Deutsch–Evangelisch in Finnland im Juni/Juli 2013

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Gemeindebrief der Deutschen Evangelisch–Lutherischen Gemeinde in Finnland (DELGiF). 98. Jahrgang, Juni/Juli 2013, Nr. 6/7 – Originalformat Din A4 / 210 x 297 mm | Postversand zum 20. des Monats.

Transcript of Deutsch–Evangelisch in Finnland im Juni/Juli 2013

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  • 2DeutschEvangelisch im Juni / Juli 2013

    GEISTLICHES WORT

    Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Willen. Das ist das grte und wichtigste Gebot. Aber das zweite Gebot ist genauso wichtig: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.!

    (Matthus 22,3739)

    Liebe Leserin, lieber Leser und liebe Gemeinde,Wenn man im Sdhafen von Helsinki eine der beiden Fhren nach Stockholm besteigt, kommt

    man zirka 12 Stunden spter zum Zwischenstopp auf land an. Und so wie man hier von der Deutschen Kirche einen wunderbaren Blick auf die Terminals hat, so konnten wir von unserem Konfirmandenlager aus auf die Anleger in Mariehamn blicken. Meine Gedanken gehen immer wieder zurck in die letzte Schulwoche, als wir zur Konfirmandenfahrt auf land waren. Gern erinnere mich an die schne berfahrt, an die herrliche Inselwelt und die vielen schnen Dinge, die wir zusammen erlebt haben. Ich erinnere mich an das liebevoll zubereitete Essen, an unser ambitioniertes Sportprogramm, an die Taufe von Jonas, an die Fahrradtour auf Fgl, an die Holzsauna mit Blick auf die einfahrenden Fhren, an die Nachtwanderung, um nur einige Hhepunkte zu nennen. Und ich erinnere mich auch an die Dinge, die misslungen sind. An die Nacht der Isoset, die am nchsten Morgen fr gehrigen Diskussionsstoff sorgte, an den Bnderriss, den ich mir durch einen unvorsichtigen Schritt zugezogen habe und schlielich daran, dass einige Isoset das Konfirmandenlager eher verlassen mussten.

    Auf land haben wir uns mit den Kernthemen des evangelischen Glaubens beschftigt. Das sind nach dem kleinen Katechismus Martin Luthers: das Vater unser, das apostolische Glaubensbekenntnis, die zehn Gebote sowie der Sinn der Taufe und die Bedeutung des Abendmahls. Unsere 15 Konfirmanden haben sich mit einer Ernsthaftigkeit und Akribie dieser Aufgabe gestellt, wie ich sie zuvor noch nicht erlebt habe. Eine kurze Episode dazu: Als Regel war auf dem Konfirmandenlager festgelegt, dass ab Mitternacht Nachtruhe sein sollte. Und ich erinnere mich an mindestens eine Situation, als die Mdchen mich darum baten, schon vor 24 Uhr ins Bett gehen zu drfen, und die Zeit zum Lernen zu verwenden. Und dann hrte ich sie durch die Tr im Chor: Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, dein Reich komme usw.

    Aber reicht es, die Worte auswendig, fehlerfrei und ohne Steckenzubleiben hersagen zu knnen? Oder geht es in einem zweiten Schritt nicht darum, ihren Sinn zu verstehen? Denn was ntzt es mir, wenn ich das Vater unser zwar aufsagen kann, es aber selbst nicht als Gebet verstehe. Was soll

    es, das Glaubensbekenntnis wie ein in der Schule gelerntes Gedicht zu knnen, den Glauben an seine Inhalte aber nicht zu haben? Und es gibt noch einen dritten Schritt: den durchdachten und geglaubten Worten sollten ja dann auch noch Taten folgen. Kopf, Herz und Hand sollen zusammenwirken.

    Gute Lernmglichkeiten dazu hatten wir auf land anhand der 10 Gebote. Wir haben gemerkt; Gott gibt Mose mit den 10 Geboten nicht nur fr das Volk Israel Regeln in die Hand. Auch Jugendliche von heute knnen in den Geboten Mastbe finden, die unser Zusammenleben regeln. Denn dafr sind die 10 Gebote ja gedacht; dass Menschen gut zusammenleben knnen. Oder wie es in der Bibel am Ende des 4. Gebots heit auf dass du [Mensch] lange lebest und dirs wohlergehe in dem Lande, dass dir der Herr, dein Gott, geben wird. (2. Mose, 20,12)

    ABKNDIGUNG AUS DEN KIRCHENBCHERN

    TAUFEN

    Victoria Alexandra Salava am 28.4.2013.Luna Isabell Fischer am 12.5.2013.Henri Emil Maximilian Multanen am 19.5.2013.Oliver Valentin Greve am 19.5.2013.Jonas Alfio Sapienza am 27.5.2013.

    TRAUUNGEN

    Wilhelm Gran Casimir Ehrnrooth und Cilla Mariana Schroeder, Deutsche Gemeinde.

    BEERDIGUNGEN

    MarieLuise Amalie Hilde Else Claudia Stenius geborene Korthaus, geboren am 25.3.1928 in Hannover, gestorben am 26.4.2013 in Helsinki (Helsingfors).AnnaLiisa Heichele geborene Piilonen, geboren am 20.5.1938 in Plkne, gestorben am 23.5.2013 in Tampere (Tammerfors).Taimi Laila von UngernSternberg geborene Sarka, ge-boren am 23.11.1917 in Inkoo, gestorben am 21.5.2013 Parainen (Pargas).

  • Nun kann man die 10 Gebote auf zweierlei Weise hren. Ich kann auf dem einen Ohr hren: Du sollst dies oder jenes tun bzw. nicht tun, also tue ich es so, wie es mir geboten ist. Ich kann aber auf dem anderen Ohr genau andersherum hren: Gerade weil ich das tun soll, mache ich genau das Gegenteil. Das, was verboten ist, scheint mir die verlockendere Handlungsoption zu sein. Wenn ich mich nicht an das halte, was als gut und richtig erachtet wird, muss ich die Folgen meines Handelns einkalkulieren. Ich muss damit rechnen, dass mein Tun bestraft wird. Nicht, um mich zu rgern, sondern um mich zu ndern, damit ich aus meinen Fehlern lerne und sie nicht wiederhole. Auch das gehrt leider manchmal zu einer Konfirmandenprfung dazu, auch wenn ich gar kein Konfirmand mehr bin.

    Es gibt aber auch noch ein anderes Prinzip. Das Prinzip von Reue, Bue und Vergebung. Das bedeutet: Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann wre der nchste richtige Schritt, dass ich meine Tat bereue. Ich muss innerlich spren und zu mir selbst sagen knnen: Es tut mir leid. Der zweite Schritt, die Bue, wird gern vergessen. Bue meint: Ich bin von mir aus bereit, etwas zur Wiedergutmachung zu leisten. Erst danach kann im dritten Schritt von dem oder der anderen gesagt werden: Ich entschuldige dich. (Und nicht, wie die meisten sagen: Ich entschuldige mich.) Das nennt man Vergebung. Und das bedeutet: Nichts steht mehr zwischen uns. Wir knnen wieder bei Null anfangen.

    Reinen Tisch machen, von vorn anfangen. Das hat sich Gott, liebe Konfirmandinnen und liebe Gemeinde vor 2000 Jahren auch schon gedacht. Denn Gott hatte gemerkt, dass sich die Menschen mit dem Einhalten der 10 Gebote schwer tun. Damals wie heute. Keiner und keinem wollte oder will es so richtig gelingen. Oder kennen Sie einen Menschen, dem das je gelungen wre? Mit der Geburt von Jesus fngt Gott ein neues Kapitel in der Geschichte mit uns Menschen an. Aus Liebe zu den Menschen wird Gott selbst Mensch. Gott wollte selbst erleben, wie es ist, ein Mensch zu sein. Und Gott wollte am eigenen Leib spren, warum sich die Menschen mit seinen 10 Geboten fr ein gelingendes Zusammenleben so schwer tun. Als Jesus ein erwachsener Mann geworden war, wurde er gefragt, welches denn nun das wichtigste der 10 Gebote sei. Und Jesus hat folgendermaen geantwortet: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Willen. Das ist das grte und wichtigste Gebot. Aber das zweite Gebot ist genauso wichtig: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. (Mt 22,3739)

    Drei Mal Liebe: Wenn ich meine Mitmenschen so liebe, wie ich mich selbst liebe, dann kann ich auch Gott lieben. Es entsteht eine stabile Beziehung wie in einem gleichseitigen Dreieck. Man kann die Worte Jesu auch von den anderen beiden Seiten des Dreiecks aus betrachten: Wenn ich Gott liebe, dann kann ich auch mich selbst und meine Mitmenschen lieben. Oder: Wenn ich meine Mitmenschen liebe, werde ich auch mich selbst und Gott lieben. In dieser Formel fasst Jesus die Lebensweisheit des jdischen Gesetzes und der Propheten (quasi alles, was im ersten Teil der Bibel steht) zusammen. Und wer im eigenen Leben diese Formel beherzigt, der hat die Konfirmandenprfung bestanden.

    Eine gesegnete Sommerzeit wnscht Ihnen und Euch

    Erik A. Panzig, Hauptpastor

    Das Geistliche Wort mit Auszgen aus der Predigt zur Konfirmation am 2. Juni 2013 in der Deutschen Kirche. Das Titelbild wurde von der Fotografin Seija Rajander, KuvaAhti Oy, freundlicher Weise zur Verfgung gestellt.

    TITEL ZUR KONFIRMATION 2013

    Konfirmandinnen und Konfirmanden 2012/2013

    Im Konfirmationsgottesdienst am 1. Sonntag nach Trinitatis wurden in der Deutschen Kirche in Helsinki fnfzehn Konfirmandinnen und Konfirmanden konfirmiert:Ada Emma Lucia Visnen (1), Alexander Francesco Cavaterucci (2), Daniel Touko Ulrich Boldt (3), Emilia Karoliina Koivisto (4), Jonas Alfio Sapienza (5), Juuso Jonas Vilppu-la (6), Karoline Bentje Rker (7), Laura Sofi Helena Matinpalo (8), Lauri Mathias Hietanen (9), Leon Elijas Schnabel (10), Maximilian Elis GeorgErnst von Renteln (11), Mikael Sebasti-an Reichler (12), Oliver Nestor Seelbach (13), Ossian Harry Ahlstrm (14) und Saskia Mia Santos (15).

    Wir heien Euch herzlich willkommen in der Deutschen Gemeinde!

    Sommerzeiten der GemeindeDieses Gemeindeblatt ist eine DoppelNum-mer. Die nchste Ausgabe erscheint wie gewohnt Anfang August.

    Die Gemeindekanzlei ist im Sommer wie gewohnt werktags von 10 bis 13 Uhr geffnet. Wir bitten Sie weiterhin Amtsscheine telefo-nisch bzw. per EMail zu bestellen, da das KirjuriMitgliedsregister noch immer nicht feh-lerfrei funktioniert die Amtsscheine werden Ihnen dann per Post zugeschickt.

    Unsere Pastoren sind im Urlaub wie folgt: Hauptpastor Erik A. Panzig: Vom 4. Juni

    bis zum 19. Juni, sowie vom 25. Juli bis zum 7. August.

    Reisepastorenehepaar Rker: Vom 18. Juni bis zum 22. Juli.

    Diakon Timo Sentzke nimmt seinen Ur-laub erst im August Genaueres wird spter bekanntgegeben.

    Der Kindergarten ist in den Sommerferien vom 21. Juni 12. August geschlossen. In dringenden Fllen wenden Sie sich bitte direkt an das Gemeindebro.

    Whrend der Ferienbetreuung vom 3. 20. Juni ist die Kindergartenleitung mglicher-weise nur eingeschrnkt erreichbar.

    Der Schulanfngergottesdienst findet in diesem Jahr am 13. Au