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Familien entlasten mit Kirchen-Kitas

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  • Nr 10 / Dezember 2012Zeitschrift fr die Mitarbeitenden der Zrcher Landeskirche

    Seite 12

    O du frhliche, o du stressige...Wie kirchliche Mitarbeitende die Weihnachtszeit erleben

    ...zur Krippe her kommetFamilien entlasten mit Kirchen-Kitas. Neue Wege in der Diakonie.

    Seite 11

    Ferien mit der LandeskircheDie Bilanz nach zwei Wochen Griechenland mit kirchlichem Mehrwert

    notabene

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    Liebe Leserin, lieber Leser

    Es gibt Menschen, die kriegen von Weihnachten nicht genug. In meiner nchsten Verwandtschaft sind diese Menschen berproportional gut vertre-ten. Und so kommt es, dass der Geburts-tag Jesu in meinen Kreisen auch dieses Jahr mhelos zur Festivalwoche mit di-versen Austragungsorten und allen mg-lichen Festdisziplinen wird.

    Ich muss zugeben: Trotz jahrelangem Training gelingt es mir nicht immer, die Festfreude ber die ganze Strecke auf dem geforderten Niveau zu halten. Man

    verzeiht mir das grossherzig es ist ja Weihnachten und holt dann gleich wie-der Luft fr das nchste O du Frhliche.

    Ich weiss, das ist ein Klacks verglichen mit den Aufgaben und Auflagen in Sa-chen Weihnachtsfeiern, die auf Sie, liebe Leserin, lieber Leser zukommen. Als Mitarbeitende und Mitengagierte der Kirche sind Sie allein schon dienstlich mit der Organisation und Durchfh-rung diverser Feierlichkeiten vom Ad-ventssingen ber das Krippenspiel bis zur Altersweihnacht und zum Christ-nachtfest betraut. Wie diese Aufgaben whrend des Festmarathons konkret aussehen, davon erzhlen in diesem no-tabene einige Vertreter der verschiede-nen kirchlichen Berufsgruppen (siehe

    Seite 12). Der Sigrist in Uster beispiels-weise, Peter Sigel, schleppt den sieben Meter hohen Christbaum dieser Tage in die Kirche und dekoriert und beleuchtet ihn mit der Hebebhne mehrere Male bis zum effektiven Weihnachtstag am 25. Dezember. Und das ist nur eine von vielen harzigen und brenzligen Aufga-ben, die er in dieser Zeit als Hausdienst-leiter zu erfllen hat.

    Weihnachten eine strenge Zeit, die einem viel abverlangt, das sagen die meisten. So viel, dass fr persnliche

    Besinnung manchmal kaum noch Zeit und Energie bleibt. Bei aller Mehrbelastung betonen aber alle befragten Kir-chen- und Weihnachts-profis: Weihnachten lebt

    jedes Jahr aufs Neue von kleinen, begl-ckenden Begegnungen, von der Wrme der Mitmenschen und der Frohen Bot-schaft, die uns die Geburt Jesu verheisst. Es ist ein Fest der Freude. Und davon ich sehe es ein kann man eigentlich nicht genug bekommen.

    Frohe Weihnachten!

    Christian Schenk Redaktor notabene

    Doppelnummer

    Mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns

    fr dieses Jahr. Das nchste notabene

    finden Sie im Februar in Ihrem Briefkasten.

    Aktuell

    Nachrichten3 7

    Kolumne Wers glaubt5

    ko-Tipp4

    Schwerpunkte

    Kirchen-Kitas: Fr Kinder und Familien da sein

    8 10

    Die Kirche macht Ferien eine Bilanz

    11

    O du Frhliche? Wie Kirchenmitarbeitende die

    Weihnachtszeit erleben12 14

    Rubriken

    Themen und Termine15 18

    Stellenmarkt17

    kreuz & quer: Basar fr Belesene in

    Zrich Fluntern18

    Cartoon / Impressum20

    Editorial / Inhaltsverzeichnis

    Sind Sie t genug fr den O-du-Frhliche-Marathon?

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    Margot Kssmann in der Kirchensynode / Eine Sprache finden, die die Menschen erreicht

    pulse zu verleihen. Mit Blick auf die Er-eignisse vor 500 Jahren, die der Aufbruch eines enorm breiten Denkens gewesen seien, will Kssmann Reformation als ein Gesamtgeschehen wahrnehmen. Lu-ther soll nicht zur Heiligenfigur stilisiert, sondern auch kritisch befragt werden. Das Jubilum drfe nicht dazu benutzt werden, sich von anderen Kirchen, Reli-gionsgemeinschaften und religisen Be-wegungen abzugrenzen. Es sei vielmehr in einer Umkehrbewegung zu fragen, welchen Beitrag die Evangelischen in ei-ner globalisieren Welt leisten knnen. Wichtig ist Kssmann die Selbstver-stndlichkeit von Frauen in allen Lei-tungsmtern der protestantischen Kir-chen, und zwar nicht aus Zugestndnis

    kom. Margot Kssmann, Botschafte-rin fr das Reformationsjubilum 2017 der Evangelischen Kirche in Deutsch-land, hat am 27. November die Kirchen-synode besucht und ihre Vorstellungen zum 500-Jahr-Jubilum der Reforma-tion Martin Luthers dargelegt.

    Luther war ein Sprachgenie. Es wird heute wie damals darum gehen, eine Sprache zu finden, welche die Menschen erreicht. Margot Kssmann, bis 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kir-che in Deutschland, ist berzeugt, dass dass die Feiern zu den Reformationsju-bilen, sei es 2017 in Deutschland oder 2019 in der Schweiz, eine herausragende Gelegenheit sind, ffentlichkeit herzu-stellen und kirchlichem Leben neue Im-

    an den Zeitgeist, sondern aus theologi-scher berzeugung. Wer aus der Taufe gekrochen ist, der ist Priester, Bischof, Papst, zitierte die ehemalige Landesbi-schfin von Hannover Martin Luther. Dieses Bekenntnis sei eine theologische und gesellschaftliche Revolution gewe-sen.

    Es gehe auch darum, wieder Lust auf die Bibel zu wecken und zu zeigen, dass es den Protestanten gelinge, Vernunft und Glauben zusammenzubringen. Lu-ther habe um seinen Glauben gerungen und einen gebildeten Glauben gefordert. Auch das erachtet Margot Kssmann als wichtiges Exportgut des Protestan-tismus. Schliesslich erwhnte Kssmann das Einstehen der Kirchen der Reforma-tion fr Verfassung und Menschen-rechte, Demokratie und Religionsfrei-heit. Die Kirche hat dort Widerstand zu leisten, wo Menschenrechte mit F-ssen getreten werden.Begleitet wurde Margot Kssmann von Gottfried Locher, Ratsprsident des Schweizerischen Evangelischen Kir-chenbundes. Locher betonte, dass die Kirchen um Glaubwrdigkeit kmpfen mssten und sich eigentlich wieder in ei-ner Zeit der Reformation befnden. Man msse sich fragen, was Reforma-tion heute bedeute und wie ein Jubilum gefeiert werden kann, das Mut macht, evangelisch zu sein.

    Passend zum offiziellen Motto des Luther-Jubilums Am Anfang war das Wort, berreichte Kirchenratsprsi-dent Michel Mller der Luther-Bot-schafterin zum Dank eine neue und reise taugliche Zrcher Bibel.

    Neues Synodeprsidium / Zwei Mnner und eine Frau auf dem Bock

    kom. Ohne Gegenstimme whlte die Kirchensynode Kurt Stheli, Marthalen, zum neuen Synodeprsidenten. Stheli, seit einem Jahr bereits Vizeprsident der Kirchensynode und Prsident der Libe-ralen Fraktion, tritt die Nachfolge des

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    fand

    er

    auf Ende Jahr zurcktretenden Peter Wrmli an. Kurt Stheli, 65, war lange Jahre Gemeindeschreiber in Marthalen, Statthalter des Bezirks Andelfingen und Mitglied des Verfassungsrates. Auf-grund der Wahl ins Synodeprsidium

    gibt Stheli das Prsidium der Liberalen Fraktion an Thomas Maurer, Knonau, ab. Zum neuen ersten Vizeprsidenten whlte die Kirchensynode Martin Fi-scher, Hinwil, zur zweiten neuen Vize-prsidentin Marianne Meier, Meilen.

    Die Botschafterin fr das Luther-Jubilum, Margot Kssmann, und SEK-Ratsprsident Gottfried Locher waren zu Gast in Zrich.

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    Advent, Advent ein Lichtlein brennt

    Weihnachten ist das Fest der Lich-ter und der Wrme. Whrend es draussen klter und dunkler wird, werden drinnen die warmen Stu-ben geschmckt, und jeden Sonn-tag brennt auf dem Adventskranz ein Lichtlein mehr. Die Kerzen wr-men unsere Herzen, schenken uns Hoffnung und lassen die Vorfreude aufs Lichterfest wachsen. Eine Kerze gibt auch physikalisch Wrme ab: mit 50 bis 100 Watt etwa gleich viel wie eine herkmm-liche Glhbirne. In alten Kirchen war der Opferkerzentisch bis vor wenigen Jahrzehnten die einzige Wrmequelle. In vielen Kirchen in Italien, Frankreich und Deutsch-land ist das heute noch so. Die Ge-bude werden nicht geheizt. Die Kirchgnger wissen das und zie-hen sich entsprechend an. Kir-chenaustritte wegen ungeheizter Kirchen gibt es dort kaum. Wie wir mehr Wrme in unsere geheizten Kirchen bringen knnen, zeigt der Film 1 Grad wrmer einer Konf-Klasse von Illnau-Effretikon es ist ein Film gegen die Klte in unserer Gesellschaft (www.youtube.com).

    Kurt Aufdereggen

    Martin Peier /

    Gemeinden fusionieren

    Zrcher Stadtmission / Seit 150 Jahren fr Menschen am Rande

    kom. Seit 1862 setzt sich die Zrcher Stadtmission in der Stadt Zrich fr Menschen in Not ein. Ende 2002 und Anfang 2003 feiert sie mit verschiedenen Anlssen und einer Medienkampagne ihr 150-Jahr-Jubilum. Gegrndet von der Evangelischen Gesellschaft, ist die Stadtmission seit Beginn und bis heute Anlaufs- und Auffangsstelle fr sozial

    Benachteiligte und von der Gesellschaft Ausgegrenzte fr Einsame, psychisch Kranke, Obdachlose, Sexarbeiterinnen. Heute betreibt die Stadtmission ver-schiedene Arbeitszweige: Das Caf Yucca ist Treffpunkt fr Benachteiligte und fungiert als koordinierte Passanten-hilfe. Die Isla Victoria ist Beratungs-stelle fr Frauen im Sexgewerbe. Und

    die Gastrohilfe steht Menschen im Gast-gewerbe im Konfliktfall zur Seite.

    Alle Infos und ein sehens- und hrens-

    werter TV-Spot auf: www.stadtmission.ch

    Martin Breitenfeldt /

    Reformation feiern

    kom. Die Zrcher Landeskirche wird 2019 das 500-jh-rige Jubilum der Reformation von Huldrych Zwingli begehen. Um das Jubilum vorzube-reiten und die nati-

    onale und internationale Koordination sicherzustellen, hat der Kirchenrat Mar-tin Breitenfeldt zum Beauftragten fr das Reformationsjubilum ernannt. Pfarrer Martin Breitenfeldt, 55, war von 2008 bis 2011 Direktor von mis