MEDI-LEARN Zeitung 03/2011

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Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und erscheint fünfmal pro Jahr als Beilage zur renommierten Zeitschrift Via medici aus dem Thieme Verlag.

Transcript of MEDI-LEARN Zeitung 03/2011

  • Nadeln gegen AllergieUni Dresden wrdigt eine Pionierin der AkupunkturSeit 25 Jahren behandelt Bettina Hauswald an der Dresdner HNO-Klinik Allergie-

    08patientin erfolgreich mit der alternativen Heil-Methode, darunter viele Knstler wie den weltbekannten Bariton Olaf Br. Frher hatte der wegen seiner Allergien viele Konzerte absagen mssen.

    Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

    Ausgabe 03 /11 Mai /Juni 2011 In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag www.medi-learn.de ISSN 1860-8590 1,90

    ZEITUNGDie Zeitung fr Medizinstudenten und junge rzte

    Neues AbenteuerNach dem Physikum ist es endlich soweit: Die Klinik ruft das nchste Abenteuer kann be-ginnen. Und so, wie dich das Buch Abenteuer Medizinstudium durch die vorklinische Aus-bildung begleitet hat, soll dir die bald erschei-nende Fortsetzung Abenteuer Klinik aus dem MEDI-LEARN-Verlag auch jetzt mit Informatio-nen, Tipps und viel Lesestoff zur Seite stehen.

    Studienplatz per PostkarteBei der Verlosung spielen Abiturnoten keine RolleWer bei Hochschulstart.de nicht gleich und auch im Nachrckverfahren keinen Er-

    12

    Weiterbildung in NorwegenErhebliche Unterschiede zum deutschen GesundheitssystemNeugier war der wichtigste Grund fr den jungen deutschen Arzt, einen Teil seiner

    03Weiterbildungszeit als Turnuslege in Westnorwegen zu arbeiten. Inzwischen hat er sich dort gut eingelebt und berichtet in einem ausfhrlichen Interview ber seine Erfahrungen im Land der Fjorde.

    folg hatte, braucht Geduld oder Losglck. Denn was lngst nicht alle Studienbewerber wissen: Sie knnen ohne groe Formalitten an der Verlosung frei gebliebener Pltze durch die Unis teilnehmen.

    Drei Bcher fr die VorklinikUm die Fcher Histologie, Chemie sowie Medizinische Psychologie und Soziologie geht es in den Buchrezensionen dieser Ausgabe. Die drei besprochenen Lehrb-cher sind als kurzgefasste Einfhrungen oder Lernhilfen fr die vorklinischen Se-mester konzipiert. S. 04

    Inhalt

    Entscheidend ist die SchwereDie Aufklrung ber Risiken einer ge-planten Behandlung gehrt aus juristi-scher Sicht zu den wichtigsten Pflichten eines Arztes. Ob dabei mgliche Belas-tungen erwhnt werden mssen, hngt nicht von der Hufigkeit des Auftretens, sondern von ihrer Schwere ab. S. 10

    Einblicke in Organe und GewebeDie Zwei-Photonen-Intravitalmikroskopie erlaubt es, Immunprozesse unmittelbar an Schleimhuten zu verfolgen. Die Technik verspricht neue Erkenntnisse zum Ablauf der Immunabwehr oder von Reparaturpro-zessen nach kleinen Beschdigungen. Sie knnte ein besseres Verstndnis von aku-ten und chronischen Entzndungen in der Schleimhaut ermglichen. S. 09

    Gute Erfahrungen gemachtViele Doktorarbeiten werden wieder aufge-geben oder treten auf der Stelle. Dass es auch anders geht, zeigen die positiven Er-fahrungen von Peter. Ein entscheidender Punkt sind das Engagement und die Er-reichbarkeit der Betreuer, da eigentlich bei jeder Doktorarbeit frher oder spter Fragen auftreten werden, meint er. S. 05

    Medizinrecht

    Forschung

    PROMETHEUS zu gewinnenEinen Blick hinter die Kulissen des Stan-dardwerkes PROMETHEUS kann man jetzt bei YouTube werfen. Wie entstehen die detaillierten Abbildungen? Wer sind die Autoren und Macher? Wer sich das Video genau anschaut, kann anschlieend in unserem Preisrtsel Lernhilfen aus der PROMETHEUS-Reihe gewinnen. S. 11

    Preisrtsel

    Auf den ersten Blick klang es nach einem attraktiven Angebot: Wer sich verpfl ichtet, nach der Ausbil-dung ein paar Jahre in Deutschland als Landarzt ttig zu sein, kommt schnel-ler zu seinem Medizin-Studienplatz. Den Vorschlag machte Philipp Rsler, damals amtierender Bundesgesund-heitsminister. Mittlerweile ist Rsler fr Wirtschaft zustndig, doch seine Idee steht weiter im Raum. Bei der Zielgruppe Bewerbern mit wartezeit-verdchtiger Abiturnote hlt sich die Begeisterung allerdings in Grenzen. Im

    MEDI-LEARN Forum sind berwie-gend kritische Stimmen zu hren.

    Kaum ein Abiturient knne doch be-urteilen, was so eine Verpfl ichtung spter konkret bedeutet, nmlich eine im Durch-schnitt immer ltere Landbevlkerung zu versorgen, wird von den Studenten einge-wendet. Und was geschehe denn eigentlich mit denen, die sich zwischendurch dann doch fr ein Leben in der Stadt oder im Ausland entscheiden? Ein schon fast sitten-widriges Lockangebot sei das, und letztlich totaler Bldsinn, weil ohnehin nicht viele Jungmediziner darauf hereinfallen wrden.

    Mehr Landrzte wird es erst geben, wenn diese fr ihre Arbeit mehr Geld bekommen, sagt ein Jungmediziner voraus. Bisher ris-kiere man als Mediziner in drfl icher Um-gebung aber vor allem den Bankrott oder sogar Schulden, wenn man aus moralischen Grnden ber die Grenzen seines Budgets hinaus behandelt. Nach den jetzigen Re-gelungen msse der behandelnde Arzt ab einer gewissen Patientenzahl betriebswirt-schaftlich betrachtet sogar draufzahlen. Der Rsler-Vorschlag sei deshalb ein Fall von blindem Aktionismus, dem die innere Logik fehle, meint ein Diskussionsteilnehmer.

    Neben der fi nanziellen Unsicherheit schreckt die Arbeitsbelastung viele Stu-denten und Bewerber von einem Leben und Arbeiten auf dem Lande ab: Da knnten doch an allen Wochentagen rund um die Uhr Patienten an der Haus-tr klingeln, argwhnt ein Forennutzer. Es sei in dieser Hinsicht wohl gnstiger, sich die Arbeitszeiten in einer Gemein-schaftspraxis zu teilen oder in einem Ver-sorgungszentrum zu arbeiten. Allerdings wrden immer auch zustzlich Haus-besuche zu machen und Altenheime zu betreuen sein. Ob man sich als einziger Mediziner weit und breit denn in seinem Wohnort berhaupt noch frei bewegen knne, wurde gefragt.

    AMBULANTE PFLEGEDIENSTE BERNEHMEN HAUSBESUCHE

    Ja, das knne man durchaus, meldet sich ein praktizierender Landarzt zu Wort. Er ist seit vielen Jahren der Einzige im Dorf und geniet den Promi-Status, seit er sich den Respekt der Bevlkerung erarbeitet hatte. Wer ihn am Wochenende doch mal strt, der tue das nicht leicht-fertig, sondern kann wirklich nicht bis Montag warten. Und viele Hausbesuche wrden lngst vom ambulanten Pfl e-gedienst bernommen. Wenn das nicht mglich ist, dann fhrt sie ein dienstha-bender Arzt durch. Derartige Strukturen seien im lndlichen Raum heutzutage der Normalfall.

    Der gelegentlichen Arbeit am Wochen-ende gegenber steht die weit gefcher-te Breite der Behandlungsflle und die

    persnliche, gewachsene Verbindung zu den Patienten. Einige von ihnen zh-len seit ihrer Kindheit oder schon in der zweiten Generation zu seinen Patienten. Das sei fr ihn viel interessanter als die Anonymitt einer superspezialisierten Facharzt-Praxis oder Klinik und fordere ihn bei jeder Behandlung. Gelegentlich werde er fr seine inzwischen lange zu-rckliegende Entscheidung, der Stadt den Rcken zu kehren, sogar mit einer Gans zu Weihnachten oder einem selbst geba-ckenen Kuchen belohnt.

    Wenige wollen nach dem Studium aufs Land berwiegend kritische Stimmen im MEDI-LEARN Forum zu einem Vorschlag aus dem Bundesgesundheitsministeriumvon Kare Ahlschwede (Redaktion)

    Deutschland im Lndervergleich weit vorn OECD untersuchte weltweit rztedichte und Absolventenzahlen medizinischer FakulttenDeutsche Hochschulmedizin e. V.

    Mit rund 10.000 Medizinern pro Jahr bildet Deutschland nach den USA mit rund 19.500 die meisten rz-tinnen und rzte aus. Auf Platz drei folgt Japan mit annhernd 7.500 Absolventen. Bezogen auf die Einwohnerzahl gehrt Deutschland ebenfalls zur Spitzengruppe. Mit rund zwlf Absolventen pro 100.000 Einwohner werden in Deutschland doppelt so viele rztinnen und rzte wie in den USA oder Japan ausgebildet. Dies sind Da-ten der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development), auf die die Deutsche Hochschulmedizin anlsslich der Debatten um zustzliche Medizinstudi-enpltze und rztemangel hinweist.

    Auch beim Vergleich der rztedichte liegt Deutschland mit 3,6 praktizierenden rzten pro 1.000 Einwohner weit vorne, sagt Professor Dieter Bitter-Suermann,

    Vorsitzender der Deutschen Hochschul-medizin. Der internationale Vergleich zeigt, dass die rztedichte weitgehend un-abhngig von der Zahl der Absolventen des Medizinstudiums in den jeweiligen Staaten ist. So hat zum Beispiel die Schweiz eine etwas hhere rztedichte als Deutschland, obwohl im Verhltnis zur Bevlkerungs-zahl dort nicht so viele Mediziner ausge-bildet werden. Nach Angaben der Organi-sation fr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung werden in der Schweiz ein Viertel weniger rzte pro 100.000 Ein-wohner ausgebildet als in Deutschland.

    Entscheidend fr die rztedichte eines Landes sind die Arbeitsbedingungen und Strukturen vor Ort, nicht die Prsenz einer Medizinischen Fakultt und eines Uni-versittsklinikums in der Region, sagt Bitter-Suermann. Dies belegt auch ein

    Vergleich des Statistischen Bundesamtes hinsichtlich der Einwohnerzahl pro Ver-tragsarzt. So bildet das Land Bremen gar keine rztinnen und rzte aus, hat aber die meisten Vertragsrzte in der Bundes-republik. Der rztliche Nachwuchs wird immer mobiler. Lediglich die Hlfte der Absolventen arbeitet im Umkreis von hundert Kilometern um den Studienort, gibt Bitter-Suermann zu bedenken. Dies zeigt auch eine Untersuchung der Fach-hochschule Mnster.

    ANTEIL DER FRAUEN STEIGT

    Wir drfen uns nicht wundern, wenn ein Teil der Absolventen ihre fachrzt-liche Weiterbildung nicht in Deutsch-land antritt. Der rztliche Nachwuchs stimmt heute mit den Fen ab. Die

    Doktorarbeit

    Brokratie mit den arztfremden Ttig-keiten muss daher schnell abgebaut und die Weiterbildung verbessert werden. Auch die Bedingungen des berufl ichen Umfeldes mssen familienfreundlicher fr den langfristig auf ber 60 Prozent steigenden Anteil von rztinnen gestal-tet werden. Die medizinischen Fachbe-rufe und die als rzte ttigen Mediziner mssen ferner insgesamt besser zusam-menwirken knnen. Dazu gehren die tradierten Versorgungsstrukturen auf den Prfstand. Auch die Grenzen zwischen ambulanter und