Raus aus M¼nchen 01/2016

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    25-Jul-2016
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Raus aus München 01/2016 ist eine Anzeigen-Sonderveröffentlichung der InMagazin Verlags GmbH.

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  • RAUS AUSMNCHEN

    REISEN KULINARIK WELLNESS OUTDOOR

    SONDERVERFFENTLICHUNG

  • Was hat Biogemse in der Reiserubrikverloren? Berechtigte Frage! Wir sindja auch nur ab und an so bergriffig,die gesamte kothematik lsst sichhalt nun mal nicht ganz aus unsererFreizeit rausdividieren: Restaurants,Hotels, Bergstationen. berall wird ge-gessen, gewohnt, gelebt, werden Res-sourcen verbraucht, die Umwelt ge-strt. Wir konsumieren und zerstrenin unserer Freizeit mehr als im berufli-chen Alltag. Mehr an Energie, mehr anLebensmittel und deutlich mehr derohnehin bereits angegriffenen Rck-zugsterritorien von Flora und Fauna.

    Inwieweit knnen uns Bio und Co wirk-lich aus der Misere helfen? Bio als ganz-heitlicher Lsungsansatz fr gesundesmenschliches Leben in Koexistenz miteiner auch fr die Folgegenerationennoch lebendigen, lebbaren und aucherlebbaren Umwelt ist selbstverstnd-lich unbestritten. Bio ist allerdings auchdie wirtschaftliche Wollmichsau, die in-zwischen einen recht wohlgenhrtenMilliardenmarkt sugt (2014 knappacht Milliarden Euro in Deutschland nurLebensmittel ohne Auerhausverzehr).Ein Grund, warum wir uns heute auchmal verstrkt den Themen Zuverlssig-keit und Vertrauen widmen. Eins je-denfalls mal vorneweg: Bios stammtaus dem Griechischen und heit Leben.

    Chiemgau: ber zwei Meter hochstehen sie die zartgrnen Pflanzen mitden so verrterisch zackig- fransigenschmalen Blattsternen und ein seltsamfremdes wrziges Aroma dnstet eraus, der raschelnde Stangenwald. Solltedas etwa Cannabis sein, mitten im be-schaulichen biederen Chiemgau? DieseHanfpflanzen liefern jedoch vorrangigl. Wertvolles Biospeisel, besondersreich an essentiellen ungesttigtenFettsuren, mit herrlich nussigem Ge-schmack zum gesunden Wrzen vonSalaten und Verfeinern von Speisen.Als Rauschmittel ist diese Zchtung b-rigens vllig ungeeignet, der THC-Ge-halt ist nicht der Rede wert. Auch dasstrahlende attraktive junge Prchen,das wir hier zwischen Trostberg und Ta-cherting (ca. 20km nrdlich vom Chiem-see) in ihrem blhenden Buchweizen-feld treffen, umweht weder der Hauchobskurer Drogenaffairen noch der Mief

    der weltfremden kofreaks der 80er.Sympathisch offen und berzeugendkompetent. Julia Reimann und StefanSchmutz, beide diplomierte Agraringe-nieure, betreiben hier seit 2005 unterder Marke Chiemgaukorn konse-quenten kontrollierten kolandbau

    (Naturland). Bodenschonende Frucht-folgen und ein auffallendes Faible frhistorische lngst vergessene Getreidewie Einkorn, Emmer und Urdinkel (Wei-zenvorfahren), die verglichen mit mo-dernen Arten ein deutliches Mehr anwichtigen Vitaminen und Mineralstof-fen und nicht zuletzt Geschmack liefern. Und zudem wesentlich resisten-ter gegen Schdlinge und Krankheitensind. In manchen Jahren stehen hier biszu 20 verschiedene Pflanzensorten aufden Feldern, die die beiden teilweiseauch selbst weiterverarbeiten: Nebenhochwertigen len (Hanfl, Leindot-terl, Leinl) aus eigener Mhle, gibtes auch ganze Krner, Mehle, Leinsa-men, Linsen, Braunhirse, Nudeln u.v.m.Eine prmierte Spezialitt Gold freines der besten Bioprodukte Bayerns2015 ist Bayerischer Reis, bei demeine Mischung aus Urgetreiden scho-nend poliert wird (vergl. Graupen) unddamit wie Reis in ca. 20 Minuten gar-

    gekocht ist. Erhltlich sind die Chiem-gaukornprodukte samt Rezepten imHofladen oder online. 500 Gramm Ur-getreidemix z.B. kostet 3.39 Euro,100ml Hanfl 5.30 Euro, Geschenkgut-scheine ab 10 Euro. www.chiemgaukorn.de

    Bio in Europa und Deutschland:Dass Julia und Stefan uns keine Giftlin-sen im Biopelz andrehen, garantiertverlsslich das kleine Naturland-Pickerlauf der Packung.Im Gegensatz zu na-turnah, nachhaltig, aus der Regi-on, Naturkost u.., sind die Begriffeko und Bio in der EU jedenfalls schonmal seit 2008 gesetzlich definiert undgeschtzt. Diese Lebensmittel solltenaus kologisch kontrolliertem Anbaustammen und u.a. ohne chemische Zu-stze oder gentechnische Vernderun-gen produziert sein, tierische Produkteaus artgerechter Haltung stammen. Soweit der Gesetzesrahmen, die Bio-grundausstattung sozusagen, fr dendas grne rechteckige EU-Bio-Siegel(Euroblatt, seit 2012) einsteht oder bes-ser: Einstehen sollte, knnen sich dochauch Importprodukte aus Nicht-EU-Ln-dern dahinter verstecken, deren biolo-gische Herstellung sich natrlich nichtimmer lckenlos nachweisen lsst. Auch

    Eigenmarken von Supermrkten (z.B.GutBio von Aldi) mssen lediglich dieseEU-Bio-Norm erfllen und ganz ne-benbei z.B. auch keinesfalls aus derRegion stammen. Tausende von Flug-kilometern adeln die Bio-Gurke ausKreta jedenfalls nicht mit einem Um-weltschutzpreis. Ein hnliches Sicher-heitslevel verspricht das wohl bekann-teste nationale sechseckige Bio-Sie-gel (seit 2001), derzeit auf immerhinrund 72 000 Produkten von ca. 4.600Unternehmen in Deutschland (Stand1.12.15). www.oekoland-bayern.dewww.oekolandbau.de

    Ganz anders die Situation bei unse-ren grten biologischen Anbauver-bnden Bioland, Biokreis, Naturlandund Demeter,diewesentlich strenge-re Mastbe ansetzen und bis zu 80unterschiedliche Kontrollstandards pr-fen. Hier kommen auch klima- und um-weltschutzrelevante, regionale und so-ziale Aspekte zum Tragen. Zertifiziertund regelmig berwacht werden Er-zeuger, der Handel und auch Gastro-betriebe brigens generell von unab-hngigen privaten Unternehmen wieder Abcert AG oder Lacon GmbH, diedann auch die allseits bekannten Qua-si-Bio-TV-Plaketten vergeben (z.B. DE-KO-006). Die Ziffer bezeichnet bri-gens immer das zertifizierende Institut.www.abcert.de www.bioland.dewww.biokreis.de www.demeter.dewww.naturland.de

    Neues bayerisches Bio-LabelBio in Bayern: Die Landesvertretun-gen der groen Bio-Agrarverbnde(s.o) agieren in Bayern zusammen unterdem koordinierenden Dach der LV Landesverband fr den kologi-schen Landbau in Bayern e.V. DiesesTeam der LV in Pasing unter der Lei-tung von Harald Ulmer ist es auch, dasregelmig versucht, den Produktenund Konditionen der mehr als 7.300hiesigen koproduzenten ihren Platzauf Bundes- und EU-Ebene zu erkmp-fen und faire Preise auszuhandeln. Undja, unser Bayern kann sich durchaus se-hen lassen: Weit ber ein Drittel allerBio-Hfe Deutschlands stehen im Frei-

    RAUS AUS MNCHEN

    ko? Na logisch!Die bayerische Biopolitik, Erfolge, Ziele und die anderen

    Gesund fr Mensch und Tier: BIOLOGISCHE AufzuchtFo

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    IN 1 / 2016 37

    Redaktion_0116_Redaktionsseiten 04.01.2016 12:20 Seite 22

  • staat, derzeit eine Flche von insgesamt280 000 Hektar. Und das khne Ziel derBioRegio Bayern 2020, verabschiedet2013 von Horst Seehofer, ein Pro-gramm, das u.a. eine Verdopplung derGesamtkoproduktion bis 2020 anvi-siert, scheint durchaus realistisch. Allei-ne im ersten Quartal 2015 verzeichne-ten unsere Biobauern einen Zuwachsvon 600 Betrieben (ca. 10 Prozent). Hutab selbstverstndlich auch fr die weitmehr als 3.000 Hndler und verarbei-tenden Unternehmen in der Lebens-mittelbranche!

    Innere Werte: Warum dann diesesdoch recht achtungswrdige Level nichtzustzlich kennzeichnen, bayerischenVerbrauchern nicht sofort sichtbar sig-nalisieren, mit welchem Griff sie Pro-dukte von berdurchschnittlich strengkontrollierter Bioqualitt aus der Hei-mat in den Einkaufskorb packen? DieAusrichtung an den hohen Standardsder hiesigen Verbnde deutlich berdem gesetzlichen Niveau und der As-pekt der Regionalitt waren die tra-genden Motive fr die Entwicklung desneuen Bayerischen Bio Siegels. SeitSeptember freigegeben, hellblau, einliegendes Ei mit schwarzer Schrift undeinem raumgreifenden bio zentralund prominent im Oval platziert. Diesehohe Weihe der LV und der bayeri-schen Regierung magebend hier dasMinisterium fr Ernhrung, Landwirt-schaft und Forsten unter StaatsministerHelmut Brunner setzt u.v.a voraus,dass alle Rohstoffe, alle Schritte derenErzeugung und Verarbeitung aus-schlielich in Bayern liegen, der Betriebkomplett nach den kovorgaben um-gestellt wurde und die Fruchtfolge mitmindestens 20 Prozent Leguminosen(z.B. Klee) gestaltet wird.

    Natrlich unterstellen die Urheberdem neuen Wapperl einen verkaufs-frdernden und belebenden Effekt, ei-ne positive Wirkung auf den regionalen sprich bayerischen Wertschpfungs-kreislauf und nicht zuletzt einen Anreiz

    fr weitere Umsteiger-Landwirte. Wirwnschen viel Glck! www.lvoe.de

    koland Bayern Aufbau und Frderung ebendieserkologischen Wertschpfungsket-ten ist ein weiteres Kernkonzept derBioRegio Bayern 2020, das neueBayerische Bio Siegel ein kleiner hilf-reicher Katalysator. Letztendlich bedeu-tet es, fr ein Produkt einen nachweis-

    lich lckenlos biologisch einwandfreienWeg vom Acker auf den Teller zu ga-rantieren. Noch einfacher gesagt: Ehersuboptimal, wenn das durch und durchkologisch aufgezogene Schwein in sei-ner Heimatregion keinen Abnehmerfindet und eine qulende und emissi-onsreiche Reise quer durch die Republikantreten muss. Zwingend erforderlichist also eine bedarfsgerechte Produkti-on und die Installation sinnvoller undfunktionierender Absatz- bzw. Ver-triebsstrukturen vor Ort sowie passen-der Vermarktungsstrategien. Auf Sichtkann die Entscheidung fr den verant-wortungsvollen kologischen Landbau

    ohnehin nur einem ganzheitlich, be-reichsbergreifenden Ansatz folgen,der eben auch Regionalitt, Nachhal-tigkeit, CO2-Fussabdruck, Umwelt- undTierschutz und selbstverstndlich auchFairness und Sozialvertrglichkeit miteinbindet.

    Hand in Hand: Besonders gut ander BioRegio Bayern 2020 gefllt unsdas Projekt der komodellregionen.Der ganze Strau an vollmundiger undkomplexer Theorie runtergebrochen

    auf berschaubare Landstriche (Ge-meindeverbnde), die sich dafr seit2013 bewerben konnten. Jetzt ist prak-tische Umsetzung gefragt, ein freiwil-liger Sprung ins kalte Biowasser gemden Vorgaben aus Mnchen! Das Be-werbungsverfahren dauert etwas, dieAnspruchslatte hngt nun mal rechthoch. Gefordert wird letztendlich dieRealisierung eines durchweg kolo-gisch einwandfreien Erzeuger-Vermark-ter-Verbraucher-