Hand in Hand 1/2015: Wien-Ausgabe

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  • Hand in HandZeitschrift fr Gesundheit, Familie und Soziales

    1 | 2015

    Hauskrankenpflege. Hilfe bei Schmerzen. > 7

    Seniorenwohngemeinschaften. Neue SWG in Simmering. > 17

    Start der Family Tour. Information, Beratung und Unterhaltung. > 26

    Wie Sie ihn durchbrechen. > 4

    TeufelskreisSchmerz

  • Hand in Hand 1/2015 3

    OffenlegungGem 25 Mediengesetz: Wiener Hilfswerk, Schottenfeldgasse 29, 1072 Wien,www.wiener.hilfswerk.atZVR-Zahl: 814134410; Das Wiener Hilfswerk ist eine 1947 gegrndete private, gemeinntzige, mildttige, berkonfessionelle und berparteiliche Organisation, die ihre Unterstt-zung allen in Wien lebenden Menschen anbietet.Vorstand: Prsidentin: Karin Praniess-Kastner, MSc; Vizeprsidenten: LAbg. GRin a. D. Ingrid Lakatha, Prof. Dr. Johannes Rudda; Finanzreferent: Mag. Klaus Hbner; Finanzrefe-rent-Stv.: Dr. Stephan Leixnering; weitere Mitglieder: Uli Appel, Dr. Irmgard Bayer, Dipl.-Ing. Peter Csngei, Mag. Silke Kobald, Susanne Reichard, DSA Michael Vorlaufer, Dr. Helga Wagner. Geschftsfhrerin: Sabine Geringer, MSc. Grundlegende Richtung: 2 (4) (n) der Statuten des Wiener Hilfswerks

    Herausgeber und MedieninhaberWiener Hilfswerk, Schottenfeldgasse 29, 1072 Wien, Tel.: (+43-1) 512 36 61; Fax: DW 33, E-Mail: kommunikation@wiener.hilfswerk.at, www.wiener.hilfswerk.atRedaktion Wien: Mag. Martina Goetz, Mag. Heiko Ntstaller, Conny Pressler. Redaktion sterreich: Elisabeth Anselm, Mag. Harald Blmel; Fotos: Hilfswerk sterreich/Suzy Stckl, Wiener Hilfswerk, Fotolia. Layout: Egger & Lerch, 1030 Wien; Gestaltung: CMS Vesely GmbH, Korneuburg; Druck: Ferdinand Berger & Shne GmbH, Horn.ber zugesandte Manuskripte freut sich die Redaktion, sie behlt sich jedoch vor, diese zu redigieren, abzulehnen oder in gekrzter Fassung zu verffentlichen. Namentlich ge-kennzeichnete Artikel mssen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion entsprechen. Auflage Wien: 20.000 Stck.

    Das sterreichische Umweltzeichenfr Druckerzeugnisse, UZ24, UW 686Ferdinand Berger & Shne GmbH.

    C O V E R S T O R Y

    4 Teufelskreis Schmerz Wie Sie ihn durchbrechen.

    P F L E G E & B E T R E U U N G

    7 Den ganzen Menschen anschauen

    Mitglieder des Mobilen Palliativ-Teams des Wiener Hilfswerks im Interview.

    K I N D E R & J U G E N D

    29 Kindergruppe MAUMAUInterkulturalitt in der Kinderbetreuung.

    G E S U N D H E I T & L E B E N

    9 Sozialkampagne 2015 Das Wiener Hilfswerk richtet sich mit dem Spendenaufruf Lebensfreude ist unbezahlbar an die ffentlichkeit.

    22 Sonnengarten Schreibersdorf Erholung naturnah, barrierefrei.

    30 Eine echte Wienerin geht nicht unter.

    Als Toni Sackbauer kannte sie jede/r. Ingrid Burkhard im Hand in Hand-Interview.

    31 Annemarie-Imhof-KomiteeDas AIK ldt zum Festabend 2015 mit Weltstar KS Elina Garanca.

    33 Zehn Jahre Club 21 beim Wiener Hilfswerk

    Freizeiteinrichtung fr Menschen mit Behinderung im Stadtbahnbogen feiert Jubilum.

    36 Guter Start fr SOMA Ottakring

    Im ersten Halbjahr seit Inbetriebnahme hatte der neue Sozialmarkt mehr als 16.000 Kunden/innen.

    40 Orte gegenseitigen Vertrauens

    In den Nachbarschaftszentren herrscht ein Miteinander von ver-schiedenen Kulturen, Religionen, Ethnien und Altersschichten.

    30

    7

    29

    Schmerzfrei

    Liebe Leserinnen und Leser!

    Endlich schmerzfrei! Wer wei, wie es ist, mit Schmerzen zu leben, wei auch, welchen Wert es hat, sich wohl zu fhlen. Es gibt unzhlige Arten von Schmerz. Immer gilt: Wenn die Belastung unertrglich wird, sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

    Unsere Profis in der Hauskrankenpflege mssen sich mit dem Thema tglich auseinan-dersetzen. Andrea Zens, beim Wiener Hilfs-werk als Diplomierte Krankenschwester ttig, gewhrt im Interview auf Seite 7 dieser Hand in Hand-Ausgabe spannende Einblicke in ihren Umgang mit dem Thema. Ebenfalls auf Seite 7 gibt es ein Interview mit Elke Havlicek und Charlotte Tschismarov von unserem Mobilen Palliativ-Team. In der Betreuung von Menschen in der letzten Lebensphase ist das Team stets aufs Neue mit Schmerzbehandlung konfrontiert. Durch ihr unermdliches Engage-ment gelingt es ihnen, Schmerzen zu lindern und den betreuten Personen den Verbleib in den eigenen vier Wnden zu ermglichen.

    An dieser Stelle mchte ich darauf hinweisen, dass das Mobile Palliativ-Team zu jenen Angeboten zhlt, die auf Spenden angewiesen sind. Wenn Sie die wertvolle Arbeit des Teams oder anderer Einrichtungen des Wiener Hilfswerks - untersttzen mchten, so finden Sie auf Seite 11 alle Infos, wie Sie helfen knnen.

    Herzlichst,

    IhreKarin Praniess-Kastner, MScPrsidentin des Wiener Hilfswerks

    Karin Praniess-KastnerPrsidentin des Wiener Hilfswerks

    E D I T O R I A L

  • Hand in Hand 1/20154

    C O V E R S T O R Y P F L E G E & B E T R E U U N GK I N D E R & J U G E N DG E S U N D H E I T & L E B E NH I L F S W E R K

    Warnsignale. Schmerzen mssen immer ernst genommen und behandelt werden. Sie wirken sich auf alle Lebensbereiche aus und fhren zu erheblichen Beeintrchtigungen. Wer Schmerzen hat, meidet oft auch Bewegung. Mangelnde Bewegung aber kann alles noch schlimmer machen. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen.

    Teufelskreis Schmerz

    den Alltag gut zu bewltigen. Am hufigsten werden Kopfweh und Rckenschmerzen beklagt, aber auch Gelenksbeschwerden und Nerven-

    schmerzen sind vielfach Ursache von chronischem Schmerz.

    Als Warnsignal haben Schmerzen eine wichtige Funktion fr das Leben. Trotzdem ist jeder Mensch froh, wenn sie wieder verschwinden. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch die Zahl der Frauen und Mnner, die

    unter chronischen Schmerzen leiden. Fr die betroffenen Menschen be-deutet das nicht nur eine Einschrn-kung der Lebensqualitt, sondern in den meisten Fllen auch der Fhigkeit,

  • >>

    5Hand in Hand 1/2015

    Man muss ber den Schmerz reden und ihn sichtbar machen.

    Keinen Teufelskreis erffnenHufig werden Schmerzen nicht entsprechend be-handelt. Menschen mit chronischen Schmerzen haben einen groen Leidensdruck, sagt Pflege-Expertin Monika Gugerell. Denn Schmerzen wirken sich auf alle wichtigen Lebensbereiche aus. Leider glauben viele, dass chronische Schmer-zen bei lteren Menschen einfach dazugehren. Sogar die Betroffenen glauben das hufig!, erzhlt Gugerell und betont, wie wichtig es ist, auch nach weniger erfolgreichen Behand-lungen nicht aufzugeben. So kann etwa das Annehmen einer Schonhal-tung aus Angst vor Schmerz letztlich zu noch mehr und neuen Schmerzen fhren. Schmerzen trben aber auch die Stimmung, knnen zu Depressio-nen und zu sozialer Isolation fhren.

    Nicht vom Schmerz beherrschen lassen Menschen mit chronischen Schmer-zen fhlen sich oft hilflos und nicht ernst genommen. Dabei ist es so wichtig, dass sie darber reden, ihren Schmerz sichtbar machen, rt Monika Gugerell. Auerdem rt sie dazu, aktiv zu werden und zu bleiben, damit der Schmerz nicht das gesamte Leben beherrscht. Der Schmerz soll die Aufmerksamkeit bekommen, damit ihm aktiv etwas entgegengesetzt werden kann wie etwa eine passende Therapie. Aber er soll nicht mehr Aufmerksamkeit erhalten als erfor-derlich, damit er nicht die Chance bekommt, den Alltag alleine zu be-stimmen, sagt Gugerell.

    Aktiv an der Therapie beteiligenNatrlich ist alles ein Problem, wenn sogar einfache Ttigkeiten im All-tagsleben mit Schmerzen verbunden sind, wie das An- und Auskleiden, die

    Eine wirksame medikamentse Behand-lung von chronischen Schmerzen ist wichtig, damit Schmerzpatient/innen rasch wieder aktiv sein knnen und auch andere Therapien, wie ihre Bewegungs- und Verhaltenstherapien, erleichtert werden. Bei der Schmerzbehandlung kommen unterschiedliche Medikamentengruppen zum Einsatz, die auch unterschiedliche Nebenwirkungen auslsen knnen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre rztin!

    Schmerz- und Entzndungshemmer Antirheumatika,

    auch NSAR genannt Pflanzliche Arzneimittel

    (z. B. Weiden rinde oder Teufelskralle) Opioide Antidepressiva Antikonvulsiva

    (krampflsende Medikamente) Invasive Verfahren (Injektionen,

    Nervenstimulation, Schmerzpumpen)

    Medikamente gegen Schmerzen

    Krperpflege oder einfache Handgriffe im Haushalt, aber auch chronische Schmerzen knnen behan-delt werden, wei Gugerell und empfiehlt, unbedingt

    rztlichen Rat zu suchen und sich selbst aktiv an der Schmerzbehand-lung zu beteiligen.

    Teamarbeit ist wichtigDie Behandlung von chronischen Schmerzen ist Teamarbeit. Eine mg-lichst frhe und wirksame Schmerz-medikation und eine vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung sind eine wichtige Basis zur Behandlung von Schmerzen. Bei chronischen Erkran-kungen ist es wichtig, dass Betroffene auch eine aktive Rolle wahrnehmen, ist Gugerell berzeugt. Sie kennen sich und ihren Krper am besten und sie wissen, spren genau, was fr sie gut ist. Sie kennen und knnen mehr, als sie glauben. Trotzdem braucht es manchmal einen kleinen Ansto, um das Verhalten zu berdenken, sagt die Pflege-Expertin.

    Schmerzen sichtbar machenSchmerzen sind etwas sehr Subjek-tives und schwer zu beschreiben. Anders als etwa eine Wunde sieht man Schmerzen nicht. Und anders als beispielweise berhhten Blutdruck

    kann man Schmerzen nicht objektiv messen. Und dennoch gibt es gute Methoden, Schmerz sichtbar und besser greifbar zu machen. So kann etwa der Einsatz eines Schmerzlineals und eines Schmerztagebuchs helfen, die Ausgangslage und Therapieerfolge besser einzuschtzen.

    Individuell abgestimmtes TherapiepaketChronischen Schmerzen ist aller-dings mit einer einseitigen Therapie kaum beizukommen, wei Gugerell aus ihrer langen Erfahrung in der Pflege vor allem lterer Menschen. Ein individuell gut abgestimmtes Paket ineinandergreifender Manah-men wirkt meist a