohne den Bau der neuen Landebahn560.000 Flugbewegungen im Jahr und damit 70.000(14 %) Flugbewegungen mehr stattfinden knnen, alsvon der Fraport behauptet.

    Aus Sicht des BUND msste der Errterungsterminabgebrochen werden, da die Fakten der Studie zeigen,dass die Diskussion ber die Umweltbelastungen aufeiner falschen Grundlage gefhrt worden sind.

    Brigitte Martin, Vorstandssprecherin

    W

  • ie Fulda ist ein urhessischer und zugleich relativnaturnaher Fluss. Sie entspringt auf der Wasser-

    kuppe, dem hchsten Berg unseres Bundeslandes, siegibt der Stadt Fulda ihren Namen, sie fliet durch BadHersfeld, Rotenburg und Kassel und mndet bei Han-noversch Mnden, an der Grenze zu Niedersachsen, indie Werra, die dafr bekanntlich ihren Namen einbtund zur Weser wird.

    Zwischen der Stadt Fulda und Bad Hersfeld fliet un-ser Fluss, von bewaldeten Bergen eingerahmt, gemch-lich durch eine breite Wiesenaue. Hier, in dieser lnd-lichen Gegend, scheint die Welt noch in Ordnung zusein. Die Fulda mandriert, vollfhrt Schleifen und B-gen, das Hochwasser kann sich in der Aue noch unge-hindert ausbreiten und an den Wasser gefllten Flut-mulden, der Hinterlassenschaft der Frhjahrshoch-wsser, finden die hungrigen Zugvgel auf ihrem Rck-flug reichlich Nahrung.

    LANDSCHAFTS-SCHUTZ

    4 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [4-05]

    bnke, Flach- und Steilufer notwendige Requisitenfr Eisvogel & Co. blieben dadurch auf der Strecke.Auch die anspruchsvollerenArten unter den Fischenwie sche und Barbe haben es schwer. Ganz zu schwei-gen von Bibern und Fischottern, die bei uns inzwischenausgerottet wurden.

    Flussdynamik schafft Lebensrume Wenn man der Fulda Raum gibt, dann ist sie jedochgleich wieder quicklebendig, dann zeigt sie, was in ihrsteckt, zum Beispiel bei Bebra, wo sie bei einem Hoch-wasser (1985) an drei Stellen den Damm zu einem be-nachbarten Kiessee, dem Forbachsee, durchbrochenhat. Hier ist ein Naturparadies entstanden, um dessenErhalt die Naturschtzer lange kmpfen mussten. DasWasser- und Schifffahrtsamt wollte die von selbst ent-standene Flussnatur die Hlfte des Fuldawassersstrmt inzwischen ganzjhrig durch den Kiessee wie-der in ein Steinkorsett zwngen, obwohl auf der Fuldaseit 150 Jahren auer Paddelbooten keine Schiffe mehrverkehren.

    Flusslandschaft

    Lebendige FuldaD

    Uferverbau an der Fulda

    Fuldamander

    Mander ohne DynamikDoch wer genauer hinschaut sieht, dass auch an derFulda nicht alles Gold ist, was glnzt. Die Mander undFlussschleifen, die von Natur aus stndig ihre Lage ver-ndern, sind seit langem fixiert. Schon zu Zeiten vonLandgraf Moritz (um 1600) hat man damit begonnen,der Flussdynamik Einhalt zu gebieten. Mit schwerenWasserbausteinen hat man die Ufer Zug um Zug befes-tigt und der Fulda so die Bewegungsfreiheit genom-men. Die aus der Vogelschau so naturnah erscheinen-den Mander sind eingefroren, was u.a. zur Folge hat,dass sich keine Altarme mehr bilden knnen.

    Hinzu kommt, dass man den Fluss auf weite Streckenin ein Standard-Trapezprofil gezwngt hat, das nur nochdie Hlfte der ursprnglichen Flussbreite aufweist. Kies-

    In der Natur sind dieMander eines Flussesstndig in Bewegung.Flussschlingen bauschensich auf, maximal bis zurForm eines Omega.Gleichzeitig arbeitet dasWasser daran, die Engstel-len der Schlingen zudurchbrechen. Auf dieseWeise entstehen Flussver-zweigungen und Altarme.Letztere verlanden mit derZeit, was nicht tragischist, denn die Flussdynamiksorgt fr die Entstehungneuer Altarme.

    Totarm

    Altarm-schlingen

    Schlingen-durchbruch

    Altarm-schlingen

    aktuellerHauptstrom

  • LANDSCHAFTS-SCHUTZ

    [4-05] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 5

    Der Forbachsee war fr die Natur- und Umweltscht-zer im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Fingerzeig, wieman der Fulda am einfachsten und auf natrliche Wei-se helfen kann, wieder lebendig zu werden. Die Grund-voraussetzungen fr einen dynamischen und arten-reichen Fluss sind da. Man braucht nur Hilfe zur Selbst-hilfe zu geben. Eine kleine Abgrabung an der richtigenStelle und schon beginnt der Fluss zu arbeiten. Uferab-brche entstehen, das Bett verbreitert sich, Kiesbnketauchen auf. Und pltzlich kann man auch wieder sel-ten gewordene Vgel und Fische beobachten. Ganz ne-benbei hilft jede auch noch so kleine Flussverbreite-rung, die Hochwassergefahr zu reduzieren.

    Die Lebendige FuldaBei Niederaula hat die Lebendige Fulda, ein Zusam-menschluss der Naturschutzverbnde, gleich mehr-fach den Selbstheilungsprozess der Fulda in Gang ge-setzt. An Stellen, die eine hohe Dynamik erwarten las-sen, werden kleine Uferabgrabungen gemacht, d.h. mitdem Bagger Steilufer und Kolke angelegt. Den Rest be-sorgt die Fulda dann von selbst. Das ganze Repertoiredes lebendigen Flusses wurde so wieder in Gang ge-setzt. Die Fisch- und Vogelwelt hat es den Naturscht-zer inzwischen gedankt. Flussregenpfeifer, Wasseram-sel, Eisvogel und Flussuferlufer haben die Renaturie-rungen angenommen. In den Kolken und Flachwas-serstellen tummelt sich die Fischbrut und vielleichtknnen wir bald auch wieder den Biber begren.

    Die Flussrenaturierungen der Lebendigen Fulda,in der der BUND eine tragende Rolle spielt, sind, weilmit Kpfchen plus Engagement gemacht, um das Zehn-fache preisgnstiger als die Millionen fressenden Re-naturierungen vieler Gemeinden, bei denen Gelder vonErsatzmanahmen fr Umwelteingriffe verbraucht wer-den. Fairer Weise muss man sagen, dass die Lebendi-ge Fulda auf ein Grundstcksmanagement zurck-greifen kann, das die Naturlandstiftung Hersfeld-Ro-tenburg an der Fulda seit Jahren mit Hilfe von Aus-gleichsgeldern betreibt. Denn ohne Grundeigentumkann man dem Fluss keinen Raum geben. Mehr zur Ar-beit der Lebendigen Fulda in der nchsten Nummerdes BUND-Magazins, in der wir auch ber die Leben-dige Werra berichten werden.

    Reiner Cornelius

    Bergbau

    Von Salzquellen,Salzbergen und einem geschundenen Fluss

    or 200 Millionen Jahren war das heutige hessisch-thringische Grenzgebiet an der Werra bis hin nach

    Neuhof bei Fulda von flachen Meerlagunen bedeckt.Das Klima war hei und die Sonne brannte erbar-mungslos. Es herrschten Bedingungen hnlich denenam Toten Meer. Salz kristallisierte aus und setzte sichin groen Mengen am Boden der Flachwasserseen ab,neben Steinsalz (Natriumchlorid), das wir in der Kcheverwenden, auch Kalisalz, ein begehrtes Dngemittel.Die Lagunen trockneten aus und im Laufe der Jahr-millionen wurden die Salzablagerungen von mchti-gen Gesteinschichten berdeckt.

    Zu Beginn des 20. Jh. begann man bei Heringen,Vacha und Neuhof die in 400 bis 100 Meter Tiefe la-gernden Kalischichten auszubeuten. Die lndliche Re-gion am Nordrand der Rhn sowie die Gegend um Neu-hof entwickelten sich zu Bergbaurevieren. Der Kaliab-bau brachte Arbeit, aber auch Umweltprobleme. Mitjeder Tonne Kalisalz frdert man an der Werra zurzeit30 Tonnen Abraum, wovon ein groer Teil aus Steinsalzbesteht. Wohin mit dem anfallenden Salz? Lange Zeitwurde der berwiegende Teil des Steinsalzes als Laugein die Werra geleitet, mit dem Erfolg, dass das Wasserder Werra Nordseequalitt erreichte. Und da das Salzim Gegensatz zu kommunalen Abwssern vom Flussnicht abgebaut werden kann, wird die gesamte Salz-fracht nahezu unverndert, an Hameln, Minden undBremen vorbei, bis in die Nordsee transportiert. In denDDR-Kaliwerken Thringens war dies die bevorzugteEntsorgung. Aber auch in Hessen machte man von die-ser Mglichkeit krftig Gebrauch.

    Reiner Corneliusist Beauftragterdes BUND Hessenfr Fulda undWerraEmail: [email protected] 06625/91 93 44

    V

    brigens: Die Lebendige Fulda exportiert gerne ihrKnow-How. Wer sich ber die Manahmen, die einenBeitrag zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtli-nie (WRRL) darstellen, nher informieren mchte,kann bei Reiner Cornelius gegen Einsendung vonBriefmarken im Werte von 5 Euro eine 37 Seiten star-ke, mit vielen farbigen Abbildungen ausgestatteteBroschre bestellen. Zudem bieten wir Fhrungen zuden Renaturierungspltzen an, die nicht nur auf dieArbeiten am Flussufer beschrnkt sind, sondern auchdie Anlage von Flutmulden und Auenwald umfassen.

    Salzseeam Haldenfu

  • 6 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [4-05]

    LANDSCHAFTS-SCHUTZ

    Mit der Wiedervereinigung wurde die Einleitung derSalzlauge vom Regierungsprsidium Kassel auf einenWert von 2500 mg/l Chlorid begrenzt. Hher darf derSalzgehalt in der Werra unterhalb von Heringen nichtsteigen. 2500 mg/l, das ist immer noch recht viel. ZumVergleich: ein unbelastetes Fliegewsser sollte nichtmehr als 200 mg/l enthalten. Die Einhaltung des Grenz-wertes ermglichte jedoch wieder ein gewisses Lebenim Fluss. Wie entsorgt die Kaliindustrie nun derzeitihren Abraum?

    Groe Teile (ca.60 %) werden auf Halde geschttet,es entstanden riesige Salzberge, die stndig weiterin die Landschaft wachsen. Ein nicht unbetrchtlicher Teil wird als Lauge in denUntergrund gepumpt (ca. 20%). Kleinere Teile werden in den gegrabenen Stollen ab-gelagert.Es werden immer noch betrchtliche Mengen (biszur Ausschpfung des Grenzwertes) in die Werra ab-geleitet (ca. 18%)

    Der BUND fordert die komplette Verwertung desKaliabraums:

    Das Steinsalz liee sich nach Reinigung als Kchen-salz verkaufen. Alle Kchen Europas lieen sich mit demWerra-Steinsalz versorgen.

    Aus dem Magnesiumsalzen knnte man Magnesi-um-Metall herstellen, das in der Autoindustrie bentigtwird.

    Die Kalisalz AG sieht in der technischen Realisierungder Abraumverwertung kein Problem. Der gesamte Ab-raum liee sich so vllig schadlos beseitigen. Warumman das nicht so macht? Ohne einen Salzpfennig, alsoeine Abgabe, sei die Vermarktung nicht wirtschaftlich.Der BUND wird hier nachhaken. Zudem wird er im Bei-rat auf Lsung der weiterhin bestehenden Probleme beider Laugeneinleitung in die Werra drngen. Jetzt, woder Fluss nicht mehr hochtoxisch versalzen ist und sicherstes, wenn auch bescheidenes Leben wieder regt,macht sich die katastrophale Belastung der Werra mitkommunalen Abwssern bemerkbar. 40% der thrin-gischen Werra-Gemeinden haben noch keine Klran-lage! Und die 1,2 Millionen Euro Abwasserabgabe, diedie Kalisalz-AG jhrlich an das Land Hessen zahlt, wer-den nicht zweckgebunden, d.h. zur Sanierung des hochbelasteten Flusses verwendet.

    Nach Ansicht des BUND sollten die Gelder der Kalisalz-Abwasserabgabe in eine Stiftung zur Sanierung der Wer-ra flieen, wobei das grundlegende Stiftungskapital vonder Kaliindustrie kommen sollte. Damit liee sich zueinem gewissen Grad Wiedergutmachung fr ein Jahr-hundert Umweltbelastung leisten, dessen Auswirkun-gen - die Grundwasserversalzung und ein geschunde-ner Fluss- noch unsere Ur-, Urenkel spren werden.

    Was das BUND-Projekt Lebendige Werra zur Sanie-rung des nach wie vor stark belasteten Flusses beitra-gen kann, darber berichtet die nchste Ausgabe desBUND-Magazins.

    Reiner Cornelius

    Mit der Umverteilung des Ab-raums hat man ein Problemreduziert, ohne es gnzlich zulsen. Neue Probleme tun sichauf. Besonders eklatant trittdies im Falle der Laugenver-pressung in den Untergrund zuTage und zwar im eigentlichenSinn des Wortes. Nicht nur imWerratal, auch an dem Fulda-seitenflu Solz, tritt die ver-presste Lauge in Form starkschttender Salzquellen wie-der an die Oberflche und ge-langt so in das Fliegewsser-system der Fulda. Ganz zuschweigen von den Beein-trchtigungen, die sich fr dasGrundwasser und die Heil-quellen Bad Hersfelds ergeben.

    Der BUND Hessen hat 2004 in seiner Stellungnahmezur EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) die Versalzungvon Solz und Fulda kritisiert und gefordert, dass dieLaugenverpressung Teil des Manahmekatalogs wird.Das Auftreten des BUND beim WRRL-Forum in Kasselund die entsprechende schriftliche Stellungnahme hat-ten Erfolg. Dieses Jahr wurde im Rahmen der WRRL einBeirat zum Problem Kaliabraum eingerichtet, in demReiner Cornelius und Jrg Althoff den BUND vertre-ten. Inzwischen hat der Beirat mehrmals getagt unddie Kalisalz AG hat verkndet, dass sie der Freihaltungdes Fuldasystems von Salzabwssern hohe Priorittbeimisst, was sehr zu begren ist, womit aber nur einTeilaspekt thematisiert wird.

    Kalihalde bei Heringen/Werra

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  • [4-05] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 7

    MAGAZINIn der Zeit vom November 2005 bis einschlielich Januar 2006

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    Hessen ohne AutoHessen ist reich an wunderschnen Ausflugszielen. Ein dichtes Netz ausBahn und Bus, aus Radwegen, Wanderwegen sowie Wasserstraen bietetdie ideale Voraussetzung, um das Auto einmal stehen zu lassen und aufalternativen Wegen dieses waldreiche Bundesland zu entdecken. Soschont der Ausflug ohne Stau und Parkplatzsuche die eigenen Nervenund die Umwelt. Die einzelnen Ausflugsbeschreibungen verfhren denLeser zu Wanderungen im Frankfurter GrnGrtel und im Kellerwaldebenso wie zur Besichtigung rmischer Funde auf der Saalburg oder vonJoschka Fischers berhmten Turnschuhen im Offenbacher Ledermuseum.Kristiane Mller-Urban, Eberhard Urban: Hessen ohne AutoDie schnsten Ausflge fr Familien mit Kindern, fr Singles und Seniorenmit RMV und NVVSocietts-Verlag 2005, 224 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen 12,80 (D), 13,30 (A), sFr 23,50 (CH), ISBN 3-7973-0930-9Versand ber [email protected]

    Wandern und Radeln am Grnen BandReiner Cornelius: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie Der Natur- und Kulturfhrer des BUND beschreibt 24 Spa-ziergnge und Wanderungen sowie eine 5 Etappen umfas-sende Radtour, die zu den schnsten Orten der hessisch-thringischen Grenzregion und zu geschichtstrchtigenStellen der ehemaligen innerdeutschen Grenze leiten. 200

    Seiten, mit detaillierten Wegbeschreibungen, 47 Karten und vielen Tipps.Erhltlich fr 15,95 zzgl. Versandkosten bei der BUND-Landesgeschfts-stelle, Triftstrasse 47, 60528 Frankfurt a.M.,Fon 069 -- 6 77 37 60, mail [email protected] und viele weitere Angebote fr BUNDmitglieder unter www.eco-club.org

    Zum Schutz des Weltklimas undzur Vermeidung unabsehbarerAtomgefahren ist die Energie-wende dringender denn je. Viel-fltige Mglichkeiten stehen hier-zu bereit durch Steigerung der En-ergieeffizienz und durch verstrk-te Nutzung erneuerbarer Energi-en. Kommunen und Landkreisenkommt hierbei eine besondereRolle zu. Etwa 5% des gesamtemEnergieverbrauchs in einer Kom-mune wird in kommunalen Ge-buden verbraucht. Kommunenund Landkreise sind Grover-braucher und knnen daher auchim groen Stil Energie einsparen.Sie mssen hier eine Vorbildfunk-tion ausben und knnen dar-ber hinaus ber planerische Vor-gaben und gezielte Beratung vonHaushalten und Betrieben Im-pulse geben, damit auch dort dieEnergieeffizienz gesteigert wird.

    Der Arbeitskreis Energie des Lan-desverbandes hat nach zwei Jah-ren seine Auswahl vorbildlicherEnergieprojekte in hessischenKommunen und Landkreisenberarbeitet und aktualisiert. Er-freulicher Weise konnte die Zahlder insgesamt erwhnten vorbild-lichen Energieprojekte von 33 auf44 erhht werden.

    Ziel der Zusammenstellung ist,dass in Kommunen und Landkrei-sen errtert wird, welche nochweiter gehenden Manahmendurchgefhrt werden knnen. DieBeispiele zeigen, was anderswoschon geht:. Warum dann nichtauch in der eigenen Kommune?Der Arbeitskreis Energie hofft da-her, dass die ZusammenstellungAnreiz fr energiepolitische De-batten und Entscheidungen vorOrt liefert!

    mr

    AK EnergieVorbildliche Energie-projekte von Kreisenund Kommunen inHessen2. Auflage der Loseblatt-sammlung fertig gestellt

    Informationenzum AK Energie(Arbeitsthemen,AK-Treffen):www.bund-hes-sen.de, dann weiter anklickenber uns undDie Arbeitskreise

    Die neuen Eco-Club-Angebote

  • 8 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [4-05]

    Ponywandernim Kellerwald

    Triftstr. 47 60528 Frankfurt

    Tel: 069/67 73 76 30 Fax: 069/67 73 76 20

    www.bundjugendhessen.de

    e-mail: [email protected]

    NaturTageBuch Jury gesucht

    r die Bewertung der dies-jhrigen NaturTageBcher

    suchen wir noch Leute. Wer kannmitmachen? Alle BUND-Mitglie-der, die nicht am Wettbewerb teil-genommen haben. Was msst Ihrtun? Einen Samstag im Dezemberwerden wir in Frankfurt in der Ge-schftsstelle die NaturTageBcherin Augenschein nehmen. Da gibtes wunderschne Einflle zu be-staunen und meist einiges zuSchmunzeln ber die Geschichtenund Bilder, mit denen die Kinderber ihre Erlebnisse berichten.Schwierig wird es dann, die preis-wrdigen NaturTageBcher zu be-stimmen, denn eigentlich sindalle schn ...

    NaturTageBuch Praktikantingesucht

    ir suchen zum frhest

    mglichen Zeitpunkt eine/n Praktikant/infr die Vorbereitung der Preisverleihung. Zu den Aufgaben gehren die Aus-wertung der Tagebcher, die Einladung der Preistrger/innen,die Vorbereitung des Programmsund die Pressearbeit. Eine Auf-wandsentschdigung kann ge-zahlt werden. Die Preisverleihungwird Anfang/Mitte Februar 2006stattfinden.

    Das neue Veranstaltungspro-gramm der BUNDjugend fr2006 erscheint etwa Mitte De-zember und kann ab sofort kos-tenlos bestellt werden. Es enthltFreizeiten und Wochenendenzum Naturerleben fr Kinder undJugendliche, Fortbildungen, Semi-nare und Aktionstage, an denenalle Aktiven mitmachen knnen.Die Terminbersicht findet Ihr inder nchsten Ausgabe des BUND-magazins.

    nter dem Motto Hobbitsund Elben auf der Spur

    wanderten 12 Kinder zwischen 9und 12 Jahren Ende August vierTage lang durch den Kellerwald.Das Besondere daran: jeweils zweiKinder teilten sich ein Pony, dassie in den vier Tagen betreutenund abwechselnd fhrten bzw. rit-ten. Untergebracht war die Grup-pe in Zelten. Auf den Tagesausfl-gen lernten die Kinder fast ne-benbei den richtigen Umgang mitden Tieren und die Grundzgedes Reitens. Auerdem erfuhrensie einiges ber Mrchen und Sa-gen aus der Region. Auch natur-kundliche Kenntnisse wurden ver-mittelt, Baumarten bestimmt undviel ber die Geologie der Gegenderzhlt. Bei Kloster Haina wurdeder Stamfordsche Garten erkun-det und Mittagsrast an einem Aus-sichtspunkt auf der Steilklippeeingelegt. Die Ponys lieen sichderweil auf der Weide frischesGras munden. Nach der Rckkehrins Zeltlager konnten die KinderBogen aus Haselruten bauen underproben. Nicht fehlen durftenein Lagerfeuer und ein abendli-cher Ausflug zu groen Hutebu-chen. Die abschlieende Lichter-wanderung lie einmal mehr denZauber des Waldes lebendig wer-den. Am letzten Tag durften dieTeams mit ihrem Pony ihre Ge-schicklichkeit bei einer Rallye un-ter Beweis stellen. Zur Belohnungwinkte ein Zwergenschatz.

    Auch im nchsten Jahr soll dasAngebot fortgesetzt werden.

    Jugendleiter-Schulung neue Runde beginnt

    Teil I: 18. bis 20. November 2005 auf dem Wirberg bei Grnberg Themen: die Lebenswelt von Kin-dern und Jugendlichen, Entwick-lungsprozesse im Kindes- und Ju-gendalter, das Arbeiten in und mitGruppen und das eigene Selbstver-stndnis als GruppenleiterIn.Teilnahmegebhr Wochenendsemi-nar: 30 , ermigt 23 (fr BUND-jugend-Mitglieder und Inhaber desko-Fhrerscheins).

    Teil II : voraussichtlich an einemWochenende im Februar 2006

    Teil III: eintgiges Seminar vor-aussichtlich im Juni 2006, also nochvor den Sommerferien

    Die Jugendleiter-Schulung richtetsich an Jugendliche ab 16 Jahren,aber auch an Erwachsene ohnepdagogische Ausbildung, die eh-renamtlich in der Kinder- und Ju-gendarbeit ttig sind. Die Ausbil-dung umfasst mindestens 40 Zeit-stunden und soll die Teilnehmer/innen fr die Arbeit mit Gruppenqualifizieren. Voraussetzung frdie Teilnahme ist die Bereitschaftzur Selbstreflexion. Als Nachweisfr die absolvierte Jugendleiter-Schulung kann man die Jugend-leiterCard (JuleiCa) beantragen.Sie weist den Inhaber einerseitsals qualifizierten Gruppenleiteraus und ermglicht andererseitsverschiedene Vergnstigungen(z.B. ermigte Eintritte oder Se-minargebhren).

    NaturTageBuch noch nicht abgeschickt?

    er diesjhrige Wettbewerb istzuende gegangen, bis zum

    31. Oktober konnten die NaturTa-geBcher an die BUNDjugendHessen eingesandt werden. Oderschlummert da noch eines in ei-ner Zimmerecke oder auf demSchreibtisch?Dann aber schnell ab die Post,Manfred Mistkfer wird sicher einAuge zudrcken!

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